[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement mit einer optisch variablen Struktur,
die eine Prägestruktur aufweist. Die Prägestruktur ist mit einer zur Oberfläche des
Datenträgers kontrastierenden Beschichtung so kombiniert, dass wenigstens Teilbereiche
der Beschichtung bei senkrechter Betrachtung sichtbar sind, bei Schrägbetrachtung
unter vorbestimmter Betrachtungsrichtung aber verdeckt werden. Bei abwechselnd senkrechter
und schräger Betrachtung entsteht somit ein Kippeffekt.
[0002] Zum Schutz gegen Nachahmung, insbesondere mit Farbkopierern oder anderen Reproduktionsverfahren,
werden Datenträger, wie beispielsweise Banknoten, Wertpapiere, Kredit- oder Ausweiskarten,
Pässe, Urkunden und Ähnliches, Labels, Verpackungen oder andere Elemente für die Produktsicherung,
mit optisch variablen Sicherheitselementen ausgestattet. Der Fälschungsschutz beruht
dabei darauf, dass der visuell und einfach und deutlich erkennbare optisch variable
Effekt von den oben genannten Reproduktionsgeräten nicht oder nur ungenügend wiedergegeben
wird. Insbesondere weisen die optisch variablen Sicherheitselemente eine entsprechende
Haptik auf, die schwer zu kopieren, aber leicht und ohne Hilfsmittel zu überprüfen
ist.
[0003] Hierzu ist beispielsweise aus
WO 97/17211 ein Datenträger mit einem optisch variablen Element bekannt, das aus einer geprägten
Struktur und einer Beschichtung in Form eines Druckbildes oder Linienrasters besteht.
Die geprägte Struktur oder die Beschichtung werden hierbei durch eine teilweise Veränderung
ihrer Struktur so ergänzt, dass entweder eine Verstärkung des bereits bekannten optisch
variablen Effekts eintritt oder aber mindestens ein weiterer visuell erkennbarer Effekt
auftritt. Die Gesamtheit aus dem durch die Kombination aus Untergrund und Prägung
erzeugten optisch variablen Effekt und dem zusätzlichen Effekt ist visuell erkennbar,
kann jedoch mitlfe von Kopiergeräten nicht reproduziert werden. Sie kann dementsprechend
als eine Information dienen, anhand der geprüft werden kann, ob es sich um ein Originaldokument
handelt, bzw. bei Vorhandensein des oder der optisch variablen Effekte kann ausgeschlossen
werden, dass das Dokument mit handelsüblichen Reproduktionstechniken hergestellt wurde.
[0004] Aus
EP 1317 346 B1 ist ein Datenträger mit einem im Stichtiefdruck blindgeprägten Sicherheitselement
bekannt, bei dem ein nicht im Stichtiefdruckverfahren ausgeführter Untergrundaufdruck
und eine Halbtonblindprägung in unterschiedlichen Druckvorgängen auf den Datenträger
aufgebracht werden. Hierbei tretenden Passerungenauigkeiten auf, die bis zu mehrere
Millimeter betragen können. Diese Passerungenauigkeiten werden durch entsprechend
gestaltete farbige Bereiche getarnt, die passerhaltig um die Halbtonblindprägung herum
angeordnet sind. Die farbigen Bereiche überdecken die Passerungenauigkeiten zwischen
dem Untergrundaufdruck und der Halbtonblindprägung, so dass für einen Betrachter der
Eindruck einer passergenauen, im Untergrundaufdruck zentrierten Halbtonblindprägung
entsteht.
[0005] Aus
WO 2004/022355 ist ein Datenträger mit einer optisch variablen Struktur bekannt, die eine Prägestruktur
mit erhabenen Bereichen und eine zur Oberfläche des Datenträgers kontrastierende erste
Beschichtung aufweist. Die Prägestruktur und die Beschichtung sind so kombiniert,
dass bei abwechselnd senkrechter und schräger Betrachtung ein Kippeffekt entsteht.
Die erste Beschichtung ist nur bereichsweise vorgesehen. Zumindest in Teilbereichen
weist die optisch variable Struktur eine zweite ebenfalls zur Datenträgeroberfläche
kontrastierende Beschichtung auf, die zumindest in Teilbereichen überlappend zur ersten
Beschichtung angeordnet ist.
[0006] Die Beschichtung aus
WO 97/17211 oder aus
WO 2004/022355 ist insbesondere als Linienraster aus gedruckten Linien beliebiger Farbgestaltung
ausgeführt. Die Linien aus unterschiedlichen Farben sind hierbei voneinander beabstandet
oder grenzen direkt aneinander. Wird eine Linienbreite von ca. 100 µm gewählt, können
die Linien vom Auge praktisch nicht mehr aufgelöst werden und es entsteht ein homogener
Farbeindruck. So ergibt sich beispielsweise bei einem Linienraster aus einer regelmäßigen
Abfolge von Linien der Grundfarben Cyan, Gelb und Magenta bei Draufsicht eine einheitlich
grau erscheinende Fläche.
[0007] Ein wesentlicher Nachteil eines Linienrasters aus gedruckten Linien ist jedoch, dass
die Linien der jeweiligen Farbe nacheinander auf das Trägersubstrat aufgedruckt werden,
so dass grundsätzlich Passerungenauigkeiten unvermeidbar sind. Selbst bei Druckverfahren
mit hoher Passergenauigkeit sind die Linien minimal gegeneinander verschoben und erscheint
die Fläche der Beschichtung streifig und fleckig, d.h. der homogene Farbeindruck wird
beeinträchtigt. Da diese Passerungenauigkeiten zudem auf der gesamten Fläche der Beschichtung
auftreten können, ist ihre Tarnung durch Überdrucken mit farbigen Bereichen gemäß
EP 1317 346 B1 nicht möglich. Auch
WO-A-02/20280 zeigt den stand der Technik.
[0008] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Sicherheitselement mit einer
optisch variablen Struktur aus einer Beschichtung in Form eines Linienrasters sowie
einer Prägestruktur dahingehend zu verbessern, dass die innerhalb der Beschichtung
grundsätzlich auftretenden Passerungenauigkeiten getarnt werden.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0010] Erfindungsgemäß besteht die optisch variable Struktur aus einer Beschichtung in Form
einer vollflächigen, linienförmigen und mehrfarbigen, d.h. mindestens zweifarbigen
Rasterstruktur sowie einer Prägestruktur. Hierbei beinhalten sowohl die Beschichtung
als auch die Prägestruktur jeweils mindestens eine für einen Betrachter sichtbare
Information. Des Weiteren überlappen sich diese Informationen teilweise.
[0011] Vorteil der erfindungsgemäßen optisch variablen Struktur ist, dass die Information
der Beschichtung von Passerungenauigkeiten der Beschichtung ablenkt. Die Passerungenauigkeiten
innerhalb der Beschichtung sind zwar nach wie vor vorhanden und damit das fleckige
und streifige Erscheinung bild der Beschichtung nach wie vor sichtbar, ein Betrachter
konzentriert sich jedoch eher auf die Information der Beschichtung.
[0012] Die vollflächige, linienförmige und mehrfarbige Rasterstruktur der Beschichtung weist
wenigstens eine erste Information auf, die insbesondere als negative und/ oder positive
Darstellung in Form einer Modulation der Linien der Rasterstruktur ausgeführt ist.
Eine Modulation einer Linie ist im Sinne dieser Erfindung eine Veränderung der Ausgestaltung
der Linie insbesondere in Form, Farbe und/oder Verlauf. Insbesondere ist eine negative
Darstellung im Sinne dieser Erfindung eine Verminderung der Dicke einer Linie und
eine positive Darstellung eine Verbreiterung der Dicke der Linie. Einzelne Linien
der Rasterstruktur sind hierbei in bestimmten Bereichen derart moduliert, dass für
einen Betrachter der Eindruck einer graphischen oder alphanumerischen Abbildung entsteht.
Aus einem normalen Betrachtungsabstand von 30 cm bis 50 cm ergibt sich als Abbildung
beispielsweise eine Zahl, ein Buchstabe, ein Portrait, ein Tier, eine Pflanze, eine
Landschaft oder ein Bauwerk. Betrachtet man diese Abbildung aus einem wesentlich geringeren
Abstand von wenigen Zentimetern oder mit einer Lupe, so zeigt sich, dass die Modulation
der Linien pixelartig ausgeführt ist. So werden die Linien in einem bestimmten Bereich
beispielsweise in ihrer Ausdehnung parallel zur Oberfläche des Trägersubstrates, d.h.
ihrer Breite, verändert, indem sie sich verjüngen oder verbreitern. Alternativ oder
zusätzlich können die Linien auch unterbrochen oder abgewinkelt werden, aus einer
Abfolge von kurzen Unterbrechungen und Punkten, Rechtecken, Symbolen oder anderen
geometrischen oder alphanumerischen Formen gebildet oder versetzt weitergeführt werden.
Ebenso können die Linien signifikant in ihrer Farbe oder ihrer Sättigung, d.h. der
Schichtdicke ihres Farbauftrages verändert werden. Des Weiteren ist auch eine Kombination
mehrerer dieser Modulationen möglich, wie z.B. eine Punktierung in einer anderen Farbe
oder eine Unterbrechung, bei der der durch die Unterbrechung entstandene Zwischenraum
durch eine Abfolge von Schriftzeichen, Ziffern und Punkte teilweise wieder aufgefüllt
wird.
[0013] Die Linien des Linienmusters grenzen direkt aneinander oder sind voneinander beabstandet.
Im ersten Fall wird ein flächendeckendes Linienmuster vorzugsweise aus einer alternierenden
Folge von drei Linien in den Farben Cyan, Magenta und Gelb oder einem ähnlichen Farbeindruck
auf den Datenträger aufgebracht. Sind die Linien voneinander beabstandet, bildet vorzugsweise
die Farbe des Substrats des Datenträgers eine der Linien des Linienmusters. Beide
Möglichkeiten sind auch kombinierbar. Wird beispielsweise auf ein magentafarbenes
Substrat eine alternierende Folge aus zwei aneinandergrenzenden Linien in den Farben
Cyan und Gelb aufgedruckt, wobei sich zwischen jedem Linienpaar ein Lücke befindet,
bildet das Substrat die "fehlende" dritte Linie der Folge.
[0014] Üblicherweise werden die Linien der einzelnen Farben nacheinander auf das Substrat
des Datenträgers aufgedruckt. Hierbei werden in einem ersten Druckvorgang zunächst
alle Linien einer ersten Farbe gedruckt, in einem zweiten Druckvorgang alle Linien
einer zweiten Farbe, in einem dritten Druckvorgang alle Linien einer dritten Farbe
usw. Für jede Farbe wird dabei eine eigene Druckplatte oder ein eigener Druckzylinder
verwendet, auf den die entsprechende Farbe aufgetragen und anschließend auf das Substrat
des Datenträgers aufgedruckt wird.
[0015] Grundsätzlich können alle Farben auch in einem einzigen Druckvorgang auf das Substrat
des Datenträgers aufgedruckt werden. Hierbei werden die einzelnen Farben nacheinander
oder gleichzeitig auf eine einzige Druckplatte oder einen einzigen Druckzylinder aufgetragen
und anschließend auf das Substrat des Datenträgers aufgedruckt.
[0016] Der Aufdruck erfolgt mit üblichen Druckverfahren, d.h. insbesondere im Flachdruck,
wie z. B. im Offsetverfahren, im Hochdruck, wie z.B. im Buchdruck oder im Flexodruckverfahren,
im Siebdruck, im Tiefdruck, wie z.B. im Rastertiefdruck oder im Stichtiefdruck, oder
in einem Thermografieverfahren, wie beispielsweise im Thermotransferverfahren.
[0017] Bevorzugt sind die Linien der Beschichtung als Geraden ausgeführt und besonders bevorzugt
parallel zueinander angeordnet. Ebenso können die Linien auch als konzentrische Kreise
oder konfokale Ellipsen ausgeführt sein oder ovale, wellenförmige oder beliebige andere
Formen aufweisen. Zusätzlich ist auch eine Kombination mehrerer dieser Ausführungsformen
möglich.
[0018] Des Weiteren weist die Beschichtung bevorzugt maschinenlesbare Merkmale auf. Hierbei
enthalten die maschinenlesbaren Merkmale maschinenlesbare Merkmalsstoffe, insbesondere
reflektierende, magnetische, elektrisch leitfähige, Röntgenstrahlen absorbierende,
phosphoreszierende, fluoreszierende oder sonstige lumineszierende Stoffe.
[0019] Besonders bevorzugt handelt es sich bei den maschinell detektierbaren Substanzen
um lumineszierende, elektrisch leitfähige, infrarote (IR) Strahlung absorbierende
oder um Röntgenstrahlen absorbierende Substanzen, da diese Materialien berührungslos
detektierbar sind. Beim Detektieren tritt somit weder ein Verschleiß des codierten
Dokuments noch ein Verschleiß des Detektors auf, wobei letzterem Aspekt insbesondere
bei der maschinellen Prüfung von Banknoten besondere Bedeutung zukommt, die in extrem
hohen Stückzahlen geprüft werden. Ein häufiges Prüfen der Dokumente würde darüber
hinaus bei berührender Prüfung zu Schleifspuren auf dem Dokument führen. Die Messspur
würde dadurch sichtbar und die Lage der ansonsten visuell möglicherweise unsichtbaren
Codierung enttarnt. Lumineszierende und elektrisch leitfähige, teilweise auch IR-absorbierende
Materialien sind auch deshalb besonders als Codierungsmaterialien geeignet, weil sie
den Druckfarben beispielsweise als Partikel beigemischt werden können, ohne die Farbwirkung
der Druckfarben nennenswert zu beeinflussen. Vielmehr bleibt die farbliche Brillanz
der Druckfarben erhalten, wenn beispielsweise lumineszenzfähige Merkmalsstoffe keine
oder nur eine geringe Eigenfarbe aufweisen oder weitgehend farblose, elektrisch leitfähige
Polymere verwendet werden. Darüber hinaus besitzen viele lumineszierende Substanzen,
elektrisch leitfähigen Partikel und IR- oder Röntgenstrahlen absorbierende Stoffe
die positive Eigenschaft, dass ihre Lumineszenzfähigkeit bzw. elektrische Leitfähigkeit
bzw. Absorptionsfähigkeit über lange Zeit unverändert erhalten bleibt und sich durch
äußere Einflüsse weder verändern noch löschen lässt.
[0020] Als elektrisch leitfähige Materialien kommen bevorzugt Glimmerpartikel infrage, die
mit einer elektrisch leitfähigen Beschichtung überzogen sind. Als Röntgenstrahlen
absorbierendes Material eignet sich beispielsweise Bariumsulfat. Als IR-Absorber können
organische Absorber, beispielsweise aus der Gruppe der Phthalocyanine, und anorganische
Absorber, wie beispielsweise Kohlenstoff als Ruß oder Graphit verwendet werden.
[0021] Die Breite der Linien liegt zwischen 30 µm und 300 µm, bevorzugt zwischen 40 µm und
200 µm, so dass für das Auge eines Betrachters die Rasterstruktur aus einem Abstand
von mindestens 30 cm bis 50 cm nicht mehr als aus einzelnen Linien bestehend wahrnehmbar
ist und ein homogener Farbeindruck entsteht. Die Tiefe der Linien des Linienmusters
liegt zwischen 15 µm und 250 µm, bevorzugt zwischen 40 µm und 150 µm und besonders
bevorzugt zwischen 80 µm und 120 µm.
[0022] Erfindungsgemäß ist die Prägestruktur in einem Teilbereich der Beschichtung angeordnet,
d.h. sie ist im Gegensatz zur Beschichtung nicht vollflächig ausgeführt. Hierbei kann
die Prägestruktur auch über die Beschichtung hinaus geführt werden und damit über
die Beschichtung hinausragen.
[0023] Die Prägestruktur weist wenigstens eine Information auf, die sogenannte zweite Information,
die durch die Umrisslinien der geprägten Bereiche gebildet wird. Die zweite Information
ist in Form einer graphischen und/oder alphanumerischen Abbildung ausgeführt und stellt
beispielsweise eine Zahl, einen Buchstaben, ein Portrait, ein Tier, eine Pflanze,
eine Landschaft oder ein Bauwerk dar.
[0024] Die Prägestruktur ist vorzugsweise als Blindprägung ausgeführt. Blindprägungen werden
in einem Druckvorgang unter Verwendung einer Stahltiefdruckplatte erzeugt. Beim Druckvorgang
wird das Papier in die Vertiefungen der Blindprägungsbereiche hineingepresst und auf
diese Weise nachhaltig verformt. Die Blindprägungsbereiche der Druckplatte werden
anders als Druckbildbereiche nicht mit Farbe gefüllt, so dass das Substratmaterial
des Sicherheitsdokuments in diesen Bereichen lediglich nachhaltig verformt, das heißt
geprägt, wird. Bei der Betrachtung von Blindprägungen ergeben sich aufgrund von Licht-
und Schatteneffekten besondere dreidimensionale optische Eindrücke. Darüber hinaus
lassen sich Blindprägungen mit entsprechenden Abmessungen auch taktil leicht erfassen.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Prägestruktur als farbführende
Prägung ausgeführt. Hierbei bleibt der optisch variable Effekt des Sicherheitselements
erhalten, obwohl statt der Blindprägung eine farbführende Prägung verwendet wird.
D.h., die optisch variable Struktur weist zumindest in Teilbereichen eine zweite ebenfalls
zur Datenträgeroberfläche kontrastierende Beschichtung auf, die deckungsgleich zu
den erhabenen Bereichen der Prägestruktur angeordnet ist. Die zweite Beschichtung
bietet den Vorteil, dass die Prägestruktur ohne zusätzlichen Druckvorgang stabilisiert
wird. Des Weiteren hat das derartige Sicherheitselement den Vorteil, dass es in ein
Stichtiefdruckmotiv und damit in die farbliche und gegenständliche Ausgestaltung eines
umgebenden Motivs integriert werden kann.
[0026] Bei der Herstellung einer farbführenden Prägung werden die Vertiefungen der Druckplatte
mit Farbe gefüllt. Die überschüssige Farbe wird mithilfe eines Wischzylinders oder
eines Rakels so von der Druckplatte entfernt, dass die Gravurlinien bis zum Rand mit
Farbe gefüllt sind. Beim Druckvorgang wird schließlich mittels eines Andruckzylinders,
der eine elastische Oberfläche aufweist, der zu bedruckende Datenträger, im Regelfall
Papier, mit hohem Druck auf die Druckplatte gepresst. Der Datenträger wird dabei in
die mit Farbe gefüllten Vertiefungen der Druckplatte eingedrückt und kommt so mit
der Druckfarbe in Berührung. Beim Ablösen des Datenträgers zieht dieser die Druckfarbe
aus den Vertiefungen heraus. Das so erzeugte Druckbild weist Drucklinien auf, die
je nach Tiefe der Vertiefungen in der Farbschichtdicke variieren. Der Datenträger
wird hierbei derart stark in die Vertiefungen der Druckplatte gepresst, dass er nicht
nur die Farbe aus den Vertiefungen aufnimmt, sondern auch gleichzeitig geprägt wird.
[0027] Grundsätzlich werden Prägestrukturen mit einem Prägewerkzeug, wie einer Stichtiefdruckplatte,
einem Prägestempel oder einer Druckplatte, erzeugt Hierbei weist die Oberfläche des
Prägewerkzeuges Vertiefungen auf, die durch mechanische Gravur, Ablation mittels eines
Lasers, Ritzen beispielsweise mit einer Diamantspitze und/ oder Ätzen in die Oberfläche
des Prägewerkzeuges eingebracht werden.
[0028] Die Prägung kann auch mittels Thermoverfahren erzeugt werden. Hierbei wird ein Substrat
aus Kunststoff durch Wärmeeinwirkung thermisch verformt, wobei feinere Strukturen
darstellbar sind als bei Substrat aus Papier. Dieses Verfahren wird insbesondere bei
Banknoten aus Kunststoff oder Geldkarten, Debit-Karten, Kreditkarten, SIM-Karten,
Kundenkarten oder dergleichen verwendet.
[0029] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Prägung linienförmige Prägeelemente
auf, die vorzugsweise gerade, aber auch gewellt und/ oder gekrümmt verlaufen können.
Ein linienförmige Prägeelement wird durch eine kanalartige Vertiefung in der Prägeplatte
bzw. dem Prägezylinder erzeugt. Die Vertiefung ist im Querschnitt derart ausgeführt,
dass Prägeelemente mit mindestens zwei gegenüberliegenden Flanken entstehen und jede
dieser Flanken aus unterschiedlichen Richtungen sichtbar ist. Beispielsweise entstehen
bei einer dreieckigen Ausführung der Vertiefung zwei Flanken, die bei senkrechter
Betrachtung beide sichtbar sind. Bei schräger Betrachtung ist nur eine Flanke sichtbar,
da die jeweils andere Flanke durch die gegenüberliegende sichtbare Flanke verdeckt
wird. Bei abwechselnd senkrechter und schräger Betrachtung entsteht somit ein Kippeffekt.
[0030] Üblicherweise sind die linienförmige Rasterstruktur der Beschichtung und die linienförmigen
Prägeelemente parallel zueinander ausgerichtet, so dass auf der einen Flanke der Prägestruktur
Linien einer Farbe und auf der anderem Flanke Linien einer anderen Farbe angeordnet
sind. Blickt ein Betrachter somit schräg auf die optisch variable Struktur, sieht
er je nach Betrachtungsrichtung eine der beiden Farben, blickt er senkrecht auf die
optisch variable Struktur, sieht er beide Farben. Durch das Zusammenspiel aus Beschichtung
und Prägestruktur entsteht somit ein Kippeffekt mit einem Farbwechsel.
[0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsart weist die Prägung nicht linienförmige
Prägeelemente auf, wie sie insbesondere aus
WO 2006/018232 A1 bekannt sind. Nicht linienförmige Prägeelemente weisen Flanken ebener und/ oder gekrümmter
Flächen auf, insbesondere die Form von n-seitigen Pyramiden, Tetraedern, Pyramidenstümpfen,
Zylinderabschnitten, Kegeln, Kegelschnitten, Paraboloiden, Polyedern, Quadern, Prismen
Kugelausschnitten, Kugelabschnitten, Kugelsegmenten, Halbkugeln, Tonnenkörpern oder
Tori. Die nicht linienförmigen Prägeelemente können auch als sogenannter geteilter
Torus ausgebildet sein, wobei der Torus parallel zu der Ebene geteilt ist, in der
der große Radius des Torus liegt. Besonders bevorzugt werden noppenartige Prägeelemente
in Form von Kugelabschnitten, oder drei-oder vierseitigen Pyramiden verwendet. Nicht
linienförmigen Prägeelemente haben den Vorteil, dass auf einfache Weise mehr als zwei
Informationen in dem optisch variablen Element untergebracht werden können, die unter
unterschiedlichen Betrachtungswinkeln sichtbar werden, da die nicht linienförmigen
Prägeelemente mehrere Flanken aufweisen, auf welchen die Informationen oder Teile
der Informationen gezielt und getrennt voneinander angeordnet werden können.
[0032] Erfindungsgemäß überlappen sich die erste Information und die zweite Information
teilweise. Insbesondere stellen die erste und die zweite Information zwei graphische
oder alphanumerische Abbildungen mit unterschiedlichen Abmessungen dar, wobei die
erste Information eine größere Abmessung in Längs- und/oder Querrichtung aufweist
als die zweite Information. Die erste Information befindet sich somit teilweise innerhalb
der zweiten Information und ragt in Teilen über diese hinaus.
[0033] Grundsätzlich muss vermieden werden, dass entweder beide Informationen sowohl die
gleichen Abmessungen aufweisen als auch direkt übereinanderliegen und sich dabei vollständig
überlappen oder die erste Information vollständig innerhalb der Struktur der zweiten
Information angeordnet ist. Dies würde bedeuten, dass für einen Betrachter im Wesentlichen
nur die Information der Prägestruktur sichtbar ist und die Information der Beschichtung
nicht mehr auffällt bzw. verschwindet, so dass die Aufgabe der Erfindung, von den
Passerungenauigkeiten der Beschichtung abzulenken, nicht erfüllt werden kann.
[0034] Die beiden Verfahrensschritte Prägen und Drucken für die Herstellung der optisch
variablen Struktur können in beliebiger Reihenfolge erfolgen. So kann erst die Prägestruktur
in das Substrat des Datenträgers eingebracht und anschließend die Beschichtung aufgedruckt
werden oder umgekehrt erst die Beschichtung aufgedruckt und anschließend die Prägestruktur
in das Substrat des Datenträgers eingebracht werden. Ebenso können auch beide Verfahrensschritte
gleichzeitig in einem gemeinsamen Verfahrensschritt erfolgen.
[0035] Das erfindungsgemäße Sicherheitselement dient insbesondere zur Erhöhung der Fälschungssicherheit
von Wertdokumenten, wie zum Beispiel Banknoten, Schecks, Aktien, Ausweisen, Eintrittskarten,
Fahrkarten, Urkunden, Kreditkarten, Scheckkarten und dergleichen.
[0036] Die erfindungsgemäße optisch variable Struktur ist insbesondere innerhalb eines Wertdokumentes
mit jedem beliebigen anderen Sicherheitsmerkmal kombinierbar. So kann die erfindungsgemäße
optisch variable Struktur beispielsweise über einem Sicherheitsfaden angebracht sein,
mit einem Hologramm oder anderen diffraktiven Strukturen kombiniert werden oder neben
oder überlappend mit anderen optisch variablen Strukturen angeordnet sein.
[0037] Besonderer Vorteil der Erfindung ist, dass die erste Information von Passer-ungenauigkeiten
der Beschichtung ablenkt. Die Passerungenauigkeiten zwischen den einzelnen Linien
der Beschichtung sind zwar nach wie vor vorhanden und damit das fleckige und streifige
Erscheinungsbild der Beschichtung nach wie vor sichtbar, ein Betrachter konzentriert
sich jedoch eher auf die graphische oder alphanumerische Abbildung der ersten Information.
Die graphische oder alphanumerische Abbildung der ersten Information ist also für
den Betrachter deutlich attraktiver als die Passerungenauigkeiten und lenkt den Betrachter
somit von diesen ab.
[0038] Weiterer Vorteil ist, dass die optisch variable Struktur für einen Betrachter in
Aufsicht wesentlich an Attraktivität gewinnt. Die optisch variable Struktur besteht
nicht mehr nur aus einem strukturlosen Hintergrund und einer Prägung, sondern wird
durch eine graphische oder alphanumerische Abbildung ergänzt. Dies führt zu dem zusätzlichen
Vorteil, dass die optisch variable Struktur besser in ein bestehendes Design eines
Wertdokumentes integriert werden kann, da Muster oder Abbildungen des Wertdokumentes
in die Beschichtung der optisch variable Struktur hineingeführt oder in ihr fortgesetzt
werden können.
[0039] Ebenso kann die Mehrfarbigkeit der Beschichtung schon in der Aufsicht genutzt werden,
indem auf ein gezieltes Farbenpaar, z.B. Cyan und Magenta, keine Änderung erfolgt,
dafür aber die Ausführung in Gelb modifiziert wird und somit der Farbanteil aus der
Kombination Cyan und Magenta, d.h. Blau, stärker betont werden kann. Somit können
hieraus weitere Farbenspiele in die jeweiligen Farbrichtungen Gelb, Rot, Blau erfolgen
und damit den Gesamteindruck eines Wertdokumentes, wie z.B. einer Banknote, weiter
unterstützen.
[0040] Anhand der nachfolgenden Beispiele und ergänzenden Figuren werden die Vorteile der
Erfindung und verschiedene bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung erläutert. Im
Einzelnen zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine optisch variable Struktur mit erfindungsgemäßer Modulati- on der Linien der Beschichtung,
- Fig. 2
- verschiedene Möglichkeiten der Modulation der Linien der Be- schichtung,
- Fig. 3
- ein dreifarbiges Linienraster mit Blindprägung in Form der Zahl "50" und Modulation
des Linienrasters in Form eines Adlers.
[0041] Der besseren Verständlichkeit wegen sind die in den folgenden Beispielen beschriebenen
Ausführungsformen auf die wesentlichen Kerninformationen reduziert sowie die Darstellungen
in den Figuren stark schematisiert und spiegeln nicht die realen Gegebenheiten wider.
Vor allem entsprechen die in den Figuren gezeigten Proportionen nicht den in der Realität
vorliegenden Verhältnissen und dienen ausschließlich zur Verbesserung der Anschaulichkeit.
Bei der praktischen Umsetzung können wesentlich komplexere Muster oder Bilder im Ein-
oder Mehrfarbendruck als Beschichtung zur Anwendung kommen. Dasselbe gilt für die
Prägestrukturen. Die in den folgenden Beispielen dargestellten Informationen können
ebenfalls durch beliebig aufwendige Bild- oder Textinformationen ersetzt werden.
[0042] Die Beispiele stellen bevorzugte Ausführungsformen dar, auf die jedoch die Erfindung
in keinerlei Weise beschränkt sein soll. Insbesondere sind die verschiedenen Ausführungsbeispiele
auch nicht auf die Verwendung in der beschriebenen Form beschränkt, sondern können
zur Erhöhung der Effekte auch untereinander kombiniert werden.
[0043] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 besteht eine optisch variable
Struktur eines Datenträgers aus einer Beschichtung 4 und einer Prägestruktur 6.
[0044] Die Beschichtung 4 besteht aus einer alternierenden Folge von drei Linien 1, 2 und
3 in den Farben Cyan, Gelb und Magenta. Mehrere der gelben Linien 2 weisen eine Modulation
in Form einer Verbreiterung 5 auf. Die Umrisslinie aller Verbreiterungen ergibt für
einen Betrachter in einem Abstand von etwa 30 cm bis 50 cm die erste Information in
Form einer alphanumerischen Abbildung des Buchstaben "A".
[0045] In Fig. 1 und Fig. 2 sind die in Wirklichkeit farbigen Liniendarstellungen in Schwarz-Weiß
dargestellt. Deshalb sind insbesondere die farbigen Linien als schwarze Linien dargestellt
und müssen zur gegenseitigen Unterscheidbarkeit voneinander beabstandet abgebildet
werden. Um eine einheitlich grau wirkende Beschichtung 4 zu erhalten, grenzen die
Linien in Wirklichkeit direkt aneinander, was jedoch in einer Schwarz-Weiß-Darstellung
nicht dargestellt werden kann.
[0046] Die Prägestruktur 6 besteht aus einzelnen linienförmigen Prägeelementen, die parallel
zu den Linien der Beschichtung 4 ausgerichtet sind und aus der Oberfläche des Substrates
des Datenträgers herausragen.
[0047] Die Prägeelemente weisen zwei gegenüberliegende Flanken 7 und 8 auf, die zueinander
in der Form eines gleichschenkligen Dreiecks angeordnet sind. Hierbei befindet sich
auf der Flanke 7 jedes Prägeelementes ein Teil der Linie 3 in der Farbe Magenta und
auf der gegenüberliegenden Flanke 8 ein Teil der Linie 1 in der Farbe Cyan. Auf der
Spitze jedes Prägeelementes befindet sich ein Teil der Linie 2 in der Farbe Gelb.
[0048] Blickt ein Betrachter somit aus der Richtung A schräg auf die optisch variable Struktur,
sieht er im Bereich der Prägestrukturen nur auf die Flanke 7 und sieht damit die Linien
der Farbe Magenta, blickt er aus der Richtung B schräg auf die optisch variable Struktur,
sieht er in diesem Bereich nur auf die Flanke 8 und sieht damit die Linien der Farbe
Cyan. Hält der Betrachter den Datenträger in etwa 30 cm bis 50 cm von sich entfernt
und kippt dabei den Datenträger hin und her, sieht er im Bereich der Prägestrukturen
abwechselnd nur Magenta-farbene Flanken, alle drei Farben und nur Cyanfarbene Flanken.
[0049] Die Umrisslinie aller Prägestrukturen ergibt für einen Betrachter die zweite Information
in Form einer alphanumerischen Abbildung des Buchstaben "V".
[0050] Fig. 2 zeigt schematisch verschiedene Ausführungsbeispiele für die Modulation einzelner
oder mehrerer Linien der Beschichtung 4. Dargestellt ist hierbei mit drei Linien 1,
2 und 3 unterschiedlicher Farbe ein Ausschnitt aus einer alternierenden Folge dieser
Linien, wie sie in Fig.1 ausgeführt ist.
[0051] Die Modulation wird im Folgenden beispielhaft anhand einer Veränderung der Länge,
der Dicke und der Struktur von Linie 2 beschrieben. Ebenso können jedoch auch die
übrigen Linien moduliert werden.
[0052] In Fig. 2a ist die Modulation der Linie 2 dargestellt, die ein einem begrenzten Bereich
eine Unterbrechung 10 aufweist. Linie 1 und Linie 3 weisen keine Modulation auf. Im
Bereich der Unterbrechung 10 wird keine Farbe auf das Substrat des Datenträgers aufgedruckt,
so dass hier die Farbe des Substrates, im vorliegenden Beispiel Weiß, hervortritt.
[0053] In Fig. 2b ist der durch die Unterbrechung gemäß Fig. 2a entstandene Zwischenraum
durch mehrere Quadrate 11 teilweise ausgefüllt, die in einem regelmäßigen Abstand
zueinander angeordnet sind. In Fig. 2c wird der Zwischenraum durch eine Mischung von
Quadraten 11 und Punkten 12 ausgefüllt, die einen unregelmäßigen Abstand voneinander
aufweisen. Im Bereich zwischen den Quadraten 11 bzw. den Punkten 12 wird keine Farbe
auf das Substrat des Datenträgers aufgedruckt, so dass hier die Farbe des Substrates,
im vorliegenden Beispiel Weiß, hervortritt. Die Farbe des Substrates tritt jedoch
im Gegensatz zu der Unterbrechung aus Fig. 2a weniger hervor.
[0054] Statt Punkte oder Quadrate sind auch beliebige andere Symbole möglich, wie z.B. Schriftzeichen,
Ziffern oder geometrische oder graphische Abbildungen. Geometrische oder graphische
Abbildungen sind beispielsweise Sterne, Pfeile, kleeblattartige Strukturen oder Fragmente,
d.h. Strukturen mit Aussparungen.
[0055] Fig. 2d zeigt zusätzlich zu der Modulation aus Fig. 2b auch eine Modulation der Linie
3 in Form einer Unterbrechung, bei der der entstandene Zwischenraum durch mehrere
Punkte 12 teilweise ausgefüllt ist, die in einem regelmäßigen Abstand zueinander angeordnet
sind. Auch hier ist im Bereich zwischen den Punkten 12 keine Farbe auf das Substrat
des Datenträgers aufgedruckt, so dass die Farbe des Substrates, im vorliegenden Beispiel
Weiß, hevortritt.
[0056] Fig. 2e und Fig. 2f zeigen eine Modulation der Breite der Linie 2 innerhalb eines
bestimmten Abschnittes der Linie 2, wobei Linie 2 gemäß Fig. 2e eine Verschmälerung
13 und gemäß Fig. 2f eine Verbreiterung 14 aufweist. Der Übergang zwischen den Bereichen
unterschiedlicher Breite kann, wie in Fig. 2e und Fig. 2f dargestellt, abrupt oder
in einem bestimmten Übergangsbereich gleitend erfolgen.
[0057] Im Bereich zwischen der verschmälerten Linie 2 und den benachbarten Linien 1 und
3 gemäß Fig. 2e wird keine Farbe auf das Substrat des Datenträgers aufgedruckt, so
dass hier die Farbe des Substrates, im vorliegenden Beispiel Weiß, hervortritt.
[0058] Die Verbreiterung 14 der Linie 2 gemäß Fig. 2f ragt in die benachbarten Linien 1
und 3 hinein und überdeckt diese teilweise, so dass Linien 1 und 3 verschmälert werden.
[0059] Gemäß Fig. 2g erfolgt die Modulation der Linie 2 durch einen Versatz 15. Die Linie
2 weist hierbei in verschiedenen Bereichen einen unterschiedlichen Abstand zu den
umgebenden Linien 1 und 3 auf:
- der Teil der Linie 2, der sich rechts von dem Versatz 15 befindet, ist nicht versetzt
und weist somit den gleichen Abstand zu Linie 1 und Linie 3 auf,
- der Teil der Linie 2, der sich links von dem Versatz 15 befindet, weist zu Linie 1
einen vergrößerten und zu Linie 3 einen verkleinerten Abstand auf.
[0060] Durch die Vergrößerung des Abstandes zwischen Linie 2 und Linie 1 wird in diesem
Bereich keine Farbe auf das Substrat des Datenträgers aufgedruckt, so dass hier die
Farbe des Substrates, im vorliegenden Beispiel Weiß, hervortritt. Gleichzeitig ragt
durch die Verkleinerung des Abstandes zwischen Linie 2 und Linie 3 Linie 2 in Linie
3 hinein und überdeckt diese teilweise, so dass Linie 3 verschmälert wird.
[0061] Auch in diesem Fall kann der Übergang zwischen den Bereichen, wie in Fig. 2g dargestellt,
abrupt durch eine Unstetigkeitsstelle oder in einem bestimmten Übergangsbereich gleitend
erfolgen.
[0062] In den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 2a bis Fig. 2g sind die unmodulierten Linien
durchgezogen ausgeführt. Dies ist jedoch keine zwingende Voraussetzung für die Erfindung.
Vielmehr können die unmodulierten Linien auch gestrichelt, punktiert, strich-punktiert
sein oder aus beliebigen anderen Anordnungen von Unterbrechungen und Strukturelementen
bestehen. In Fig. 2h ist dies am Beispiel der unterbrochenen Linien 20, 21 und 22
dargestellt, die aus einer Aneinanderreihung von Quadraten und Unterbrechungen bestehen.
Die Modulation erfolgt hierbei durch eine Änderung der Strukturelemente von Quadrate
auf Punkte 12 und der Größe der Punkte zu kleinen Punkten 16 oder ganz kleinen Punkten
17. Ebenso sind auch alle anderen weiter oben erwähnten Möglichkeiten der Modulation
anwendbar.
[0063] Nicht in den Figuren dargestellte, aber des Weiteren mögliche Modulationen sind insbesondere
Verkippungen von einzelnen Abschnitten von Linien, ein Wechsel von geradem zu zickzack-artigem
Verlauf der Linie oder ein Farbwechsel der Linie z.B. von Gelb nach Cyan oder von
Hellgelb nach Dunkelgelb.
[0064] Fig. 3 zeigt eine konkrete Ausführungsform einer erfindungsgemäßen optisch variablen
Struktur. Die Beschichtung 4 ist hierbei analog zu Fig. 1 dreifarbiges, paralleles
Linienraster aus Linien in den Farben Cyan, Gelb und Magenta ausgeführt.
[0065] Für einen Betrachter in etwa 30 cm bis 50 cm Abstand zeigt sich eine Modulation 31
des Linienrasters der Beschichtung 4 in Form eines Adlers mit aufgestellten Flügeln.
Die Modulation 31 besteht hierbei aus:
- einer teilweisen Verschmälerung von Linien der Farbe Cyan, so dass in diesem Bereich
die weiße Hintergrundfarbe des Substrates des Sicherheitselementes hervortritt,
- einer teilweisen Verbreiterung von Linien der Farbe Gelb, wobei die Verbreiterung
einseitig in Richtung der Linien der Farbe Magenta ausgeführt ist, d.h. in Richtung
der Linien der Farbe Cyan sind die Linien der Farbe Gelb nicht verbreitert,
- einer teilweisen Verschmälerung von Linien der Farbe Magenta, da diese durch die teilweise
Verbreiterung von Linien der Farbe Gelb überdeckt werden.
[0066] Die optisch variable Struktur weist zusätzlich eine Prägestruktur 30 auf, deren Umrisslinien
für einen Betrachter die Zahl "50" ergeben.
[0067] Prägestruktur 30 und Modulation 31 überlappen sich teilweise, wobei die Modulation
31 teilweise innerhalb und teilweise außerhalb der Umrisslinien der Prägestruktur
30 angeordnet ist.
1. Sicherheitselement mit einer optisch variablen Struktur, die eine Prägestruktur aufweist,
welche mit einer zur Oberfläche des Datenträgers kontrastierenden Beschichtung (4)
so kombiniert ist, dass wenigstens Teilbereiche der Beschichtung (4) bei senkrechter
Betrachtung sichtbar sind, bei Schrägbetrachtung unter vorbestimmter Betrachtungsrichtung
aber verdeckt werden, so dass bei abwechselnd senkrechter und schräger Betrachtung
ein Kippeffekt entsteht, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung eine vollflächige, linienförmige, mehrfarbige Rasterstruktur ist
und wenigstens eine erste Information aufweist, die Prägestruktur (6) nicht vollflächig
ausgeführt ist und wenigstens eine zweite Information aufweist, und die erste Information
und die zweite Information sich teilweise überlappen.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine erste Information aus einer negativen und/oder positiven Darstellung
in Form mindestens einer Modulation der Linien (1, 2, 3) der Rasterstruktur besteht.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Modulation der Linien (1, 2, 3) der Rasterstruktur besteht aus mindestens einer
- Modulation der Breite der Linie und/oder
- Unterbrechung der Linie und/ oder
- mindestens teilweisen Auffüllung des durch die Unterbrechung entstandenen Zwischenraums
durch Symbole und/ oder Schriftzeichen und/oder Ziffern und/oder Fragmente und/oder
- Winkelung der Linie und/oder
- Punktierung der Linie und/oder
- Änderung der Farbe der Linie.
4. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägestruktur (6) als Blindprägung oder als Halbtonblindprägung oder als farbführende
Prägung ausgeführt ist.
5. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine erste und/ oder zweite Information in Form einer graphischen
und/oder alphanumerischen Abbildung ausgeführt ist.
6. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Linien (1, 2, 3) des Linienmusters direkt aneinander grenzen.
7. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Linien (1, 2, 3) des Linienmusters voneinander beabstandet sind, wobei vorzugsweise
die Hintergrundfarbe des Substrats mindestens eine Linie des Linienmusters bildet.
8. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der Linien (1, 2, 3) des Linienmusters zwischen 30 µm und 300 µm und bevorzugt
zwischen 40 µm und 200 µm liegt.
9. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gravurtiefe der Linien (1, 2, 3) des Linienmusters zwischen 15 µm und 250 µm,
bevorzugt zwischen 40 µm und 150 µm und besonders bevorzugt zwischen 80 µm und 120
µm liegt.
10. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (4) aus drei parallelen Linien besteht und mindestens eine dieser
Linien (1, 2, 3) eine Strukturierung aufweist.
11. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (4) maschinenlesbare Merkmale aufweist.
12. Datenträger mit einem Sicherheitselement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11.
13. Datenträger nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenträger ein Wertdokument, insbesondere eine Banknote ist.
14. Verwendung eines Sicherheitselements gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 oder eines
Datenträgers gemäß Anspruch 12 oder 13 für die Produktsicherung.
15. Verfahren zur Herstellung eines Sicherheitselements mit einer optisch variablen Struktur,
die eine Prägestruktur (6) aufweist, welche mit einer zur Oberfläche des Datenträgers
kontrastierenden Beschichtung (4) so kombiniert wird, dass wenigstens Teilbereiche
der Beschichtung (4) bei senkrechter Betrachtung sichtbar werden, bei Schrägbetrachtung
unter vorbestimmter Betrachtungsrichtung aber verdeckt werden, so dass bei abwechselnd
senkrechter und schräger Betrachtung ein Kippeffekt entsteht, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (4) durch eine vollflächige, linienförmige, mehrfarbige Rasterstruktur
mit wenigstens einer ersten Information gebildet wird, die Prägestruktur (6) nicht
vollflächig ausgeführt wird und wenigstens eine zweite Information aufweist und die
erste Information und die zweite Information sich teilweise überlappen.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (4) auf das Substrat des Sicherheitselementes aufgedruckt wird,
wobei der Aufdruck im Flachdruck, wie z. B. im Offsetverfahren, im Hochdruck, wie
z.B. im Buchdruck, oder im Flexodruckverfahren, im Siebdruck, im Tiefdruck, wie z.
B. im Rastertiefdruck oder im Stichtiefdruck, oder in einem Thermografieverfahren,
wie beispielsweise im Thermotransferverfahren, erzeugt wird.
17. Prägewerkzeug, wie Stichtiefdruckplatte oder Prägestempel oder Druckplatte, mit einer
Oberfläche, die Vertiefungen aufweist, mit der ein Sicherheitselement gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 11 erzeugt wird.
1. A security element with an optically variable structure having an embossed structure
which is so combined with a coating (4) contrasting with the surface of the data carrier
that at least partial areas of the coating (4) are visible upon perpendicular viewing
but are concealed upon oblique viewing from a predetermined viewing direction, so
that upon alternating perpendicular and oblique viewing a tilt effect occurs, characterized in that the coating is an all-over, line-shaped, multicolor screen structure and has at least
one first piece of information, the embossed structure (6) is executed so as not to
be all-over and has at least one second piece of information, and the first piece
of information and the second piece of information partly overlap.
2. The security element according to claim 1, characterized in that the at least one first piece of information consists of a negative and/or positive
representation in the form of at least one modulation of the lines (1, 2, 3) of the
screen structure.
3. The security element according to claim 2,
characterized in that the modulation of the lines (1, 2, 3) of the screen structure consists of at least
one
- modulation of the width of the line and/or
- interruption of the line and/or
- at least partial filling of the gap resulting from the interruption, by symbols
and/or characters and/or numbers and/or fragments and/or
- angulation of the line and/or
- dotting of the line and/or
- change in the color of the line.
4. The security element according to at least one of the preceding claims, characterized in that the embossed structure (6) is executed as a blind embossing or as a halftone blind
embossing or as an ink-carrying embossing.
5. The security element according to at least one of the preceding claims, characterized in that the at least one first and/or second piece of information is executed in the form
of a graphic and/or alphanumeric representation.
6. The security element according to at least one of the preceding claims, characterized in that the lines (1, 2, 3) of the line pattern adjoin each other directly.
7. The security element according to at least one of the preceding claims, characterized in that the lines (1, 2, 3) of the line pattern are spaced apart, whereby the background
color of the substrate preferably constitutes at least one line of the line pattern.
8. The security element according to at least one of the preceding claims, characterized in that the width of the lines (1, 2, 3) of the line pattern is between 30 µm and 300 µm
and preferably between 40 µm and 200 µm.
9. The security element according to at least one of the preceding claims, characterized in that the engraving depth of the lines (1, 2, 3) of the line pattern is between 15 µm and
250 µm, preferably between 40 µm and 150 µm, and particularly preferably between 80
µm and 120 µm.
10. The security element according to at least one of the preceding claims, characterized in that the coating (4) consists of three parallel lines, and at least one of said lines
(1, 2, 3) has a structuring.
11. The security element according to at least one of the preceding claims, characterized in that the coating (4) has machine-readable features.
12. A data carrier with a security element according to any of claims 1 to 11.
13. The data carrier according to claim 12, characterized in that the data carrier is a value document, in particular a bank note.
14. Use of a security element according to any of claims 1 to 11 or of a data carrier
according to claim 12 or 13 for product protection.
15. A method for producing a security element with an optically variable structure having
an embossed structure (6) which is so combined with a coating (4) contrasting with
the surface of the data carrier that at least partial areas of the coating (4) are
visible upon perpendicular viewing but are concealed upon oblique viewing from a predetermined
viewing direction, so that upon alternating perpendicular and oblique viewing a tilt
effect occurs, characterized in that the coating (4) is formed by an all-over, line-shaped, multicolor screen structure
with at least one first piece of information, the embossed structure (6) is executed
so as not to be all-over and has at least one second piece of information, and the
first piece of information and the second piece of information partly overlap.
16. The method according to claim 15, characterized in that the coating (4) is printed on the substrate of the security element, the print being
produced by planographic printing, e.g. by the offset method, by relief printing,
e.g. by letterpress, or by flexographic printing, by screen printing, by gravure printing,
e. g. by halftone gravure printing or by intaglio printing, or by a thermographic
process, for example by the thermal transfer process.
17. An embossing tool, such as an intaglio printing plate or embossing die or printing
plate, with a surface having depressions, with which surface a security element according
to any of claims 1 to 11 is produced.
1. Elément de sécurité comportant une structure optiquement variable qui présente une
structure gaufrée combinée de telle manière à un revêtement (4) contrastant avec la
surface du support de données qu'au moins des zones partielles du revêtement (4) sont
visibles lors d'une observation à la verticale mais sont cachées lors d'une observation
en biais dans une direction d'observation prédéterminée, de telle sorte qu'un effet
de basculement se produit lors d'une observation alternativement à la verticale et
en biais, caractérisé en ce que le revêtement est une structure tramée à pleine surface, en forme de lignes et multicolore
et comporte au moins une première information, en ce que la structure gaufrée (6) n'est pas réalisée à pleine surface et comporte au moins
une deuxième information, et en ce que la première et la deuxième information se chevauchent partiellement.
2. Elément de sécurité selon la revendication 1, caractérisé en ce que la au moins une première information se compose d'une représentation négative et/ou
positive sous forme d'au moins une modulation des lignes (1, 2, 3) de la structure
tramée.
3. Elément de sécurité selon la revendication 2,
caractérisé en ce que la modulation des lignes (1, 2, 3) de la structure tramée consiste au moins en un/une
- modulation de la largeur des lignes et/ou
- interruption des lignes et/ou
- remplissage au moins partiel, avec des symboles et/ou des caractères et/ou des chiffres
et/ou des fragments, de l'espace intermédiaire formé par l'interruption et/ou
- angulation des lignes et/ou
- pointillage des lignes et/ou
- modification de la couleur des lignes.
4. Elément de sécurité selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la structure gaufrée (6) est réalisée sous forme de gaufrage à froid ou de gaufrage
à froid à demi-teintes ou de gaufrage avec apport d'encre.
5. Elément de sécurité selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la au moins une première information et/ou deuxième information est réalisée sous
forme de figure graphique ou alphanumérique.
6. Elément de sécurité selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les lignes (1, 2, 3) du motif à lignes sont directement contiguës les unes aux autres.
7. Elément de sécurité selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les lignes (1, 2, 3) du motif à lignes sont espacées les unes des autres, la couleur
de fond du substrat formant de préférence au moins une ligne du motif à lignes.
8. Elément de sécurité selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'épaisseur des lignes (1, 2, 3) du motif à lignes se situe entre 30 µm et 300 µm
et de préférence entre 40 µm et 200 µm.
9. Elément de sécurité selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la profondeur de gravure des lignes (1, 2, 3) du motif à lignes se situe entre 15
µm et 250 µm, et de préférence entre 40 µm et 150 µm et particulièrement de préférence
entre 80 µm et 120 µm.
10. Elément de sécurité selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le revêtement (4) se compose de trois lignes parallèles et qu'au moins une de ces
lignes (1, 2, 3) comporte une structuration.
11. Elément de sécurité selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le revêtement (4) comporte des caractéristiques lisibles par machine.
12. Support de données comprenant un élément de sécurité selon une des revendications
de 1 à 11.
13. Support de données selon la revendication 12, caractérisé en ce que le support de données est un document de valeur, notamment un billet de banque.
14. Utilisation d'un élément de sécurité selon une des revendications de 1 à 11 ou d'un
support de données selon la revendication 12 ou 13 pour la sécurisation de produits.
15. Procédé de fabrication d'un élément de sécurité comportant une structure optiquement
variable qui présente une structure gaufrée (6) combinée de telle manière à un revêtement
(4) contrastant avec la surface du support de données qu'au moins des zones partielles
du revêtement (4) sont visibles lors d'une observation à la verticale mais sont cachées
lors d'une observation en biais dans une direction d'observation prédéterminée, de
telle sorte qu'un effet de basculement se produit lors d'une observation alternativement
à la verticale et en biais, caractérisé en ce que le revêtement (4) est constitué par une structure tramée à pleine surface, en forme
de lignes, multicolore et comportant au moins une première information, en ce que la structure gaufrée (6) n'est pas réalisée à pleine surface et comporte au moins
une deuxième information, et en ce que la première et la deuxième information se chevauchent partiellement.
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que le revêtement (4) est imprimé sur le substrat de l'élément de sécurité, l'impression
étant générée par impression à plat comme p.ex. dans le procédé offset, par impression
en relief comme p.ex. en imprimerie, ou bien par procédé de flexographie, par sérigraphie,
par impression en creux comme p. ex. en photogravure ou par impression en creux par
gravure, ou dans un procédé de thermographie comme par exemple dans un procédé de
thermotransfert.
17. Outil de gaufrage tel que plaque d'impression en creux par gravure ou estampe ou plaque
d'impression, ayant une surface comportant des creux avec laquelle un élément de sécurité
est fabriqué selon une des revendications de 1 à 11.