[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Verbrennungsmotors eines
Fahrzeugs, sowie ein Steuergerät zur Durchführung des Verfahrens. Das Verfahren bzw.
Steuergerät kann besonders sinnvoll eingesetzt werden bei Fahrzeugen im Verteilerverkehr,
die überwiegend im Stop-and-Go-Betrieb genutzt werden.
[0002] Unter Stop-and-Go-Verkehr im Sinne der Erfindung wird nicht die normale Teilnahme
am Straßenverkehr verstanden, bei der es infolge erhöhter Verkehrsdichte zu häufigem
Anfahren und Anhalten kommt. Vielmehr geht es darum, Fahrzeuge verbrauchsoptimal zu
betreiben, die infolge ihrer bestimmungsgemäßen Aufgabe über längere Zeiträume wiederholt
nur wenige Meter voneinander entfernte Ziele anfahren müssen. Derartige Fahrzeuge
sind insbesondere Müllfahrzeuge, Postverteilerfahrzeuge in Ballungsgebieten oder Zeitungszusteller.
Eine Stop-and-Go-Situation ist z. B. dadurch geprägt, dass mindestens 5 mal wiederholt
nur sehr kurze Strecken von ca. 5 bis 50 m zurückgelegt werden. Infolge der sich oft
wiederholenden Anfahr- und Bremsvorgänge ist der Fahrer verständlicherweise geneigt,
die entsprechende Strecke unter möglichst maximaler Beschleunigung/Verzögerung zurückzulegen.
Dazu wird das Gaspedal kurz voll durchgedrückt, sodass hohe Drehzahlen mit entsprechend
hohem Kraftstoffverbrauch erreicht werden. Bei Automatikfahrzeugen wird daher erst
spät oder gar nicht in den nächst höheren Gang geschaltet. Bei halb-automatischen
bzw. manuellen Schaltungen wird aus Bequemlichkeit wegen der kurzen Fahrstrecke der
nächst höhere Gang nicht eingelegt. Die Belastungen sind für Motor, Getriebe und Bremsen
enorm, was zu hohem Verschleiß führt.
[0003] Bei einigen im Verteilerdienst eingesetzten Fahrzeugen, z. B, bei Müllfahrzeugen,
wird eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h aktiviert, wenn die rückwärtigen
Fußrasten ausgefahren sind. Diese Sicherheitsmaßnahme zum Schutz des mitfahrenden
Arbeiters greift jedoch im Stop-and-Go-Betrieb selten, da auf den wenigen Metern zur
nächsten Mülltonne das Geschwindigkeitslimit ohnehin nicht erreicht wird. Diese Maßnahme
dient nicht der Kraftstoffeinsparung.
[0004] DE 39 18 971 betrifft eine ähnliche Drehzahlbegrenzung, bei der während der Belastung der Fußrasten
der Weg des Gaspedales begrenzt wird, wobei ein Zeitglied vorgesehen ist, welches
eine zügige Anfangsbeschleunigung ohne Drehzahlbegrenzung zulässt.
[0005] DE-A-10 2004 057 511 beschreibt ein Motorsteuerverfahren, welches einen Kraftfahrzeuganfahrvorgang detektiert
und zur Schonung der manuell schaltbaren Kupplung bzw. Getriebe während des Anfahrvorgangs
die Drehzahl begrenzt. Das Beschleunigungsverhalten nach dem Einkuppeln wird nicht
begrenzt.
[0006] DE-A 31 35 479 betrifft ein elektromechanisches Gaspedal, welches die Stellung des Gaspedals mittels
eines Elektromotors an den Vergaser weiterleitet, wobei die Bewegung des Gaspedals
in Richtung Vollgasstellung verlangsamt weitergegeben wird.
[0007] DE 698 15 775 offenbart eine Fahrgeschwindigkeitsregelung, die im Signalweg zwischen elektrischem
Gaspedal und der Motorsteuerung vorgesehen ist.
[0008] EP 0 256 268 offenbart eine geschwindigkeits- und Einsatzabhängige Drehzahlbegrenzung.
[0009] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren zum Betreiben
eines Verbrennungsmotors eines Fahrzeuges bzw. eine entsprechende Vorrichtung zu schaffen.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung mit den Merkmalen
der entsprechenden nebengeordneten Ansprüche. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass durch das Erkennen einer Stop-and-Go-Situation
und eine dabei vorgenommene Beschränkung der maximalen Motordrehzahl eine erheblichen
Verbrauchsreduktion und Verschleißminderung erreicht werden kann. In den nachfolgend
näher beschriebenen Tests wurde ein um mindestens 20 % reduzierter Treibstoffverbrauch
ermittelt.
[0012] Dem Fachmann werden zahlreiche hier nicht näher beschriebene Verfahren zum Erkennen
einer Stop-and-Go-Situation bzw, entsprechende Sensoren zum Erkennen derselben einfallen.
Beispielhaft seien folgende aufgezählt: Insbesondere bei Müllfahrzeugen ist als Nebenaggregat
die Hydraulik für die Müllpresse und die Mülltonnehebevorrichtung bekannt. Solange
dieses Aggregat läuft, befindet man sich im Stop-and-Go-Betrieb. Um zu verhindern,
dass die erfindungsgemäß vorgesehene Drehzahlbegrenzung durch wiederholtes kurzfristiges
Ausschalten der Nebenaggregate manipuliert wird, kann vorteilhafterweise auch der
Zeitraum seit dem Abstellen des Nebenaggregats herangezogen werden. Dadurch endet
die Stop-and-Go-Situation beispielsweise erst 15-60 Sekunden, vorzugsweise 25-45 Sekunden
nach dem Abschalten des Nebenaggregats. Es lohnt sich daher nicht, für jeden 30-Meter-Sprint
das Nebenaggregat abzuschalten.
[0013] Die oben angegebenen Zeiträume haben sich in dieser Hinsicht als besonders geeignet
erwiesen, da einerseits das bestimmungswidrige Beenden einer Stop-and-Go-Situation
unterbunden wird und andererseits das Fahrzeug schnell wieder am regulären Verkehr
teilnehmen kann.
[0014] Das Obengesagte gilt sinngemäß auch für vergleichbare Bedienmittel, beispielsweise
für die für den Müllarbeiter vorgesehenen Fußrasten zum Mitfahren am Heck. Übertragen
auf andere Fahrzeuge im Verteilverkehr werden den Fachmann vergleichbare Sensoren
einfallen, die es ermöglichen zu bestimmen, ob gerade Stop-and-Go-Verkehr oder Fahrbetrieb
vorliegt. Bei Postzustellfahrzeugen kann dies beispielsweise - auch in Kombination
- die Türe zum Frachtraum, die Fahrertür und/oder die Sitzbelegung des Fahrersitzes
sein - vorzugsweise mit der oben beschriebenen Zeitverzögerung. Die Zeitverzögerung
ist immer so zu bemessen, dass für den jeweiligen Einsatzzweck das Abwarten des Zeitablaufs
durch den Bediener unattraktiv erscheint.
[0015] Ein Sensor zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation im Sinne der Erfindung muss nicht
zwingend ein spezielles Bauteil sein. Vielmehr ist es ausreichend, dass auch in dem
System des Originalfahrzeug ohnehin erfasste Zustände einbezogen werden, wie z.B.
Drehzahl oder Geschwindigkeit bzw. Verlauf derselben. Manche Fahrzeuge ermitteln bereits
im Originalzustand gewisse Fahrzeugzustände, aus denen eine Stop-and-Go-Situation
abgeleitet werden kann, wie z.B. der "geschwindigkeitsbeschränkte Modus" eines Müllfahrzeugs
bei ausgeklappten Fußrasten bzw. laufendem Nebenaggregat.
[0016] Im folgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform bei einem Müllfahrzeug erläutert.
Das hier beschriebene Verfahren zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation hat den Vorteil,
dass es mit minimalen Anpassungen bei einer Vielzahl von Fahrzeugen angewandt werden
kann, sich an unterschiedliche Ladefälle anpasst und einfach nachzurüsten ist. Dabei
wird lediglich die Drehzahl und die Geschwindigkeit abgegriffen, also Daten, die bei
jedem Fahrzeug problemlos zur Verfügung stehen.
[0017] Das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation kann z. B. durch das Erkennen eines Anstiegs
der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl während das Fahrzeug steht
ohne dass das Gaspedal betätigt ist, erkannt werden. Vorzugsweise bei einer Müllpresse
findet dabei ein Anstieg von einer Leerlaufdrehzahl um 25-120%, insbesondere 35-100%,
auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl statt. Zur zuverlässigen Feststellung einer solchen
mit der Presse zusammenhängenden erhöhten Leerlaufdrehzahl sind dem Fachmann ausreichend
Maßnahmen geläufig, z. B. kann festgestellt werden, ob die Drehzahl für einen geeigneten
Zeitraum ausreichend konstant ist, z. B. sollte die Drehzahl mindestens 5 Sek. weniger
als 10%, vorzugsweise 5%, insbesondere vorzugsweise 2,5% um die erhöhte Leerlaufdrehzahl
schwanken.
[0018] Das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation kann auch durch folgende Schritte erkannt
werden. Es wird wiederholt ein Anstieg der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl
während das Fahrzeug steht ohne dass das Gaspedal betätigt ist erkannt und eine anschließende
Absenkung auf die Leerlaufdrehzahl innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erkannt.
Das Fahrzeug kann dabei zwischendurch bewegt werden. Es wird also erkannt, wenn sich
das Fahrzeug im Sammelbetrieb befindet und nur sehr kurze Strecken zwischen den Sammelstellen
zurücklegt. Zur zuverlässigen Feststellung des Absenkens auf Leerlaufdrehzahl sind
dem Fachmann ausreichend Maßnahmen geläufig, z. B. kann festgestellt werden, ob die
Drehzahl für einen geeigneten Zeitraum ausreichend konstant ist, z. B. sollte die
Drehzahl mindestens 1 Sek, weniger als 10%, vorzugsweise 5%, insbesondere vorzugsweise
2,5% um die Leerlaufdrehzahl schwanken.
[0019] Am günstigsten ist es, wenn das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation durch folgende
Schritte erkannt wird: Wiederholtes Erkennen eines Anstiegs der Leerlaufdrehzahl auf
eine erhöhte Leerlaufdrehzahl während das Fahrzeug steht ohne dass das Gaspedal betätigt
ist und Erkennen einer Absenkung auf Leerlaufdrehzahl, wobei jedes Mal zwischen dem
wiederholten Erkennen ein bestimmter Zeitraum nicht überschritten wird. Dabei ist
es sinnvoll, den Zeitraum zwischen dem Absenken auf Leerlaufdrehzahl und dem Anstieg
auf erhöhte Drehzahl im Stand ohne dass das Gaspedal betätigt ist zu messen. Diese
hängt mit der Entfernung der angefahrenen Sammelpunkte zusammen. Wenn dieser Zeitraum
kleiner als ein zweckmäßiger Wert, z. B. kleiner als 45 Sek, oder 30 Sek, ist, startet
ein Zähler mit dem Wert 1, Wenn auf dem Weg zum nächsten Sammelpunkt erneut der Zeitwert
unterschritten wird, erhöht sich der Zähler um 1 , anderenfalls wird er auf 0 zurückgesetzt.
Wenn der Zähler einen Sollwert, z. B. 5, erreicht, ist eine Stop-and-Go-Situation
gegeben. Ein kleiner Sollwert, z. B. l , ermöglicht einen sehr sparsamen Betrieb,
wobei die Drehzahlbegrenzung schon bei zwei naheliegenden Sammelpunkten aktiv wird.
Bevorzugt ist ein Sollwert von 3-6.
[0020] Das Fahrzeug steht im Sinn der Erfindung, wenn die Geschwindigkeit kleiner als 10,
vorzugsweise 3, insbesondere vorzugsweise 2 km/h ist.
[0021] Die anspruchsgemäß angegebenen Bereiche für die maximale Verbrennungsmotordrehzahl
wurden durch Versuche ermittelt auf MAN-Halbautomatik TGA 26.320 bzw. Mercedes 950.60.
Dabei ergab sich eine Verbrauchsreduzierung von bis zu 27 %, ohne dass sich die Fahrzeit
nennenswert erhöhte. Bei einem Versuch mit Mercedes 950.60 verlängerte sich eine 7-Stunden-Tour
mit 850 Stops und einer Fahrstrecke von 100 km um lediglich 5 Minuten, was 0.35 Sekunden
pro Stop entspricht. Der Treibstoffverbrauch sank von 62 Liter auf 45 Liter.
[0022] Vorteilhafterweise ist das Gaspedal als elektronisches Gaspedal ausgebildet, was
das Manipulieren des Gaspedalsignals durch ein zusätzliches erfindungsgemäßes Steuergerät
zur Durchführung des Verfahrens erleichtert. Die Umrüstarbeiten beschränken sich daher
im wesentlichen auf das Unterbrechen elektrischer Verbindungen. Das elektronische
Gaspedal wird lediglich unterbrechend in den elektronischen Signalweg zwischen Gaspedal
und Originalmotorsteuergerät des Fahrzeuges eingebracht sowie mit den Sensoren zum
Erkennen der Stop-and-Go-Situation verbunden. Es sind keine aufwändigen mechanischen
Anpassungen oder Eingriffe in das originale Motorsteuergerät notwendig. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn bei dem Fahrzeug ohnehin ein elektronisches Signal anfällt,
aus dem eine Stop-and-Go-Situation abgeleitet werden kann.
[0023] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, dass keine permanente
Drehzahlbeschränkung vorgenommen wird, die eine erhebliche Beeinträchtigung im regulären
Straßenverkehr verursacht, da z.B. das Müllfahrzeug zum Einfädeln nicht mehr schnell
genug beschleunigen kann.
[0024] Vorzugsweise wird die Begrenzung der max. Motordrehzahl (n
max) wie folgt durchgeführt: Zunächst wird durch Versuche ermittelt, bei welchem Wert
(U
max) des elektronischen Gaspedals, z. B. 2,5 V die begrenzte maximal gewünschte Motordrehzahl,
z. B. 1900 U/min im 1, Gang erreicht wird. Beim Anfahren wird nun zunächst die Gaspedalstellung,
also die Spannung U
ist unverändert an das Motorsteuergerät weitergegeben. Erst wenn
- beim Anfahren das Gaspedal einen Wert Uist größer als Umax aufweist und
- ab Erreichen einer durch Versuche ermittelten zweckmäßigen Drehzahl nGrenz, die kleiner als die begrenzte maximal gewünschte Motordrehzahl ist,
wird U
ist verringert an das Motorsteuergerät weitergegeben. Um dabei Schwingungen zu vermeiden
wird U
ist nicht schlagartig auf U
max zurückgenommen. Vielmehr wird U
ist vorzugsweise linear mit zunehmender Motordrehzahl derart zurückgenommen, dass bei
Erreichen der begrenzten maximal gewünschten Motordrehzahl der Wert U
max erreicht wird. Die Gaspedalspannung wird also erfindungsgemäß in Abhängigkeit von
der tatsächlichen Drehzahl n um den Betrag

reduziert.
[0025] Fig. 5 zeigt im Diagramm die erfindungsgemäß an die Motorsteuerung weitergegebene
Gaspedalspannung U, die ab einer Drehzahl von 1.500 U/min bis auf U
max reduziert wird.
[0026] Dabei stellt sich im Wesentlichen immer die gleiche Zeit ein, bis von n
Grenz ausgehend n
Max erreicht ist. Diese Zeit in ein Maß für die Trägheit des Fahrzeugs und somit dessen
Gewicht oder Ladezustand. Wird mehr Zeit benötigt, so ist der Wagen schwerer. In Abhängigkeit
von der ermittelten Trägheit bzw. Zeit lässt sich der Wert U
max heraufsetzen.
[0027] Umgekehrtes gilt, wenn der Wagen geleert wurde. Das ermöglicht ein gleiches Beschleunigungsverhalten
von beladenen und unbeladenen Fahrzeugen. Erfindungsgemäß kann U
max in Abhängigkeit vom Ladezustandes des Wagens, welcher mittels Beschleunigungsverhaltens
ermittelt wird, erhöht bzw. reduziert werden, derart, dass sich ein annähernd von
Ladezustand unabhängiges Beschleunigungsverhalten ergibt.
[0028] Anstelle von Spannungen kann die Stellung des Gaspedals auch anders weitergegeben
bzw. modfiziert werden, z. B. auf Basis von Pulsweitenmodulation, Digitalen Signalen,
etc.
[0029] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Beschreibung und den beigefügten
Zeichnungen. Ebenso können die vorstehend genannten und noch weiter ausgeführten Merkmale
erfindungsgemäß jeweils einzeln oder in beliebigen Kombinationen miteinander verwendet
werden. Die erwähnten Ausführungsbeispiele sind nicht abschließend zu verstehen und
haben beispielhaften Charakter. Dabei zeigen
- Fig. 1:
- eine konventionelle Drehzahlsteuerung eines Fahrzeugs;
- Fig. 2:
- die erfindungsgemäße Fahrzeugsteuerung mit zusätzlichem Steuergerät;
- Fig. 3:
- einen Fahrzyklus ohne erfindungsgemäßes Steuergerät;
- Fig. 4:
- einen Fahrzyklus mit erfindungsgemäßem Steuergerät, und
- Fig. 5:
- im Diagramm die erfindungsgemäß an die Motorsteuerung weitergegebene Gaspedalspannung
U
[0030] Fig. 1 zeigt ein elektronisches Gaspedal 1, welches über eine elektronische Verbindung
2 mit dem Originalmotorsteuergerät 3 eines Fahrzeugs verbunden ist. Aus der Stellung
des Gaspedals ergibt sich ein elektrisches Signal. In Abhängigkeit davon steuert das
Motorsteuergerät 3 die Drehzahl 4 des Motors. Die Leistung des Motors wird also durch
das Gaspedal angefordert und das Motorsteuergerät errechnet die benötigte Einspritzmenge
um die Drehzahl zu erhöhen oder zu verringen. Unter Berücksichtigung des Getriebes
ergibt sich daraus eine Fahrzeuggeschwindigkeit 5.
[0031] Dementsprechend zeigt Fig. 3 den Geschwindigkeits- bzw. Drehzahlverlauf eines typischen
Fahrzyklus über 100 Sekunden. Zwischen den Sekunden 41 bis 56 ist zu erkennen, dass
trotz geringer Geschwindigkeit von ca, 10 km/h der Motor mit 2,700 U/Min, sehr hoch
dreht und auf hohem Niveau von dem Motorsteuergerät abgeregelt wird. Der oben gezeigte
Fahrzyklus beschreibt also eine typische Fahrsituation für Müllfahrzeuge und zwar
von Mülltonne zur Mülltonne. Der Fahrer tritt permanent Vollgas, wenn er zur nächsten
Mülltonne fährt und lässt den Motor meistens im 2,Gang bis zur Nenndrehzahl hochdrehen.
Dies ist ein wesentlicher Faktor für den hohen Verbrauch von durchschnittlich 62 Liter
auf 100 km, Die Belastungen in diesem Bereich sind für den Motor, Getriebe und Bremsen
enorm.
[0032] Fig. 2 zeigt, dass zwischen dem konventionellen elektronischen Gaspedal 1 und dem
Originalmotorsteuergerät 3 das erfindungsgemäße Steuergerät/EDA 10 in den Signalweg
2a, 2b zwischen Gaspedal 1 und Motorsteuergerät 3 geschaltet ist. Das EDA kontrolliert
- hier anhand des Nebenaggregates NAG 6 oder anderen Signalen (Gangposition, Fußrasten,
Erkennung von wiederkehrenden Beschleunigungsphasen in einer gewissen Zeit, etc.)
ob, das Fahrzeug in dem Stop-and-Go-Zyklus ist und regelt anhand des Gaspedalsignals
eine maximal zulässige Drehzahl 4, indem das Gaspedalsignal 2a von dem EDA 10 solange
beeinflusst wird 2b, bis die gewünschte maximal zulässige Drehzahl erreicht wird.
Ist die Stop-and-Go-Situation beendet, wird automatisch das originale Gaspedalsignal
2a an das Motorsteuergerät geleitet. Der Effekt dieser Vorgehensweise ist, das eine
Verbrauchsreduzierung von bis zu 27% erreicht wird. Dies funktioniert nicht nur bei
LKW, sondern auch bei vergleichbar eingesetzten PKW.
[0033] Fig. 4 zeigt die erfindungsgemäß abgeschnittenen Drehzahlspitzen. Trotzdem werden
höhere Geschwindigkeiten als in Fig. 3 erzielt, da durch die Drehzahlbegrenzung eine
Hochschalten - sei es manuell oder automatisch - erzwungen wird, wie bei der Sekunde
30 zu erkennen ist.
1. Steuergerät (10) zum Betreiben eines Verbrennungsmotors eines Fahrzeuges mit einem
elektronischem Gaspedal (1) und einem damit über eine Signalleitung (2) verbundenen
Motorsteuergerät (3) zum Betreiben des Motors in Abhängigkeit von der Stellung des
Gaspedals, wobei das Fahrzeug Sensoren (6) zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation
aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
am Steuergerät (10) vorgesehen ist:
- ein ersten Eingang (11) zum Verbinden mit der vom Gaspedal kommenden Signalleitung
(2a);
- ein zweiter Eingang (12) zum Verbinden mit Sensoren (6) am Fahrzeug zum Erkennen
einer Stop-and-Go-Situation; und
- ein Ausgang (13) zum Verbinden mit der zum Motorsteuergerät (3) führenden Signalleitung
(2b);
wobei die Signalleitung (2) durch das Steuergerät unterbrochen ist.
2. Steuergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (10) derart ausgebildet ist, dass es eine Begrenzung der maximalen
Verbrennungsmotordrehzahl auf einen vorbestimmten Wert vornimmt, wenn eine Stop-and-Go-Situation
vorliegt und es die Begrenzung der maximalen Verbrennungsmotordrehzahl aufhebt, wenn
keine Stop-and-Go-Situation vorliegt.
3. Steuergerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren zum Erkennen einer Stop-and-Go-Situation derart sind, dass mindestens
einer der nachfolgenden Parameter erkannt wird:
- Betrieb von Nebenaggregaten, insbesondere Zeitraum seit letzter Nutzung derselben;
- Zustand von Türen, Fußrasten, Sitzbelegung, insbesondere Zeitraum seit letzter Nutzung
derselben;
- Drehzahl, insbesondere Drehzahlverlauf;
- Zeitraum seit letztem Motorstart;
- Geschwindigkeit, insbesondere Geschwindigkeitsverlauf;
- Vorliegen eines geschwindigkeitsbeschränkten Modus des Fahrzeugs.
4. Verwendung des Steuergeräts nach einem der vorherigen Ansprüche zur Durchführung des
folgenden Verfahrens zum Betreiben eines Verbrennungsmotors eines Fahrzeuges, insbesondere
Müllfahrzeugs mit folgenden Schritten:
a. Erkennen einer Stop-and-Go-Situation durch Sensoren (6);
b. Drücken des Gaspedals (1) durch den Bediener zum Anfordern von Leistung des Verbrennungsmotors
in Abhängigkeit von der Stellung des Gaspedals;
c. Begrenzung der maximalen Verbrennungsmotordrehzahl auf einen vorbestimmten Wert,
wenn eine Stop-and-Go-Situation vorliegt; und
d. Aufheben der Begrenzung der maximalen Verbrennungsmotordrehzahl, wenn keine Stop-and-Go-Situation
vorliegt.
5. Verwendung nach Anspruch 4, wobei das Vorliegen einer Stop-and-Go-Situation durch
folgende Schritte erkannt wird:
- Erkennen eines Anstiegs der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl während
das Fahrzeug steht; und/oder
- Wiederholtes Erkennen eines Anstiegs der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl
während das Fahrzeug steht und Erkennen einer Absenkung auf Leerlaufdrehzahl innerhalb
eines Zeitraumes; und/oder
- Wiederholtes Erkennen eines Anstiegs der Leerlaufdrehzahl auf eine erhöhte Leerlaufdrehzahl
während das Fahrzeug steht und Erkennen einer Absenkung auf Leerlaufdrehzahl, wobei
jedes Mal zwischen dem wiederholten Erkennen ein bestimmter Zeitraum nicht überschritten
wird.
1. A control device (10) for operating a combustion engine of a vehicle having an electronic
gas pedal (1) and an engine control device (3) connected thereto via a signal conduit
(2) for operating the engine depending on the position of the gas pedal, the vehicle
having sensors (6) for sensing a stop-and-go situation,
characterized in that
on the control device (10)
- a first entry (11) for connecting to the signal conduit (2a) coming from the gas
pedal;
- a second entry (12) for connecting to sensors (6) on the vehicle for sensing a stop-and-go
situation; and
- an exit (13) for connecting to the signal conduit (2b) leading to the vehicle control
device (3);
is provided;
wherein the signal cable (2) is interrupted by the control device.
2. The control device according to claim 1, characterized in that the control device (10) is formed such that it implements a limit on the maximum
combustion engine speed to a predetermined value when a stop-and-go situation is present,
and removes the limit on the maximum combustion engine speed when no stop-and-go situation
is present.
3. The control device according to claim 1 or 2,
characterized in that the sensors for sensing a stop-and-go situation are such that at least one of the
following parameters will be sensed:
- operation of minor aggregates, especially time elapsed since last usage of the same;
- condition of doors, foot rests, seat occupancy, especially time elapsed since last
usage of the same;
- engine speed, especially engine speed regime;
- time elapsed since last engine start;
- velocity, especially velocity regime;
- presence of a velocity limiting mode of the vehicle.
4. Use of a control device according to one of the preceding claims for performing the
following process for operating a combustion engine of a vehicle, especially a garbage
truck comprising the steps of:
a. sensing a stop-and-go situation by sensors (6);
b. pushing the gas pedal (1) by the operator for requesting power from the combustion
engine depending on the position of the gas pedal;
c. limiting the maximum combustion engine speed to a predetermined value when a stop-and-go
situation is present; and
d. removing the limit on the maximum combustion engine speed when no stop-and-go situation
is present.
5. Use according to claim 4, wherein the presence of a stop-and-go situation is sensed
by the steps of:
- sensing increase of engine idle speed when the vehicle is stationary; and/or
- repeatedly sensing an increase of engine idle speed to an increased engine idle
speed when the vehicle is stationary and sensing a drop to an idle speed within a
period of time; and/or
- repeatedly sensing an increase of engine idle speed to an increased engine idle
speed when the vehicle is stationary and sensing a drop to an idle speed wherein a
defined period of time will not be exceeded between each repeated sensing procedure.
1. Dispositif de commande (10) pour le fonctionnement d'un moteur à combustion interne
d'un véhicule ayant une pédale d'accélérateur électronique (1) et un dispositif de
commande de moteur (3) y branché au moyen d'un conduit de signalisation (2) pour le
fonctionnement du moteur en fonction de la position de la pédale d'accélérateur, le
véhicule ayant des capteurs (6) pour la détection d'une situation arrêt-aller,
caractérisé par le fait, que
sur le dispositif de commande (10)
- une première entrée (11) pour le branchement au conduit de signalisation (2a) venant
de la pédale d'accélérateur ;
- une deuxième entrée (12) pour le branchement (6) aux capteurs sur le véhicule pour
la détection d'une situation arrêt-aller ; et
- une sortie (13) pour le branchement au conduit de signalisation (2b) menant au dispositif
de commande de moteur (3);
est prévu ;
dans lequel le conduit de signalisation (2) est interrompu par le dispositif de commande.
2. Dispositif de commande selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le dispositif de commande (10) est formé tel qu'il met en oeuvre une limitation de
la vitesse maximale de rotation du moteur à combustion interne à une valeur prédéterminée
lorsqu'il y a une situation arrêt-aller, et il enlève la limitation de la vitesse
maximale de rotation du moteur à combustion interne lorsqu'il n'y pas une situation
arrêt-aller.
3. Dispositif de commande selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé par le fait que des capteurs pour la détection d'une situation arrêt-aller sont tel que pour le moins
l'un des paramètres suivants sera détecté :
- fonctionnement d'agrégats mineurs, en particulier le temps depuis l'usage dernier
de ceux-ci ;
- condition des portes, supports de pieds, état d'occupation des places, en particulier
le temps depuis l'usage dernier de ceux-ci ;
- vitesse maximale de rotation du moteur à combustion interne, en particulier déroulement
de vitesse ;
- présence d'un mode limité dans la vitesse du véhicule.
4. Utilisation du dispositif de commande selon l'une des revendications précédentes pour
la mise en oeuvre le procédé suivant pour le fonctionnement d'un moteur à combustion
interne d'un véhicule, en particulier un camion poubelle
caractérisé par le fait qu'elle comprend les étapes suivantes consistant à :
a. détecter une situation arrêt-aller par des capteurs (6) ;
b. appuyer sur la pédale d'accélérateur (1) par l'opérateur pour la demande de puissance
du moteur à combustion interne en fonction de la position de la pédale d'accélérateur
;
c. limiter la vitesse maximale de rotation du moteur à combustion interne à une valeur
prédéterminée lorsqu'il y a une situation arrêt-aller.
d. enlever la limitation de la vitesse maximale de rotation du moteur à combustion
interne à une valeur prédéterminée lorsqu'il n:y a pas une situation arrêt-aller.
5. Utilisation selon la revendication 4, dans laquelle la présence d'une situation arrêt-aller
est détectée par les étapes suivantes consistant à :
- détecter une augmentation de la vitesse de rotation à vide à une vitesse de rotation
à vide augmentée lorsque le véhicule est à l'arrêt ;
- détecter de nouveau une augmentation de la vitesse de rotation à vide à une vitesse
de rotation à vide augmentée lorsque le véhicule est à l'arrêt et détecter un abaissement
à une vitesse de rotation à vide en une espace de temps ;
et/ou
- détecter de nouveau une augmentation de la vitesse de rotation à vide à une vitesse
de rotation à vide augmentée lorsque le véhicule est à l'arrêt et détecter un abaissement
à une vitesse de rotation à vide, dans laquelle une espace de temps déterminée ne
sera pas dépassée chaque fois entre la détection répétée.