[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entsorgen eines Kondensats in einem Hausgerät
zur Pflege von Wäschestücken, bei dem im Betrieb des Hausgeräts anfallendes Kondensat
in einem Sammelbehälter gesammelt wird, wobei der Füllstand des in dem Sammelbehälter
gesammelten Kondensats überwacht wird und bei einem Überschreiten eines Füllstand-Schwellwerts
ein Signal als Hinweis zum Durchführen eines Kondensatentsorgungsvorgangs erzeugt,
oder bei einem Überschreiten eines Füllstand-Schwellwerts ein Kondensatentsorgungsvorgang
gestartet wird.
[0002] Ein solches Verfahren ist ersichtlich aus jedem der Patentdokumente
EP 1 659 207 A1 und
EP 1 816 252 A1. In jedem dieser Dokumente ist ein Hausgerät in Form eines Wäschetrockners beschrieben,
welches einen Sammelbehälter zum Aufnehmen von Kondensat, welches beim Trocknen von
Wäschestücken anfällt, aufweist. Dem Sammelbehälter ist eine Sensoranordnung zugeordnet,
mit welcher insbesondere ein Füllstand des Kondensates in dem Sammelbehälter bestimmbar
ist. Es ist auch eine Anzeige vorgesehen, mit der ein Benutzer des Hausgeräts auf
den Füllstand hingewiesen wird, wenn dieser ein Einschreiten des Benutzers, zum Beispiel
zum Leeren des Sammelbehälters, erfordert. Parallel zu dieser Anzeige kann ein im
Hausgerät laufender Trocknungsprozess auch unterbrochen werden.
[0003] Im Allgemeinen wird ein Wäschetrockner als Ablufttrockner oder als Kondensationstrockner
betrieben. Ein Ablufttrockner leitet erwärmte Luft einmal durch die zu trocknenden
Wäschestücke in der Trommel und führt diese mit Feuchtigkeit beladene Luft durch einen
Abluftschlauch von dem Ablufttrockner und aus dem Raum, in welchem dieser aufgestellt
ist, ab. Ein Kondensationstrockner, dessen Funktionsweise auf der Kondensation der
mittels warmer Prozessluft aus der Wäsche verdampften Feuchtigkeit beruht, benötigt
keinen Abluftschlauch und ermöglicht eine Energierückgewinnung aus der erwärmten Prozessluft,
beispielsweise durch Verwendung einer Wärmepumpe. Allerdings ist es bei einem solchen
Kondensationstrockner im Allgemeinen erforderlich, dass anfallende Kondensat zu sammeln
und entweder abzupumpen oder durch manuelles Entleeren von Auffangbehältern zu entsorgen.
Aus der
DE 40 23 000 C2 ist ein Wäschetrockner mit einem Wärmepumpenkreis bekannt, bei dem im Prozessluftkanal
zwischen dem Kondensator und dem Verdampfer eine Zuluftöffnung angeordnet ist, die
mit einer steuerbaren Verschlusseinrichtung verschließbar ist.
[0004] Bei einem Ablufttrockner wird dagegen im Allgemeinen nach dem Durchgang durch eine
Wäschetrommel durch Feuchtigkeit beladene Luft aus dem Trockner geleitet. Gegenüber
einem Kondensationstrockner kann ein Ablufttrockner einfacher und somit billiger aufgebaut
sein. Ein Ablufttrockner zieht während eines Betriebs Luft aus seiner Umgebung ein
und verwendet diese direkt zum Trocknen. Solche Umgebungsluft ist in der Regel vergleichsweise
trocken mit einer relativen Feuchte von deutlich weniger als 100 %, und kann deshalb
relativ viel Feuchtigkeit aufnehmen. Im Vergleich dazu kann die zirkulierende Prozessluft
in einem Kondensationstrockner in der Regel nur auf 100 % relativer Feuchte bei der
geringsten, im Prozessluftkreislauf anstehenden Temperatur entfeuchtet werden, was
ihre Aufnahmefähigkeit für Feuchtigkeit aus den zu trocknenden Gegenständen begrenzt
und damit dem Trocknungsprozess eine gewisse Beschränkung auferlegt.
[0005] Auch in einem Ablufttrockner ist eine Wärmerückgewinnung grundsätzlich möglich, allerdings
impliziert jede solche Wärmerückgewinnung eine Abkühlung der Abluft, wobei Kondensat
aus der Abluft ausfallen kann und entsorgt werden muss. Gemäß der
DE 30 00 865 A1 ist ein Wäschetrockner als Ablufttrockner mit Wärmerückgewinnung ausgebildet. Der
Wäschetrockner umfasst eine die Wäsche aufnehmende und bewegende Trommel, in welche
ein von einem Heizelement erwärmter Zuluftstrom mündet, während die feuchte Warmluft
als Abluft über einen Auslass geführt wird. Im Zuluftstrom ist vor dem Heizelement
ein Wärmetauscher angeordnet, der von der feuchtheißen Abluft aus dem Behälter durchströmt
wird.
[0006] Bei einem Ablufttrockner mit Wärmerückgewinnung strömt in der Regel Umgebungsluft
(von z. B. 20° C und 60 % relativer Luftfeuchte; so genannte Zuluft) in die Wärmetauscherfläche
eines Luft-Luft-Wärmetauschers und wird dort unter Abkühlung der aus der Trocknungskammer
bzw. der Trommel gewonnenen warmen Prozessluft aufgeheizt. Abhängig von der Kühlleistung
bzw. dem Wärmetausch entsteht Kondensat, das in einem Behälter gesammelt oder abgepumpt
wird. Die Menge des anfallenden Kondensats ist ein Maß für die im Wärmetauscher abgegebene
Wärmeenergie und somit ein Maß für die Verbesserung der Energieeffizienz.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, bei dem ein
in einem Hausgerät angesammeltes Kondensat einfach und zuverlässig entsorgt werden
kann und hohe Betriebssicherheit des Hausgeräts beim Sammeln des Kondensats gewährleistet
wird.
[0008] Diese Aufgabe wird jeweils durch ein Verfahren, welches die Merkmale nach Anspruch
1 oder 2 aufweist, gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen dieser Verfahren sind Gegenstände
abhängiger Patentansprüche.
[0009] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entsorgen eines Kondensats
in einem Hausgerät zur Pflege von Wäschestücken, bei dem im Betrieb des Hausgeräts
anfallendes Kondensat in einem Sammelbehälter gesammelt wird, wobei der Füllstand
des in dem Sammelbehälter gesammelten Kondensats überwacht wird und bei einem Überschreiten
eines Füllstand-Schwellwerts ein Signal als Hinweis zum Durchführen eines Kondensatentsorgungsvorgangs
erzeugt wird, wobei als Kondensatentsorgungsvorgang ein Ausheizprozess durchgeführt
wird.
[0010] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entsorgen eines Kondensats
in einem Hausgerät zur Pflege von Wäschestücken, bei dem im Betrieb des Hausgeräts
anfallendes Kondensat in einem Sammelbehälter gesammelt wird, wobei der Füllstand
des in dem Sammelbehälter gesammelten Kondensats überwacht wird und bei einem Überschreiten
eines Füllstand-Schwellwerts ein Kondensatentsorgungsvorgang gestartet wird, wobei
als Kondensatentsorgungsvorgang ein Ausheizprozess durchgeführt wird.
[0011] In jedem Falle wird als Kondensatentsorgungsvorgang ein Ausheizprozess des Kondensats
durchgeführt. Dadurch erfolgt die Entsorgung des Kondensats, welches sich in dem Sammelbehälter
ansammelt, besonders effektiv, einfach und zuverlässig.
[0012] Es kann vorgesehen sein, dass der Kondensatentsorgungsvorgang durch das Gerät automatisch
gestartet wird. Auch dann, wenn kein Nutzer am Gerät ist oder ein eventuell vorher
durchgeführter Hinweis mittels eines Signals nicht registriert wurde, kann dadurch
das Überlaufen des Sammelbehälters vermieden werden. Besonders bevorzugt erweist es
sich, wenn dieser Kondensatentsorgungsvorgang nach dem Abschluss eines Pflegeprozesses
der Wäschestücke gestartet, insbesondere automatisch, gestartet wird. Im Hinblick
auf die Abläufe des Pflegeprozesses einerseits und des Kondensatentsorgungsvorgangs
andererseits, kann dadurch eine zeitliche Aneinanderreihung ermöglicht werden, so
dass beide Prozesse jeweils optimal erfolgen können.
[0013] Auch vorzugsweise wird in dem Ausheizprozess erwärmte und trockene Luft über die
Oberfläche des gesammelten Kondensats in den Sammelbehälter geleitet, durch welche
Kondensat aus dem Sammelbehälter aufgenommen und abgeführt wird. Die das Kondensat
aufnehmende Luft wird weiter vorzugsweise über die Abluftöffnung aus dem Hausgerät
geleitet. Insbesondere ist der Sammelbehälter mit einem zu einem Hauptkanal, in dem
die Wärmetauschvorrichtung angeordnet ist, gelegten Nebenkanal gekoppelt, und die
Luft wird zumindest anteilig, insbesondere vollständig, durch den Nebenkanal geleitet.
[0014] Der Ausheizprozess wird vorzugsweise erst bei einer von Wäschestücken entleerten
Trommel durchgeführt.
[0015] Auch vorzugsweise wird der Ausheizprozess mittels einer Heizeinrichtung oder mittels
der Heizeinrichtung und einer Wärmetauschvorrichtung, insbesondere einer Wärmepumpe,
des Hausgeräts, durchgeführt.
[0016] Weiter Vorzugsweise wird der Füllstand im Sammelbehälter kontinuierlich während des
Betriebs des Hausgeräts überwacht. Dadurch kann ein Überfüllen des Sammelbehälters
vermieden werden.
[0017] Vorzugsweise gibt das Signal einen Hinweis für einen Nutzer dahingehend, durch den
Nutzer einen Kondensatentsorgungsvorgang nach dem Abschluss eines Pflegeprozesses
der Wäschestücke zu starten. Die Information mittels des Signals ist also so ausgelegt,
dass einem Nutzer des Hausgeräts auch während des Durchführens des Pflegeprozesses
mitgeteilt wird, dass eine Kondensatentsorgung erfolgen sollte, wobei durch das Signal
angezeigt wird, dass diese Kondensatentsorgung nach dem Abschluss des laufenden Pflegeprozesses
durchgeführt werden sollte und dieses Kondensat entsorgen bzw. ein entsprechender
Entsorgungsprozess nach dem Abschluss des Pflegeprozesses gestartet werden soll. Dem
Nutzer wird somit rechtzeitig angezeigt, wann ein derartiger Kondensatentsorgungsvorgang
gestartet werden soll, so dass auch während des Pflegeprozesses noch ein zeitlicher
Spielraum für das Starten gegeben ist. Da der Kondensatentsorgungsvorgang insbesondere
spezifischen Anforderungen unterliegt, ist es besonders vorteilhaft, dass dieser erst
nach Abschluss eines Pflegeprozesses durchgeführt wird, und der Pflegeprozess dadurch
nicht beeinträchtigt wird.
[0018] Vorzugsweise wird als Hinweis ein optisches und/oder akustisches Signal erzeugt.
Dadurch kann einem Nutzer eindeutig eine entsprechende Anzeige bzw. Mitteilung gegeben
werden.
[0019] Auch vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass der Kondensatentsorgungsvorgang durch
das Gerät automatisch gestartet wird. Auch dann, wenn kein Nutzer am Gerät ist oder
ein eventuell vorher durchgeführter Hinweis mittels eines Signals nicht registriert
wurde, kann dadurch das Überlaufen des Sammelbehälters vermieden werden.
[0020] Besonders bevorzugt erweist es sich, wenn dieser Kondensatentsorgungsvorgang nach
dem Abschluss eines Pflegeprozesses der Wäschestücke gestartet, insbesondere automatisch,
gestartet wird. Im Hinblick auf die Abläufe des Pflegeprozesses einerseits und des
Kondensatentsorgungsvorgangs andererseits, kann dadurch eine seitliche Aneinanderreihung
ermöglicht werden, so dass beide Prozesse jeweils optimal erfolgen können.
[0021] Ebenfalls bevorzugt wird im Rahmen eines erfindungsgemäßen Verfahrens Prozessluft
im Betrieb des Hausgeräts über eine Prozessluftführung durch eine Trommel zur Aufnahme
von Feuchte aus den Wäschestücken und nach dem Austritt aus der Trommel durch eine
Abluftöffnung aus dem Hausgerät geleitet; so erschließt sich die Anwendung der Erfindung
in einem Wäschetrockner oder Waschtrockner des Abluft-Typs.
[0022] Weiter bevorzugt wird in einer solchen Anwendung das Kondensat anteilig dadurch gebildet,
dass das im Sammelbehälter gesammelte Kondensat durch die Abluftöffnung mit der ausgeleiteten
Prozessluft nebelartig ausgetrieben wird, worauf es in einer daran anschließenden
Abluftleitung wieder kondensiert und in den Sammelbehälter zurückläuft.
[0023] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Trockners mit Wärmerückgewinnung,
welcher zur Ausführung der erfindungsgemäßen Verfahren ausgelegt ist; und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung für ein zweites Ausführungsbeispiel eines Trockners
mit welchem die erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführt werden können.
[0024] In den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente jeweils mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0025] In Fig. 1 ist als Skizze ein Hausgerät zur Pflege von Wäschestücken dargestellt,
welches als Ablufttrockner 1 ausgebildet ist. Der Trockner 1 weist einen Prozessluftkanal
2 sowie eine Trommel 3 auf, welche um eine Achse 4 drehbar ist. Prozessluft wird mittels
eines Gebläses 5 über eine Heizeinrichtung 6 durch die Trommel 3 und einen Flusenfilter
7 geführt. Die Prozessluft wird durch eine Zuluftöffnung 8 eingezogen und durch eine
Abluftöffnung 9 ausgeschoben. In die Zuluftöffnung 8 gelangt Luft unmittelbar aus
einer Umgebung des Trockners 1. An die Abluftöffnung 9 angeschlossen ist ein Abluftschlauch
10, mit welchem die Abluft von dem Trockner 1 weg und aus einem Raum, in welchem er
aufgestellt ist, abgeführt wird. Zusätzlich ist eine Wärmetauschvorrichtung 11, 12
vorhanden. In ihr bzw. dem entsprechenden Eintrittskanal wird der durch die Zuluftöffnung
8 eingezogenen Prozessluft Wärme von der von der Trommel 3 und dem Flusenfilter 7
abströmenden Prozessluft übertragen. Nach Durchgang durch die Trommel 3 wird so die
von der Trommel 3 abzuführende, feuchte und warme Prozessluft abgekühlt. Die der Heizeinrichtung
6 zuzuführende Prozessluft wird hingegen vorgewärmt. Die von der Heizeinrichtung 6
vollends erwärmte Prozessluft wird in die Trommel 3 geleitet, kommt dort mit der zu
trocknenden Wäsche in Berührung und strömt danach zum Flusenfilter 7. Dann verzweigt
sich der Prozessluftstrom. Ein Hauptteil gelangt in den Hauptkanal, welcher durch
den Wärmetauscher 11, 12 führt, und gibt dort Wärme an frisch eingezogene Zuluft ab,
welche den Eintrittskanal der Wärmetauschvorrichtung 11, 12 durchströmt. Wie erwähnt
muss die dabei übertragene Wärmemenge anhand einer konkreten Vorgabe hinsichtlich
der Energiebilanz des Trockners 1 bemessen werden und muss nicht notwendigerweise
in der vollen, im Hauptkanal verfügbaren Wärmemenge entsprechen. Eine davon abgeleitete
Erkenntnis ist, dass nicht der volle, der Trommel 3 entströmende Prozessluftstrom
zum Wärmetausch herangezogen werden muss. Deshalb ist es möglich, einen Teil des Prozessluftstroms
zu benutzen, um Kondensat, welches bei der Abkühlung der Prozessluft im Hauptkanal
anfällt, zu entsorgen. Dazu ist ein Nebenkanal 13 vorgesehen, in welchem ein entsprechender
Teil der Prozessluft an der Wärmetauschvorrichtung 11, 12 vorbei eingeleitet wird.
Kondensat, welches im Hauptkanal anfällt, gelangt durch eine entsprechende Rinne 14
zum Nebenkanal 13.
[0026] Zum Transport des Kondensats wird zweckmäßigerweise ein natürliches Gefälle, welches
durch entsprechende Konstruktion des Hauptkanals und einen Anordnung des Nebenkanals
13 unter dem Hauptkanal gebildet werden kann, ausgenutzt. Die erste Verzweigung 15
im Prozessluftkanal 2, an der sich der Prozessluftstrom in einen ersten Prozessluftstrom
zum Hauptkanal und einen zweiten Prozessluftstrom zum Nebenkanal 13 aufteilt und an
der der Nebenkanal 13 vom Hauptkanal abzweigt, wird so bemessen, dass der zweite Prozessluftstrom
etwa 30 % der gesamten verfügbaren Prozessluft umfasst. Im Nebenkanal 13 nimmt der
zweite Prozessluftstrom verdunstendes Kondensat auf und vereinigt sich an der zweiten
Verzweigung 16, an der der Nebenkanal 13 wieder in den Hauptkanal mündet, wieder mit
dem ersten Prozessluftstrom. Im Nebenkanal 13 ist ein Verdunster 17 in Form eines
Ultraschallverneblers angeordnet. Ein besonderer Vorteil dieses Verneblers 17 liegt
darin, dass mit ihm das Kondensat in der Prozessluft verteilt werden kann, ohne dass
die Prozessluft spezifische thermodynamische Anforderungen erfüllen, insbesondere
eine gewisse erhöhte Temperatur und eine gewisse reduzierte relative Feuchte aufweisen
muss, um als Flüssigkeit vorliegendes Kondensat verdunsten und so aufnehmen zu können.
Der Abtransport des Kondensats erfolgt als Nebel, d. h. als Dispersion von Flüssigkeit
in Gas.
[0027] Diese nebelartige Prozessluft wird über den Nebenkanal 13 und die Abluftöffnung 9
in den Abluftschlauch 10 geleitet. Gerade dann, wenn der Trockner 1 ungünstig positioniert
ist und relativ lange Abluftleitungen 10 oder viele Bögen diesbezüglich ausgebildet
sind, können niedrige Temperaturen am Abluftrohr oder auch ungünstige Windkonstellationen
am Ausblasstutzen dazu führen, dass der erzeugte nebelartige Prozessluftstrom sehr
stark an den Wandungen des Abluftschlauchs 10 kondensiert und das Wasser zurück in
den Trockner 1 läuft. Insbesondere kann es dann zurück in den Nebenkanal 13 und auch
in den am Nebenkanal 13 angeordneten Sammelbehälter 21, in dem auch das über die Rinne
14 einlaufende Kondensat gesammelt wird, zurücklaufen.
[0028] In Fig. 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel gezeigt, jedoch sind die Komponenten
des Trockners 1 oberhalb des Gebläses 5 und des Flusensiebs 7 nicht dargestellt, da
sie den Komponenten gemäß Fig. 1 entsprechen.
[0029] Der wesentliche Unterschied zum Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 besteht darin, dass
die Wärmetauschvorrichtung 11, 12 nicht in einem einfachen Gegenstrom- oder Kreuzstromwärmetauscher
11, 12 besteht, sondern gebildet ist von einem Verdampfer 11 und einem Verflüssiger
12, und einer Wärmepumpe 11, 12, 18, 19, 20, welche zusätzlich einen Kompressor 18,
eine Drossel 19 und ein Leitungssystem 20 für ein in einem Kreislauf zu führendes
und zyklisch zu verdampfendes, zu komprimierendes, zu verflüssigendes und zu entspannendes
Kältemittel aufweist. Der Hauptkanal und der Nebenkanal 13 funktionieren wie beim
Trockner 1 des Ausführungsbeispiels gemäß Fig. 1, jedoch ermöglicht die Wärmepumpe
11, 12, 18, 19, 20 eine freie Einstellung des Temperaturniveaus im Hauptkanal 11 und
im Eintrittskanal 12, und bietet damit weitere Optionen zur Optimierung der Energiebilanz
des Trockners 1.
[0030] Obwohl beide Ausführungsbeispiele mit einem Ablufttrockner und einer offenen Prozessluftführung
erläutert sind, kann vorgesehen sein, dass die Prozessluft zumindest teilweise auch
zirkulierend in dem Trockner 1 geführt werden kann.
[0031] Die in Fig. 2 erläuterte Wärmepumpe kann als Kompressor-Wärmepumpe oder als Peltier-Wärmepumpe
ausgebildet sein. Bei einem gemäß Figur 2 mit einer Kompressor-Wärmepumpe ausgestatteten
Trockner 1 erfolgt die Kühlung der warmen, mit Feuchtigkeit beladenen Prozessluft
im Wesentlichen im Verdampfer 11 der Wärmepumpe, wo die übertragene Wärme zur Verdampfung
eines im Wärmepumpenkreis eingesetzten Kältemittels verwendet wird. Das aufgrund der
Erwärmung verdampfte Kältemittel der Wärmepumpe wird über den Kompressor 18 dem Verflüssiger
12 der Wärmepumpe zugeführt, wo aufgrund der Kondensation des gasförmigen Kältemittels
Wärme freigesetzt wird, die zum Ausheizen der Prozessluft verwendet wird. Das Kältemittel
zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf, in welchem es vom Verflüssiger 12 über
die Drossel 19 zurück zum Verdampfer 11 gelangt.
[0032] Bei beiden Ausführungen ist vorgesehen, dass die Trockner 1 zur Durchführung von
Verfahren zum Entsorgen eines Kondensats ausgelegt sind. Der Füllstand des in dem
Sammelbehälter 21 gesammelten Kondensats wird überwacht und bei einem Überschreiten
eines Füllstand-Schwellwerts wird ein vorzugsweise akustisches Signal als Hinweis
zum Durchführen eines Kondensatentsorgungsvorgangs erzeugt. Der Füllstand im Sammelbehälter
21 wird kontinuierlich überwacht, wobei das Signal den Hinweis für einen Nutzer des
Trockners 1 dahingehend gibt, durch den Nutzer einen Kondensatentsorgungsvorgang nach
dem Abschluss eines Pflegeprozesses der Wäschestücke zu starten.
[0033] In diesem Zusammenhang wird bei dem Kondensatentsorgungsvorgang ein Ausheizprogramm
bzw. ein Ausheizprozess gestartet, bei welchem mittels der Wärmetauschanordnung 11,
12 gemäß der Ausführung in Fig. 1 oder mit der Wärmepumpe 11, 12, 18, 19, 20 gemäß
der Ausführung in Fig. 2 in Verbindung mit der Heizeinrichtung 6, welche im Übrigen
auch in der Ausführung gemäß Fig. 2, wie erwähnt, vorhanden ist, Kondensat aus dem
Sammelbehälter 21 entsorgt wird.
[0034] Es kann auch vorgesehen sein, dass das Ausheizprogramm lediglich mit der Heizeinrichtung
6 durchgeführt wird. Bei dem Kondensatentsorgungsvorgang wird der Ausheizprozess dahingehend
durchgeführt, dass warme und relativ trockene Luft über die Kondensatauffangwanne
bzw. den Sammelbehälter 21 geführt wird und durch diese Luft große Mengen Kondensat
aufgenommen und aus dem Gerät gefördert werden können. Bevorzugt unterstützt bzw.
verkürzt wird der Ausheizschritt dadurch, dass der aufgeheizte Luftstrom vollständig
und somit zu 100 % über den Nebenkanal 13 geleitet wird. Dies kann durch eine Klappe
erfolgen, welche den Hauptkanal bei diesem Ausheizvorgang verschließt.
[0035] Grundsätzlich ist es vorteilhaft, wenn der Sammelbehälter 21 so dimensioniert ist,
dass das Kondensat von mindestens zwei aufeinanderfolgenden Trocknungsprozessen unter
ungünstigen Randbedingungen in der Bodengruppe des Trockners 1 Platz findet.
[0036] Es kann auch vorgesehen sein, dass die in den Fig. 1 und 2 erläuterten Trockner 1
zum Ausführen eines Verfahren vorgesehen sind, bei dem zum Entsorgen eines Kondensats
der Füllstand des in dem Sammelbehälter 21 gesammelten Kondensats überwacht wird und
bei einem Überschreiten eines Füllstand-Schwellwerts ein Kondensatentsorgungsvorgang
gestartet wird. In diesem Zusammenhang kann vorgesehen sein, dass die Verfahren so
ausgelegt sind, dass der Kondensatentsorgungsvorgang durch das Gerät selbst gestartet
und automatisch gestartet wird. Auch hier ist vorzugsweise vorgesehen, dass der Kondensatentsorgungsvorgang
nach dem Abschluss eines Trocknungsprozesses der Wäschestücke gestartet wird und als
Kondensatentsorgungsvorgang ein bereits oben erläuterter Ausheizprozess durchgeführt
wird.
1. Verfahren zum Entsorgen eines Kondensats in einem Hausgerät (1) zur Pflege von Wäschestücken,
bei dem im Betrieb des Hausgeräts (1) anfallendes Kondensat in einem Sammelbehälter
(21) gesammelt wird, wobei der Füllstand des in dem Sammelbehälter (21) gesammelten
Kondensats überwacht wird und bei einem Überschreiten eines Füllstand-Schwellwerts
ein Signal als Hinweis zum Durchführen eines Kondensatentsorgungsvorgangs erzeugt
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Kondensatentsorgungsvorgang ein Ausheizprozess durchgeführt wird.
2. Verfahren zum Entsorgen eines Kondensats in einem Hausgerät (1) zur Pflege von Wäschestücken,
bei dem im Betrieb des Hausgeräts (1) anfallendes Kondensat in einem Sammelbehälter
(21) gesammelt wird, wobei der Füllstand des in dem Sammelbehälter (21) gesammelten
Kondensats überwacht wird und bei einem Überschreiten eines Füllstand-Schwellwerts
ein Kondensatentsorgungsvorgang gestartet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Kondensatentsorgungsvorgang ein Ausheizprozess durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Ausheizprozess erwärmte und trockene Luft über die Oberfläche des gesammelten
Kondensats im Sammelbehälter (21) geleitet wird, durch welche Kondensat aus dem Sammelbehälter
(21) aufgenommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die das Kondensat aufnehmende Luft über die Abluftöffnung aus dem Hausgerät (1) geleitet
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter (21) mit einem parallel zu einem Hauptkanal, in dem eine Wärmetauschvorrichtung
(11, 12) angeordnet ist, gelegten Nebenkanal (13) gekoppelt wird, und die Luft während
des Kondensatentsorgungsvorgang zumindest anteilig, insbesondere vollständig, durch
den Nebenkanal (13) geleitet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausheizprozess erst bei einer von Wäschestücken entleerten Trommel (3) durchgeführt
wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausheizprozess mittels einer Heizeinrichtung (6) oder mittels der Heizeinrichtung
(6) und einer Wärmetauschvorrichtung (11, 12), insbesondere einer Wärmepumpe, des
Hausgeräts (1) durchgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstand im Sammelbehälter (21) kontinuierlich überwacht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Signal den Hinweis für einen Nutzer dahingehend gibt, durch den Nutzer einen
Kondensatentsorgungsvorgang nach dem Abschluss eines Pflegeprozesses der Wäschestücke
zu starten.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Hinweis ein optisches und/oder akustisches Signal erzeugt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kondensatentsorgungsvorgang nach dem Abschluss eines Pflegeprozesses der Wäschestücke
gestartet wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Prozessluft im Betrieb des Hausgeräts (1) über eine Prozessluftführung (2) durch
eine Trommel (3) zur Aufnahme von Feuchte aus den Wäschestücken und nach dem Austritt
aus der Trommel (3) durch eine Abluftöffnung (9) aus dem Hausgerät (1) geleitet wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kondensat anteilig dadurch gebildet wird, dass das im Sammelbehälter (21) gesammelte Kondensat durch die Abluftöffnung
(9) mit der ausgeleiteten Prozessluft nebelartig ausgetrieben wird und in einer daran
anschließenden Abluftleitung (10) wieder kondensiert und in den Sammelbehälter (21)
zurückläuft.