[0001] Die Erfindung betrifft eine Rückhaltevorrichtung mit den oberbegrifflichen Merkmalen
des Anspruches 1. Eine solche Rückhaltevorrichtung ist aus der
US-A- 4,389,056 bekannt.
[0002] Eine schwerbehinderte Person kann oftmals ausschließlich in einem Rollstuhl sitzend
transportiert werden, da eine Umlagerung in einen Autositz o.dgl. zu aufwändig und
evtl. sogar mit Schmerzen verbunden wäre. Um im Falle eines Unfalls eine ausreichende
Sicherheit sowohl für den Rollstuhlfahrer als auch für die übrigen Fahrzeuginsassen
zu gewährleisten, müssen beim Transport des Rollstuhls besondere Sicherheitsmaßnahmen
zur Fixierung sowohl des Rollstuhles als auch der darin sitzenden Personen ergriffen
werden. Hierzu wird zunächst der Rollstuhl durch Verzurren mit mehreren Spanngurten
im Fahrzeug fixiert und anschließend die Person durch Anlegen eines Becken- oder Drei-Punkt-Sicherheitsgurtes
zusätzlich gesichert. Zur Befestigung der Spanngurte werden im Fahrzeug vorhandene
oder zu installierende Ösen bzw. Zurrpunkte genutzt. Neben der Tatsache, dass sich
die Fixierung des Rollstuhls besonders aufwändig und zeitintensiv gestaltet, wird
diese, bedingt durch mangelnde Erfahrung des Begleitpersonals und aufgrund von Verschleißerscheinungen
der Gurte im Endergebnis allerdings oftmals den Sicherheitsanforderungen nicht gerecht.
In diesem Zusammenhang ist auch die optimale Ausrichtung des Rollstuhles über bzw.
neben den Zurrpunkten besonders wichtig und bereitet nicht selten zusätzliche Schwierigkeiten.
[0003] Zur sicheren Fixierung eines Rollstuhls in einem Fahrzeug schlägt das
US-Patent 4,973,022 deshalb ein Fixiersystem vor, das über versenkbare Klemmen verfügt, die nach Überfahren
des im Fahrzeugboden eingelassenen Systems mit dem Rollstuhl hydraulisch ausgefahren
und mit dem Rollstuhlgestänge verbunden werden. Nachteilig am hier vorgeschlagenen
System ist, dass der Einbau des Kastens einen erheblichen Montageaufwand mit sich
bringt, da Teile des Fahrzeugbodens entnommen werden müssen und wobei die Entnahme
im schlechtesten Fall zu einer Destabilisierung der Fahrzeugkarosserie führen kann.
Zusätzlich ist der Anschluss an ein Bordhydrauliksystem notwendig, dass herstellerseitig
v.a. in kleineren Fahrzeugen oftmals nicht vorgesehen ist. Neben den hohen Anschaffungs-
und Einbaukosten können zudem auch höhere Instandhaltungskosten anfallen. Die Vorrichtung
gemäß der
US-A- 4,389,056 oder der
EP-A-1 656 919 ist in dieser Hinsicht günstiger, da die Halterung auf den Fahrzeug boden aufgesetzt
werden kann.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, für einen Rollstuhl eine Rückhaltevorrichtung
für eine in einem Rollstuhl sitzende Person zur Verfügung zu stellen, die ohne umfangreiche
Umbauten am Fahrzeug und ohne Eingriffe in die Fahrzeugkarosserie schnell und auf
einfache Weise eingebaut werden kann, bei Nichtverwendung im Fahrzeug verbleiben und
somit neben der Verwendung als Behindertentransportfahrzeug auch eine anderweitige
Nutzung des Fahrzeuges zulassen soll.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Rückhaltevorrichtung für einen Rollstuhl bzw.
eine in einem Rollstuhl sitzende Person gemäß Anspruch 1. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Hierbei wird eine Rückhaltevorrichtung für einen Rollstuhl mit einer über einen Hebeantrieb
höhenverstellbaren und mit dem Rollstuhl verbind- oder verrastbaren Kopplungsvorrichtung
vorgeschlagen, wobei die Rückhaltevorrichtung einen auf einem Fahrzeugboden angeordneten
Grundkörper aufweist und die Kopplungsvorrichtung am Grundkörper verschwenkbar angelenkt
ist. Der Grundkörper kann dabei plattenförmig oder nach Art eines flachen Kastens
ausgebildet sein und wird auf den Fahrzeugboden aufgesetzt und mit diesem verbunden
oder verschraubt. Denkbar ist dabei auch die Nutzung von im Boden vieler Transportfahrzeuge
bereits herstellerseitig vorgesehener Bodenschienen, sog. Cargoschienen, in die der
Grundkörper eingesetzt oder -gespannt wird. Verfügt das zur Nachrüstung vorgesehene
Fahrzeug über einen oder mehrere herausnehmbare Sitze oder Sitzreihen, kann der Grundkörper
auch in den Sitzmulden angeordnet werden bzw. in die Aufnahmen für die Sitze eingesetzt
oder bei entsprechender Ausgestaltung der Aufnahmen und/oder des Grundkörpers mit
diesen verrastet oder verschraubt werden. Ist ein dauerhafter Einbau der Rückhaltevorrichtung,
beispielsweise in Fahrzeugen die ausschließlich für den Rollstuhl-/Behindertentransport
verwendet werden, geplant, erfolgt eine Befestigung des Grundkörpers über handelsübliche,
auf die entsprechenden Sicherheitsanforderungen abgestimmte Schrauben.
[0007] Eine Befestigung über Schnellverschlüsse ermöglicht einen flexiblen Ein- und Ausbau
der Vorrichtung und darüber hinaus auch die Verwendung in mehreren Fahrzeugen, wodurch
an sich zum Transport nicht behinderter Personen gedachte Fahrzeuge bedarfsweise zum
Behindertentransport verwendet werden können. Als Schnellverschluss denkbar sind beispielsweise
ohne Werkzeugeinsatz anlegbare Flügel- oder Rändelschrauben oder manuell lösbare Rast-
und Schnappverbindungen sowie Schnellspannvorrichtungen. Die besonders flache Bauform
der gesamten Vorrichtung stört auch bei dauerhaftem Verbleib im Fahrzeug nicht. Das
Rückhaltesystem eignet sich selbstverständlich zum Einbau in allen Arten von Transportmitteln,
wie beispielsweise in Zügen und Flugzeugen.
[0008] Die Verbindung oder Verrastung der Kopplungsvorrichtung mit dem Rollstuhl erfolgt
beispielsweise über eine automatische Klaue, die am Rollstuhlrahmen angreift oder
über eine vom Bedienpersonal zu befestigende Klemm-, Schraub- oder Schnappverbindung.
Hierbei ist ebenfalls die Verwendung entsprechender Schnellspannverschlüsse oder -
vorrichtungen denkbar. So ist die Kopplungseinrichtung mit einer am Rollstuhl angeordneten
Aufnahme verrastbar ausgebildet. Die hierfür notwendige Ausrüstung des Rollstuhls
kann auf einfache und schnelle Weise mit einer handelsüblichen oder im Zubehörvertrieb
erhältlichen Rast- oder Schnappaufnahme erfolgen und ermöglicht eine noch schnellere
und sicherere Fixierung des Rollstuhles durch die Rückhaltevorrichtung.
[0009] Bevorzugt ist die Kopplungsvorrichtung als Platte ausgebildet, die bei Nichtbenutzung
der Rückhaltevorrichtung flach auf dem Grundkörper aufliegt. Eine weitere als günstig
angesehene Ausführungsform der Rückhaltevorrichtung sieht vor, dass die Kopplungsvorrichtung
als verschwenkbar am Grundkörper angelenkter Arm ausgebildet ist. Dieser Arm kann
dabei beispielsweise Z- oder T- oder Doppel-T-Form aufweisen und bei Nichtbenutzug
der Kopplungsvorrichtung ebenfalls am Grundkörper angelegt oder in diesem aufgenommen
werden.
[0010] Zur noch schnelleren und einfacheren Verbindung mit der am Rollstuhl vorgesehenen
Aufnahme weist die Kopplungsvorrichtung an ihrem zum Rollstuhl verschwenkbaren Ende
bevorzugt eine horizontal ausgerichtete Raststange zum Eingriff mit der Rastaufnahme
auf. Um dabei flexibel auf verschiedene, modell- und ausführungsformabhängige Rollstuhlbreiten
reagieren zu können, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Raststange längenvariabel
ausgebildet ist. Eine Einstellung der Länge erfolgt dabei nach dem Lösen einer zentral
an der Raststange angeordneten Klemmschraube oder eines Schnellverschlusses (z. B.
ein Federrastbolzen) und kann auch durch das Bedienpersonal durchgeführt werden. Denkbar
ist darüber hinaus auch die Ausstattung der Raststange mit zwei Klemm- oder Schnellverschlussschrauben,
die jeweils im Bereich der Stangenenden angeordnet sind und wobei die zweigeteilte
Stange teleskopartig verlängert bzw. verkürzt werden kann. Hierbei kann die Stange
auch in einem Klemmrohr geführt werden.
[0011] Neben einer stufenlosen Veränderung der Stangenlänge kann auch eine stufenweise Verlängerung
der Stange durchgeführt werden. Die in einer an der Kopplungsvorrichtung angebrachten
Hülse geführte Stange weist dazu in definierten Abständen Rastlöcher auf, durch die
ein durch eine Bohrung in der Hülse geführter Splint durchgesteckt werden kann, um
die Stange zu fixieren. Möglich ist in diesem Zusammenhang auch, eine Ausstattung
der Stange mit Rastnasen oder -vorsprüngen, die in die Bohrung in der Hülse einrasten
und eine bestimmte Länge der Stange fixieren, bzw. eine Anordnung einer entsprechenden
Rastnase an der Hülse, die in Bohrungen in der Stange eingreift.
[0012] Durch die stufenlose Höhenverstellung der Kopplungsvorrichtung wird die Verwendung
der Rückhaltevorrichtung mit verschiedenen Rollstuhlmodellen und Modellausführungen
weiter erleichtert. Beim Betrieb der Rückhaltevorrichtung wird hierbei die Grundplatte
mit daran flach angelegter Kopplungsvorrichtung mit dem Rollstuhl überfahren und nach
Positionierung des Rollstuhls die Kopplungsvorrichtung soweit verschwenkt, dass die
Kopplungs- oder Rastelemente am Gestänge des Rollstuhls anliegen bzw. mit entsprechenden
Aufnahmen am Gestänge in Eingriff stehen. Dabei kann nach dem Einrasten der Hebeantrieb
unter Motorkraft etwas abgesenkt werden, so dass der Rollstuhl in Richtung des Fahrzeugbodens
gepresst und damit spielfrei gestellt wird. Bevorzugt ist der Hebeantrieb dabei pneumatisch
oder als elektrischer Spindeltrieb ausgebildet und in die schalenartige Grundplatte
integriert. Beim pneumatischen Betrieb wird die Vorrichtung an vorhandene Druckluftsysteme
angeschlossen. Zur Betätigung des Antriebes kann die Vorrichtung einen am oder im
Grundkörper angeordneten Elektromotor aufweisen. Dieser kann nach Anschluss der Vorrichtung
an das Bordnetz, je nach Ausstattung des Fahrzeugs beispielsweise bei einer Spannung
von 12V oder 24V betrieben werden. Auch ein Betrieb der Vorrichtung bei höheren Spannungen
ist möglich.
[0013] Als besonders vorteilhaft wird angesehen, wenn der Hebeantrieb zum Verschwenken der
Kopplungsvorrichtung fernbedienbar ausgebildet ist. Die Fernbedienung kann dabei kabelgebunden
oder schnurlos erfolgen und vereinfacht die Sicherung des Rollstuhles mit der Rückhaltevorrichtung,
da ein Hantieren unter dem positionierten Rollstuhl entfällt. Das Begleitpersonal
oder die im Rollstuhl sitzende Person kann nach Überfahren der in der Ausgangsposition
befindlichen Vorrichtung über die Fernbedienung das Verschwenken starten und bis zum
Verrasten weiterführen. Mit Einsatz einer geeigneten Steuerelektronik ist in diesem
Zusammenhang auch eine automatische Abschaltung des Hebeantriebes nach Erreichen einer
bestimmten Verschwenkhöhe oder nach Einrasten in eine Aufnahme realisierbar. Das ordnungsgemäße
Einrasten der Kopplungsvorrichtung kann zusätzlich über ein akustisches Signal deutlich
gemacht werden. Für das eigenständige Positionieren des Rollstuhles durch die darin
sitzende, behinderte Person oder aber als Hilfe für das Betreuungspersonal, kann am
Grundkörper oder im Bereich der Rückhaltevorrichtung am Fahrzeug eine akustische oder
optische Positionierhilfe angeordnet werden. Zur Steuerung der Positionierhilfe können
Positionssensoren beispielsweise an der Rückhaltevorrichtung angeordnet werden und
die Positionierhilfe nach ordnungsgemäßer Überfahrt und Positionieren des Rollstuhles
ein positives Signal, bei Fehlpositionierung ein Warnsignal ausgegeben. In einer einfacheren
Ausgestaltung erleichtert eine am Fahrzeugboden angebrachte Markierung das ordnungsgemäße
Positionieren des Rollstuhles. Die Markierung kann dabei beispielsweise in einer Signalfarbe,
als Reflexionsstreifen oder - punkte oder als beleuchtetes Feld ausgeführt werden.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Rückhaltevorrichtung ist ein Bedienschalter
für den Hebeantrieb vorgesehen, der bevorzugt am Fahrzeugboden, am Grundkörper oder
an der Kopplungsvorrichtung angeordnet ist. Es kann sich dabei um einen Fuß- oder
Handschalter handeln, der vom Betreuungspersonal bedient wird und die Verschwenkung
der Kopplungsvorrichtung bewirkt. Denkbar ist in diesem Zusammenhang eine zusätzliche
Warnleuchte, die ein unsachgemäßes Positionieren des Rollstuhles signalisiert oder
aber eine Sicherheitsschaltung der Kfz-Elektronik, die bewirkt, dass das Fahrzeug
erst nach ordnungsgemäßem Fixieren des Rollstuhles in der Rückhaltevorrichtung aktiviert
werden kann.
[0015] Zur weiteren Erleichterung der Positionierung und Sicherung des Rollstuhles ist es
empfehlenswert, am Grundkörper und/oder an der Kopplungsvorrichtung eine Beleuchtung
vorzusehen, die den Bereich unterhalb des Rollstuhles beleuchtet.
[0016] Weitere Vorteile, Merkmale und Besonderheiten der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter, jedoch nicht beschränkender Ausführungsformen
der Erfindung anhand der schematischen Zeichnungen. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine bevorzugte Ausführungsform des Rückhaltesystems im Einbauzustand in Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine weitere Ausführungsform des Rückhaltesystems in Seitenansicht, und
- Fig. 3
- eine Rückansicht des Rückhaltesystems.
[0017] Fig. 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des Rückhaltesystems 10, das in einem
nur ausschnittsweise dargestellten Transportfahrzeug 80 eingebaut wurde. Das Rückhaltesystem
10 umfasst hierbei eine Rückhaltevorrichtung 11 für einen Rollstuhl 70 sowie eine
zwischen dem Fahrzeugdach 81 und dem Fahrzeugboden 82 eingespannte Personenrückhaltevorrichtung
12, die hier nicht weiter von Bedentung ist. Die Rückhaltevorrichtung 11 weist einen
Grundkörper 13 auf, der im Ausführungsbeispiel mit dem Fahrzeugboden 82 verschraubt
wurde. Am Grundkörper 13 angelenkt ist eine Kopplungsvorrichtung 14, die im Ausführungsbeispiel
der Fig. 1 als verschwenkbare Platte 15 ausgeführt wurde. Nach Beladen des Transportfahrzeuges
80 mit dem Rollstuhl 70 über die hintere Einstiegsöffnung 83 wird die Rückhaltevorrichtung
11 zunächst mit dem Rollstuhl 70 überfahren und dieser dann innerhalb einer auf dem
Fahrzeugboden 82 aufgebrachten Markierung 85 positioniert. Mit Betätigung eines am
Grundkörper 13 angebrachten Fußschalters 16 erfolgte die Aktivierung eines im Grundkörper
13 integrierten Hebeantriebs 17. Über eine durch einen Spindeltrieb 18 betätigte Hubschere
19 erfolgt daraufhin die Verschwenkung der Platte 15 bis zum Eingriff mit einer am
Basisgestänge 71 des Rollstuhles 70 angeordneten Rastaufnahme 72. Nach Einrasten in
die Rastaufnahme 72 erfolgte ein automatischer Stopp des Hebeantriebs 17. Nach Fixierung
des Rollstuhles 70 mit der Rückhaltevorrichtung 11 wird eine im Rollstuhl 70 sitzende
Person (nicht dargestellt) durch Anbringen der Personenrückhaltevorrichtung 12 weiter
gesichert. Diese wird im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 durch ein zwischen dem Fahrzeugboden
82 und dem Fahrzeugdach 81 eingespanntes Netz 38 gebildet, das eine Rückhaltefläche
35 bildet, die mit geringem Abstand hinter der Rückenlehne 73 des Rollstuhles 70 verläuft.
[0018] Zur Sicherung der im Rollstuhl 70 sitzenden Person sind am Netz 38 eine Kopfstütze
31 und eine Oberkörperstütze 32 angeordnet, deren Höhen und Neigungswinkel je nach
Größe und Körperform der Person eingestellt werden können. Die Netzenden 39 sind am
Fahrzeugdach 81 sowie im Bereich des Fahrzeugbodens 82 in entsprechende Schlösser
84a,b eingesetzt, wobei das bodenseitige Schloss 84b bevorzugt im Grundkörper 13 der
Rückhaltevorrichtung 11 integriert ist. Das Netz 38 wird über Einstellösen (nicht
dargestellt) gestrafft und bieten somit bei einem Unfall sicheren Halt für die Kopfstütze
31 bzw. die Oberkörperstütze 32, um damit als Schutz gegen ein Umkippen des Rollstuhles
70 und gegen Verletzung der Person im Bereich des Kopfes zu dienen. Um die Person
zusätzlich zu schützen, umfasst das dargestellte Rückhaltesystem 10 auch einen Drei-Punkt-Sicherheitsgurt
34, der ebenfalls am Fahrzeugboden 82 in einer dort angeordneten Gurtpeitsche bzw.
Halterung 37 befestigt ist. Das mittlere Endstück (nicht dargestellt) des Drei-Punkt-Sicherheitsgurtes
34 wird nach dem Anlegen in ein (auf der abgewandten Seite des Rollstuhles 70 angeordnetes)
Gurtschloss (nicht dargestellt) eingeführt und der Drei-Punkt-Sicherheitsgurt 34 automatisch
gestrafft.
[0019] Fig. 2 zeigt die detaillierte Darstellung eines mit der Rückhaltevorrichtung 11 fixierten
Rollstuhles 70. Auch hier umfasst die Rückhaltevorrichtung 11 einen Grundkörper 13,
an dem eine Kopplungsvorrichtung 14 angelenkt ist. Ein stabiles Schwenkgelenk 20 ist
am in Fig. 2 rechten Ende 22 des Grundkörpers 13 angeordnet und durch eine vordere,
rampenartige Abschlusskappe 21 gegen Beschädigungen geschützt. Am in Fig. 2 linken
Ende 23 des Grundkörpers 13 weist die Rückhaltevorrichtung 11 eine hintere, bevorzugt
zum besseren Überfahren als Rampe ausgebildete Abschlusskappe 24 auf, in der eine
Aufnahme 25 für die dauerhafte Anbringung von die Personenrückhaltevorrichtung 12
bildenden Gurten 30 integriert ist. Die parallel verlaufenden Gurte 30 werden ausgehend
von der hinteren Abschlusskappe 24 zum Fahrzeugdach 81 geführt (vgl. Fig. 1) und dort
in einem Schloss 84a lösbar befestigt. Die Straffung der Gurte 30 erfolgt dann z.
B. über im Bereich der Aufnahme 25 an den unteren Gurtenden 33 angeordnete Spannelemente
36. Auf den Gurten 30 aufgefädelt befindet sich eine Kopfstütze 31 und eine Oberkörperstütze
32, die zum einen den Komfort einer im Rollstuhl 70 sitzenden Person verbessern und
zum anderen bei einer Kollision die Gefahr eines Schleudertraumas bzw. von Verletzungen
der Halswirbelsäule verringern. Im hinter dem Rollstuhl 70 gelegenen Bereich des Fahrzeugbodens
82 befindet sich wiederum eine Halterung 37 für einen schematisch dargestellten Drei-Punkt-Sicherheitsgurt
34, der zur zusätzlichen Sicherung einer im Rollstuhl 70 sitzenden Person verwendet
werden kann.
[0020] Fig. 3 zeigt die Rückansicht eines Rollstuhles 70, vor der Fixierung in einer Rückhaltevorrichtung
11. Zusätzlich wird die im Rollstuhl 70 sitzende Person mit einer Personenrückhaltevorrichtung
12 gesichert, die im Ausführungsbeispiel aus zwei parallelen Gurten 30 besteht, die
zwischen dem Fahrzeugboden 82 und dem Fahrzeugdach 81 verlaufen. Die Gurte 30 sind
im Ausführungsbeispiel aufrollbar ausgebildet. Ein entsprechender, in Fig. 3 nicht
dargestellter Aufrollmechanismus hierfür befindet sich am Fahrzeugdach 81. Nach Ausziehen
der Gurte (oder eines entsprechend breiten Gurtes) aus dem Aufrollmechanismus wird
dieser hinter der Rückenlehne 73 des Rollstuhles 70 nach unten zum Boden geführt.
Jedes bodenseitige Ende 33 der Gurte 30 weist eine Lasche 26 auf, die in eine entsprechende
Verriegelung bzw. Aufnahme (nicht dargestellt) am Fahrzeugboden 82 eingerastet wird.
Von den Gurten 30 durchzogen ist im Kopf- und Oberkörperbereich der in dem Rollstuhl
70 sitzenden Person jeweils eine Kopfstütze 31 sowie darunter eine Oberkörperstütze
32 angeordnet, die die Person bei einer Kollision und einem Rückprall zusätzlich schützen.
Die Kopfstütze 31 und die Oberkörperstütze 32 sind verschiebbar an den Gurten 30 befestigt
und können nach dem Lösen und Aufrollen der Gurte 30 zusammen mit diesen zum Fahrzeugdach
81 hin verschoben werden. Die in Art eines Gurtschlosses geformten Laschen 26 an den
Gurtenden 33 sperren die Kopfstütze 31 und der Oberkörperstütze 32 gegen eine Trennung
von den Gurten 33.
[0021] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 ist der Grundkörper 13 der Rückhaltevorrichtung
11 ohne aufgesetzte hintere Abschlusskappe 24 dargestellt, wodurch die Mechanik der
Rückhaltevorrichtung 11 erkennbar wird. In den Grundkörper 13 integriert ist ein zentral
angeordneter Elektromotor 40, der bevorzugt einen Spindeltrieb 18 und einen schlittenartigen
Hebeantrieb 17 antreibt, über den die Verschwenkung der am Grundkörper 13 angelenkten
Kopplungsvorrichtung 14 (mit der um das Gelenk 20 verschwenkbaren Platte 15 bzw. Hubschere
19, vgl. Fig. 2) nach oben zum Rollstuhl 70 und den beiden seitlichen Rastaufnahmen
72 erfolgt. Die deckelartig ausgebildete Platte 15 wird dabei über den an stabilen
Linearführungen verschiebbaren Hebeantrieb 17 und die Hubschere 19 nach oben zu den
Rastaufnahmen 72 gedrückt. Aufgrund der stabilen Bauweise ist nach dem Einrasten auch
eine Reversierung des Motors 40 möglich, so dass der Rollstuhl 70 zum Boden hin gezogen
wird.
[0022] In ihrer Ausgangsposition liegt die als Platte 15 ausgebildete Kopplungsvorrichtung
14 flach am Grundkörper 13 an und schließt diesen nach oben hin ab. Bei Inbetriebnahme
der Rückhaltevorrichtung 11 wird die Platte 15 in Richtung des über die Rückhaltevorrichtung
11 geschobenen Rollstuhles 70 verschwenkt und verrastet schließlich mit einer am Basisgestänge
71 des Rollstuhles 70 angeordneten Rastaufnahme 72. Die jeweilige Rastaufnahme 72
an beiden Seiten des Rollstuhls 70 kann in Art eines Fallschlosses (z. B. im Landmaschinenbereich
als Ober- und Unterlenker häufig eingesetzt) ausgeführt sein und mit einer Halterung
74 und Schnellverschlüssen oder Schrauben 75 am Basisgestänge 71 des Rollstuhls 70
befestigt werden.
[0023] Zur schnellen und einfachen Verbindung mit der Rastaufnahme 72 weist die Platte 15
an ihrem zum Rollstuhl 70 hoch geschwenkten Ende eine horizontal ausgerichtete Raststange
44 mit darin eingesetzten Rastbolzen 42 auf. Um flexibel auf modellabhängige Breiten
verschiedener Rollstühle 70 reagieren zu können, sind die Rastbolzen bzw. -vorsprünge
42 längenvariabel ausgebildet. Eine Einstellung der Länge erfolgt z. B. nach Lösen
von Splinten, Federrastbolzen oder Flügelmuttern 43 (oder gleichartigen Schnellverschlüssen)
und anschließendem teleskopartigem Verschieben der Bolzen bzw. Rastvorsprünge 42.
Das Lösen der Flügelmuttern 43 erfolgt ohne Werkzeugeinsatz und kann beispielsweise
auch durch das Betreuungspersonal durchgeführt werden.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 10 =
- Rückhaltesystem
- 11
- = Rückhaltevorrichtung
- 12
- = Personenrückhaltevorrichtung
- 13
- = Grundkörper
- 14
- = Kopplungsvorrichtung
- 15
- = Platte
- 16
- = Fußschalter
- 17
- = Hebeantrieb
- 18
- = Spindeltrieb
- 19
- = Hubschere
- 20
- = Schwenkgelenk
- 21
- = vordere Abschlusskappe
- 22
- = vorderes Ende
- 23
- = hinteres Ende
- 24
- = hintere Abschlusskappe
- 25
- = Aufnahme
- 26
- = Lasche
- 30
- = Gurt
- 31
- = Kopfstütze
- 32
- = Oberkörperstütze
- 33
- = unteres Ende
- 34
- = Drei-Punkt-Sicherheitsgurt
- 35
- = Rückhaltefläche
- 36
- = Spannelement
- 37
- = Halterung
- 38
- = Netz
- 39
- = Netzende
- 40
- = Elektromotor
- 42
- = Rastvorsprung (-bolzen)
- 43
- = Flügelmutter
- 44
- = Raststange
- 70
- = Rollstuhl
- 71
- = Basisgestänge
- 72
- = Rast-Aufnahme
- 73
- = Rückenlehne
- 74
- = Rastaufnahmenhalterung
- 75
- = Schnellverschluss/Schraube
- 80
- = Transportfahrzeug
- 81
- = Fahrzeugdach
- 82
- = Fahrzeugboden
- 83
- = Einstiegsöffnung
- 84a,b
- = Schlösser
- 85
- = Markierung
1. Rückhaltevorrichtung (11) für einen Rollstuhl (70), insbesondere beim Transport in
einem Fahrzeug (80), mit einer über einen Hebeantrieb (17) höhenverstellbaren und
mit dem Rollstuhl (70) verrastbaren Kopplungsvorrichtung (14), wobei die Rückhaltevorrichtung
(11) einen auf einem Fahrzeugboden (82) angeordneten Grundkörper (13) aufweist und
die Kopplungsvorrichtung (14) am Grundkörper (13) verschwenkbar angelenkt ist, sowie
die Kopplungsvorrichtung (14) mit einer am Rollstuhl (70) angeordneten Aufnahme (72)
verrastbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungsvorrichtung (14) an ihrem zum Rollstuhl (70) verschwenkbaren Ende eine
horizontal ausgerichtete Raststange (44) zum Eingriff mit der Aufnahme (72) aufweist
und die Raststange (44) längenvariabel ausgebildet ist.
2. Rückhaltevorrichtung (11) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kopplungsvorrichtung (14) als Platte (15) ausgebildet ist.
3. Rückhaltevorrichtung (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Hebeantrieb (17) pneumatisch oder als Spindeltrieb (18) ausgebildet ist.
4. Rückhaltevorrichtung (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Hebeantrieb (17) für die Kopplungsvorrichtung (14) im Grundkörper (13) angeordnet
ist.
5. Rückhaltevorrichtung (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Hebeantrieb (17) fernbedienbar ausgebildet ist.
6. Rückhaltevorrichtung (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Bedienschalter (16) für den Hebeantrieb (17) vorgesehen ist, wobei der Bedienschalter
(16) bevorzugt am Fahrzeugboden (82), am Grundkörper (13) oder an der Kopplungsvorrichtung
(14) angeordnet ist.
7. Rückhaltevorrichtung (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
am Grundkörper (13) und/oder an der Kopplungsvorrichtung (14) eine Beleuchtungseinrichtung
vorgesehen ist.
1. Retention device (11) for a wheelchair (70), especially when transporting in a vehicle
(80), with a coupling device (14) that is height-adjustable via a lifting drive (17)
to be latched with the wheelchair (70), wherein the retention device (11) has a base
body (13) arranged on a vehicle floor (82) and the coupling device (14) is pivotable
articulated on the base body (13) to latch the coupling device (14) with a receptacle
(72) arranged at the wheelchair (70),
characterized in that
the coupling device (14) has a horizontally oriented locking rod (44) on the pivotable
end towards the wheelchair (70) for engagement with the receptacle (72), wherein the
locking rod (44) is variable in length.
2. Retention device (11) according to claim 1,
characterized in that the coupling device (14) is formed as a plate (15).
3. Retention device (11) according to one of the preceding claims,
characterized in that the lifting drive (17) is formed pneumatically or as a spindle drive (18).
4. Retention device (11) according to one of the preceding claims,
characterized in that the lifting drive (17) for the coupling device (14) is arranged in the base body
(13).
5. Retention device (11) according to one of the preceding claims,
characterized in that the lifting drive (17) is actuated by remote control.
6. Retention device (11) according to one of the preceding claims,
characterized in that a control switch (16) for the lifting drive (17) is provided, wherein the control
switch (16) is preferably arranged at the vehicle floor (82), at the base body (13)
or at the coupling device (14).
7. Retention device (11) according to one of the preceding claims,
characterized in that the base body (13) and/or the coupling device (14) is provided with a lighting device.
1. Dispositif de retenue (11) pour un fauteuil roulant (70), en particulier lors du transport
dans un véhicule (80), avec un dispositif d'accouplement (14) pouvant être réglé en
hauteur au moyen d'un entraînement de levage (17) et pouvant être assemblé par enclenchement
au fauteuil roulant (70), sachant que le dispositif de retenue (11) présente un corps
de base (13) disposé sur un plancher de véhicule (82) et que le dispositif d'accouplement
(14) est articulé à pivotement sur le corps de base (13), et sachant que le dispositif
d'accouplement (14) peut être assemblé par enclenchement à un élément récepteur (72)
disposé sur le fauteuil roulant (70),
caractérisé en ce que le dispositif d'accouplement (14) présente, à son extrémité pouvant pivoter vers
le fauteuil roulant (70), une tige d'enclenchement (44) orientée horizontalement et
destinée à l'engagement avec l'élément récepteur (72), et la tige d'enclenchement
(44) est réalisée de longueur variable.
2. Dispositif de retenue (11) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif d'accouplement (14) est réalisé sous forme de plaque (15).
3. Dispositif de retenue (11) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'entraînement de levage (17) est pneumatique ou est réalisé sous forme de mécanisme
à broche (18).
4. Dispositif de retenue (11) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'entraînement de levage (17) pour le dispositif d'accouplement (14) est disposé
dans le corps de base (13).
5. Dispositif de retenue (11) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'entraînement de levage (17) est conçu de manière à pouvoir être commandé à distance.
6. Dispositif de retenue (11) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un commutateur de commande (16) est prévu pour l'entraînement de levage (17), sachant
que le commutateur de commande (16) est de préférence disposé sur le plancher de véhicule
(82), sur le corps de base (13) ou sur le dispositif d'accouplement (14).
7. Dispositif de retenue (11) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un équipement d'éclairage est prévu sur le corps de base (13) et/ou sur le dispositif
d'accouplement (14).