[0001] Die Erfindung betrifft einen Granulatbeutel für die Anordnung im Kühlsystem einer
Verbrennungskraftmaschine, mit mindestens zwei Beutelwände miteinander verbindenden
Schweissnähten, wobei die Beutelwände aus einem Gewebe von verschweissbaren Kunststofffäden
bestehen.
[0002] Das Granulat eines derartiger Granulatbeutels besteht beispielsweise aus Siliziumdioxid,
das als Inhibitor gegen Korrosion von aluminiumhaltigen Teilen des Kühlsystems, im
Kühlwasser gelöst, in ausreichender Konzentration aufrecht zu erhalten ist. Die Granulatform
hierzu gewährleistet eine ausreichend grosse Stoffaustauschfläche.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen für die Anordnung im Kühlsystem besonders
geeigneten, kostengünstig herstellbaren Granulatbeutel zu finden, der für die Einhaltung
einer funktionsgerechten Position eine gute Formstabilität aufweist, der bei geringem
Raumbedarf eine verhältnismässig grosse Granulatmenge aufnehmen kann und der gegenüber
den im Kühlsystem gegebenen, aggressiven Bedingungen dauerhaft eine hohe Widerstandsfähigkeit
gewährleistet, um eine Verteilung von Granulat im Kühlsystem sicher zu verhindern.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt aufgrund der Merkmale der Patentansprüche 1, 8
und 10. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Patentansprüche und im Folgenden an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles
beschrieben. Es zeigt:
Fig.1 eine Aufsicht auf einen erfindungsgemässen Granulatbeutel in vereinfachter Darstellung,
ohne Gewebestruktur und mitschematischer Darstellung der Nähte,
Fig.2 eine geschnittene Teildarstellung des Granulatbeutels nach Fig.1,
Fig.3 einen vertikalen Längsschnitt eines Kühlwasserausgleichsbehälters mit einem
erfindungsgemässen Granulatbeutel,
Fig.4 eine horizontal geschnittene, perspektivische Darstellung des Kühlwasserausgleichsbehälter
nach Fig.3,
Fig. 5 Bandförmig aneinander gereihte Herstellungsstufen von erfindungsgemässen Granulatbeuteln
und
Fig. 6 eine schematische, vergrösserte Darstellung eines Wandbereiches eines erfindungsgemässen
Granulatbeutels.
[0005] Der Granulatbeutel 1 hat eine Vorderwand 2 und eine Rückwand 3 zwischen denen ein
Granulat 4, z.B. aus Silikagel eingeschlossen ist. Diese Beutelwände 2,3 sind aus
einem Gewebe 5 entsprechend der Darstellung in Fig.6 hergestellt und haben entsprechend
miteinander verwobene Fäden 6,7, von denen die Kettfäden 6 doppelt vorgesehen sind.
Zwei zueinander parallele Ränder 8,9 des Granulatbeutels 1 sind bei der gleichzeitigen
Herstellung der Gewebe 5 der Beutelwände 2,3 durch deren Verwebung miteinander hergestellt.
[0006] Ein auf diese Weise entstandener flacher Gewebeschlauch 10 dient als Ausgangsmaterial
für ein Verfahren zur stufenweisen Herstellung von gefüllten Granulatbeuteln 1 entsprechend
der Darstellung in Fig.5 mit folgenden Herstellungsstufen: Herstellen von zwei seitlichen,
kerbartigen Ausstanzungen 11,12 in dem flachen Gewebeschlauch 10, zur Ausbildung von
Beutelabschrägungen 13,14, Herstellen eines Füllschnittes 15 in einer der jeweils
eine Beutelwand 2,3 bildenden Gewebeschichten, Verschweissen beider Gewebeschichten
im Bereich der Ausstanzungen 11,12 und des Füllschnittes 15 zur gleichzeitigen, zueinander
parallelen Ausbildung einer unteren (16) und oberen (17) Verschlussnaht 16, 17 von
zwei aufeinander folgend hergestellten Beuteln 18,19, Füllen eines somit mit einer
unteren Verschlussnaht ausgebildeten Beutels 18 und Abschneiden eines gefüllten Granulatbeutels
19. Dabei wird der Trennschnitt innerhalb der Schweissnaht 16 ausgeführt, so dass
von dieser ein Teil als Verschlussnaht 20 an dem einen Beutel 18 verbleibt und der
andere Teil eine Begrenzungsnaht 21 einer Behälterlasche 22 des im Wesentlichen fertigen
Granulatbeutels 1 bildet.
[0007] Dadurch, dass die auf diese Weise miteinander verschweissten Gewebeschichten beider
Beutelwände 2,3 doppelte Kettfäden 6 haben, steht für diese Verschweissungen eine
entsprechend erhöhte Materialmenge an thermoplastischen Fäden zu Verfügung, so dass
die Verschlussnähte 20,17 eine hohe Festigkeit aufweisen, die sich in die Eckbereiche
23 bis 26 des Granulatbeutels 1 fortsetzt, in denen der Beutelrand von den Schweissnähten
17,20 in die gewebten Beutelränder 8,9 übergeht. Auch diese zeichnen sich durch ihre
Herstellung durch knickstellenfreie Verwebung durch eine hohe Festigkeit aus, die
dem Granulatbeutel 1 zusammen mit den Schweissnähten 17,20,21 eine hohe Formsteifigkeit
verleiht. Die Verschweissung erfolgt durch Ultraschall mittels entsprechend dem Schweissnahtverlauf
geformten Sonotroden.
[0008] Die hohe Formsteifigkeit eines erfindungsgemäßen Granulatbeutels 1 gewährleistet
dauerhaft eine funktionsgerechte Halterung und Position innerhalb eines durchströmten
Bereichs 27 eines eine gewölbte Wand 28 aufweisenden Kühlwasserausgleichsbehälters
29.
[0009] Der Kühlwasserausgleichsbehälters 29 hat Anschlussstutzen 30, 31 für den Zu- und
Abstrom von Kühlwasser einer Verbrennungskraftmaschine, einen durch einen nicht dargestellten
Deckel verschlossenen Füllstutzen 32 und eine durchlässige Trennwand 33, durch die
der durchströmte Behälterbereich 27 vom Füllbereich 35 getrennt ist.
[0010] Für die Befestigung und damit funktionsgerechte Positionssicherung des Granulatbeutels
1 im durchströmten Behälterbereich 27 ist an der Innenseite der Behälterwand 28 unterhalb
des Zuströmstutzens 30 ein Befestigungszapfen 36 für den Granulatbeutel 1 angeformt.
Dieser hält den Granulatbeutel 1 durch Eingriff in eine an der Behälterlasche 22 mittig
vorgesehenes Loch 37 derart, dass seine Abschrägungen 13,14 an der gewölbten Behälterwand
28 beidseitig anliegen und er somit an dieser zentriert abgestützt gehalten ist.
1. Granulatbeutel für die Anordnung im Kühlsystem einer Verbrennungskraftmaschine, mit
mindestens zwei Beutelwände (2,3) miteinander verbindenden Schweissnähten (17,20),
wobei die Beutelwände (2,3) aus einem Gewebe von verschweissbaren Kunststofffäden
(6,7) bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass die Beutelwände (2,3) entlang von zwei parallel zueinander verlaufenden Beutelrändern
(8,9) miteinander verwoben sind, während quer dazu zwei Beutelränder Schweissnähte
(17,20) aufweisen.
2. Granulatbeutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die parallel zu den verwobenen Beutelrändern (8,9) verlaufenden Fäden (6) zumindest
doppelt sind, so dass die Verschweissungen entlang der Schweissnähte (17,20) quer
zu Mehrfachfäden (6) beider Beutelwände (2,3) verlaufen.
3. Granulatbeutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Beutelränder (22) an seinen Enden Abschrägungen (13,14) aufweist und zwischen
diesen Abschrägungen (13,14) als Befestigungsmittel eine lochförmige Ausstanzung (37)
vorgesehen ist.
4. Granulatbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass parallel zu einer der Schweissnähte (17) mit einem eine Beutellasche (22) bildenden
Abstand eine dritte Schweissnaht (21) verläuft.
5. Kühlwasserausgleichsbehälter einer Verbrennungskraftmaschine mit einem Granulatbeutel
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Granulatbeutel (1) in einem durchströmten Bereich des Behälters (29) fixiert
ist.
6. Kühlwasserausgleichsbehälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass seine Wand (28) druckbehälterartig gewölbt ist und der Granulatbeutel (1) in ihm
derart fixiert ist, dass er mit zwei an ihm vorgesehenen Abschrägungen (13,14) an
der gewölbten Wand (2) zentriert anliegt.
7. Kühlwasserausgleichsbehälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass an seiner Wand (28) ein Befestigungszapfen (36) angeformt ist, der sich durch eine
am Beutelrand (22) vorgesehene Öffnung (37) erstreckt.
8. Verfahren zur Herstellung von Granulatbeuteln nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Granulatbeutel (1), ausgehend von einem flachen, durch zwei miteinander verwebten
Gewebeschichten bestehenden, seitlich durch deren Verwebung miteinander begrenzten
Gewebeschlauch in einer Beutelfüllmaschine stufenweise mit folgenden Herstellungsstufen
hergestellt werden: Herstellen von zwei seitlichen, kerbartigen Ausstanzungen (11,12),
zur Ausbildung von Beutelabschrägungen (13,14), Herstellen eines Füllschnittes (15)
in einer der Gewebeschichten, Verschweissen beider Gewebeschichten im Bereich der
Ausstanzungen (11,12) und des Füllschnittes (15) zur gleichzeitigen, zueinander parallelen
Ausbildung einer unteren und oberen Verschlussnaht (16,17) von zwei aufeinander folgend
hergestellten Beuteln (1), Füllen eines somit mit einer unteren Verschlussnaht (16)
ausgebildeten Beutels (1) und Abschneiden eines gefüllten Granulatbeutels (1).
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschneiden eines gefüllten Granulatbeutels (1) durch einen innerhalb der Schweissnaht
(16) ausgeführten Trennschnitt erfolgt, so dass von dieser ein Teil als Verschlussnaht
(20) an einem Beutel (18) verbleibt und der andere Teil eine Begrenzungsnaht (21)
einer Behälterlasche (22) eines fertigen Granulatbeutels (1) bildet.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in die Mitte der Behälterlasche (2) ein für die Befestigung des Granulatbeutels 81)
in einem Behälter (2) bestimmtes Loch (37) eingestanzt wird.