[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennkammer für eine Gasturbine gemäß den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Im Einzelnen bezieht sich die Erfindung auf eine Brennkammer für eine Gasturbine
mit einer metallischen Tragstruktur sowie mit mehreren am Umfang verteilt angeordneten
keramischen Hohlprofilen, welche an der Tragstruktur befestigt sind. Dieser Stand
der Technik ist aus der
DE 195 02 730 A1 vorbekannt.
[0003] Die
DE 195 02 730 A1 beschreibt die keramische Auskleidung einer Brennkammer mit mindestens einer ungekühlten
Wandplatte, die aus hochtemperaturbeständiger Strukturkeramik besteht und die mit
Hilfe eines Befestigungselements federelastisch an eine Haltevorrichtung angebunden
ist. Die Verbindungsfläche zwischen dem Befestigungselement und der Keramik ist so
geformt, dass nur minimale thermische Spannungen entstehen.
[0004] Der Nachteil besteht darin, dass nur eine konvektive Kühlung der metallischen Wand
möglich ist, die einen hohen Kühlluftmassenstrom erfordert. Hinzu kommt, dass das
Befestigungselement auf der zum Heißgas hingewandten Seite aufliegt und somit erhöhten
thermischen Belastungen ausgesetzt ist.
[0005] Die
EP 0 943 867 B1 beschreibt die keramische Auskleidung einer Brennkammer mit einzelnen nebeneinander
angeordneten Segmenten in Form von Hohlkammern, die auch zur Strömungsführung dienen
können. Die keramische Auskleidung kann auf der zur metallischen Struktur gewandten
Seite befestigt werden.
[0006] Zwar kann bei dieser Lösung der Hohlraum auch zur Kühlungsführung vorgesehen werden
und erreicht damit höhere Wärmeübertragungsraten; aber diese Kühltechnik beschränkt
sich lediglich auf eine konvektive Kühlung des zum Brenninnenraum gerichteten keramischen
Wandelements. Desweiteren ist nicht ersichtlich, wie eine Dosierung der Kühlluft erfolgt
und auch eine Kontrolle der lokalen Kühlmassenströme in dem durchgehenden Hohlraum
wird als schwierig erachtet. Ein weiterer Nachteil ist, dass die gesamte axiale Baulänge
aus einem Stück gefertigt wird. Das führt dazu, dass Knicke in einem Stück mitgefertigt
werden müssen.
[0007] Beide vorbekannten Lösungen haben den Nachteil, dass federnd gelagerte elastische
Befestigungselemente verwendet werden. Bei den bekannten Oszillationen in einem Triebwerk
mit dementsprechend hohen Drücken führt das zu Schwingungen wie bei einem Feder-Masse-Schwingsystem.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brennkammer der eingangs genannten
Art für eine Gasturbine zu schaffen, welche bei einfachem Aufbau und einfacher, funktionssicherer
Anwendbarkeit kostengünstig herstellbar ist und die Nachteile des Standes der Technik
vermeidet.
[0009] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombination des Anspruchs 1 gelöst,
die Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0010] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, dass die keramischen, rohrförmigen Hohlprofile
jeweils geradlinig ausgebildet sind und als einzelne Segmente angeordnet sind. In
den keramischen Hohlprofilen ist jeweils ein metallischer Hohlkörper angeordnet, welcher
bevorzugterweise in Form einer Hohlbox ausgebildet ist. An zumindest einer Wandung
sind an dem metallischen Hohlkörper Luftdurchtrittsöffnungen vorgesehen, welche in
Form einer Perforation ausgebildet sein können. Durch diese Luftdurchtrittsöffnungen
entweicht Kühlluft, welche in den metallischen Hohlkörper eingeleitet wird.
[0011] Der metallische Hohlkörper ist bevorzugterweise unter Bildung eines Zwischenraums
in dem keramischen Hohlprofil angeordnet, so dass die durch die Luftdurchtrittsöffnungen
entströmende Kühlluft sich in dem keramischen Hohlprofil verteilen kann.
[0012] Das keramische Hohlprofil kann bevorzugterweise an seiner einer Brennkammer zugewandten
Wandung mit zusätzlichen Luftdurchtrittsöffnungen versehen sein.
[0013] Die Luftdurchtrittsöffnungen (Perforation) des metallischen Hohlkörpers sind bevorzugterweise
an der dem Brennkammerinnenraum zugewandten Wandung ausgebildet, um eine effektive
Kühlung des keramischen Hohlprofils zu gewährleisten.
[0014] Der metallische Hohlkörper ist bevorzugterweise mittels einer Kühlluftzuleitung an
ein Kühlluftsystem angeschlossen. Somit werden Kühlluft-Leckagen vermieden.
[0015] Besonders günstig ist es, wenn das keramische Hohlprofil als geradliniges Profil
ausgebildet ist und wenn mehrere derartige keramische Hohlprofile segmentartig an
der Wandung der Brennkammer angeordnet sind, um die gekrümmte Kontur der Brennkammer
zu bilden.
[0016] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Teil-Ansicht einer erfindungsgemäßen Brennkammerauskleidung,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht als Unteransicht der in Fig. 1 dargestellten Anordnung,
- Fig. 3
- eine abgewandelte Ausgestaltungsform, analog der Darstellung der Fig. 1, und
- Fig. 4
- eine perspektivische Unteransicht der Anordnung gemäß Fig. 3.
[0017] In der folgenden Erfindung werden alle Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den
Fig. 1-4 beschrieben.
[0018] Es ist erfindungsgemäß vorgesehen, eine metallische Tragstruktur 6 mit in Umfangs-
und Axialrichtung segmentierten keramischen, rohrförmigen Hohlprofilen 2 auszukleiden,
die sich aus einem Abschnitt eines geraden Profils herstellen lassen. Im Hohlraum
10 des keramischen Hohlprofils befindet sich eine einseitig perforierte, luftdurchströmte,
metallische Hohlbox 1, die mit Hilfe eines oder mehrerer Befestigungselemente 7 zusammen
mit dem keramischen Hohlprofil 2 am metallischen Träger 6 befestigt wird.
[0019] Zur Befestigung wird ein entsprechendes Befestigungselement nach
US 4,512,699 (daze fasteners) vorgeschlagen, jedoch eignet sich hierfür jedes sich im Laufe eines
Betriebes spannungsfrei verhaltende Befestigungselement.
[0020] Es wird eine Kühlluftzuleitung 8 in dem metallischen Träger 6, den keramischen Hohlprofilen
2 und der metallischen Hohlbox 1 vorgesehen, die bei einem Befestigungselement möglichst
nah an diesem liegt und bei mehreren möglichst mittig zwischen jenen liegt.
[0021] Die im Anschluss von der Kühlluft durchströmte Hohlbox dient zur Kühlluftkontrolle.
Durch die Luftdurchtrittsöffnungen (Perforation) 5, die die strömungsbestimmende Oberfläche
angibt, kann eine geeignete Menge an Kühlluft in dem entsprechend dafür vorgesehenen
Bereich des keramischen Hohlprofils 2 eingestellt werden. Da die metallische Hohlbox
abgeschlossen ist und lediglich über eine Kühlluftzuleitung 8 und die Luftdurchtrittsöffnungen
5 verfügt, treten keine Leckageströme auf.
[0022] Die Kühlluft, die aus der metallischen Hohlbox austritt, prallt auf der Rückseite
der keramischen Auskleidung 3 auf und erhöht damit deutlich den Wärmeübergang. Die
Luft entweicht im Anschluss daran an den Enden des keramischen Hohlprofils und kann
aufgrund der axialen Segmentierung zur Filmkühlung der zum Heißgas gerichteten keramischen
Oberfläche dienen, aber auch zum Schutz der metallischen Struktur vor Heißgaseinbruch
in die Zwischenspalte. Auch eine Perforation der heißgasseitigen keramischen Oberfläche
9 ist vorteilhaft.
[0023] Die einseitig perforierte, luftdurchströmte, metallische Hohlbox ermöglicht eine
kontrollierte Kühlluftaufteilung in der Brennkammerwand. Es treten keine parasitären
Leckageströme auf. Durch die Perforation der Hohlbox kann die Rückseite der zum Brennraum
gerichteten keramischen Oberfläche prall gekühlt werden. Hierdurch wird der Wärmestrom
aus der Wand deutlich erhöht. Durch eine zusätzliche Perforation der keramischen Oberfläche
kann die Kühlwirkung noch mal gesteigert werden. Werden die Bohrungen zur Kühlluftzufuhr
möglichst nah an den Befestigungselementen positioniert, können keine Leckageströme
entlang der Spalte zwischen den einzelnen Bauteilen auftreten. Der segmentierte Aufbau
ermöglicht es, universell einsetzbare keramische Bauteile zu produzieren, die in Brennkammern
beliebiger Größe und Form Verwendung finden können.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Metallische Hohlbox/Hohlkörper
- 2
- Keramisches, rohrförmiges Hohlprofil/Segment
- 3
- Heißgasseitige keramische Wandung
- 4
- Trägerseitige, keramische Wandung
- 5
- Perforation/Luftdurchtrittsöffnung
- 6
- Metallische Tragstruktur/Träger
- 7
- Befestigungselement
- 8
- Kühlluftzuleitung
- 9
- Keramische Oberfläche/Wandung
- 10
- Hohlraum
- 11
- Luftdurchtrittsöffnung
- 12
- Brennkammerinnenraum
- 13
- Zwischenraum
1. Brennkammer für eine Gasturbine mit einer metallischen Tragstruktur (6) sowie mit
mehreren am Umfang verteilt angeordneten keramischen, rohrförmigen Hohlprofilen (2),
welche an der Tragstruktur (6) befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die keramischen, rohrförmigen Hohlprofile (2) jeweils geradlinig ausgebildet und
als einzelne Segmente angeordnet sind und dass in den keramischen, rohrförmigen Hohlprofilen
(2) jeweils zumindest ein metallischer Hohlkörper (1) angeordnet ist, welcher an zumindest
einer Wandung mit Luftdurchtrittsöffnungen (5) versehen ist und durch welche Kühlluft
durchleitbar ist.
2. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Hohlkörper (1) unter Bildung eines Zwischenraums (13) in dem keramischen
Hohlprofil (2) angeordnet ist.
3. Brennkammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine einem Brennkammerinnenraum (12) zugewandte Wandung (9) des keramischen Hohlprofils
(2) mit Luftdurchtrittsöffnungen (11) versehen ist.
4. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine einem Brennkammerinnenraum (12) zugewandte Wandung des metallische Hohlkörpers
(1) mit Luftdurchtrittsöffnungen (5) versehen ist.
5. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftdurchtrittsöffnungen (5) in Form einer Perforation ausgebildet sind.
6. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die keramischen, rohrförmigen Hohlprofile (2) und die metallischen Hohlkörper (1)
mittels Befestigungselementen (7) an der Tragstruktur (6) gelagert sind.
7. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Hohlkörper (1) mittels zumindest einer Kühlluftzuleitung (8) an ein
Kühlluftsystem angeschlossen ist.
8. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das keramische, rohrförmige Hohlprofil (2) in Form eines geradlinigen Profils ausgebildet
ist.
9. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Hohlkörper (1) als geschlossene Konstruktion ausgebildet ist, in
welche Kühlluft nur über die Kühlluftzuleitung (8) eingebracht und nur über die Luftdurchtrittsöffnungen
(5) ausgeleitet wird.