Anwendungsgebiet und Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Sitzmöbelstück nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Ein im Zusammenhang mit der Erfindung relevantes Möbelstück ist aus der
DE 20104534 U1 bekannt. Dieses Möbelstück weist ein plattenartig ausgebildetes Auflagesegment für
die Beine eines Benutzers auf, welches mittels einer sogenannten Scherenmechanik aus
seiner ungenutzten Ausgangslage unterhalb einer Sitzfläche ausgeschwenkt werden kann
und im ausgeschwenkten Zustand dann etwa auf Höhe der Sitzfläche angeordnet ist. Dieses
Auflagesegment wird dabei um etwa 90° aus der Vertikalen in die Horizontale verkippt.
[0003] Nachteilig an dieser Ausgestaltung ist, dass die verwendete Scherenmechanik aufwendig
und anfällig ist und darüber hinaus im ausgefahrenen Zustand des Auflagesegments in
erheblichen Umfang den ästhetischen Eindruck des Möbelstücks stört.
[0004] Aus der
DE 3718645 C2 ist ein Sitzmöbel bekannt, bei dem ein der Sitzfläche zugewandter erster Auflageabschnitt
um eine gemeinsame Schwenkachse gegenüber der Sitzfläche verschwenkbar ist. Darüber
hinaus schließt sich an diesen der Sitzfläche näheren ersten Auflagebereich ein der
Sitzfläche abgewandter zweiter Auflagebereich an, der gegenüber dem ersten Auflageabschnitt
um eine weitere Schwenkachse verschwenkbar ist. Der erste Auflageabschnitt ist im
nicht genutzten Zustand etwa vertikal und im genutzten Zustand etwa horizontal ausgerichtet.
[0005] Nachteilig an dieser Ausgestaltung ist, dass die Realisierung mit einer unmittelbaren
Verschwenkbarkeit des Auflageabschnitts gegenüber der Sitzfläche nur bei vergleichsweise
dünnen Auflageabschnitten mit nur geringer Polsterungsdicke realisierbar ist, da der
erste Auflageabschnitt im ungenutzten Zustand nicht oder nur sehr begrenzt unter die
Sitzfläche verlagerbar ist.
[0006] Aus dem Stand der Technik sind weiterhin Sitzmöbel bekannt, die eine ausklappbare
Auflagefläche für die Beine des Sitzenden aufweisen, wobei diese Auflagefläche über
eine Parallelogramm-Mechanik realisiert ist. Die Auflageflächen sind deshalb sowohl
im Stauzustand als auch im Funktionszustand etwa horizontal ausgerichtet. Nachteilig
hieran ist, dass auch hierbei die Polsterungsdicke die Auflageabschnitte begrenzt
ist und dass die entsprechenden Verbindungshebel, die die Sitzfläche mit dem ausfahrbaren
Auflageabschnitt verbinden, zwangsläufig seitlich neben der Auflagefläche vorgesehen
sind oder die Auflagefläche des Auflageabschnitts durchbrechen. Beides wird als ästhetisch
nachteilig angesehen.
[0007] Als Variante dieser Sitzmöbel mit Parallelogramm-Verlagerung der Auflageabschnitt
für die Beine ist es bekannt, ein Auflageabschnitt, der sowohl im Stauzustand als
auch im Funktionszustand horizontal ausgerichtet ist, durch entsprechende Gestaltung
der Hebel beim richtet ist, durch entsprechende Gestaltung der Hebel beim Übergang
vom Stauzustand in den Funktionszustand in einem Zwischenzustand um eine horizontale
Schwenkachse zu verschwenken, um zu gewährleisten, dass der Auflageabschnitt kollisionsfrei
an einem Hauptabschnitt mit Sitzfläche vorbeigeführt werden kann.
[0008] Aus der
WO 92/01409 A1 ist ein Passagiersitz bekannt, der über eine Beinauflage und eine demgegenüber bewegliche
Fußauflage verfügt. Die Beinauflage ist gegenüber einer Sitzfläche beweglich, wobei
durch eine Doppelhebelgestaltung eine Zwangsführung realisiert ist.
[0009] Aus der
DE 102005001877 A1 ist ein Sessel mit einer größenveränderlichen Beinauflage bekannt.
[0010] Aus der
DE 29501078 U1 ist ein Sessel bekannt, der über eine Beinauflage verfügt, die in einer Staustellung
unter einem Sitz angeordnet ist und gegenüber diesem nach vorne in eine Funktionsstellung
verlagert werden kann. Der Sitz und die Beinauflage sind über einen Kopplungshebel
aneinander angelenkt.
Aufgabe und Lösung
[0011] Aufgabe der Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes Sitzmöbelstück dahingehend weiterzubilden,
dass auch stark gepolsterte Beinsegmente Verwendung finden können und/oder dass eine
den Übergang zwischen Stauzustand und Funktionszustand realisierende Mechanik möglichst
besser verborgen ist, als bei den aus dem Stand der Technik bekannten Sitzmöbelstücken.
[0012] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass das Sitzmöbelstück mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 ausgebildet ist.
[0013] Dieser erfindungsgemäßen Gestaltung liegt der grundlegende Erfindungsgedanke zugrunde,
dass das Beinsegment mit einer überlagerten Bewegung aus seiner Staustellung unter
dem Hauptsegment in seine Funktionsstellung vor dem Beinsegment hervorgeholt wird.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung dieses Grundgedankens sieht vor, dass dabei
der Bewegungspfad der am Beinsegment ortsfest vorgesehenen Schwenkachse eine zwischenzeitliche
Absenkung in einer Zwischenstellung vor Erreichen der Funktionsstellung durchläuft.
Der Bewegungspfad entspricht vorzugsweise einem Kreisbahnsegment.
[0014] Das gemäß dieser Erfindung vorgesehene Verbindungsglied ist bezüglich eines rotativen
Freiheitsgrades gegenüber dem Hauptsegment oder einem Grundgestell, auf dem das Hauptsegment
ruht, beweglich. Das Beinsegment wiederum ist gegenüber dem Zwischensegment bezüglich
eines weiteren rotativen Freiheitsgrades beweglich. Gemeinsam gestatten es diese beiden
Freiheitsgrade, die Übergangsbewegung zwischen der Staustellung und der Funktionsstellung
des Beinsegments derart zu gestalten, dass auch bei einer vergleichsweise dicken Ausprägung
des Beinsegments dieses am Hauptsegment kollisionsfrei vorbeigeführt werden kann und
in seiner verschwenkten Stellung vor dem Hauptsegment angeordnet werden kann. Die
beiden Schwenkachsen, die durch das Verbindungsglied stets in einem konstanten Abstand
zueinander verbleiben, sind zueinander parallel ausgebildet. Es können auch mehrere
Verbindungsglieder Verwendung finden, deren erste und zweite Schwenkachse jeweils
übereinstimmen.
[0015] Im Sinne der Erfindung wird als Sitzmöbelstück ein separat verwendbares Sitzmöbelstück
wie ein Sofa oder ein Sessel ebenso verstanden wie ein Möbelmodul, welches mit anderen
Modulen zusammen zu einem Sofa oder einer Couchgarnitur oder ähnlichem verbunden werden
kann. Das Sitzmöbelstück verfügt über einen vorzugsweise gepolsterten Sitzbereich,
wobei das Sitzpolster oder die Sitzauflage als Hauptsegment im Sinne der Erfindung
verstanden wird. Dieses Hauptsegment kann ortfest ausgebildet sein, so dass es zu
einem äußeren Bezugssystem, wie beispielsweise einem Fußboden, auf dem das Möbelstück
steht, nicht beweglich ist. Das Hauptsegment kann jedoch gegenüber diesem Bezugssystem
und einem in diesem Bezugssystem ortfesten Grundgestell auch beweglich sein, wobei
diese Beweglichkeit vorzugsweise auf ein leichtes Verschwenken, Verschieben oder eine
überlagerte Verschiebe- und Verschwenkbewegung des Hauptsegments gegenüber dem Grundgestell
beschränkt ist. Das Hauptsegment erstreckt sich im Wesentlichen in einer horizontalen
Ebene, wobei dies zumindest für die Sitzfläche gilt. Unter einer horizontalen Erstreckung
wird verstanden, dass die Sitzfläche im Mittel um nicht mehr als 25° von der Horizontalen
abweicht. Soweit nicht anders gekennzeichnet, wird im Sinne dieser Erfindung von dem
Fußboden unter dem Möbelstück als Bezugssystem ausgegangen, wenn von der Horizontalen
oder der Vertikalen gesprochen wird. Als Beinsegment wird ein Bestandteil des erfindungsgemäßen
Sitzmöbelstücks verstanden, das zumindest eine Auflagefläche aufweist sowie beliebig
geartete Scharniermittel, die die Verschwenkbarkeit um die zweite Schwenkachse gewährleisten.
[0016] Die im Wesentlichen horizontale Ausrichtung der Auflagefläche des Beinsegments in
der Funktionsstellung ist so zu verstehen, dass die Auflagefläche im Mittel um nicht
mehr als 30° von einer Horizontalen abweicht. Gegenüber dieser Ausrichtung in der
Funktionsstellung ist die Auflagefläche in der Staustellung verkippt. Der Kippwinkel
zwischen Staustellung und Funktionsstellung beträgt vorzugsweise zwischen 70° und
180°. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Auflagefläche im Stauzustand im Wesentlichen
vertikal ausgerichtet ist, wobei dies bedeutet, dass eine resultierende Flächennormale
auf der Auflagefläche um maximal 10° gegenüber der Horizontalen nach oben weist bzw.
um maximal 30° gegenüber der Horizontalen nach unten weist.
[0017] Bei dem Verbindungsglied handelt es sich um ein starres Bauteil, welches zur schwenkbaren
Anlenkung am Hauptsegment bzw. dem Grundgestell einerseits und dem Beinsegment andererseits
ausgebildet ist. Als starr wird dabei ein Bauteil angesehen, welches einen konstanten
Abstand zwischen der ersten und zweiten Schwenkachse gewährleistet. Das Verbindungsmittel
weist Schwenkmittel wie beispielsweise Scharnieranordnungen auf, die die erste und
zweite Schwenkachse definieren. Unter Achsen im Sinne dieser Erfindung werden Drehachsen
im nicht gegenständlichen Sinne verstanden. Eine Achse beschreibt daher lediglich
die Relativbeweglichkeit um eine gedachte ortsfeste Drehachse. Dabei sind alle hierzu
aus dem Stand der Technik bekannten dafür geeigneten Maschinenelemente wie Bolzen,
Achsabschnitte, Welzlagerverbindungen und ähnliches umfasst.
[0018] Im Sinne dieser Anmeldung sind Angaben wie "vor" und "hinter" sowie korrespondierende
Richtungsangaben derart zu verstehen, dass das Beinsegment in seiner Funktionsstellung
vor dem Hauptsegment angeordnet ist und bei der Überführung in seine Staustellung
bezogen auf die Horizontale nach hinten verlagert wird. Als Vorderkante des Hauptsegments
im Sinne dieser Erfindung wird dementsprechend die zu den Knien hinweisende Abschlusskante
oder Abschlussfläche des Hauptsegments verstanden.
[0019] Die zweite Schwenkachse zwischen dem Verbindungsglied und dem Beinsegment ist in
der Funktionsstellung des Beinsegments vorzugsweise nicht unter dem Hauptsegment,
insbesondere nicht unter der Sitzfläche des Hauptsegments angeordnet. Dagegen ist
die zweite Schwenkachse in der Staustellung des Beinsegments vorzugsweise unter dem
Hauptsegment, zumindest aber unter der Sitzfläche des Hauptsegments angeordnet, um
eine Lage des Beinsegments in der Staustellung zu ermöglichen, bei der das Beinsegment
zumindest überwiegen unter dem Hauptsegment und/oder dessen Sitzfläche angeordnet
ist. Vorzugsweise ist die zweite Schwenkachse in der Staustellung des Beinsegments
in der Horizontalen zumindest um einen Abstand von der Vorderkante des Hauptsegments
nach hinten beabstandet, der der halben Dicke des Beinsegments entspricht.
[0020] In der Funktionsstellung des Beinsegments ist die zweite Schwenkachse in der Horizontalen
vor der ersten Schwenkachse angeordnet. Als besonders vorteilhaft wird es angesehen,
wenn in der Staustellung dagegen die zweite Schwenkachse bezogen auf eine Horizontale
hinter der ersten Schwenkachse angeordnet ist. Hieraus resultiert, dass beim Übergang
von der Staustellung in die Funktionsstellung in der Vertikalen eine zwischenzeitliche
Absenkung der zweiten Schwenkachse erreicht wird, wenn diese beim Verschwenken um
die erste Schwenkachse unmittelbar unter der ersten Schwenkachse angeordnet ist. Diese
Absenkung ist von Vorteil, da sie es gestattet, besonders einfach die Kollisionsfreiheit
des Beinsegments und des Hauptsegments bei der Überführung des Beinsegments in die
Funktionsstellung zu gewährleisten.
[0021] Der Winkel zwischen einer Vertikalen und der Haupterstreckungsrichtung des Verbindungsgliedes
beträgt in der Staustellung vorzugsweise zwischen 0 und 30°, wobei als Haupterstreckungsrichtung
des Verbindungsgliedes eine Richtung verstanden wird, die entlang einer Verbindungslinie
der ersten und zweiten Schwenkachse verläuft. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das
Beinsegment zwischen seiner Staustellung und seiner Funktionsstellung um einen Winkel
zwischen 60° und 150° verschwenkbar ist, vorzugsweise zwischen 75° und 120°. Diese
Grenzen haben sich in Hinblick darauf als besonders vorteilhaft herausgestellt, dass
ein Mindestwinkel von 60° bzw. 75° eine ausreichende Verschiebung des Beinsegments
in der Horizontalen gegenüber dem Hauptsegment gewährleistet, während bei Einhaltung
der Maximalwinkel von 150° bzw. 120° die Betätigung des Bewegungsmechanismus mittels
einer im wesentlichen translativ bewegten Schubstange ohne Schwierigkeiten möglich
ist.
[0022] Hinsichtlich der Lage der ersten Schwenkachse wird es als besonders bevorzugt angesehen,
wenn diese in der Horizontalen im Bereich der Vorderkante des Hauptsegments vorgesehen
ist und/oder in der Vertikalen im Bereich der Höhe der Unterseite des Hauptsegments
vorgesehen. In der Horizontalen ist die Schwenkachse vorzugsweise im vordersten Viertel
des Hauptsegments, insbesondere in einem Bereich zwischen 0 cm und 25 cm von der Vorderkante
beabstandet, angeordnet. In der Vertikalen ist es von Vorteil, wenn die erste Schwenkachse
im unteren Drittel oder der unteren Hälfte des Hauptsegments vorgesehen ist oder sogar
unterhalb des Hauptsegments angeordnet ist. Diese Lage der ersten Schwenkachse hat
sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, um eine kollisionsfreie Beweglichkeit
des Beinsegments bei gleichzeitig einem stabilen Verbindungsglied zu ermöglichen.
Insbesondere von Vorteil ist es, wenn die erste Schwenkachse im Bereich eines Rahmens
des Hauptsegments oder des Grundgestells vorgesehen ist da in Bereich dieses Rahmens
eine besonders einfache, stabile und zuverlässige Möglichkeit besteht, entsprechende
Scharniermittel, die die erste Schwenkachse zur Verfügung stellen, anzubringen. Diese
Scharniermittel sind vorzugsweise an der rückwärtigen Seite oder der Unterseite eines
an der Vorderseite des Hauptsegments vorgesehenen Trägers des Rahmens oder des Gestells
angebracht.
[0023] Bei einer Weiterbildung der Erfindung weist das Verbindungsglied eine gekröpfte oder
gebogene Formgebung auf. Eine solche Formgebung ist gegeben, wenn entlang der Haupterstreckungsrichtung
des Verbindungsgliedes, also entlang einer Verbindungslinie der ersten und der zweiten
Schwenkachse, zumindest abschnittsweise ein Freiraum vorhanden ist, der abseits des
Verlaufes des Verbindungsgliedes liegt. Die gebogene oder gekröpfte Formgebung hat
zum Einen den Vorteil, dass sie eine Anordnung des Verbindungsgliedes in der Staustellung
gestattet, bei der das Beinsegment zumindest abschnittsweise im Bereich der Haupterstreckungsrichtung
des Verbindungsgliedes angeordnet ist. Das Verbindungsglied läuft dabei um das Beinsegment
herum. In der Funktionsstellung des Beinsegments hat die gebogene Formgebung den Vorteil,
dass sie es bei der Anbringung des Verbindungsgliedes an einem Rahmenteil des Hauptsegmentes
derart, dass die erste Schwenkachse rückseitig eines Rahmenabschnitts liegt, gestattet,
dass das Verbindungsglied um diesen Rahmenabschnitt herum nach vorne bis in einen
Bereich vor dem Hauptsegment ragt. Die Biegung oder Kröpfung ist vorzugsweise dergestalt,
dass die jeweiligen Erstreckungsrichtungen des Verbindungsgliedes im Bereich der Schenkachsen
einen Winkel zwischen 90° und 120° einschließen.
[0024] Erfindungsgemäß sind Zwangsführungsmittel vorgesehen, durch die jeder Relativstellung
des Verbindungsgliedes zum Hauptsegment oder zum Grundgestell eine definierte Relativstellung
des Verbindungsgliedes zum Beinsegment zugewiesen ist. Unter Zwangsführungsmitteln
wird in diesem Zusammenhang eine mechanische Kopplung verstanden, durch die erreicht
wird, dass die Herstellung eines bestimmten Zustandes hinsichtlich der Relativlage
des Verbindungsgliedes zum Grundgestell oder dem Hauptsegment automatisch zu einer
draus resultierenden Relativstellung des Verbindungsgliedes zum Beinsegment führt
und/oder umgekehrt. Dies hat den Vorteil, dass eine beispielsweise elektrische Betätigung
in einfacher Weise über nur einen Elektromotor erreicht werden kann, der beispielsweise
die Relativstellung des Verbindungsgliedes zum Hauptsegment unmittelbar und dadurch
die Relativstellung des Verbindungsgliedes zum Beinsegment mittelbar beeinflusst.
[0025] Ein solches Zwangsführungsmittel kann beispielsweise durch ein starres Zwangsführungsglied
erreicht werden, welches am Hauptsegment oder einem Grundgestell des Sitzmöbelstücks
um eine dritte zum Hauptsegment oder zum Grundgestell des Sitzmöbelstücks ortsfeste
Schwenkachse schwenkbar angelenkt ist und welches am Beinsegment um eine vierte zum
Beinsegment ortsfeste Schenkachse schwenkbar angelenkt ist.
[0026] Das Zwangsführungsglied ist dementsprechend wie das Verbindungsglied einerseits schwenkbar
am Hauptsegment oder dem Grundgestell und andererseits schwenkbar am Beinsegment angelenkt.
Die dritte und die vierte Schwenkachse sind parallel zur ersten und zweiten Schenkachse
und von diesen jeweils beabstandet vorgesehen. Da das Verbindungsglied und das Zwangsführungsglied
bezüglich ihrer starren Ausgestaltung und ihrer Anlenkung gleichwertig sind, ist ihre
Benennung willkürlich.
[0027] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die zweite und/oder die vierte
Schenkachse durch ein Scharniermittel gebildet wird, welches an einem Ausleger vorgesehen
ist, der sich von einer Unterseite des Beinsegments in der Funktionsstellung des Beinsegments
nach unten erstreckt. Dieser Ausleger erlaubt eine besonders einfache Gestaltung der
zweiten und/oder vierten Schwenkachse, da durch sie vermieden werden kann, dass diese
Schwenkachsen an einem Polsterbereich des Beinsegments vorgesehen werden müssen. Gerade
bei einer Ausgestaltung mit Verbindungsglied und Zwangsführungsglied ist dies aufgrund
der zwei voneinander beabstandeten erforderlichen Schwenkachsen, der zweiten und der
vierten Schenkachse, von Vorteil.
[0028] Besonders vorteilhaft ist eine Gestaltung, bei der die dritte Schwenkachse hinter
der ersten Schwenkachse angeordnet ist, das Verbindungsglied beim Übergang zwischen
der Staustellung und der Funktionsstellung um einen Winkel zwischen 95" und 150° verschwenkt
wird und das Zwangsführungsglied beim Übergang zwischen der Staustellung und der Funktionsstellung
um einen Winkel zwischen 130° und 180° verschwenkt wird. Diese Winkelangaben betreffen
jeweils den durch die jeweiligen Endlagen eingeschlossenen Winkel, wobei beim Übergang
zwischenzeitlich auch größere Winkel denkbar sind. Hinsichtlich des Verbindungsgliedes
wird ein Winkel zwischen 115° und 135° als besonders vorteilhaft angesehen. Hinsichtlich
des Zwangsführungsgliedes wird ein Winkel zwischen 140° und 170° als besonders vorteilhaft
angesehen.
[0029] Für den gewünschten Bewegungsablauf bestehen besonders bevorzugte Abstandsverhältnisse
zwischen den Schwenkachsen. Dabei sind die Abstände zwischen der ersten und zweiten
Schwenkachse, zwischen der dritten und vierten Schwenkachse, zwischen der ersten und
zweiten Schwenkachse und zwischen der dritten und vierten Schwenkachse aufgrund der
jeweils gemeinsamen Anlenkung am Hauptsegment, am Beinsegment, am Verbindungsglied
und am Zwangsführungsglied jeweils unveränderlich. Als besonders vorteilhaft wird
es angesehen, wenn die Beabstandung zwischen der dritten Schwenkachse und der vierten
Schwenkachse um den Faktor 1,5 bis 1,9 größer ist als die Beabstandung der ersten
Schwenkachse von der dritten Schwenkachse, die Beabstandung zwischen der ersten Schwenkachse
und der zweiten Schwenkachse um den Faktor 2,9 bis 3,3 größer ist als die Beabstandung
der ersten Schwenkachse von der dritten Schwenkachse, und die Beabstandung zwischen
der zweiten und der vierten Schwenkachse um den Faktor 2,4 bis 2,8 größer ist als
Beabstandung der ersten Schwenkachse von der dritten Schwenkachse.
[0030] Vorzugsweise sind die erste, zweite, dritte und vierte Schwenkachse derart angeordnet
sind, dass die Erstreckungsrichtung des Verbindungsgliedes und die Erstreckungsrichtung
des Zwangsführungsgliedes beim Übergang von der Staustellung in die Funktionsstellung
des Beinsegments stets einen Winkel > 15° einschließen. Als Erstreckungsrichtung wird
dabei die Richtung einer gedachten Geraden zwischen den jeweiligen Schwenkachsen der
Glieder angesehen.
[0031] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist ein Rückenlehnensegment vorgesehen, welches
gegenüber dem Hauptsegment um eine Rückenlehnenachse verschwenkbar ist, wobei das
Rückenlehnensegment mittels Kopplungsmitteln mit dem Beinsegment dahingehend wirkgekoppelt
ist, dass jeder Relativstellung des Rückenlehnensegments zum Hauptsegment oder zum
Grundgestell eine Relativstellung des Beinsegments zum Hauptsegment oder Grundgestell
zugeordnet ist. Diese Kopplung der Stellung der Rückenlehne zur Stellung des Beinsegments
erlaubt es, durch Zurücklehnen ein Überführen des Beinsegments in die Funktionsstellung
zu bewirken. Vorzugsweise sind die Kopplungsmittel dabei so ausgebildet, dass sie
mittels einer manuell betätigbaren Handhabe blockierbar sind, um ein versehentliches
Überführen des Beinsegments in die Funktionsstellung zu verhindern. Die Blockierung
kann jedoch auch über eine Gestaltung erfolgen, bei der erst ab einem vorgegebenen
Mindestkörperdruck eine Bewegung des Beinsegments gestatten.
[0032] Die Wirkkopplung zwischen Rückenlehnensegment und Beinsegment kann dabei auch indirekt
über einen Schieber erfolgen, der durch Abgleiten oder Abrollen an einer mit dem Beinsegment
zwangsgekoppelten Steuerspur die Bewegung des Beinsegments beeinflusst. Die Funktionsweise
eines derartigen Schiebers wird im Folgenden noch erläutert.
[0033] Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind mindestens zwei starre Steuerglieder vorgesehen,
die jeweils einen ersten Anlenkabschnitt aufweisen, der mittels jeweils eines Elektromotors
lageveränderbar ist, und die mit einem jeweils zweiten Anlenkabschnitt am Beinsegment
und/oder an einem starren Verbindungsglied zwischen Hauptsegment und Beinsegment und/oder
an einem translativ beweglichen Schlitten angelenkt sind. Diese Steuerglieder gestatten
es, die Motoren in einen hinteren Bereich des Sitzmöbelstücks, vorzugsweise unterhalb
des Hauptsegments, vorzusehen und durch eine im Wesentlichen translative Verschiebung
der Steuerglieder die Relativstellung des Beinsegments zum Hauptsegment zu beeinflussen.
[0034] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist ein Drehorgan vorgesehen, welches um eine
relativ zum Hauptsegment oder zu einem Grundgestell des Möbelstücks ortsfester Drehorganachse
drehbar ausgebildet ist. Dabei ist mindestens ein starres Steuerglied vorgesehen,
das mit einem jeweils ersten Anlenkabschnitt am Drehorgan angelenkt ist und das mit
einem jeweils zweiten Anlenkabschnitt am Beinsegment und/oder an einem starren Verbindungsglied
zwischen Hauptsegment und Beinsegment und/oder an einem translativ beweglichen Schlitten
und/oder einem Hilfsglied zur mittelbaren Bewegung des Beinsegments angelenkt ist.
[0035] Vorzugsweise sind mindestens zwei starre Steuerglieder vorgesehen.
[0036] Beim Drehorgan handelt es sich um ein Bauteil, welches dadurch gekennzeichnet ist,
dass es um die Drehorganachse drehbar ist, wobei diese zum Grundgestell und/oder zum
Hauptsegment ortsfest ist. Weiterhin ist das Drehorgan fest mit dem radial von der
Drehorganachse beabstandeten Anlenkabschnitt verbunden. Besonders einfach Ausgestaltungen
des Drehorgans sehen vor, dass dieses als drehbare Scheibe oder Winkelhebel ausgebildet
ist. Das Steuerglied oder die Steuerglieder zeichnen sich dadurch aus, dass sie jeweils
zwei Anlenkabschnitte aufweisen, die starr miteinander verbunden sind. Vorzugsweise
handelt es sich bei den Steuergliedern um Gestänge, insbesondere Metallgestänge, an
deren beiden Enden die Anlenkabschnitte vorgesehen sind. Die ersten Anlenkabschnitte
sind am Drehorgan angelenkt, wobei die Anlenkstelle am Drehorgan ortsfest zum Drehorgan
ist. Dies führt dazu, dass diese Anlenkstelle durch eine Drehung des Drehorgans die
Drehorganachse gegenüber dem Hauptsegment verändert werden kann. Wenn zwei Steuerglieder
mit dem Drehorgan verbunden sind, werden diese zeitgleich mit der Drehung des Drehorgans
bewegt. Die Steuerglieder können zu verschiedenen Zwecken verwendet werden, wobei
jeweils durch die Bewegung des ersten Anlenkabschnitts eine Bewegung des zweiten Anlenkabschnitts
hervorgerufen wird, die mittelbar dadurch eine Bewegung des Bauteils bewirken, an
dem der zweite Anlenkabschnitt vorgesehen ist. Die Art der Bewegung des ersten Anlenkabschnitts
und damit mittelbar auch des zweiten Anlenkabschnitts hängt von der Winkellage des
Anlenkpunktes des jeweiligen Anlenkabschnitts und dem Abstand des Anlenkpunkts von
der Drehorganachse ab.
[0037] Eine Variante des Drehorgans sieht vor, dass der Anlenkabschnitt nicht fest am Drehorgan
vorgesehen sind, sondern durch Führungsspuren am Drehorgan geführt radial auslenkbar
gestaltet sind. Eine Drehung des Steuerorgans führt bei einer solchen Gestaltung zur
Verschiebung des vorzugsweise zusätzlich in einer hauptsegmentfesten Führungsspur
geführten Anlenkpunktes nach innen oder nach außen. Durch ein an dem Anlenkabschnitt
angelenktes Steuerglied kann dies zum Bewegen der Segmente relativ zueinander genutzt
werden.
[0038] Eine Möglichkeit der Verwendung der Steuerglieder sieht vor, dass beide Steuerglieder
mit ihrem jeweiligen zweiten Anlenkabschnitt am Beinsegment angelenkt sind. Dies führt
dazu, dass das mechanische System, in dem das Beinsegment durch die erste und zweite
Schwenkachse oder aber durch die Schwenkachse und das Translationsmittel zwei Freiheitsgrade
hat, einen statisch bestimmten Zustand einnimmt. Bei einer Gestaltung mit einem Verbindungsglied
ergibt sich die Ausrichtung des Verbindungsgliedes aus der mechanischen Bestimmtheit
der Lage des Beinsegments, dessen Lage durch die beiden Steuerglieder und das Verbindungsglied
vollständig bestimmt ist.
[0039] Alternativ hierzu kann ein erstes Steuerglied mit seinem zweiten Anlenkabschnitt
am Verbindungsglied angelenkt sein und ein zweites Steuerglied mit seinem zweiten
Anlenkabschnitt am Beinsegment angelenkt sein. Bei dieser Variante ergibt sich die
statische Bestimmtheit der Lage des Verbindungsgliedes dadurch, dass der nur eine
Freiheitsgrad des Verbindungsgliedes gegenüber dem Hauptsegment oder dem Grundgestell
durch das erste Steuerglied entfällt. Die Lage des Verbindungsgliedes ergibt sich
somit vollständig aus der Lage des ersten Steuergliedes. Durch die dadurch fixierte
Lage des Verbindungsgliedes reduzieren sich auch die Freiheitsgrade des Beinsegments
auf zunächst einen Freiheitsgrad, nämlich die Verschwenkbarkeit um die zweite Schwenkachse.
Dieser Freiheitsgrad entfällt jedoch aufgrund der definierten Lage des zweiten Steuergliedes
ebenfalls.
[0040] Bei einer Ausgestaltung, bei der Zwangsführungsmittel der oben beschriebenen Art
vorgesehen sind, reicht zur Bewegung des Beinsegments ein einzelnes Steuerglied aus.
Dies gilt auch im erfindungsgemäßen Falle, bei dem zusätzlich zum Beinsegment ein
Endsegment vorgesehen ist, dessen Relativbewegung zum Beinsegment beispielsweise mittels
eines im Weiteren noch erläuterten Schiebersystems mit der Relativbewegung des Beinsegments
zum Hauptsegment wirkgekoppelt ist. Bei einer solchen Ausgestaltung reicht es aus,
wenn das einzige Steuerglied am Endsegment oder an einem Hilfsglied des Schiebersystems
angelenkt ist.
[0041] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die Drehorganachse annähernd vertikal ausgerichtet.
Unter einer annähernd vertikalen Ausrichtung wird dabei eine Ausrichtung verstanden,
gemäß derer die Drehorganachse mit einer Vertikalen einen Winkel von maximal 30° einschließt.
Diese Gestaltung des Drehorgans mit einer Drehbarkeit um eine vertikale Achse erlaubt
eine besonders platzsparende Anordnung des Drehorgans. Das Drehorgan, welches vorzugsweise
flach und etwa scheibenförmig ausgebildet ist, kann unter einer Beibehaltung des Aufbaus
eines nicht speziell für ein solches Drehorgan vorgesehenen Möbelstücks unterhalb
von dessen Hauptsegment vorgesehen werden. Neben der flexiblen Nutzbarkeit führt die
durch die vertikale Drehorganachse erzielbare flache Ausgestaltung auch zu ästhetisch
vorteilhaften Resultaten. Das Drehorgan sowie ein gegebenenfalls zum Antrieb des Drehorgans
vorgesehener Antriebsstrang sind problemlos so anzuordnen, dass sie bei einer bestimmungsgemäßen
Aufstellung des Sitzmöbelstücks nicht gesehen werden können.
[0042] Vorzugsweise ist das Drehorgan mit einem Elektromotor wirkgekoppelt, der zur Drehung
des Drehorgans um die Drehorganachse ausgebildet ist. Bei dem Elektromotor kann es
sich um einen üblichen Elektromotor mit einer drehbaren Abtriebswelle handeln, der
beispielsweise mittels einer Zahnradverbindung das Drehorgan dreht. Als besonders
vorteilhaft wird die Verwendung eines Linearaktuators angesehen, der eine translativ
angetriebene Aktuatorenstange aufweist, welche ihrerseits ähnlich den Steuergliedern
schwenkbar am Drehorgan angelenkt sein kann.
[0043] Bei einer Ausgestaltung des Drehorgans mit Elektromotor wird es als besonders bevorzugt
angesehen, wenn das Drehorgan und der Elektromotor als gemeinsame integrale Baueinheit
ausgebildet sind, wobei diese integrale Baueinheit Verbindungsabschnitte zur Festlegung
am Hauptsegment und/oder einem Grundgestell des Sitzmöbelstücks aufweist. Diese integrale
Baueinheit ist im Hinblick auf eine Montage von Vorteil, da sie bereits im Rahmen
einer Vormontage fertig gestellt werden kann. Insbesondere erlaubt es eine solche
Gestaltung auch, Teile von Sitzmöbeln sowohl für erfindungsgemäße Sitzmöbelstücke
als auch für Sitzmöbelstücke ohne Beinsegment zu verwenden, da die erforderliche Anpassung
des Hauptsegments im Sinne eines erfindungsgemäßen Sitzmöbelstücks sich auf ein Minimum
reduziert.
[0044] Alternativ zur Betätigung mit einem Elektromotor kann das Drehorgan auch mit einer
manuell betätigbaren Handhabe wirkgekoppelt sein, die zur Drehung des Drehorgans um
eine Drehorganachse ausgebildet ist. Als manuelle Handhabe wird dabei jedes Betätigungsmittel
angesehen, welches keinen von außen mit Energie gespeisten Motor aufweist. Eine manuelle
Betätigung liegt insbesondere auch dann vor, wenn die Betätigung über ein Zurücklehnen
des Benutzers und eine daraus resultierende Kraftbeaufschlagung einer Rückenlehne
erfolgt. Bei einer solchen Ausgestaltung kann es vorteilhaft sein, ein Drehorgan mit
einer horizontalen Drehorganachse vorzusehen, um die Übersetzung zwischen Lehnenbewegung
und Drehorganbewegung sehr einfach gestalten zu können. Die Handhabe kann auch zur
manuellen Betätigung ausgebildet sein, beispielsweise indem bei einem Drehorgan mit
horizontaler Drehorganachse am Drehorgan eine Welle vorgesehen ist, auf der das Drehorgan
festgelegt ist. Diese Welle kann dann mittels eines daran vorgesehen Betätigungshebels
gemeinsam mit dem Drehorgan verschwenkt werden, wobei der Betätigungshebel vorzugsweise
seitlich neben dem Hauptsegment angeordnet ist und um die Drehorganachse verschwenkbar
ist.
[0045] Sowohl für den Betrieb des Drehorgans mittels eines Elektromotors als auch mittels
einer manuell betätigbaren Handhabe gilt, dass vorzugsweise eine Übersetzung vorgesehen
ist. Diese Übersetzung erlaubt es zum Einen, mit einem relativ schwachen Elektromotor
oder einer besonders leichtgängig betätigbaren Handhabe die Drehung des Hauptorgans
zu bewirken. Die Übersetzung kann darüber hinaus auch verwendet werden, um die manuell
betätigbare Handhabe um eine andere Schwenkachse als die Drehorganachse des Drehorgans
schwenkbar vorzusehen.
[0046] Besonders vorteilhaft ist, wenn das Drehorgan in einer Drehstellung, in der das Beinsegment
in seiner Funktionsstellung angeordnet ist, und/oder in einer Drehstellung, in der
das Beinsegment in seiner Staustellung angeordnet ist, an einem die Drehbewegung zumindest
mittelbar begrenzenden Anschlag anliegt. Ein solcher Anschlag schützt die Mechanik
des Sitzmöbelstücks, da ein Überdrehen des Drehorgans verhindert wird. Besonders vorteilhaft
ist es, wenn der Drehanschlag unmittelbar mit dem Drehorgan zusammenwirkt, also derart
ausgebildet ist, dass das Drehorgan in einer Drehendstellung unmittelbar an diesem
Anschlag zum Anliegen kommt. Bei alternativen Ausgestaltungen kann der Anschlag jedoch
auch an einer beliebigen anderen Stelle innerhalb eines Antriebsstranges vorgesehen
sein, der dem Antrieb des Drehorgans dient. Der Anschlag ist vorzugsweise jenseits
eines Totpunktes angeordnet, an dem sich die Bewegungsrichtung eines mit dem Drehorgan
verbundenen Steuergliedes zumindest hinsichtlich dessen Hauptbewegungsrichtung umdreht.
Hierdurch ist gewährleistet, dass eine Druckbeaufschlagung den Anschlag in Funktion
bringt, ohne dass der Anschlag bei einer Bewegung zwischen Funktionszustand und Stauzustand
ein Hindernis darstellt.
[0047] Als besonders vorteilhaft wird es weiterhin angesehen, dass das Drehorgan und das
erste Steuerglied und/oder das zweite Steuerglied derart ausgebildet und angeordnet
sind, dass in der Funktionsstellung des Beinsegments eine auf das erste oder zweite
Steuerglied wirkende Druckkraft das Drehorgan gegen den Anschlag momentenbeaufschlagt.
Hierdurch wird erreicht, dass die Druckkraft auf die Steuerglieder, die durch das
Eigengewicht des Beinsegments und insbesondere durch die Gewichtsbeaufschlagung durch
die Beine eines Benutzers verursacht wird, zuverlässig in den entsprechend ausgelegten
Drehanschlag eingeleitet wird.
[0048] Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist ein Rückenlehnensegment vorgesehen,
welches gegenüber dem Hauptsegment und einer Rückenlehnenachse verschwenkbar ist.
Dabei ist das Rückenlehnensegment mittels Kopplungsmitteln mit dem Drehorgan dahingehend
wirkgekoppelt, dass jeder Relativstellung des Rückenlehnensegments zum Hauptsegment
oder einem Grundgestell eine Drehstellung des Drehorgans zugeordnet ist. Wie oben
schon beschrieben ist, kann hierdurch in vorzugsweise durch Blockiermittel blockierbarer
Art und Weise erreicht werden, dass ein Benutzer durch Zurücklehnen das Beinsegment
bewegt. Diese Bewegung ist gemäß dieser Weiterbildung Resultat daraus, dass zunächst
durch die Bewegung der Rückenlehne das Drehorgan gedreht wird, beispielsweise mittels
eines einfachen Lehnensteuergliedes, welches einerseits an der Rückenlehne angelenkt
ist und andererseits am Drehorgan angelenkt ist. Die Drehung des Drehorgans führt
dann zu einer Bewegung des Beinsegments in der oben beschriebenen Art und Weise.
[0049] Erfindungsgemäß weist das Sitzmöbelstück ein Endsegment auf, an dessen Oberseite
eine Auflagefläche vorgesehen ist, wobei das Endsegment gegenüber dem Beinsegment
zwischen einer Staustellung und einer Funktionsstellung relativbeweglich ist und wobei
es in seiner Funktionsstellung vor der Vorderkante des Beinsegments angeordnet ist.
[0050] Das Endsegment dient wie das Beinsegment auch der Auflage der Beine. Je nach Größe
des Beinsegments und des Endsegments dient das Endsegment vor allen Dingen als Auflage
für die Unterschenkel und/oder die Füße einer auf dem Sitzmöbelstück sitzenden Person.
[0051] Das Endsegment ist vorzugsweise um eine Endsegmentschwenkachse gegenüber dem Beinsegment
schwenkbar ausgebildet, wobei die Endsegmentschwenkachse vorzugsweise relativ zum
Endsegment und relativ zum Beinsegment ortsfest ausgebildet ist. Dies stellt eine
besonders einfache Form der Anlenkung dar. Dieser Aufbau führt zu einer kettenartigen
Anordnung, bei der sich das Endsegment an das Beinsegment anschließt und das Beinsegment
gegenüber dem Hauptsegment verschwenkbar ist. Die Endsegmentschwenkachse ist bezogen
auf das Endsegment vorzugsweise an Auslegern vorgesehen, die mit einem Polsterteil
des Endsegments fest verbunden sind. Auf Seiten des Beinsegments ist die ebenfalls
zum Beinsegment ortsfest vorgesehene Endsegmentschwenkachse vorzugsweise an der Unterseite
des Beinsegments angeordnet.
[0052] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist das Endsegment in seiner Staustellung gegenüber
dem Beinsegment etwa um einen Winkel zwischen 50° und 130° verschwenkt und/oder etwa
parallel zum Hauptsegment angeordnet. Die angegebenen Winkel beziehen sich auf die
Ausrichtung der Sitzfläche und/oder der Auflageflächen.
[0053] Um die Bewegung des Endsegments relativ zum Beinsegment und des Beinsegments relativ
zum Hauptsegment gemeinsam zu steuern, ist erfindungsgemäß ein ein Schiebersystem
mit einem Schieber vorgesehen, der über ein starres Hilfsglied mit dem Endsegment
wirkgekoppelt ist und der als erster Steuerabschnitt zum Zusammenwirken mit einer
ersten Steuerspur ausgebildet ist, deren Lage mit der Lage des Beinsegments zwangsgekoppelt
ist.
[0054] Mit einer solchen Ausgestaltung ist es möglich, durch Verursachung einer Bewegung
des Hilfsgliedes oder des Endsegments beide genannten Relativbewegungen zu bewirken.
Somit kann durch ein einziges Steuerglied, welches am Schieber selbst, am Hilfsglied
oder Endsegment angelenkt ist, eine Überführung des Beinsegments und des Endsegments
in die jeweilige Funktionsstellung erreicht werden. Die Bewegung des Beinsegments
relativ zum Hauptsegment wird dabei über den ersten Steuerabschnitt und eine erste
Steuerspur erzielt. Der ortsfest am Hilfsglied vorgesehene erste Steuerabschnitt ist
zu diesem Zweck zwangsgeführt, wobei dies beispielsweise durch eine zweite Steuerspur
oder eine Anlenkung des Hilfsgliedes über ein Zwischenglied am Hauptsegment erfolgen
kann. Diese Zwangsführung des Steuerabschnitts bewirkt einen definierten Bewegungspfad
bei einer Bewegung des Hilfsgliedes mittels des einzigen Steuergliedes. Dieser Bewegungspfad
des Steuerabschnitts verursacht mit einer daran angepassten Formgebung der ersten
Steuerspur die Relativbewegung des Beinsegments gegenüber dem Hauptsegment.
[0055] Besonders vorteilhaft an dieser Ausgestaltung ist, dass durch die Gestaltung der
ersten Steuerspur die Bewegungsabläufe des Beinsegments und des Endsegments einfach
unabhängig voneinander gemacht werden können, so dass es möglich ist, das Endsegments
relativ zum Beinsegment in der Staustellung oder einer davon nur geringfügig abweichenden
Stellung zu halten, bis das Beinsegment seine Funktionsstellung erreicht hat. Besonders
von Vorteil ist eine etwa L-förmige Ausgestaltung der ersten Steuerspur.
[0056] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die erste Steuerspur und der Schieber derart aufeinander
angepasst sind, dass beim Übergang des Beinsegments und des Endsegments aus der Staustellung
in die Funktionsstellung in einer ersten Bewegungsphase das Beinsegment gegenüber
dem Hauptsegment um mindestens 70° in Richtung der Funktionsstellung verschwenkt wird,
während das Endsegment gegenüber dem Beinsegment um maximal 50° in Richtung der Funktionsstellung
verschwenkt wird, und in einer zweiten Bewegungsphase das Beinsegment und das Endsegment
jeweils ihre Funktionsstellung erreichen. Demgegenüber bevorzugt ist eine Ausgestaltung
bei der das Hauptsegment in der ersten Phase um mindestens 80° oder sogar 90° verschwenkt
wird, während das Endsegment gegenüber dem Beinsegment lediglich um maximal 40° oder
sogar nur 30° verschwenkt wird.
[0057] Die durch die erste Steuerspur realisierbare Bewegung in mehreren Phasen ist ideal,
um das Beinsegment und das Endsegment kollisionsfrei aus dem Stauzustand unter dem
Hauptsegment in den Funktionszustand zu bewegen, da die erste Phase genutzt werden
kann, um den besonders kritischen Bewegungsabschnitt zu überwinden, in dem das Beinsegment
etwa um 45° gegenüber seiner Staustellung verschwenkt ist. Wenn das Endsegment sich
in diesem Abschnitt relativ zum Beinsegment noch in etwa in seiner Staustellung befindet,
kann ein Aufsetzen des Endsegments auf dem Boden unter dem Möbelstück verhindert werden.
[0058] Die erste Steuerspur ist vorzugsweise am Zwangsführungsglied, am Verbindungsglied
oder am Beinsegment vorgesehen ist, also mit einem dem betreffenden Elemente fest
verbunden. Ebenfalls möglich ist es, die Steuerspur im oder am Drehorgan vorzusehen.
Die erste Steuerspur kann im einfachsten Falle eine Kante des entsprechenden Bauteils
sein, an der bei einer Kraftbeaufschlagung des Hilfsgliedes oder des Endsegments der
erste Steuerabschnitt entlanggleitet oder bei einer Ausgestaltung des ersten Steuerabschnitts
als Rolle abrollt. Die Steuerspur kann jedoch auch als geschlossene Kulisse oder Langloch
ausgebildet sein.
[0059] Die oben erwähnte Zwangsführung des ersten Steuerabschnitts dient der Festlegung
des Bewegungspfades des ersten Steuerabschnitts. Sie kann auf verschiedenen Wegen
realisiert werden. Vorzugsweise ist hierfür am Hilfsglied ein zweiter Steuerabschnitt
vorgesehen, der entlang einer zweiten Steuerspur beweglich ist, wobei die zweite Steuerspur
vorzugsweise am Verbindungsglied oder am Zwangsführungsglied vorgesehen ist. Der zweite
Steuerabschnitt kann dabei auch mit dem ersten Steuerabschnitt identisch sein und
bei einer Bewegung des Hilfsgliedes gleichzeitig auf der ersten und der zweiten Steuerspur
entlanggleiten oder abrollen. Für die Ausgestaltung der zweiten Steuerspur gelten
die oben stehenden Erläuterungen zur ersten Steuerspur. Alternativ zur Ausgestaltung
mit zweiter Steuerspur kann das Hilfsglied mittels eines schwenkbar mit dem Hilfsglied
verbundenen Zwischengliedes am Hauptsegment oder einem Grundgestell des Sitzmöbels
angelenkt sein.
[0060] Bei einer Ausgestaltung mit zwei Steuerspuren sind zwei Ausgestaltungen besonders
bevorzugt. Bei der ersten Ausgestaltung ist die erste Steuerspur unmittelbar am Beinsegment
oder einem dazu ortsfesten Bauteil vorgesehen und die zweiten Steuerspur am Verbindungsglied
vorgesehen. Bei der zweiten Ausgestaltung ist die erste Steuerspur am Zwangsführungsglied
und die zweiten Steuerspur am Verbindungsglied vorgesehen.
[0061] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist am Drehorgan ein erstes Endsegment-Steuerglied
vorgesehen, dass mit einem ersten Anlenkabschnitt am Drehorgan angelenkt ist und dass
derart mit dem Endsegment wirkgekoppelt ist, dass eine Bewegung des Drehorgans mittels
des weiteren Steuergliedes eine Relativbewegung des Endsegments gegenüber dem Beinsegment
bewirkt. Bei der oben beschriebenen Ausgestaltung mit Schiebersystem kann das Endsegment-Steuerglied
das einzige Steuerglied am Drehorgan sein. Bei einer Ausgestaltung ohne Schiebersystem
sind am Drehorgan zwei oder drei voneinander beabstandete erste Anlenkabschnitte von
zwei bzw. drei starren Steuergliedern angeordnet, die vorzugsweise jeweils voneinander
beabstandet sind. Das erste Endsegment-Steuerglied bewirkt durch seine Verlagerung
eine Bewegung des Endsegments. Hierzu kann es im einfachsten Fall mit einem zweiten
Anlenkabschnitt unmittelbar am Endsegment angelenkt sein.
[0062] Die Anlenkung der ersten Anlenkabschnitte am Drehorgan ist vorzugsweise derart gestaltet,
dass die ersten Anlenkabschnitte der Steuerglieder zumindest teilweise in verschiedenen
Winkelstellungen zu der Drehorganachse am Drehorgan angelenkt sind und/oder in verschiedenem
Abstand zu der Drehorganachse am Drehorgan angelenkt sind.
[0063] Durch diese beiden Parameter, die Winkelstellung und den Abstand, kann die Einflussnahme
einer Drehung des Drehorgans auf die verschiedenen Steuerglieder einzeln und abhängig
von der Funktion beeinflusst werden. Insbesondere ist es möglich, durch die gezielte
Wahl der Winkelstellung festzulegen, in welcher Phase des Übergangs von der Staustellung
in die Funktionsstellung ein jedes Steuerglied in starkem Maße oder in geringem Maße
bewegt werden soll. Eine Drehung des Drehorgans um einen definierten Winkel führt
dann zu einer nur geringen Bewegung eines Steuergliedes, wenn die Haupterstreckungsrichtung
des Steuergliedes mit einer gedachten Verbindungslinie zwischen Anlenkpunkt und Drehorganachse
einen kleinen Winkel einschließt. Eine besonders starke Wirkung wird durch den identisch
definierten Winkel erzielt, wenn die Haupterstreckungsachse des jeweiligen Steuergliedes
mit der gedachten Verbindungslinie einen Winkel von etwa 90° einschließt. Während
die Wahl der Winkelstellung des Anlenkpunkts es gestattet, festzulegen, in welcher
Phase durch die Drehung des Drehorgans eine besonders starke Einflussnahme auf die
Bewegung des Steuergliedes bewirkt wird, ist der Abstand von der Drehachse geeignet,
um die Wirkung über die gesamte Drehbewegung des Drehorgans proportional zu verringern
oder zu verstärken.
[0064] So ist es beispielsweise möglich, zwei Steuerglieder in der gleichen Winkelstellung,
jedoch mit unterschiedlichem Abstand zur Drehorganachse am Drehorgan vorzusehen was
bewirkt, dass das weiter innen angelenkte Steuerglied über den gesamten Bewegungsablauf
in einem geringeren Maße als das außen angelenkte Steuerglied bewegt wird. Die so
variierende Bewegung der Steuerglieder kann besonders vorteilhaft genutzt werden,
um Schwenkvorgänge zu steuern, insbesondere den Schwenkvorgang des Beinsegments.
[0065] Bei einer Weiterbildung der Erfindung schließt eine Verbindungslinie zwischen der
Drehorganachse und dem ersten Anlenkpunkt des ersten und/oder zweiten Steuergliedes
mit einer Haupterstreckungsrichtung des jeweiligen Steuergliedes einen Winkel von
nicht mehr als 20° ein, wenn das Beinsegment in seiner Funktionsstellung ist. Dies
führt dazu, dass einen Bewegung des Drehorgans ausgehend von der Funktionsstellung
zu einer sehr langsam beschleunigenden Bewegung des ersten und/oder zweiten Steuergliedes
führt und damit bei einer Verwendung des ersten und/oder zweiten Steuergliedes zur
Steuerung der Lage des Beinsegments zu einer langsamen Beschleunigung des Beinsegments
beim Übergang von der Funktionsstellung in die Staustellung führt.
[0066] Weiterhin vorteilhaft ist es, wenn eine Verbindungslinie zwischen der Drehorganachse
und dem ersten Anlenkpunkt des dritten Steuergliedes mit einer Haupterstreckungsrichtung
des dritten Steuergliedes einen Winkel zwischen 60 und 120° einschließt, wenn das
Beinsegment in seiner Funktionsstellung ist. Ein Winkel zwischen 60° und 120°, insbesondere
einen Winkel von etwa 90° führt dazu, dass beim Übergang vom Funktionszustand in den
Stauzustand eine Drehung des Drehorgans zunächst zu einer besonders schnellen Relativbewegung
des Endsegments gegenüber dem Beinsegment führt. Somit kann das Endsegment frühzeitig
während der Übergangsphase in die Stauzustand des Möbelstücks gegenüber dem Beinsegment
verschwenkt werden und dann unter nur noch geringer Relativbewegung gemeinsam mit
dem Beinsegment in den Staustellung des Beinsegments und damit unter das Hauptsegment
verfahren werden.
[0067] Als Haupterstreckungsrichtung eines Steuergliedes wird eine Richtung angesehen, die
durch die beiden Anlenkpunkte des Steuergliedes definiert ist.
[0068] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist das erste Endsegment-Steuerglied mit seinem
zweiten Anlenkabschnitt schwenkbar an einem zweiten Endsegment-Steuerglied angebunden,
welches mit einem ersten Anlenkabschnitt am ersten Endsegment-Steuerglied und mit
einem zweiten Anlenkabschnitt am Endsegment angelenkt ist. Bei dieser Weiterbildung
ist das Drehorgan mit dem Endsegment über das erste und zweite Endsegment-Steuerglied
verbunden, wobei diese beiden Steuerglieder gegeneinander verschwenkbar sind. Die
Verschwenkbarkeit zwischen dem weiteren Steuerglied kann dabei mittels eines Schwenkgelenks
mit einer definierten Achse oder mittels eines dreidimensional wirkenden Kugelgelenks
oder mechanisch äquivalenten Maschinenelementen realisiert werden.
[0069] Das erste Endsegment-Steuerglied ist vorzugsweise über ein Führungsmittel, insbesondere
über ein Führungsmittel in Art einer Öse ortsfest am Hauptsegment, an einem Grundgestell
des Möbelstücks oder am Beinsegment geführt oder in Abhängigkeit der Relativstellung
des Beinsegments zum Hauptsegment zwangsgeführt ist. Diese Führung führt dazu, dass
der zweite Anlenkabschnitt des ersten Endsegment-Steuergliedes bezüglich seiner Lage
stets mechanisch vollständig bestimmt ist. Da das zweite Endsegment-Steuerglied einerseits
am Endsegment angelenkt ist und andererseits am zweiten Anlenkabschnitt des dritten
Steuergliedes angelenkt ist, ist damit auch eine mechanisch vollständig bestimmte
Kopplung des Endsegments an eine Drehstellung des Drehorgans gewährleistet. Das Führungsmittel
ist vorzugsweise um eine Vertikalachse drehbar ausgebildet oder mit einer Führungsöffnung
versehen, die ausreichend groß ist, dass das erste Endsegment-Steuerglied auch bei
einer durch die Anlenkung am Drehorgan variierende Ausrichtung verschieblich geführt
werden kann. Alternativ zu einem solchen Führungsmittel ist es auch möglich, ein Nebendrehorgan
oder einen Winkelhebel vorzusehen, der am Hauptsegment oder dem Beinsegment beweglich,
insbesondere schwenkbar, gelagert ist und an dem das erste und das zweite Endsegment-Steuerglied
angelenkt sind.
[0070] Die Verschwenkbarkeit des ersten und des zweiten Endsegment-Steuergliedes gegeneinander
hat die besonders vorteilhafte Wirkung, dass abhängig vom Schwenkwinkel eine weitgehende
Entkopplung stattfindet. Hierzu ist es vorzugsweise vorgesehen, dass im Stauzustand
des Möbelstücks, in dem das Beinsegment und das Endsegment in ihrer jeweiligen Staustellung
sind, die Haupterstreckungsrichtungen des ersten und zweiten Endsegment-Steuergliedes
einen Winkel zwischen 70° und 110° einschließen. Hierdurch hat eine Drehung des Drehorgans
und damit eine translative Bewegung des ersten Endsegment-Steuergliedes beim Übergang
vom Stauzustand in den Funktionszustand zunächst keine oder nahezu keine translative
Bewegung des zweiten Endsegment-Steuergliedes zur Folge. Dies kann gezielt dazu ausgenutzt
werden, um ausgehend von einem Stauzustand, in dem das Beinsegment und das Endsegment
jeweils in ihrer Staustellung sind, durch eine Bewegung des Drehorgans eine Bewegung
des Beinsegments zu bewirken, während das Endsegment relativ zum Beinsegment und/oder
relativ zum Hauptsegment kaum bewegt wird.
[0071] Bei einer Weiterbildung der Erfindung weist das Sitzmöbelstück ein Grundgestell auf,
wobei das Hauptsegment gegenüber dem Grundgestell beweglich ausgebildet ist. Dies
gestattet es zum einen, die Sitzfläche in eine für den Benutzer individuell angenehme
Stellung zu bringen. Hinsichtlich der Überführung des Beinsegments aus seiner Staustellung
in seine Funktionsstellung hat diese Beweglichkeit den zusätzlichen Vorteil, dass
durch eine leichte Verschwenkbarkeit und/oder Verschiebbarkeit des Hauptsegments nach
hinten eine kollisionsfrei Vorbeiführung des Beinsegments am Hauptsegment besonders
einfach zu realisieren ist.
[0072] Die Erfindung betrifft weiterhin einen Beschlag für ein Sitzmöbel nach Anspruch 38.
[0073] Erfindungsgemäße Beschläge sind vorzugsweise derart ausgebildet, dass sie bezogen
auf eine Querrichtung des Möbelstücks zentral angeordnet sind und einzeln und nicht
paarig verwendet werden. Aufgrund ihres Aufbaus mit vergleichsweise wenig Drehachsen
ist eine solche Verwendung und die damit einhergehende Ausgestaltung des Möbelstücks
mit nur einem Beschlag möglich. Vorzugsweise sind hierfür Auslegerabschnitte vorgesehen,
die auch die Einleitung seitlich aufgebrachter Kräfte in den Beschlag zuverlässig
ermöglichen. Weiterhin sind die verschiedenen Glieder und Gestänge des Beschlages
vorzugsweise zumindest zum Teil geschlossene Hohlprofile ausgebildet.
[0074] Ein erfindungsgemäßer Beschlag nimmt an einem erfindungsgemäßen Möbelstück vorzugsweise
lediglich einen Anteil der Breite des Hauptsegments und/oder des Beinsegments von
30% ein, so dass er unauffällig in der Mitte angeordnet ist. Aus üblichen Perspektiven
ist der Beschlag selbst im Funktionszustand daher kaum zu sehen.
[0075] Die erfindungsgemäßen Beschläge erlauben einen besonders einfachen modularen Aufbau
eines Sitzmöbelstücks, welches in oben beschriebener Art ausgebildet ist.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0076] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich außer aus den Ansprüchen
auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der
Erfindung, das nachfolgend anhand der Figuren erläutert wird. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- die Mechanik einer vierten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Sitzmöbelstücks
in einer Ansicht von schräg oben und
- Fig. 1a bis 1h
- die in Figur 1 dargestellte Mechanik beim Übergang von einem Stauzustand in einen
Nutzzustand in Seitenansichten und korrespondierenden separaten Ansichten des Beschlages,
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0077] Die Figuren 1 und 1a bis 1h zeigen eine Ausführungsform eines als Polstermöbelstücks
ausgebildeten erfindungsgemäßen Sitzmöbelstücks 410, wobei von diesem lediglich das
Hauptsegment 420 mit oberseitigen Sitzfläche, das Beinsegment 440 und das Endsegment
460 sowie die zur Relativbewegung dieser Segmente 420, 440, 460 vorgesehene Mechanik
dargestellt ist. Weitere Bestandteile des Möbelstücks sind nicht dargestellt. Diese
nicht dargestellten Bestandteile umfassen ein Grundgestell auf dem das Hauptsegment
420 ortsfest ruht, Armlehnen beidseitig des Hauptsegments 420 und eine Rückenlehne
an der dem Bein- und dem Endsegment 440, 460 abgewandten Ende des Hauptsegments 420.
[0078] Die einzelnen Komponenten dieser Mechanik sollen nachfolgend anhand der Figuren1,
1a, 1b erläutert werden. Anschließend wird die Funktionsweise beim Übergang aus dem
Stauzustand der Fig. 1a, 1b in den Funktionszustand der Fig. 1g, 1h erläutert.
[0079] Die in den Fig. 1a bis 1h dargestellten Stellungen umfassen geschnittene Darstellungen
1a, 1c, 1e, 1g des Sitzmöbelstücks und perspektivische Darstellungen 1b, 1d, 1f, 1h
der Mechanik. Wie den perspektivischen Darstellungen zu ersehen ist, ist die Mechanik
weitgehend spiegelbildlich aufgebaut. Auf dadurch doppelt vorhandene Komponenten wird
im Folgenden jeweils in der Einzahl eingegangen, wobei hiermit jeweils beide Komponenten
gemeint sind.
[0080] Die Segmente dieser Ausführungsform 420, 440, 460 sind kettenartig hintereinander
angeordnet, wobei die genannte Mechanik zur Kopplung der Segmente und deren Bewegung
vorgesehen ist.
[0081] Am Hauptsegment 420 ist die Mechanik durch Verschraubung an einem viereckigen Hohlprofil
428 festgelegt, welches Teil eines Grundgestells des Sitzmöbelstücks 410 ist. An diesem
Profil 428 ist ein Flanschblock 428a befestigt, an dem ein Verbindungsglied 480 und
ein Zwangsführungsglied 482 um zueinander parallele erste und zweite Schwenkachsen
401, 403 schwenkbar angelenkt sind. Das Verbindungsglied 480 und das Zwangsführungsglied
482 sind darüber hinaus jeweils mit dem Beinsegment 440 um ebenfalls zueinander parallele
dritte und vierte Schwenkachsen 402, 404 schwenkbar gelagert. Zu diesem Zweck ist
an der Unterseite des Beinsegments 440 ein durch ein L-förmiges Profil 445 und ein
damit unbeweglich verbundenen stabförmiger Fortsatz 444 gebildetes Befestigungselement
443 vorgesehen. Dieses Befestigungselement 443 ist an einer Holzplatte 41 festgeschraubt,
die die Basis für die Polsterung des Beinsegments 440 bildet. Die zweite Schwenkachse
402 wird durch einen Achsstift gebildet, der am L-förmigen Profil 445 vorgesehen ist.
Die vierte Schwenkachse 404 wird durch einen Achsstift gebildet, der am distalen Ende
des Auslegers 444 angeordnet ist.
[0082] Das Verbindungsglied 480 und das Zwangsführungsglied 482 erlauben gemeinsam ein Verschwenken
des Beinsegments 440 gegenüber dem Hauptsegment 420, bei dem das Beinsegment 440 eine
durch die Abstände der Schwenkachsen 401, 402, 403, 404 vorgegebene Bewegungsbahn
beschreibt, die kollisionsfrei an dem Hauptsegment 420 vorbeiführt.
[0083] Die Bewegungen sowohl des Beinsegments 440 als auch des Endsegments 460 sind über
ein gemeinsames Steuerglied 492 realisiert, welches in Fig. 1 dargestellt ist und
im Weiteren noch erläutert wird. Um mit diesem einzelnen Steuerglied 492 sowohl die
Relativbewegung des Beinsegments 440 zum Hauptsegment 420 als auch die Relativbewegung
des Endsegments 460 zum Beinsegment 440 zu ermöglichen, ist eine mechanische Wirkkopplung
des Endsegments an die Glieder 480, 482 mittels eines Schiebersystems vorgesehen.
Das Endsegment 460, welches mittels eines Fortsatzes 466 schwenkbar am Beinsegment
440 angelenkt ist, wird bezüglich seiner Relativlage zum Beinsegment 440 mittels eines
Hilfsgliedes 470 gesteuert. Diese Hilfsglied 470 ist von der Endsegmentschwenkachse
406 beabstandet um eine Hilfsgliedschwenkachse 407 schwenkbar am Fortsatz 466 des
Endsegments 460 angelenkt.
[0084] Am gegenüberliegenden Ende des Hilfsgliedes 470 ist ein Rollenelement 476 vorgesehen,
welches eine innere Hauptrolle 476a und eine äußere Nebenrolle 476b mit geringerem
Durchmesser aufweist, die um eine gemeinsame Rollendrehachse 408 drehbar am Hilfsglied
470 gelagert sind. Die Drehachse 408 ist zu der Hilfsgliedschwenkachse 407 parallel
ausgerichtet.
[0085] Die Rolleneinheit 476 liegt sowohl am Verbindungsglied 480 als auch am Zwangsführungsglied
482 an. Zu diesem Zweck ist im Verbindungsglied 480 eine als gekrümmtes Langloch ausgebildete
Führungsspur 480b vorgesehen, die sich in etwa in Erstreckungsrichtung des Verbindungsglieds
480 erstrecken. Weiterhin ist am Zwangsführungsglied 482 eine erste Führungsspur 483
vorgesehen, die einen ersten Führungsspurabschnitt 483a und einen zweiten Führungsspurabschnitt
483b umfasst. Die innere Rolle 476a der Rolleneinheit 476 ist der ersten Führungsspur
483 zugeordnet. Die äußere Rolle 476b der Rolleneinheit 476 ist der zweiten Führungsspur
480b zugeordnet.
[0086] Über die Rolleneinheit 476 und die Führungsspuren 480b, 483 ist eine Wirkkoppelung
zwischen den Gliedern 480, 482 zur Bewegung des Beinsegments 440 und dem Hilfsglied
470 zur Bewegung des Endsegments 460 und des Beinsegments 440 vorhanden.
[0087] Das beschriebene System kann über nur das schon genannte einziges Steuerglied 492
gesteuert werden, welches am Anlenkpunkt 472 der Hilfsglieder 470 angreift. Der Anlenkpunkt
472 wird durch dieses Steuerglied 492 in Richtung des in der Figur 1a dargestellten
Pfeils 474 kraftbeaufschlagt. Dies erfolgt über den in Fig. 1 dargestellten Linearaktuator
412. Diese Kraftbeaufschlagung führt ausgehend vom Zustand der Fig. 1a, 1b dazu, dass
das Beinsegment 440 und das Endsegment 460 aus ihrem jeweiligen Stauzustand in ihren
jeweiligen Funktionszustand überführt werden, der in den Figuren 1g und 1h dargestellt
ist.
[0088] In der Ausgangsstellung, die in den Figuren 1a und 1b dargestellt ist, ist das Beinsegment
440 nach unten um etwa 90° gegenüber dem Funktionszustand verschwenkt. Das Endsegment
460 ist gegenüber dem Beinsegment 440 ebenfalls um etwa 90° verschwenkt und somit
etwa 180° gegenüber seiner Funktionsstellung verschwenkt. Die Rolleneinheit 476 ist
in diesem Ausgangszustand an dem zur dritten Schwenkachse 403 hinweisenden Ende des
Führungsspurabschnitts 483a der ersten Führungsspur 483 angeordnet und stützt sich
auf dieser Führungsspur 483 ab, so dass das Endsegment 460 nicht weiter absinken kann.
Bezogen auf die zweite Führungsspur 480b ist die Rolleneinheit 476 im Ausgangszustand
der Figuren 1a und 1b in einem Endbereich angeordnet, der von der zweiten Schwenkachse
402 weg weist, jedoch noch nicht am endseitigen Anschlag der Führungsspuren 480b.
In diesem Ausgangszustand ist das Gesamtsystem durch das ortsfeste Steuerglied 492
vollständig bestimmt und in sich unbeweglich.
[0089] Erst durch eine Kraftbeaufschlagung des Hilfsgliedes 470 in Richtung des Pfeils 474
wird eine Bewegung des Beinsegments 440 und des Endsegments 460 verursacht. Die Kraftbeaufschlagung
führt über die Rollen 476b zu einem Verschwenken des Verbindungsgliedes 480 gegen
den Uhrzeigersinn. Damit einher geht auch ein Verschwenken des Zwangsführungsgliedes
482 gegen den Uhrzeigersinn. Die Rolleneinheit 476 wird dabei aufgrund ihrer Führung
in der Führungsspur 480b und ihrem Abrollen auf der ersten Führungsspur 483 in Richtung
des oberen Anschlags der zweiten Führungsspuren 480b gedrückt. Dies führt, wie aus
den Figuren 1c, 1d ersichtlich ist, zu einer Vergrößerung des Winkels zwischen dem
Beinsegment 440 und dem Endsegment 460 bis auf etwa 135°. Das Endsegment 460 legt
sich dadurch an das Beinsegment 440 weitestmöglich an. Gleichzeitig werden durch die
Bewegung des Verbindungsgliedes 480 und des Zwangsführungsgliedes 482 das Beinsegment
440 und das Endsegment 460 gemeinsam unter dem Hauptsegment 420 nach vorne hervorgeschwenkt.
[0090] Durch die Formgebung des ersten Führungsspurabschnitts 483a der Führungsspur 483
wird erreicht, dass die Rolleneinheit 476 bis zum Erreichen des Zwischenzustandes
der Figuren 1e und 1f in dem genannte Endbereich der zweiten Führungsspuren 480b verbleibt.
Da die Position der Rolleneinheit 476 in der zweiten Führungsspur 480b gleichzeitig
die Relativstellung des Endsegments 460 zum Beinsegment 440 bestimmt, bleibt gleichermaßen
auch diese Relativstellung weitgehend unverändert. Dies erlaubt es beim Übergang von
der Ausgangsstellung der Figuren 1a und 1b zu der Zwischenstellung der Figuren 1e
und 1f eine Kollision zwischen dem Endsegment 460 und dem nicht in den Figuren dargestellten
Fußboden zu vermeiden. Dies wird noch dadurch unterstützt, dass das Beinsegment 440
beim Übergang in seine Funktionsstellung zwischenzeitlich beim Zustand der Figuren
1e, 1f über seine Endlage hinaus angehoben wird.
[0091] Mit Erreichen des Zwischenzustandes der Fig. 1e und 1f hat die Rolle 476a auf der
ersten Führungsspur 483 den Grenzbereich zwischen dem ersten Führungsspurabschnitt
483a und dem zweiten Führungsspurabschnitt 483b erreicht und damit eine erste Bewegungsphase
abgeschlossen, in der Relativbewegung zwischen Hauptsegment 420 und Beinsegment 440
dominiert. Durch Überschreiten dieses Grenzbereichs beginnt die zweite Bewegungsphase
der Bewegung des Endsegments 460. Da die hinsichtlich der Relativstellung des Endsegments
460 zum Beinsegment 440 bewegungslimitierende Wirkung des ersten Führungsspurabschnitts
483a in dieser zweiten Phase nicht mehr vorhanden ist, kann die Rolleneinheit 476
den Endbereich der zweiten Führungsspur 480b verlassen und in Richtung des gegenüberliegenden
Endbereichs bewegt werden. Da auch im Zustand der Figuren 1e und 1f die Führungsspuren
480b, 483 noch nicht vollständig parallel sind, führt die Bewegung der Rolleneinheit
476 bezogen auf die Figur 1e nach rechts auch zu einem leichten Absenken des Beinsegments
440. Die dominierende Bewegung in dieser zweiten Phase, die mit Erreichen des Funktionszustandes
der Figuren 1g, 1h abgeschlossen ist, ist jedoch die des Endsegments 460. Dadurch,
dass die Rolleneinheit 476 in der Führungsspur 480b nach rechts gedrückt wird, wird
in dieser zweiten Phase auch das Hilfsglied 470 in etwa in Richtung seiner Erstreckungsrichtung
nach rechts verlagert und damit das Endsegment 460 gegen den Uhrzeigersinn verschwenkt,
bis es die in den Figuren 1g und 1h dargestellte Funktionsstellung erreicht hat.
[0092] Das in den Figuren 1a bis 1h dargestellte Sitzmöbelstück erlaubt es durch den Aufbau
seiner Mechanik, mit nur einem Steuerglied 492 den vollständigen Bewegungsablauf von
der Staustellung des Beinsegments 440 und des Endsegments 460 bis zu deren Funktionsstellung
durchzuführen. Die als Schieber agierende Rolleneinheit 476 wird dabei im Zusammenspiel
mit der ersten Funktionsspur 483 dazu genutzt, in der ersten Bewegungsphase das Beinsegment
440 zu bewegen, während eine Relativbewegung des Endsegments 460 zum Beinsegment 440
weitgehend blockiert wird. Das Ende dieser Blockierung ist erreicht, wenn die Rolleneinheit
476 den Grenzbereich zwischen den Führungsspurabschnitten 483a und 483b überschreitet,
da ab diesem Zeitpunkt eine Bewegung der Rolleneinheit 476 in den zweiten Führungsspuren
480b durch die erste Führungsspur 483 nicht mehr begrenzt wird.
[0093] Nach Überschreiten des Grenzbereichs kann daher zum Einen die Relativbewegung des
Endsegments durch die am Hilfsglied 470 angreifende Kraft erzielt werden. Zum Anderen
wird nach Überschreiten des Grenzbereichs eine Blockierung hinsichtlich des Beinsegments
440 erzielt: Dieses stützt sich aufgrund der nichtparallelen Ausrichtung der Führungsspuren
480b, 483b mittels der Rolleneinheit 476 auf der Führungsspur 480b ab. Auch unter
Last wird ein Absinken des Beinsegments 440 aus dessen Funktionsstellung durch diese
Blockierung verhindert.
1. Sitzmöbelstück (410), insbesondere Polstermöbelstück, mit
- einem sich im Wesentlichen horizontal erstreckenden Hauptsegment (420), an dessen
Oberseite eine Sitzfläche vorgesehen ist, und
- einem Beinsegment (440), an dessen Oberseite eine Auflagefläche vorgesehen ist,
wobei
- das Beinsegment (440) gegenüber dem Hauptsegment (420) zwischen einer Staustellung
und einer Funktionsstellung relativbeweglich ist, wobei es
- in seiner Funktionsstellung vor einer Vorderkante des Hauptsegments (420) angeordnet
ist und derart ausgerichtet ist, dass die Auflagefläche im Wesentlichen horizontal
ausgebildet ist, und
- in seiner Staustellung zumindest abschnittsweise unter dem Hauptsegment (420) angeordnet
ist und gegenüber der Funktionsstellung gekippt ist,
und wobei
- das Beinsegment (440) mittels eines starren Verbindungsgliedes (480) am Hauptsegment
(420) befestigt ist, wobei das Verbindungsglied (480)
- am Hauptsegment (420) oder einem Grundgestell des Sitzmöbels um eine erste zum Hauptsegment
(420) oder zum Grundgestell des Sitzmöbelstücks ortsfeste Schwenkachse (401) schwenkbar
angelenkt ist und
- am Beinsegment (440) um eine zweite zum Beinsegment ortsfeste Schwenkachse (402)
schwenkbar angelenkt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- Zwangsführungsmittel (482) vorgesehen sind, durch die jeder Relativstellung des
Verbindungsgliedes (480) zum Hauptsegment (420) oder zum Grundgestell eine definierte
Relativstellung des Verbindungsgliedes (480) zum Beinsegment (440) zugewiesen ist,
- ein Endsegment (460) vorgesehen ist, an dessen Oberseite eine Auflagefläche vorgesehen
ist, wobei das Endsegment (460) gegenüber dem Beinsegment (440) zwischen einer Staustellung
und einer Funktionsstellung relativbeweglich ist und wobei es in seiner Funktionsstellung
vor der Vorderkante des Beinsegments (440) angeordnet ist und
- ein Schiebersystem mit einem Schieber (476) vorgesehen ist,
- der über ein starres Hilfsglied (470) mit dem Endsegment (460) wirkgekoppelt ist
und
- der als erster Steuerabschnitt (476, 476a) zum Zusammenwirken mit einer ersten Steuerspur
(483) ausgebildet ist, deren Lage mit der Lage des Beinsegments (440) zwangsgekoppelt
ist.
2. Sitzmöbelstück (410) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Schwenkachse (402) in der Staustellung bezogen auf eine Horizontale hinter
der ersten Schwenkachse (401) angeordnet ist.
3. Sitzmöbelstück (410) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Beinsegment (440) zwischen seiner Staustellung und seiner Funktionsstellung um
einen Winkel zwischen 60° und 150° verschwenkbar ist, vorzugsweise zwischen 75° und
120°.
4. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Schwenkachse (401) in der Horizontalen im Bereich der Vorderkante des
Hauptsegments (420) vorgesehen ist und/oder
- die erste Schwenkachse (401) in der Vertikalen im Bereich der Höhe der Unterseite
des Hauptsegments (420) vorgesehen ist.
5. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Schwenkachse (401) durch ein Scharniermittel definiert wird, welches am
Rahmen (428) der Hauptsegmentes (420) oder dem Grundgestell des Möbelstücks befestigt
ist.
6. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verbindungsglied (480) eine gekröpfte oder gebogene Formgebung aufweist.
7. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein starres Zwangsführungsglied (482) vorgesehen ist, welches
- am Hauptsegment (420) oder einem Grundgestell des Sitzmöbelstücks um eine dritte
zum Hauptsegment (420) oder zum Grundgestell des Sitzmöbelstücks ortsfeste Schwenkachse
(403) schwenkbar angelenkt ist und
- am Beinsegment (440) um eine vierte zum Beinsegment (440) ortsfeste Schwenkachse
(404) schwenkbar angelenkt ist.
8. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite und/oder die vierte Schwenkachse (404) durch ein Scharniermittel gebildet
wird, welches an einem Ausleger (444) vorgesehen ist, der sich von einer Unterseite
des Beinsegments (440) in der Funktionsstellung nach unten erstreckt.
9. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 7 und 8.
dadurch gekennzeichnet, dass
- die dritte Schwenkachse (403) hinter der ersten Schwenkachse (401) angeordnet ist,
- das Verbindungsglied (480) beim Übergang zwischen Staustellung und Funktionsstellung
um einen Winkel zwischen 95" und 150° verschwenkt wird und
- das Zwangsführungsglied (482) beim Übergang zwischen Staustellung und Funktionsstellung
um einen Winkel zwischen 130° und 180° verschwenkt wird.
10. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 7 bis 9
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Beabstandung zwischen der dritten Schwenkachse (403) und der vierten Schwenkachse
(404) um den Faktor 1,5 bis 1,9 größer ist als die Beabstandung der ersten Schwenkachse
(401) von der dritten Schwenkachse (403),
- die Beabstandung zwischen der ersten Schwenkachse (401) und der zweiten Schwenkachse
(402) um den Faktor 2,9 bis 3,3 größer ist als die Beabstandung der ersten Schwenkachse
(401) von der dritten Schwenkachse (403), und
- die Beabstandung zwischen der zweiten Schwenkachse (402) und der vierten Schwenkachse
(404) um den Faktor 2,4 bis 2,8 größer ist als Beabstandung der ersten Schwenkachse
(401) von der dritten Schwenkachse (403).
11. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste, zweite, dritte und vierte Schwenkachse (401, 402, 403, 404) derart angeordnet
sind, dass die Erstreckungsrichtung des Verbindungsgliedes (480) und die Erstreckungsrichtung
des Zwangsführungsgliedes (482) beim Übergang von der Staustellung in die Funktionsstellung
des Beinsegments (440) stets einen Winkel > 15° einschließen.
12. Sitzmöbelstück nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
ein Rückenlehnensegment, welches gegenüber dem Hauptsegment um eine Rückenlehnenachse
verschwenkbar ist, wobei das Rückenlehnensegment mittels Kopplungsmitteln mit dem
Beinsegment dahingehend wirkgekoppelt ist, dass jeder Relativstellung des Rückenlehnensegments
zum Hauptsegment oder einem Grundgestell eine Relativstellung des Beinsegments zum
Hauptsegment oder Grundgestell zugeordnet ist.
13. Sitzmöbelstück nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens zwei starre Steuerglieder vorgesehen sind, die einen jeweils ersten Anlenkabschnitt
aufweisen, der mittels jeweils eines Elektromotors lageveränderbar ist, und die mit
einem jeweils zweiten Anlenkabschnitt am Beinsegment und/oder an einem starren Verbindungsglied
zwischen Hauptsegment und Beinsegment und/oder an einem translativ beweglichen Schlitten
angelenkt sind.
14. Sitzmöbelstück nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Drehorgan vorgesehen ist, welches um eine relativ zum Hauptsegment oder zu einem
Grundgestell des Möbelstücks ortsfeste Drehorganachse drehbar ausgebildet ist,
- mindestens ein starres Steuerglied vorgesehen ist, das mit einem ersten Anlenkabschnitt
am Drehorgan angelenkt ist und das mit einem zweiten Anlenkabschnitt am Beinsegment
und/oder an einem starren Verbindungsglied zwischen Hauptsegment und Beinsegment und/oder
an einem translativ beweglichen Schlitten und/oder einem Hilfsglied zur mittelbaren
Bewegung des Beinsegments angelenkt ist.
15. Sitzmöbelstück nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens zwei starre Steuerglieder vorgesehen sind.
16. Sitzmöbelstück nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden Steuerglieder mit ihrem jeweils zweiten Anlenkabschnitt am Beinsegment
angelenkt sind.
17. Sitzmöbelstück nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein erstes Steuerglied mit seinem zweiten Anlenkabschnitt am Verbindungsglied angelenkt
ist und
- ein zweites Steuerglied mit seinem zweiten Anlenkabschnitt am Beinsegment angelenkt
ist.
18. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Drehorganachse annähernd vertikal ausgerichtet ist.
19. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 14 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehorgan unterhalb der Sitzfläche des Hauptsegments angeordnet ist.
20. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 14 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehorgan mit einem Elektromotor wirkgekoppelt ist, der zur Drehung des Drehorgans
um die Drehorganachse ausgebildet ist.
21. Sitzmöbelstück nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehorgan und der Elektromotor als gemeinsame integrale Baueinheit ausgebildet
sind, wobei diese integrale Baueinheit Verbindungsabschnitte zur Festlegung am Hauptsegment
und/oder einem Grundgestell des Sitzmöbelstücks aufweist.
22. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 14 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehorgan mit einer manuell betätigbaren Handhabe wirkgekoppelt ist, die zur Drehung
des Drehorgans um die Drehorganachse ausgebildet ist.
23. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 14 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehorgan in einer Drehstellung, in der das Beinsegment in seiner Funktionsstellung
angeordnet ist, und/oder in einer Drehstellung, in der das Beinsegment in seiner Staustellung
angeordnet ist, an einem die Drehbewegung zumindest mittelbar begrenzenden Anschlag
anliegt.
24. Sitzmöbelstück nach Anspruch 23,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehorgan und das erste Steuerglied und/oder das zweite Steuerglied derart ausgebildet
und angeordnet sind, dass in der Funktionsstellung des Beinsegments eine auf das erste
oder zweite Steuerglied wirkende Druckkraft das Drehorgan gegen den Anschlag momentenbeaufschlagt.
25. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 14 bis 24,
gekennzeichnet durch
ein Rückenlehnensegment, welches gegenüber dem Hauptsegment um eine Rückenlehnenachse
verschwenkbar ist, wobei das Rückenlehnensegment mittels Kopplungsmitteln mit dem
Drehorgan dahingehend wirkgekoppelt ist, dass jeder Relativstellung des Rückenlehnensegments
zum Hauptsegment oder einem Grundgestell eine Drehstellung des Drehorgans zugeordnet
ist.
26. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Endsegment (460) um eine Endsegmentschwenkachse (406) gegenüber dem Beinsegment
(440) schwenkbar ausgebildet ist, wobei die Endsegmentschwenkachse (406) relativ zum
Endsegment (460) und relativ zum Beinsegment (440) ortsfest ausgebildet ist.
27. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Endsegment (460) in seiner Staustellung gegenüber dem Beinsegment (440) etwa um
einen Winkel zwischen 50° und 130° verschwenkt ist und/oder etwa parallel zum Hauptsegment
(420) angeordnet ist.
28. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Steuerspur (483) und der Schieber (476, 476a) derart aufeinander angepasst
sind, dass beim Übergang des Beinsegments (440) und des Endsegments (460) aus der
Staustellung in die Funktionsstellung
- in einer ersten Bewegungsphase das Beinsegment (440) gegenüber dem Hauptsegment
(420) um mindestens 70° in Richtung der Funktionsstellung verschwenkt wird, während
das Endsegment (460) gegenüber dem Beinsegment (440) um maximal 50° in Richtung der
Funktionsstellung verschwenkt wird und
- in einer zweiten Bewegungsphase das Beinsegment (440) und das Endsegment (460) jeweils
ihre Funktionsstellung erreichen.
29. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Steuerspur (483) am Zwangsführungsglied (482), am Verbindungsglied oder
am Beinsegment vorgesehen ist.
30. Sitzmöbelstück (410) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Hilfsglied (470) einen zweiten Steuerabschnitt (476, 476b) aufweist, der entlang
einer zweiten Steuerspur (480b) beweglich ist, wobei die zweite Steuerspur (480b)
vorzugsweise am Verbindungsglied (480) oder am Zwangsführungsglied vorgesehen ist.
31. Sitzmöbelstück nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Hilfsglied mittels eines schwenkbar mit dem Hilfsglied verbundenen Zwischengliedes
am Hauptsegment oder einem Grundgestell des Sitzmöbels angelenkt ist.
32. Sitzmöbelstück nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
am Drehorgan ein erstes starres Endsegment-Steuerglied vorgesehen ist, das mit einem
ersten Anlenkabschnitt am Drehorgan angelenkt ist und das derart mit dem Endsegment
wirkgekoppelt ist, dass eine Bewegung des Drehorgans eine Relativbewegung des Endsegments
gegenüber dem Beinsegment bewirkt.
33. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 14 bis 32,
dadurch gekennzeichnet, dass
die ersten Anlenkabschnitte der Steuerglieder zumindest teilweise
- in verschiedenen Winkelstellungen zu der Drehorganachse am Drehorgan angelenkt sind
und/oder
- in verschiedenem Abstand zu der Drehorganachse am Drehorgan angelenkt sind.
34. Sitzmöbelstück nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Funktionsstellung des Beinsegments
- eine Verbindungslinie zwischen der Drehorganachse und einem ersten Anlenkpunkt des
ersten Steuergliedes mit einer Haupterstreckungsrichtung des ersten Steuergliedes
einen Winkel von nicht mehr als 20° einschließt,
- eine Verbindungslinie zwischen der Drehorganachse und einem ersten Anlenkpunkt des
zweiten Steuergliedes mit einer Haupterstreckungsrichtung des zweiten Steuergliedes
einen Winkel von nicht mehr als 20° einschließt, und/oder
- eine Verbindungslinie zwischen der Drehorganachse und einem ersten Anlenkpunkt des
ersten Endsegment-Steuerglieds mit einer Haupterstreckungsrichtung des ersten Endsegment-Steuerglieds
einen Winkel zwischen 60° und 120° einschließt.
35. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 32 bis 34,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Endsegment-Steuerglied mit seinem zweiten Anlenkabschnitt schwenkbar an
ein zweites Endsegment-Steuerglied (93; 193; 293; 393) angebunden ist, welches mit
einem ersten Anlenkabschnitt am ersten Endsegment-Steuerglied (92; 192; 292; 392)
und mit einem zweiten Anlenkabschnitt am Endsegment (60; 160; 260; 360) angelenkt
ist.
36. Sitzmöbelstück nach einem der Ansprüche 32 bis 35,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Führungsmittel vorgesehen ist, welches zum Hauptsegment oder zu einem Grundgestell
oder zum Beinsegment ortsfest ist oder in Abhängigkeit der Relativstellung des Beinsegments
zum Hauptsegment zwangsgeführt ist, wobei das erste Endsegment-Steuerglied an diesem
Führungsmittel verschiebbar gelagert ist.
37. Sitzmöbelstück nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
ein Grundgestell, wobei das Hauptsegment gegenüber dem Grundgestell beweglich ausgebildet
ist.
38. Beschlag für ein Sitzmöbelstück nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei
- der Beschlag erste Befestigungsmittel zur Festlegung an einem Hauptsegment oder
einem Grundgestell eines Sitzmöbelstücks und zweite Befestigungsmittel zur Festlegung
an einem Beinsegment eines Sitzmöbelstücks aufweist, und
- das zweite Befestigungsmittel zur Festlegung des Beinsegments gegenüber dem ersten
Befestigungsmittel zur Festlegung des Hauptsegments zwischen einer Staustellung und
einer Funktionsstellung relativbeweglich ist, so dass das Beinsegment
- in seiner Funktionsstellung vor einer Vorderkante des Hauptsegments angeordnet ist
und derart ausgerichtet ist, dass die Auflagefläche im Wesentlichen horizontal ausgebildet
ist, und
- in seiner Staustellung zumindest abschnittsweise unter dem Hauptsegment angeordnet
ist und gegenüber der Funktionsstellung gekippt ist,
und wobei
der Beschlag ein starres Verbindungsglied aufweist, wobei das starre Verbindungsglied
- am ersten Befestigungsabschnitt um eine erste zum ersten Befestigungsabschnitt ortsfeste
Schwenkachse schwenkbar angelenkt ist und
- am zweiten Befestigungsabschnitt um eine zweite zum zweiten Befestigungsabschnitt
ortsfeste Schwenkachse schwenkbar angelenkt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- Zwangsführungsmittel vorgesehen sind, durch die jeder Relativstellung des Verbindungsgliedes
zum ersten Befestigungsmittel zur Festlegung des Hauptsegments oder zum Grundgestell
eine definierte Relativstellung des Verbindungsgliedes zum zweiten Befestigungsmittel
zur Festlegung des Beinsegments zugewiesen ist,
- der Beschlag zur Anbringung eines Endsegments ausgebildet ist, so dass das Endsegment
gegenüber dem Befestigungsmittel zur Festlegung des Beinsegments zwischen einer Staustellung
und einer Funktionsstellung relativbeweglich ist und so dass das Endsegment in seiner
Funktionsstellung vor der Vorderkante des Beinsegments angeordnet ist und
- ein Schiebersystem mit einem Schieber vorgesehen ist,
- der über ein starres Hilfsglied mit dem Endsegment wirkgekoppelt ist und
- der als erster Steuerabschnitt zum Zusammenwirken mit einer ersten Steuerspur ausgebildet
ist, deren Lage mit der Lage des Befestigungsmittels zur Festlegung des Beinsegments
zwangsgekoppelt ist.
1. Item of seating furniture (410), in particular an item of upholstered furniture, comprising
- a main segment (420) aligned essentially horizontally, on the upper face of which
a sitting surface is provided, and
- a leg segment (440), on the upper face of which a supporting surface is provided,
whereby
- the leg segment (440) can be moved relative to the main segment (420) between a
stowed position and a functioning position, whereby it
- is arranged, when in its functioning position, in front of a front edge of the main
segment (420), and is aligned in such a way that the supporting surface is essentially
horizontal, and
- is arranged, when in its stowed position, at least partially underneath the main
segment (420), and is tilted with respect to its functioning position,
and whereby
- the leg segment (440) is fastened to the main segment (420) by a rigid connecting
member (480), whereby the connecting member (480)
- has a pivoting connection to the main segment (420) or to a base frame of the seating
furniture about a swivel axis (401) which is in a fixed position with respect to the
main segment (420) or to the base frame of the item of seating furniture, and
- has a pivoting connection to the leg segment (440) about a second swivel axis (402)
which is in a fixed position with respect to the leg segment,
characterised in that
- a means of forced guidance (482) is provided by means of which every relative position
of the connecting member (480) to the main segment (420) or to the base frame is associated
with a defined relative position of the connecting member (480) to the leg segment
(440),
- an end segment (460) is provided, on whose upper face a supporting surface is provided,
whereby the end segment (460) can be moved with respect to the leg segment (440) between
a stowed position and a functioning position, and whereby, when in its functioning
position, it is arranged in front of the front edge of the leg segment (440), and
- a slider system with a slider (476) is provided,
- that is operationally coupled through a rigid auxiliary member (470) to the end
segment (460), and
- that is constructed as a first control section (476, 476a) for interaction with
a first control track (483), whose position is forcibly coupled to the position of
the leg segment (440).
2. Item of seating furniture (410) according to Claim 1,
characterised in that
the second swivel axis (402) when in the stowed position is located horizontally behind
the first swivel axis (401).
3. Item of seating furniture (410) according to Claim 1 or 2,
characterised in that
the leg segment (440) can pivot between its stowed position and its functioning position
through an angle between 60° and 150°, favourably between 75° and 120°.
4. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
- the first swivel axis (401) is provided horizontally in the region of the front
edge of the main segment (420), and/or
- the first swivel axis (401) is provided vertically in the region of the level of
the lower edge of the main segment (420).
5. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
the first pivot axis (401) is defined by a hinge means that is fastened to the frame
(428) of the main segment (420) or to the base frame of the item of furniture.
6. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
the connecting member (480) has an elbowed or bent form.
7. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
a rigid forced guidance member (482) is provided, which
- is hinged to the main segment (420) or to a base frame of the item of seating furniture
and can pivot about a third swivel axis (403) which is in a fixed position with respect
to the main segment (420) or to the base frame of the seating furniture, and
- is hinged to the leg segment (440) and can pivot about a fourth swivel axis (404)
which is in a fixed position with respect to the leg segment (440).
8. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims, characterised in that
the second and/or fourth pivot axis (404) is formed by a hinge means that is provided
on a cantilever arm (444) extending from a lower side of the leg segment (440) downwards
when in the functioning position.
9. Item of seating furniture according to one of Claims 7 or 8,
characterised in that
- the third pivot axis (403) is arranged behind the first pivot axis (401),
- the connecting member (480) pivots through an angle between 95° and 150° when changing
between the stowed position and the functioning position, and
- the forced guidance member (482) pivots through an angle between 130° and 180° when
changing between the stowed position and the functioning position.
10. Item of seating furniture according to one of Claims 7 to 9,
characterised in that
- the distance between the third pivot axis (403) and the fourth pivot axis (404)
is larger by a factor of between 1.5 and 1.9 than the distance between the first pivot
axis (401) and the third pivot axis (403),
- the distance between the first pivot axis (401) and the second pivot axis (402)
is larger by a factor of between 2.9 and 3.3 than the distance between the first pivot
axis (401) and the third pivot axis (403), and
- the distance between the second pivot axis (402) and the fourth pivot axis (404)
is larger by a factor of between 2.4 and 2.8 than the distance between the first pivot
axis (401) and the third pivot axis (403).
11. Item of seating furniture according to one of Claims 7 to 10,
characterised in that
the first, second, third and fourth pivot axes (401, 402, 403, 404) are arranged in
such a way that the direction in which the connecting member (480) extends and the
direction in which the forced guidance member (482) extends, always encloses an angle
> 15° when changing from the stowed position to the functioning position of the leg
segment (440).
12. Item of seating furniture according to one of the foregoing claims,
characterised by
a backrest segment that can pivot with respect to the main segment about a backrest
axis, whereby the backrest segment is operationally coupled to the leg segment by
means of coupling members in such a way that each relative position of the backrest
segment with respect to the main segment or to a base frame is associated with a relative
positioning of the leg segment with respect to the main segment or base frame.
13. Item of seating furniture according to one of the foregoing claims,
characterised in that
at least two rigid control members are provided each of which incorporates a first
hinge section the position of which can be changed by means of an electric motor,
and which are attached through a second hinge section each to the leg segment and/or
to a rigid connecting member between the main segment and the leg segment and/or to
a translatively movable carriage.
14. Item of seating furniture according to one of the foregoing claims,
characterised in that
- a rotary body is provided constructed in such a way that it can rotate about a rotary
body axis that is in a fixed position with respect to the main segment or to a base
frame of the item of furniture,
- at least one rigid control member is provided, which is attached through a first
hinge section to the rotary body and which is also attached through a second hinge
section to the leg segment and/or to a rigid connecting member between the main segment
and leg segment and/or to a carriage capable of translative movement and/or to an
auxiliary member for indirect movement of the leg segment.
15. Item of seating furniture according to Claim 14,
characterised in that
at least two rigid control members are provided.
16. Item of seating furniture according to Claim 15,
characterised in that
the two control members are attached with each of their second hinge sections to the
leg segment.
17. Item of seating furniture according to Claim 16,
characterised in that
- a first control member is attached through its second hinge section to the connecting
member, and
- a second control member is attached through its second hinge section to the leg
segment.
18. Item of seating furniture according to one of Claims 14 to 17,
characterised in that
- the axis of the rotary body has an approximately vertical alignment.
19. Item of seating furniture according to one of Claims 14 to 18,
characterised in that
the rotary body is located underneath the seat surface of the main segment.
20. Item of seating furniture according to one of Claims 14 to 19,
characterised in that
the rotary body is operationally coupled to an electric motor that is constructed
to turn the rotary body about the rotary body axis.
21. Item of seating furniture according to Claim 20,
characterised in that
the rotary body and the electric motor are constructed as a joint, integral unit,
whereby this integral unit incorporates connecting sections for fixing to the main
segment and/or to a base frame of the item of seating furniture.
22. Item of seating furniture according to one of Claims 14 to 21,
characterised in that
the rotary body is operationally coupled to a manually operable handle constructed
to turn the rotary body about the rotary body axis.
23. Item of seating furniture according to one of Claims 14 to 22,
characterised in that
the rotary body, when rotated to a position in which the leg segment is arranged in
its functioning position and/or when rotated to a position in which the leg segment
is in its stowed position, is adjacent to a stop that provides at least an indirect
limit to the rotary movement.
24. Item of seating furniture according to Claim 23,
characterised in that
the rotary body and the first control member and/or the second control member are
constructed and arranged in such a way that when the leg segment is in its functioning
position a force acting on the first or second control member generates a torque pressing
the rotary body against the stop.
25. Item of seating furniture according to one of Claims 14 to 24,
characterised by
a backrest segment that can pivot with respect to the main segment about a backrest
axis, whereby the backrest segment is operationally coupled by a means of coupling
to the rotary body in such a way that each relative position of the backrest segment
with respect to the main segment or to a base frame is associated with a rotary position
of the rotary body.
26. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
the end segment (460) is constructed in such a way that it can pivot about an end
segment axis (406) with respect to the leg segment (440), whereby the end segment
pivot axis (406) is in a fixed position relative to the end segment (460) and relative
to the leg segment (440).
27. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
the end segment (460) when in its stowed position is rotated with respect to the leg
segment (440) by an angle between about 50° and 130°, and/or is approximately parallel
to the main segment (420).
28. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
the first control track (483) and the slider (476, 476a) are matched to one another
in such a way that when the leg segment (440) and the end segment (460) are moved
from the stowed position into the functioning position
- during a first phase of movement the leg segment (440) pivots with respect to the
main segment (420) by at least 70° in the direction of the functioning position, while
the end segment (460) pivots with respect to the leg segment (440) by a maximum of
50° in the direction of the functioning position, and
- in a second phase of movement, the leg segment (440) and the end segment (460) each
reach their functioning position.
29. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
the first control track (483) is provided on the forced guidance member (482), on
the connecting member or on the leg segment.
30. Item of seating furniture (410) according to one of the foregoing claims,
characterised in that
the auxiliary member (470) comprises a second control section (476, 476b) that is
movable along a second control track (480b), whereby the second control track (480b)
is favourably provided on the connecting member (480) or on the forced guidance member.
31. Item of seating furniture according to one of the foregoing claims,
characterised in that
the auxiliary member is attached to the main segment or to a base frame of the seating
furniture by means of an intermediate member with a pivoting attachment to the auxiliary
member.
32. Item of seating furniture according to one of the foregoing claims,
characterised in that
on the rotary body a first rigid end segment control member is provided, which is
attached by a first hinge section to the rotary body and is operationally coupled
to the end segment in such a way that a movement of the rotary body causes a relative
movement of the end segment with respect to the leg segment.
33. Item of seating furniture according to one of Claims 14 to 32,
characterised in that
the first hinge sections of the control member are at least in part
- hinged to the rotary body at various angular relationships to the axis of the rotary
body, and/or
- hinged to the rotary body at various distances from the axis of the rotary body.
34. Item of seating furniture according to one of the foregoing claims,
characterised in that
when the leg segment is in the functioning position
- a connecting line between the axis of the rotary body and a first attachment point
of the first control member encloses an angle of not more than 20° with a main direction
of extension of the first control member,
- a connecting line between the axis of the rotary body and a first attachment point
of the second control member encloses an angle of not more than 20° with a main direction
of extension of the second control member, and/or
- a connecting line between the axis of the rotary body and a first attachment point
of the first end segment control member encloses an angle of between 60° and 120°
with the main direction of extension of the first end segment control member.
35. Item of seating furniture according to one of Claims 32 to 34,
characterised in that
the first end segment control member is connected with its second hinge section, in
such a way that it can pivot, to a second end segment control member (93; 193; 293;
393), which is attached with its first hinge section to a first end segment control
member (92; 192; 292; 392) and with a second hinge section at the end segment (60;
160; 260; 360).
36. Item of seating furniture according to one of Claims 32 to 35,
characterised in that
a means of guidance is provided which is in a fixed position with respect to the main
segment or to a base frame or to the leg segment, or is forcibly guided according
to the relative positioning of the leg segment with respect to the main segment, whereby
the first end segment control member is mounted on this means of guidance and is able
to slide.
37. Item of seating furniture according to one of the foregoing claims,
characterised by
a base frame, whereby the main segment is movable with respect to the base frame.
38. Fitting for an item of seating furniture according to one of the foregoing claims,
whereby
- the fitting comprises first means of fastening for fixing to a main segment or to
a base frame of an item of seating furniture and second means of fastening for fixing
to a leg segment of an item of seating furniture, and
- the second means of fastening for fixing the leg segment can change its position
relative to the first means of fastening for attaching the main segment between a
stowed position and a functioning position, in such a way that the leg segment
- is located when in its functioning position in front of a front edge of the main
segment, and is aligned in such a way that the support surface is essentially horizontal,
and
- is located when in its stowed position at least in part underneath the main segment,
and is tilted with respect to the functioning position,
and whereby
the fitting comprises a rigid connecting member, whereby the rigid connecting member
- is attached to the first fastening section in such a way that it can pivot about
a first pivoting axis that is in a fixed position with respect to the first fastening
section, and
- is attached to the second fastening section such that it can pivot about a second
pivoting axis that is in a fixed position with respect to the second fastening section,
characterised in that
- means of forced guidance are provided through which every position of the connecting
member relative to the first means of fastening for fixing the position of the main
segment or to the base frame is associated with a defined position of the connecting
member relative to the second means of fastening for fixing the position of the leg
segment,
- the fitting by which an end segment is attached is constructed in such a way that
the end segment can move relative to the means of fastening for fixing the position
of the leg segment between a stowed position and a functioning position, and in such
a way that the end segment, when in its functioning position, is located in front
of the front edge of the leg segment, and
- a slider system with a slider is provided
- that is operationally coupled through a rigid auxiliary member to the end segment,
and
- that is constructed as a first control section for interaction with a first control
track, whose position is forcibly coupled to the position of the means of fastening
for fixing the position of the leg segment.
1. Meuble d'assise (410), en particulier meuble d'assise rembourré, avec
- un segment principal (420) s'étendant essentiellement à l'horizontale, sur la face
supérieure duquel est prévue une surface d'assise, et
- un segment pour les jambes (440), sur la face supérieure duquel est prévue une surface
d'appui,
sachant que
- le segment pour les jambes (440) peut être déplacé par rapport au segment principal
(420) entre une position de rangement et une position fonctionnelle, ledit segment
étant
- disposé, dans sa position fonctionnelle, devant un bord avant du segment principal
(420) et orienté de telle manière que la surface d'appui s'étend essentiellement à
l'horizontale, et
- disposé, dans sa position de rangement, au moins en partie sous le segment principal
(420) et incliné par rapport à la position fonctionnelle,
et que
- le segment pour les jambes (440) est fixé au segment principal (420) au moyen d'un
élément de connexion rigide (480), l'élément de connexion (480) étant
- articulé sur le segment principal (420) ou sur un châssis de base du meuble d'assise
de manière à pivoter autour d'un premier axe de pivotement (401) fixe par rapport
au segment principal (420) ou au châssis de base du meuble d'assise, et
- articulé sur le segment pour les jambes (440) de manière à pivoter autour d'un deuxième
axe de pivotement (402) fixe par rapport au segment pour les jambes (440),
caractérisé en ce
- que sont prévus des moyens de guidage forcé (482) grâce auxquels une position relative
définie de l'élément de connexion (480) par rapport au segment pour les jambes (440)
est associée à chaque position relative de l'élément de connexion (480) par rapport
au segment principal (420) ou au châssis de base,
- qu'est prévu un segment d'extrémité (460) sur la face supérieure duquel est prévue une
surface d'appui, sachant que le segment d'extrémité (460) peut être déplacé par rapport
au segment pour les jambes (440) entre une position de rangement et une position fonctionnelle,
et qu'il est disposé, dans sa position fonctionnelle, devant le bord avant du segment
pour les jambes (440), et
- qu'est prévu un système coulissant avec un coulisseau (476),
- qui est couplé fonctionnellement au segment d'extrémité (460) par l'intermédiaire
d'un élément auxiliaire (470) rigide et
- qui est conçu comme une première section de commande (476, 476a) pour fonctionner
en interaction avec une première piste de commande (483), dont la position est obligatoirement
couplée à la position du segment pour les jambes (440).
2. Meuble d'assise (410) selon la revendication 1,
caractérisé en ce
que le deuxième axe de pivotement (402) est, en position de rangement, disposé derrière
le premier axe de pivotement (401) par rapport à une ligne horizontale.
3. Meuble d'assise (410) selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce
que le segment pour les jambes (440) peut être pivoté d'un angle de 60° à 150°, de préférence
de 75° à 120° entre sa position de rangement et sa position fonctionnelle.
4. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
- que le premier axe de pivotement (401) est prévu à l'horizontale dans la zone du bord
avant du segment principal (420) et/ou
- que le premier axe de pivotement (401) est prévu à la verticale dans la zone de la hauteur
de la face inférieure du segment principal (420).
5. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que le premier axe de pivotement (401) est défini par un moyen de charnière qui est fixé
sur le cadre (428) du segment principal (420) ou du châssis de base du meuble.
6. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que l'élément de connexion (480) présente une forme contrecoudée ou courbée.
7. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
qu'est prévu un moyen de guidage forcé (482), qui
- est articulé sur le segment principal (420) ou sur un châssis de base du meuble
d'assise de manière à pivoter autour d'un troisième axe de pivotement (403) fixe par
rapport au segment principal (420) ou au châssis de base du meuble d'assise, et qui
- est articulé sur le segment pour les jambes (440) de manière à pivoter autour d'un
quatrième axe de pivotement (404) fixe par rapport au segment pour les jambes (440).
8. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que le deuxième et/ou le quatrième axe de pivotement (404) est formé par un moyen de
charnière, qui est prévu sur un bras (444) qui, en position fonctionnelle, s'étend
vers le bas depuis une face inférieure du segment pour les jambes (440).
9. Meuble d'assise selon l'une des revendications 7 et 8,
caractérisé en ce
- que le troisième axe de pivotement (403) est disposé derrière le premier axe de pivotement
(401),
- que l'élément de connexion (480) est basculé lors du passage de la position de rangement
à la position fonctionnelle d'un angle compris entre 95° et 150°, et
- que le moyen de guidage forcé (482) est basculé lors du passage de la position de rangement
à la position fonctionnelle d'un angle compris entre 130° et 180°.
10. Meuble d'assise selon l'une des revendications 7 à 9
caractérisé en ce
- que l'écartement entre le troisième axe de pivotement (403) et le quatrième axe de pivotement
(404) est supérieur d'un facteur de 1,5 à 1,9 à l'écartement du premier axe de pivotement
(401) par rapport au troisième axe de pivotement (403),
- que l'écartement entre le premier axe de pivotement (401) et le deuxième axe de pivotement
(402) est supérieur d'un facteur de 2,9 à 3,3 à l'écartement du premier axe de pivotement
(401) par rapport au troisième axe de pivotement (403), et
- que l'écartement entre le deuxième axe de pivotement (402) et le quatrième axe de pivotement
(404) est supérieur d'un facteur de 2,4 à 2,8 à l'écartement du premier axe de pivotement
(401) par rapport au troisième axe de pivotement (403).
11. Meuble d'assise selon l'une des revendications 7 à 10,
caractérisé en ce
que les premier, deuxième, troisième et quatrième axes de pivotement (401, 402, 403,
404) sont disposés de telle manière que la direction d'extension de l'élément de connexion
(480) et la direction d'extension du moyen de guidage forcé (482) incluent toujours
un angle > 15° lors du passage de la position de rangement à la position fonctionnelle
du segment pour les jambes (440).
12. Meuble d'assise selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par
un segment de dossier, lequel peut être pivoté autour d'un axe de dossier par rapport
au segment principal, sachant que le segment de dossier est fonctionnellement couplé
au segment pour les jambes par l'intermédiaire de moyens de couplage, qu'une position
relative du segment pour les jambes par rapport au segment principal ou au châssis
de base est associée à chaque position relative du segment de dossier par rapport
au segment principal ou au châssis de base.
13. Meuble d'assise selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que sont prévus au moins deux membres de commande rigides qui présentent respectivement
une première section d'articulation dont la position peut être modifiée au moyen d'un
moteur électrique respectif, et qui sont articulés sur le segment pour les jambes
avec respectivement une deuxième section d'articulation, et/ou sur un élément de connexion
rigide entre le segment principal et le segment pour les jambes, et/ou sur un glissoir
mobile en translation.
14. Meuble d'assise selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
- qu'est prévu un organe rotatif qui est conçu de manière à pouvoir tourner autour d'un
axe d'organe rotatif fixe par rapport au segment principal ou à un châssis de base
du meuble,
- qu'est prévu au moins un membre de commande rigide qui est articulé sur l'organe rotatif
par une première section d'articulation, et qui est articulé au moyen d'une deuxième
section d'articulation sur le segment pour les jambes, et/ou sur un élément de connexion
rigide entre le segment principal et le segment pour les jambes, et/ou sur un glissoir
mobile en translation, et/ou sur un élément auxiliaire pour le mouvement indirect
du segment pour les jambes.
15. Dispositif selon la revendication 14,
caractérisé en ce
que sont prévus au moins deux membres de commande rigides.
16. Meuble d'assise selon la revendication 15,
caractérisé en ce
que les deux membres de commande sont articulés sur le segment pour les jambes par leur
deuxième section d'articulation respective.
17. Meuble d'assise selon la revendication 16,
caractérisé en ce
- qu'un premier membre de commande est articulé sur l'élément de connexion par sa deuxième
section d'articulation, et
- qu'un deuxième membre de commande est articulé sur le segment pour les jambes par sa
deuxième section d'articulation.
18. Meuble d'assise selon l'une des revendications 14 à 17,
caractérisé en ce
- que l'axe de l'organe rotatif est orienté approximativement de manière verticale.
19. Meuble d'assise selon l'une des revendications 14 à 18,
caractérisé en ce
que l'organe rotatif est disposé au-dessous de la surface d'assise du segment principal.
20. Meuble d'assise selon l'une des revendications 14 à 19,
caractérisé en ce
que l'organe rotatif est fonctionnellement couplé à un électromoteur conçu pour la rotation
de l'organe rotatif autour de l'axe de l'organe rotatif.
21. Meuble d'assise selon la revendication 20,
caractérisé en ce
que l'organe rotatif et l'électromoteur sont conçus sous forme de composant commun intégral,
sachant que ce composant intégral présente des sections de connexion pour la fixation
sur le segment principal et/ou un châssis de base du meuble d'assise.
22. Meuble d'assise selon l'une des revendications 14 à 21,
caractérisé en ce
que l'organe rotatif est fonctionnellement couplé à une manette pouvant être actionnée
manuellement qui est conçue pour la rotation de l'organe rotatif autour de l'axe de
l'organe rotatif.
23. Meuble d'assise selon l'une des revendications 14 à 22,
caractérisé en ce
que l'organe rotatif s'appuie contre une butée limitant au moins indirectement le mouvement
de rotation, dans une position de rotation dans laquelle le segment pour les jambes
est disposé dans sa position fonctionnelle, et/ou dans une position de rotation dans
laquelle le segment pour les jambes est disposé dans sa position de rangement.
24. Meuble d'assise selon la revendication 23,
caractérisé en ce
que l'organe rotatif et le premier membre de commande et/ou le deuxième membre de commande
sont conçus et disposés de telle manière que, dans la position fonctionnelle du segment
pour les jambes, une force de pression agissant sur le premier ou le deuxième membre
de commande appuie l'organe rotatif par un couple de torsion contre la butée .
25. Meuble d'assise selon l'une des revendications 14 à 24,
caractérisé par
un segment de dossier, lequel peut être pivoté autour d'un axe de dossier par rapport
au segment principal, sachant que le segment de dossier est fonctionnellement couplé
avec l'organe rotatif par l'intermédiaire de moyens de couplage de sorte qu'une position
de rotation de l'organe rotatif est associée à chaque position relative du segment
de dossier par rapport au segment principal ou un châssis de base.
26. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que le segment d'extrémité (460) est conçu de manière à pivoter autour d'un axe du segment
d'extrémité (406) par rapport au segment pour les jambes (440), sachant que l'axe
du segment d'extrémité (406) est fixe par rapport au segment d'extrémité (460) et
au segment pour les jambes (440).
27. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que le segment d'extrémité (460) est, dans sa position de rangement, pivoté par rapport
au segment pour les jambes (440) d'environ un angle de 50° à 130° et/ou est disposé
approximativement parallèlement au segment principal (420).
28. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que la première piste de commande (483) et le coulisseau (476, 476a) sont adaptés de
telle manière l'un à l'autre que, lors du passage du segment pour les jambes (440)
et du segment d'extrémité (460) de la position de rangement à la position fonctionnelle,
- le segment pour les jambes (440) est, dans une première phase du mouvement, pivoté
par rapport au segment principal (420) d'au moins 70° dans le sens de la position
fonctionnelle, alors que le segment d'extrémité (460) est pivoté d'au maximum 50°
par rapport au segment pour les jambes (440) dans le sens de la position fonctionnelle,
et
- le segment pour les jambes (440) et le segment d'extrémité (460) atteignent respectivement
leur position fonctionnelle dans une seconde phase du mouvement.
29. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que la première piste de commande (483) est prévue sur le moyen de guidage forcé (482),
sur l'élément de connexion ou sur le segment pour les jambes.
30. Meuble d'assise (410) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que l'élément auxiliaire (470) présente une deuxième section de commande (476, 476b)
mobile le long d'une deuxième piste de commande (480b), sachant que la deuxième piste
de commande (480b) est prévue de préférence sur l'élément de connexion (480) ou sur
le moyen de guidage forcé.
31. Meuble d'assise selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que l'élément auxiliaire est articulé sur le segment principal ou un châssis de base
du meuble d'assise au moyen d'un élément intermédiaire relié de manière pivotante
à l'élément auxiliaire.
32. Meuble d'assise selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
qu'est prévu sur l'organe rotatif un premier membre de commande rigide de segment d'extrémité
qui est articulé sur l'organe rotatif par une première section d'articulation et qui
est fonctionnellement couplé au segment d'extrémité de telle sorte qu'un mouvement
de l'organe rotatif provoque un mouvement relatif du segment d'extrémité par rapport
au segment pour les jambes.
33. Meuble d'assise selon l'une des revendications 14 à 32,
caractérisé en ce
que les premières sections d'articulation des membres de commande sont au moins en partie
- articulées sur l'organe rotatif en diverses positions angulaires par rapport à l'axe
de l'organe rotatif et/ou
- articulées sur l'organe rotatif à diverses distances par rapport à l'axe de l'organe
rotatif.
34. Meuble d'assise selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que, dans la position fonctionnelle du segment pour les jambes,
- une ligne de liaison entre l'axe de l'organe rotatif et un premier point d'articulation
du premier membre de commande inclut avec une direction principale d'extension du
premier membre de commande un angle ne dépassant pas 20°,
- une ligne de liaison entre l'axe de l'organe rotatif et un premier point d'articulation
du deuxième membre de commande inclut avec une direction principale d'extension du
deuxième membre de commande un angle ne dépassant pas 20°, et/ou
- une ligne de liaison entre l'axe de l'organe rotatif et un premier point d'articulation
du premier membre de commande du segment d'extrémité inclut avec une direction principale
d'extension du premier membre de commande du segment d'extrémité un angle compris
entre 60° et 120°.
35. Meuble d'assise selon l'une des revendications 32 à 34,
caractérisé en ce
que le premier membre de commande du segment d'extrémité est relié par sa deuxième section
d'articulation à un deuxième membre de commande du segment d'extrémité (93; 193; 293;
393), lequel est articulé sur le premier membre de commande du segment d'extrémité
(92; 192; 292; 392) par une première section d'articulation et sur le segment d'extrémité
(60; 160; 260; 360) par une deuxième section d'articulation.
36. Meuble d'assise selon l'une des revendications 32 à 35,
caractérisé en ce
qu'est prévu un moyen de guidage qui est fixe par rapport au segment principal ou à un
châssis de base ou au segment pour les jambes, ou est conduit par force en fonction
de la position relative du segment pour les jambes par rapport au segment principal,
sachant que le premier membre de commande du segment d'extrémité est monté sur ce
moyen de guidage de manière à pouvoir être déplacé.
37. Meuble d'assise selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par
un châssis de base, sachant que le segment principal est conçu de manière mobile par
rapport au châssis de base.
38. Ferrure pour un meuble d'assise selon l'une des revendications précédentes, sachant
que
- la ferrure présente des premiers moyens de fixation pour la fixation sur un segment
principal ou un châssis de base d'un meuble d'assise et des seconds moyens de fixation
pour la fixation sur un segment pour les jambes d'un meuble d'assise, et que
- le second moyen de fixation pour la fixation du segment pour les jambes peut être
déplacé par rapport au premier moyen de fixation pour la fixation du segment principal
entre une position de rangement et une position fonctionnelle, si bien que le segment
pour les jambes
- est, dans sa position fonctionnelle, disposé devant un bord avant du segment principal
et orienté de telle manière que la surface d'appui s'étend essentiellement à l'horizontale,
et
- est, dans sa position de rangement, disposé au moins en partie sous le segment principal
et incliné par rapport à la position fonctionnelle
et sachant que
la ferrure présente un élément de connexion rigide, sachant que l'élément de connexion
rigide
- est articulé sur la première section de fixation de manière à pivoter autour d'un
premier axe de pivotement fixe par rapport à la première section de fixation, et que
- est articulé sur la deuxième section de fixation de manière à pivoter autour d'un
deuxième axe de pivotement fixe par rapport à la deuxième section de fixation,
caractérisée en ce
- que sont prévus des moyens de guidage forcé grâce auxquels une position relative définie
de l'élément de connexion par rapport au deuxième moyen de fixation pour la fixation
du segment pour les jambes est associée à chaque position relative de l'élément de
connexion par rapport au premier moyen de fixation pour la fixation du segment principal
ou par rapport au châssis de base,
- que la ferrure est conçue pour la mise en place d'un segment d'extrémité, de sorte que
le segment d'extrémité peut être déplacé par rapport au moyen de fixation pour la
fixation du segment pour les jambes entre une position de rangement et une position
fonctionnelle, et de sorte que le segment d'extrémité est disposé, dans sa position
fonctionnelle, devant le bord avant du segment pour les jambes, et
- qu'est prévu un système coulissant avec un coulisseau,
- lequel est fonctionnellement couplé avec le segment d'extrémité par l'intermédiaire
d'un élément auxiliaire rigide, et
- qui est conçu comme première section de commande pour fonctionner en interaction
avec une première piste de commande dont la position est obligatoirement couplée à
la position du moyen de fixation pour la fixation du segment pour les jambes.