[0001] Die vorliegende Offenbarung bezieht sich auf ein Verfahren zur Regelung der Verarbeitungsgeschwindigkeit
einer Papierhandhabungsanlage, in der Güter unter Verwendung zumindest eines Transportmechanismus
bewegt werden, und auf eine Papierhandhabungsanlage, wobei die Güter in der Papierhandhabungsanlage
einzeln oder in Gruppen bewegt werden. Insbesondere bezieht sich die vorliegende Offenbarung
auf ein Verfahren zur automatischen Regelung der Verarbeitungsgeschwindigkeit von
Kuvertierern bzw. Briefhüllenverarbeitungssystemen und Nachverarbeitungssystemen sowie
auf die Speicherung der durch die Regelung ermittelten Parameter zur erneuten Verwendung.
[0002] Im Stand der Technik sind Papierhandhabungssysteme bekannt, bei denen bereits die
Möglichkeit besteht, Geschwindigkeiten in einzelnen Modulen, sofern das System modular
aufgebaut ist, oder in dem gesamten System fest zu beeinflussen bzw. zu steuern. Die
Notwendigkeit besteht beispielsweise bei der Verarbeitung von schwierigen Gütern,
die zur Produktion anstehen, z.B. Güter mit einer geringen Papiergrammatur, einer
glatten Oberflächenbeschaffenheit, gewichtigen Beilagen bzw. schwerem Füllgut und
ähnlichem. Um eine sichere Verarbeitung innerhalb der Gesamtanordnung zu gewährleisten,
ist hierbei die Herabsetzung bzw. die Anpassung der Transport- und Weiterverarbeitungsgeschwindigkeiten
und/oder der Taktzyklen, mit denen die einzelnen Module arbeiten, notwendig. Ferner
wird hierdurch eine hohe Effizienzleistung des Systems erreicht. Herkömmlicherweise
wird dies auf die folgenden Arten bewerkstelligt.
- eine erste, bekannte Vorgehensweise besteht in einer einfachen Ansteuerung der Motordrehzahl
eines oder mehrerer Motoren in dem System bzw. in dem Modul siehe z.B. WO 01/34505 A. Hier wird im Regelfall an der Komponente, also dem Motor, die Steuerung durch eine
direkte Eingabe der erforderlichen Parameter durchgeführt. Solche Veränderungen können
beispielsweise über digitale Eingabewerte, z. B. bei Servomotoren, oder über den Einsatz
von Reglern, beispielsweise Schiebereglern, z. B. zur Veränderung der Betriebsspannung
des Motors, erreicht werden. In der Praxis handelt es sich hierbei meist um fest vorgegebene,
fixe Einstellungen, die verändert werden können, wobei eine solche Veränderung jedoch
durch das Bedienpersonal durchgeführt wird.
- eine zweite Möglichkeit besteht in der Veränderung der zeitlichen Steuerung (des Timings)
der in dem System bzw. in dem Modul verwendeten Lichtschranken, die zur Erfassung
der Präsenz eines zu verarbeitenden Gutes dienen. Durch die Anpassung des Timings
wird das Anforderungsverhalten und das Verzögerungsverhalten der getaktet arbeitenden
Handhabungsstationen für den Transport der Güter gesteuert. Diese Anpassung ermöglicht
eine Verkürzung bzw. Verlängerung der Taktzyklen, jedoch ergibt sich keine Veränderung
der eigentlichen Transportgeschwindigkeit. Dennoch ergibt sich eine Art geregelte
Geschwindigkeit des Gesamtsystems als eine Folge der veränderten Taktzykluswerte.
Auch hier erfolgt die Eingabe der Werte in aller Regel über digitale Werte an Bedienteilen
mit Anzeige oder an einer zentralen, PC-gestützten Bedieneinheit und erfolgt im Regelfall
durch das Bedienpersonal der Anlage.
- eine weitere, im Stand der Technik bekannte Möglichkeit besteht in einer Kombination
der oben beschriebenen Ansätze, also in einer Kombination der Drehzahlregelung mit
einer Anpassung des Timings. Hierbei lässt sich bereits ein technischer Vorteil gegenüber
den oben beschriebenen, isolierten Ansätzen erzielen, da durch die herabgesetzten
Anforderungszeiten im Normalfall durch eine entsprechende logische Verknüpfung die
zugehörige Geschwindigkeit ebenso herabgesetzt werden kann. Diese Kombinatorik wird
in der Praxis durch eine entsprechende Steuerungslogik innerhalb eines einzelnen Moduls
oder des Gesamtsystems umgesetzt, wobei jedoch die Ansteuerung wiederum über die Eingabe
entsprechender digitaler Steuerwerte an den Bedienteilen mit Anzeige oder an der zentralen,
PC-gestützten Bedieneinheit über Schieberegler und ähnliches erfolgt, wiederum durch
das Bedienpersonal.
[0003] Die Nachteile der oben beschriebenen Ansätze liegen auf der Hand. Alle Verfahren
stellen keine wirkliche Regelung dar, sondern im Sinne der Regeltechnik eine Steuerung
mit fest vorgegebenen bzw. fixen Werten, ohne dass Rückstellwerte, Sollwerte und ähnliches
im Sinne eines geschlossenen Regelkreises beachtet würden. Bei allen Ansätzen handelt
es sich tatsächlich um einen offenen Regelkreis, bei dem stets dem Bediener zugemutet
wird, die optimalen Einstellungen für den Verarbeitungsprozess zu ermitteln bzw. vorzugeben.
[0004] In diesem Zusammenhang ergeben sich eine Vielzahl von Nachteilen, wobei hier lediglich
einige Hauptnachteile genannt seien. Es stellt sich die Frage, nach welchen Vorgaben
die Einstellungen an den Anlagen überhaupt durchzuführen sind, ferner stellt sich
die Frage, wo und in welchen Bereichen des Moduls oder des Systems solche Einstellungen
tatsächlich vorgenommen werden müssen, wer die Verantwortung für die Richtigkeit der
Einstellungen trägt, wer überhaupt den Zugang zu den Einstellmöglichkeiten hat und
wie diese Zugangsmöglichkeiten geregelt sind. Ferner stellt sich die Frage, wie sich
der Nutzen im Hinblick auf die für den Prozess optimalen Einstellungen quantifizieren
und festlegen lässt.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein verbessertes Verfahren und eine verbesserte Papierhandhabungsanlage
zu schaffen, die unter Vermeidung der oben dargelegten Nachteile eine optimale Verarbeitung
von Gütern in einer Papierhandhabungsanlage ermöglicht, ohne dass die erforderlichen
Parameter durch einen Bediener eingegeben werden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 und durch eine Papierhandhabungsanlage
gemäß Anspruch 15 gelöst.
[0007] Die vorliegende Erfindung schafft ein Verfahren zur Verarbeitung von Gütern in einer
Papierhandhabungsanlage, wobei die Papierhandhabungsanlage basierend auf einer Job-Beschreibung
eingestellt ist, um eine vorbestimmte Anzahl von Gütern innerhalb einer vorbestimmten
Zeitdauer bzw. innerhalb eines vorbestimmten Zeitintervalls zu verarbeiten, wobei
das Verfahren folgende durch die Papierhandhabungsanlage ausgeführte Schritte aufweist:
- (a) Erfassen der Anzahl von Gütern, die während der vorbestimmten Zeitdauer bzw. des
vorbestimmten Zeitintervalls durch die Papierhandhabungsanlage verarbeitet werden;
- (b) falls die erfasste Anzahl von Gütern größer oder gleich der vorbestimmten Anzahl
von Gütern ist:
(b.1) Erhöhen der Geschwindigkeit, mit der die Güter in zumindest einem Abschnitt
der Papierhandhabungsanlage verarbeitet werden, um einen vorbestimmten Erhöhungsbetrag,
und
(b.2) Setzen der vorbestimmten Anzahl von Gütern gleich der erfassten Anzahl von Gütern;
- (c) falls die erfasste Anzahl von Gütern kleiner der vorbestimmten Anzahl von Gütern
ist:
(c.1) Erfassen, welcher der Abschnitte der Papierhandhabungsanlage während der vorbestimmten
Zeitdauer eine Reduzierung des Durchsatzes bewirkt hat,
(c.2) Bestimmen zumindest eines hierbei vorliegenden Anlagenparameters und/oder zumindest
eines Gutparameters, und
(c.3) basierend auf den im Schritt (c.2) bestimmten Parametern, Einstellen zumindest
eines Anlagenparameters zumindest eines Abschnitts der Papierhandhabungsanlage und/oder
Absenken der Geschwindigkeit, mit der die Güter in einem Abschnitt der Papierhandhabungsanlage
verarbeitet werden, um einen vorbestimmten Absenkungsbetrag; und
- (d) Wiederholen der Schritte (a) bis (d) während der Job verarbeitet wird.
[0008] Die vorliegende Erfindung schafft ferner eine Papierhandhabungsanlage zur Verarbeitung
von Gütern, die gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitet.
[0009] Die oben dargelegte Aufgabe wird durch die Schließung des Regelkreises zur Regelung
eines Papierhandhabungssystems bzw. eines Moduls eines Papierhandhabungssystems erreicht.
Durch die Schließung des Regelkreises wird zum einen sichergestellt, dass über die
eigenständige Ermittlung, Einstellung und Abspeicherung der optimalen Parameter durch
das Modul bzw. durch das System eine höchstmögliche Effektivleistung im Einsatzbetrieb
mit unterschiedlichem Material von Job zu Job erzielt werden kann. Zum anderen wird
der mögliche Einfluss auf die Gesamtleistung des Moduls bzw. des Systems durch den
Bediener reduziert, wobei gleichzeitig die Gesamtbedienbarkeit und der Gesamtbedienaufwand
erleichtert wird, ohne dass damit ein Verlust der Kontrolle über die Gesamtverarbeitung,
mit der Möglichkeit der Überwachung der Prozesse, einhergehen würde.
[0010] Durch den erfindungsgemäßen Ansatz wird die bisherige, herkömmliche Vorgehensweise
vermieden, bei der zwar eine Anpassung in Teilbereichen der einzelnen Prozesse, z.
B. innerhalb des Moduls oder innerhalb des Systems, möglich war, jedoch ohne automatische
Korrektur. Es werden somit mühsame Versuche (Trial-And-Error-Vorgänge) vermieden und
damit einhergehend der hierfür erforderliche Zeitaufwand und Stress für das Bedienpersonal.
Zwar waren die durch das Bedienpersonal vorgenommenen Parameterveränderungen in der
Verarbeitung durchaus sinnvoll und hilfreich, jedoch stellt der erfindungsgemäße Ansatz
gegenüber diesen als offenen Regelkreis ausgebildeten Ansätzen eine deutlich effektivere
Vorgehensweise dar. Durch die automatische, systemimmanente Identifizierung der Parameter
durch das Modul/System in Abhängigkeit des zu verarbeitenden Jobs (Auftrag) wird eine
geregelte Geschwindigkeit bzw. ein geregelter Takt schneller, sicherer und dauerhaft
wiederholbar ermittelt, ohne dass dies von den Fähigkeiten des Bedienpersonals abhängen
würde.
[0011] Es wird eine Reduzierung von Haltevorgängen, sog. Stopps, die stets eine mögliche
Ursache für eine Beschädigung des Gutes oder gar eine Zerstörung des Gutes darstellen,
eine Reduzierung des Verschleißes, eine Erweiterung des Anwendungsspektrums, für eine
optimale Geschwindigkeit der Verarbeitung innerhalb des Moduls/Systems bei maximaler
Effektivität erreicht, unabhängig von einem Eingreifen einer Bedienperson.
[0012] Das gesamte System kann sich selbständig regeln, wobei vorzugsweise alle Zugänge
zu den entsprechenden Parametern, sei es an den Bedienteilen oder an einer zentralen,
PC-gestützten Bedieneinheit, nur dem Servicepersonal zugänglich sind, also nicht dem
Bedienpersonal, wobei gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel die entsprechenden
Bereiche mittels einer entsprechenden Verschlüsselung gesichert sind.
[0013] Insbesondere wird durch ein Speichern der Ergebnisse der Einstellungen die erneute
Durchführung desselben Jobs (Auftrags) verbessert, da nun als Ausgangspunkt bereits
während des Betriebs erhaltene (im Zeitpunkt der letzten Ausführung des Auftrags im
wesentlichen optimale) Parameter vorliegen. Ausgehend von diesen vorliegenden Parametern
kann die Anlage nunmehr für die erneute Durchführung des Auftrags eingestellt werden.
Die in einem Job ermittelten Idealgeschwindigkeiten und Idealtakte werden protokolliert
und beim Wiederaufruf des abgelegten Jobs wieder als Parameter für jede einzelne Komponente
zur Verfügung gestellt werden, wobei sich hier bei einer anderen Zusammensetzung des
Jobs eine entsprechende selbständige Regelung während des Betriebs einstellt. Der
Vorteil dieser Vorgehensweise besteht darin, dass das System in einen Anfangszustand
zur Verarbeitung des Jobs versetzt werden kann, von dem bekannt ist, dass die Anlage
für das geplante Gut mit den bereits ermittelten Parametern grundsätzlich mit hoher
Effektivität arbeitet.
[0014] Die Verwaltung dieser Jobparameter kann natürlich auch unter Verwendung eines übergeordneten
Speicherorts von einem System auf ein anderes System übertragen werden und/oder bei
einer zentralen Jobvorbereitung Berücksichtigung finden. Eine weitere Ausgestaltung
besteht in der Auswahl des am besten geeigneten Systems zur Verarbeitung eines bestimmten
Jobs aufgrund der ermittelten und geregelten Parameter zur Anpassung der Geschwindigkeit
und des Taktes. Diese Anpassung kann natürlich auch im zentralen Bediensystem mitprotokolliert
und für weitere Analysen verwendet werden, und ist somit überwachbar.
[0015] Bevorzugte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen
definiert.
[0016] Nachfolgend werden anhand der beiliegenden Zeichnungen bevorzugte Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1A - 1C
- ein Flussdiagramm eines bevorzugten Ausführungsbeispiels zur Einstellung der Geschwindigkeit,
mit der Güter in einer Papierhandhabungsanlage verarbeitet werden;
- Fig. 2
- ein Flussdiagramm einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens,
bei der der Grad der Abweichung der erfassten Parameter in aufeinanderfolgenden Zeitintervallen
berücksichtigt wird;
- Fig. 3
- eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei der
berücksichtigt wird, wie sehr sich die Anzahl von Fehlern in aufeinanderfolgenden
Intervallen unterscheiden, um abhängig hiervon eine Änderung der Einstellungen der
Anlage zu bewirken oder nicht;
- Fig. 4
- eine isometrische Darstellung eines erfindungsgemäßen Papierhandhabungssystems gemäß
einem Ausführungsbeispiel, das anhand eines Kuvertierers beschrieben wird; und
- Fig. 5
- ein Blockdiagramm, das die Kommunikation von Informationen zwischen der zentralen
Steuerung und den Abschnitten des Kuvertierers aus Fig. 4 zeigt.
[0017] In der nachfolgenden Beschreibung werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden
Erfindung näher erläutert, wobei für gleiche oder ähnliche Elemente die gleichen Bezugszeichen
verwendet werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die nachfolgende Beschreibung lediglich
ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung darstellt, die Erfindung
jedoch nicht auf diese spezielle Ausgestaltung beschränkt ist. Ferner wird in der
nachfolgenden Beschreibung der Begriff "Mehrzahl" verwendet, was im Zusammenhang mit
der vorliegenden Erfindung als Zwei oder mehr zu verstehen ist.
[0018] Die vorliegende Erfindung kommt überall dort zum Einsatz, wo maschinell Papier innerhalb
eines Systems verarbeitet wird und am Ende entweder einer Ablage und/oder Weiterverarbeitungssystem
zugeführt wird, oder aber zusammen mit Beilagen in ein Kuvert bzw. eine Briefhülle
gefüllt und danach abgelegt bzw. nachbehandelt wird. Das Papier wird beispielsweise
endlos von einem Stapel oder von einer Rolle bzw. als Einzelblatt zugeführt. Die Verarbeitung
innerhalb des Systems umfasst beispielsweise die Vereinzelung, das Falzen, das Sammeln,
das Umlenken und ähnliche Bearbeitungsschritte des Papiers. Allgemein findet die vorliegende
Erfindung Anwendung auf alle semi- und vollautomatisierten Papierverarbeitungssysteme,
die im Zwecke der Informationsversendung bzw. Informationsweiterleitung dienen. Die
vorliegende Erfindung ist nicht auf Kuvertiersysteme beschränkt, sondern findet ihren
Einsatz ebenfalls in Kuvertiersortierstraßen, z. B. Sortierern, oder in Postverteilungssystemen.
Ferner findet der erfindungsgemäße Ansatz sowohl auf Einzelmodule innerhalb eines
Systems als auch auf ein System als Gesamtverbund Anwendung.
[0019] Der erfindungsgemäße Ansatz verwendet eine Vielzahl von Parametern, die z.B. Anlagenparameter,
Umgebungsparameter und Gutparameter umfassen. Diese Parameter werden herangezogen,
um die nachfolgend im Detail beschriebene Regelung der Anlage zu ermöglichen.
[0020] Die Anlagenparameter umfassen Parameter, die die Einstellung einzelner Komponenten
in der Anlage bzw. einer oder mehrerer Module in der Anlage sowie deren Verschleiß
betreffen. Die Anlagenparameter betreffen z.B. folgende Komponenten einer Papierhandhabungsanlage:
- für die in der Anlage verwendeten Transportelemente, z.B. für die Rollen, die Riemen-
oder Vakuumförderer der Rollen- oder Riemenabstand und der Ansaugdruck, für seitlichen
Führungen die Position/der Abstand der Führungselemente, für eine Schleuse der Rollenabstand
oder für Düsen die Menge und der Zeitpunkt der Zuführung von Blasluft;
- für die in der Anlagen verwendeten Antriebselemente, z.B. für die Motoren die Drehzahl
der Transportmotoren, und die Gutbeschleunigung durch die Antriebselemente;
- für die in der Anlage verwendeten Funktionskomponenten, z.B. die Abzugsgeschwindigkeit
und die Gutbeschleunigung und ferner z.B. für eine Sammelstation ein Zählerstand,
der die Sammelmenge angibt, und das Gewicht der gesammelten Gruppe, für Blattanleger
der Füllstand, für einen Kuvertierer die Einfüllgeschwindigkeit, für eine Ausgabebahn
die Füllmenge.
[0021] Die Parameterwerte werden über entsprechend in der Anlage vorgesehene Sensoren erfasst
und/oder aus der Stellung von Stellmotoren, die für die Verstellung von verschiedenen
Elementen vorgesehen sind (z.B. Verstellmotoren für die Rollen, Führungselemente etc.)
erhalten.
[0022] Zusätzlich werden Informationen über den Zustand der Anlage, z.B. den Verschleißzustand
einzelner Elemente (z.B. eine Abnutzung der verwendeten Transportrollen oder Riemen)
in der Anlage, erfasst.
[0023] Die Umgebungsparameter betreffen beispielsweise Umwelteinflüsse, z. B. Temperatur,
Luftfeuchtigkeit, statische Aufladung, etc. Die Werte für die Umgebungsparameter werden
ebenfalls durch geeignete Sensoren zentral und/oder an wichtigen Stellen in der Anlage
erfasst.
[0024] Die Gutparameter umfassen die physikalische Beschaffenheit der zu verarbeitenden
Güter, wie beispielsweise des zu verarbeitenden Papiers, von zu verarbeitenden Beilagen
und von zu verarbeitenden Kuverts, z.B. das Gewicht des Gutes, die Abmessung des Gutes,
die Maße des Gutes, die Materialbeschaffenheit des Gutes, das Flächengewicht des Gutes,
die Biegesteifigkeit des Gutes, den Reibwert des Gutes, die Luftdurchlässigkeit des
Gutes, die Rauhigkeit des Gutes und die Dicke des Gutes. Auch diese Parameter werden
durch geeignete Sensoren in der Anlage überwacht.
[0025] Es sei darauf hingewiesen, dass die obige Aufzählung der möglichen Parameter lediglich
beispielhaft ist, jedoch nicht abschließend ist.
[0026] Ferner wird eine Job-Beschreibung bereitgestellt, die neben den erforderlichen Angaben
zur Einstellung der verschiedenen Parameter der Anlage auch zusätzliche Informationen
über die zu verarbeitenden Güter enthält. Beispielsweise enthält eine Job-Beschreibung
die Anzahl der zu erzeugenden Güter im gesamten Job, die Anzahl der ggf. pro Gruppe
enthaltenden Güter, die Angabe, aus welchen Anlegern Güter zugeführt werden sollen
und zu einer Gruppe zusammengefügt werden sollen, etc. Ferner enthält die Job-Beschreibung
Informationen über die Höhe und die Breite des zu verarbeitenden Gutes, über die anfängliche
Transportgeschwindigkeit in den verschiedenen Abschnitten der Anlage, beispielsweise
im Einlauf, im Auslauf, beispielsweise für einen möglichen Quertransport, etc.
[0027] Abhängig von den Gegebenheiten enthält eine Job-Beschreibung weitere Angaben, die
grundsätzlich in Fachkreisen bekannt sind. Diese Job-Beschreibung wird der Papierhandhabungsanlage
beispielsweise in Form einer Datei auf elektronischem Wege bereitgestellt, entweder
durch Übertragung über ein Netzwerk oder Einlesen der Datei von einem Datenträger.
[0028] Anhand der Fig. 1 bis 3 werden nachfolgend bevorzugte Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen
Verfahrens näher erläutert.
[0029] Fig. 1 zeigt ein Flussdiagramm, welches ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verfahrens zeigt. Das Verfahren beginnt beim Schritt S100, in dem ausgehend von einem
Anfangszustand eine Verarbeitung von Gütern in einer Papierhandhabungsanlage erfolgt.
Die Papierhandhabungsanlage ist hierbei basierend auf einer Job-Beschreibung eingestellt
worden, wobei sich aus der Job-Beschreibung auch eine vorbestimmte Anzahl von Gütern
ergibt, die während eines vorbestimmten Zeitintervalls bzw. während einer vorbestimmten
Zeitdauer zu verarbeiten sind. Nach Einstellung der Papierhandhabungsanlage und nach
dem Bereitstellen der zusammenzuführenden Gütern an den verschiedenen Einlaufstellen
der Anlage beginnt selbige mit der Verarbeitung des Jobs.
[0030] Das erfindungsgemäße Verfahren ist vorgesehen, um die Verarbeitung der Güter so zu
steuern, dass sich eine maximal mögliche Anzahl von während einer vorbestimmten Zeitdauer
verarbeiteten Gütern einstellt (maximaler Durchsatz).
[0031] Im Schritt S102 wird während der vorbestimmten Zeitdauer, zum Beispiel während einer
festgelegten Zeiteinheit von mehreren Minuten oder mehreren Stunden, die Anzahl der
während dieser Zeitdauer verarbeiteten Güter erfasst. Im Schritt S104 wird bestimmt,
ob die tatsächlich verarbeitete Anzahl von Gütern größer oder gleich der vorbestimmten
Anzahl von Gütern ist. Wird festgestellt, dass die Anzahl von Gütern die vorbestimmte
Anzahl überschreitet, so geht das Verfahren zum Schritt S106 (siehe Fig. 1B). In diesem
Schritt wird die Geschwindigkeit, mit der Güter in zumindest einem Abschnitt der Papierhandhabungsanlage
verarbeitet werden, um einem vorbestimmten Erhöhungsbetrag erhöht, und im Schritt
S108 wird die vorher erfasste neue Anzahl gleich der vorbestimmten Anzahl gesetzt,
und die nunmehr eingestellten Parameter und die eingestellte Geschwindigkeit wird
im Schritt S110 für eine spätere Verwendung gespeichert. Mit anderen Worten wird erkannt,
dass die Anlage mit den derzeitigen Einstellungen zuverlässig arbeitet, so dass erfindungsgemäß
die Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöht wird, wobei, wie nachfolgend im Detail beschrieben
wird, überwacht wird, ob die Erhöhung der Verarbeitungsgeschwindigkeit zu einer Erhöhung
des Durchsatzes führt. Erfindungsgemäß erfolgt somit eine Regelung der Anlage, um
einen möglichst hohen Durchsatz (Anzahl der verarbeiteten Güter pro vorgegebener Zeitdauer)
zu erreichen.
[0032] Anschließend geht das Verfahren zum Schritt S112 (siehe Fig. 1C), in dem bestimmt
wird, ob der Job vollständig abgearbeitet wurde. Ist dies der Fall, so endet das Verfahren
beim Schritt S114. Ist der Job noch nicht vollständig bearbeitet, so kehrt das Verfahren
zum Schritt S102 zurück.
[0033] Wird im Schritt S104 festgestellt, dass die Anzahl der innerhalb der Zeitdauer verarbeiteten
Güter niedriger ist als die erwartete bzw. vorbestimmte Anzahl (mit oder ohne vorheriger
Erhöhung), so geht das Verfahren zum Schritt S116.
[0034] Die abfallende Anzahl von Gütern gegenüber der vorbestimmten Anzahl liegt daran,
dass bei der Verarbeitung der Güter in der Papierhandhabungsanlage an einer oder mehreren
Stellen ein Fehler aufgetreten ist, der im Regelfall zu einem vorübergehenden Anhalten
(Unterbrechung der Verarbeitung) der Anlage führt, bis der Fehler, beispielsweise
durch den Eingriff einer Bedienperson, behoben wurde. Ebenso wird die Anzahl der verarbeiteten
Güter reduziert, wenn in der Anlage zusammengestellte Gruppen von Gütern fehlerhaft
sind, wenn z.B. falsche Beilagen oder eine fehlerhafte Anzahl von Beilagen einem Anschreiben
beigefügt wurden. In diesem Fall werden diese fehlerhaften Güter aus der Anlage entfernt,
was mit einer entsprechenden Reduzierung des Durchsatzes einhergeht.
[0035] Im Sinne der vorliegenden Offenbarung wird als Fehler alles angesehen, was zu einer
Reduzierung des Durchsatzes an verarbeiteten Gütern führt, also z.B. eine Unterbrechung
der Verarbeitung bzw. die Erzeugung fehlerhafter Güter.
[0036] In diesem Fall wird in Schritt S116 überprüft, an welcher Stelle der Papierhandhabungsanlage
während der betrachteten Zeitdauer ein Fehler aufgetreten ist. Für diesen Bereich
der Anlage wird dann im Schritt S118 zumindest ein Zustand oder Wert eines Anlagenparametersunde/oder
eines Gutparameters bestimmt, der während des Auftretens des Fehlers vorlag und der
im Regelfall ursächlich für das Auftreten des Fehlers ist. Beispielsweise kann sich
eine mechanische Komponente innerhalb der Anlage verstellt haben, so dass eine Nachjustierung
erforderlich ist, oder die Eigenschaften des zu verarbeitenden Gutes haben sich geändert.
Dies kann entweder jeweils für sich genommen oder gemeinsam zum Auftreten des Fehlers
geführt haben.
[0037] Im Schritt S120 wird abhängig davon, welche Anlagenparameter und/oder Gutparameter
zum Zeitpunkt des Auftretens des Fehlers vorlagen, eine Einstellung zumindest eines
Anlagenparameters innerhalb eines Abschnitts der Papierhandhabungsanlage durchgeführt.
Zusätzlich oder alternativ hierzu, kann auch die Geschwindigkeit, mit der die Güter
in dem entsprechenden Abschnitt der Papierhandhabungsanlage verarbeitet werden, um
einen vorbestimmten Absenkungsbetrag abgesenkt werden, wie dies ebenfalls im Schritt
S120 gezeigt ist. Wird beispielsweise festgestellt, dass sich die Anlagenparameter
bzw. die Gutparameter bei Vorliegen des Fehlers gegenüber vorhergehenden Parametern/Gutparametern
nicht verändert haben, so ist davon auszugehen, dass die Transportgeschwindigkeit
zum Auftreten des Fehlers geführt hat und in diesem Fall wird diese abgesenkt. Wie
erwähnt, kann dieses entweder alleine oder zusammen mit einer Einstellung anderer
Parameter der Anlage durchgeführt werden.
[0038] Wird erkannt, dass sich eine Eigenschaft des zu verarbeitenden Gutparameters ändert,
beispielsweise die Rauhigkeit des Papiers, so ist es ausreichend ist, z.B. den Anpressdruck
der Transportwalzen innerhalb des betroffenen Abschnitts der Papieranlage zu verändern,
ohne dass eine Änderung der Geschwindigkeit erforderlich wäre. Wird jedoch zusätzlich
festgestellt, dass sich auch die Dicke des Papiers verändert hat, so dass dieses nicht
mehr mit der ursprünglichen Geschwindigkeit bewegt werden kann, so ist zusätzlich
eine Änderung der Transportgeschwindigkeit erforderlich. Hat sich z. B. nur die Dicke
des Papiers geändert, so ist ggf. nur die Geschwindigkeit zu ändern. Die Einstellung
der Geschwindigkeit innerhalb der Anlage erfolgt beispielsweise durch Veränderung
einer Drehzahl eines Motors, durch eine Veränderung einer Gutbeschleunigung in der
Papierhandhabungsanlage und/oder durch eine Veränderung der Taktleistung. Vorzugsweise
erfolgt die Veränderung schritt- bzw. stufenweise (inkremental).
[0039] Nachdem die Anlage im Schritt S120 neu eingestellt wurde, geht das Verfahren zum
Schritt 112 in Fig. 1C, wo überprüft wird, ob der Job beendet wurde. Falls dies nicht
der Fall ist, springt das Verfahren, wie oben erwähnt, zum Schritt S102 zurück. Wie
oben erwähnt, werden die eingestellten Parameter gespeichert, was zusätzlich die Möglichkeit
eröffnet, ein Protokoll hinsichtlich der Einstellungen während der Verarbeitung des
Auftrags (Jobs) zu erstellen. Die im Schritt S110 gespeicherten Einstellungen können
ferner der Jobdatei zugeordnet werden, so dass diese bei einer erneuten Ausführung
des Jobs zur anfänglichen Einstellung der Anlage herangezogen werden können, so dass
die Anlage zu einem späteren Zeitpunkt bei der Abarbeitung eines entsprechenden Auftrags
automatisch auf die entsprechenden Werte eingestellt werden kann, was z.B. durch die
Ansteuerung entsprechender Stellmotoren, die die Veränderung der Transportelemente
bewirken, erfolgen. Bei einer erneuten Durchführung des Auftrages zu einem späteren
Zeitpunkt wird dann zunächst der gespeicherte Datensatz geladen, und eine anfängliche
Einstellung der Papierhandhabungsanlage bewirkt, wobei dann eine Nachjustierung durchgeführt
wird, und zwar abhängig von dem aktuellen Zustand der Anlage, aktuellen Umgebungsparametern
sowie unter Berücksichtigung möglicher Schwankungen der Eigenschaften des zu verarbeitenden
Gutes. Es wird hierdurch eine schnelle, anfängliche Einstellung der Papierhandhabungsanlage
auf bereits einmal oder mehrfach abgearbeitete Aufträge ermöglicht, sowie gleichzeitig
eine automatische Regelung/Justierung der Anlage, um etwaige Unterschiede im zu verarbeitenden
Gut bzw. Änderungen der Anlage und Umgebungsparameter gegenüber den anfänglichen Parametern
auszugleichen.
[0040] Erfindungsgemäß erfolgt somit eine Regelung der Verarbeitungsgeschwindigkeit innerhalb
der Papierhandhabungsanlage, wobei allgemein, solange keine Fehler auftreten, eine
Erhöhung der Verarbeitungsgeschwindigkeit durchgeführt wird, um einen optimalen Durchsatz
durch die Anlage zu erreichen. Vorzugsweise wird die Geschwindigkeit derart eingestellt,
dass die Geschwindigkeit eine vorbestimmte maximale Geschwindigkeit bzw. eine vorbestimmte
minimale Geschwindigkeit nicht überschreitet bzw. unterschreitet. Mit anderen Worten
ist für die Anlage bzw. für Komponenten oder Module der Anlage jeweils ein "Fenster"
vorgegeben, das die Ober- bzw. Untergrenze der möglichen Geschwindigkeiten angibt.
Beispielsweise sei ein Merger betrachtet, der zwei Blätter parallel empfängt und entlang
einer Strecke so fördert, dass die Blätter am Ende der Strecke übereinander angeordnet
sind. Entlang dieser Strecke ist es bei einigen Mergertypen so, dass die Blätter ohne
Antrieb bewegt werden, so dass eine vorbestimmte Geschwindigkeit der Blätter beim
Zuführen zu der Strecke nicht unterschritten werden darf, um sicherzustellen, dass
die Blätter das Ende der Strecke erreichen. Ebenso ist eine Obergrenze festgelegt,
bei deren Überschreiten eine Beschädigung der Blätter auftreten wird. Sowohl die Obergrenze
als auch die Untergrenze hängen unter anderem von dem Papier bzw. von dessen Eigenschaften
(Parametern, siehe oben) ab.
[0041] Anhand der Fig. 2 und 3 werden nachfolgend zwei weitere, bevorzugte Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung erläutert, die im Hinblick auf die Abweichungen der Parameter
bzw. im Hinblick auf die Anzahl der auftretenden Fehler während eines Zeitintervalls
Schwellenwerte einführen, abhängig von denen entschieden wird, ob die Änderungen so
gravierend sind, dass Einstellungen der Anlage geändert werden sollen, oder ob sich
diese Änderungen im Rahmen von akzeptablen Toleranzen bewegen.
[0042] Gemäß dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung, das
in der Fig. 2 gezeigt ist, wird im Schritt S130 eine Abweichung der erfassten Parameter
gegenüber denjenigen Parametern, die in einem vorhergehenden Intervall bzw. während
einer vorhergehenden Zeitdauer erfasst wurden, bestimmt. Diese Abweichung wird im
Schritt S132 mit einer vorbestimmten Schwelle verglichen. Bei Überschreiten der Schwelle
erfolgt im Schritt S134 die Einstellung des Anlagenparameters bzw. das Absenken der
Geschwindigkeit. Wird die Schwelle nicht überschritten, so wird die Einstellung der
Papierhandhabungsanlage unverändert beibehalten (siehe Schritt S136).
[0043] Gemäß einem weiteren, in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
wird im Schritt S140 eine Anzahl der während der Zeitdauer bzw. während des Zeitintervalls
aufgetretenen Fehler erfasst und im Schritt S142 wird eine Abweichung der Anzahl der
erfassten Fehler gegenüber einer vorhergehenden Zeitdauer bzw. gegenüber einem vorhergehendem
Intervall erfasst. Die Abweichung wird im Schritt S144 mit einer vorbestimmten Schwelle
verglichen, und bei Überschreiten der Schwelle folgt im Schritt S146 eine Veränderung
der Einstellung eines Anlagenparameters und/oder ein Absenken der Geschwindigkeit.
Wird die Schwelle nicht überschritten, so wird die Einstellung der Anlage beibehalten
(siehe Schritt S136).
[0044] Im Rahmen der obigen Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens wurde beschrieben, dass im Zusammenhang mit der Einstellung der Anlagenparameter
bzw. das Absenken der Geschwindigkeit die während des Zeitpunkts eines Fehlers vorherrschenden
Anlagenparameter bzw. Gutparameter berücksichtigt werden. Gemäß einem weiteren bevorzugten
Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung kann zusätzlich auch einer oder mehrere
der oben beschriebenen Umgebungsparameter berücksichtigt werden. Ebenso kann zusätzlich
der Verschleiß einzelner Elemente in der Papierhandhabungsanlage Berücksichtigung
finden. Die gerade erwähnten Umgebungsparameter bzw. Verschleißparameter werden entweder
kontinuierlich überwacht, zu einem Zeitpunkt während des betrachteten Zeitintervalls
oder einmal während einer Mehrzahl von Zeitintervallen. Werden die Umgebungsparameter
und/oder der Verschleiß berücksichtigt, so erfolgt für die Einstellung der Anlage
vorzugsweise einen Zugriff auf eine Nachschlagtabelle, in der für verschiedene Umgebungsparameter
bzw. für verschiedene Verschleißerscheinungen entsprechende optimale Anlagenparameter
abgelegt sind, so dass hier z.B. abhängig von einer Umgebungstemperatur die Anlage
von einem anfänglichen Temperaturbereich mit einer ersten Einstellung auf einem zweiten
Temperaturbereich mit einer zweiten Einstellung der Anlagenparameter umgestellt werden
kann.
[0045] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung, ist vorgesehen,
dass abhängig von dem erfassten Verschleiß eines Elements bestimmt wird, ob eine Unterbrechung
der Jobabarbeitung für einen Ersatz der den Verschleiß aufweisenden Komponente sinnvoll
ist oder nicht. Dies wird abhängig von einem möglichen Durchsatz der Papierhandhabungsanlage
für den Job bestimmt. Beispielsweise kann eine Situation auftreten, in der die Möglichkeit
besteht, trotz des erfassten Verschleißes einer Komponente die Anlage weiter zu betreiben,
jedoch mit einer reduzierten Geschwindigkeit. In diesem Fall wird entschieden, ob
die Abarbeitung des Jobs mit der reduzierten Geschwindigkeit schneller erfolgt als
dies der Fall ist, wenn die Anlage angehalten wird, das verschlissene Element ersetzt
wird, und die Anlage bei voller Geschwindigkeit erneut betrieben wird. Als Beispiel
sei hier eine Abnutzung eines Schneiders betrachtet, wobei hier der Austausch eines
Messers zwei Stunden dauern würde. Wird bestimmt, dass innerhalb dieser Zeit der Job
mit einer reduzierten Geschwindigkeit bei gleich gutem Ergebnis durchgeführt werden
kann, wird entschieden, dass ein Austausch des Verschleißelements auf eine Ruhephase
nach Beendigung des Jobs verschoben wird, um so den gerade in Abarbeitung befindlichen
Job zuerst zu Ende zu verarbeiten. Vorzugsweise wird hierfür auf eine Nachschlagtabelle
zugegriffen, aus der die für den Austausch eines Elements erforderliche Zeitdauer
ableitbar ist, so dass das erfindungsgemäße Verfahren, basierend auf der Jobbeschreibung,
aus der die Anzahl der zu verarbeitenden Güter im Gesamtjob bekannt ist, bestimmt,
ob der Job unterbrochen werden soll oder mit reduzierter Geschwindigkeit zu Ende gebracht
werden soll.
[0046] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wird auch das Bedienpersonal berücksichtig.
Die Bedienpersonen der Anlage sind mit Transpondern ausgerüstet, um die Anzahl der
Bedienpersonen und deren Position zu erfassen. Dies ermöglicht es, eine Auslastung
der Papierhandhabungsanlage abhängig von der Anzahl der Bedienpersonen einzustellen.
Ist die Anzahl der Bedienpersonen nicht ausreichend, um z.B. die Beilagenanleger regelmäßig
mit Beilagen zu bestücken bzw. regelmäßig die fertiggestellten Güter vom Ausgabeband
zu entfernen, führt dies zu einer Unterbrechung (einem Anhalten) der Anlage (Fehler),
was wiederum zu einem Absinken des Durchsatzes führt. Durch die Überwachung der Anzahl
der Bedienpersonen wird festgestellt, ob ausreichend Personen vorhanden sind, um einen
kontinuierlichen Betrieb bei Volllast zu ermöglichen oder nicht. Ist die Anzahl der
Bedienpersonen nicht ausreichend, so wird die Verarbeitungsgeschwindigkeit entsprechend
reduziert, was jedoch aufgrund der nicht auftretenden Unterbrechungen aufgrund des
Leerlaufens von Beilagenanlegern bzw. des Volllaufens des Ablagebandes im Ganzen zu
einem erhöhten Durchsatz führt.
[0047] Unabhängig von der Anzahl der Bedienpersonen kann bei diesem Ausführungsbeispiel
ferner überwacht werden, ob Fehler beim Betrieb aufgetreten sind, ohne dass sich die
eingestellten Parameter in aufeinanderfolgenden Zeitintervallen verändert hätten.
Zusammen mit der Information über die Anzahl der Bedienpersonen und der Position der
Bedienpersonen kann erfasst werden, dass hier Fehler bei Anlagenabschnitten auftreten,
die an einem Eingriff einer Bedienperson erfordern, so dass festgestellt werden kann,
dass eine Reduzierung der Anlagengeschwindigkeit zur ordnungsgemäßen Handhabung durch
den Bediener erforderlich ist. Bei Erfassen, dass die Anzahl der Bedienpersonen erhöht
ist, kann dann die Geschwindigkeit wieder erhöht werden.
[0048] Zusätzlich ermöglicht der erfindungsgemäße Ansatz auch eine Aktivität der Bedienperson
aus dessen Bewegung zu erfassen, um so beispielsweise mitzuteilen, dass eine häufig
auftretende Unterbrechung kein Anlagenfehler ist, sondern daran liegt, dass die Bedienperson
nicht ausreichend zügig weitere Anlagen beigefügt hat oder fertig prozessierte Güter
von dem Ausgabeband entfernt hat.
[0049] Wie oben bereits kurz angesprochen wurde, werden die Güter in der Papierhandhabungsanlage
entweder einzeln oder in Gruppen verarbeitet, wobei in letztgenanntem Fall die Gutparameter
ferner die Gesamtzahl der Güter in einer Gruppe umfassen. Diesbezüglich ist jedoch
darauf hinzuweisen, dass nicht zwingend jede Gruppe die gleiche Anzahl von Gütern
umfasst, sondern abhängig von der Job-Beschreibung werden verschiedene Gruppen unterschiedliche
Mengen von Gütern enthalten. In diesem Fall stellt eine Schwankung der Anzahl von
ausgegebenen Gütern (Gruppen) nicht notwendigerweise eine auf einen Fehler zurückzuführende
Reduzierung des Durchsatzes dar. Abhängig von der Gruppengröße ist die Dauer der Zusammenstellung
der Gruppe bis zu deren Ausgabe unterschiedlich. Werden in dem Zeitintervall z.B.
nur Gruppen mit fünf Elementen (Anschreiben, Beilagen etc.) verarbeitet, so ist der
Durchsatz höher als wenn in dem gleichen Zeitintervall Gruppen mit zehn Elementen
verarbeitet werden.
[0050] Dieser Situation wird dadurch Rechnung getragen, dass für die Gruppen Werte bereitgestellt
werden, die die durchschnittliche Zeitdauer zum Erzeugen der Gruppen angeben, so dass
die für die erfindungsgemäße Steuerung verwendete "vorbestimmte Anzahl" von während
eines Zeitintervalls verarbeiteten Gütern (hier Gruppen) basierend auf diesen Werten
bestimmt wird.
[0051] Bisher wurde das erfindungsgemäße Verfahren anhand einer bereits arbeitenden Anlage
beschrieben. Bevor die erfindungsgemäße Steuerung einsetzt, wird die Papierhandhabungsanlage
für die Verarbeitung des anstehenden Jobs anfänglich eingestellt. Vorzugweise wird
hierfür die Job-Beschreibung (siehe oben) erhalten, die die anfängliche Einstellung
der Anlagenparameter für den zu verarbeitenden Job beschreibt. Gemäß den erhaltenen
Anlagenparametern wird dann die Anlage eingestellt (konfiguriert). In diesem Stadium
kann auch ein Umgebungsparameter (siehe oben) erfasst werden, so das die eingestellte
Papierhandhabungsanlage basierend auf diesem erfassten Umgebungsparameter nachgestellt
werden kann. Zusätzlich kann eine Verschleißerscheinung der Papierhandhabungsanlage
erkannt werden, was sinnvoll ist, wenn die Anlage seit der letzten Durchführung des
Jobs einen oder mehrere andere Jobs ausgeführt/verarbeitet hat, was ggf. zu einem
Verschleiß einzelner Teile führte. Auch hier erfolgt das Nachstellen der Papierhandhabungsanlage
basierend auf den erfassten Verschleißerscheinung.
[0052] Während des Betriebs der Anlage kann zusätzlich zu der Steuerung, wie sie bisher
beschrieben wurde, kontinuierlich eine Überwachung der Umgebungsparameter und/oder
der Verschleißerscheinungen durchgeführt werden, um so, unabhängig von dem Durchsatz,
eine Reaktion auf diese geänderten Parameter zu ermöglichen, indem die Papierhandhabungsanlage,
basierend auf den erfassten Parameterwerten nachgestellt wird. Ferner können auch
die Anlagenparameter und die Gutparameter während des Betriebs kontinuierlich überwacht
werden, um so bei Abweichungen automatisch eine Nachstellung der Anlage durchzuführen,
wobei hier, wie erwähnt, die Parameter entweder kontinuierlich oder zu fest bestimmten
Zeitpunkten während eines oder mehrerer Intervalle erfasst werden.
[0053] Bisher wurde eine Papierhandhabungsanlage beschrieben, die mehrere Abschnitte aufweist,
beispielsweise einen Anleger, eine Sammelstation, einen Kuvertierer usw., wie dies
nachfolgend anhand der Fig. 4 noch detailliert beschrieben wird. Erfindungsgemäß findet
das vorliegende Verfahren jedoch auch Anwendung auf Papierhandhabungsanlagen, die
modular aufgebaut sind, wobei dann, abhängig von den erfassten Gegebenheiten, entweder
die Geschwindigkeit in einem der Module oder in mehreren der Module eingestellt wird.
Ebenso kann in einem der Module oder in mehreren der Module eine Einstellung der Parameter
durchgeführt werden, wobei vorzugsweise beim modularen Aufbau die Module dezentral
die Steuerung durchführen und seitens einer zentralen Steuerung lediglich die Schnittstelle
zwischen den Modulen überwacht wird. Ferner kann bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
bestimmt werden, ob nachfolgend zu einer Erhöhung der Geschwindigkeit ein Fehler in
mehreren der Module aufgetreten ist oder nur in einem der Module, so dass abhängig
hiervon entweder die Geschwindigkeit in allen Modulen, einem Teil der Module oder
nur in dem betroffenen Modul abgesenkt wird.
[0054] Fig. 4 zeigt eine erfindungsgemäß gesteuerte Papierhandhabungsanlage anhand des Beispiels
einer Kuvertieranlage. Eine solche Papierhandhabungsanlage umfasst einen Zuführungskanal,
der beispielsweise Schneider und Blattanleger umfasst. Dem Zuführungskanal folgt ein
Eingangskanal/Verarbeitungskanal, in dem Güter gesammelt, gefalzt und zusammengetragen
werden. Eine im Eingangskanal/Verarbeitungskanal vorgesehene Zusammentragbahn umfasst
beispielsweise einen oder mehrere Beilagenanleger. Dem Eingangskanal/Verarbeitungskanal
folgt die Kuvertbefüllung, wobei hier ein Kuvertierer beispielsweise einen Kuvertanleger
aufweist, der die Kuverts bereitstellt. Dem Kuvertierer folgt die Nachverarbeitung,
beispielsweise die Ausgabe der kuvertierten Güter zu einem Nachverarbeitungssystem,
z.B. einem Sortierer und ähnlichem.
[0055] Die Kuvertieranlage 100 umfasst einen ersten Eingang 102, einen zweiten Eingang 104
und einen dritten Eingang 106, wobei an allen Eingängen 102 bis 106 eine Endlosbahn
108, 110, 112 bereitgestellt wird, die zwei-nutzig bedruckt ist. Alle Eingänge 102,
104, 106 zur Endlosverarbeitung umfassen eine in Fig. 4 nicht gezeigte Schneidevorrichtung,
um die zugeführte Papierbahn zum einen quer und zum anderen längs zu schneiden, um
die verarbeitenden Einzelgüter zu erzeugen.
[0056] Dem ersten Eingang 102 folgt ein Merger bzw. eine Zusammenführbahn 114, an die sich
eine Sammelstation 116 anschließt, in der eine vorbestimmte Anzahl von Gütern gesammelt
werden und gemeinsam als Gruppe weitergefahren werden. An die Sammelstation 116 schließt
sich ein Falzwerk 118 sowie ein Transportmodul 120 an.
[0057] Der zweite Eingang 104 stellt die Papierbahn 110 bereit, die zwei-nutzig bedruckt
ist, und umfasst ebenso wie der Eingang 102 eine Vorrichtung zum Querschneiden und
Längsschneiden der Papierbahn 110. Anders als beim ersten Eingang 102 werden beim
zweiten Eingang 104 die geschnittenen Dokumente zunächst parallel weiter verarbeitet,
in einem Falzwerk 122, an das sich eine Umlenkstation 124 anschließt, in der die nunmehr
hintereinanderliegenden, gefalzten Güter gemeinsam an eine Sammelstation 126 übertragen
werden, und von dort an ein Transportmodul 128.
[0058] Die durch die Transportmodule 120 und 128 bereitgestellten Güter werden in einer
Sammelstation 129 gesammelt und über das Transportmodul 130 einer weiteren Sammelstation
132 zugeführt.
[0059] Der dritte Eingang 106 stellt die Endlospapierbahn 112 bereit, die zwei-nutzig bedruckt
ist, so dass auch der Eingang 106, wie die Eingänge 102 und 104 eine Einrichtung zum
Quer- und Längsschneiden der Papierbahn 112 umfasst. Ähnlich wie beim Eingang 104
werden die geschnittenen Güter parallel einem Falzwerk 134 und von dort einer Umlenkeinrichtung
136 bereitgestellt, aus der die nunmehr hintereinanderliegenden Güter einer Sammelstation
138 bereitgestellt werden. Ausgehend von der Sammelstation 138 werden die dort gesammelten
Güter über das Transportmodul 140 der Sammelstation 132 zugeführt, und dort mit den
aus den Eingängen 102 bereitgestellten Gütern zusammengeführt. Ausgehend von der Sammelstation
132 werden die gesammelten Güter den Anlegern 142a und 142b bereitgestellt, bei denen,
auswahlmäßig, weitere Beilagen zu den in der Sammelstation 132 gebildeten Gutstapeln
hinzugefügt werden können. Abschließend werden die so gebildeten Güter bzw. Gruppen
von Gütern dem Kuvertierer 144 bereitgestellt, der diese in entsprechende Kuverts
kuvertiert und die Kuverts auf einem Schuppenband, nämlich Ablage 146, ablegt.
[0060] Ferner ist in Fig. 4 die zentrale Steuerung 148 der Anlage 100 gezeigt, wobei deren
Verbindung mit den Modulen schematisch bei 148a schematisch gezeigt ist. Ferner ist
ein Sensor 150 gezeigt, der ebenfalls mit der zentralen Steuerung 148 verbunden ist,
wie dies bei 148b schematisch gezeigt ist. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist
die Steuerung 148 beispielsweise durch einen Computer realisiert, wobei gleichzeitig
über eine Bedienoberfläche Einstellmöglichkeiten für den Betrieb der Anlage und die
erforderlichen Datenverarbeitungseinrichtungen zur Protokollierung der verarbeitenden
Unterlagen enthalten sind. Die Steuerung 148 überwacht ferner die Funktion der einzelnen
Module und des Gesamtsystems, beispielsweise zur Erfassung von Fehlerzuständen.
[0061] Bei dem in Fig. 4 beschriebenen System handelt es sich beispielsweise um ein Kuvertiersystem,
wie es schwerpunktmäßig für Banken und für Versicherungen verwendet wird, beispielsweise
zur Verwendung von Versicherungsdokumenten, die endlos ein-nutzig oder zwei-nutzig
gedruckt werden. Das System umfasst, wie erwähnt, drei Eingänge 102, 104, 106 für
die Endlosverarbeitung jeweils mit Sammel- und Falzmöglichkeit, sowie einen falzenden
Beilagenanleger 142a mit Barcodelesung für eine intelligente Einzelblattverarbeitung.
Das System ermöglicht die Zusammenführung von Dokumenten bzw. Gütern aus allen Eingängen
102 bis 106. Das Vertikal-Stapelband, nämlich Ablage 146, ermöglicht ein hohes Ablagevolumen
und hieraus resultierend einen reduzierten Bedieneraufwand.
[0062] Ferner umfasst die in Fig. 4 gezeigte Kuvertieranlage 100 an wichtigen Messpunkten,
wie beispielsweise an den Eingängen 102, 104, 106, wie beispielsweise an allen oder
ausgewählten Verarbeitungselementen, nämlich den Sammelstationen 116, 126, 128, 132,
138, den Anlegern 142a und 142b, an dem Kuvertierer 144 und an der Ablage 146 Sensoren
S
1 und S
2, die gemäß dem anhand der Fig. 4 beschriebenen Ausführungsbeispiel die Materialbeschaffenheit
des an der entsprechenden Station anliegenden, zu verarbeitenden Gutes sowie weitere
Eigenschaften, wie beispielsweise die Anzahl der Blätter in einer Gruppe in der entsprechenden
Sammelstationen erfassen. Diese Informationen werden zum einen seriell zwischen den
einzelnen Elementen der in Fig. 4 gezeigten modularen Anordnung im sog. "Handshake-Betrieb"
übertragen und ferner für eine aktive Regelung des Gesamtsystems an die zentrale Steuerung
148 übertragen. Zusätzlich können einzelne oder mehrere der in Fig. 4 gezeigten Module
Sensoren S
1 umfassen, die einen Verschleiß der verwendeten Komponenten erfassen, und ebenfalls
durch das Gesamtsystem und auch an die zentrale Steuerung 148 zur Auswertung kommunizieren.
Ferner ist in Fig. 4 der bereits erwähnte Sensor 150 vorgesehen, der zur Erfassung
von Umgebungsparametern, wie beispielsweise der Temperatur und/oder der Luftfeuchte
dienen kann, wobei die durch den Sensor 150 gewonnenen Informationen ebenfalls der
Steuerung 148 bereitgestellt werden.
[0063] Alternativ oder zusätzlich können in den einzelnen Modulen ebenfalls Sensoren zur
Erfassung der Umgebungsparameter vorgesehen sein, was insbesondere bei großen Anlagen
sinnvoll ist, da hier aufgrund der großen räumlichen Ausdehnung dieser Anlagen eine
zentrale Erfassung der Umweltparameter zu ungenau wäre. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
ist der der Ablage 146 zugeordnete Sensor S
2 vorgesehen, um ein Signal zu liefern, auf dessen Basis die Steuereinheit 148 die
tatsächliche Ausgabeleistung bestimmt.
[0064] In Fig. 4 sind ferner die Bedienpersonen 160A, 160B gezeigt, die jeweils mit einem
Transponder T ausgerüstet sind. Die Steuereinheit 148 kommuniziert mit den Transpondern
T, um die Anzahl von Bedienpersonen 160A, 160B und deren Position zu erfassen. Abhängig
von der Anzahl der Bedienpersonen 160A, 160B kann die Steuereinheit 148 die Auslastung
der Papierhandhabungsanlage 100 einstellen, wie dies oben beschrieben wurde.
[0065] Im Betrieb arbeitet die in Fig. 4 gezeigte Anlage auf die oben beschrieben Art derart,
dass über die oben beschriebenen Sensoren S
1, S
2 die entsprechenden Sensorsignale an die zentrale Steuerung 148 abgegeben werden.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel erhält die zentrale Steuerung 148, wie beschrieben,
eine Jobbeschreibung für den abzuarbeitenden Auftrag. Basierend auf den in diesem
Job abgelegten Informationen in Verbindung mit den erfassten Eigenschaften bewirkt
die zentrale Steuerung 148 eine Ansteuerung der entsprechenden Module zu deren Einstellung
Gemäß einem anderen bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung greift
die zentrale Steuerung 148 auf abgelegte Parameter hinsichtlich der eingestellten
Geschwindigkeiten zurück, die bereits in vorhergehenden Durchläufen erfasst wurden
und bewirkt aufgrund der erfassten Sensorsignale eine geeignete Nachregelung für den
nunmehr durchzuführenden Prozess.
[0066] Anhand der Fig. 4 werden nun Beispiele für die erfindungsgemäße Vorgehensweise erläutert.
[0067] Ein Beispiel für die Erfassung von Eigenschaften des zu verarbeitenden Gutes ist
die Erfassung eines auf der Papierbahn vorgesehenen Codes, der in den Eingangskanälen
102, 104 und 106 durch eine Leseeinrichtung erfasst wird. Solche Leseeinrichtungen
sind beispielsweise ausgelegt, um den Code von der Papierbahn zu lesen, während dieselbe
mit beispielsweise 5 m/s an dem Lesekopf vorbeigeführt wird. Für einen korrekt aufgedruckten
Code ist der Lesekopf bei dieser Geschwindigkeit in der Lage, den Code richtig zu
erfassen. Es können jedoch Situationen auftreten, in denen der Code auf der Papierbahn
nur schlecht lesbar ist, sei es, dass er durch andere Merkmale oder Aufdrucke aufgrund
einer Fehlfunktion im vorhergehenden Verarbeitungsbetrieb teilweise überdeckt ist,
dass zu wenig Toner aufgebracht wurde, oder dass nur wenig Kontrast existiert. In
diesem Fall werden Lesefehler erkannt, da nunmehr bei der genannten Geschwindigkeit
kein Lesevorgang mehr möglich ist. Ein Anstieg der Lesefehler deutet auf einen schlecht
aufgedruckten Code hin, so dass die Anlage wirksam ist, bei Erreichen einer bestimmten
Schwelle der Anzahl von Lesefehlern, die "Lesegeschwindigkeit" abzusenken, also die
Geschwindigkeit der Papierbahn, mit der der Code an dem Lesekopf vorbeigeführt wird.
Die Geschwindigkeit kann beispielsweise auf 3 m/s abgesenkt werden, entweder in einem
Schritt oder schrittweise, bis die Lesefehlerrate unterhalb der genannten Schwelle
liegt. Zusätzlich kann bei Unterschreiten der genannten Schwelle eine Signalisierung
erzeugt werden, um eine Nachricht zu erzeugen, die anzeigt, dass der Code nur schlecht
lesbar ist.
[0068] Sofern die Anlage eine sogenannte Online-Anlage ist, also die zu verarbeitenden Papiere
durch einen vorgeschalteten Hochgeschwindigkeitsdrucker direkt erzeugt werden, kann
optional ein Rückführkanal zwischen der in Fig. 4 gezeigten Anlage und den zugeordneten
Online-Druckern hergestellt werden, um diese im Falle der Erkennung eines schlecht
ausgedruckten Codes anzusteuern, um den Druck des Codes zu verbessern.
[0069] Obwohl das obige Beispiel betreffend die Code-Erkennung im Zusammenhang mit den Eingangskanälen
102, 104 und 106 beschrieben wurde, kann dieses Ausführungsbeispiel auch an jeder
anderen Stelle innerhalb der Anlage zum Einsatz kommen, an der ein Code erfasst wird.
[0070] Optional kann vorgesehen sein, dass nach dem Absenken der Geschwindigkeit aufgrund
des Unterschreitens der Schwelle betreffend die Lesefehler eine Warnmeldung an den
Betreiber ausgegeben wird, so dass dieser gegebenenfalls Schritte einleiten kann,
um dieser Tendenz im Hinblick auf den schlecht aufgedruckten Code entgegenzuwirken.
Verschlechtert sich die Qualität des Codes weiter oder kann durch das Absenken der
Geschwindigkeit der Code immer noch nicht gelesen werden, so wird nach dem Erreichen
einer weiteren Schwelle eine Fehlermeldung ausgegeben und die Verarbeitung gestoppt.
[0071] Bei einem weiteren Beispiel umfasst die Anlage mehrere Blattanleger und es wird festgestellt,
dass die Fehler darauf zurückzuführen sind, dass ein Anleger leergefahren wurde. Beispielsweise
umfasst die in Fig. 4 gezeigte Anordnung zwei Anleger 142a, 142b, wobei beispielsweise
ein erster Auftrag von allen Blattanlegern Blätter abzieht. Hierdurch werden die einzelnen
Blattanleger relativ gleichmäßig geleert, so dass im Regelfall ein Nachfüllen ohne
Probleme möglich ist. Wird nun jedoch ein Auftrag gefahren, bei dem nur einer der
Blattanleger verwendet wird, so wird dieser relativ zügig leergefahren, so dass eine
Bedienperson gegebenenfalls mit dem Nachfüllen nicht mehr nachkommt, was sich durch
eine erhöhte Anzahl von Unterbrechungen bemerkbar macht. Die Anlage kann nun automatisch
konfiguriert werden, um die Verarbeitungsgeschwindigkeit abzusenken und/oder dem Bediener
eine alternative Betriebsart, beispielsweise den Toggelbetrieb vorzuschlagen, in dem
zwei der Blattanleger verwendet werden, aus denen abwechselnd abgezogen wird, so dass
sich für einen Bediener ausreichend Zeit zum Nachfüllen der Anlagen ergibt.
[0072] Die obige Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele erfolgte anhand des in
Fig. 4 gezeigten Gesamtsystems, jedoch sind dem Fachmann auch weitere Systeme mit
anderen Modulen als die, die in Fig. 4 gezeigt sind, bekannt, und die Grundsätze der
vorliegenden Erfindung können natürlich auch auf andere solche Module ohne weiteres
übertragen werden, wie sie nachfolgend anhand der Fig. 5 erwähnt werden.
[0073] Fig. 5 zeigt ein Blockdiagramm, das die Kommunikation von Informationen zwischen
der zentralen Steuerung 148 und den einzelnen Stationen eines Papierverarbeitungssystems,
wie es beispielsweise anhand der Fig. 4 gezeigt ist, verdeutlicht. Den einzelnen Blöcken
in Fig. 5 sind hierbei die korrespondierenden Bezugszeichen der in Fig. 4 gezeigten
Module zugeordnet, und die ausgefüllten, horizontalen Pfeile deuten die Kommunikation
entlang der Anlage im "Handshake-Betrieb" an, und die nicht-ausgefüllten vertikalen
Pfeile zeigen die zwischen der zentralen Steuerung 148 und den Einzelmodulen ausgetauschten
Status- und Situationsmeldungen für die aktive Regelung an.
[0074] Wie zu erkennen ist, enthält die Systemsteuerung bzw. Systemregelung 148 voreingestellte
Stellgrößen für die einzelnen Module, die beispielsweise die Motordrehzahl und den
Taktzyklus einzelner Module anfänglich einstellen, um einen definierten Ausgangspunkt
für die Verarbeitung eines Jobs bereitzustellen. Alternativ zu solchen Stellgrößen,
die beispielsweise durch eine Bedienerperson eingestellt werden, können in vorhergehenden
Durchläufen ermittelte optimale Arbeitspunkte aus einem Speicher ausgelesen werden,
um die Gesamtanlage entsprechend den bekannten Parametern einzustellen. Ferner kann,
wie oben beschrieben, die erforderliche Einstellung, basierend auf Informationen aus
einer Jobprogrammierung bzw. aus entsprechenden Vorgaben eines Jobs abgeleitet werden.
[0075] Die in Fig. 5 gezeigten vier Verarbeitungskanäle umfassen zum einen den sog. Zuführungskanal
160, den Verarbeitungskanal 162, den Finishing-Kanal (Endverarbeitungskanal) 164 sowie
den Postprocessing-Kanal (Nachverarbeitungskanal) 166. Wie oben erwähnt, sind den
entsprechenden Kanälen die korrespondierenden Module des beispielhaften Kuvertiersystems
100 aus Fig. 4 zugeordnet, und dem Zuführungskanal werden neben den in Fig. 4 gezeigten
Schneidern umfassende Eingänge 102, 104, 106 und Blattanlegern 142a und 142b auch
sog. Autoloader, Abroller und Drucker.zugeordnet. Dem Verarbeitungskanal 162 werden
neben den in Fig. 4 gezeigten Sammelstationen 116, 126, 128, 132, 136, den in Fig.
4 gezeigten Falzwerken 118, 122, 134 und in Fig. 4 gezeigten Umlenkeinrichtungen 124
und 136 auch Dreheinrichtungen, Hefteinrichtungen und ähnliches zugeordnet. Dem Endverarbeitungskanal
164 werden neben dem in Fig. 4 gezeigten Kuvertierer 144 auch Stapler und Sortierer
und ähnliche Elemente zugeordnet. Dem im Nachverarbeitungskanal werden neben der in
Fig. 4 gezeigten Ablage 146 auch Frankiereinrichtungen, Drucker, Lesereinrichtungen,
Sortiereinrichtungen, Verpackungseinrichtungen und ähnliches zugeordnet.
[0076] In allen Kanälen werden Umgebungsparameter, Gutparameter und Anlagenparameter erfasst.
Obwohl anhand der Fig. 4 eine Papierhandhabungsanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung anhand eines modular aufgebauten Kuvertiersystems beschrieben
wurde, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung
nicht auf modulare Systeme beschränkt ist. Ebenso kann der erfindungsgemäße Ansatz
auf eine nicht-modulare Papierhandhabungsanlage mit einer oder mehreren Papierhandhabungsstationen
angewendet werden. Beispielsweise kann der erfindungsgemäße Ansatz auch nur im Zusammenhang
mit dem in Fig. 4 gezeigten Kuvertierer 144 verwendet werden, oder mit einer Teilmenge
der gezeigten Module, wobei dann der Kuvertierer 144 lediglich die zu kuvertierenden
Güter empfängt, diese kuvertiert und ausgibt. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass
das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Papierhandhabungsanlage nicht auf die
in Fig. 4 gezeigte Kuvertieranlage beschränkt ist. Auch für andere Anlagen mit anderer
Konfiguration kann der erfindungsgemäße Ansatz verwendet werden, wobei solche Anlagen
dann zusätzliche Autoloader, Abroller, Drucker, Dreheinrichtungen, Hefter, Sortierer,
Frankierer, Verpackungseinrichtungen, etc. aufweisen können.
[0077] Ferner ist darauf hinzuweisen, dass das anhand der Fig. 4 beschriebenen Ausführungsbeispiel
an den oben angegebenen Elementen der entsprechenden Kanäle jeweils Sensoren aufweist,
wobei jedoch abhängig von den Gegebenheiten der Anlage entweder an allen Einzelmodulen
oder nur an ausgewählten Einzelmodulen, ggf. auch weniger als den oben beschriebenen
Einzelmodulen die erforderlichen Sensoren vorgesehen sein können.
[0078] Wie oben beschrieben wurde, kann das erfindungsgemäße Verfahren auf einer Gesamtanlage,
auf Teile einer Anlage oder auf einzelne Module einer modular aufgebauten Anlage angewendet
werden, wobei jeweils über eine zentrale Steuerung die einzelnen Abschnitte bzw. Module
der Gesamtanlage angesteuert werden. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden einzelne
ausgewählte Abschnitte bzw. Module, die für die Verarbeitung der Güter besonders kritisch
sind, überwacht und deren Geschwindigkeit wird gesteuert, jedoch kann auch vorgesehen
sein, jeden einzelnen Abschnitt bzw. jedes einzelne Modul zu überwachen und zu steuern.
[0079] Die vorliegende Erfindung findet überall dort Einsatz, wo maschinell Papier innerhalb
eines Systems verarbeitet wird und am Ende beispielsweise einer Ablage und/oder Weiterverarbeitungseinrichtung
zugeführt wird, und betrifft somit allgemein alle semi- und vollautomatischen Papierverarbeitungssysteme.
[0080] Bei der Beschreibung der Ausführungsbeispiele der Erfindung wurde eine Reduzierung
des Durchsatzes an verarbeiteten Gütern aufgrund einer Unterbrechung der Verarbeitung
bzw. aufgrund der Erzeugung fehlerhafter Güter als Fehler angesehen, sowie die der
Unterbrechung der Verarbeitung bzw. der Erzeugung fehlerhafter Güter zugrundeliegenden
Ereignisse.
[0081] Neben Ereignissen, die auf eine Fehlfunktion der Anlage bzw. eines oder mehrerer
Module der Anlage zurückgehen, kommen auch andere Ereignisse in Betracht, z.B. der
Fall, dass alle Module einer Anlage für sich ordnungsgemäß eingestellt sind, jedoch
eines oder mehrere der Module so modifiziert werden, z.B. im Hinblick auf deren Verarbeitungsgeschwindigkeit,
dass direkt nachfolgende oder im Verarbeitungsstrom weiter flussabwärts liegende Module
die Übernahme der Güter zur Verarbeitung verweigern, da die Güter z.B. zu schnell
zugeführt werden (beispielsweise kann ein Falzwerk Güter, z.B. Papier, nur mit einer
maximalen Geschwindigkeit übernehmen, um einen ordnungsgemäße Falzung sicherzustellen).
In diesem Fall (Ereignis) werden die Güter aus der Vorläuferkomponente nicht mehr
abgezogen, so dass der Durchsatz - ohne dass ein "klassischer Fehler" auftritt - reduziert
wird.
[0082] Ferner kann sich der Durchsatz - ohne Auftreten eines "klassischen Fehler" - reduzieren,
wenn die Güter z.B. mit einem zu großen Abstand zueinander gefahren werden. Tritt
bei zu kleinem Abstand das Problem von Staus oder ähnlichem auf, was zu einem Anhalten
der Anlage führt und damit den Durchsatz reduziert, so ist eine Reduzierung auch dann
gegeben, wenn der Abstand der Güter zu groß ist.
[0083] Auch in den oben genanten Fällen wird der erfindungsgemäße Ansatz greifen und zu
einer Steuerung der Anlage bzw. der Anlagenteile (oder Module) führen, um die Geschwindigkeiten
bei der Verarbeitung anzupassen, den Abstand zu vergrößern oder zu verkleinern, etc.
[0084] Ferner wurde bei der Beschreibung der Ausführungsbeispiele der Erfindung die Einstellung
der Geschwindigkeit der Verarbeitung primär anhand einer Einstellung der Motoren,
die die Güter transportieren, erläutert. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht
hierauf beschränkt. Anstelle der Veränderung der Fördergeschwindigkeiten der Motoren
können auch andere, die Verarbeitungsgeschwindigkeit beeinflussende Parameter modifiziert
werden. So können z.B. innerhalb der Anlage bzw. zwischen den Modulen die Zeitpunkte,
zu denen durch eine Nachfolgerkomponente ein Gut von einer Vorläuferkomponente angefordert
wird, verändert werden (erhöht/erniedrigt), um die Verarbeitungsgeschwindigkeit zu
beeinflussen. Ebenso kann der Abstand der Güter verändert werden (erhöht/erniedrigt),
um die Verarbeitungsgeschwindigkeit zu beeinflussen.
[0085] Bei der Beschreibung der Ausführungsbeispiele der Erfindung wurde ferner davon ausgegangen,
dass die Anlage bereits im normalen Betrieb läuft. Wird eine Jobverarbeitung neu gestartet,
so wird der Job entweder zum wiederholten Male oder wird zum ersten Mal ausgeführt.
Wird der Job zum wiederholten Male ausgeführt, so kann der anfängliche Wert für den
erwünschten Durchsatz mit dem Job gespeichert sein und der Anlage bereitgestellt werden.
[0086] Beim Neustart der Anlage für die Verarbeitung eines neuen Auftrags (Job) fehlt ggf.
ein anfänglicher Wert für den erwünschten Durchsatz (insbesondere, wenn der Job das
erste Mal durchgeführt wird). In diesem Fall ist vorgesehen, dass der anfängliche
Wert für den erwünschten Durchsatz entweder durch den Job vorgegeben wird, durch einen
Betreiber eingestellt wird oder auf einen vorgegebenen Wert (z.B. Null) eingestellt
ist.
[0087] Ferner kann vorgesehen sein, dass bei der Einstellung der Anlagenparameter anfänglich
größere Schritte durchgeführt werden, bis der Normalbetrieb erreicht wird, um eine
schnelle Regelung der Anlage nach dem Start auf den erwünschten Zustand zu erreichen.
Die Veränderung der Schrittgröße kann z.B. linear erfolgen.
1. Verfahren zur Verarbeitung von Gütern in einer Papierhandhabungsanlage (100), wobei
die Papierhandhabungsanlage (100), basierend auf einer Job-Beschreibung eingestellt
ist, um eine vorbestimmte Anzahl von Gütern während einer vorbestimmten Zeitdauer
zu verarbeiten,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren folgende durch die Papierhandhabungsanlage (100) ausgeführte Schritte
aufweist:
(a) Erfassen (S102) der Anzahl von Gütern, die während der vorbestimmten Zeitdauer
durch die Papierhandhabungsanlage (100) verarbeitet werden;
(b) falls die erfasste Anzahl von Gütern größer oder gleich der vorbestimmten Anzahl
von Gütern ist:
(b.1) Erhöhen (S106) der Geschwindigkeit, mit der die Güter in zumindest einem Abschnitt
der Papierhandhabungsanlage (100) verarbeitet werden, um einen vorbestimmten Erhöhungsbetrag,
und
(b.2) Setzen (S108) der vorbestimmten Anzahl von Gütern gleich der erfassten Anzahl
von Gütern;
(c) falls die erfasste Anzahl von Gütern kleiner der vorbestimmten Anzahl von Gütern
ist:
(c.1) Erfassen (S116), welcher der Abschnitte der Papierhandhabungsanlage (100) während
der vorbestimmten Zeitdauer eine Reduzierung des Durchsatzes bewirkt hat,
(c.2) Bestimmen (S118) zumindest eines hierbei vorliegenden Anlagenparameters und/oder
zumindest eines Gutparameters, und
(c.3) basierend auf dem im Schritt (c.2) bestimmten zumindest einen Parameter, Einstellen
(S120) zumindest eines Abschnitts der Papierhandhabungsanlage (100) und/oder Absenken
der Geschwindigkeit, mit der die Güter in einem Abschnitt der Papierhandhabungsanlage
(100) verarbeitet werden, um einen vorbestimmten Absenkungsbetrag; und
(d) Wiederholen (S112) der Schritte (a) bis (d) während der Job verarbeitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Schritt (c.3) folgende Schritte umfasst:
Bestimmen (S130) einer Abweichung der im Schritt (c.2) erfassten Parameter gegenüber
Parametern, die in einer vorhergehenden Zeitdauer erfasst wurden;
Vergleichen (S132) der Abweichung mit einer ersten vorbestimmten Schwelle;
falls die Abweichung kleiner ist als die erste vorbestimmte Schwelle, Beibehalten
(S136) der Einstellung der Papierhandhabungsanlage (100); und
falls die Abweichung größer ist als die erste vorbestimmte Schwelle, Einstellen (S134)
des zumindest einen Anlagenparameters und/oder Absenken der Geschwindigkeit basierend
auf den im Schritt (c.2) bestimmten Parametern.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Schritt (c.1) das Bestimmen (S140) der
Anzahl von in der Zeitdauer aufgetretenen Ereignissen, die eine Reduzierung des Durchsatzes
bewirkten, umfasst, wobei der Schritt (c.3) folgende Schritte umfasst:
Bestimmen (S142) einer Abweichung der im Schritt (c.1) erfassten Anzahl von Ereignissen
gegenüber der Anzahl von Ereignissen, die in einer vorhergehenden Zeitdauer erfasst
wurden;
Vergleichen (S144) der Abweichung mit einer zweiten vorbestimmten Schwelle;
falls die Abweichung kleiner ist als die zweite vorbestimmte Schwelle, Beibehalten
(S148) der Einstellung der Papierhandhabungsanlage (100); und
falls die Abweichung größer ist als die zweite vorbestimmte Schwelle, Einstellen (S146)
des zumindest einen Anlagenparameters und/oder Absenken der Geschwindigkeit basierend
auf den im Schritt (c.2) bestimmten Parametern.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem in den Schritten (b.1) und (c.3)
die Geschwindigkeit derart eingestellt wird, dass die Geschwindigkeit eine vorbestimmte
maximale Geschwindigkeit bzw. eine vorbestimmte minimale Geschwindigkeit nicht überschreitet
bzw. unterschreitet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem im Schritt (c.3) ferner zumindest
ein Umgebungsparameter berücksichtigt wird, wobei der zumindest eine Umgebungsparameter
in der betrachteten Zeitdauer oder einmalig während einer Mehrzahl von Zeitdauern
erfasst wird, und wobei das Berücksichtigen des zumindest einen Umgebungsparameters
im Schritt (c.3) ein Auslesen optimaler Anlagenparameter für den erfassten Umgebungsparameter
aus einer Nachschlagtabelle umfasst.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem im Schritt (c.3) ferner ein Verschleiß
in der Papierhandhabungsanlage (100) berücksichtigt wird, wobei der Verschleiß in
der betrachteten Zeitdauer oder einmalig während einer Mehrzahl von Zeitdauern erfasst
wird, und wobei das Berücksichtigen des Verschleißes im Schritt (c.3) ein Auslesen
optimaler Anlagenparameter für den erfassten Verschleiß aus einer Nachschlagtabelle
umfasst.
7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem abhängig von dem erfassten Verschleiß eines Elements
bestimmt wird, ob ein Austausch des betroffenen Elements oder ein Absenken der Geschwindigkeit
der Papierhandhabungsanlage (100) einen höheren Durchsatz derselben für den Job liefert,
wobei im Schritt (c.3) die Geschwindigkeit abgesenkt wird, wenn dies zu einem höheren
Durchsatz führt, und wobei die Papierhandhabungsanlage (100) angehalten wird und dem
Betreiber angezeigt wird, dass das Element auszutauschen ist, wenn dies zu einem höheren
Durchsatz führt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem im Schritt (c.2) ferner die Anzahl
von Bedienpersonen der Papierhandhabungsanlage (100) und deren Position erfasst wird,
wobei die Auslastung der Papierhandhabungsanlage (100), abhängig von der Anzahl der
Bedienpersonen eingestellt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem der Schritt (b.1) und der Schritt
(c.3) das Speichern der eingestellten Geschwindigkeit und der eingestellten Anlagenparameter
umfassen.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem die Papierhandhabungsanlage (100)
die Güter in Gruppen verarbeitet, wobei die Gutparameter ferner die Gesamtzahl der
Güter in einer Gruppe umfassen.
11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem jede der Gruppe eine vorbestimmte Anzahl von Gütern
umfasst, wobei die vorbestimmte Anzahl von Gütern, die während der vorbestimmten Zeitdauer
zu verarbeiten ist, abhängig von den Gruppengrößen in dem Job bestimmt wird, wobei
für jede Gruppe ein Wert vorliegt, der die mittlere Dauer für das Erzeugen einer Gruppe
in der Anlage angibt, und wobei die vorbestimmte Anzahl von den Werten abhängt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem die Papierhandhabungsanlage (100)
zumindest zwei Module umfasst, wobei im Schritt (b.1) die Geschwindigkeit in zumindest
einem der Module erhöht wird, und wobei im Schritt (c.3) der Anlagenparameter und/oder
die Geschwindigkeit in zumindest einem der Module eingestellt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, bei dem die Schritte (a) bis (c) in jedem der Module dezentral
durchgeführt werden, wobei eine zentrale Steuerung die Schnittstelle zwischen den
Modulen überwacht.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, bei dem im Schritt (c.1) bestimmt wird, ob nachfolgend
zu einer Erhöhung der Geschwindigkeit ein oder mehrere Ereignisse, die eine Reduzierung
des Durchsatzes bewirkten, (i) in mehreren Modulen in der Papierhandhabungsanlage
(100) oder (ii) nur in einem Modul der Papierhandhabungsanlage (100) auftraten,
wobei im Fall (i) im Schritt (c.3) die Geschwindigkeit in einem Teil der Module oder
in allen Modulen der Papierhandhabungsanlage (100) abgesenkt wird, und
wobei im Fall (ii) im Schritt (c.3) die Geschwindigkeit nur in dem betroffenen Modul
abgesenkt wird.
15. Papierhandhabungsanlage (100) zur Verarbeitung von Gütern, die basierend auf einer
Job-Beschreibung eingestellt ist, um eine vorbestimmte Anzahl von Gütern während einer
vorbestimmten Zeitdauer zu verarbeiten, mit:
einem ersten Sensor (S1) zum Erfassen der Anzahl von Gütern, die während der vorbestimmten Zeitdauer durch
die Papierhandhabungsanlage (100) verarbeitet werden;
einem zweiten Sensor (S2) zum Bestimmen zumindest eines Anlagenparameters und/oder zumindest eines Gutparameters;
und
einer Steuereinheit (148), die wirksam mit den Sensoren (S1, S2)verbunden ist und konfiguriert ist, um während der Verarbeitung des Jobs
die Geschwindigkeit, mit der die Güter in zumindest einem Abschnitt (102 - 146) der
Papierhandhabungsanlage (100) verarbeitet werden, um einem vorbestimmten Erhöhungsbetrag
zu erhöhen, und die vorbestimmte Anzahl von Gütern gleich der erfassten Anzahl von
Gütern zu setzen, falls die erfasste Anzahl von Gütern größer oder gleich der vorbestimmten
Anzahl von Gütern ist; und
zu erfassen, welcher der Abschnitte (102 - 146) der Papierhandhabungsanlage (100)
während der vorbestimmten Zeitdauer eine Reduzierung des Durchsatzes bewirkt hat,
und basierend auf den hierbei vorliegenden Parametern, zumindest einen Anlagenparameter
zumindest eines Abschnitts (102 - 146) der Papierhandhabungsanlage (100) einzustellen
und/oder die Geschwindigkeit, mit der die Güter in einem Abschnitt (102 - 146) der
Papierhandhabungsanlage (100) verarbeitet werden, um einem vorbestimmten Absenkungsbetrag
abzusenken, falls die erfasste Anzahl von Gütern kleiner der vorbestimmten Anzahl
von Gütern ist.
1. A method of processing articles in a paper-handling installation (100), the paper-handling
installation (100) being set, on the basis of a job description, to process a predetermined
number of articles during a predetermined time period,
characterized in that the method comprises the following steps performed by the paper-handling installation
(100):
(a) detecting (S102) the number of articles being processed by the paper-handling
installation (100) during the predetermined time period;
(b) if the detected number of articles is larger than or equal to the predetermined
number of articles:
(b.1) increasing (S106) the speed at which the articles are processed in at least
one section of the paper-handling installation (100) by a predetermined amount of
increase, and
(b.2) setting (S108) the predetermined number of articles equal to the detected number
of articles;
(c) if the detected number of articles is smaller than the predetermined number of
articles:
(c.1) detecting (S116) which of the sections of the paper-handling installation (100)
has reduced a reduction in throughput during the predetermined time period,
(c.2) determining (S118) at least one installation parameter present here and/or at
least one article parameter, and
(c.3) on the basis of the at least one parameter determined in step (c.2), setting
(S120) at least one section of the paper-handling installation (100) and/or reducing
the speed at which the articles are processed in a section of the paper-handling installation
(100), by a predetermined amount of reduction; and
d) repeating (S112) the steps (a) to (d) while the job is being processed.
2. The method as claimed in claim 1, wherein step (c.3) comprises:
determining (S 130) a deviation of the parameters detected in step (c.2) as compared
to parameters detected during a preceding time period;
comparing (S 132) the deviation to a first predetermined threshold;
if the deviation is smaller than the first predetermined threshold, maintaining (S
136) the setting of the paper-handling installation (100); and
if the deviation is larger than the first predetermined threshold, setting (S 134)
the at least one installation parameter and/or reducing the speed on the basis of
the parameters determined in step (c.2).
3. The method as claimed in claims 1 or 2, wherein step (c.1) comprises determining (S
140) the number of events occurring during the time period which caused a reduction
of the throughput, step (c.3) comprising:
determining (S142) a deviation of the number of events detected in step (c.1) as compared
to the number of events detected in a preceding time period;
comparing (S 144) the deviation to a second predetermined threshold;
if the deviation is smaller than the second predetermined threshold, maintaining (S148)
the setting of the paper-handling installation (100); and
if the deviation is larger than the second predetermined threshold, setting (S146)
the at least one installation parameter and/or reducing the speed on the basis of
the parameters determined in step (c.2).
4. The method as claimed in any of claims 1 to 3, wherein steps (b.1) and (c.3) comprise
setting the speed such that the speed does not exceed or fall below a predetermined
maximum speed and a predetermined minimum speed, respectively.
5. The method as claimed in any of claims 1 to 4, wherein step (c.3) further comprises
taking into account at least one environmental parameter, the at least one environmental
parameter being detected during the time period contemplated, or being detected once
during a plurality of time periods, and taking into account the at least one environmental
parameter in step (c.3) comprising reading out optimum installation parameters for
the detected environmental parameter from a look-up table.
6. The method as claimed in any of claims 1 to 5, wherein step (c.3) further comprises
taking into account any wear and tear in the paper-handling installation (100), the
wear and tear being detected during the time period contemplated, or being detected
once during a plurality of time periods, and taking into account the wear and tear
in step (c.3) comprising reading out optimum installation parameters for the detected
wear and tear from a look-up table.
7. The method as claimed in claim 6, wherein a determination is made, depending on the
detected wear and tear of an element, whether replacement of the element concerned
or reduction of the speed of the paper-handling installation (100) will provide increased
throughput of same for the job, wherein step (c.3) comprises reducing the speed if
this leads to a higher throughput, and wherein the paper-handling installation (100)
is stopped and the operator is signaled that the element is to be replaced if this
leads to a higher throughput.
8. The method as claimed in any of claims I to 7, wherein step (c.2) further comprises
detecting the number of operators of the paper-handling installation (100) and their
positions, the capacity utilization of the paper-handling installation (100) being
set depending on the number of operators.
9. The method as claimed in any of claims 1 to 8, wherein step (b.1) and step (c.3) comprise
storing the set speed and the set installation parameters.
10. The method as claimed in any of claims 1 to 9, wherein the paper-handling installation
(100) processes the articles in groups, the article parameters further comprising
the total number of articles within a group.
11. The method as claimed in claim 10, wherein each of the groups comprises a predetermined
number of articles, wherein the predetermined number of articles to be processed during
the predetermined time period is determined in dependence on the sizes of the groups
in the job, a value existing for each group which indicates the average duration of
generating a group within the installation, and the predetermined number being dependent
on the values.
12. The method as claimed in any of claims 1 to 11, wherein the paper-handling installation
(100) comprises at least two modules, wherein step (b.1) comprises increasing the
speed in at least one of the modules, and wherein step (c.3) comprises setting the
installation parameters and/or the speed in at least one of the modules.
13. The method as claimed in claim 12, wherein steps (a) to (c) are performed in a decentralized
manner in each of the modules, a central controller monitoring the interface between
the modules.
14. The method as claimed in claims 12 or 13, wherein step (c.1) comprises determining
whether following an increase in the speed, one or more events, which caused a reduction
of the throughput, occurred (i) in several modules in the paper-handling installation
(100), or (ii) only in one module of the paper-handling installation (100),
wherein in case (i), step (c.3) comprises reducing the speed in some of the modules
or in all of the modules of the paper-handling installation (100), and
wherein in case (ii), step (c.3) comprises reducing the speed only in the module concerned.
15. The paper-handling installation (100) for processing articles which is set on the
basis of a job description so as to process a predetermined number of articles during
a predetermined time period, comprising:
a first sensor (S1) for detecting the number of articles which are processed by the
paper-handling installation (100) during the predetermined time period;
a second sensor (S2) for determining at least one installation parameter and/or at
least one article parameter; and
a control unit (148) effectively connected to the sensors (S1, S2) and configured
to, while processing the job,
increase the speed at which the articles are processed in at least one section (102
- 146) of the paper-handling installation (100), by a predetermined amount of increase,
and to set the predetermined number of articles equal to the detected number of articles
if the detected number of articles is larger than or equal to the predetermined number
of articles; and
detect which of the sections (102 - 146) of the paper-handling installation (100)
caused, during the predetermined time period, a reduction of the throughput, and,
on the basis of the parameters present here, to set at least one installation parameter
of at least one section (102 - 146) of the paper-handling installation (100) and/or
to reduce the speed at which the articles are processed in one section (102 - 146)
of the paper-handling installation (100) by a predetermined amount of reduction if
the detected number of articles is smaller than the predetermined number of articles.
1. Procédé de traitement de produits dans une installation de manutention de papier (100),
l'installation de manutention de papier (100) étant réglée, sur base d'une description
de travail, pour traiter un nombre prédéterminé de produits pendant un laps de temps
prédéterminé,
caractérisé par le fait que le procédé présente les étapes suivantes réalisées par l'installation de manutention
de papier (100):
(a) détecter (S102) le nombre de produits qui sont traités par l'installation de manutention
de papier (100) pendant le laps de temps prédéterminé;
(b) si le nombre détecté de produits est supérieur ou égal au nombre prédéterminé
de produits:
(b.1) augmenter (S106) d'une quantité d'augmentation prédéterminée la vitesse à laquelle
les produits sont traités dans au moins un segment de l'installation de manutention
de papier (100), et
(b.2) régler (S108} le nombre prédéterminé de produits égal au nombre détecté de produits;
(c) si le nombre détecté de produits est inférieur au nombre prédéterminé de produits:
(c.1) détecter (S116) celui parmi les segments de l'installation de manutention de
papier (100) qui provoque une réduction du débit pendant le laps de temps prédéterminé,
(c.2) déterminer (S118) au moins un paramètre d'installation présent ici et/ou au
moins un paramètre de produit, et
(c.3) sur base de l'au moins un paramètre déterminé à l'étape (c.2), régler (S120)
au moins un segment de l'installation de manutention de papier (100) et/ou réduire
d'une quantité de réduction prédéterminée la vitesse à laquelle les produits sont
traités dans un segment de l'installation de manutention de papier (100); et
(d) répéter (S112) les étapes (a) à (d) pendant lesquels le travail est traité.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'étape (c.3) comprend les étapes suivantes
consistant à:
déterminer (S130) un écart des paramètres détectés à l'étape (c.2) par rapport aux
paramètres qui ont été détectés lors d'un laps de temps précédent;
comparer (S132) l'écart avec un premier seuil prédéterminé;
si l'écart est inférieur au premier seuil prédéterminé, maintenir (S136) le réglage
de l'installation de manutention de papier (100); et
si l'écart est supérieur au premier seuil prédéterminé, régler (S134) l'au moins un
paramètre d'installation et/ou réduire la vitesse sur base des paramètres déterminés
à l'étape (c.2).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel l'étape (c.1) comprend la détermination
(S140) du nombre d'événements produits pendant le laps de temps qui ont provoqué une
réduction du débit, l'étape (c.3) comprenant les étapes suivantes:
déterminer (S142) un écart du nombre d'événements détecté à l'étape (c.1) par rapport
au nombre d'événements qui ont été détectés pendant un laps de temps précédent;
comparer (S144) l'écart avec un deuxième seuil prédéterminé;
si l'écart est inférieur au deuxième seuil prédéterminé, maintenir (S 148) le réglage
de l'installation de manutention de papier (100); et
si l'écart est supérieur au deuxième seuil prédéterminé, régler (S146) l'au moins
un paramètre d'installation et/ou réduire la vitesse sur base des paramètres déterminés
à l'étape (c.2).
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel, aux étapes (b.1) et (c.3),
la vitesse est réglée de sorte que la vitesse n'excède pas une vitesse maximale prédéterminée
ou ne descende pas au-dessous d'une vitesse minimale prédéterminée.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel, à l'étape (c.3), il est
par ailleurs tenu compte d'au moins un paramètre d'environnement, l'au moins un paramètre
d'environnement étant déterminé pendant le laps de temps considéré ou une seule fois
pendant une pluralité de laps de temps, et le fait de tenir compte de l'au moins un
paramètre d'environnement à l'étape (c.3) comprend une lecture, dans un tableau de
consultation, de paramètres d'installation optimaux pour le paramètre d'environnement
détecté.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel, à l'étape (c.3), il est
par ailleurs tenu compte d'une usure dans l'installation de manutention de papier
(100), l'usure étant détectée pendant le laps de temps considéré ou une seule fois
pendant une pluralité de laps de temps, et le fait de tenir compte de l'usure à l'étape
(c.3) comprend une lecture, dans un tableau de consultation, de paramètres d'installation
optimaux pour l'usure détectée.
7. Procédé selon la revendication 6, dans lequel il est déterminé, en fonction de l'usure
détectée d'un élément, si un remplacement de l'élément concerné ou une réduction de
la vitesse de l'installation de manutention de papier (100) fournit un débit supérieur
de celle-ci pour le travail, à l'étape (c.3) étant réduite la vitesse lorsque cela
conduit à un débit supérieur, et l'installation de manutention de papier (100) étant
arrêtée et à l'opérateur étant indiqué que l'élément doit être remplacé lorsque cela
conduit à un débit supérieur.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, dans lequel il est par ailleurs détecté,
à l'étape (c.2), le nombre d'opérateurs de l'installation de manutention de papier
(100) et leur position, l'utilisation de l'installation de manutention de papier (100)
étant réglée en fonction du nombre d'opérateurs.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel l'étape (b.1) et l'étape
(c.3) comprennent la mémorisation de la vitesse réglée et des paramètres d'installation
réglés.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, dans lequel l'installation de manutention
de papier (100) traite les produits en groupes, les paramètres de produit comprenant
par ailleurs le nombre total de produits dans un groupe.
11. Procédé selon la revendication 10, dans lequel chacun des groupes comprend un nombre
prédéterminé de produits, le nombre prédéterminé de produits devant être traité pendant
le laps de temps prédéterminé étant déterminé en fonction des grandeurs de groupe
dans le travail, pour chaque groupe étant présente une valeur qui indique la durée
moyenne pour la génération d'un groupe dans l'installation, et le nombre prédéterminé
étant fonction des valeurs.
12. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11, dans lequel l'installation de manutention
de papier (100) comprend au moins deux modules, la vitesse étant augmentée, à l'étape
(b.1), dans au moins l'un des modules, et le paramètre d'installation et/ou la vitesse
étant, à l'étape (c.3), réglés dans au moins l'un des modules.
13. Procédé selon la revendication 12, dans lequel les étapes (a) à (c) sont réalisées
de manière décentralisée dans chacun des modules, une commande centrale surveillant
l'interface entre les modules.
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, dans lequel il est déterminé, à l'étape (c.1),
s'il s'est produit, à la suite d'une augmentation de la vitesse, un ou plusieurs événements
qui ont provoqué une réduction du débit, (i) dans plusieurs modules dans l'installation
de manutention de papier (100) ou (ii) uniquement dans un module de l'installation
de manutention de papier (100),
dans le cas (i), la vitesse étant, à l'étape (c.3), réduite dans une partie des modules
ou dans tous les modules de l'installation de manutention de papier (100), et
dans le cas (ii), la vitesse étant, à l'étape (c.3), réduite uniquement dans le module
concerné.
15. Installation de manutention de papier (100) pour traiter des produits qui est réglée
sur base d'une description de travail, pour traiter un nombre prédéterminé de produits
pendant un laps de temps prédéterminé, avec:
un premier capteur (S1) destiné à détecter le nombre de produits qui sont traités par l'installation de
manutention de papier pendant le laps de temps prédéterminé (100);
un deuxième capteur (S2) destiné à déterminer au moins un paramètre d'installation et/ou au moins un paramètre
de produit; et
une unité de commande (148) qui est reliée de manière active aux capteurs (S1, S2) et est configurée de manière à, pendant le traitement du travail,
augmenter d'une quantité d'augmentation prédéterminée la vitesse à laquelle sont traités
les produits dans au moins un segment (102 - 146) de l'installation de manutention
de papier (100), et régler le nombre prédéterminer de produits égal au nombre détecté
de produits si le nombre détecté de produits est supérieur ou égal au nombre prédéterminé
de produits; et
détecter celui parmi les segments (102 - 146) de l'installation de manutention de
papier (100) qui a provoqué, pendant le laps de temps prédéterminé, une réduction
du débit, et régler, sur base des paramètres y présents, au moins un paramètre d'installation
d'au moins un segment (102 - 146) de l'installation de manutention de papier (100)
et/ou réduire d'une quantité de réduction prédéterminée la vitesse à laquelle sont
traités les produits dans un segment (102 - 146) de l'installation de manutention
de papier (100) si le nombre détecté de produits est inférieur au nombre prédéterminé
de produits.