[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten
Art.
[0002] Solche Heizungsanlagen enthalten einen Heizkessel mit einem Brenner, der beide Verbraucher,
nämlich einerseits einen Heizkreis und andererseits einen Warmwasserboiler heizen
kann. Solche Heizungsanlagen werden vorteilhaft bei Wohngebäuden angewendet. Die dabei
verwendeten Heizkessel sind vorteilhaft als kondensierende Kessel gestaltet, durch
deren Bauart das Abgas kondensiert wird, so dass die Verdampfungswärme nutzbringend
mitverwendet wird.
[0003] Weil bei jedem Start eines Brenners anfangs erhöhte Schadstoffemissionen auftreten
und auch Energie aufgewendet werden muss, um den Brennraum vorzulüften, besteht schon
seit langer Zeit das Bedürfnis, die Zahl der Einschaltvorgänge zu reduzieren und eine
möglichst lange Brennerlaufzeit zu gewährleisten.
Stand der Technik
[0004] Ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art ist aus der
DE-A1-41 03 647 bekannt. Die Heizungsanlage enthält einen Heizkreis als ersten Verbraucher und einen
Warmwasserboiler als zweiten Verbraucher. Hier ist eine Mindestbrennerlaufzeit vorgesehen.
Wenn wegen dieser Mindestbrennerlaufzeit die Schaltdifferenz überschritten wird, so
wird Wärme auch dann in den Brauchwasserkreis abgeführt, wenn eine Wärmeanforderung
des Brauchwasserkreises gar nicht vorliegt:
[0005] Ein solches Verfahren ist auch aus der
DE-A1-35 39 328 bekannt. Auch diese Heizungsanlage enthält einen Heizkreis als ersten Verbraucher
und einen Warmwasserboiler als zweiten Verbraucher. Zur Umschaltung vom ersten auf
den zweiten Verbraucher ist ein Umlenkventil vorhanden. Dabei ist eine einzige Umwälzpumpe
vorhanden. Bei dieser Art der hydraulischen Schaltung kann immer nur einer der beiden
Verbraucher beheizt werden. Vorgesehen ist, dass die Aufheizzeiten für die beiden
Verbraucher ermittelt werden, daraus die Summe gebildet wird, und dass der Einschaltzeitpunkt
für den Brenner so gewählt wird, dass er um diese Summe vor jenem Zeitpunkt liegt,
an dem das angehobene Temperaturniveau für die beiden Verbraucher erreicht sein soll.
[0006] Die Lösung gemäß
DE-C2-40 02 292 geht von diesem Stand der Technik aus. Dabei ist ein Nachlauf des Brenners während
einer vorgegebenen Brennernachlaufzeit am Ende der Brauchwasserladung vorgesehen und
die Regelung der Raumtemperatur gemäß Heizkurve erfolgt erst nach Ablauf dieser Nachlaufzeit.
Diese Lösung betrifft ebenfalls den Zeitraum vor dem Ende der Nachtabsenkung.
[0007] Aus
EP-A1-0 711 960 ist bekannt, den Brenner unmittelbar auszuschalten, sobald der Brauchwasserboiler
die vorgesehene Temperatur erreicht hat. Nachteilig ist hier, dass während der Ladung
des Brauchwasserspeichers der Brenner im EIN-AUS-Taktbetrieb läuft. Dadurch entstehen
sehr viele Einschaltvorgänge des Brenners. Hat der Brauchwasserboiler die vorgesehene
Temperatur erreicht, so bleibt aber die BoilerLadepumpe für eine gewisse Zeit noch
in Betrieb. Diese Lösung ist anwendbar bei Heizungsanlagen mit separaten Pumpen für
die beiden Verbraucher, also mit einer Heizkreispumpe für den Heizkreis und einer
Brauchwasserladepumpe für den Boilerkreis.
[0008] Aus
DE-A1-35 29 814 ist ebenfalls bekannt, den Brenner am Ende der Boilerladung unverzögert auszuschalten,
aber die Boilerladepumpe erst verzögert auszuschalten. Zudem wird die Heizkreispumpe
am Ende der Boilerladung unverzögert eingeschaltet. Dies geschieht, um das Ansprechen
des Sicherheits-Temperaturbegrenzers zu verhindern. Auch hier sind also zwei Pumpen
vorgesehen.
[0009] Bei allen vorgenannten Schriften wird davon ausgegangen, dass die Aufheizung des
Warmwasserboilers jeweils am Morgen vor dem Ende der Nachtabsenkung stattfindet. Damit
die Benützer während des ganzen Tages Warmwasser zur Verfügung haben, muss also der
Warmwasserboiler genügend groß dimensioniert sein, um den ganzen Tagesbedarf an Warmwasser
liefern zu können.
Aufgabe der Erfindung
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Aufheizung des Warmwasserboilers ohne
diese starre zeitliche Beschränkung zu ermöglichen und dabei die Brennerlaufzeit zu
verlängern, um die Zahl der Brennerstarts zu verringern.
[0011] Die genannte Ausgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Beschreibung der Erfindung
[0012] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
[0013] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Temperatur-Diagramm mit Schaltgrenzen für Boilerkreis und Heizkreis und
- Fig. 2 und 3
- Temperatur-Zeit-Diagramme mit Darstellung der Schaltzustände von Brenner und Umlenkventil.
[0014] Vorausgeschickt sei, dass die Heizungsanlage analog zu
DE-A1-35 39 328 aufgebaut ist. Der Brennervorlauf gelangt also zu einem Umlenkventil, das das erhitzte
Kesselwasser entweder zum Warmwasserboiler oder zum Heizkreis leitet. Auch ist der
Heizkreis ein Direktheizkreis, enthält also kein Mischventil. Der Heizkessel ist deshalb
ein kondensierender Kessel, der mit so niedriger Temperatur betrieben werden kann,
dass auf den Einsatz eines Vorlauf-Mischventils verzichtet werden kann. Ein solcher
kondensierender Kessel hat einen erhöhten Wirkungsgrad und wegen der niedrigeren Kesseltemperatur
sind auch die Wärmeverluste kleiner.
[0015] Die Erfindung betrifft die Regelung des Brenners einer solchen Heizungsanlage. Die
Möglichkeiten der Regelung der Brenners werden nämlich durch die Art der Heizungsanlage
insoweit mitbestimmt, dass die hydraulische Schaltung einen erheblichen Einfluss hat.
Bei einem witterungsabhängigen Direktheizkreis ist es wegen des fehlenden Mischventils
nicht möglich, die Vorlauftemperatur des Heizkreises auf einen Wert zu regeln, der
niedriger ist als die Kesseltemperatur. Das gilt insbesondere beim Übergang von der
höheren Kesseltemperatur während eines Ladevorganas für den Warmwasserboiler auf die
niedrigere Kesseltemperatur während des Heizbetriebs bei weniger kalter Witterung.
Deshalb sind Regelungsverfahren für den Brenner, die bei anderen hydraulischen Schaltungen
angewendet werden, auf Heizungsanlagen mit Umlenkventil zwischen Boilerkreis und Direktheizkreis
nicht anwendbar.
[0016] In der Fig. 1 ist ein Temperatur-Diagramm mit Schaltgrenzen zur Boilerkreis und Heizkreis
dargestellt. Eingezeichnet ist ein Kesselwassertemperatur-Sollwert TS
K, der beim Betrieb des Heizkessels während der Ladung des Warmwasserboilers gilt.
Diesem Sollwert zugeordnet sind eine Einschaltgrenze TE
K und Ausschaltgrenze TA
K, die das Ein- bzw. Ausschalten des Brenners bestimmen. Die Ausschaltgrenze TA
K wird aber normalerweise gar nicht erreicht, weil der Brenner ab dem Zeitpunkt, da
ein Kesselwassertemperatur-Istwert TK
Ist den Kesselwassertemperatur-Sollwert TS
K erreicht, modulierend betrieben wird, so dass der Kesselwassertemperatur-Istwert
TK
Ist nicht weiter steigt, sondern etwa beim Kesselwassertemperatur-Sollwert TS
K verharrt. Eingezeichnet ist weiter ein Boilertemperatur-Sollwert TS
B, der beispielsweise 60°C beträgt. Eine diesem zugeordnete Boilerausschaltgrenze TA
B kann identisch mit dem Boilertemperatur-Sollwert TS
B sein, was bedeutet, dass die Boilerladung beendet wird, wenn ein Boilertemperatur-Istwert
TB
Ist erreicht ist. Das führt üblicherweise zum Ausschalten des Brenners, weil damit die
Boilerladung beendet ist. Zusätzlich ist eine Boilereinschaltgrenze TE
B eingezeichnet. Unterschreitet der Boilertemperatur-Istwert TB
Ist diese Boilereinschaltgrenze TE
B, so bedeutet das, dass der Boiler nachgeladen werden muss, was das Einschalten des
Brenners nach sich zieht. Auch Boilertemperatur-Sollwert TS
B, Boilerausschaltgrenze TA
B und Boilereinschaltgrenze TE
B sind von der Witterung unabhängig.
[0017] Eingezeichnet ist weiter eine Kurve für den Heizkreistemperatur-Sollwert TS
H, die in bekannter Art und Weise von der Außentemperatur abhängig ist. Auch diesem
Sollwert sind eine Einschaltgrenze und eine Ausschaltgrenze zugeordnet, nämlich eine
Einschaltgrenze TE
H für den Heizkreis und eine Ausschaltgrenze TA
H für den Heizkreis, die allesamt eine Funktion der Außentemperatur sind.
[0018] Fällt die tatsächliche Temperatur im Warmwasserboiler unter die Einschaltgrenze TE
B, so wird der Kesselwassertemperatur-Sollwert TS
K für den Betrieb des Brenners wirksam. Also wird der Brenner eingeschaltet, sofern
er nicht schon für den Heizbetrieb eingeschaltet ist. Steigt dann bei laufendem Brenner
die tatsächliche Temperatur im Warmwasserboiler über die Ausschaltgrenze TA
B, so wird der Brenner wieder ausgeschaltet. Dies ist so beim vorbekannten Stand der
Technik. Analog dazu wird der Brenner in Abhängigkeit von der tatsächlichen Temperatur
im Heizkreis geschaltet. Fällt die tatsächliche Temperatur im Heizkreis unter die
Einschaltgrenze TE
H, so wird der Brenner eingeschaltet. Steigt dann bei laufendem Brenner die tatsächliche
Temperatur im Heizkreis über die Ausschaltgrenze TA
H, so wird der Brenner wieder ausgeschaltet.
[0019] Wurde der Brenner aufgrund einer Wärmeanforderung des Warmwasserboilers eingeschaltet,
so wird gleichzeitig mit dem Einschalten des Brenners das Umlenkventil so geschaltet,
dass das Kesselwasser vom Heizkessel in den Warmwasserboiler geleitet wird. Wurde
hingegen der Brenner aufgrund einer Wärmeanforderung des Heizkreises eingeschaltet,
so wird vor dem Einschalten des Brenners das Umlenkventil so geschaltet, dass das
Kesselwasser in den Heizkreis geleitet wird.
[0020] Oftmals wird nun beobachtet, dass kurze Zeit nach dem Ausschalten des Brenners durch
das Überschreiten der Ausschaltgrenze TA
B für den Warmwasserboiler der Brenner wieder eingeschaltet wird, wenn bald nach dem
Ausschalten des Brenners die Einschaltarenze TE
H für den Heizkreis unterschritten wird. In der Fig. 1 ist ein Punkt P1 eingezeichnet,
der einen Istwert der Temperatur im Heizkreis bei einer aktuell herrschende Außentemperatur
darstellt. Er liegt knapp über der Einschaltgrenze TE
H für den Heizkreis. Wurde der Brenner aufgrund des Überschreitens der Ausschaltgrenze
TA
B für den Warmwasserboiler ausgeschaltet, so wird nach kurzer Zeit wegen des Wärmebedarfs
des Heizkreises der Brenner durch das Unterschreiten der Einschaltgrenze TE
H für den Heizkreis wieder eingeschaltet. Dieses unmittelbar aufeinander folgendes
Ausschalten und Wiedereinschalten des Brenners ist unzweckmäßig und soll durch die
Erfindung verhindert werden. Ein derartiger Fall, dass der Istwert der Temperatur
im Heizkreis deutlich unterhalb der Ausschaltgrenze TA
H für den Heizkreis, aber oberhalb der Einschaltgrenze TE
H für den Heizkreis liegt, tritt durchaus häufig auf, weil während der Ladung des Warmwasserboilers
der Heizkreis nicht mit Wärme versorgt wird, so dass er etwas abgekühlt ist.
[0021] Erfindungsgemäß ist deshalb vorgesehen, dass der Brenner beim Überschreiten der Ausschaltgrenze
TA
B für den Warmwasserboiler jeweils dann nicht sofort ausgeschaltet wird, wenn bei der
Heizungsanlage der Heizbetrieb freigegeben ist, sondern dass der Brenner während einer
Brennernachlaufzeit t
n weiter in Betrieb gehalten wird. Die Freigabe des Heizbetriebes bedeutet dabei nicht,
dass der Heizbetrieb tatsächlich läuft, sondern nur, dass der Brenner zur Lieferung
von Wärme an den Heizkreis eingeschaltet werden könnte.
[0022] Für die Freigabe des Heizbetriebes kommen verschiedene Kriterien in Betracht. So
erfolgt beispielsweise diese Freigabe, wenn die mittlere Außentemperatur unterhalb
einer Schaltgrenze für die Umschaltung zwischen Sommer- und Winterbetrieb liegt. Diese
Sommer-Winter-Schaltgrenze ist im Diagramm der Fig. 1 eingezeichnet und mit SWSg bezeichnet.
[0023] Die Freigabe des Heizbetriebs kann beispielsweise auch erfolgen, wenn die aktuelle
Außentemperatur um einen Schwellenwert tiefer ist als der Sollwert der Raumtemperatur.
Darüber hinaus kann eine Freigabe des Heizbetriebs dann erfolgen, wenn während einer
sogenannten Nachtabsenkung eine sehr tiefe Außentemperatur auftritt.
[0024] Durch das Überschreiten der Ausschaltgrenze TA
B für den Warmwasserboiler wird gleichzeitig das Umlenkventil auf den Heizkreis umgeschaltet.
[0025] Der Brenner wird also während dieser Brennernachlaufzeit t
n in Betrieb gehalten, obwohl durch das Überschreiten der Ausschaltgrenze TA
B für den Warmwasserboiler ein Ausschaltbefehl für den Brenner generiert worden ist.
Der entsprechende Ausschaltbefehl für den Brenner wird also unterdrückt. Die während
der Brennernachlaufzeit t
n vom Brenner produzierte Wärme wird in den Heizkreis geleitet, obwohl die Einschaltgrenze
TE
H für den Heizkreis nicht unterschritten worden ist.
[0026] Dadurch wird das meist nur kurzzeitige Ausschalten des Brenners verhindert und es
wird die Brennerlaufzeit verlängert. Kaum sinnvolle Ausschaltbefehle werden also unterdrückt.
Das wirkt sich hinsichtlich des Emissionsverhaltens des Brenners positiv aus und vermeidet
Energieverluste durch Vorlüften des Brennraums und bei Verdampferbrennern den Energieaufwand
zum Vorheizen der Verdampferkammer.
[0027] Es ist vorteilhaft, wenn die Brennernachlaufzeit t
n keinen fest vorgegebenen Wert hat, sondern je nach dem Wärmebedarf des Heizkreises
variiert wird. Der Wärmebedarf des Heizkreis kann vorteilhaft charakterisiert werden
durch die herrschende Außentemperatur TA. Je niedriger die Außentemperatur ist, desto
größer ist der Wärmebedarf des Heizkreises. Es ist deshalb vorteilhaft, wenn die Brennernachlaufzeit
t
n eine Funktion der Außentemperatur TA ist. Vorteilhaft ist es, wenn diese Funktion
der Gleichung

entspricht, wobei TR
Soll der Sollwert der Raumtemperatur ist. Beträgt der Raumtemperatur-Sollwert TR
Soll wie üblich 20°C und herrscht eine Außentemperatur TA von 10°C, so hat die Brennernachlaufzeit
t
n einen Wert von 10 Minuten.
[0028] Der Wärmebedarf des Heizkreis kann auch vorteilhaft charakterisiert werden durch
den Sollwert der Temperatur im Heizkreis. Der Heizkreis-Sollwert TS
H ist bei einem witterungsabhängigen Regler eine Funktion der Außentemperatur TA, berücksichtigt
aber darüber hinaus auch die Abweichung der aktuellen Raumtemperatur TR
akt vom Raumtemperatur-Sollwert TR
Soll. Beträgt beispielsweise die aktuelle Raumtemperatur TR
akt nach dem Ende des üblichen nächtlichen Absenkbetriebs nur 17°C, so ist es vorteilhaft,
dies bei der Berechnung der Brennernachlaufzeit t
n zu berücksichtigen.
[0029] Es ist deshalb vorteilhaft, wenn die Brennernachlaufzeit t
n eine Funktion des Heizkreis-Sollwert TS
H ist. Vorteilhaft ist es, wenn diese Funktion der Gleichung

entspricht, wobei TR
Soll wiederum der Raumtemperatur-Sollwert ist. k ist ein Faktor, der Werte zwischen 0,3
und 1 aufweisen kann. Dieser Faktor k steht mit den Gebäudeeigenschaften in Verbindung
und ist eine Größe, die ähnlich, aber umgekehrt, wie die sogenannte Heizkurvensteilheit
wirkt. Für sehr gut isolierte Gebäude kann der Faktor k einen Wert nahe 1 haben. Für
k = 0,5 bei TS
H = 40°C und TR
Soll = 16°C ergibt sich eine Brennernachlaufzeit t
n von 12 Minuten.
[0030] Durch die Erfindung wird erreicht, dass die Brennerlaufzeit verlängert ist, so dass
die Zahl der Brennerstarts kleiner ist.
[0031] Nachfolgend wird die Wirkung der Erfindung anhand beispielhafter Temperatur-Zeit-Diagramme
weiter erläutert. In allen diesen Diagrammen ist auf der Abszissenachse die Zeit dargestellt,
auf der Ordinatenachse sind Temperaturen dargestellt. Unterhalb der Temperatur-Zeit-Diagramme
sind die logischen Zustände von Brenner und Umlenkventil dargestellt. Mit Br ist der
Zustand des Brenners, nämlich "ein" oder "aus", gekennzeichnet. Mit ULV ist der Schaltzustand
des Umlenkventils gekennzeichnet. In der Stellung BK ist der Heizkessel mit dem Warmwasserboiler
verbunden, in der Stellung HK ist der Heizkessel mit dem Heizkreis verbunden.
[0032] In der Fig. 2 ist ein erstes Beispiel eines Betriebsverlaufs gezeigt. Die oberen
drei waagerechten Linien bezeichnen gleich wie in der Fig. 1 den Kesselwassertemperatur-Sollwert
TS
K, die Einschaltgrenze TE
K und die Ausschaltgrenze TA
K. Darunter ist mit einer weiteren waagerechten Linie der Boilertemperatur-Sollwert
TS
B eingezeichnet, der mit der Boilerausschaltgrenze TA
B zusammenfällt.
[0033] Am linken Rand des Diagramms ist der Ausgangszustand angegeben, nämlich dass der
Brenner eingeschaltet ist und dass sich das Umlenkventil in jener Stellung befindet,
bei der das Kesselwasser zum Warmwasserboiler strömt. Der Kesselwassertemperatur-Istwert
TK
Ist steigt, und zwar so lange, bis er die Ausschaltgrenze TA
K erreicht.
[0034] Ist der Brenner ein modulierender Brenner, so geht der Brenner dann, wenn der Kesselwassertemperatur-Istwert
TK
Ist den Kesselwassertemperatur-Sollwert TS
K erreicht, vom Betrieb mit Nennleistung in den modulierenden Betrieb über, was zur
Folge hat, dass der Kesselwassertemperatur-Istwert TK
Ist nun erheblich langsamer steigt und auch die Ausschaltgrenze TA
K gar nicht erreicht. Dies ist mit punktierter Linie dargestellt. Ersichtlich wird
dabei auch, dass durch diese Maßnahme der Brenner länger läuft.
[0035] Aus dem steigenden Kesselwassertemperatur-Istwert TK
Ist folgt ein Anstieg des Boilertemperatur-Istwerts TB
Ist. Erreicht der Boilertemperatur-Istwert TB
Ist den Boilertemperatur-Sollwert TS
B bzw. die Boilerausschaltgrenze TA
B, so würde beim Stand der Technik der Brenner ausgeschaltet. Das ist als Zeitpunkt
t
1 bezeichnet. In diesem Moment wird das Umlenkventil umgeschaltet, so dass nun das
Kesselwasser in den Heizkreis strömt.
[0036] Nachdem das Umlenkventil auf den Heizkreis umgeschaltet worden ist, fällt nun trotz
des Inbetriebbleibens des Brenners der Kesselwassertemperatur-Istwert TK
Ist ab, weil nun abgekühltes Wasser aus dem Heizkreis in den Heizkessel strömt. Wie schnell
der Kesselwassertemperatur-Istwert TK
Ist sinkt, hängt einerseits von der vorherigen Temperatur im Heizkreis ab und andererseits
davon, wie viel der in den Heizkreis abgegebenen Wärme dort verbraucht wird. Zum Zeitpunkt
t
1 wird erfindungsgemäß die Brennemachlaufzeit t
n gestartet. Ist diese Zeit abgelaufen, was zum Zeitpunkt t
2 der Fall ist, so wird der Brenner ausgeschaltet. Am Ende der Brennernachlaufzeit
t
n, also zum Zeitpunkt t
2, liegt der Kesselwassertemperatur-Istwert TK
Ist deutlich über der Ausschaltgrenze TA
H für den Heizkreis, was zur Folge hat, dass der Brenner nun tatsächlich abschaltet.
Die während der Brennernachlaufzeit t
n vom Brenner produzierte Wärme wurde in den Heizkreis abgegeben, obwohl sie dort nicht
unbedingt gebraucht worden ist. Trotzdem ist dies sinnvoll, weil während der Heizperiode
irgendwann doch wieder Wärmebedarf für den Heizkreis besteht. Wegen dieser Wärmeabgabe
in den Heizkreis am Ende der Ladung des Warmwasserboilers ist aber die Temperatur
des Wassers im Heizkreis etwas höher, so dass ein tatsächlicher Wärmebedarf im Heizkreis,
der zum Einschalten des Brenners führt, erst später auftritt.
[0037] In der Fig. 3 ist ein zweites Beispiel eines Betriebsverlaufs gezeigt. Es unterscheidet
sich vom Beispiel der Fig. 2 dadurch, dass der Heizkreistemperatur-Sollwert TS
H größer ist, ebenso die zugehörige Einschaltgrenze TE
H für den Heizkreis und die Ausschaltgrenze TA
H für den Heizkreis. Hier liegt nun zum Zeitpunkt t
2 der Kesselwassertemperatur-Istwert TK
Ist oberhalb der Einschaltgrenze TE
H für den Heizkreis, wie dies in der Fig. 1 schon mit dem Punkt P1 gekennzeichnet war.
Folglich schaltet der Brenner nach Ablauf der Brennernachlaufzeit t
n nicht ab, sondern läuft weiterhin. Er wird dann erst zum Zeitpunkt t
3 abgeschaltet, wenn der Kesselwassertemperatur-Istwert TK
Ist die Ausschaltgrenze TA
H für den Heizkreis erreicht hat. Hier zeigt sich die gegenüber dem Stand der Technik
vorteilhafte Wirkung der Erfindung eindrücklich, wurde doch das Abschalten des Brenners
am Ende der Boilerladung und das dann nötige Wiedereinschalten des Brenners für den
Heizbetrieb verhindert. Damit verlängert sich die Brennerlaufzeit und die Zahl der
Wiedereinschaltvorgänge wird reduziert.
[0038] Vorteilhaft ist es außerdem, bereits während der Brennernachlaufzeit t
n die Leistung des Brenners, sofern es ein modulierender Brenner ist, vom Betrieb mit
dessen Nennleistung während der Brauchwasserladung auf den modulierenden Betrieb mit
geringerer Leistung überzugehen. Auch das führt zu einer längeren Brennerlaufzeit.
[0039] Beim Stand der Technik ist es üblich, vor dem Ende der Nachtabsenkung den Warmwasserboiler
aufzuheizen und dabei den Beginn so rechtzeitig zu starten, dass am Ende der Nachtabsenkung
das Aufladen des Warmwasserboilers beendet ist, so dass dann für den am Morgen startenden
Heizbetrieb, der oftmals wegen der Raumauskühlung während der Absenkperiode mit einer
erhöhten Vorlauftemperatur als sogenannte Schnellaufheizung gefahren wird, die volle
Heizleistung des Heizkessels zur Verfügung steht.
[0040] Bei der Verwirklichung der Erfindung ist es auch möglich, den Warmwasserboiler während
des Tages beim Heizbetrieb nachzuladen. Zwar steht dann während der Zeit der Nachladung
des Warmwasserboilers keine Brennerleistung für den Heizbetrieb zur Verfügung, doch
ist es möglich, die Nachladung des Warmwasserboilers dann freizugeben, bevor beim
Heizbetrieb durch das Erreichen der Ausschaltgrenze TA
H für den Heizkreis der Brenner abgeschaltet würde. Während der Zeitspanne, in der
der Warmwasserboiler nachgeladen wird, fällt die Temperatur im Heizkreis natürlich
ab. Sollte die Nachladung des Warmwasserboilers in dem Zeitpunkt, da im Heizkreis
dessen Einschaltgrenze TE
H unterschritten wird, noch nicht beendet sein, kommt es kurzfristig zu einer Unterdeckung
des Wärmebedarfs im Heizkreis. Davon spürt der Benutzer wegen der Trägheit solcher
Heizungsanlagen in der Regel nichts. In einem solchen Fall liegt dann am Ende der
Ladung des Warmwasserboilers die Temperatur im Heizkreis unter dessen Einschaltgrenze
TE
H, so dass, wie schon für den anders liegenden Fall in der Fig. 3 gezeigt, der Brenner
nach Ablauf der Brennernachlaufzeit t
n wiederum nicht ausschaltet.
[0041] Durch die Erfindung werden unnötige Ausschaltvorgänge verhindert, so dass die Zahl
der Einschaltvorgänge verringert wird. Das wirkt sich hinsichtlich Schadstoffemission
und Energieverbrauch positiv aus.