(19)
(11) EP 2 075 524 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.07.2009  Patentblatt  2009/27

(21) Anmeldenummer: 08022250.8

(22) Anmeldetag:  22.12.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41G 1/30(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 31.12.2007 DE 102007063407

(71) Anmelder: SCHMIDT & BENDER GmbH & Co. KG
35444 Biebertal (DE)

(72) Erfinder:
  • Gerlach, Karlheinz
    35444 Biebertal (DE)

(74) Vertreter: Buchhold, Jürgen 
Patentanwaltskanzlei Olbricht & Buchhold Am Weinberg 15
35096 Niederweimar / Lahn
35096 Niederweimar / Lahn (DE)

   


(54) Reflexvisier


(57) Ein Reflexvisier (10) hat ein Gehäuse (20), das entlang einer optischen Achse (A) eine Einblicköffnung (21) und eine Ausblicköffnung (22) aufweist. Es hat ferner eine Projektionseinrichtung (40), die das von einer Lichtquelle (50) erzeugte Licht als Zielmarke (Z) abbildet, sowie eine Einkoppeloptik (60), welche die von der Projektionseinrichtung (40) abgebildete Zielmarke (Z) in den Strahlengang entlang der optischen Achse (A) einkoppelt. Um zu verhindern, dass die Zielmarke (Z) vom anvisierten Objekt her sichtbar ist, sieht die Erfindung vor, dass wenigstens ein Mittel (61, 62) vorgesehen ist, durch das die von der Projektionseinrichtung (40) abgebildete Zielmarke (Z) im Wesentlichen nur von der Einblicköffnung (21) aus sichtbar ist. Das Mittel (61, 62) kann eine polarisierende Strahlteilerschicht (61) sein, die als Grenzschicht (65) zwischen zwei Prismen (63, 64) ausgebildet ist. Oder man verwendet ein Bandsperrfilter (62), das zwischen der Einkoppeloptik (60) und der Ausblicköffnung (22) angeordnet ist und verhindert, dass von der Einkoppeloptik (60) reflektiertes Licht in Richtung Ausblicköffnung (22) sperrt bzw. ausfiltert. Um einen kostengünstigen und einfach zu fertigenden Aufbau des Visiers (10) zu erreichen, sind die Komponenten (40, 50, 60, 70, 80, 90, 100) des Visiers (10) als vorgefertigte Baugruppen ausgebildet, die rasch und präzise im Gehäuse (20) montiert werden können.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Reflexvisier mit Leuchtpunkt gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

[0002] Reflexvisiere, auch Kollimatorvisiere, Rotpunktvisiere, Red Dot oder Leuchtpunktzielgeräte genannt, sind optische Visiereinrichtungen für Schusswaffen und kleinere astronomische Fernrohre. Im Gegensatz zu Zielfernrohren haben sie keine Vergrößerung, d.h. das durch das Visier hindurch betrachtete Objekt wird 1:1 abgebildet.

[0003] Reflexvisiere weisen gewöhnlich auch kein klassisches Absehen mit Fadenkreuz auf, sondern meist nur einen rot, gelb oder grün leuchtenden Zielpunkt, der über einen halbdurchlässigen Spiegel ins Auge des Schützen reflektiert wird. Eine Linsenoptik (Kollimator) sorgt dafür, dass dieses Absehen dem Schützen im Unendlichen erscheint. Der Schütze sieht folglich durch den halbdurchlässigen Spiegel hindurch das Ziel und gleichzeitig - reflektiert über den Spiegel - den Leuchtpunkt. Da der Lichtstrahl des Absehens genau aus der Richtung der Visierlinie ins Auge fällt, erscheint das Absehen unabhängig von der relativen Position des Auges zur Visiereinrichtung immer am richtigen Ort (siehe dazu beispielsweise CH-PS 538 665 oder DE 43 36 956 B4).

[0004] Durch diese Bauweise kann sowohl präzise als auch sehr schnell über kurze und (kleine) mittlere Distanz anvisiert werden, denn das Ziel lässt sich stets mit beiden Augen erfassen. Dadurch bleiben das räumliche Sehen und das volle Gesichtsfeld erhalten. Überdies wird der Zielpunkt mittels der Optik ins Unendliche abgebildet, wodurch das Auge auf Zielpunkt und Ziel gleichzeitig fokussieren kann. Reflexvisiere eignen sich deshalb besonders für Einsätze auf engem Raum sowie für den Einsatz bei Dunkelheit, solange das Ziel selbst noch sichtbar ist.

[0005] Ein grundlegendes Problem dieser bekannten Reflexvisiere besteht darin, dass man den Leuchtpunkt nicht nur vom Schützen aus sehen kann, sondern meist auch vom anvisierten Ziel aus. Dies kann - je nach Einsatzzweck der Waffe - erhebliche Nachteile haben, insbesondere dann, wenn der Schütze dadurch frühzeitig erkennbar und/oder zu orten ist.

[0006] Ziel der Erfindung ist es, diese und weitere Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und ein Reflexvisiers zu entwickeln, das mit einfachen Mitteln kostengünstig aufgebaut ist und dessen Ziel marke vom anvisierten Objekt aus nicht oder nur auf sehr kurze Distanz gesichtet werden kann. Angestrebt wird ferner, dass man die Zielmarke vom Objekt her auch nicht mit einem Nachtsichtgerät sehen kann, um den Einsatzbereich des Reflexvisiers weiter zu vergrößern. Das Visier soll überdies ein geringes Gewicht aufweisen, einfach zu handhaben sein und mit geringem Aufwand zu fertigen sein.

[0007] Hauptmerkmale der Erfindung sind im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 angegeben. Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 15.

[0008] Bei einem Reflexvisier mit einem Gehäuse, das entlang einer optischen Achse eine Einblicköffnung und eine Ausblicköffnung aufweist, mit einer Projektionseinrichtung, die das von einer Lichtquelle erzeugte Licht als Zielmarke abbildet, und mit einer Einkoppeloptik, welche die von der Projektionseinrichtung abgebildete Zielmarke in den Strahlengang entlang der optischen Achse einkoppelt, sieht die Erfindung vor, dass wenigstens ein Mittel vorgesehen ist, durch das die von der Projektionseinrichtung abgebildete Zielmarke im Wesentlichen nur von der Einblicköffnung aus sichtbar ist..

[0009] Dadurch ist die Zielmarke bzw. die von der Projektionseinrichtung abgebildete Lichtquelle (Leuchtsignatur) nur noch für den Schützen von der Einblicköffnung aus sichtbar und nicht mehr - wie bisher - auch von außen durch die Ausblicköffnung hindurch. Der Leuchtpunkt und dessen Reflexe sind vom Objekt her bzw. für das Objekt nicht mehr sichtbar, was die Einsatzmöglichkeiten des Reflexvisiers insbesondere in der Dämmerung oder nachts erweitert. Die Sicherheit des Schützen wird deutlich erhöht.

[0010] Eine wichtige Ausgestaltung der Erfindung sieht dabei vor, dass eines der Mittel derart ausgebildet ist, dass die Zielmarke nur in einer Richtung zur Einblicköffnung hin in den Strahlengang entlang der optischen Achse eingekoppelt wird. Das von der Lichtquelle erzeugte Licht gelangt damit gar nicht erst in Richtung Ausblicköffnung. Das von der Lichtquelle erzeugte Licht wird vielmehr so in den Strahlengang des Reflexvisiers eingekoppelt, dass allein der Schütze im Zentrum des Sehfeldes durch die Einblicköffnung hindurch eine virtuelle Zielmarke (ein Absehen) sieht. In der Entgegengesetzten Richtung kann das Licht das Reflexvisier nicht verlassen, so dass vom anvisierten Objekt aus in der Ausblicköffnung keine Leuchtsignatur zu erkennen ist, nicht einmal mit einem Nachtsichtgerät.

[0011] Zweckmäßig ist das Mittel im Bereich der Einkoppeloptik ausgebildet, beispielsweise als Teil der Einkoppeloptik, wodurch die Zahl der zu montierenden Bauteile reduziert wird. Die Einkoppeloptik kann ferner eine vormontierte Einheit bilden, die rasch und bequem in das Gehäuse eingebaut werden kann. Der Montageaufwand wird dadurch vereinfacht und die Herstellkosten sinken, was äußerst günstig gerade im Hinblick auf eine Serienfertigung ist.

[0012] Das Mittel ist bevorzugt eine polarisierende Strahlteilerschicht, insbesondere ein MacNeille-Polarisator. Eine solche Schicht kann beispielsweise so ausgelegt werden, dass sie unter 45° Einfallswinkel s- und p-polarisiertes Licht für einen schmalen Wellenlängenbereich (z.B. etwa 50 nm) effektiv trennt. Das von den Grenzflächen der entsprechend ausgebildeten und ausgerichteten Einkoppeloptik reflektierte Licht wird dadurch wieder in sich zurück reflektiert und zur Lichtquelle zurücklaufen. Weil dieser Effekt stark vom Einfallswinkel abhängt, wird der Beobachtungsstrahlengang entlang der optischen Achse nur wenig beeinflusst, d.h. die Sicht durch das Visier hindurch wird kaum beeinträchtigt.

[0013] Gemäß einer ersten Variante der Erfindung ist die Einkoppeloptik ein halbdurchlässiger Spiegel, wobei die polarisierende Strahlteilerschicht als Grenzschicht auf dem Spiegel aufgebracht ist.

[0014] Eine weitere Variante sieht vor, dass die Einkoppeloptik von einem Prisma gebildet ist, wobei die polarisierende Strahlteilerschicht als Grenzschicht auf dem Prisma aufgebracht ist.

[0015] Eine noch andere Ausführungsform verwendet als Einkoppeloptik zwei aneinander anliegende Prismen, wobei die polarisierende Strahlteilerschicht zwischen den Grenzflächen der beiden Prismen eingebracht ist.

[0016] Die Prismen können aus Materialien mit unterschiedlichen Brechungsindizes gefertigt sein und an ihren von den Grenzflächen abgewandten Seiten zueinander planparallele Flächen aufweisen.

[0017] Eine weitere wichtige Ausgestaltung der Erfindung sieht ergänzend oder alternativ vor, dass eines der Mittel derart ausgebildet ist, dass das von der Einkoppeloptik in Richtung Ausblicköffnung reflektierte Licht das Reflexvisier nicht verlassen kann. Auch hierdurch wird erreicht, dass das von der Lichtquelle und der Projektionseinrichtung auf der Einkoppeloptik erzeugte Absehen von außen durch die Ausblicköffnung hindurch nicht sichtbar ist. Der Schütze ist mithin nicht anhand des Leuchtabsehens erkennbar. Das Mittel ist dabei zweckmäßig zwischen der Einkoppeloptik und der Ausblicköffnung angeordnet.

[0018] Bei dem Mittel handelt es sich um ein Bandsperrfilter. Dieses ist derart ausgebildet, dass der von der Lichtquelle emittierte und von der Einkoppeloptik reflektierte Wellenlängenbereich in Richtung Ausblicköffnung gesperrt wird. Das Absehen ist damit vom Objekt aus nicht mehr sichtbar, weil das Licht der leuchtenden Zielmarke das Bandsperrfilter nicht durchdringen kann. Die Wellenlänge der Lichtquelle und die Ausbildung des Bandsperrfilters sind dabei derart aufeinander abgestimmt, dass die Sicht durch das Visier hindurch nur wenig beeinträchtigt wird, insbesondere dass sich eine nur unwesentliche oder kaum störende Verschiebung des Farbeindrucks ergibt. Wichtig ist jedoch, dass die Wellenlängen der Lichtquelle von dem Bandsperrfilter ausgefiltert werden, wodurch das Visier weder von einem anvisierten Objekt noch von einem Nachtsichtgerät erfasst werden kann.

[0019] Eine Ausführungsform sieht vor, dass das Bandsperrfilter auf der Einkoppeloptik aufgebracht ist. Konstruktiv ist es ferner günstig, wenn das Bandsperrfilter ein Teil der Einkoppeloptik ist. Auch dadurch reduzieren sich die Zahl der zu montierenden Teile, was sich günstig auf die Herstellkosten auswirkt, insbesondere dann, wenn die Einkoppeloptik eine vormontierte Baueinheit bildet.

[0020] Damit sowohl das Ziel als auch die Zielmarke für den Schützen stets scharf zu erkennen sind, weist die Projektionseinrichtung eine Kollimationsoptik auf, die das Absehen im Unendlichen fokussiert. Der Schütze sieht damit durch die Einblicköffnung, die Einkoppeloptik und die Austrittsöffnung hindurch das Zielobjekt und zugleich - eingekoppelt von der Einkoppeloptik - das leuchtende Absehen als kleinen scharfen Punkt. Auch die Projektionseinrichtung bildet bevorzugt eine vormontierte oder vorgefertigte Baugruppe, die rasch und präzise im Gehäuse montiert werden kann.

[0021] Kompakte Abmessungen lassen sich erreichen, wenn die Projektionseinrichtung wenigstens einen voll reflektierenden Spiegel aufweist. Die Projektion des Absehens kann dadurch auch seitlich neben der optischen Achse erfolgen und anschließend über den Spiegel entsprechend umgelenkt werden.

[0022] Die Erfindung sieht ferner vor, dass die Lichtquelle natürliches Licht sein kann, das beispielsweise über ein Fenster in die Projektionseinrichtung eingelassen wird.

[0023] Reichen die natürlichen Lichtverhältnisse nicht aus, kann man ergänzend oder - falls eine natürliche Lichtquelle nicht gewünscht ist - alternativ als Lichtquelle eine elektrische Lichtquelle verwenden, beispielsweise einen Laser oder - vorliegend bevorzugt - eine Leuchtdiode (LED). Diese ist zweckmäßig bereits unmittelbar mit einer Blende versehen, was sich ebenfalls günstig auf die Zahl der Bauelemente auswirkt. Die Lichtquelle ist bevorzugt in der Baugruppe der Projektionseinrichtung integriert, wodurch sich der Montageaufwand weiter reduziert.

[0024] Wichtig ist ferner die Ausbildung, wonach die Lichtquelle dimmbar und/oder schaltbar ist. Dadurch lässt sich die .Helligkeit der Lichtquelle den Umgebungsverhältnissen anpassen und der Schütze kann durch den Leuchtpunkt bzw. das Absehen selbst nicht geblendet werden.

[0025] Von Vorteil ist ferner, dass der Abstand zwischen der Kollimationsoptik und der Lichtquelle veränderbar ist.

[0026] Zur Anpassung und Veränderung der Treffpunktlage ist die Position der Zielmarke relativ zur optischen Achse verstellbar ausgebildet, insbesondere horizontal und/oder vertikal.

[0027] Eine erste Variante sieht dabei vor, dass die Einkoppeloptik relativ zum Gehäuse schwenkbar ausgebildet ist, beispielsweise mittels oder in einem Kardangelenk.

[0028] Ergänzend oder alternativ kann auch die Projektionseinrichtung relativ zur optischen Achse schwenkbar ausgebildet sein, ebenfalls in einem Kardangelenk.

[0029] Um eine ebenso einfache wie präzise Handhabung des Reflexvisiers zu gewährleisten, ist die Position der Zielmarke werkzeuglos verstellbar, beispielsweise mittels außen am Gehäuse vorgesehen Verstelltürmen, die rasch und bequem von Hand betätigt werden können. Ein dritter Verstellturm kann für das Dimmen oder Schalten der Lichtquelle vorgesehen sein, so dass auch hierfür kein Werkzeug notwendig ist. Das Reflexvisier ist mithin stets einfach zu handhaben.

[0030] Wichtig ist ferner, dass die Zielmarke auf einer vorgegebenen Distanz parallaxefrei ist. Dies erreicht man entweder durch eine geeignete Voreinstellung der optischen Komponenten oder durch eine mögliche Verstellbarkeit von Projektionseinrichtung, Lichtquelle und/oder Einkoppeloptik, damit das Absehen stets optimal in der Bildebene liegt.

[0031] Für den Einsatz des Reflexvisiers auch in extremen Umgebungen ist es von Vorteil, wenn das Gehäuse staub- und wasserdicht ausgebildet ist.

[0032] Fertigungstechnisch ist es günstig, wenn das Gehäuse einstückig ist. Dieses weist dadurch nicht nur ein geringes Gewicht, sondern auch eine extrem hohe Stabilität auf, wodurch das Reflexvisier auch für einen rauhen Einsatz geeignet ist.

[0033] Die Handhabung wird weiter vereinfacht, wenn das Gehäuse werkzeuglos auf einer Waffe montierbar ist.

[0034] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen. Es zeigen:
Fig. 1
eine Schrägansicht eines erfindungsgemäßen Reflexvisiers,
Fig. 2
eine Explosionsdarstellung des Reflexvisiers von Fig. 1,
Fig. 3
eine Schnittansicht des Reflexvisiers von Fig. 1,
Fig. 4
eine Schnittansicht einer anderen Ausführungsform eines Reflexvisiers und
Fig. 5.
eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform eines Reflexvisiers.


[0035] Das in Fig. 1 allgemein mit 10 bezeichnete Reflexvisier hat in einem Gehäuse 20 eine Projektionseinrichtung 40, die das von einer elektrischen Lichtquelle 50 erzeugte Licht als Zielmarke Z auf einer Einkoppeloptik 60 abbildet. Diese sitzt zentrisch auf einer optischen Achse A zwischen einer Einblicköffnung 21 und einer Ausblicköffnung 22 des Gehäuses 20 und koppelt die von der Projektionseinrichtung 40 abgebildete Zielmarke Z in den Strahlengang entlang der optischen Achse A ein. Die Einblicköffnung 21, die Ausblicköffnung 22 und die Einkoppeloptik 60 bilden eine Nichtvergrößernde Optik, welche das Zielobjekt für den Schützen 1:1 abbildet. Dadurch ist das Visier 10 stets auch für die beidäugige Zielerfassung geeignet.

[0036] Wie Fig. 1 weiter zeigt, sind im Bereich der Einblicköffnung 21 am Gehäuse 20 drei Verstelltürme 80, 90, 100 angeordnet. In einem ersten Verstellturm 80 ist eine Höhenverstellung für die Zielmarke Z ausgebildet, während der zweite Verstellturm 90 eine Seitenverstellung vorsieht. Dadurch ist es möglich, die von der Projektionseinrichtung 40 projizierte und von der Einkoppeloptik 60 ins Sichtfeld des Schützen eingekoppelte Zielmarke Z vertikal und horizontal zur optischen Achse A zu bewegen und die Treffpunktlage des Visiers einzustellen bzw. zu verändern.

[0037] Mit dem dritten Turm 100 wird die Helligkeit der elektrischen Lichtquelle 50 geregelt. Er besitzt dazu eine (nicht näher gezeigte) elektronische Steuerung 102, um die Lichtquelle 50 anzusteuern, sowie eine Batterie oder einen Akku 103, der die Lichtquelle 50 mit der notwendigen Energie versorgt.

[0038] Die Einblicköffnung 21 und die Ausblicköffnung 22 liegen ebenfalls zentrisch auf der optischen Achse A. Sie werden jeweils von einer planparallelen Glasscheibe 12 gebildet, die mittels Schraubringen 13 bzw. 14 im Gehäuse 20 gesichert werden. Die Ringe 13, 14 werden dazu in Ausnehmungen 31, 32 im Gehäuse 20 eingeschraubt. Zwischen den Schraubringen 13, 14 und dem Gehäuse 20 eingebrachte O-Ringe 15 dichten das Gehäuse 20 nach außen hin ab, so dass weder Staub noch Feuchtigkeit in das Visier 10 eindringen können.

[0039] Eine am unteren Rand des Gehäuses 20 ausgebildete Ausnehmung 23 mit (nicht näher bezeichneten) Hinterschneidungen dient zur Montage des Visiers 10 auf einer (nicht dargestellten) Waffe, z.B. einem Gewehr oder einer Pistole. Die Montage kann beispielsweise auf einer (gleichfalls nicht gezeigten) Picatinny-Schiene, einer Weaver- oder einer 11-mm-Prismenschienen erfolgen.

[0040] Man erkennt in Fig. 2, dass das Reflexvisier 10 modular aufgebaut ist, indem die einzelnen Komponenten wie z.B. die Projektionseinrichtung 40 und die Lichtquelle 50, die Einkoppeloptik 60 sowie die Verstelltürme 80, 90 und 100 jeweils als vormontierte Baueinheiten ausgebildet sind. Diese lassen sich präzise und kostengünstig vorfertigen und anschließend rasch und bequem im bevorzugt einstückigen Gehäuse 20 montieren. Letzteres ist hierzu mit entsprechenden Ausnehmungen 24, 26, 28, 29, 30, 31, 32, 33 versehen, die allesamt randseitig mit (nicht näher bezeichneten) Feingewinden versehen sind.

[0041] Die Projektionseinrichtung 40 ist zusammen mit der Lichtquelle 50 in einer gemeinsamen Rohrhülse 43 integriert, die endseitig mit einem Gewinde 44 versehen ist und im Inneren des Gehäuses 20 eingeschraubt wird (siehe dazu Fig. 3). Letzteres ist hierzu mit einem zylindrischen Absatz 34 versehen, der ein korrespondierendes Innengewinde trägt und in Richtung Ausnehmung 24 eine Stufe 35 bildet. Die Rohrhülse 43 ist vor ihrem Gewinde 44 mit einem flanschartigen Kragen 47 versehen, der beim Einschrauben der Hülse 43 an der Stufe 35 zum anliegen kommt. Letztere bildet mithin zusammen mit dem Kragen 47 einen Anschlag für die Rohrhülse 43, die dadurch stets präzise im Gehäuse 20 montiert werden kann.

[0042] Die Projektionseinrichtung 40 hat - wie Fig. 2 weiter zeigt - für die Erzeugung der Zielmarke Z eine Kollimationsoptik 41, die von einem Kittglied 45 und einer Einzellinse 46 gebildet wird. Alle drei Linsen 45, 46 sind fest in der Hülse 43 fixiert.

[0043] Die elektrische Lichtquelle 50 ist eine Leuchtdiode (LED 51). Sie sitzt endseitig und zentrisch in einem zylindrischen Trichter 52, der mit einem Feingewinde 53 in die Rohrhülse 43 einschraubbar ist. Auf diese Weise kann der Abstand (die Brennweite) zwischen der Linsenanordnung 45, 46 der Kollimationsoptik 41 und der Lichtquelle 50 optimal eingestellt werden. Der insgesamt rotationssymmetrische Aufbau von Kollimationsoptik 41 und Lichtquelle 50 innerhalb der Rohrhülse 43 ist entsprechend drehinvariant ausgebildet. Vor der Leuchtdiode 51 sitzt eine (nicht dargestellte) Blende, die entweder als dünne Scheibe in den Trichter 52 eingesetzt oder als Beschichtung auf dem Körper der Leuchtdiode 51 aufgebracht wird. Die (ebenfalls nicht gezeigten) elektrischen Anschlüsse der LED 51 werden bevorzugt über Flachleiter 105 mit dem Verstellturm 100 und der dort integrierten Schaltung 102 und der Batterie 103 verbunden.

[0044] Die Projektionseinrichtung 40 erzeugt mittels der Kollimationsoptik 41 und der Leuchtdiode 51 eine leuchtende Zielmarke Z in Form eines kleinen farbigen Lichtpunktes. Damit dieser im Reflexvisier 10 stets scharf wahrgenommen werden kann, ist die Linsenanordnung 45, 46 der Kollimationsoptik 41 derart ausgebildet, dass die Blende vor der LED 51 stets ins Unendliche projiziert wird. Die Blende liegt daher in der Brennebene der Linsenanordnung 45, 46, was mit der erfindungsgemäßen Anordnung präzise eingestellt werden kann.

[0045] Die für das Einsetzen der Baugruppe 40, 50 im Gehäuse 20 vorgesehene Ausnehmung 24 im Gehäuse 20 wird mit einem Deckel 55 dicht verschlossen. Zwischen Deckel 55 und Gehäuse 20 ist eine (nicht näher bezeichnete) Dichtung, z.B. ein O-Ring, vorgesehen.

[0046] Um die von der Projektionseinrichtung 40 erzeugte Zielmarke Z in den Strahlengang entlang der optischen Achse A des Reflexvisiers 10 einzukoppeln, ist die Einkoppeloptik 60 vorgesehen. Diese wird - wie Fig. 3 näher zeigt - von zwei Prismen 63, 64 gebildet, die mit ihren Grenzflächen 65 flach aufeinander liegen. Die Grenzflächen stehen in einem Winkel von 45° zur optischen Achse A, so dass von unten auf die Grenzflächen 45 auffallendes Licht in Richtung der optischen Achse A gebrochen bzw. gespiegelt wird. Gleichzeitig kann man entlang der optischen Achse A durch die Prismen 63, 64 hindurch das anzuvisierende Ziel oder Objekt ungehindert beobachten. Die Projektionseinrichtung 40 liegt daher zentrisch auf der optischen Achse A zwischen der Einblicköffnung 21 und der Ausblicköffnung 22 des Gehäuses 20.

[0047] Die Prismen 63, 64 können aus gleichen Materialien oder aus Materialien mit unterschiedlichen Brechungsindizes gefertigt sein. Die von den Grenzflächen 65 abgewandten Seiten 66, 67 der Prismen 63, 64 bilden planparallele Flächen, auf die bei Bedarf weitere optische Komponenten aufgebracht werden können (siehe unten).

[0048] Beide Prismen 63, 64 bilden zusammen einen Strahlenteiler 68, der in einer Rohrhülse 69 integriert ist. Letztere hat im Bereich des Strahlenteilers 68 eine kugelförmige Außenkontur 71 und in Richtung Einblicköffnung 21 einen insgesamt konischen Schaft 72. Das Gehäuse 20 des Reflexvisiers 10 ist zur Aufnahme der kugelförmigen Außenkontur 71 mit einer korrespondierenden Kugelschale 36 versehen, so dass die Rohrhülse 69 innerhalb des Gehäuses 20 in allen Raumrichtungen verschwenkt werden kann. Die Kugelschale 36 und die kugelförmige Außenkontur 71 bilden mithin eine Art Kardangelenk.

[0049] Die Montage der Einkoppeloptik 60 als Baugruppe erfolgt durch die Ausnehmungen 26 und 32 im Gehäuse 20 hindurch, indem die Rohrhülse 69 mit dem Schaft 72 in die Ausnehmung 26 eingeführt wird, bis die kugelförmige Außenkontur 71 in der einseitig offenen Kugelschale 36 einliegt. Der konische Schaft 72 endet kurz vor der Einblicköffnung 21, so dass die inneren Strukturen und sonstigen Einbauten im Gehäuse 20 für den Schützen nicht sichtbar sind. Anschließend wird ein Lagerring 73 in die Ausnehmung 26 eingeschraubt, die hierzu beide mit korrespondierenden Gewinden versehen sind. Der Lagerring 73 vervollständigt die Kugelschale 36 im Gehäuse 20 und sichert die Rohrhülse 69 im Kardangelenk, so dass eine spielfreie Lagerung der Rohrhülse 69 gewährleistet ist.

[0050] Der im Wesentlichen würfel- oder quaderförmig ausgebildete Strahlenteiler 68 ist derart in die Rohrhülse 69 eingesetzt, dass der Mittelpunkt des Strahlenteilers 68 und damit der Mittelpunkt der Grenzflächen 65 im Mittelpunkt der von der kugelförmigen Außenkontur 71 gebildeten Kugel liegt. Dreht man die Rohrhülse 69 in der Kugelschale 36, 73, indem man das freie Ende des Schafts 72 nach oben oder seitlich bewegt, verändert sich die Winkellage der Grenzflächen 65 relativ zur optischen Achse A. Die auf den Strahlenteiler 68 projizierte Zielmarke Z wird dadurch relativ zur optischen Achse verschoben, so dass sich die Treffpunktlage des Visiers verändern lässt.

[0051] Um einen größeren Verstellbereich für die Zielmarke Z zu erreichen, kann man alternativ den Mittelpunkt des Strahlteilers 68 auch geringfügig außermittig zum Mittelpunkt der von der kugelförmigen Außenkontur 71 gebildeten Kugel anordnen. Denkbar ist auch, das Kardangelenk 71, 36, 73 im Bereich der Einblicköffnung 21 vorzusehen, indem die kugelförmige Außenkontur am freien Ende des Schafts 72 ausgebildet wird.

[0052] Um die Verstellbarkeit der Zielmarke Z auf zwei Raumrichtungen senkrecht zur optischen Achse A zu begrenzen ist in die kugelförmige Außenkontur 71 der Rohrhülse 69 parallel zur optischen Achse A eine Nut 75 eingebracht (siehe Fig. 2). In diese Nut 75 greift ein (nicht dargestellter) Stift ein, der entweder unmittelbar im Gehäuse 20 oder in einem separaten Deckel 76 fixiert ist. Letzterer wird in die Ausnehmung 33 im Gehäuse 20 eingesetzt und mit diesem verschraubt. Auch hier sorgt eine Dichtung für einen staubund wasserdichten Abschluss des Gehäuses 20.

[0053] Der Verstellturm 80 ist als Höhenverstellvorrichtung für die Zielmarke Z ausgebildet. Er hat eine Stellkappe 81, die axialfest und drehbar auf einem Ringsattel 82 gelagert ist. Innerhalb des Ringsattels 82 sitzt ein Gewindestück 83, das drehfest mit der Stellkappe 82 verbunden ist und zentrisch eine Gewindebohrung 84 aufweist. In der Gewindebohrung 84 sitzt ein Triebstift 85, der endseitig ein (nicht näher bezeichnetes) korrespondierendes Außengewinde trägt und drehfest in einem Rastring 86 gleitet. Dieser ist mit einem (nicht bezeichneten) Außengewinde in den Ringsattel 82 eingeschraubt und inwändig mit (nicht dargestellten) Rastvertiefungen versehen. In diese greifen zwischen dem Gewindestück 83 und dem Rastring 86 angeordnete, federbelastete (nicht gezeigte) Rastelemente, z.B. Kugeln ein, so dass beim Drehen der Stellkappe 81 ausgezeichnete Raststellungen erreicht werden. Die Abstände der Rastvertiefungen und die Gewindebohrung 84 sind derart aufeinander abgestimmt, dass die Auflösung der Rastung 1 MOA/Klick beträgt und der Triebstift 85 mit jedem Klick um ein definiertes Maß in seiner Längsrichtung bewegt wird.

[0054] Die Montage des Verstellturms 80 als vorgefertigte Baugruppe erfolgt in der Ausnehmung 28 in der Oberseite des Gehäuses 20, indem der Ringsattel 82 mit einem Außengewinde 87 in das Gehäuse 20 eingeschraubt wird. Nicht dargestellte O-Ringe dichten sowohl den Verstellturm 80 als auch das Gehäuse 20 staub- und wasserdicht ab.

[0055] Der Triebstift 85 des Verstellturms 80 liegt mit seinem freien Ende am freien Ende des Schafts 72 der Rohrhülse 69 der Einkoppeloptik 60 an und wird drehfest in dem Rastring 86 geführt. Dreht man die Stellkappe 81, dreht sich das Gewindestück 83 und der in der Gewindebohrung 84 eingesetzte Triebstift 85 wird je nach Drehrichtung aus dem Gewindestück 83 ausgeschoben oder eingezogen. Die Stellkappe 81 ist dabei so groß ausgebildet, dass Sie bequem von Hand betätigt werden kann, selbst wenn der Schütze Handschuhe tragen sollte. Um die Präzision der Höhenverstellung 80 weiter zu erhöhen ist der Randbereich des Schafts 72 im Querschnitt konvex ausgebildet mit einer Umlaufenden Kante 78, so dass der Triebstift 85 mit seinem freien Ende nahezu punktförmig an dem Schaft 72 anliegt.

[0056] Der Triebstift 85 kann entweder gelenkig mit dem Schaft 72 verbunden sein oder er liegt - wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel gezeigt - an dem V-förmigen Querschnitt des Schafts 72 an. Letzterer wird in diesem Fall von einer (nicht dargestellten) Feder belastet, so dass der Triebstift 85 den Schaft 72 entgegen der Feder bewegt. Dadurch wird eine äußerst präzise und spielfreie Lagerung erreicht.

[0057] Der Verstellturm 90 für die Seitenverstellung ist identisch zu dem Verstellturm 80 für die Höhenverstellung aufgebaut und als vormontierte Baugruppe in die Ausnehmung 29 seitlich im Gehäuse eingesetzt. Der (nicht dargestellte) Triebstift des Verstellturms 90 greift entsprechend senkrecht zum Triebstift 85 des Verstellturms 80 seitlich am Schaft 72 an.

[0058] Der Verstellturm 100 für die Regulierung der Helligkeit der elektrischen Lichtquelle 50 hat einen Sattel 101, der mit einem Außengewinde 106 in eine Ausnehmung im Gehäuse 20 eingeschraubt wird. Er trägt axialfest und drehbar einen Stellring 107, über den die Helligkeit der Lichtquelle 50 eingestellt werden kann. Der Stellring 107 ist über eine (nicht näher dargestellte) Mechanik mit einem Stellglied der elektronischen Steuerung 102 verbunden. In den Verstellturm 100 ist endseitig ein Deckel 108 eingesetzt, vorzugsweise eingeschraubt, der den Zugang zur Batterie 103 ermöglicht, um diese rasch und bequem ersetzen zu können. Die gesamte Baugruppe ist mittels (nicht gezeigter) Dichtringe gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Ein O-Ring 109 dichtet den Sattel 101 gegenüber dem Gehäuse 20 ab, so dass dieses auch an dieser Stelle staub- und wasserdicht ist.

[0059] Die Einstellung der Helligkeit der elektrischen Lichtquelle 50 kann stufenlos oder in definierten Stufen erfolgen. In letzterem Fall ist der Stellring 107 mit einer Rastung versehen, so dass jede Helligkeitsstufe rasch erkannt und eingestellt werden kann. Die Abstufung der Helligkeit kann beispielsweise wie folgt aussehen:
Stufe 1 bis 3:
sehr dunkel, zur Verwendung des Visiers 10 mit einer Nachtsichtbrille;
Stufe 4 bis 6:
relativ dunkel, zur Verwendung des Visiers 10 bei schlechten Lichtverhältnissen;
Stufe 7 bis 11:
hell, zur Verwendung des Visiers 10 in hellem Tageslicht oder vor hellen Hintergründen.


[0060] Um die Abmessungen des Gehäuses 20 gering zu halten, sind die Projektionseinrichtung 40 und die Einkoppeloptik 60 in der in den Fig. 1 bis 3 gezeigten Ausführungsform parallel übereinander angeordnet, wobei die Einkoppeloptik 60 auf der optischen Achse A zwischen Einblicköffnung 21 und Ausblicköffnung 22 liegt, während die Projektionseinrichtung 40 mit der Kollimatoroptik 41 und der Leuchtdiode 51 parallel darunter angeordnet ist.

[0061] Um das von der Projektionseinrichtung 40 erzeugte Bild der Zielmarke Z auf die Einkoppeloptik 60 abzubilden, ist frontseitig im Gehäuse ein voll reflektierender Spiegel 42 angeordnet. Dieser wird von einem Deckel 48 in der Ausnehmung 30 im Gehäuse 20 fixiert. Ein Dichtring 49 dichtet den Deckel 48 nach außen hin ab. Man erkennt in Fig. 3, dass der Spiegel 42 in einem Winkel von 45° zur optischen Achse A angeordnet ist. Damit das Licht von der Leuchtdiode 51 ungehindert auf den Strahlenteiler 68 der Einkoppeloptik 60 treffen kann ist im Gehäuse 20 im Bereich der Kugelschale 36 ein Durchgang 57 ausgebildet. Die Rohrhülse 69 ist entsprechend mit einem Durchbruch 58 versehen.

[0062] Um zu verhindern, dass die von der Projektionseinrichtung 40 erzeugte und von der Einkoppeloptik 60 in den Strahlengang entlang der optischen Achse A eingespiegelte Zielmarke Z oder sonstige Teile des von der Leuchtdiode 51 erzeugten Lichts vom anvisierten Objekt aus zu sehen sind, ist innerhalb der Einkoppeloptik 60 ein Mittel 61 vorgesehen, durch das die Zielmarke Z nur in Richtung R zur Einblicköffnung 21 hin in den Strahlengang entlang der optischen Achse A eingekoppelt wird. Bei diesem Mittel 61 handelt es sich um eine polarisierende Strahlteilerschicht 61, die zwischen den Grenzflächen 65 der Prismen 63, 64 angeordnet oder ausgebildet ist.

[0063] Die polarisierende Strahlteilerschicht 61 ist beispielsweise ein MacNeille-Polarisator, der so ausgelegt ist, dass das vom Spiegel 42 reflektierte und unter 45° Einfallswinkel auf der Strahlteilerschicht 61 auftreffende Licht für einen schmalen Wellenlängenbereich von z.B. etwa 50 nm in s- und p-polarisiertes Licht aufgetrennt wird. Das von den Grenzflächen 65 der Einkoppeloptik 60 reflektierte Licht wird dadurch wieder in sich selbst zurück reflektiert und zur Lichtquelle 51 zurückgeworfen. Es kann daher das Visier 10 in Richtung Ausblicköffnung 22 nicht verlassen. Die Zielmarke Z ist damit von außen durch die Ausblicköffnung 22 hindurch nicht sichtbar, auch nicht mit einem Nachtsichtgerät. Der Beobachtungsstrahlengang entlang der optischen Achse A wird dabei nur wenig beeinflusst, so dass die Sicht durch das Visier 10 hindurch kaum beeinträchtigt wird. Der Schütze sieht daher wie gewohnt das Objekt und die eingespiegelte Zielmarke Z.

[0064] Durch die Anordnung der Strahlteilerschicht 61 zwischen den Prismen 63, 64 sind keine zusätzlichen Bauteile notwendig. Das Mittel 61 ist mithin ein Teil der Einkoppeloptik 60 und damit ein Teil der Baugruppe.

[0065] In einer weiteren Ausführungsform kann man ein weiteres Polarisationsfilter vorsehen, das einen Teil des polarisierten Lichts noch vor dem Auftreffen auf die Strahlteilerschicht 61 herausfiltert. Ein solcher zusätzlicher Polarisationsfilter liegt zweckmäßig zwischen dem Strahlenteiler 69 und dem Spiegel 42.

[0066] Eine in Fig. 4 dargestellte alternative Ausführungsform sieht vor, dass das Mittel 62 derart ausgebildet ist, dass das von der Einkoppeloptik 60 in Richtung Ausblicköffnung 22 reflektierte Licht das Reflexvisier 10 gar nicht erst verlassen kann. Bei diesem Mittel 62 handelt es sich um Bandsperrfilter, das zwischen der Einkoppeloptik 60 und der Ausblicköffnung 22 angeordnet ist. Es ist derart ausgebildet ist, dass der von der Lichtquelle 50 emittierte Wellenlängenbereich nach der Reflexion durch den Strahlenteiler 68 in Richtung Ausblicköffnung 22 ausgeblendet wird. Das Absehen ist damit vom Objekt aus nicht mehr sichtbar, weil das Licht der leuchtenden Zielmarke das Bandsperrfilter nicht durchdringen kann. Die Wellenlänge der Lichtquelle und die Ausbildung des Bandsperrfilters sind derart aufeinander abgestimmt, dass die Sicht durch das Visier hindurch nur wenig beeinträchtigt wird, insbesondere dass sich eine nur unwesentliche oder kaum störende Verschiebung des Farbeindrucks ergibt. Wichtig ist jedoch, dass die Wellenlängen der Lichtquelle von dem Bandsperrfilter ausgefiltert werden, wodurch das Visier weder von einem anvisierten Objekt noch von einem Nachtsichtgerät erfasst werden kann.

[0067] Wie Fig. 4 zeigt, ist das Bandsperrfilter 62 auf der Frontfläche 66 des Strahlenteilers 68 der Einkoppeloptik 60 aufgebracht. Es ist mithin Teil der Einkoppeloptik 60 und damit ein Teil dieser Baugruppe.

[0068] Wie Fig. 4 weiter zeigt, ist die Projektionseinrichtung 40 über der optischen Achse A und damit über der Einkoppeloptik 60 angeordnet. Die optische Achse A rückt damit näher an die Waffe heran, was für bestimmte Waffentypen oder für bestimmte Aufgabenbereiche von Vorteil sein kann.

[0069] Eine weitere (nicht dargestellte) Ausführungsform sieht vor, dass die polarisierende Strahlteilerschicht 61 und das Bandsperrfilter 62 kombiniert werden, indem beispielsweise beide Mittel 61, 62 auf oder in dem Strahlenteiler 68 angeordnet werden.

[0070] In der Ausführungsform von Fig. 5 ist die Einkoppeloptik 60 starr im Gehäuse 20 fixiert, während die Projektionseinrichtung 40 relativ zur optischen Achse A schwenkbar ausgebildet ist. Hierzu ist die Rohrhülse 43 endseitig mit einer kugelförmigen Außenkontur 71 versehen, die in einer entsprechenden Kugelschale 36 im Gehäuse 20 formschlüssig gelagert ist. Außenkontur 71 und Kugelschale 36 bilden ein Kardangelenk, so dass die Projektionseinrichtung 40 in wenigstens zwei Raumrichtungen schwenkbar gelagert ist. Die Verstelltürme 80, 90 greifen mit ihren Triebstiften 85 endseitig an der Rohrhülse 43 bzw. an dem zylindrischen Trichter 52 der Lichtquelle 50 an.

[0071] Das Licht der Lichtquelle 50 wird von dem Projektionssystem 40 und dessen Kollimationsoptik 41 kollimiert und über den Spiegel 42 auf den Strahlenteiler 68 der Einkoppeloptik 60 projiziert. Diese reflektiert das Licht als Zielmarke Z in Richtung des Auges eines durch die Einblicköffnung 21 visierenden Schützen. Die Zielmarke Z erscheint durch die Optik 21, 68, 22 als scharf umgrenzter roter Punkt in der Zielebene. Zwischen den Grenzflächen 65 der beiden Prismen 63, 64 des Strahlenteilers 68 in der Einkoppeloptik 60 ist die polarisierende Strahlteilerschicht 61 eingebracht. Diese sorgt dafür, dass die Zielmarke Z nur von der Einblicköffnung 21 aus sichtbar ist.

[0072] Die Anordnung der Visiereinrichtung 10 der Fig. 5 kann ergänzend oder alternativ auch mit einem Bandsperrfilter 62 ausgestattet sein.

[0073] Über einen in den Fig. 4 und 5 nicht dargestellten Verstellturm 100 kann die Helligkeit der Leuchtdiode 51 eingestellt werden, um bei ungünstigen Lichtverhältnissen einen guten Kontrast zwischen Sehfeld und Absehen zu erreichen.

[0074] Ergänzend kann in die Projektionseinrichtung 40 und/oder die Einkoppeloptik 60 noch eine Spektralteilerschicht eingearbeitet werden, die für das Auge einen rot-blauen Kontrast ergibt.

[0075] Insgesamt erfüllte das erfindungsgemäße Reflexvisier 10 folgende wichtige Anforderungen:

■ Das Visier 10 kann bei sehr hellen Lichtverhältnissen verwendet werden, weil die Helligkeit der Lichtquelle 50 entsprechend eingestellt werden kann.

■ Das Visier 10 kann mit einer Nachtsichtausrüstung verwendet werden, weil die Helligkeit der Lichtquelle 50 entsprechend dunkel geregelt werden kann.

■ Das Visier 10 bietet für den Schützen eine außerordentlich hohe Sicherheit, weil von der Objektseite her keine Signatur der Lichtquelle erkennbar ist, nicht einmal mit einem Nachtsichtgerät.

■ das Visier 10 ist für eine Serienfertigung geeignet, weil sämtliche Komponenten als Baugruppen vorgefertigt werden und anschließend nur noch im Gehäuse 20 montiert werden müssen. Die einzelnen Baugruppen erfüllen höchste Anforderungen an Präzision und Robustheit, was sich insgesamt günstig auf die Handhabung und den Einsatz des Reflexvisiers 10 auswirkt.



[0076] Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt, sondern in vielfältiger Weise abwandelbar. So kann beispielsweise die Einkoppeloptik 60 einen halbdurchlässigen Spiegel aufweisen, der die polarisierende Strahlteilerschicht 61 als Grenzschicht trägt. Der Strahlenteiler 68 der Einkoppeloptik 60 kann aber auch als einfaches Prisma ausgebildet sein, wobei auch hier die polarisierende Strahlteilerschicht 61 als Grenzschicht auf dem Prisma aufgebracht ist. Ergänzend oder alternativ kann auch hier ein Bandsperrfilter verwendet werden.

[0077] In einer noch anderen Ausführungsform können die Projektionseinrichtung 40 und die Einkoppeloptik 60 eine gemeinsame Optik bilden, beispielsweise in Form einer doppelten oder mehrfachen Linsenanordnung mit teilreflektierender Zwischenschicht.

[0078] Ergänzend zur elektrischen Lichtquelle 50 kann man natürliches Licht in das Gehäuse einleiten und der Projektionseinrichtung 40 zuführen. Dadurch lässt sich beispielsweise bei ausreichendem Tageslicht Energie sparen, so dass die Batterie 103 weniger häufig gewechselt werden muss.

[0079] Die Montage-Ausnehmung 23 am Gehäuse 20 kann auch in einer Schnellspannverbindung 17 ausgebildet sein, die mittels Schrauben 18 am Gehäuse 20 verschraubt wird. Auch hiermit kann das Gehäuse 20 rasch und bequem werkzeuglos auf einer Waffe montiert werden.

[0080] Eine noch andere (nicht gezeigte) Ausführungsform sieht vor, dass die Projektionseinrichtung 40 und die Einkoppeloptik 50 horizontal in einer Ebene nebeneinander liegen. Auch hierdurch liegt die optische Achse A relativ dicht über der Waffe und das Gehäuse 20 ist insgesamt flach ausgebildet.

[0081] Ferner ist es möglich, auf dem Strahlenteilerblock 68 ein zusätzliches Absehen aufzubringen, z.B. in Form einer unbeleuchteten Strichplatte, um die Variabilität des Reflexvisiers 10 weiter zu erhöhen. Oder es wird ein zusätzliches Absehen in das Sehfeld eingespiegelt.

[0082] Eventuell vorgesehen Schutzkappen, Schutzdeckel, Elevationskappen oder der Deckel für das Batteriefach sind unverlierbar ausgebildet, d.h. sie bleiben nach dem Abnehmen mit dem Gehäuse 20 verbunden. Sie können mithin nicht verloren gehen.
Man erkennt, dass ein Reflexvisier 10 ein Gehäuse 20 hat, das entlang einer optischen Achse A eine Einblicköffnung 21 und eine Ausblicköffnung 22 aufweist. Es hat ferner eine Projektionseinrichtung 40, die das von einer Lichtquelle 50 erzeugte Licht als Zielmarke Z abbildet, sowie eine Einkoppeloptik 60, welche die von der Projektionseinrichtung 40 abgebildete Zielmarke Z in den Strahlengang entlang der optischen Achse A einkoppelt. Um zu verhindern, dass die Zielmarke Z vom anvisierten Objekt her sichtbar ist, sieht die Erfindung vor, dass wenigstens ein Mittel 61, 62 vorgesehen ist, durch das die von der Projektionseinrichtung 40 abgebildete Zielmarke Z im Wesentlichen nur von der Einblicköffnung 21 aus sichtbar ist. Das Mittel 61, 62 kann eine polarisierende Strahlteilerschicht 61 sein, die als Grenzschicht 65 zwischen zwei Prismen 63, 64 ausgebildet ist. Oder man verwendet ein Bandsperrfilter 62, das zwischen der Einkoppeloptik 60 und der Ausblicköffnung 22 angeordnet ist und verhindert, dass von der Einkoppeloptik 60 reflektiertes Licht in Richtung Ausblicköffnung 22 sperrt bzw. ausfiltert. Um einen kostengünstigen und einfach zu fertigenden Aufbau des Visiers 10 zu erreichen, sind die Komponenten 40, 50, 60, 70, 80, 90, 100 des Visiers 10 als vorgefertigte Baugruppen ausgebildet, die rasch und präzise im Gehäuse 20 montiert werden können.

[0083] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein.

Bezugszeichenliste



[0084] 
A
optische Achse
R
Richtung
Z
Zielmarke
10
Reflexvisier
12
Glasscheibe
13
Schraubring
14
Schraubring
17
Schnellspannverbindung
18
Schraube
20
Gehäuse
21
Einblicköffnung
22
Ausblicköffnung
23
Ausnehmung
24
Ausnehmung
26
Ausnehmung
28
Ausnehmung
29
Ausnehmung
30
Ausnehmung
31
Ausnehmung
32
Ausnehmung
33
Ausnehmung
34
Absatz
35
Stufe
36
Kugelschale
40
Projektionseinrichtung
41
Kollimationsoptik
42
Spiegel
43
Rohrhülse
44
Gewinde
45
Kittglied
46
Einzellinse
47
Kragen
48
Deckel
49
Dichtring
50
Lichtquelle
51
Leuchtdiode
52
zylindrischer Trichter
53
Gewinde
55
Deckel
60
Einkoppeloptik
61
Polarisator
62
Bandsperrfilter
63, 64
Prisma
65
Grenzfläche
66, 67
planparallele Fläche
68
Strahlenteiler
69
Rohrhülse
70
Kardangelenk
71
kugelförmige Außenkontur
72
konischer Schaft
73
Lagerring
75
Nut
78
Kante
80
Verstellturm
81
Stellkappe
82
Ringsattel
83
Gewindestück
84
Gewindebohrung
85
Triebstift
86
Rastring
87
Außengewinde
90
Verstellturm
100
Verstellturm
101
Sattel
102
elektronische Steuerung
103
Batterie / Akku
105
Flachleiter
106
Außengewinde
107
Stellring
108
Deckel



Ansprüche

1. Reflexvisier (10) mit einem Gehäuse (20), das entlang einer optischen Achse (A) eine Einblicköffnung (21) und eine Ausblicköffnung (22) aufweist, mit einer Projektionseinrichtung (40), die das von einer Lichtquelle (50) erzeugte Licht als Zielmarke (Z) abbildet, und mit einer Einkoppeloptik (60), welche die von der Projektionseinrichtung (40) abgebildete Zielmarke (Z) in den Strahlengang entlang der optischen Achse (A) einkoppelt, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Mittel (61, 62) vorgesehen ist, durch das die von der Projektionseinrichtung (40) abgebildete Zielmarke (Z) im Wesentlichen nur von der Einblicköffnung (21) aus sichtbar ist.
 
2. Reflexvisier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Mittel (61) derart ausgebildet ist, dass die Zielmarke (Z) nur in einer Richtung (R) zur Einblicköffnung (21) hin in den Strahlengang entlang der optischen Achse (A) eingekoppelt wird.
 
3. Reflexvisier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (61) im Bereich der Einkoppeloptik (60) ausgebildet ist.
 
4. Reflexvisier nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (61) ein Teil der Einkoppeloptik (60) ist.
 
5. Reflexvisier nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel eine polarisierende Strahlteilerschicht (61) ist.
 
6. Reflexvisier nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die polarisierende Strahlteilerschicht (61) ein MacNeille-Polarisator ist.
 
7. Reflexvisier nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Mittel (62) derart ausgebildet ist, dass das von der Einkoppeloptik (60) in Richtung Ausblicköffnung (22) reflektierte Licht das Reflexvisier (10) nicht verlassen kann.
 
8. Reflexvisier nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (62) zwischen der Einkoppeloptik (60) und der Ausblicköffnung (22) angeordnet ist.
 
9. Reflexvisier nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Mittel (62) ein Bandsperrfilter (62) ist, der den von der Lichtquelle (50) emittierten Wellenlängenbereich ausgeblendet.
 
10. Reflexvisier nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Position der Zielmarke (Z) relativ zur optischen Achse (A) verstellbar ist.
 
11. Reflexvisier nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Position der Zielmarke (Z) horizontal und/oder vertikal verstellbar ist.
 
12. Reflexvisier nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Einkoppeloptik (60) relativ zum Gehäuse (20) schwenkbar ausgebildet ist.
 
13. Reflexvisier nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einkoppeloptik (60) in einem Kardangelenk (70) gelagert ist.
 
14. Reflexvisier nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Projektionseinrichtung (40) relativ zur optischen Achse (A) schwenkbar ausgebildet ist.
 
15. Reflexvisier nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Projektionseinrichtung (40) in einem Kardangelenk (70) gelagert ist.
 




Zeichnung




















Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente