[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb für einen Flügel eines Fensters oder einer Tür
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiger Antrieb ist der
DE 10 2004 031 936 A1 bereits als bekannt zu entnehmen. Der Antrieb für einen Türschließer umfasst ein
zylindrisches Gehäuse, in dem ein mit dem Türflügel über ein Getriebe bewegungsgekoppelter
Arbeitskolben linear schiebegeführt ist. Von dem axial durch Schließerfedern belasteten
Arbeitskolben ist der mit Hydraulikflüssigkeit als Dämpfungsmedium gefüllte Hohlzylinder
in zwei Hohlkammern unterteilt. Diese Hohlkammern sind in Abhängigkeit von der Stellung
des Arbeitskolbens durch Überströmkanäle miteinander verbunden, wodurch die verdrängte
Hydraulikflüssigkeit unter Dämpfung der Bewegung des Arbeitskolbens in Abhängigkeit
von seiner Bewegungsrichtung von einer zur anderen Hohlkammer überströmen kann. Beim
Aufschwenken des Türflügels wird der Arbeitskolben somit aufgrund seiner Bewegungskoppelung
gegen die Kraft zweier als Schließerfedern wirkenden Druckfedern sowie die Dämpfungskraft
der überströmenden Hydraulikflüssigkeit verschoben. Beide Druckfedern sind als Schraubendruckfedern
ausgebildet und mit unterschiedlichem Wicklungsdurchmesser versehen, wodurch sie raumsparend
konzentrisch zueinander im Hohlzylinder angeordnet sind. Die Schraubendruckfeder mit
dem kleineren Wicklungsdurchmesser ist während ihrer Kompression und Expansion von
einer Führungshülse axial geführt, während die größere Schraubendruckfeder von der
Zylinderwand selbst schiebegeführt ist. Beim Loslassen des Türflügels wird dieser
von der Federkraft der synchron expandierenden Druckfedern gegen die Dämpfungskraft
der überströmenden Hydraulikflüssigkeit wieder in seine geschlossene Stellung zugedrückt
und somit automatisch geschlossen. Durch die Schließerfedern aus Stahl ist sichergestellt,
dass die Schließbewegung der Tür weitgehend unabhängig von der Umgebungstemperatur
zuverlässig durch den Antrieb erfolgen kann.
[0003] Da die Hydraulikflüssigkeit hygroskopisch ist und deshalb keine Verbindung zur Umgebungsluft
bestehen soll, werden solche Antriebe hermetisch gekapselt.
[0004] Andererseits sollte vorteilhaft im Gehäuse des Antriebs ein freies Gasvolumen vorhanden
sein, damit die Volumenänderung der Hydraulikflüssigkeit infolge ihrer Wärmeausdehnung
zuverlässig kompensiert werden kann, ohne dass es zu Undichtigkeiten infolge eines
Druckanstiegs durch Ausdehnung der Hydraulikflüssigkeit kommt. Es kann auch zur Beeinträchtigung
der technischen Funktion durch ein unkontrollierte Luftvolumen im Hydrauliksystem
kommen.
[0005] Bei einer üblichen Füllmenge an Hydraulikflüssigkeit wird bei einem Türschließer
bereits eine Volumendifferenz von ca. 4,5 cm
3 durch Wärmeausdehnung erwartet, wenn ein praxisgerechter Temperaturbereich von 60°K
zugrundegelegt wird. Ein unkontrolliertes Luftvolumen, beispielsweise durch Reduzieren
der Füllmenge im Hydrauliksystem zur Kompensation der Wärmeausdehnung, ist nur in
geringem Umfang möglich. Solche Luftvolumen führen zu einer Beeinträchtigung des Verhaltens
des Türschließers und einer Reduzierung des Bedienkomforts. So wird, beispielsweise
zu Beginn der Türöffnungsbewegung, das Luftvolumen zuerst komprimiert, wodurch sich
die Tür zunächst nahezu ohne Gegendruck öffnen lässt, wobei der Gegendruck anschließend
rasch ansteigt.
[0006] Aus der
GB 2 193 757 A ist ferner ein Antrieb für einen Türschließer bekannt, dessen in einem Zylinder schiebegeführter
Arbeitskolben unter Vermittlung durch die Hydraulikflüssigkeit von einer Gasfeder
als Schließerfeder beaufschlagt ist. Die vom Arbeitskolben verdrängte Hydraulikflüssigkeit
gelangt bei dessen Öffnungshub über einen Überströmkanal in eine vom übrigen Zylinderraum
abgetrennte Kammer, in der ein gummielastisches, mit Druckluft aufgeblasenes Kissen
angeordnet ist. Dieses Gaskissen wird durch die in die Kammer einströmende Hydraulikflüssigkeit
komprimiert, wodurch das Volumen des Gaskissens bei steigendem Druck des Gaspolsters
entsprechend reduziert wird. Bei Loslassen des zugeordneten Flügels expandiert das
Gaskissen wieder auf sein Ausgangsvolumen, wobei die Hydraulikflüssigkeit aus der
Kammer heraus in den Zylinder strömt und den Arbeitskolben in Richtung seines Schließhubes
bis in seine Endlage antreibt. Für das als Gasfeder wirkende Gaskissen ist dabei aber
ein insgesamt sehr hoher Innendruck erforderlich, damit dessen temperaturabhängige
Federkraft in der letzten Schließbewegungsphase noch zum sicheren Schließen des Flügels
ausreicht. Das Hydrauliksystem des Antriebs kann hierbei aber vollständig entlüftet
sein, da das Luftpolster im Gaskissen auch zur Kompensation der Wärmeausdehnung der
Hydraulikflüssigkeit genutzt werden kann. Jedoch kann sich das dauerhaft relativ hohe
Druckniveau im Hydrauliksystem des Antriebs nachteilig auf die konstruktive Gestaltungsmöglichkeit,
die Dauerhaltbarkeit und den Bedienkomfort des Türschließers auswirken.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Antrieb zu schaffen,
der unter Vermeidung eines übermäßigen Druckniveaus im Hydrauliksystem mit großer
konstruktiver Freiheit gestaltet werden kann, wobei der Begehkomfort des Türantriebs
erhalten bleibt.
[0008] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0009] Die Unteransprüche bilden vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung.
[0010] Der Grundgedanke der Erfindung basiert auf der Überlegung, die Volumenänderung des
Fluids im geschlossenen Fluidsystem infolge von Temperaturänderungen über ein Ausgleichsmittel
zu kompensieren, das auf schnelle Druckänderungen im Hydrauliksystem nicht reagiert,
jedoch ein Ausgleich der Volumenänderung ermöglicht.
[0011] Das kann durch einen nachgiebigen Hüllkörper mit Gasfüllung, wie z.B. eine Gummiblase
erfolgen, die über eine Bohrung in Verbindung mit dem Hydrauliksystem steht. Dieser
Hüllkörper kann ein insgesamt relativ kleines Volumen aufweisen, da er zwar in geringem
Umfang als Gasfeder wirken kann, aber ausschließlich dem Zweck dient, die temperaturabhängige
Volumenänderung des Fluids auszugleichen. Dadurch können der Gasdruck im Hüllkörper
sowie dessen Volumen entsprechend gering sein. Für eine sichere Expansion des Hüllkörpers
bei rückläufiger Fluidtemperatur kann bereits ein geringer Innendruck von z.B. 1 bar
ausreichen. Auch kann das Fluidsystem vollständig befüllt und entlüftet werden.
[0012] Vorzugsweise besteht der Hüllkörper aus gummielastischem Material, das durch die
Gasfüllung entsprechend aufgeblasen und vom sich ausdehnenden Fluid gleichmäßig zusammengedrückt
wird. Der Hüllkörper ist vor Beschädigung geschützt in das Fluidsystem des Antriebs
integriert. Dazu kann er innerhalb eines festen Ausgleichsbehälters angeordnet sein.
Ein Verbindungskanal, durch den das Fluid ins Innere des Ausgleichsbehälters strömen
kann, lässt sich dabei vorteilhaft als Drosselstelle ausbilden.
[0013] Hierdurch werden kurze Druckstöße im Fluidsystem im Unterschied zu langsamen Druckerhöhungen,
insbesondere durch Wärmeausdehnung, nicht zum Überströmen eines nennenswerten Fluidvolumens
ins Innere des Ausgleichsbehälters führen. Im einfachsten Fall kann der Überströmkanal
aus einer einzigen Bohrung mit entsprechend geringem Durchmesser bestehen. Damit wird
ein Hochpassfilter für hydraulische Systeme realisiert. Der Bedienkomfort bleibt in
vollem Umfang erhalten, da sich Druckstöße, beispielsweise durch das Öffnen der Tür,
nicht auswirken, während langsame Druckänderungen ausgeglichen werden.
[0014] Um z.B. das Risiko einer Verstopfung der Bohrung zu reduzieren, kann anstelle der
Bohrung ein Sinterteil mit entsprechend größerem Format vorgesehen sein, wobei die
fluiddurchlässigen Porenräume des Sinterteils gemeinsam den Verbindungskanal bzw.
das Hochpassfilter bilden. Ist der Überströmkanal in einer Umfangswand eines rohrförmigen
Aufnahmekörpers angeordnet, kann das Sinterteil vorzugsweise als umlaufender Sinterring
oder sich über einen Teil des Umfangs erstreckendes Sinterringsegment gestaltet werden.
[0015] Befindet sich der Verbindungskanal demgegenüber am Ende eines Aufnahmekörpers, kann
das Sinterteil vorteilhaft in einen Deckel integriert sein oder einen durchlässigen
Sinterdeckel bilden.
[0016] Um als Hüllkörper einen hohlzylindrischen Schlauchabschnitt verwenden zu können,
kann eine zuverlässige Abdichtung der Schlauchenden über eine Klemmbefestigung im
Aufnahmekörper mittels jeweils eines Stopfens sowie eines zusätzlichen Deckels, insbesondere
eines Schraubdeckels, erfolgen.
[0017] Damit im Antrieb mit Federspeicherantrieb durch eine Schraubenfeder kein zusätzlicher
Platz zur Anordnung des Ausgleichsbehälters benötigt wird, kann der kompakte Ausgleichsbehälter
im Hohlquerschnitt der Federwicklung angeordnet werden und ggf. darüber hinaus zur
radialen Abstützung oder Linearführung der ihn umschließenden Schraubenfeder genutzt
werden. Diese vorteilhafte Anordnungsmöglichkeit besteht unabhängig davon, ob der
Federspeicherantrieb einem Türschließer für Brandschutztüren, einem Türöffner für
Fluchttüren oder einem richtungsumkehrbaren Federspeicherantrieb zur Türbetätigung
von Brandschutz- oder Fluchttüren zugeordnet ist.
[0018] Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel in der Zeichnung anhand der Figuren
näher erläutert.
[0019] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen Mittellängsschnitt durch ein Antrieb für einen Türschließer mit schematisch
eingezeichnetem Ausgleichsbehälter;
- Fig. 2
- den Ausgleichsbehälter von Fig. 1 in einem Längsschnitt und;
- Fig. 3
- einen Mittellängsschnitt durch eine alternative Ausführung des Ausgleichsbehälters.
[0020] In Fig. 1 ist ein als Türschließer ausgebildeter Antrieb 10 im Horizontalschnitt
zu sehen. Der Antrieb 10 umfasst als Hauptbestandteile ein als zylindrisches Rohr
ausgebildetes Gehäuse 11, einen in der Bohrung des Gehäuses 11 linear schiebegeführten
Arbeitskolben 12, in dessen Zahnstange ein Antriebsritzel 13 kämmt, eine Schraubendruckfeder
14, die axial zwischen einer Ringstirnfläche des Arbeitskolbens 12 und einer gegenüber
liegenden Ringstirnfläche eines Federtellers 15 abgestützt ist, wobei der Federteller
15 axial zum Arbeitskolben 12 entlang einer Einstellschraube 16 geführt ist, einen
Gehäusedeckel 17 zum Abschluss am linken Ende und einen Gehäusedeckel 18 zum Abschluss
am rechten Ende des Gehäuses 11 sowie einen zylindrischen Ausgleichsbehälter 19, der
im Hohlquerschnitt der Schraubendruckfeder 14 angeordnet ist. Die Federkraft ist einstellbar,
indem der Federteller 15 längs der Einstellschraube 16 mit einer hier nicht weiter
dargestellte Eingreifanordnung von außerhalb des Gehäuses 11 verstellbar ist. Zur
Visualisierung kann im Gehäuse 11 eine Schließkraftanzeige 22 angeordnet sein.
[0021] Der Hohlzylinder des Gehäuses 11 ist von dem Arbeitskolben 12 und dem Federteller
15 in zwei Hohlkammern unterteilt. Die linke Hohlkammer wird demnach von Gehäusedeckel
17 und Arbeitskolben 12, die rechte Hohlkammer von Arbeitskolben 12 und Gehäusedeckel
16 begrenzt. Alle Hohlräume in den Hohlkammern sind vollständig mit Hydraulikflüssigkeit
20 gefüllt, da das Hydrauliksystem des Antriebs 10 nach dem Befüllen sorgfältig entlüftet
wurde.
[0022] Damit der Arbeitskolben 12 seinen Hub im Gehäuse 11 unter Dämpfung durch die Hydraulikflüssigkeit
20 ausführen kann, sind im Gehäuse 11 nicht dargestellte Überströmkanäle mit zugeordneten,
einstellbaren Ventilen ausgebildet. Weiterhin sind im Arbeitskolben 12 Rückschlagventile
21 angeordnet, die richtungsabhängig ein Überströmen von Hydraulikflüssigkeit 20 erlauben.
Durch diese Anordnung von Überströmkanälen, Ventilen und Rückschlagventilen 21 ist
ein gesteuertes Überströmen von Hydraulikflüssigkeit 20 von der linken in rechte Hohlkammer
des Gehäuses 11 und umgekehrt, möglich. Es kann auch eine hier nicht gezeigte Hydraulikpumpe
in einen geeigneten Überströmkanal geschaltet werden, wodurch unter Verwendung geeigneter
Sensoren ein automatischer Türantrieb möglich ist.
[0023] Beispielsweise erfolgt bei einer rein mechanischen Betätigung der Vorschub des Arbeitskolbens
12 nach rechts durch Drehung des Antriebsritzels 13 im Uhrzeigergegensinn um eine
gehäusefeste, senkrechte Lagerachse, wodurch der Arbeitskolben 12 infolge des Verzahnungseingriffs
des Antriebsritzels 13 in dessen Zahnstange bewegt wird.
[0024] Die Drehung des Antriebsritzels 13 entsteht dadurch, dass es außerhalb des unbeweglich
am Rahmen einer Tür oder eines Fensters gehaltenen Gehäuses 11 drehfest mit einem
nicht gezeigten Kurbelarm verbunden ist, der beispielsweise in einer Gleitschiene
geführt ist. Bei Aufschwenken des Flügels in bekannter und daher nicht näher beschriebener
Weise erfolgt ein Zwanglauf mit vom Öffnungswinkel des Flügels abhängiger Drehung
des Antriebsritzels 13.
[0025] Der über die Drehung des Antriebsritzels 13 erzeugte Vorschub des Arbeitskolbens
12 erfolgt gegen die Kraft der Schraubendruckfeder 14, so dass diese um den Vorschubweg
des Arbeitskolbens 12 zusammengedrückt und somit entsprechend verkürzt wird. Gleichzeitig
wird aus der rechten Hohlkammer ein entsprechendes Volumen Hydraulikflüssigkeit 20
verdrängt, das in die linke Hohlkammer hinüberströmt. Der Vorschubweg des Arbeitskolbens
12 ist durch den möglichen Drehwinkel des Antriebsritzels 13 begrenzt, so dass er
nicht mit dem Ausgleichsbehälter 19 kollidieren kann. Denkbar ist auch eine rein mechanische
Begrenzung des Verschiebewegs, beispielsweise durch die maximal Kompression der Schraubendruckfeder
14.
[0026] Wird der Flügel losgelassen, wird der Arbeitskolben 12 von der expandierenden Schraubendruckfeder
14 wieder in die gezeigte Ausgangsstellung im Gehäuse 11 zurückgeschoben, wobei nunmehr
über den Vorschub der Zahnstange das in ihrer Verzahnung kämmende Antriebsritzel 13
im Uhrzeigersinn drehangetrieben wird. Infolge dieser Drehung des Ritzels 13 wird
der mit ihr verbundene Kurbelarm in Richtung des Rahmens geschwenkt und dabei der
Flügel an den Rahmen herangezogen. Da auch beim durch die gespeicherte Federkraft
der Schraubendruckfeder 14 ausgeführten Hub des Arbeitskolbens 12 ein entsprechendes
Volumen Hydraulikflüssigkeit 20 von der linken in die rechte Hohlkammer verdrängt
wird, erfolgt die Schließbewegung des Flügels entsprechend gedämpft. Zudem nimmt die
verfügbare Federkraft mit zunehmender Expansion der Schraubendruckfeder 14 ab.
[0027] Der in Fig. 1 nur schematisch angedeutete Ausgleichsbehälter 19 ist im Hohlquerschnitt
der Federwicklung so angebracht, dass er die Kompression und Expansion der Schraubendruckfeder
14 nicht behindern kann und auch keine Geräusche verursacht. Der Ausgleichsbehälter
19 dient primär dem Zweck, die Volumenänderung der Hydraulikflüssigkeit 20 infolge
Wärmeausdehnung mittels eines von der Hydraulikflüssigkeit 20 druckbeaufschlagten
Gasvolumens auszugleichen, das von einem flexiblen Hüllkörper umschlossen ist.
[0028] Bei einer in Fig. 2 dargestellten ersten Ausführung des Ausgleichsbehälters 19 besteht
die tragende Struktur vorteilhaft aus einem rohrförmigen, zylindrischen Aufnahmekörper
23, z.B. aus schlagzähem Kunststoffmaterial oder aus Metall, welcher an seinen Enden
durch jeweils einen Schraubdeckel 24 geschlossen ist. Der Schraubdeckel 24 ist auf
ein zugeordnetes Gewinde am Außenumfang des Aufnahmekörpers 23 aufgeschraubt. Durch
den aufgedrehten Schraubdeckel 24 wird ein zylindrischer Stopfen 25 auf einen zugehörigen
Dichtsitz niedergedrückt, der von einer Ringnut 26 mit Rechteckquerschnitt gebildet
ist. Diese Ringnut 26 ist endseitig aus dem Innenumfang des Aufnahmekörpers 23 ausgespart
und bildet somit einen stufigen Absatz in der Rohrwand. In dem von der Ringnut 26
begrenzten Dichtsitz ist ein Endbereich eines Schlauchabschnitts 27 eingeklemmt, der
aus gummielastischem Kunststoffmaterial besteht und sich über die gesamte Länge des
Aufnahmekörpers 23 erstreckt. Beide Enden des Schlauchabschnitts 27 sind somit über
jeweils eine Befestigungsanordnung aus Schraubdeckel 24, Stopfen 25 und Ringnut 26
umlaufend gegenüber dem zugeordneten Umfangsabschnitt des Aufnahmekörpers 23 abgedichtet.
In einen der Stopfen 25 ist ein nicht gezeigtes Ventil integriert, durch welches der
umfangsseitig vom Schlauchabschnitt 27 begrenzte Hüllkörper durch eine Pumpe mit einem
gasförmigen Medium, wie Luft 28, befüllt und auf einen Druck von etwa 1 bar aufgepumpt
ist. Hierdurch liegt der aufgeblasene Schlauchabschnitt 27 vollflächig mit etwas radialer
Vorspannung am Innenumfang des Aufnahmekörpers 23 an.
[0029] Um im Einbauzustand eine Beaufschlagung der Mantelfläche des Schlauchabschnitts 27
mit der Hydraulikflüssigkeit 20 zu ermöglichen, ist die Wandung des Aufnahmekörpers
23 im mittleren Längenbereich von einem Verbindungskanal 29 durchsetzt. Der Verbindungskanal
29 weist nur einen relativ kleinen freien Durchflutungsquerschnitt auf, wodurch er
als Drosselstelle wirkt und für die Hydraulikflüssigkeit ein Hochpassfilter bildet.
[0030] Der Verbindungskanal 29 kann auch durch einen Sintereinsatz 30 mit einer Vielzahl
feiner, gasdurchlässiger Poren gebildet sein. Der Sintereinsatz 30 ist in den Aufnahmekörper
23 eingebettet, insbesondere in einem als Kunststoffkörper ausgebildeten Aufnahmekörper
23 eingespritzt, und erstreckt sich je nach Größe der Porenräume im Sinterwerkstoff
über einen Teilumfang oder auch den Gesamtumfang des Aufnahmekörpers 23.
[0031] Durch den Verbindungskanal 29 kann somit bei einem allmählichen Druckanstieg im Hydrauliksystem
des Antriebs Hydraulikflüssigkeit 20 in den Ausgleichsbehälter 19 eindringen und das
Luftpolster im Schlauchabschnitt 27 gleichmäßig zusammendrücken, wobei der Hohlquerschnitt
des Schlauchabschnitts 27 entsprechend verkleinert wird. Sinkt der Systemdruck wieder,
so expandiert das Luftpolster im Schlauchabschnitt 27 und der Schlauchabschnitt 27
legt sich an den Innenumfang des Aufnahmekörpers 23 an. Die Hydraulikflüssigkeit 20
wird somit durch den Verbindungskanal 29 wieder aus dem Ausgleichsbehälter 19 herausgedrückt.
[0032] Bei dem in Fig. 3 gezeigten Ausgleichsbehälter 19' stimmt das Funktionsprinzip mit
dem des vorangehend beschriebenen Ausgleichbehälters 19 überein, weshalb nur die Unterschiede
näher erläutert sind. So ist als tragende Struktur des Ausgleichsbehälters 19' ein
Aufnahmekörper 23' vorgesehen, der an einem Ende topfartig geschlossen ist. In dem
Aufnahmekörper 23' ist ein Balg 27' aus gummielastischem Kunststoff angeordnet, der
unter Anpassung an den Hohlquerschnitt des Aufnahmekörpers 23' topfförmig gestaltet
und mit seiner offenen Randseite nahe dem Topfboden des Aufnahmekörpers 23' unter
umlaufender Abdichtung am Innenumfang des Aufnahmekörpers 23' befestigt ist. Aufgrund
dieser Anordnung wird der Balg 27' bei Druckbeaufschlagung durch die Hydraulikflüssigkeit
20 nicht in Radialrichtung, sondern in Axialrichtung komprimiert und expandiert bei
Druckabfall der Hydraulikflüssigkeit 20 in entgegengesetzter Axialrichtung. Der als
Drosselstelle ausgebildete Verbindungskanal 29' ist daher an der offenen Stirnseite
des Aufnahmekörpers 23' angeordnet. Zweckmäßig wird der Verbindungskanal 29' dabei
in ein Sinterteil eines Deckels integriert oder von den Porenräumen eines Sinterdeckels
30' selbst gebildet.
[0033] Der Ausgleichsbehälter 19' kann, ggf. unter spiegelsymmetrischer Ausbildung seiner
Endbereiche, ähnlich dem Ausgleichsbehälter 19 länglich gestaltet sein, damit er sich
platzsparend in den Wicklungshohlraum der Schraubendruckfeder 14 integrieren lässt.
Alternativ könnte der Ausgleichsbehälter 19' jedoch auch so gestaltet werden, dass
er die Funktion eines Gehäusedeckels 17, 18 des Antrieb 10 mit übernehmen kann. So
könnte der Ausgleichsbehälter 19' nach konstruktiver Anpassung den Gehäusedeckel 17
ersetzen. Hierdurch könnte ein die Bodenplatte des Aufnahmekörpers 23' durchsetzendes
Ventil von außen zugänglich bleiben.
Liste der Referenzzeichen
[0034]
- 10
- Antrieb
- 11
- Gehäuse
- 12
- Arbeitskolben
- 13
- Antriebsritzel
- 14
- Schraubendruckfeder
- 15
- Federteller
- 16
- Einstellschraube
- 17
- Gehäusedeckel (links)
- 18
- Gehäusedeckel (rechts)
- 19
- Ausgleichsbehälter
- 19'
- Ausgleichsbehälter
- 20
- Hydraulikflüssigkeit
- 21
- Rückschlagventil
- 22
- Schließkraftanzeige
- 23
- Aufnahmekörper
- 23'
- Aufnahmekörper
- 24
- Schraubdeckel
- 25
- Stopfen
- 26
- Ringnut
- 27
- Schlauchabschnitt
- 27'
- Balg
- 28
- Luft, Gas
- 29
- Verbindungskanal
- 29'
- Verbindungskanal
- 30
- Sintereinsatz
- 30'
- Sinterdeckel
1. Antrieb (10) für einen Flügel eines Fensters oder einer Tür, mit einem Gehäuse (11),
das in einem geschlossenen System ein vorgegebenes Fluidvolumen enthält, wobei die
Volumenänderung des Fluids infolge Wärmeausdehnung mittels eines vom Fluid beaufschlagten
Gasvolumens kompensiert ist, und wobei das kompensierende Gasvolumen von einem nachgiebigen
Hüllkörper (Schlauchabschnitt 27, Balg 27') umschlossen ist, auf dessen Mantelfläche
der Druck des Fluids (Hydraulikflüssigkeit 20) wirksam ist.
2. Antrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hüllkörper (Schlauchabschnitt 27, Balg 27') aus flexiblem, gummielastischem Material
besteht.
3. Antrieb nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hüllkörper (Schlauchabschnitt 27, Balg 27') von einem festen Ausgleichsbehälter
(19, 19') aufgenommen und seine Außenseite über einen den Ausgleichsbehälter (19,
19') durchsetzenden Verbindungskanal (29, 29') mit dem Fluid (Hydraulikflüssigkeit
20) strömungsverbunden ist.
4. Antrieb nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das der Verbindungskanai (29, 29') als Drosselstelle ausgebildet ist.
5. Antrieb nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungskanal (29, 29') von einer Vielzahl feiner Poren gebildet ist.
6. Antrieb nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass als Verbindungskanal (29, 29') gasdurchlässige Porenräume eines Sinterteils (30,
30') vorgesehen sind.
7. Antrieb nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass vom Verbindungskanal (29) eine Umfangswand eines Aufnahmekörpers (23) durchsetzt
ist, wobei der Verbindungskanal (29) von den Porenräumen eines Sintereinsatzes (30)
gebildet ist.
8. Antrieb nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungskanal (29') am Ende eines Aufnahmekörpers (23') angeordnet und von
den Porenräumen eines Sinterdeckels (30') gebildet ist.
9. Antrieb nach Anspruch 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hüllkörper einen Schlauchabschnitt (27) umfasst, dessen Enden mittels einer Befestigungsanordnung
gegenüber dem zugeordneten Umfangsabschnitt eines Aufnahmekörpers (23) abgedichtet
sind.
10. Antrieb nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (11) des Antriebs (10) eine gewickelte Antriebsfeder (Schraubendruckfeder
14) für einen Federspeicherantrieb angeordnet ist, wobei der Ausgleichsbehälter (19,
19') im Hohlquerschnitt der Federwicklung angeordnet ist.