[0001] Die Erfindung betrifft ein, als Schlauchgestrick, auf einer Flachstrickmaschine hergestelltes
Kompressionsstrickteil, welches mit einem oder mehreren elastischen Strickfäden und
wenigstens einem elastischen Schussfaden ausgeführt ist und zum Stützen und/oder für
die Kompressionsbehandlung von Körperteilen wie Hand und Finger, Fuß und Zehen oder
Rumpf und Armen bzw. Beinen verwendet werden kann, sowie ein Verfahren zur Herstellung
solcher Strickteile.
[0002] Kompressionsstrickartikel werden in Therapien z.B. bei Venenerkrankungen oder bei
der Nachversorgung operativer Eingriffe eingesetzt. Hierbei gibt es neben lange bekannten
Kompressionsartikeln, wie Bandagen zum Stützen oder Sportbandagen, Stützstrümpfe oder
auch Kompressionsstrümpfe auch Kompressionsstrickteile als Handschuh oder Zehensocken
um auch diese Bereiche und insbesondere die Finger oder die Zehen einer Kompressionsbehandlung
zu unterziehen.
Während einfachere Formen von Strickteilen, insbesondere nahtlose Schlauchgestricke
vielfältig auf Rundstrickmaschinen hergestellt werden hat sich für Gestricke mit höheren
Anforderungen an die Passform und insbesondere bei der Anpassung an kompliziertere
Formen die Herstellung auf Flachstrickmaschinen etabliert.
[0003] Durch die Möglichkeit der Herstellung vom kompressiven Strickteilen mittels einer
Flachstrickmaschine, auf welcher ein nadelgenaues Mindern und Zunehmen von Maschen
möglich ist, lassen sich auch komplexere Formen, wie etwa einen Handschuh als flächiges
Gebilde der Handform anpassen.
Auf Flachstrickmaschinen lassen sich solche Strickteile auch als einteilige Schlauchgestricke
in einem Strickprozess herstellen, wie z.B. in der
DE 40 06 877 A1 beschrieben wird. An einen Pullover werden hier direkt beim Stricken die Armteile
angestrickt und der Strickprozess einer geforderten Passform angepasst.
In der beschriebenen Art und Weise der Minderung von Maschen während des Strickens
ist die Anzahl von Maschenstäbchen die in einer Maschenreihe gemindert werden können,
durch die Elastizität des Strickfadens, der Länge der Platinenmasche und der Maschengröße
begrenzt.
[0004] Auch die
DE 196 52 612 A1 offenbart ein schlauchförmiges Gestrick, hergestellt auf einer Zweibett-Flachstrickmaschine
und ein Verfahren zur Maschenzunahme in einem solchen Gestrick während des Strickvorgangs.
[0005] In der
EP 1 679 012 A1 wird ein solches Strickteil beschrieben, welches einen Handschuh mit hoher Stützkraft
bildet und aus elastischem Strickgarn besteht und welches zusätzlich einen elastischen
Schuss- oder Einlegefaden aufweisen kann, was für Kompressionsgestricke bzw. Gestricke
mit kompressiver Wirkung sehr wichtig ist.
Bei einer solchen Ausführungsform wird ein kompressives Strickteil geschaffen, welches
vollständig nahtlos ist und auch die Herstellung komplexerer Formen, wie z.B. einen
Handschuh erlaubt.
Durch den eingebrachten Schussfaden und insbesondere dessen Spannung, können die Elastizitätseigenschaften
der Strickware gut gesteuert werden.
[0006] Bei der Herstellung solcher nahtloser, kompressiver Strickteile, bevorzugt unter
Verwendung einer 1:1 Bindung, sind aber einige Problembereiche und damit verbundene
Unzulänglichkeiten vorhanden, was beispielhaft an einem Handschuh näher betrachtet
wird.
[0007] Betrachtet man eine Hand, so ist die Summe der Umfänge der einzelnen Finger größer
als der Umfang des Handballens. In einem nach dem Stand der Technik beschriebenen
Strickteil bzw. kompessiven Strickteil, ist diesem Umstand aber nicht ausreichend
Rechnung getragen, da bei gleicher Nadelzahl in der Breite die Kompression an den
Fingern zu hoch wird, bzw. nicht der gewünschte oder erforderliche Druckverlauf erzielt
wird.
[0008] Nach dem Stand der Technik muss daher vor dem Übergang von den einzelnen Schlauchteilen
in ein Basisschlauchteil die Summe der Durchmesser der einzelnen Schlauchteile an
den Durchmesser des Basisschlauchteils angepasst werden um den Übergang zu vollziehen.
In den bekannten Ausführungen und Verfahren werden dadurch z.B. bei einem Handschuh
die Durchmesser der Schlauchteile der einzelnen Finger bei Annäherung an den Übergangsbereich
zum Basisteil gemindert. Dadurch wird erreicht, dass beim Übergang zum Basisschlauchteil
die Summe der Durchmesser aller Schlauchteile gleich dem Durchmesser des Basisschlauchteiles
in welches der Übergang erfolgt, ist, was nach dem Stand der Technik nötig ist.
Verständlicher Weise gelangt man hier sehr schnell an Grenzen für die Ausführbarkeit
von Handschuhen für die Behandlung von Patienten mit stark angeschwollenen Fingern.
Es wäre grundsätzlich kein Problem, die Schlauchteile für die Finger angepasst zu
stricken, was aber den Unterschied der Durchmesser der einzelnen Schlauchteile bezogen
auf den Durchmesser des Schlauchteils der Hand, noch weiter auseinanderklaffen lässt.
Hier muss dann im Bereich vor dem Übergang entweder der Durchmesser der einzelnen
Schlauchteile stark gemindert werden oder grundsätzlich in Kauf genommen werden, dass
die einzelnen Schlauchteile (Fingerteile) enger als optimal erforderlich ausgeführt
sind. Dadurch ergibt sich zwangsweise ein nicht optimaler Druckverlauf, was z.B. für
einen medizinischen Handschuh sehr negativ ist. Man erhält entweder einen richtigen
Druckverlauf in den Bereichen der Finger und dadurch einen nicht passenden, zu niedrigen
Druckverlauf in dem Bereich der Hand und des Handgelenkes oder wie bei den meisten
bekannten Strickteilen gemäß des Stands der Technik einen Kompressionshandschuh mit
zu hohem Druck in den Fingern.
Durch die aufgezeigten Grenzen können z.B. auch Patienten mit zu stark angeschwollenen
Fingern nicht behandelt werden.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein nahtloses Kompressionsstrickteil,
als Schlauchstrickteil zum Stützen oder Komprimieren von Körperteilen zu schaffen,
welches einen hohen Tragekomfort bietet und eine optimierte Anpassung des erforderlichen
Kompressionsverlaufs ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 und
12 bis 15 gelöst. Fortbildungen und vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in
den weiteren Ansprüchen umfasst.
[0011] Erfindungsgemäß ist ein nahtloses Kompressionsstrickteil, als Schlauchgestrick auf
einer Flachstrickmaschine mit mindestens zwei Nadelbetten hergestellt, welches mit
einem oder mehreren elastischen Strickfaden und einem oder mehreren elastischen Schussfaden
ausgeführt ist, wobei das Kompressionsstrickteil mindestens aus zwei Schlauchgestricken
besteht, die in ein Basisschlauchteil münden, wobei die Anzahl der Maschenstäbchen
der Schlauchteile in der Summe höher der Anzahl der Maschenstäbchen in dem Basisschlauchteil
ist.
[0012] Durch eine entsprechende Zunahme beim Stricken könnte grundsätzlich auch erreicht
werden, dass die Anzahl der Maschenstäbchen in der Summe aller Schlauchteile niedriger
ist als die Anzahl der Maschenstäbchen in dem Basisschlauchteil, was aber die Ausnahme
sein wird.
[0013] Eine dahingehende Anwendung wäre z.B. ein kompressiver Fingerhandschuh, an welchem
fünf Finger-Schlauchgestricke in ein Basisschlauchgestrick um die Hand münden. Man
kann den Handschuh natürlich auch als Basisschlauchgestrick um die Hand beschreiben,
von welchem fünf Finger-Schlauchgestricke abgehen, dies bedarf lediglich einer Anpassung
im Strickprozess, bzw. der Reihenfolge des Strickens.
[0014] Da die sich ergebende Summe aller Umfänge von fünf Fingern größer ist als der Umfang
des Handballens ist die erstgenannte Ausgestaltung, in welcher die Anzahl der Maschenstäbchen
der Schlauchteile in der Summe höher der Anzahl der Maschenstäbchen in dem Basisschlauchteil
ist, die bevorzugte Ausführung.
[0015] Durch diese Möglichkeit der Anpassung der Umfänge der einzelnen Schlauchteile, ungleich
zum Umfang des Basisschlauchteils, wird der am Stand der Technik bekannte Mangel überwunden.
Bisherige Strickteile hatten durch gleichbleibende Maschenstäbchen einen gleichen
Umfang in der Summe der Umfänge der Schlauchteile und des Basisschlauchteils, was
zu einer, in der Regel, höheren Kompression in den einzelnen Schlauchteilen führte.
Mit der Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen kompressiven Strickteils kann somit
ein Handschuh geschaffen werden, welcher einen gleichen Druck in den Fingern und im
Bereich der übrigen Hand aufweist, wobei der sich einzustellende Druck in den Schlauchteilen
und dem Basis-Schlauchteil individuell gesteuert werden kann.
[0016] Das erfindungsgemäße, nahtlose Kompressionsstrickteil ist bevorzugt ein Fingerhandschuh
oder eine Zehensocke, kann aber auch als ein anderes Kompressionsstrickteil ausgeführt
sein, wie ein Oberteil, Body oder Shirt, oder auch als eine Hose, Pants oder Leggins.
[0017] Ein weiterer, wesentlicher Vorteil gegenüber dem Stand der Technik ist die Ausgestaltung
eines solchen Strickteils, in welchem die einzelnen Strickteile über ihre jeweilige
Länge einen individuellen Durchmesser haben, welcher sich auch im Übergangsbereich
zum Basisgestrick nicht allmählich ändert, wie dies aus dem Stand der Technik bekannt
ist.
[0018] Ein erfindungsgemäßes Strickteil ist bevorzugt mit einem Übergang, bzw. einer Einmündung
von einem Schlauchteil in ein Basis-Schlauchteil oder umgekehrt, in einer Maschenreihe
ausgeführt. Das Schlauchteil kann damit den individuell gewünschten Querschnitt vom
Übergangspunkt bis zu seinem Ende aufweisen.
[0019] Die Überganspunkte von einem Basisschlauchteil in ein oder mehrere Schlauchteile
können frei in Maschenreihen gewählt werden und erfolgen für jedes abgehende Schlauchteil
bevorzugt in einer Maschenreihe. Damit ist es gemäß der Erfindung möglich jedes Schlauchteil
einzeln, mehrere oder alle Schlauchteile gleichzeitig in einer Maschenreihe in das,
bzw. aus dem Basisschlauchteil münden zu lassen. Damit können unterschiedliche Höhen
der Abgänge von Fingerschlauchteilen individuell ausgeführt werden.
[0020] Die Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen, nahtlosen Kompressionsstrickteils erlaubt
den Übergang von einem Schlauchteil zu einem Basis-schlauchteil oder umgekehrt in
der Zunahme oder Abnahme von beliebig vielen Maschenstäbchen, was lediglich von dem
maximalen Versatzweg der Nadelbetten der Flachstrickmaschine begrenzt ist.
[0021] Eine nach dem Stand der Technik übliche Begrenzung der Zunahme oder Abnahme von einem
Maschenstäbchen pro Maschenreihe und der sich dadurch ergebenden stetigen Veränderung
der Durchmesser der einzelnen Schlauchteile vor dem Übergang in ein Basisschlauchteil
entfällt.
[0022] Nachfolgend wird die Herstellung eines erfindungsgemäßen nahtlosen Kompressionsstrickteils
am Beispiel eines Fingerhandschuhes beschrieben, in welchem Zusammenhang auch die
Fadenverlauf-Abbildungen stehen.
- Fig. 1
- zeigt dabei den Ablauf mit der Minderung der Breite
- Fig. 2
- zeigt den Ablauf bei Zunahme der Breite
[0023] Das Grundgestrick ist eine Röhre mit eingelegtem Schussfaden (Schlauch auf 1:1 Basis).
d.h. nur jede zweite Nadel strickt auf dem vorderen und dem hinteren Nadelbett. Die
Herstellung so eines Stütz- bzw. Kompressionsgestricks (Maschen verteilen, bzw. auf
leere Nadeln aufnehmen, Schussfaden einlegen, abstricken, Maschen sammeln) ist allgemein
bei Fachleuten bekannt.
[0024] Das Problem ergibt sich am Übergang der "Fingerröhren" zur "Handballenröhre". Entweder
ist die Kompression in den "Fingerröhren" zu hoch und in der "Handballenröhre" korrekt,
oder in den "Fingerröhren" korrekt und in der Handballenröhre zu niedrig. Das Mindern,
bzw. das Zunehmen von Maschenstäbchen (Maschenanzahl in der Breite) im Übergangsbereich
bedarf nach dem Stand der Technik mehrere Maschenreihen (Maschenanzahl in der Höhe)
und ist daher als Lösung nicht geeignet.
[0025] Zuerst werden die "Fingerröhren" nacheinander, nebeneinander, oder gleichzeitig nebeneinander,
in der benötigten Breite und Form gestrickt. Da aber auf dem vorderen Nadelbett, sowie
auf dem hinteren Nadelbett nur jede zweite Nadel belegt ist, können alle vorderen
Maschen neben den hinteren Maschen, also auf Lücke, auf dem hinteren Nadelbett gesammelt
(umgehängt) werden. Dann wird das vordere Nadelbett versetzt und die Maschen der ersten
Röhre komplett auf das vordere Nadelbett umgehängt. In wie weit das Nadelbett versetzt
wird, hängt von der gewünschten Überlappung der ersten Röhre zur zweiten Röhre ab,
d. h. der Verringerung des Gesamtumfangs von Röhre 1 mit Röhre 2.
Nach dem Rückversetzen des vorderen Nadelbetts werden die überlappenden hinteren Nadeln
der ersten Röhre (alle Maschenstäbchen vorne gesammelt) auf die überlappenden vorderen
Nadeln der zweiten Röhre (alle Maschenstäbchen hinten gesammelt) gehängt und im Bereich
der Überlappung abgekettelt.
[0026] Abhängig von der Position der Fadenführer werden die restlichen vorderen Maschen
der zweiten Röhre nach vorne verteilt und die restlichen hinteren Maschen der ersten
Röhre nach hinten, bei Bedarf werden auch die Maschen der restlichen "Fingerröhren"
verteilt. Dieser Gesamtvorgang kann dann so oft wiederholt werden, bis alle Fingerröhren
abgearbeitet worden sind, oder die neu gebildete Röhre wird weitergestrickt und die
restlichen Fingerröhren werden nach Muster in der oben aufgeführten Weise eingefügt.
[0027] Es ist auch möglich alle Maschen auf dem vorderen Nadelbett zu sammeln, dann das
hintere Nadelbett zu versetzen und die Maschen der ersten Röhre komplett auf das hinteren
Nadelbett um zuhängen. Nach dem Rückversetzen des hinteren Nadelbetts werden die überlappenden
vorderen Nadeln der ersten Röhre (alle Mst hinten gesammelt) auf die hinteren Nadeln
der zweiten Röhre (alle Mst vorne gesammelt) gehängt und im Bereich der Überlappung
abgekettelt, usw.
[0028] Auch eine Kombination der beiden Wege ist möglich. Auf diese Weise ist jeder benötigte
Fingerumfang darstellbar, auch der durch Lympherkrankung angeschwollener Glieder.
Eine anatomisch korrekte Platzierung der "Daumenröhre" ist auf diese Weise auch gewährleistet.
[0029] Auch eine Umkehrung dieser Vorgehensweise ist möglich, das heißt, das Gestrick beginnt
mit der "Handröhre" um dann in "Fingerröhren" überzugehen, deren Umfang sofort die
erforderliche Anzahl von Maschenstäbchen hat, ohne die sonst nötige Zunahme über mehrere
Maschenreihen und die dadurch bedingte schrittweise Zunahme des Umfangs.
Zuerst wird die "Handröhre" in der benötigten Breite in der oben ausgeführten Bindung
gestrickt. Als nächstes werden die Maschen des vorderen Nadelbetts über der gesamten
Breite abgestrickt. Dann werden die Maschen des hinteren Nadelbetts, die nicht für
die "Fingerröhre" benötigt werden, das heißt, die "Fingerröhre" beginnt sofort mit
dem für die Kompression korrektem Umfang, in Lücke auf das vordere Nadelbett umgehängt.
Danach werden die hinteren Maschen der "Fingerröhre" abgestrickt und die vorderen
Maschen der "Fingerröhre" in Lücke auf das hintere Nadelbett gehängt.
Nun wird das hintere Nadelbett um 2 Maschen versetzt, so dass sich die Fingerröhre
von der "Handröhre" entfernt. Als nächstes wird die Lücke zwischen "Handröhre" und
"Fingerröhre" gestopft, dies kann in unterschiedliche Weise geschehen, als Beispiel
in nachfolgender Ausführung. In einem Schlittenhub wird die innerste, vorderste Masche
der "Handröhre" auf dem vorderen Nadelbett abgestrickt, in die zweite leere Nadel,
zur "Fingerröhre" hin im vorderen Nadelbett, der Faden eingelegt (Fang) und die innerste,
vordere Masche der "Fingerröhre" auf dem hinteren Nadelbett abgestrickt. Im Schlittenhub
zurück wird die innerste, hintere Masche der "Fingerröhre" auf dem hinteren Nadelbett
abgestrickt, in die letzte leere Nadel, zur "Handröhre" hin im vorderen Nadelbett,
der Faden eingelegt (Fang) und die innerste, hintere Masche der "Handröhre" im vorderen
Nadelbett abgestrickt. Danach wird das hintere Nadelbett, gemäß der oberen Ausführung,
um weitere 2 Nadeln versetzt, das Stopfen der Lücke verschiebt sich gemäß dem Versatz.
Der Ablauf dieser gesamten Vorgänge wird solange wiederholt, bis die benötigte Breite
der "Handröhre" erreicht ist.
Wenn die benötigte Breite der "Handröhre" erreicht ist, werden alle Maschen der "Fingerröhre"
auf das vordere Nadelbett übertragen und das hintere Nadelbett in Grundposition zurück
gefahren. Abhängig von der Position der Fadenführer werden die hinteren Maschen der
"Handröhre" , die durch das "Stopfen" neu gebildeten Maschen für das hintere Nadelbett
und die hinteren Maschen der "Fingerröhre" auf das hintere Nadelbett zurück gehängt.
Dieser Gesamtvorgang kann dann so oft wiederholt werden, bis alle "Fingerröhren" fertig
sind, oder die neu gebildeten Röhren werden einzeln oder gemeinsam weitergestrickt
und die restlichen "Fingerröhren" werden nach Muster in der oben aufgeführten Weise
aus gedeckt.
Es ist auch möglich, auf dieser Weise, die "Handröhre" aus der "Fingerröhre" heraus
zu führen, bzw. beide Wege zu kombinieren.
Bei Flachstrickmaschinen mit Versatzeinrichtung im vorderen Nadelbett ist die gleiche
Technik möglich, in dem oben ausgeführten Ablauf ist dann vorne mit hinten und hinten
mit vorne zu tauschen. Sollte die Flachstrickmaschine über die bauliche Möglichkeit
verfügen, ist auch eine Mixtur von beiden Wegen möglich.
Die gleiche Vorgehensweise gilt bei Zehenkappen, Hosen (Beinumfänge zu Hüftumfang)
und sonstigen gestrickten Röhren deren Summe der Einzelumfänge größer ist als der
Gesamtumfang der "Endröhre" , bzw. die "Anfangsröhre" einen kleineren Umfang hat als
die aus ihr hervorgehenden "Röhren" deren Summe der Einzelumfänge größer ist als der
Gesamtumfang der "Anfangsröhre"
[0030] Nachdem bevorzugte Ausführungen der Erfindung in Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen
beschrieben wurden, ist festzuhalten, dass die Erfindung nicht auf diese genauen Ausführungen
und Anwendungsfälle beschränkt ist und dass verschiedene Änderungen und Modifizierungen
daran von einem Fachmann ausgeführt werden können, ohne dass vom Umfang der Erfindung,
wie er in den beiliegenden Ansprüchen definiert ist abgewichen wird.
1. Nahtloses Kompressionsstrickteil, als Schlauchgestrick auf einer Flachstrickmaschine
mit mindestens zwei Nadelbetten hergestellt, welches mit einem oder mehreren elastischen
Strickfaden und einem oder mehreren elastischen Schussfaden ausgeführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kompressionsstrickteil mindestens aus zwei Schlauchgestricken besteht, die in
ein Basisschlauchteil münden, wobei die Anzahl der Maschenstäbchen der Schlauchteile
in der Summe höher der Anzahl der Maschenstäbchen in dem Basisschlauchteil ist.
2. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass von einem Basisschlauchteil wenigstens zwei Schlauchteile abgehen, wobei die Anzahl
der Maschenstäbchen der Schlauchteile in der Summe höher der Anzahl der Maschenstäbchen
in dem Basisschlauchteil ist.
3. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzahl der Maschenstäbchen in der Summe aller Schlauchteile niedriger ist als
die Anzahl der Maschenstäbchen in dem Basisschlauchteil.
4. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Schlauchteile in ein Basisschlauchteil münden.
5. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass fünf, oder mehr, Schlauchteile in ein Basisschlauchteil münden.
6. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass der Durchmesser der Schlauchteile beim Einmünden in das Basis-schlauchteil unverändert
ist.
7. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einmündung der Schlauchteile in das Basisschlauchteil in einer Maschenreihe erfolgt.
8. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass die Minderung der Schlauchteile nur durch den maximalen Versatzweg der Nadelbetten
begrenzt ist.
9. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kompressionsteil eine Hose oder ein Oberteil ist, bei welchem von einem Basisschlauteich
zwei weitere Schlauchteile abgehen.
10. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kompressionsteil ein Handschuh oder eine Zehensocke ist, bei welchem von einem
Basisschlauteich fünf weitere Schlauchteile abgehen.
11. Nahtloses Kompressionsstrickteil nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kompressionsstrickteil ein medizinisches Kompressionsstrickteil ist und die einzelnen
Schlauchteile sowie das Basisschlauchteil, individuell und maschengenau gestrickt,
ausgeführt sind.
12. Verfahren zur Herstellung eines nahtlosen Kompressionsstrickteils als Schlauchgestrick
auf einer Zweibett-Flachstrickmaschine hergestellt, welches mit einem oder mehreren
elastischen Strickfaden und einem oder mehreren elastischen Schussfaden ausgeführt
ist,
gekennzeichnet durch folgende Schritte,
- Stricken der Schlauchteile in der benötigten Breite und Form mit Belegung jeder
zweiten Nadel auf dem vorderen und hinteren Nadelbett
- Sammeln bzw. Umhängen aller Maschen auf das hintere Nadelbett
- Versetzen des vorderen Nadelbettes um einen geeigneten Wert
- Maschen des ersten Schlauches komplett auf das vordere Nadelbett umhängen.
- Rückversetzen des vorderen Nadelbetts
- Umhängen der überlappenden hinteren Nadeln des ersten Schlauches auf die überlappenden
vorderen Nadeln des zweiten Schlauches.
- Abketteln der zusammengehängten Maschen (hintere Maschen des ersten Schlauchs und
vordere Maschen des zweiten Schlauchs) im Bereich der Überlappung.
- Verteilung der restlichen vorderen Maschen des zweiten Schlauches nach vorne und
der restlichen hinteren Maschen des ersten Schlauches nach hinten, in Abhängigkeit
der Position des Fadenführers.
- Verteilung der Maschen der restlichen Schläuche nach Bedarf
- Wiederholung der Vorgänge bis alle zusätzlichen Schlauchteile abgearbeitet worden
sind. Oder Abstricken des neuen, aus dem ersten und dem zweiten Schlauch gebildeten,
Schlauchs und eine spätere Wiederholung der Vorgänge bis alle zusätzlichen Schlauchteile
abgearbeitet worden sind.
13. Verfahren zur Herstellung eines nahtlosen Kompressionsstrickteils als Schlauchgestrick
auf einer Zweibett-Flachstrickmaschine hergestellt, welches mit einem oder mehreren
elastischen Strickfaden und einem oder mehreren elastischen Schussfaden ausgeführt
ist,
gekennzeichnet durch folgende Schritte,
- Stricken der Schlauchteile in der benötigten Breite und Form mit Belegung jeder
zweiten Nadel auf dem vorderen und hinteren Nadelbett
- Sammeln bzw. Umhängen aller Maschen auf das vordere Nadelbett Versetzen des hinteren
Nadelbettes um einen geeigneten Wert
- Maschen des ersten Schlauches komplett auf das hintere Nadelbett umhängen.
- Rückversetzen des hintere Nadelbetts
- Umhängen der überlappenden vorderen Nadeln des ersten Schlauches auf die überlappenden
hinteren Nadeln des zweiten Schlauches.
- Abketteln der zusammengehängten Maschen (vordere Maschen des ersten Schlauchs und
hintere Maschen des zweiten Schlauchs) im Bereich der Überlappung.
- Verteilung der restlichen hinteren Maschen des zweiten Schlauches nach hinten und
der restlichen vorderen Maschen des ersten Schlauches nach vorne, in Abhängigkeit
der Position des Fadenführers.
- Verteilung der der Maschen der restlichen Schläuche nach Bedarf
- Wiederholung der Vorgänge bis alle zusätzlichen Schlauchteile abgearbeitet worden
sind. Oder Abstricken des neuen, aus dem ersten und dem zweiten Schlauch gebildeten,
Schlauchs und eine spätere Wiederholung der Vorgänge bis alle zusätzlichen Schlauchteile
abgearbeitet worden sind.
14. Verfahren zur Herstellung eines nahtlosen Kompressionsstrickteils als Schlauchgestrick
auf einer Flachstrickmaschine mit Umhängeplatinen hergestellt, welches mit einem oder
mehreren elastischen Strickfaden und einem oder mehreren elastischen Schussfaden ausgeführt
ist,
gekennzeichnet durch folgende Schritte,
- Stricken der Schlauchteile in der benötigten Breite und Form mit Belegung jeder
zweiten Nadel auf dem vorderen und hinteren Nadelbett
- Sammeln bzw. Umhängen aller Maschen auf das hintere Nadelbett
- Maschen des ersten Schlauches komplett auf die Umhängeplatinen umhängen.
- Versetzen der Umhängeplatinen und umhängen der Maschen des ersten Schlauchs auf
die Nadeln des vorderen Nadelbetts.
- Umhängen der überlappenden hinteren Nadeln des ersten Schlauches auf die überlappenden
vorderen Nadeln des zweiten Schlauches.
- Abketteln der zusammengehängten Maschen (hintere Maschen des ersten Schlauchs und
vordere Maschen des zweiten Schlauchs) im Bereich der Überlappung.
- Verteilung der restlichen vorderen Maschen des zweiten Schlauches nach vorne und
der restlichen hinteren Maschen des ersten Schlauches nach hinten, in Abhängigkeit
der Position des Fadenführers.
- Verteilung der der Maschen der restlichen Schläuche nach Bedarf
- Wiederholung der Vorgänge bis alle zusätzlichen Schlauchteile abgearbeitet worden
sind. Oder Abstricken des neuen, aus dem ersten und dem zweiten Schlauch gebildeten,
Schlauchs und eine spätere Wiederholung der Vorgänge bis alle zusätzlichen Schlauchteile
abgearbeitet worden sind
15. Verfahren zur Herstellung eines nahtlosen Kompressionsstrickteils als Schlauchgestrick
auf einer Flachstrickmaschine mit Umhängeplatinen hergestellt, welches mit einem oder
mehreren elastischen Strickfaden und einem oder mehreren elastischen Schussfaden ausgeführt
ist,
gekennzeichnet durch folgende Schritte,
- Stricken der Schlauchteile in der benötigten Breite und Form mit Belegung jeder
zweiten Nadel auf dem vorderen und hinteren Nadelbett
- Sammeln bzw. Umhängen aller Maschen auf das vordere Nadelbett
- Maschen des ersten Schlauches komplett auf die Umhängeplatinen umhängen.
- Versetzen der Umhängeplatinen und umhängen der Maschen des ersten Schlauchs auf
die Nadeln des hinteren Nadelbetts.
- Umhängen der überlappenden vorderen Nadeln des ersten Schlauches auf die überlappenden
hinteren Nadeln des zweiten Schlauches.
- Abketteln der zusammengehängten Maschen (vordere Maschen des ersten Schlauchs und
hintere Maschen des zweiten Schlauchs) im Bereich der Überlappung.
- Verteilung der restlichen hinteren Maschen des zweiten Schlauches nach hinten und
der restlichen vorderen Maschen des ersten Schlauches nach vorne, in Abhängigkeit
der Position des Fadenführers.
- Verteilung der der Maschen der restlichen Schläuche nach Bedarf
- Wiederholung der Vorgänge bis alle zusätzlichen Schlauchteile abgearbeitet worden
sind. Oder Abstricken des neuen, aus dem ersten und dem zweiten Schlauch gebildeten,
Schlauchs und eine spätere Wiederholung der Vorgänge bis alle zusätzlichen Schlauchteile
abgearbeitet worden sind