[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen von Zylindern einer Druckmaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Demnach betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung mit einer an einen zu
reinigenden Zylinder anstellbaren, angetriebenen Bürstenwalze, mit einer zumindest
zeitweise in die Bürstenwalze eingreifenden Rakel zum Abstreifen von Schmutz sowie
mit Mitteln zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten auf die Bürstenwalze.
[0003] Reinigungsvorrichtungen dieser Art werden zur Beseitigung von Ablagerungen und Verunreinigungen
an Zylindern von Druckmaschinen verwendet, die insbesondere durch den intensiven Kontakt
mit den Bedruckstoffen entstehen. Soweit Papier bedruckt wird, lagern sich an den
Zylindern der Druckmaschine vor allem Papierstaub (Fasern, Strich, Füllstoffe etc.)
und Druckfarbe ab. Diese Ablagerungen beeinträchtigen die Zylinder in ihrer Funktionsfähigkeit.
Dies betrifft sämtliche Zylinder einer Druckmaschine, insbesondere Gummituchzylinder,
Gegendruckzylinder, Platten- oder Formzylinder, Kühlwalzen, Leitwalzen, Farbwalzen
und Feuchtwalzen in allen Arten von Druckmaschinen, insbesondere Zeitungsrollendruckmaschinen,
Akzidenzrollendruckmaschinen und Bogendruckmaschinen. Für die Druckqualität und auch
die Betriebssicherheit ist es daher unerlässlich, dass die Zylinder regelmäßig von
Verunreinigungen befreit werden.
[0004] Ein Beispiel für eine bekannte Reinigungsvorrichtung ist in der
EP-A-1 106 354 beschrieben. Die vom Motor dieser Vorrichtung in Rotation versetzbare Bürstenwalze
wird an einen Zylinder angestellt. Gleichzeitig werden Waschflüssigkeiten auf die
Bürstenwalze aufgebracht, so dass die am Zylinder anhaftenden Verunreinigungen aufgeweicht
und mittels der rotierenden Bürstenwalze vom Zylinder abgehoben werden. Der von der
Bürstenwalze aufgenommene Schmutz wird von einer Rakel abgestreift, welche in Rakelhaltern
sitzt. Unterhalb der Rakel ist eine Auffangwanne vorgesehen.
[0005] Das direkte Abrakeln des von einer Bürstenwalze von der zu reinigenden Zylinderoberfläche
abgenommenen Schmutzes ist jedoch nicht immer optimal. Denn beim Abrakeln werden nicht
nur die Schmutzpartikel von der Bürstenwalze abgeschleudert bzw. an der Rakel abgestreift,
sondern auch die von der Bürstenwalze aufgenommene Waschflüssigkeit. Es ist daher
für ein gutes Reinigungsergebnis erforderlich, verhältnismäßig viel Waschflüssigkeit
zu verwenden, was einem effizienten Einsatz von Waschflüssigkeiten jedoch widerspricht.
[0006] Besondere Bedeutung erlangt dies bei Heat-Set-Druckmaschinen, bei denen der frisch
bedruckte Bedruckstoff in einen Trockner gelangt. Dieser arbeitet mit Wärme, und die
üblicherweise verwendeten Waschflüssigkeiten enthalten einen hohen Anteil an flüchtigen
Kohlenwasserstoffen. Gerade bei Heat-Set-Druckmaschinen wird in aller Regel verlangt,
dass die Reinigung der Zylinderoberflächen während der Produktion stattfindet. Der
hierbei durch die Druckmaschine laufende Bedruckstoff nimmt also Waschflüssigkeit
auf und transportiert diese anschließend in den Trockner. Im Trockner verdampfen die
flüchtigen Kohlenwasserstoffe und werden erhitzt, so dass ständig die Gefahr besteht,
dass die Kohlenwasserstoffkonzentration im Trockner über einen aus Sicherheitsgründen
vorgeschriebenen Grenzwert ansteigt. Da aber gleichzeitig gerade bei Heat-Set-Druckmaschinen
hochwertige Bedruckstoffe verwendet werden, muss darauf geachtet werden, dass die
Reinigung der Zylinderoberflächen, bei welcher zwangsläufig Makulatur anfällt, möglichst
schnell von Statten geht.
[0007] Diese beiden Anforderungen widersprechen sich jedoch: Im Sinne einer hohen Sicherheit
gegen eine zu hohe Konzentration von flüchtigen Kohlenwasserstoffen im Trockner ist
es notwendig, so wenig Waschflüssigkeit zu verwenden wie irgend möglich. Die gleichzeitige
Anforderung, den Reinigungszyklus so kurz wie möglich zu halten, erfordert im Gegenteil
den Einsatz von relativ viel Waschflüssigkeit, da die Zeit zu kurz ist, innerhalb
der die Verschmutzungen auf der Oberfläche des Zylinders angelöst werden können. Es
gilt hier also im Besonderen, eine maximale Effizienz beim Einsatz der Waschflüssigkeit
zu erzielen, wobei dies allerdings auch generell, für alle Arten von Druckmaschinen,
ein wünschenswertes Ziel für Reinigungsvorrichtungen und -verfahren ist.
[0008] Zur Erzielung einer maximalen Effizienz gehört, die Rakel nicht ständig im Eingriff
mit der Bürstenwalze zu halten, sondern sie zeitweise aus diesem Eingriff herauszunehmen.
Die Waschflüssigkeit bleibt dann länger auf der Bürstenwalze und hat dementsprechend
mehr Zeit, um die Verschmutzungen auf der Oberfläche des zu reinigenden Zylinders
anzulösen. Es ist dann weniger oft notwendig, neue Waschflüssigkeit auf die Bürstenwalze
aufzubringen; der Waschflüssigkeitsverbrauch sinkt dementsprechend bei vergleichbarer
Reinigungsleistung. Beispiele für Reinigungsvorrichtungen mit bedarfsweise an die
Bürstenwalze anstellbarer und von dieser abstellbarerer Rakel finden sich in der
US-A-5 010 819 und der
EP-A-1 743 771.
[0009] In der
JP 2001 315313A ist eine Verfahrensweise offenbart, die die Effizienz des Einsatzes von Waschflüssigkeit
nochmals erhöht, indem die Rotationsrichtung der Bürstenwalze während des Reinigungsvorgangs
geändert wird. In einer ersten Phase rotiert die Bürstenwalze im Gleichlauf mit dem
zu reinigenden Zylinder, was bedeutet, dass die Bewegungsrichtungen der Walzenoberfläche
und der Zylinderoberfläche am Punkt ihres Zusammentreffens gleichgerichtet sind. In
einer zweiten Phase wird die Rotationsrichtung der Bürstenwalze umgedreht, so dass
sie dann im Gegenlauf mit dem zu reinigenden Zylinder rotiert, was bedeutet, dass
die Bewegungsrichtungen der Oberfläche der Bürstenwalze und der Oberfläche des zu
reinigenden Zylinders an ihrem Berührungspunkt entgegengesetzt gerichtet sind. Das
Aufbringen der Waschflüssigkeiten erfolgt hauptsächlich in der ersten Reinigungsphase,
also bei Gleichlauf der Bürstenwalze mit dem zu reinigenden Zylinder.
[0010] Der große Vorteil dieser Verfahrensweise besteht nun darin, dass beim Aufbringen
der Waschflüssigkeiten auf die Bürstenwalze die Relativgeschwindigkeit zwischen der
Bürstenwalzenoberfläche und der Zylinderoberfläche verringert ist. Die Waschflüssigkeiten
werden demzufolge praktisch verlustfrei von der Bürstenwalze auf die Zylinderoberfläche
übertragen, wo sie einwirken und die Verschmutzung anlösen können, und zwar ungestört
durch Schrubbeffekte der Bürstenwalze und demgemäß mit einer minimalen Menge an einzusetzender
Waschflüssigkeit. In der zweiten Reinigungsphase dann, wenn die Bürstenwalze im Gegenlauf
mit dem zu reinigenden Zylinder rotiert, stellt sich ein verstärkter Schrubbeffekt
auf der Zylinderoberfläche ein, wodurch die angelösten Verschmutzungen von der Zylinderoberfläche
entfernt und von der Bürstenwalze mitgenommen werden. Die Effizienz des Einsatzes
von Waschflüssigkeiten bei vorgegebener Reinigungswirkung wird hierdurch also optimiert.
[0011] Die von der Bürstenwalze aufgenommenen Verschmutzungen weisen im Allgemeinen eine
hohe Adhäsionskraft auf, insbesondere wegen der darin enthaltenen Druckfarbe. Diese
klebrigen Eigenschaften des letztlich an der Rakel abgestreiften Schmutzes können
bewirken, dass sich im Laufe der Zeit an der Rakel selbst Schmutz ansammelt, jedenfalls
in den nicht direkt an der Rakelkante liegenden Bereichen. Hierzu ist in der
EP 0 713 772 A1 vorgeschlagen worden, die Rakel bedarfsabhängig mittels einer Spüleinrichtung vom
Schmutz zu befreien.
[0012] Wenn nun zur Erhöhung der Effizienz des Einsatzes von Waschflüssigkeit eine Rotationsmöglichkeit
der Bürstenwalze in beide Richtungen vorgesehen ist, führt die hohe Adhäsionskraft
der von der Bürstenwalze abgerakelten Verschmutzungen zu besonderen Problemen. Denn
dann werden die Verschmutzungen an der Rakel nicht in jedem Fall nur in eine Richtung
abgeschleudert, sondern gegebenenfalls auch in die umgekehrte Richtung. Schmutzablagerungen
können damit nicht nur an der Rakel selbst und in mehr oder weniger unzugänglichen
Ecken einer Auffangwanne entstehen, die durch die Unterseite des Gehäuses der Reinigungsvorrichtung
gebildet wird, sondern gegebenenfalls auch oberhalb der Rakel in den dort befindlichen
Gehäuseteilen.
[0013] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Reinigungsvorrichtung
der eingangs genannten Art hinsichtlich ihrer Eignung für eine Verfahrensweise zu
verbessern, in der die Bürstenwalze mit wechselnden Rotationsrichtungen betrieben
wird.
[0014] Gelöst ist diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Bevorzugte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den Ansprüchen
2 bis 10 niedergelegt.
[0015] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ein Gehäuse mit einer Rückwand, einer oberen
Abdeckung und einer unteren Abdeckung sowie einer frontseitigen Öffnung vorgesehen,
die im Wesentlichen durch die Bürstenwalze ausgefüllt wird. Solch ein Gehäuse verhindert,
wie an sich bekannt, dass Waschflüssigkeiten und Schmutz in die Umgebung spritzen.
Das Besondere bei der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung besteht nun darin, dass
der Innenraum des Gehäuses, also der Raum, der durch die Rückwand, die obere und untere
Abdeckung sowie die Bürstenwalze umgrenzt ist, durch ein Trennelement, im einfachsten
Fall ein Blech, in einen oberen Waschflüssigkeiten-Auftragsraum, in dem die Mittel
zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten auf die Bürstenwalze angeordnet sind, und einen
unteren Schmutzraum, in dem die Rakel und die Spüleinrichtung angeordnet sind, aufgeteilt
ist.
[0016] Durch eine solche Konstruktion einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung wird
sichergestellt, dass das Abrakeln von Schmutz in beiden Rotationsrichtungen der Bürstenwalze
möglich ist, ohne die Mittel zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten durch abgeschleuderten
Schmutz zu beeinträchtigen. Dementsprechend ist es zwar bevorzugt, jedoch nicht notwendig,
dass beim Anstellen der Rakel eine Rotationsrichtung der Bürstenwalze gewählt wird,
die gewährleistet, dass der Schmutz in die untere Abdeckung des Gehäuses, die vorzugsweise
als Auffangwanne ausgebildet ist, abgestreift wird.
[0017] Bei einer solchen Zweiteilung des Innenraums des Gehäuses bietet es besondere Vorteile,
wenn die Spüleinrichtung für die Rakel am oder im Schmutzraum angeordnet ist und diesen
mitspült, also neben der Rakel auch zumindest auf einen oberen Teil des Schmutzraums
einwirkt, während die Auffangwanne, also der untere Teil des Schmutzraums, in der
Regel ohne eine solche Spülung auskommt.
[0018] Weitere Vorteile ergeben sich bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung dann, wenn die
Rakel schwenkbar gehalten ist, um sie an die Bürstenwalze anstellen und von dieser
abstellen zu können. In diesem Fall kann der Rakel außerdem ein Schaber zugeordnet
sein, der im einfachsten Fall aus einer flexiblen Platte besteht, jedoch auch andere
Formen haben kann, wobei der Schaber mit einer vorderen Kante auf der Rakel aufliegt
und beim Verschwenken der Rakel entlang von deren Oberfläche gleitet. Hierdurch wird
der Spülvorgang durch die erfindungsgemäße Spüleinrichtung unterstützt, da beim Gleiten
der vorderen Kante des Schabers über die Rakeloberfläche etwaiger dort festsitzender
Schmutz abgeschabt wird, wonach er sehr leicht weggespült werden kann. Wie erwähnt,
kann dies wegen der normalerweise hohen Klebrigkeit des Schmutzaufbaus höchst vorteilhaft
sein. Der Schaber ist vorzugsweise an der Rückwand des Gehäuses befestigt, so dass
seine vordere Kante beispielsweise aufgrund einer Elastizität des Schabers die Schwenkbewegung
der Rakel mitmacht.
[0019] Wie an sich bekannt, sind die Mittel zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten als Sprühvorrichtungen
ausgebildet, was zweckmäßigerweise auch für die Spüleinrichtung gilt. Zum Aufbringen
von Waschflüssigkeiten sind bevorzugt mindestens zwei Sprühvorrichtungen vorhanden,
wobei eine Sprühvorrichtung zum Aufbringen von flüssigem Waschmittel und eine Sprühvorrichtung
zum Aufbringen von Wasser vorgesehen ist. Je nach Anwendungsfall kann jedoch auch
nur eine Sprühvorrichtung oder können mehr als zwei Sprühvorrichtungen vorgesehen
sein.
[0020] Für einen besonders effizienten Einsatz der Waschflüssigkeiten können die Sprühvorrichtungen
außerdem mit Sprühdüsen versehen sein.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung wird im Folgenden
anhand der beigefügten Zeichnungen näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische seitliche Schnittdarstellung einer erfindungs- gemäßen Reinigungsvorrichtung
mit einem Teil des zu reinigen- den Zylinders in einer ersten Reinigungsphase;
- Figur 2
- eine Darstellung wie Figur 1 jedoch in einer zweiten Reinigungs- phase;
- Figur 3
- eine Darstellung wie Figur 1, jedoch in einer dritten Reinigungs- phase;
- Figur 4
- eine Darstellung wie Figur 1, jedoch in einer vierten Reinigungs- phase.
[0022] Die in Figur 1 dargestellte Reinigungsvorrichtung umfasst ein Gehäuse 1 mit einer
Rückwand 2, einer oberen Abdeckung 3, einer unteren Abdeckung 4, die als Auffangwanne
ausgebildet ist, sowie eine Bürstenwalze 5. Die Bürstenwalze 5 ist hier an einen nur
teilweise dargestellten, zu reinigenden Zylinder 6 angestellt und läuft mit diesem,
wie die Pfeile 7 und 8 für die Drehrichtungen symbolisieren, im Gleichlauf.
[0023] Wie dargestellt, füllt die Bürstenwalze 5 die von der oberen Abdeckung 3 und der
unteren Abdeckung 4 begrenzte Öffnung des Gehäuses 1 praktisch vollständig aus, so
dass ein maximaler Spritzschutz gegen Austritt von Waschflüssigkeiten und/oder Schmutz
aus dem Inneren des Gehäuses 1 in die Umgebung der Reinigungsvorrichtung gewährleistet
ist. Der so durch die Rückwand 2, die obere Abdeckung 3, die untere Abdeckung 4 sowie
die Bürstenwalze 5 begrenzte Innenraum des Gehäuses 1 wird mit einem, hier durch ein
Trennblech gebildetes Trennelement 9 in zwei Hälften aufgeteilt, wobei sich das Trennblech
9 von der Rückwand 2 bis fast an die Oberfläche der Bürstenwalze 5 erstreckt.
[0024] Ein erstes Sprührohr 10 zum Auftragen von Waschmittel und ein zweites Sprührohr 11
zum Auftragen von Wasser auf die Bürstenwalze 5 sind oberhalb des Trennelements 9
angeordnet, so dass der obere Teil des Innenraums des Gehäuses 1 ein Waschflüssigkeiten-Auftragsraum
12 ist. Unterhalb des Trennelements 9 erstreckt sich demgegenüber ein Schmutzraum
13, in dem eine Rakel 14 angeordnet ist, welche bedarfsweise in die Bürstenwalze 5
eingreift und Schmutz von dieser abstreift. Die Rakel 14 sitzt in einem Rakelhalter
15 und kann dementsprechend leicht ausgetauscht werden. Der Rakelhalter 15 sitzt auf
einer Torsionswelle 16, mittels welcher er mitsamt der Rakel 14 verschwenkt werden
kann. Die Schwenkbewegung ermöglicht, die Rakel 14 an die Bürstenwalze 5 anzustellen,
oder, wie hier dargestellt, von der Bürstenwalze 5 abzustellen und in eine Parkposition
zu bringen.
[0025] Ein Schaber 17, der durch eine flexible Platte gebildet ist, welche an der Rückwand
2 des Gehäuses 1 befestigt ist und auf der Rakel 14 nur aufgrund seiner Eigenelastizität
aufliegt, wird in seiner Funktion später beschrieben.
[0026] Im Schmutzraum 13 ist schließlich ein weiteres Sprührohr als Spüleinrichtung 18 angeordnet,
welche bedarfsweise Spülflüssigkeit auf die Rakel 14 sprühen kann.
[0027] Sowohl das erste Sprührohr 10 als auch das zweite Sprührohr 11 und das als Spüleinrichtung
18 verwendete Sprührohr sind mit eingesteckten Sprühdüsen 19 aus weichelastischem
Material versehen, welche an sich aus der
EP-A-1 759 846 bekannt sind und ein besonders effizientes Aufbringen der Waschflüssigkeiten und
der Spülflüssigkeit bewirken. Die Spüleinrichtung 18 ist hierbei, wie dargestellt,
mit über deren Längsachse verteilten, abwechselnd radial versetzten Sprühdüsen 19
versehen, um nicht nur die Rakel 14, sondern auch einen Teil des Schmutzraums 13 und
den Schaber 17 spülen zu können.
[0028] Die Figuren 2 bis 4 zeigen denselben Aufbau der schematisch dargestellten Reinigungsvorrichtung,
deren einzelne Bestandteile dementsprechend übereinstimmend mit Bezugszeichen versehen
sind. In den Figuren 3 und 4 ist der zu reinigende Zylinder 6 nicht mehr sichtbar,
da die Reinigungsvorrichtung hier vom Zylinder 6 abgestellt ist. Anhand der unterschiedlichen
Darstellungen in den Figuren 1 bis 4 kann daher die Funktionsweise des dargestellten
Ausführungsbeispiels für eine erfindungsgemäße Vorrichtung beschrieben werden:
[0029] In Figur 1 wird eine erste Reinigungsphase dargestellt. Die Bürstenwalze 5 rotiert
im Gleichlauf mit dem zu reinigenden Zylinder 6, so dass die Relativgeschwindigkeit
zwischen der Oberfläche der Bürstenwalze 5 und der Oberfläche des Zylinders 6 minimal
ist. Die Rakel 14 befindet sich in der Parkposition, und die Sprühdüsen 19 auf dem
ersten Sprührohr 10 sprühen Waschmittel auf die Bürstenwalze 5, während die Sprühdüsen
19 auf dem zweiten Sprührohr 11 Wasser auf die Bürstenwalze 5 aufsprühen. Diese Waschflüssigkeiten
werden von der Bürstenwalze 5 auf die zu reinigende Oberfläche des Zylinders 6 übertragen,
wobei aufgrund der geringen Relativgeschwindigkeit ein nahezu verlustfreier Übertrag
der Waschflüssigkeiten auf die Zylinderoberfläche erfolgen kann. Waschflüssigkeiten,
die auf der Bürstenwalze 5 verbleiben, werden an der in der Parkposition befindlichen
Rakel 14 vorbei geführt und stehen für den nächsten Umlauf der Bürstenwalze 5 wieder
zur Verfügung. Die Waschflüssigkeiten werden in Intervallen aufgesprüht, und zwar
jeweils nur etwa so viel, wie die Bürstenwalze 5 auf den Zylinder 6 übertragen kann.
[0030] Nach einer gewissen Einwirkzeit der Waschflüssigkeiten auf den Zylinder 6 werden
das erste Sprührohr 10 und das zweite Sprührohr 11 abgeschaltet und die Drehrichtung
7 der Bürstenwalze 5 gewechselt. Hierdurch entsteht am Berührungspunkt der Bürstenwalze
5 und des Zylinders 6 eine maximale Relativgeschwindigkeit und hierdurch ein maximaler
Schrubbeffekt, wodurch die angelösten Verschmutzungen auf der Oberfläche des Zylinders
6 von der Bürstenwalze 5 abgehoben werden. Soweit viel Schmutz vom Zylinder 6 abgehoben
werden muss, kann gleichzeitig die Torsionswelle 16 gedreht und hierdurch die Rakel
14 in Eingriff mit der Bürstenwalze 5 gebracht werden, so dass der Schmutz an der
Rakel 14 abgestreift und in die Auffangwanne 4 abgeschleudert werden kann. In Figur
2 wird hingegen eine Verfahrensweise dargestellt, bei der auch in einer zweiten Reinigungsphase
die Rakel 14 in der Parkposition verbleibt. Die Bürstenwalze 5 nimmt also den Schmutz
vom Zylinder 6 auf, ohne ihn gleichzeitig wieder abstreifen zu können.
[0031] Nach erfolgter Reinigung des Zylinders 6 wird die Bürstenwalze 5 von diesem abgestellt
und die Rakel 14 durch Verschwenken der Torsionswelle 16 und des Rakelhalters 15 an
die Bürstenwalze 5 angestellt. Diese Situation zeigt Figur 3. Hier befindet sich die
Rakel 14 mit ihrer Rakelkante im Eingriff mit der Bürstenwalze 5, während die Bürstenwalze
5 weiterhin in der bereits in Figur 2 dargestellten Drehrichtung 7 rotiert. Dies ist
die Selbstreinigungsphase der Vorrichtung, in der die Bürstenwalze 5 vom aufgenommenen
Schmutz wieder befreit wird. Da kein Kontakt mehr mit dem Zylinder 6 besteht, muss
nicht mehr auf einen möglicht minimalen Verbrauch der Waschflüssigkeiten geachtet
werden, so dass durch Aktivierung des ersten Sprührohrs 10 und des zweiten Sprührohrs
11 zur Unterstützung der Selbstreinigung wiederum Waschmittel und Wasser auf die Bürstenwalze
5 aufgesprüht werden. Diese Waschflüssigkeiten werden sodann zusammen mit dem vom
Zylinder 6 aufgenommenen Schmutz an der Rakel 14 abgestreift und in die Auffangwanne
4 abgeschleudert, von wo das Schmutz-Waschflüssigkeits-Gemisch in an sich bekannter
Weise abgeleitet wird.
[0032] An der Stelle, an der die Bürstenwalze 5 auf die Rakel 14 trifft, bildet sich aufgrund
der hohen Adhäsionsfähigkeit der im Schmutz enthaltenen Druckfarbe ein Schmutzaufbau.
Dieser wird in der in Figur 4 dargestellten Verfahrensphase wieder beseitigt. Hier
steht die Bürstenwalze 5 still und die Sprührohre 10 und 11 sind abgeschaltet. Durch
Verschwenken des Rakelhalters 15 um die Torsionswelle 16 ist die Rakel 14 wieder in
ihre Parkposition verbracht worden. Hierbei glitt die freie, auf der Rakel 14 aufliegende
Vorderkante des Schabers 17 entlang der Oberfläche der Rakel 14 und schabte diese
vom eben genannten Schmutzaufbau frei. Der abgeschabte Schmutz wird sodann, wie in
Figur 4 dargestellt, durch Aktivieren der Spüleinrichtung 18 in die Auffangwanne 4
gespült. Die Spüleinrichtung 18 sprüht hierbei nicht nur Spülflüssigkeit auf die Rakel
14 und den Rakelhalter 15, sondern auch bereichsweise in den Schmutzraum 13 hinein,
insbesondere auf den Schaber 17.
[0033] Sodann ist die Vorrichtung wieder bereit für einen weiteren Reinigungsvorgang. Das
Trennelement 9 gewährleistet, wie anhand der Figuren augenfällig wird, dass von der
Rakel 14 abgestreifter Schmutz nicht in den Waschflüssigkeiten-Auftragsraum 12 gelangen
kann, selbst wenn die Rakel 14 in einer Rotationsrichtung der Bürstenwalze 5 an diese
angestellt wird, in der der Schmutz nicht in die Auffangwanne 4 abgestreift wird,
sondern nach oben in den Schmutzraum 13 hinein. Das Trennelement 9 ermöglicht also
in jedem Fall, dass die Bürstenwalze 5 in beiden Rotationsrichtungen verwendet werden
kann. Denselben Effekt hat die erfindungsgemäße Spüleinrichtung 18, da ohne diese
ein Abstreifen des Schmutzes in den Schmutzraum 13 hinein innerhalb kurzer Zeit zu
einem Zusetzen des Schmutzraums 13 führen würde.
[0034] Die vorliegende Erfindung verbessert und optimiert die Verwendung und Effizienz von
Waschflüssigkeiten beim Reinigen von Zylindern einer Druckmaschine gegenüber dem Stand
der Technik nochmals erheblich.
1. Vorrichtung zum Reinigen von Zylindern einer Druckmaschine, umfassend eine an einen
zu reinigenden Zylinder (6) anstellbare, angetriebene Bürstenwalze (5), ein Gehäuse
(1) mit einer Rückwand (2), einer oberen Abdeckung (3) und einer unteren Abdeckung
(4) sowie einer frontseitigen Öffnung, die im Wesentlichen durch die Bürstenwalze
(5) ausgefüllt wird, eine zumindest zeitweise in die Bürstenwalze (5) eingreifende
Rakel (14) zum Abstreifen von Schmutz sowie Mittel (10, 11) zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten
auf die Bürstenwalze (5), wobei der Rakel (14) eine Spüleinrichtung (18) zugeordnet
ist, die bei Bedarf auf die Rakel (14) einwirkt und diese durch einen Spülvorgang
von Schmutz befreit,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Innenraum des Gehäuses (1) durch ein Trennelement (9) in einen oberen Waschflüssigkeiten-Auftragsraum
(12), in dem die Mittel (10, 11) zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten auf die Bürstenwalze
(5) angeordnet sind, und einen unteren Schmutzraum (13), in dem die Rakel (14) und
die Spüleinrichtung (18) angeordnet sind, aufgeteilt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spüleinrichtung (18) für die Rakel (14) am oder im Schmutzraum (13) angeordnet
ist und neben der Rakel (14) auch zumindest auf einen Teil des Schmutzraums (13) einwirkt.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rakel (14) schwenkbar gehalten ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rakel (14) außerdem ein Schaber (17) zugeordnet ist, der mit einer vorderen Kante
auf der Rakel (14) aufliegt und beim Verschwenken der Rakel (14) entlang von deren
Oberfläche gleitet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schaber (17) an der Rückwand (2) des Gehäuses (1) befestigt ist.
6. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die untere Abdeckung (4) des Gehäuses als Auffangwanne für den mittels der Rakel
(14) von der rotierenden Bürstenwalze (5) abgestreiften Schmutz ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mittel (10, 11) zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten Sprühvorrichtungen sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Sprühvorrichtungen vorhanden sind, wobei eine Sprühvorrichtung (10)
zum Aufbringen von flüssigem Waschmittel und eine Sprühvorrichtung (11) zum Aufbringen
von Wasser vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sprühvorrichtungen (10, 11) mit Sprühdüsen (19) versehen sind.
10. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spüleinrichtung (18) eine Sprühvorrichtung mit Sprühdüsen (19) ist.
1. Device for cleaning cylinders of a printing press, comprising a driven brush roller
(5) positionable against a cylinder (6) to be cleaned; a housing (1) having a rear
wall (2), an upper cover (3) and a lower cover (4) and also a front opening which
is substantially filled by the brush roller (5); a doctor blade (14) which engages
at least intermittently in the brush roller (5) for wiping off contaminants; and means
(10, 11) for applying washing liquids to the brush roller (5), wherein
there is associated with the doctor blade (14) a rinsing device (18) which, when necessary,
acts on the doctor blade (14) and by means of a rinsing operation frees the doctor
blade of contaminants, characterised in that
the interior of the housing (1) is divided by a partition element (9) into an upper
washing liquid application chamber (12), in which the means (10, 11) for applying
washing liquids to the brush roller (5) are arranged, and a lower contaminant chamber
(13) in which the doctor blade (14) and the rinsing device (18) are arranged.
2. Device according to claim 1,
characterised in that
the rinsing device (18) for the doctor blade (14) is arranged at or in the contaminant
chamber (13) and, in addition to acting on the doctor blade (14), also acts on at
least a portion of the contaminant chamber (13).
3. Device according to either one of claims 1 and 2,
characterised in that
the doctor blade (14) is pivotally mounted.
4. Device according to claim 3,
characterised in that
there is also associated with the doctor blade (14) a scraper (17), the forward edge
of which rests on the doctor blade (14) and, when the doctor blade (14) is pivoted,
slides along the surface thereof.
5. Device according to claim 4,
characterised in that
the scraper (17) is attached to the rear wall (2) of the housing (1).
6. Device according to at least one of claims 1 to 5,
characterised in that
the lower cover (4) of the housing is in the form of a collecting trough for the contaminants
wiped off the rotating brush roller (5) by means of the doctor blade (14).
7. Device according to at least one of claims 1 to 6,
characterised in that
the means (10, 11) for applying washing liquids are spraying devices.
8. Device according to claim 7,
characterised in that
at least two spraying devices are present, one spraying device (10) being provided
for applying liquid washing agent and one spraying device (11) being provided for
applying water.
9. Device according to either one of claims 7 and 8,
characterised in that
the spraying devices (10, 11) are provided with spraying nozzles (19).
10. Device according to at least one of claims 1 to 9,
characterised in that
the rinsing device (18) is a spraying device having spraying nozzles (19).
1. Dispositif pour le nettoyage de cylindres d'une presse d'impression, comprenant un
rouleau brosseur entraîné (5) pouvant être appliqué contre un cylindre (6) à nettoyer,
un boîtier (1) doté d'une paroi arrière (2), d'un élément de recouvrement supérieur
(3), d'un élément de recouvrement inférieur (4) et d'une ouverture frontale qui est
essentiellement remplie par le rouleau brosseur (5), un racloir (14) s'engageant au
moins par moments dans le rouleau brosseur (5) pour enlever les impuretés en les raclant,
et des moyens (10, 11) pour déverser des liquides de lavage sur le rouleau brosseur
(5), sachant qu'un équipement de rinçage (18) est associé au racloir (14), équipement
qui agit en cas de besoin sur le racloir (14) et le libère des impuretés par un processus
de rinçage,
caractérisé en ce que l'espace intérieur du boîtier (1) est divisé par un élément de séparation (9) en
une chambre supérieure (12) d'application de liquides de lavage, dans laquelle sont
disposés les moyens (10, 11) pour déverser des liquides de lavage sur le rouleau brosseur
(5), et une chambre inférieure d'impuretés (13), dans laquelle sont disposés le racloir
(14) et l'équipement de rinçage (18).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'équipement de rinçage (18) pour le racloir (14) est disposé sur ou dans la chambre
d'impuretés (13) et agit non seulement sur le racloir (14), mais aussi au moins sur
une partie de la chambre d'impuretés (13).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le racloir (14) est monté à pivotement.
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'un grattoir (17) est en outre associé au racloir (14), et il repose par un bord avant
sur le racloir (14) et glisse le long de la surface du racloir (14) lors du pivotement
de ce dernier.
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que le grattoir (17) est fixé sur la paroi arrière (2) du boîtier (1).
6. Dispositif selon au moins une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'élément de recouvrement inférieur (4) du boîtier est conçu comme cuve collectrice
pour les impuretés enlevées du rouleau brosseur rotatif (5) au moyen du racloir (14).
7. Dispositif selon au moins une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les moyens (10, 11) pour déverser des liquides de lavage sont des dispositifs de
pulvérisation.
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'au moins deux dispositifs de pulvérisation sont présents, sachant qu'un dispositif
de pulvérisation (10) est prévu pour déverser du produit de lavage liquide et un dispositif
de pulvérisation (11) pour déverser de l'eau.
9. Dispositif selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que les dispositifs de pulvérisation (10, 11) sont pourvus de buses de pulvérisation
(19).
10. Dispositif selon au moins une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que l'équipement de rinçage (18) est un dispositif de pulvérisation avec des buses de
pulvérisation (19).