[0001] Die Erfindung betrifft eine Schiebefensterbaugruppe für ein Kraftfahrzeug, wobei
die Schiebefensterbaugruppe zumindest ein feststehendes Flächenelement und zumindest
ein relativ zum feststehenden Flächenelement bewegliches Schiebefenster aufweist,
das Schiebefenster im geschlossenen Zustand außenseitig bündig in dem Flächenelement
unter Bildung einer weitestgehend glatten und optisch ebenen Außenfläche eingelassen
ist, das Flächenelement zumindest zum Teil von einem Rahmenmodul gebildet ist, das
Rahmenmodul zur Bildung der Außenfläche eine außenseitig angeordnete Rahmenplatte
aufweist, die zumindest an ihrer Außenseite aus einem Kunststoffmaterial hergestellt
ist, und innenseitig oder randseitig an der Rahmenplatte Funktionselemente angeordnet
sind.
[0002] Um bei Kraftfahrzeugen auch in Fenstern, die zumindest in Teilen ortsfest zur Karosserie
angeordnet sind, beispielsweise Seiten- oder Dachfenster, Lüftungsmöglichkeiten für
den Innenraum zu schaffen, sind in letzter Zeit zunehmend Schiebefensteranordnungen
eingesetzt worden. Dabei ist in erster Linie aus optischen Gesichtspunkten das bewegliche,
die Öffnung des Fensters freigebende Schiebefenster derart bündig im feststehenden
Flächenelement des Schiebefensters angeordnet, dass sich im geschlossenen Zustand
eine im wesentlichen ebene, optisch einflächige Außenfläche ergibt.
[0003] Rahmenmodule für Schiebefensteranordnungen dieser Art sind bekannt. Die
EP 0 968 862 offenbart ein Schiebefenster mit einem dem Rahmenmodul entsprechenden Blendrahmen.
Der Blendrahmen bildet gemeinsam mit einer seitlich zu diesem angeordneten feststehenden
Glasscheibe eine Ausnehmung, in die ein bewegliches Fenster eingelassen ist. Der Blendrahmen
kann ebenfalls aus Kunststoff ausgebildet sein und weist ferner auf seiner Innenseite
an die Innenseite angeschweißte oder mit dieser verklebte Führungsschienen auf.
[0004] Die
US 5,809,706 beschreibt eine Schiebefensterbaugruppe, bei der eine feststehende Platte als Flächenelement
bündig mit der Karosserie in eine Karosserieausnehmung eingesetzt ist. Mit der Innenseite
der feststehenden Platte sind Funktionselemente in Form von Führungsschienen verklebt.
Verlängerungen dieser Führungsschienen können dabei bis in den Randbereich der feststehenden
Platte ragen und zwischen der Karosserie und der feststehenden Platte verklebt sein,
um im Falle eines Unfalls die bewegliche Platte trotz des Zerberstens der feststehenden
Platte in den Führungsschienen halten zu können. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass
die feststehende Platte, sofern sie aus mehreren Elementen zusammengesetzt ist, auch
aus anderen Materialen als Glas hergestellt sein kann.
[0005] Diese bekannten Schiebefensterbaugruppen bringen jedoch eine Reihe von Problemen
mit sich. Zum einen ist die Verwendung von Glas problematisch. Dessen Herstellung
und Ver- bzw. Bearbeitung ist relativ teuer. Lochartige Ausnehmungen in Glasplatten
einzubringen ist fertigungstechnisch schwierig und daher kostspielig. Geforderte Toleranzen
und die gewünschte Glasqualität können regelmäßig nur schwer eingehalten werden. Ferner
sind die Materialeigenschaften des Glases zwar hinsichtlich der Durchsichtigkeit,
Härte und Kratzfestigkeit sehr vorteilhaft, jedoch birgt die Brüchigkeit insbesondere
bei einem Unfall schwer zu kalkulierende Risiken und Verletzungsgefahren. Hiervon
abgesehen ist Glas relativ schwer, was einem konsequenten Leichtbau entgegenwirkt.
Dies hat dazu geführt - wie auch dem Stand der Technik zu entnehmen ist - das Flächenelement
teilweise aus einem Kunststoffbauteil zu fertigen.
[0006] Glas lässt sich ferner für den hier relevanten Zweck sinnvoll nur durch Kleben mit
anderen Materialien dauerhaft und sicher verbinden. Die für eine Schiebefensterbaugruppe
notwendigen weiteren Funktionselemente wie Wasserablauf, Dichtungen, Führungsschienen
etc. werden daher im genannten Stand der Technik ausschließlich mittelbar oder unmittelbar
mit dem feststehenden Flächenelement oder der Karosserie verklebt, ohne dabei die
technischen Möglichkeit der Kunststoffverarbeitung konsequent zu verwirklichen. Dies
führt in der Fertigung zu weiteren notwendigen Fertigungsschritten, die das Endprodukt
verteuern. Auch die Formgebung ist bei Glas deutlich schwieriger. Eine andere Gestaltung
als eine scheibenartige bzw. flächige Gestaltung eines Glasbauteils ist schwierig
zu erzielen und aus Kostengründen oft nicht zu akzeptieren. Gleiches gilt für das
Anbringen von Bohrungen oder Gewinden im Glas oder die Integration von Bauteilen im
Glas, das durch dessen hohe Verarbeitungstemperaturen beispielsweise das Eingießen
von Kunststoffbauteilen oder Dichtungen nicht erlaubt.
[0007] Der
DE 196 55 079 C2 ist die Möglichkeit zu entnehmen, Fenster aus Kunststoff zu fertigen und bestimmte
Funktionselemente schon im Rahmen des Spritzgießprozesses an der Fensterbaugruppe
auszubilden, ohne dass die
DE 196 55 079 C2 dabei jedoch auf spezifische Problemstellungen bei Schiebefenstern eingeht.
[0008] Eine spezifische Problemstellung bei Schiebefenstern ist es, dass zwecks eines Diebstahls
in den Spalt zwischen Schiebefenster und dem feststehenden Flächenelement mit einem
Werkzeug eingedrungen werden kann, um das Schiebefenster auszuhebeln. Oder es besteht
die Gefahr, dass das Schiebefenster bei unzureichender Halterung im feststehenden
Flächenelement einfach eingedrückt wird.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es daher, unter Ausnutzung der durch die Kunststoffverarbeitung
eröffneten Möglichkeiten den Diebstahlschutz an einem mit einem Schiebefenster ausgestatteten
Fahrzeug zu erhöhen. Die Konstruktion und die Fertigung von Schiebefensterbaugruppen
soll dabei vereinfacht und kostengünstig gestaltet sein. Es sollen ferner weitere
Vorteile wie erhöhte Insassensicherheit im Crashfall, Gewichtsreduzierung, Bauraumverringerung,
Materialeinsparungen oder auch eine optische ansprechendere Erscheinung erzielt werden.
[0010] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung durch die im kennzeichnenden Teil der Patentansprüche
1 und 14 genannte Merkmale gelöst. Soweit nachfolgend von einem Funktionselement die
Rede ist, ist hiermit stets insbesondere eine Diebstahlschutzleiste gemeint.
[0011] Es ist somit möglich, auf ein Ankleben oder Anschweißen eines getrennt zu fertigenden
Funktionselementes, insbesondere einer Diebstahlschutzleiste, zumindest an dem Teil
des Flächenelements, das aus Kunststoff hergestellt ist, zu verzichten. Funktionselement
und Rahmenplatte bilden eine Einheit, die in einem Fertigungsschritt hergestellt wird.
Es wird eine kompakte Baugruppe mit geringem Bauraum geschaffen, die nicht nur aufgrund
des im Verhältnis zu Glas leichteren Kunststoffs gewichtsreduziert ist. Auch Materialeinsparungen
gewährleisten eine Gewichtsreduktion, da das Verkleben getrennter Funktionselemente
an die Rahmenplatte in der Regel aufwendigere Bauteile erfordert, die durch die Integration
der Funktionselemente an bzw. in die Rahmenplatte entfallen oder konstruktiv vereinfacht
können.
[0012] Ein weiterer Vorteil ist die Insassensicherheit. Bei der Verwendung von Glas bzw.
bei dem Verkleben oder Verschweißen der Funktionselemente mit der Rahmenplatte besteht
möglicherweise die Gefahr, dass sich einzelne Teile im Falle von Extremkräften von
der Rahmenplatte lösen, in den Innenraum geschleudert werden und Insassen verletzen.
Sind die Funktionselemente jedoch unmittelbar an die Innenseite der Rahmenplatte angeformt
und nicht lediglich angeklebt, gewährleistet die so gebildete Schiebefensterbaugruppe
eine erhöhte Sicherheit. Hinzu kommt, dass durch die konsequente Verwendung von geeignetem
Kunststoff, der im Gegensatz zu Glas ohnehin eine bessere Schlagzähigkeit und ein
günstigeres Bruchverhalten aufweist, die Sicherheit weiter erhöht wird.
[0013] Unmittelbar an der Rahmenplatte anformen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die
Funktionselemente nicht als zunächst eigenständiges getrenntes Bauteil nach Fertigstellung
der Rahmenplatte durch Kleben oder Anschweißen an dieser angebracht werden. Vielmehr
sollen die Funktionselemente innerhalb des Fertigungsprozesses der Rahmenplatte an
dieser angeordnet bzw. in diese integriert werden, in dem sie beispielsweise gleichzeitig
mit dieser als integrales Bauteil gegossen, zumindest teilweise innerhalb der Rahmenplatte
eingegossen, an diese angespritzt oder etwa mit dieser zusammenlaminiert werden.
[0014] Das Kunststoffmaterial der außenseitigen Rahmenplatte, das vorzugsweise ein Glas
imitierendes Kunststoffmaterial ist, kann dabei beispielsweise ein PMMA oder ein ABS
sein. Entscheidend ist dabei nicht, dass der Kunststoff durchsichtig ist, da bei Kraftfahrzeugen
die herkömmlichen Glasscheiben in ihren Randbereichen zum optischen Verdecken von
Klebestellen oder von Funktionselementen ebenfalls regelmäßig undurchsichtig sind.
Vielmehr soll bevorzugt lediglich der optische Eindruck erweckt werden, dass es sich
um Glas handele. Der Kunststoff kann also etwa auch durchgefärbt, lackiert oder anderweitig
beschichtet sein. Dabei kommen insbesondere Beschichtungen in Betracht, die die Widerstandsfähigkeit
der Oberfläche erhöhen.
[0015] Um die Insassensicherheit weiter zu erhöhen, kann vorgesehen sein, dass die Rahmenplatte
außenseitig einen ersten Materialbereich, vorzugsweise aus einem Glas imitierenden
Kunststoffmaterial, und innenseitig zumindest einen zweiten Materialbereich mit zum
ersten Materialbereich unterschiedlichen Werkstoffeigenschaften aufweist. Das Glas
imitierende Kunststoffmaterial der Außenseite der Rahmenplatte weist im Verhältnis
zu Glas zwar eine bessere Schlagzähigkeit und günstigere Brucheigenschaften auf, stellt
aber beispielsweise im breiten Spektrum der Kunststoffe immer noch einen eher brüchiges
unelastisches Material dar. Um die Rahmenplatte weiter zu optimieren und auch das
Anformen der Funktionselemente zu erleichtern, weist daher die Rahmenplatte bevorzugt
innenseitig den zweiten Materialbereich auf. Dieser kann, da er nicht die Anforderungen
der nach außen gerichteten Fläche erfüllen muss, andere, für die Innenseite geeignetere
Materialeigenschaften aufweisen. Dies kann dadurch erreicht werden, dass beim Spritzgießen
der Rahmenplatte die Materialeigenschaften der Außen- bzw. Innenseite durch unterschiedliche
Abkühlkurven unterschiedlich beeinflusst werden. Es kann auch vorgesehen werden, dass
erst nach Spritzgießen des ersten Materialbereichs das Werkzeug den Raum für den zweiten
Materialbereich freigibt, so dass dieser nachgespritzt wird. Bei einer geeigneten
Beschichtung der Außenseite kann auch die Beschichtung selbst den ersten Materialbereich
bilden. Der zweite Materialbereich kann in sich wiederum aus unterschiedlichen Materialien
bzw. Werkstoffen bestehen.
[0016] Eine alternative Ausgestaltung sieht vor, dass die Rahmenplatte des Rahmenmoduls
zumindest zum Teil als Werkstoffverbund oder als Verbundwerkstoff hergestellt ist.
Dies führt dazu, dass die Rahmenplatte die Werkstoffeigenschaften verschiedener Materialien
in sich vereint den Anforderungen entsprechend optimal ausgelegt werden kann. Hierzu
bietet sich als Materialverbund unter anderem eine Sandwichbauweise. Bei einer geeigneten
Materialkombination ergeben sich im Hinblick auf die gesamte Rahmenplatte verbesserte
Gesamteigenschaften.
[0017] Um die Sicherheit und die Bruchfestigkeit weiter zu erhöhen, ist eine Ausgestaltung
vorteilhaft, bei der die Rahmenplatte einen faserverstärkten Materialbereich aufweist.
Dies hat nicht nur den Vorteil einer weiteren Erhöhung der Stabilität und der Bruchsicherheit,
sondern führt auch dazu, dass die Funktionselemente über die Fasern, sofern diese
als Langfaserverstärkung in den mit der Karosserie verklebten Randbereich der Rahmenplatte
ragen, ebenfalls mit der Karosserie verbunden sind. Selbst bei einem Bruch der Rahmenplatte
werden die Funktionselemente im Crashfall daher nicht abgesprengt, sondern bleiben
über die Fasern mit der Karosserie verbunden. Dies gilt um so mehr, falls die Funktionselemente
innerhalb der Faserschicht einlaminiert sind. Es ist aber auch die Verwendung von
Kurzfasern denkbar, mit denen beispielsweise das Kunststoffmaterial der Rahmenplatte
vor einem Spritzgussprozess versehen sind.
[0018] Die gewünschte kompakte Schiebefensterbaugruppe wird insbesondere dadurch erzielt,
dass die Funktionselemente an der Rahmenplatte innenseitig oder randseitig angespritzt
sind. Sie können dabei sowohl unmittelbar als auch mittelbar angespritzt werden. Unmittelbar
heißt in diesem Zusammenhang, dass die Funktionselemente direkt im selben Fertigungsschritt
mit der Rahmenplatte spritzgegossen und so an dieser angeformt werden. Mittelbar bedeutet,
dass für die Funktionselemente ein zweiter, vorzugsweise im gleichen Werkzeug stattfindender
Spritzgussprozess initiiert wird, um für die Funktionselemente gegebenenfalls ein
anderes für ihren Zweck geeigneteres Material vorzusehen. Es kann also sowohl eine
Einkomponenten- als auch eine Mehrkomponententechnik angewandt werden. Dies kann beispielsweise
dadurch erreicht werden, dass nach dem Spritzgießen der Rahmenplatte Gusskerne gezogen
werden, in deren Raum dann das Material für die Funktionselemente gespritzt wird.
Sofern die Rahmenplatte zwei Materialbereiche aufweist, die nacheinander gespritzt
werden, so werden die Funktionselemente vorzugsweise an den zweiten Materialbereich
unmittelbar oder mittelbar angespritzt.
[0019] Die Funktionselemente können auch zumindest teilweise innerhalb der Rahmenplatte
angeordnet und von dem Material der Rahmenplatte umgeben sein, insbesondere von dem
Material der Rahmenplatte umspritzt oder in diese einlaminiert sein. Werden etwa Dichtungsleisten
oder andere Funktionselemente wie Stützprofile von der Rahmenplatte umgossen, sind
diese auf einfachere und sicherere Weise mit dieser verbunden. Auch können Verstärkungseinlagen,
insbesondere aus Metall, vorgesehen sein, die sowohl von dem Rahmenplattenmaterial
als auch vom Material eines Funktionselements umgossen sind. Die Verbindung von Rahmenplatte
und Funktionselement wird dadurch weiter erhöht. Solche Verstärkungseinlagen stellen
in so fern ein eigenes unmittelbar an der Rahmenplatte angeformtes bzw. mittelbar
an dieser angespritztes Funktionselement dar.
[0020] Eine Verstärkungseinlage als Funktionselement, insbesondere eine Metalleinlage, kann
auch nur teilweise in der Rahmenplatte, insbesondere in deren zweiten Materialbereich,
eingegossen sein. Dies ermöglicht es, weitere Bauteile, die beispielsweise aufgrund
ihrer Komplexität nicht mittelbar oder unmittelbar an die Rahmenplatte angeformt werden
können oder sollen, an die Metalleinlage anzustecken. Hierdurch werden weitere Verbindungstechniken
wie Schraub- oder Klipsverbindungen ermöglicht, da die verstärkende Einlage bei geeignetem
Material ohne weiteres belastbare Gewinde oder Schnapphaken aufnehmen kann. Auf ein
Kleben oder Anschweißen kann verzichtet werden.
[0021] Funktionselemente können dabei unterschiedlichsten Zwecken dienen. So umfassen bevorzugt
die Funktionselemente Führungsschienen, in denen das Schiebfenster geführt ist. Auch
kann unmittelbar an das Rahmenelement eine Diebstahlschutzleiste angeformt werden,
die das Eindringen in den Spalt zwischen Schiebefenster und Flächenelement mit einem
Werkzeug oder das Eindrücken des Schiebefensters erschwert. Ferner bietet es sich
an, an der Innenseite der Scheibe anfallendes Wasser, beispielsweise Kondens- bzw.
Schwitzwasser oder von außen aufgrund von Undichtigkeiten durch die Dichtungen eindringendes
Wasser, durch ein Wassermanagement, dass Mittel zum Ableiten des Wassers umfasst,
zu sammeln und über einen Wasserablauf nach außen abzuleiten. So kann beispielsweise
an das Rahmenelement eine Wasserauffangrinne angeformt sein, die das Wasser in der
Rahmenplatte vorgesehenen Ablaufkanälen zuleitet, die es dann wiederum nach außen
ableiten. Die Funktionselemente können ferner Mittel zum Anzeigen von Informationen,
insbesondere Leuchtmittelanzeigen, oder Dichtelemente, insbesondere Dichtleisten,
umfassen. Auch können Zierleisten vorgesehen sein, die in die Rahmenplatte integriert
sind. Diese Zierleisten können auch außenseitig derart an der Rahmenplatte angeordnet
sein, dass sie von außen sichtbar sind, beispielsweise um den Übergang von Karosserie
zur Rahmenplatte optisch ansprechend zu gestalten. Auch ist es denkbar, an die Rahmenplatte
Mittel zum Halten von Zusatzelementen wie Jalousien, Fliegengitter, Gardinen, Haltenetze
für Kleingegenstände, Spiegel, Leselampen, Getränkehalter etc. anzuformen.
[0022] Ebenfalls zur Erfindung gehörig wird das Rahmenmodul selbst angesehen, das noch nicht
zu einer Schiebefensterbaugruppe zusammengesetzt ist. Ferner sei erwähnt, dass die
vorliegende Erfindung selbstverständlich nicht strikt auf die Anwendung bei seitlichen
Schiebefensterbaugruppen beschränkt sein muss. Ebenfalls denkbar ist beispielsweise
die Anwendung im Bereich eines Schiebedachs. Letztlich lässt sich der Erfindungsgedanke
auch auf Schiebefensteranordnungen von anderen Fahrzeugen wie Züge, Schiffe und Flugzeuge
oder auch auf den Heimbereich anwenden.
[0023] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der
Zeichnungen.
[0024] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Gesamtansicht einer Schiebefensterbaugruppe,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht eines unteren Übergangsbereichs von Schiebefenster und Rahmenmodul,
und
- Fig. 3
- eine Schnittansicht eines seitlichen Übergangsbereichs von Schiebefenster und Rahmenmodul.
[0025] In Fig. 1 ist eine Schiebefensterbaugruppe in der Gesamtansicht dargestellt. Die
Schiebefensterbaugruppe umfasst eine feststehende Platte 1, die eine linksseitig angeordnete
Glasscheibe und ein rechtsseitig angeordnetes Rahmenmodul 3 aufweist, in das ein Schiebefenster
2 eingelassen ist. In Fig.1 1 ist die Schiebefensterbaugruppe beispielhaft derart
dargestellt, dass das Rahmenmodul 3 außenseitig bündig mit der linksseitig angeordneten
Glasscheibe abschließt und das Schiebefenster 2 im geschlossenen Zustand vollumfänglich
in das Rahmenmodul 3 eingelassen ist. Alternativ kann selbstverständlich auch auf
die linksseitig angeordnete Glasscheibe verzichtet werden, so dass die feststehende
Platte 1 ausschließlich von dem Rahmenmodul 3 gebildet ist. Auch das das Schiebefenster
2 vollumfänglich umgebende Rahmenmodul 3 kann alternativ so ausgestaltet sein, dass
es das Schiebefenster 2 nur in den nicht der Glasscheibe zugewandten Randbereichen
umgibt, so dass der der Glasscheibe zugewandte Randbereich des Schiebefensters 2 unmittelbar
an die Glasscheibe angrenzt.
[0026] Der die Außenfläche des Rahmenmoduls 3 bildende Bestandteil ist von einer Rahmenplatte
4 gebildet, die hier etwas rechteckförmig mit an einer Seite abgerundeten Ecken und
eine Ausnehmung für das Schiebefenster 2 aufweist. Insgesamt ist so eine weitestgehend
glatte und optisch ebene Außenfläche der gesamten Schiebefensterbaugruppe gewährleistet.
Glatt und optisch eben schließt selbstverständlich das Vorhandensein konstruktionsbedingter
Spalte zwischen den einzelnen die Außenfläche bildenden Bauteilen nicht aus.
[0027] Zum Verschieben des Schiebefensters 2 wird dieses durch den Verschiebemechanismus
aus der Außenflächenebene der Schiebefenstereinheit nach innen hin verschoben und
auf der Innenseite der Schiebefensterbaugruppe entlang und im wesentlichen parallel
zu dieser geführt. Die geöffnete Position ist der gestrichelten Darstellung zu entnehmen.
Wird auf die linksseitig zum Rahmenmodul 3 angeordnete Glasscheibe verzichtet, wie
es sich beispielsweise bei einem Schiebedach anbietet, wird das Schiebefenster 2 in
bekannter Weise hinter der Karosserie geführt.
[0028] Einige Funktionselemente 5 sind in Fig. 1 gestrichelt dargestellt. So weist das Rahmenmodul
3 eine Diebstahlschutzleiste 9 auf, die das Schiebefenster 2 rückseitig umgreift,
um das Eindrücken oder Aushebeln des Schiebefensters zu erschweren. Ferner sind neben
einer oberen und einer unteren Führungsschiene 8 auch Wasserkanäle 10" gezeigt, durch
die hindurch auf der Innenseite der Schiebefensterbaugruppe anfallende Flüssigkeit
nach außen abgeleitet werden kann.
[0029] Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht des unteren Bereichs der Schiebefensterbaugruppe.
Das Schiebefenster 2 ist mittelbar über einen Gleitschuh in einer Führungsschiene
8 geführt. Die Führungsschiene 8 ist hier beispielhaft nicht als Funktionselement
gezeigt, sonder vielmehr auf ein durch eine metallische Verstärkungseinlage 12 gebildetes
Funktionselement 5,12 aufgesteckt, vorzugsweise aufgeklipst. Die Verstärkungseinlage
ist mit einem ersten Bereich in einen zweiten Materialbereich 7 eingegossen und so
unmittelbar an der Rahmenplatte 4 angeformt. Ein zweiter Bereich bildet die Verbindungsmöglichkeit
mit der Führungsschiene 8. Die Führungsschiene 8 kann aber in einer anderen Ausgestaltung
auch als Funktionselement ausgestaltet und selbst mit oder ohne Verstärkungseinlage
12 unmittelbar an die Rahmenplatte 4 angeformt sein.
[0030] Die Rahmenplatte 4 weist weiter ein Wassermanagementsystem auf, bei dem unterhalb
einer Dichtlippe, die den Spalt zwischen Schiebefenster 2 und Rahmenmodul 3 nach innen
abdichtet, eine Auffangrinne 10' angeordnet ist. Diese ist unmittelbar an den zweiten
Materialbereich 7 der Rahmenplatte 4 angeformt und mit diesem einstückig verbunden.
Gleichzeitig ist sind bei der in Fig. 1 dargestellten Schiebefensterbaugruppe drei
Ablaufkanäle 10" innerhalb der Rahmenplatte 4 vorgesehen, die das in der Auffangrinne
10' gesammelte Wasser durch die Rahmenplatte 4 hindurch nach außen ableiten.
[0031] Die Rahmenplatte 4 weist in Fig. 2 neben einem ersten Materialbereich 6 einen zweiten
Materialbereich auf. Der erste Materialbereich 6 in Fig. 3 ist gegenüber dem in Fig.
2 deutlich schmaler ausgeführt. Von Bedeutung ist die Erkenntnis, dass man mit einem
äußeren ersten Materialbereich 6 und einem inneren zweiten Materialbereich 7 ein Werkstoffverbund
erzielen kann, der den unterschiedlichen Anforderungen an die Fahrzeugaußenseite und
an die Rahmenplatteninnenseite gerecht werden kann.
[0032] Die Schnittansicht des seitlichen Übergangsbereichs von Schiebefenster 2 und Rahmenmodul
3 in Fig. 3 zeigt als weitere Funktionselemente 5 eine Diebstahlschutzleiste 9 und
eine in die Rahmenplatte 4 eingegossene und so unmittelbar an dieser angeformte Dichtung
11. Die Diebstahlschutzleiste 9 ist dabei einstückig mit der Rahmenplatte 4 verbunden
und bildet so mit dieser eine besonders stabile Einheit. Auf das bisher übliche Aufkleben
einer solchen Leiste wird verzichtet.
[0033] Das Rahmenmodul 3 in Fig. 2 und Fig. 3 ist über eine Klebstoffnaht dauerhaft mit
der Fahrzeugkarosserie 12 verbunden. Die Rahmenplatte 4 kann selbstverständlich aus
mehreren Teilplatten zusammengesetzt sein, die zusammengesetzt werden und jeweils
einen Teil der Außenfläche der Schiebefensterbaugruppe bilden.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- feststehendes Flächenelement
- 2
- Schiebefenster
- 3
- Rahmenmodul
- 4
- Rahmenplatte
- 5
- Funktionselement
- 6
- erster Materialbereich
- 7
- zweiter Materialbereich
- 8
- Führungsschiene
- 9
- Diebstahlschutzleiste
- 10
- Mittel zum Auffangen von Wasser
- 10'
- Wasserauffangrinne
- 10"
- Wasserablaufkanäle
- 11
- Dichtleisten
- 12
- Verstärkungseinlage
- 13
- Fahrzeugkarosserie
1. Schiebefensterbaugruppe für ein Kraftfahrzeug, wobei die Schiebefensterbaugruppe zumindest
ein feststehendes Flächenelement (1) und zumindest ein relativ zum feststehenden Flächenelement
(1) bewegliches Schiebefenster (2) aufweist, das Flächenelement (1) zumindest zum
Teil von einem Rahmenmodul (3) gebildet ist, das Rahmenmodul (3) zur Bildung der Außenfläche
eine außenseitig angeordnete Rahmenplatte (4) aufweist, die zumindest an ihrer Außenseite
aus einem Kunststoffmaterial hergestellt ist, und das Rahmenmodul (3) zumindest ein
Funktionselement (5) aufweist, das an der Rahmenplatte (4) innenseitig oder randseitig
angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionselemente (5) eine Diebstahlschutzleiste (9) umfassen, die unmittelbar
an und/oder in der Rahmenplatte angeformt sind.
2. Schiebefensterbaugruppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Diebstahlschutzleiste 9 das Schiebefenster 2 rückseitig umgreift.
3. Schiebefensterbaugruppe nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Diebstahlschutzleiste 9 einstückig mit der Rahmenplatte 4 verbunden ist.
4. Schiebefensterbaugruppe einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebefenster (2) im geschlossenen Zustand außenseitig bündig in dem Flächenelement
(1) unter Bildung einer weitestgehend glatten und optisch ebenen Außenfläche eingelassen
ist.
5. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rahmenplatte (4) außenseitig einen ersten Materialbereich (6), vorzugsweise aus
einem Glas imitierenden Kunststoffmaterial, und innenseitig zumindest einen zweiten
Materialbereich (7) mit zum ersten Materialbereich (6) unterschiedlichen Werkstoffeigenschaften
aufweist.
6. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rahmenplatte (4) des Rahmenmoduls (3) zumindest zum Teil als Werkstoffverbund
oder als Verbundwerkstoff hergestellt ist.
7. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rahmenplatte (4) einen faserverstärkten Materialbereich aufweist.
8. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionselemente (5) an der Rahmenplatte (4) innenseitig oder randseitig angespritzt
sind.
9. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionselemente (5) zumindest teilweise innerhalb der Rahmenplatte (4) angeordnet
und von dem Material der Rahmenplatte (4) umgeben sind, insbesondere von dem Material
der Rahmenplatte (4) umspritzt oder in diese einlaminiert sind.
10. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionselemente (5) zumindest teilweise aus einem gegenüber dem Kunststoffmaterial
des ersten Materialbereichs (6) der außenseitigen Rahmenplatte (4) andersartigen zweiten
Material mit unterschiedlichen Werkstoffeigenschaften gebildet ist.
11. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionselemente (5) eine Führungsschiene (8) umfassen, in der das Schiebefenster
(2) geführt ist.
12. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionselemente (5) Mittel zum Anzeigen von Informationen, insbesondere Leuchtmittelanzeigen,
umfassen.
13. Schiebefensterbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionselemente (5) Dichtungen (11) , insbesondere Dichtleisten, umfassen.
14. Rahmenmodul (3) einer Schiebefensterbaugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 13 und
eingerichtet, zumindest einen Teil eines Flächenelements (1) zu bilden, aufweisend
eine außenseitig angeordnete Rahmenplatte (4) zur Bildung der Außenfläche, die zumindest
an ihrer Außenseite aus einem Kunststoffmaterial hergestellt ist, und zumindest ein
Funktionselement (5), das an der Rahmenplatte (4) innenseitig oder randseitig angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionselemente (5) eine Diebstahlschutzleiste umfassen, die unmittelbar an
und/oder in der Rahmenplatte (4) angeformt sind.