[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Verbrennungsmotors eines
Fahrzeugs, sowie ein Steuergerät zur Durchführung des Verfahrens. Das Verfahren bzw.
Steuergerät kann besonders sinnvoll eingesetzt werden bei Fahrzeugen im Verteilerverkehr,
die überwiegend im Stop-and-Go-Betrieb genutzt werden.
[0002] Unter Stop-and-Go-Verkehr im Sinne der Erfindung wird nicht die normale Teilnahme
am Straßenverkehr verstanden, bei der es infolge erhöhter Verkehrsdichte zu häufigem
Anfahren und Anhalten kommt. Vielmehr geht es darum, Fahrzeuge verbrauchsoptimal zu
betreiben, die infolge ihrer bestimmungsgemäßen Aufgabe über längere Zeiträume wiederholt
nur wenige Meter voneinander entfernte Ziele anfahren müssen. Derartige Fahrzeuge
sind insbesondere Müllfahrzeuge, Postverteilerfahrzeuge in Ballungsgebieten oder Zeitungszusteller.
Eine Stop-and-Go-Situation ist z. B. dadurch geprägt, dass mindestens 5 mal wiederholt
nur sehr kurze Strecken von ca. 5 bis 50 m zurückgelegt werden. Infolge der sich oft
wiederholenden Anfahr- und Bremsvorgänge ist der Fahrer verständlicherweise geneigt,
die entsprechende Strecke unter möglichst maximaler Beschleunigung/Verzögerung zurückzulegen.
Dazu wird das Gaspedal kurz voll durchgedrückt, sodass hohe Drehzahlen mit entsprechend
hohem Kraftstoffverbrauch erreicht werden. Bei Automatikfahrzeugen wird daher erst
spät oder gar nicht in den nächst höheren Gang geschaltet. Bei halb-automatischen
bzw. manuellen Schaltungen wird aus Bequemlichkeit wegen der kurzen Fahrstrecke der
nächst höhere Gang nicht eingelegt. Die Belastungen sind für Motor, Getriebe und Bremsen
enorm, was zu hohem Verschleiß führt.
[0003] Bei einigen im Verteilerdienst eingesetzten Fahrzeugen, z. B, bei Müllfahrzeugen,
wird eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h aktiviert, wenn die rückwärtigen
Fußrasten ausgefahren sind. Diese Sicherheitsmaßnahme zum Schutz des mitfahrenden
Arbeiters greift jedoch im Stop-and-Go-Betrieb selten, da auf den wenigen Metern zur
nächsten Mülltonne das Geschwindigkeitslimit ohnehin nicht erreicht wird. Diese Maßnahme
dient nicht der Kraftstoffeinsparung.
[0004] DE 39 18 971 betrifft eine ähnliche Drehzahlbegrenzung, bei der während der Belastung der Fußrasten
der Weg des Gaspedales begrenzt wird, wobei ein Zeitglied vorgesehen ist, welches
eine zügige Anfangsbeschleunigung ohne Drehzahlbegrenzung zulässt.
[0005] DE-A-10 2004 057 511 beschreibt ein Motorsteuerverfahren, welches einen Kraftfahrzeuganfahrvorgang detektiert
und zur Schonung der manuell schaltbaren Kupplung bzw. Getriebe während des Anfahrvorgangs
die Drehzahl begrenzt. Das Beschleunigungsverhalten nach dem Einkuppeln wird nicht
begrenzt.
[0006] DE-A 31 35 479 betrifft ein elektromechanisches Gaspedal, welches die Stellung des Gaspedals mittels
eines Elektromotors an den Vergaser weiterleitet, wobei die Bewegung des Gaspedals
in Richtung Vollgasstellung verlangsamt weitergegeben wird.
[0007] DE 698 15 775 offenbart eine Fahrgeschwindigkeitsregelung, die im Signalweg zwischen elektrischem
Gaspedal und der Motorsteuerung vorgesehen ist.
[0008] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren zum Betreiben
eines Verbrennungsmotors eines Fahrzeuges bzw. eine entsprechende Vorrichtung zu schaffen.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung mit den Merkmalen
der entsprechenden nebengeordneten Ansprüche. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass durch das Erkennen einer Stop-and-Go-Situation
und eine dabei vorgenommene Beschränkung der maximalen Motordrehzahl eine erheblichen
Verbrauchsreduktion und Verschleißminderung erreicht werden kann. In den nachfolgend
näher beschriebenen Tests wurde ein um mindestens 20 % reduzierter Treibstoffverbrauch
ermittelt.
[0011] Dem Fachmann werden zahlreiche hier nicht näher beschriebene Verfahren zum Erkennen
einer Stop-and-Go-Situation bzw, entsprechende Sensoren zum Erkennen derselben einfallen.
Beispielhaft seien folgende aufgezählt: Insbesondere bei Müllfahrzeugen ist als Nebenaggregat
die Hydraulik für die Müllpresse und die Mülltonnehebevorrichtung bekannt. Solange
dieses Aggregat läuft, befindet man sich im Stop-and-Go-Betrieb. Um zu verhindern,
dass die erfindungsgemäß vorgesehene Drehzahlbegrenzung durch wiederholtes kurzfristiges
Ausschalten der Nebenaggregate manipuliert wird, kann vorteilhafterweise auch der
Zeitraum seit dem Abstellen des Nebenaggregats herangezogen werden. Dadurch endet
die Stop-and-Go-Situation beispielsweise erst 15-60 Sekunden, vorzugsweise 25-45 Sekunden
nach dem Abschalten des Nebenaggregats. Es lohnt sich daher nicht, für jeden 30-Meter-Sprint
das Nebenaggregat abzuschalten.
[0012] Die oben angegebenen Zeiträume haben sich in dieser Hinsicht als besonders geeignet
erwiesen, da einerseits das bestimmungswidrige Beenden einer Stop-and-Go-Situation
unterbunden wird und andererseits das Fahrzeug schnell wieder am regulären Verkehr
teilnehmen kann.
[0013] Das Obengesagte gilt sinngemäß auch für vergleichbare Bedienmittel, beispielsweise
für die für den Müllarbeiter vorgesehenen Fußrasten zum Mitfahren am Heck. Übertragen
auf andere Fahrzeuge im Verteilverkehr werden den Fachmann vergleichbare Sensoren
einfallen, die es ermöglichen zu bestimmen, ob gerade Stop-and-Go-Verkehr oder Fahrbetrieb
vorliegt. Bei Postzustellfahrzeugen kann dies beispielsweise - auch in Kombination
- die Türe zum Frachtraum, die Fahrertür und/oder die Sitzbelegung des Fahrersitzes
sein - vorzugsweise mit der oben beschriebenen Zeitverzögerung. Die Zeitverzögerung
ist immer so zu bemessen, dass für den jeweiligen Einsatzzweck das Abwarten des Zeitablaufs
durch den Bediener unattraktiv erscheint.
[0014] Ein Sensor zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation im Sinne der Erfindung muss nicht
zwingend ein spezielles Bauteil sein. Vielmehr ist es ausreichend, dass auch in dem
System des Originalfahrzeug ohnehin erfasste Zustände einbezogen werden, wie z.B.
Drehzahl oder Geschwindigkeit bzw. Verlauf derselben. Manche Fahrzeuge ermitteln bereits
im Originalzustand gewisse Fahrzeugzustände, aus denen eine Stop-and-Go-Situation
abgeleitet werden kann, wie z.B. der "geschwindigkeitsbeschränkte Modus" eines Müllfahrzeugs
bei ausgeklappten Fußrasten bzw. laufendem Nebenaggregat.
[0015] Im folgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform bei einem Müllfahrzeug erläutert.
Das hier beschriebene Verfahren zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation hat den Vorteil,
dass es mit minimalen Anpassungen bei einer Vielzahl von Fahrzeugen angewandt werden
kann, sich an unterschiedliche Ladefälle anpasst und einfach nachzurüsten ist. Dabei
wird lediglich die Drehzahl und die Geschwindigkeit abgegriffen, also Daten, die bei
jedem Fahrzeug problemlos zur Verfügung stehen.
[0016] Das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation kann z. B. durch das Erkennen eines Anstiegs
der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl während das Fahrzeug steht
ohne dass das Gaspedal betätigt ist, erkannt werden. Vorzugsweise bei einer Müllpresse
findet dabei ein Anstieg von einer Leerlaufdrehzahl um 25-120%, insbesondere 35-100%,
auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl statt. Zur zuverlässigen Feststellung einer solchen
mit der Presse zusammenhängenden erhöhten Leerlaufdrehzahl sind dem Fachmann ausreichend
Maßnahmen geläufig, z. B. kann festgestellt werden, ob die Drehzahl für einen geeigneten
Zeitraum ausreichend konstant ist, z. B. sollte die Drehzahl mindestens 5 Sek. weniger
als 10%, vorzugsweise 5%, insbesondere vorzugsweise 2,5% um die erhöhte Leerlaufdrehzahl
schwanken.
[0017] Das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation kann auch durch folgende Schritte erkannt
werden. Es wird wiederholt ein Anstieg der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl
während das Fahrzeug steht ohne dass das Gaspedal betätigt ist erkannt und eine anschließende
Absenkung auf die Leerlaufdrehzahl innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erkannt.
Das Fahrzeug kann dabei zwischendurch bewegt werden. Es wird also erkannt, wenn sich
das Fahrzeug im Sammelbetrieb befindet und nur sehr kurze Strecken zwischen den Sammelstellen
zurücklegt. Zur zuverlässigen Feststellung des Absenkens auf Leerlaufdrehzahl sind
dem Fachmann ausreichend Maßnahmen geläufig, z. B. kann festgestellt werden, ob die
Drehzahl für einen geeigneten Zeitraum ausreichend konstant ist, z. B. sollte die
Drehzahl mindestens 1 Sek, weniger als 10%, vorzugsweise 5%, insbesondere vorzugsweise
2,5% um die Leerlaufdrehzahl schwanken.
[0018] Am günstigsten ist es, wenn das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation durch folgende
Schritte erkannt wird: Wiederholtes Erkennen eines Anstiegs der Leerlaufdrehzahl auf
eine erhöhte Leerlaufdrehzahl während das Fahrzeug steht ohne dass das Gaspedal betätigt
ist und Erkennen einer Absenkung auf Leerlaufdrehzahl, wobei jedes Mal zwischen dem
wiederholten Erkennen ein bestimmter Zeitraum nicht überschritten wird. Dabei ist
es sinnvoll, den Zeitraum zwischen dem Absenken auf Leerlaufdrehzahl und dem Anstieg
auf erhöhte Drehzahl im Stand ohne dass das Gaspedal betätigt ist zu messen. Diese
hängt mit der Entfernung der angefahrenen Sammelpunkte zusammen. Wenn dieser Zeitraum
kleiner als ein zweckmäßiger Wert, z. B. kleiner als 45 Sek, oder 30 Sek, ist, startet
ein Zähler mit dem Wert 1, Wenn auf dem Weg zum nächsten Sammelpunkt erneut der Zeitwert
unterschritten wird, erhöht sich der Zähler um 1 , anderenfalls wird er auf 0 zurückgesetzt.
Wenn der Zähler einen Sollwert, z. B. 5, erreicht, ist eine Stop-and-Go-Situation
gegeben. Ein kleiner Sollwert, z. B. l , ermöglicht einen sehr sparsamen Betrieb,
wobei die Drehzahlbegrenzung schon bei zwei naheliegenden Sammelpunkten aktiv wird.
Bevorzugt ist ein Sollwert von 3-6.
[0019] Das Fahrzeug steht im Sinn der Erfindung, wenn die Geschwindigkeit kleiner als 10,
vorzugsweise 3, insbesondere vorzugsweise 2 km/h ist.
[0020] Die anspruchsgemäß angegebenen Bereiche für die maximale Verbrennungsmotordrehzahl
wurden durch Versuche ermittelt auf MAN-Halbautomatik TGA 26.320 bzw. Mercedes 950.60.
Dabei ergab sich eine Verbrauchsreduzierung von bis zu 27 %, ohne dass sich die Fahrzeit
nennenswert erhöhte. Bei einem Versuch mit Mercedes 950.60 verlängerte sich eine 7-Stunden-Tour
mit 850 Stops und einer Fahrstrecke von 100 km um lediglich 5 Minuten, was 0.35 Sekunden
pro Stop entspricht. Der Treibstoffverbrauch sank von 62 Liter auf 45 Liter.
[0021] Vorteilhafterweise ist das Gaspedal als elektronisches Gaspedal ausgebildet, was
das Manipulieren des Gaspedalsignals durch ein zusätzliches erfindungsgemäßes Steuergerät
zur Durchführung des Verfahrens erleichtert. Die Umrüstarbeiten beschränken sich daher
im wesentlichen auf das Unterbrechen elektrischer Verbindungen. Das elektronische
Gaspedal wird lediglich unterbrechend in den elektronischen Signalweg zwischen Gaspedal
und Originalmotorsteuergerät des Fahrzeuges eingebracht sowie mit den Sensoren zum
Erkennen der Stop-and-Go-Situation verbunden. Es sind keine aufwändigen mechanischen
Anpassungen oder Eingriffe in das originale Motorsteuergerät notwendig. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn bei dem Fahrzeug ohnehin ein elektronisches Signal anfällt,
aus dem eine Stop-and-Go-Situation abgeleitet werden kann.
[0022] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, dass keine permanente
Drehzahlbeschränkung vorgenommen wird, die eine erhebliche Beeinträchtigung im regulären
Straßenverkehr verursacht, da z.B. das Müllfahrzeug zum Einfädeln nicht mehr schnell
genug beschleunigen kann.
[0023] Vorzugsweise wird die Begrenzung der max. Motordrehzahl (n
max) wie folgt durchgeführt: Zunächst wird durch Versuche ermittelt, bei welchem Wert
(U
max) des elektronischen Gaspedals, z. B. 2,5 V die begrenzte maximal gewünschte Motordrehzahl,
z. B. 1900 U/min im 1, Gang erreicht wird. Beim Anfahren wird nun zunächst die Gaspedalstellung,
also die Spannung U
ist unverändert an das Motorsteuergerät weitergegeben. Erst wenn
- beim Anfahren das Gaspedal einen Wert Uist größer als Umax aufweist und
- ab Erreichen einer durch Versuche ermittelten zweckmäßigen Drehzahl nGrenz, die kleiner als die begrenzte maximal gewünschte Motordrehzahl ist,
wird U
ist verringert an das Motorsteuergerät weitergegeben. Um dabei Schwingungen zu vermeiden
wird U
ist nicht schlagartig auf U
max zurückgenommen. Vielmehr wird U
ist vorzugsweise linear mit zunehmender Motordrehzahl derart zurückgenommen, dass bei
Erreichen der begrenzten maximal gewünschten Motordrehzahl der Wert U
max erreicht wird. Die Gaspedalspannung wird also erfindungsgemäß in Abhängigkeit von
der tatsächlichen Drehzahl n um den Betrag

reduziert.
[0024] Fig. 5 zeigt im Diagramm die erfindungsgemäß an die Motorsteuerung weitergegebene
Gaspedalspannung U, die ab einer Drehzahl von 1.500 U/min bis auf U
max reduziert wird.
[0025] Dabei stellt sich im Wesentlichen immer die gleiche Zeit ein, bis von n
Grenz ausgehend n
Max erreicht ist. Diese Zeit in ein Maß für die Trägheit des Fahrzeugs und somit dessen
Gewicht oder Ladezustand. Wird mehr Zeit benötigt, so ist der Wagen schwerer. In Abhängigkeit
von der ermittelten Trägheit bzw. Zeit lässt sich der Wert U
max heraufsetzen.
[0026] Umgekehrtes gilt, wenn der Wagen geleert wurde. Das ermöglicht ein gleiches Beschleunigungsverhalten
von beladenen und unbeladenen Fahrzeugen. Erfindungsgemäß kann U
max in Abhängigkeit vom Ladezustandes des Wagens, welcher mittels Beschleunigungsverhaltens
ermittelt wird, erhöht bzw. reduziert werden, derart, dass sich ein annähernd von
Ladezustand unabhängiges Beschleunigungsverhalten ergibt.
[0027] Anstelle von Spannungen kann die Stellung des Gaspedals auch anders weitergegeben
bzw. modfiziert werden, z. B. auf Basis von Pulsweitenmodulation, Digitalen Signalen,
etc.
[0028] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Beschreibung und den beigefügten
Zeichnungen. Ebenso können die vorstehend genannten und noch weiter ausgeführten Merkmale
erfindungsgemäß jeweils einzeln oder in beliebigen Kombinationen miteinander verwendet
werden. Die erwähnten Ausführungsbeispiele sind nicht abschließend zu verstehen und
haben beispielhaften Charakter. Dabei zeigen
- Fig. 1:
- eine konventionelle Drehzahlsteuerung eines Fahrzeugs;
- Fig. 2:
- die erfindungsgemäße Fahrzeugsteuerung mit zusätzlichem Steuergerät;
- Fig. 3:
- einen Fahrzyklus ohne erfindungsgemäßes Steuergerät;
- Fig. 4:
- einen Fahrzyklus mit erfindungsgemäßem Steuergerät, und
- Fig. 5:
- im Diagramm die erfindungsgemäß an die Motorsteuerung weitergegebene Gaspedalspannung
U
[0029] Fig. 1 zeigt ein elektronisches Gaspedal 1, welches über eine elektronische Verbindung
2 mit dem Originalmotorsteuergerät 3 eines Fahrzeugs verbunden ist. Aus der Stellung
des Gaspedals ergibt sich ein elektrisches Signal. In Abhängigkeit davon steuert das
Motorsteuergerät 3 die Drehzahl 4 des Motors. Die Leistung des Motors wird also durch
das Gaspedal angefordert und das Motorsteuergerät errechnet die benötigte Einspritzmenge
um die Drehzahl zu erhöhen oder zu verringen. Unter Berücksichtigung des Getriebes
ergibt sich daraus eine Fahrzeuggeschwindigkeit 5.
[0030] Dementsprechend zeigt Fig. 3 den Geschwindigkeits- bzw. Drehzahlverlauf eines typischen
Fahrzyklus über 100 Sekunden. Zwischen den Sekunden 41 bis 56 ist zu erkennen, dass
trotz geringer Geschwindigkeit von ca, 10 km/h der Motor mit 2,700 U/Min, sehr hoch
dreht und auf hohem Niveau von dem Motorsteuergerät abgeregelt wird. Der oben gezeigte
Fahrzyklus beschreibt also eine typische Fahrsituation für Müllfahrzeuge und zwar
von Mülltonne zur Mülltonne. Der Fahrer tritt permanent Vollgas, wenn er zur nächsten
Mülltonne fährt und lässt den Motor meistens im 2,Gang bis zur Nenndrehzahl hochdrehen.
Dies ist ein wesentlicher Faktor für den hohen Verbrauch von durchschnittlich 62 Liter
auf 100 km, Die Belastungen in diesem Bereich sind für den Motor, Getriebe und Bremsen
enorm.
[0031] Fig. 2 zeigt, dass zwischen dem konventionellen elektronischen Gaspedal 1 und dem
Originalmotorsteuergerät 3 das erfindungsgemäße Steuergerät/EDA 10 in den Signalweg
2a, 2b zwischen Gaspedal 1 und Motorsteuergerät 3 geschaltet ist. Das EDA kontrolliert
- hier anhand des Nebenaggregates NAG 6 oder anderen Signalen (Gangposition, Fußrasten,
Erkennung von wiederkehrenden Beschleunigungsphasen in einer gewissen Zeit, etc.)
ob, das Fahrzeug in dem Stop-and-Go-Zyklus ist und regelt anhand des Gaspedalsignals
eine maximal zulässige Drehzahl 4, indem das Gaspedalsignal 2a von dem EDA 10 solange
beeinflusst wird 2b, bis die gewünschte maximal zulässige Drehzahl erreicht wird.
Ist die Stop-and-Go-Situation beendet, wird automatisch das originale Gaspedalsignal
2a an das Motorsteuergerät geleitet. Der Effekt dieser Vorgehensweise ist, das eine
Verbrauchsreduzierung von bis zu 27% erreicht wird. Dies funktioniert nicht nur bei
LKW, sondern auch bei vergleichbar eingesetzten PKW.
[0032] Fig. 4 zeigt die erfindungsgemäß abgeschnittenen Drehzahlspitzen. Trotzdem werden
höhere Geschwindigkeiten als in Fig. 3 erzielt, da durch die Drehzahlbegrenzung eine
Hochschalten - sei es manuell oder automatisch - erzwungen wird, wie bei der Sekunde
30 zu erkennen ist.
1. Verfahren zum Betreiben eines Verbrennungsmotors eines Fahrzeuges, insbesondere Müllfahrzeugs
mit folgenden Schritten:
- Erkennen einer Stop-and-Go-Situation durch Sensoren (6);
- Drücken des Gaspedals (1) durch den Bediener zum Anfordern von Leistung des Verbrennungsmotors
in Abhängigkeit von der Stellung des Gaspedals;
- Begrenzung der maximalen Verbrennungsmotordrehzahl auf einen vorbestimmten Wert,
wenn eine Stop-and-Go-Situation vorliegt; und
- Aufheben der Begrenzung der maximalen Verbrennungsmotordrehzahl, wenn keine Stop-and-Go-Situation
vorliegt.
2. Verfahren zum Leeren von einer Vielzahl von Müllbehältern mittels eines verbrennungsmotorbetriebenen
Müllfahrzeugs mit folgenden sich wiederholenden Schritten:
- Anfahren eines Müllbehälters und Entleeren desselben in das Müllfahrzeug;
- Drücken des Gaspedals (1) durch den Bediener zum Anfordern von Leistung des Verbrennungsmotors
in Abhängigkeit von der Stellung des Gaspedals um einen nächsten Müllbehälter anzufahren,
wobei die Müllbehälter weniger als 50 m, insbesondere weniger 25 m entfernt sind;
- Erkennen einer Stop-and-Go-Situation durch Sensoren (6);
- Begrenzung der maximalen Verbrennungsmotordrehzahl auf einen vorbestimmten Wert,
wenn eine Stop-and-Go-Situation vorliegt; und
- Anfahren des nächsten Müllbehälters und Entleeren desselben in das Müllfahrzeug.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation
in Abhängigkeit von mindestens einer der nachfolgenden Parameter erkannt wird:
- Betrieb von Nebenaggregaten (6), insbesondere Zeitraum seit letzter Nutzung derselben;
- Zustand von Türen, Fußrasten, Sitzbelegung, insbesondere Zeitraum seit letzter Nutzung
derselben;
- Drehzahl, insbesondere Drehzahlverlauf;
- Zeitraum seit letztem Motorstart;
- Geschwindigkeit, insbesondere Geschwindigkeitsverlauf;
- Vorliegen eines geschwindigkeitsbeschränkten Modus des Fahrzeugs;
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die maximale Verbrennungsmotordrehzahl
auf 40-75%, vorzugsweise 45-65% und insbesondere vorzugsweise 50-60% der Nenndrehzahl
beschränkt wird.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation
durch folgende Schritte erkannt wird:
Erkennen eines Anstiegs der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl während
das Fahrzeug steht
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situatlon
durch folgende Schritte erkannt wird:
Wiederholtes Erkennen eines Anstiegs der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl
während das Fahrzeug steht und
Erkennen einer Absenkung auf Leerlaufdrehzahl innerhalb eines Zeitraumes.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation
durch folgende Schritte erkannt wird:
Wiederholtes Erkennen eines Anstiegs der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl
während das Fahrzeug steht und
Erkennen einer Absenkung auf Leerlaufdrehzahl, wobei jedes Mal zwischen dem wiederholten
Erkennen ein bestimmter Zeitraum nicht überschritten wird.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei als Gaspedal ein elektronisches
Gaspedal (1) vorgesehen ist und zur Durchführung des Verfahrens ein Steuergerät (10)
zwischen Gaspedal (1) und Motorsteuergerät (3) des Fahrzeugs geschaltet ist, weiches
beim Nichtvorliegen einer Stop-and-Go-Situation die vom Gaspedal (1) eingehenden Signale
(2a) an das Motorsteuergerät (3) weitergibt und beim Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation
die vom Gaspedal (3) eingehenden Signale (2a) drehzahlbeschrönkend verändert (2b)
an das Motorsteuergerät (3) weitergibt.
9. Steuergerät (10) zum Betreiben eines Verbrennungsmotors eines Fahrzeuges mit einem
elektronischem Gaspedal (1) und einem damit über eine Signalleitung (2) verbundenen
Motorsteuergerät (3) zum Betreiben des Motors in Abhängigkeit von der Stellung des
Gaspedals,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Fahrzeug Sensoren (6) zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation aufweist, und am
Steuergerät (10) vorgesehen ist:
- ein ersten Eingang (11) zum Verbinden mit der vom Gaspedal kommenden Signalleitung
(2a);
- ein zweiter Eingang (12) zum Verbinden mit Sensoren (6) zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation;
und
- ein Ausgang (13) zum Verbinden mit der zum Motorsteuergerät (3) führenden Signalleitung
(2b);
wobei die Signalleitung (2) durch das Steuergerät unterbrochen ist.
10. Steuergerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass Steuerergerät (10) derart ausgebildet ist, dass es eine Begrenzung der maximalen
Verbrennungsmotordrehzahl auf einen vorbestimmten Wert vornimmt, wenn eine Stop-and-Go-Situation
vorliegt und es die Begrenzung der maximalen
Verbrennungsmotordrehzahl aufhebt, wenn keine Stop-and-Go-Situation vorliegt.
11. Steuergerät nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation derart sind, dass mindestens
einer der nachfolgenden Parameter erkannt wird:
- Betrieb von Nebenaggregaten, insbesondere Zeitraum seit letzter Nutzung derselben;
- Zustand von Türen, Fußrasten, Sitzbelegung, insbesondere Zeitraum seit letzter Nutzung
derselben;
- Drehzahl, insbesondere Drehzahlverlauf;
- Zeitraum seit letztem Motorstart;
- Geschwindigkeit, insbesondere Geschwindigkeitsverlauf;
- Vorliegen eines geschwindigkeitsbeschränkten Modus des Fahrzeugs.
12. Verwendung des Steuergeräts nach einem der vorherigen Ansprüche zur Durchführung des
Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, insbesondere in einem Müllfahrzeug.