[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Umlenken von liegend zugeführten Druckprodukten
um einen vorbestimmten Winkel mit einer rotationstranslatorischen Bewegung, mit Mitteln
zum Durchführen der rotationstranslatorischen Bewegung, wobei die Druckprodukte jeweils
während der rotationstranslatorischen Bewegung durch die Mittel erfassbar sind, und
mit einer ersten Transportvorrichtung, durch welche die Druckprodukte jeweils den
Mitteln in einer ersten Richtung zuführbar sind sowie mit einer zweiten Transportvorrichtung,
mit welcher die umgelenkten Druckprodukte in einer zweiten Richtung transportierbar
sind.
[0002] Vorrichtungen dieser Art sind in der Weiterverarbeitung von grafischen Druckprodukten
bekannt. Sie dienen dazu, bei einer kontinuierlichen Verarbeitung dieser Druckprodukte,
die in der Regel Vorprodukte sind, so zu transportieren, dass sie die Förderrichtung
ändern. Dies geschieht beispielsweise mit sogenannten Eckumlenkungen, die zur taktgenauen
Umlenkung beispielsweise durch einen Anstoss unterstützt sein können. Mit steigender
Verarbeitungsgeschwindigkeit werden solche stossartigen Umlenkungen jedoch problematisch.
Insbesondere können die Druckprodukte bei der Umlenkung gestaucht werden, zurück prallen,
weg springen oder verdreht werden. Es sind deshalb seit langem Bestrebungen im Gang,
die Druckprodukte in der ursprünglichen Transportrichtung sanft abzubremsen und in
der neuen Transportrichtung kontrolliert zu beschleunigen.
[0003] Im Stand der Technik ist durch die
EP-A-0 738 682 eine Vorrichtung der genannten Art bekannt geworden, die zum schnellen Zuführen von
Beilage-Bögen zu einer Überschiebeeinrichtung einer Verpackungsmaschine dient. Diese
Vorrichtung besitzt zwei drehende Scheiben, die jeweils einen Sauger aufweisen. Mit
diesen Saugern werden die Bögen jeweils unterseitig angesaugt und mit möglichst unveränderter
Orientierung auf einem Kreisbogen von 90 Grad umgelenkt. Mit einer rotationstranslatorischen
Bewegung werden die Bogen jeweils in der ursprünglichen Förderrichtung kontinuierlich
verzögert und gleichzeitig in der neuen Förderrichtung fliessend beschleunigt. Diese
Vorrichtung hat den Nachteil, dass der Umlenkradius und das mögliche Minimalformat
der zugeführten Bogen gekoppelt sind. Für eine sanfte Umlenkung bei hohen Geschwindigkeiten
ist ein grosser Umlenkradius erwünscht. Zur ordentlichen Verarbeitung von möglichst
kleinen Bogen werden jedoch kleine Scheiben benötigt. Andernfalls würden die Bogen
nur noch von einem Saug erfasst, wodurch sie nicht mehr eindeutig gehalten und geführt
werden könnten. Nachteilig ist zudem, dass die umzulenkenden Bogen mit den Saugern
nur einseitig erfasst werden. Dies ist insbesondere bei umfangreichen mehrlagigen
Bogen problematisch, da innere Bogenteile nicht gehalten werden können und sich bei
einer Umlenkung gegenüber der äusseren Seite verschieben können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung der genannten Art zu
schaffen, welche die genannten Nachteile vermeidet.
[0005] Die Aufgabe ist bei einer gattungsgemässen Vorrichtung dadurch gelöst, dass die Mittel
einen Greifer aufweisen, mit dem die Druckprodukte während der rotationstranslatorischen
Bewegung jeweils unterseitig und oberseitig klemmbar sind. Bei der erfindungsgemässen
Vorrichtung werden die Druckprodukte somit jeweils nicht angesaugt, sondern an einer
Oberseite und einer Unterseite geklemmt. Mit einer solchen Klemmung können auch Druckprodukte
mit sehr kleinem Format um einen grossen Radius umgelenkt werden. Auch mehrlagige
Bogen können sicher gefasst und mit unveränderter Orientierung beispielsweise um einen
Kreisbogen von 90 Grad umgelenkt werden. Es sind jedoch auch kleinere oder grössere
Umlenkwinkel möglich. Beispielsweise ist auch eine Umlenkung um beispielsweise 180
Grad möglich. Grundsätzlich ist jeder Winkel zwischen 0 Grad und 180 Grad denkbar.
Der Greifer wird entsprechend früher oder später geöffnet. Die Eckumlenkung ist jedenfalls
getaktet möglich. Die Druckprodukte können somit im Takt bleiben. Der Punkt bzw. die
Punkte an denen die Druckprodukte gefasst werden, können formatentsprechend unterschiedlich
sein. Dies ermöglicht eine höhere Flexibilität insbesondere bei der Zuführung und
der Umlenkung der Druckprodukte.
[0006] Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung sind somit höhere Leistungen ermöglicht, ohne
dass die Druckprodukte bei der Umlenkung beschädigt werden, beispielsweise gestaucht
werden, oder dass sie zurück prallen, weg springen oder verdreht werden. Die Vorrichtung
eignet sich insbesondere in der grafischen Weiterverarbeitung zum Herstellen beispielsweise
von Zeitungen, Broschüren, Büchern und dergleichen.
[0007] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Greifer ein mechanischer
Greifer mit einem unteren Teil und einem oberen Teil ist, zwischen denen das umzulenkende
Druckprodukt während der rotationstranslatorischen Bewegung klemmbar ist. Vorzugsweise
ist der untere Greiferteil so gelagert, dass er während der rotationstranslatorischen
Bewegung sich in einer horizontalen Ebene bewegt, während der obere Greiferteil vertikal
bewegbar ist. Mit dem oberen Greiferteil kann das Druckprodukt gegen den unteren Greiferteil
geklemmt werden. Dies ergibt eine stabile Klemmung, sodass das Druckprodukt mit unveränderter
Orientierung umgelenkt werden kann.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Greifer an einem
kreisenden Parallelgetriebe angeordnet ist. Insbesondere ist vorgesehen, dass der
Greifer auf zwei in gleichen Richtungen rotierend angetriebenen Scheiben gelagert
ist. Dies ermöglicht eine schnelle und gleichzeitig präzise Bewegung des Greifers
während der rotationstranslatorischen Bewegung.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der obere Teil des Greifers
als Arm ausgebildet ist, der an einem ersten Ende schwenkbar gelagert ist und an einem
zweiten Ende Greifmittel aufweist, die zum Erfassen der Druckprodukte jeweils auf
diese absenkbar sind. Vorzugsweise sind gemäss einer Weiterbildung der Erfindung diese
Greifmittel beweglich und insbesondere wippend am Arm angeordnet. Dadurch sind mehrere
und insbesondere zwei Greifpunkte möglich, bei denen sich die Haltekräfte jeweils
durch die bewegliche bzw. wippende Lagerung der Greifmittel ausgleichen.
[0010] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Greifmittel wenigstens
einen und vorzugsweise zwei im Abstand zu einander angeordnete Greifpunkte aufweist,
der bzw. die an die genannte Oberseite anlegbar sind. Vorzugsweise ist dieser Greifpunkt
bzw. sind diese Greifpunkte elastisch ausgebildet. Dadurch ist eine selbsttätige Anpassung
an unterschiedliche Dicken der Druckprodukte möglich. Die Greifpunkte können beispielsweise
aus gummielastische Noppen ausgebildet sein. Der Abstand zwischen zwei Greifpunkten
kann vergleichsweise klein sein, beispielsweise wenige cm betragen. Dadurch können
auch Druckprodukte mit einem kleinen Format als auch Druckprodukte mit grossem Format
sicherer gefasst werden.
[0011] Gemäss einer Weiterbildung der Erfindung ist der Greifer beispielsweise von einer
Kurve so gesteuert, dass die Druckprodukte jeweils in vorbestimmten Positionen erfasst
und freigegeben werden. Insbesondere ist vorgesehen, dass der genannte obere Greiferteil
von einer Kurve gesteuert ist.
[0012] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Kurve mit fester
Orientierung gelagert ist. Insbesondere ist die Kurve an einer drehbaren Scheibe eines
Parallelgetriebes gelagert. Während jeder Umdrehung der Scheibe wird entsprechend
der Kurve der Greifer geöffnet und geschlossen. Dadurch ist eine besonders präzise
Greiferbewegung möglich.
[0013] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass nach der ersten Transportvorrichtung
wenigstens eine Stufe angeordnet ist und die Druckprodukte jeweils in dieser ersten
Transportvorrichtung auf einem ersten Niveau transportierbar und auf einem zweiten
und tieferen Niveau mit der genannten rotationstranslatorischen Bewegung umlenkbar
sind. Die Druckprodukte werden somit vom Greifer auf einem tieferen Niveau gefasst
und umgelenkt. Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass auch Druckprodukte mit vergleichsweise
kleiner Teilung zugeführt werden können, da ein einlaufendes Druckprodukte dank dieser
Stufe über ein vorauslaufendes Druckprodukte geschoben werden kann. Das vorauslaufende
Druckprodukt muss somit den Greifer noch nicht vollständig verlassen haben, wenn das
nachfolgende Druckprodukt bereits einläuft. Dies ermöglicht eine besonders kleine
Teilung in der Verarbeitung der Druckprodukte- und damit auch das Erreichen einer
höheren Leistung. Zudem ist es möglich, die Druckprodukte um mehr als 90 Grad umzulenken.
Beispielsweise könnten die Druckprodukte um 180 Grad umgelenkt werden. Die umgelenkten
Druckprodukte werden dann auf einem unteren Niveau und somit unter den einlaufenden
Druckprodukten abtransportiert. Die genannte Stufe kann fest oder einstellbar sein.
Insbesondere ist vorgesehen, dass die Stufe und die erste Transportvorrichtung zur
Anpassung an unterschiedliche Formate verstellbar sind.
[0014] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass auch die zweite Transportvorrichtung
formatverstellbar ist. Hierzu sind zwei hintereinander liegende Abtransportstrecken
vorgesehen. Mit diesen wird das umgelenkte Druckprodukt an zwei Punkten erfasst. Wenigstens
einer dieser Punkte ist in Transportrichtung verstellbar. Der Abstand zwischen diesen
beiden genannten Punkten kann somit zur Anpassung an unterschiedliche Formate der
Druckprodukte verkleinert oder vergrössert werden. Nach einer Weiterbildung der Erfindung
ist vorgesehen, dass wenigstens einer dieser Punkte der zweiten Transportvorrichtung
gefedert ist. Dieser Greiferpunkt kann als gummielastischer Noppen ausgebildet sein.
Damit ist eine einfache und sichere Anpassung an unterschiedliche Dicken der Druckprodukte
gegeben.
[0015] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die zweite Transportvorrichtung
ein unteres Transportband und zwei obere Transportbänder aufweist. Die beiden oberen
Transportbänder bilden die genannten hintereinander liegenden Abtransportstrecken.
[0016] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die erste Transportvorrichtung
und/oder die Mittel zum Durchführen der rotationstranslatorischen Bewegung und/oder
die zweite Transportvorrichtung separat gesteuerte Antriebsmittel aufweisen. Damit
können nicht vollkommen synchron zugeführte Druckprodukte mittels überlagerter Geschwindigkeit
korrekt eingetaktet werden. Dies ist beispielsweise und insbesondere mit Servomotoren
möglich. Zudem können getaktete Druckprodukte auf nicht vollkommen synchronisierte
Druckprodukte im Abtransport ausgerichtet werden.
[0017] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass sie wenigstens einen
Sensor aufweist, mit dem beispielsweise die Kadenz- und Phasenlage der Druckprodukte
erfassbar ist. Aufgrund eines solchen Sensors sind nötigenfalls Korrekturen in der
Umlenkung und im Transport der Druckprodukte möglich. Beispielsweise können mit dem
Sensor in der Steuerung Geschwindigkeitskorrekturen in der Umlenkung ausgelöst werden.
[0018] Der Sensor kann ein optischer Sensor, ein elektronischer Sensor, ein mechanischer
Sensor oder sonst ein Sensor sein.
[0019] Beim Transfer der Druckprodukte kann zwischen der ersten und der zweiten Transportvorrichtung
die Transportgeschwindigkeit der Druckprodukte verändert werden. Dadurch kann die
Transportgeschwindigkeit hinsichtlich der unterschiedlichen Seitenkantenlängen eines
Druckbogens optimiert werden.
[0020] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Mittel zum Durchführen
der rotationstranslatorischen Bewegung einen hinkenden Antrieb aufweisen. Die Geschwindigkeit
der Zufuhr und die Geschwindigkeit des Abtransportes der Druckprodukte kann dadurch
aufeinander abgestimmt werden. Ein geeigneter Antrieb weist hierzu mechanischen Antrieb
oder einen Servomotor mit einer sogenannten "elektrischen Kurve" auf.
[0021] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0022] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine räumliche Ansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 2
- eine weitere räumliche Ansicht der erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 3 - 5
- Draufsichten auf die erfindungsgemässe Vorrichtung in unterschiedlichen Positionen
eines Taktes,
- Fig. 6
- ein Schnitt entlang der Linie VI - VI der Figur 4,
- Fig. 7
- ein Schnitt entlang der Linie VII - VII der Figur 3 und
- Fig. 8
- ein Schnitt entlang der Linie VIII - VIII der Figur 3.
[0023] Die Vorrichtung 1 besitzt ein im Wesentlichen rechteckiges Gestell 2, das eine im
Wesentlichen ebene und horizontale Bodenplatte 3 aufweist. Sie dient zum Umlenken
von Druckprodukten 60, um beispielsweise 90 Grad, wie die Figur 3 zeigt. Mit einem
Pfeil 4 ist die Richtung angedeutet, in dem die vereinzelten Druckprodukte 60 der
Vorrichtung 1 zugeführt werden. Ein Pfeil 5 zeigt die Richtung, mit welcher die um
90 Grad umgelenkten Druckprodukte 60' wegtransportiert werden. Die Druckprodukte 60
können irgendwelche Druckprodukte der grafischen Weiterverarbeitung und somit beispielsweise
einzelne Blätter, Bogen oder dergleichen zum Herstellen beispielsweise von Zeitschriften,
Zeitungen, Bücher und dergleichen sein. Die Zufuhr der Druckprodukte 60 erfolgt mit
einer ersten Transportvorrichtung A und der Abtransport mit einer zweiten Transportvorrichtung
B. Beide Transportvorrichtungen A und B sind vorzugsweise so ausgebildet, dass sie
an unterschiedliche Formate der Druckprodukte 60 und auch an unterschiedliche Dicken
dieser Druckprodukte einstellbar bzw. anpassbar sind.
[0024] Die erste Transportvorrichtung A besitzt gemäss Figur 2 untere Transportbänder 18
und obere endlose Transportbänder 19. Diese Transportbänder 18 und 19 sind jeweils
von Wellen 10 und 11 angetrieben und an Rollen 20 und 21 umgelenkt. Die Rollen 20
und 21 sind verstellbar an einer Lagerplatte 22 (Figur 1) gelagert. Verstellbare Transportbänder
sind dem Fachmann bekannt und werden deshalb hier nicht näher erläutert. Anstelle
von Transportbändern 18 und 19 sind aber auch andere geeignete Transportmittel denkbar.
Die von den Transportbändern 18 und 19 erfassten Druckprodukte 60 liegen auf Leitblechen
14 und 15 während des Transportes auf. Diese Leitbleche 14 und 15 sind so ausgebildet,
dass sie Druckprodukte 60 jeder Formatgrösse leiten können. Druckprodukte mit kleinerem
Format beanspruchen entsprechend einen kleineren Anteil der Oberflächen dieser Leitbleche
14 und 15. Die Bänder 18 und 19 sind wie ersichtlich zwischen diesen Leitblechen 14
und 15 angeordnet. Zudem ist das Leitblech 14 länger als das andere Leitblech 15,
wie insbesondere die Figur 1 zeigt. Die erste Transportvorrichtung A kann somit Druckprodukte
60 mit unterschiedlichen Formaten transportieren.
[0025] Die zweite Transportvorrichtung B dient zum Abtransport der umgelenkten Druckprodukte
60. Sie weist gemäss Figur 8 ein unteres Band 48 sowie ein erstes oberes Band 49 und
ein zweites oberes Band 50 auf. Zur Lagerung dieser Bänder sind zwei parallel und
im Abstand zu einander angeordnete Lagerplatten 45 und 46 vorgesehen, wie insbesondere
die Figur 2 zeigt. Die Bänder 48 und 50 sind gemäss der Figur 2 von Wellen 12 und
13 angetrieben. Zudem besitzt diese zweite Transportvorrichtung B ein weiteres Band
17, das im Abstand zum Band 48 angeordnet ist und das ebenfalls von der Welle 12 angetrieben
ist. Dieses Band 17 verläuft innerhalb eines Schlitzes 70 (Figur 5) eines Leitblechs
16. Während des Transportes mittels der zweiten Transportvorrichtung B liegen die
Druckprodukte 60 auf dem Leitblech 16 auf. Der Übertrieb vom unteren Band 48 auf das
erste obere Band 49, welche als Zahnriemen ausgebildet sind, erfolgt mit den in Figur
1 gezeigten miteinander kämmenden Zahnrädern 56 und 57. Das untere Zahnrad 56 ist
mit dem in Figur 8 gezeigten Umlenkrad 58 und das Zahnrad 57 mit dem ebenfalls in
Figur 8 gezeigten Antriebsrad 59 verbunden.
[0026] Das zweite obere Band 50 besitzt eine Umlenkrolle 53, die zum Verstellen der wirksamen
Länge dieses Bandes 50 in den Richtungen des Doppelpfeils 55 horizontal verstellbar
ist. Zum Verstellen besitzt die Lagerplatte 46 einen horizontalen Schlitz 47. Für
den Abtransport der Druckprodukte 60 werden diese im Bereich einer vorlaufenden Kante
60a zwischen der Umlenkrolle 53 und dem Band 48 bzw. dem Leitblech 16 erfasst.
[0027] Das erste obere Band 49 besitzt an einer Aussenseite einen vorspringenden Nocken
51, der vorzugsweise nachgiebig ausgebildet ist. Beispielsweise ist der Nocken 51
aus einem gummielastischen Material hergestellt. Das Band 49 ist in Richtung des Pfeiles
52 angetrieben. Der in Figur 8 gezeigte Nocken 51 gelangt somit in einen Zwischenraum
71 und presst dadurch ein erfasstes Druckprodukt 60 an der Oberseite. Da der Nocken
51 elastisch wirkt, kann sich dieser an unterschiedliche Dicken der Druckprodukte
60 anpassen. Der Zeitpunkt, in dem der Nocken 51 in den Zwischenraum 71 einfährt und
somit das Druckprodukt 60 erfasst, ist an den Zeitpunkt angepasst, an dem das Druckprodukt
60 in den Zwischenraum 71 einfährt und vom Greifer 28 freigegeben ist.
[0028] Zwischen der ersten Transportvorrichtung A und der zweiten Transportvorrichtung B
sind Umlenkmittel 6 angeordnet, mit denen die Druckprodukte 60 mit einer rotationstranslatorischen
Bewegung von der ersten Transportvorrichtung A übernommen und der zweiten Transportvorrichtung
B zugeführt werden können. Die Druckprodukte 60 werden hierbei über eine Stufe transportiert
und gelangen von einem höheren auf ein tieferes Niveau. Das höhere Niveau ist durch
die Oberseiten der beiden Leitbleche 14 und 15 und das untere Niveau durch die Oberseite
eines Greiferunterteils 66 definiert. Im Wesentlichen entspricht das untere Niveau
zudem der Oberseite des Leitbleches 16. Die Umlenkung der Druckprodukte 60 erfolgt
bei der erfindungsgemässen Vorrichtung 1 um 90 Grad. Grundsätzlich sind hier aber
auch alle Umlenkwinkel zwischen 0 Grad und 180 Grad möglich. Da die Druckprodukte
60 über eine Stufe geführt werden, ist eine Überlappung zwischen den eingehenden Druckprodukten
60 und den umzulenken bzw. umgelenkten Druckprodukten 60 möglich. Während der Umlenkung
behalten die Druckprodukte 60 ihre Orientierung. Die Umlenkung ist zudem getaktet.
Der Takt und die Orientierung bleiben somit bei der Umlenkung erhalten.
[0029] Die Umlenkmittel 6 besitzen eine erste Scheibe 23 und eine zweite Scheibe 24, die
jeweils in gleichen Richtungen gemäss den Pfeilen 61 und 62 der Figur 3 angetrieben
sind. Beide Scheiben 23 und 24 besitzen jeweils unterseitig ein Zahnrad 25 und 26,
die über ein kleineres Zahnrad 26 verbunden sind. Das Zahnrad 25 ist gemäss der Figur
6 über einen Zahnriemen 72 mit einer Welle 8 eines Getriebes 7 verbunden. Die beiden
Scheiben 23 und 24 bilden mit einem Greifer 28 ein Parallelgetriebe. Über das Getriebe
7 sind gleichzeitig mit diesem Parallelgetriebe auch die erste Transportvorrichtung
A und die zweite Transportvorrichtung B angetrieben. Der Greifer 28 arbeitet somit
synchron zu den beiden Transportvorrichtungen A und B. Die Scheiben 23 und die zweite
Scheibe 24 sowie das Zahnrad 26 sind mit 42, 43 und 44 rotierbar auf der Bodenplatte
3 gelagert.
[0030] Der Greifer 28 besitzt einen Greiferunterteil 66, der gemäss den Figuren 6 und 7
jeweils mit einem Lager 67 mit der Scheibe 24 und mit einem Lager 68 mit der Scheibe
23 verbunden ist. Der Greiferunterteil 66 erstreckt sich somit zwischen den beiden
Scheiben 23 und 24. In allen Positionen ist der Greiferunterteil 66 quer zur Transportrichtung
der ersten Transportvorrichtung A ausgerichtet. Die Oberseite des Greiferunterteils
66 befindet sich unterhalb der Oberseite der Leitbleche 14 und 15, wodurch die genannte
Stufe gebildet wird. Der Greiferunterteil 66 wird jeweils so bewegt, dass die mit
der ersten Transportvorrichtung A zugeführten Druckprodukte 60 auf diesen Greiferunterteil
66 gelangen können.
[0031] Der Greifer 28 besitzt zudem einen Arm 35, der mit einem Greiferkopf 38 einen Greiferoberteil
bildet. Der Arm 35 ist mit einem Drehlager 73 an einer vertikalen Achse 30 gelagert,
die wiederum mit einem Lager 68 an einer Platte 37 gelagert ist, welche mit dem Greiferunterteil
66 fest verbunden ist. Auf der Platte 37 ist im Abstand zur Achse 30 ein Bolzen 33
befestigt, auf dem eine Feder 34 angeordnet ist, die auf einem Hebel 36 des Armes
35 lastet. Durch den Druck dieser Feder 34 wird eine Rolle 32 an eine Kurve 31 einer
Kurvenscheibe 29 gepresst. Die Rolle 32 sitzt auf dem Arm 35 im Abstand zur Achse
30. Die Achse 30 ist im Abstand zu einem Lager 42 angeordnet, welche die Drehachse
der ersten Scheibe 23 bildet. Dreht die erste Scheibe 23, so rotiert somit die Achse
30 um das Lager 42 bzw. die entsprechende Achse. Die Rolle 32 fährt in einem Takt
die Steuerkurve 31 jeweils um 360 Grad ab. Entsprechend dem Verlauf der Kurve 31 wird
der Arm 35 so verschwenkt, dass der Greiferkopf 38 zwischen den in den Figuren 6 und
7 gezeigten Stellungen nach oben bzw. nach unten bewegt wird.
[0032] In der Stellung gemäss der Figur 6 wird der Greiferkopf 38 von oben gegen den Greiferunterteil
66 angepresst. In der in Figur 7 gezeigten Stellung ist der Greiferkopf 38 vom Greiferunterteil
66 abgehoben. In der Stellung gemäss Figur 6 kann ein Druckprodukt 60 zwischen dem
Greiferunterteil 66 und dem Greiferkopf 38 geklemmt und damit stabil festgehalten
werden. Um das Druckprodukt 60 besonders stabil zu halten, besitzt der Greiferkopf
38 unterseitig im Abstand zu einander angeordnete Teile 41, die insbesondere als gummielastische
unten vorstehende Nocken ausgebildet sind. Diese beiden Teile 31 liegen somit bei
einem festgeklemmten Druckprodukt 60 auf diesem oberseitig elastisch auf und pressen
es gegen den Greiferunterteil 66.
[0033] Die Kurve 31 ist so ausgebildet, dass der Greifer 28 im Bereich zwischen den in Figur
4 gezeigten strichpunktierten Linien 64 und 65 geschlossen ist. Wird der Greifer 28
in diesem Bereich bewegt, so werden die Scheiben 23 und 24 um im wesentlich 90 Grad
bewegt. Die geklemmten Druckprodukte 60 werden somit in Richtung des Pfeiles 4 abgebremst
und in Richtung des Pfeiles 5 beschleunigt.
[0034] Die beiden Transportvorrichtungen A und B und die Umlenkmittel 6 sind wie oben erläutert
vom Getriebe 7 aus synchron angetrieben. Grundsätzlich ist aber auch eine Ausführung
denkbar, bei welcher die beiden Transportvorrichtungen A und B und die Umlenkmittel
6 jeweils von einem hier nicht gezeigten Synchronmotor angetrieben sind. Dies ermöglicht
insbesondere die Anpassung der Taktung der Druckprodukte 60 von der ersten Transportvorrichtung
A zur zweiten Transportvorrichtung B. Hierbei können auch nicht gezeigte Sensoren,
beispielsweise Fotozellen vorgesehen sein, welche die Kadenz und Phasenlage der einlaufenden
Druckprodukte 60 erfassen. Aufgrund entsprechender Signale dieser Sensoren können
in einer Steuerung entsprechende Geschwindigkeitskorrekturen für die Umlenkung der
Druckprodukte 60 ausgelöst werden. Der Antrieb der Umlenkmittel 60 kann beispielsweise
als hinkender Antrieb ausgebildet sein, so dass eine Anpassung an die Geschwindigkeiten
der ersten Transportvorrichtung A und der zweiten Transportvorrichtung B möglich ist.
Ein solcher hinkender Antrieb kann beispielsweise mittels eines Servomotors und einer
sogenannten "elektrischen Kurve" realisiert werden.
[0035] Nachfolgend wird die Arbeitsweise der erfindungsgemässen Vorrichtung 1 näher erläutert.
[0036] Die einzelnen Phasen, welche ein Druckprodukt 60 bei der Umlenkung durchlaufen, ergeben
sich insbesondere aus den Figuren 3 - 5. In der Phase gemäss Figur 3 wird ein Druckprodukt
60 mit der ersten Transportvorrichtung A in Richtung des Pfeiles 4 transportiert,
wobei eine vorlaufende Kante 60a sich bereits im Bereich der beiden Scheiben 23 und
24 befindet. Seitenkanten 60b und 60c sind parallel zur Transportrichtung gemäss Pfeil
4 ausgerichtet. Die vorlaufende Kante 60a verläuft somit quer zur Transportrichtung.
Der Greifer 28 ist gemäss der Figur 7 geöffnet und befindet sich unmittelbar vor der
vorlaufenden Kante 60b. Durch die Drehbewegung der Scheiben 23 und 24 bewegt sich
der Greifer 28 in Figur 3 um einen Viertelkreis nach rechts. Durch die gleichzeitige
Bewegung des Druckproduktes 60 in der Richtung des Pfeiles 4 gelangt nun das Druckprodukt
60 in den Bereich des Greiferkopfs 38. Der Greifer 28 ist nun bis zum Erreichen der
in Figur 5 gezeigten Stellung geschlossen.
[0037] In der Phase von Figur 3 bis 4 ist das Druckprodukt 60 zwischen dem Greiferunterteil
66 und dem Greiferkopf 38 festgeklemmt. Aufgrund der Klemmung zwischen den beiden
im Abstand zu einander angeordneten Teilen 41 kann nun das Druckprodukt 60 mit einer
rotationstranslatorischen Bewegung in die in Figur 5 gezeigte Stellung bewegt werden.
Das Druckprodukt 60 befindet sich hierbei im Bereich der vorlaufenden Kante 60a im
Bereich der zweiten Transportvorrichtung B. Im Wesentlichen gleichzeitig mit einer
Öffnung des Greifers 28 wird das Druckprodukt 60 vom Nocken 51 des ersten oberen Bandes
49 und vom unteren Band 48 erfasst und nun linear in Richtung des Pfeiles 5 für den
Abtransport bewegt. Die Kante 60b ist nun somit die vorlaufende Kante. Ein vorlaufendes
Druckprodukt 60' hat gemäss Figur 5 die zweite Transportvorrichtung B bereits verlassen
und wird in Richtung des Pfeiles 63 mit einer hier nicht gezeigten weiteren Transportvorrichtung
weiter transportiert. Das Druckprodukt 60' kann beispielsweise einer Schneidmaschine,
eine Buchbindemaschine oder einem Sammelstrecke zugeführt werden.
1. Vorrichtung zum Umlenken von liegend zugeführten Druckprodukten (60) um einen vorbestimmten
Winkel mit einer rotationstranslatorischen Bewegung, mit Mitteln (6) zum Durchführen
der rotationstranslatorischen Bewegung, wobei die Druckprodukte (60) jeweils während
der rotationstranslatorischen Bewegung durch die Mittel (6) erfasst sind, und mit
einer ersten Transportvorrichtung (A), durch welche die Druckprodukte (60) jeweils
den Mitteln (6) in einer ersten Richtung (4) zuführbar sind sowie mit einer zweiten
Transportvorrichtung (B), mit welcher die umgelenkten Druckprodukte (60) in einer
zweiten Richtung (5) transportierbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (6) einen Greifer (28) aufweisen, mit dem die Druckprodukte (60) während
der rotationstranslatorischen Bewegung jeweils unterseitig und oberseitig klemmbar
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (28) ein mechanischer Greifer mit einem unteren Teil (66) und einem oberen
Teil (38) ist, zwischen denen das umzulenkende Druckprodukt (60) während der rotationstranslatorischen
Bewegung klemmbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (28) an einem kreisenden Parallelgetriebe (23, 24, 26) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der obere Teil des Greifers (28) einen Arm (35) aufweist, der an einem ersten Ende
schwenkbar an einer Achse (30) gelagert ist und an einem zweiten Ende Greifmittel
(38) aufweist, die zum Erfassen der Druckprodukte (60) auf diese jeweils absenkbar
sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifmittel (38) beweglich und insbesondere kippbar am Arm (35) gelagert sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifmittel (38) wenigstens einen, vorzugsweise zwei im Abstand zu einander angeordnete
Greifpunkte (41) aufweist, der bzw. die an die Oberseite des zu erfassenden Druckproduktes
(60) anlegbar ist bzw. sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Greifpunkt (41) zur Anpassung an unterschiedliche Dicken der
Druckprodukte (60) elastisch ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (28) von einer Kurve (31) gesteuert ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurve (31) mit fester Orientierung an einer Scheibe (23) des Parallelgetriebes
(23, 24, 26) gelagert ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass nach der ersten Transportvorrichtung (A) wenigstens eine Stufe angeordnet ist und
die Druckprodukte (60) in dieser ersten Transportvorrichtung (A) auf einem ersten
Niveau transportierbar und auf einem zweiten tieferen Niveau mit der genannten translatorischen
Bewegung umlenkbar sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Stufe verstellbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Stufe so ausgebildet ist, dass ein Druckprodukt (60) wenigstens bereichsweise
über einem vorausgehenden Druckprodukt (60') den genannten Mitteln (6) zuführbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportvorrichtung (B) zur Anpassung an unterschiedliche Formate verstellbar
ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportvorrichtung (B) zwei nacheinander angeordnete Transportstrecken
(49, 50) aufweist, die so ausgebildet sind, dass die Druckprodukte (60) für den Abtransport
an wenigstens zwei in Transportrichtung im Abstand zu einander angeordneten Punkten
fassbar sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportvorrichtung (B) wenigstens einen gefederten Greifpunkt (51) aufweist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportvorrichtung (B) ein unteres Transportband (48) und zwei obere
Transportbänder (49, 50) aufweist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Transportvorrichtung (A) und/oder die Mittel (6) zum Durchführen der rotationstranslatorischen
Bewegung und/oder die zweite Transportvorrichtung (B) separat gesteuerte Antriebsmittel
aufweisen.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens einen Sensor aufweist, mit dem beispielsweise die Kadenz und Phasenlage
der Druckprodukte erfassbar sind und der mit einer Steuerung versehen ist und dass
aufgrund von den durch den Sensor erfassten Werten Korrekturen in der Umlenkung der
Druckprodukte oder im Transport der Druckprodukte und/oder im Transport der Druckprodukte
(60) durchführbar sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (6) zum Durchführen der rotationstranslatorischen Bewegung einen hinkenden
Antrieb aufweist, so dass die Geschwindigkeit des Abtransportes der Druckprodukte
(60) aufeinander anpassbar sind.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportgeschwindigkeit der Druckprodukte (60) zwischen erster Transportvorrichtung
(A) und zweiter Transportvorrichtung (B) veränderbar ist.