[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Hochtemperaturschmierstofffür die Heißumformung
von Edel- und Kohlenstoffstählen, der einen Gehalt an Graphit, organischem Treibmittel
und anorganischem Trennmittel aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung
des erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs.
Technisches Gebiet der Erfindung
[0002] Bei der Herstellung von nahtlosen Rohren wird ein massiver Stahlblock auf eine bestimmte
Umformungstemperatur erhitzt und zu einem dickwandigen Hohlblock gelocht. Dieser Hohlblock
wird über ein Werkzeug, die Dornstange, gesteckt und ohne zusätzliche Wärmezuführung
über der Dornstange mittels außen anliegender Walzen ausgewalzt bzw. gestreckt. Dabei
treten teilweise erhebliche Drücke und Reibungskräfte auf den Oberflächen des zu verarbeitenden
Metalls und des Bearbeitungswerkzeugs auf, die maßgeblich die Haltbarkeit der verarbeitenden
Werkzeuge beeinflussen. Darüber hinaus bestimmen die Reibungsverhältnisse letztlich
die Oberflächenqualität der produzierten Erzeugnisse.
[0003] Bei der vorgenannten Herstellung nahtloser Rohre werden unterschiedlichste Stahlqualitäten
umgeformt, z. B. legierte und hochlegierte Stähle und Kohlenstoffstähle. Für diese
unterschiedlichen Stahlqualitäten und für verschiedene zu walzende Wandstärken und
Streckungen werden unterschiedliche Anforderungen an eingesetzte Dornstangenschmierstoffe
und Trennmittel gestellt.
[0004] Aufgrund der sehr unterschiedlichen Materialeigenschaften der verschiedenen Stahlwerkstoffgruppen
während des Umformprozesses im erhitzten Zustand, wird bei der Umformung von Kohlenstoffstählen
hauptsächlich eine möglichst gute Schmierwirkung des Schmierstoffes und bei legierten
und hochlegierten Stählen zusätzlich eine möglichst gute Trennwirkung des Schmierstoffes
benötigt. Darüber hinaus werden an einen Hochtemperaturschmierstoff hohe Anforderungen
in Bezug auf Temperaturstabilität und gleichbleibende Walzergebnisse bei Änderung
der Wandstärke und/oder der Stahlqualität gestellt.
[0005] Ein Anhaften von Walzgut an die Werkzeugoberflächen ist zu vermeiden, da es hierdurch
zu erheblichen Qualitätseinbußen auf den Innenoberflächen der Fertigprodukte kommt.
Wichtig in Bezug auf die nach der Beschichtung der Werkzeuge mit dem Schmierstoff
erfolgende Umformung ist auch die möglichst gute Haftung des Schmierstoffs auf dem
Werkzeug, ein schnelles Antrocknen und eine gleichmäßige Ausbildung der Schicht aus
aufgebrachtem Schmierstoff.
[0006] Bei kohlenstoffhaltigen Schmierstoffen, wie z.B. graphithaltigen Schmierstoffen,
kann es im Bereich der Korngrenzen des Walzgutes bei Kontakt mit dem Schmierstoff
bei Umformtemperaturen in der Größenordnung von 1100 bis 1300 °C zu sogenannten Aufkohlungen
des Walzgutes kommen, wobei Kohlenstoff in die Metalloberfläche eindiffundiert und
es zu einer partiellen Versprödung des Metalls und zu Lochbildungen mit Eindringtiefen
bis zu etwa 300 µm kommen kann. Die Versprödung des Metalls führt bei der Weiterverarbeitung
des Werkstückes dazu, daß der versprödete Werkstoff aufreißt und das Werkstück unbrauchbar
wird. Lochbildungen werden beim anschließenden Elongierprozeß zu Längsriefen ausgewalzt.
Diese Riefen stellen eine erhebliche, nicht akzeptable Qualitätsminderung des fertigen
Walzgutes dar, die vermieden werden muß.
[0007] Je nach Stahlqualität und Walzverfahren wurden bereits unterschiedliche, speziell
abgestimmte Schmierstoffrezepturen entwickelt. Dies hat zur Folge, daß bei Änderungen
in der Produktion, wie beispielsweise einem Wechsel von legierten und hochlegierten
Stahlqualitäten zu Kohlenstoffstählen, neben den für den Walzwerk-Betreiber durchzuführenden
Änderungen der Prozeβeinstellungen und Walzparameter auch der Schmierstoff ausgetauscht
werden muß. Dies ist mit kostenintensiven Nachteilen verbunden, wie beispielsweise
längeren Produktionsunterbrechungen, erhöhtem Arbeitsaufwand durch die Umstellung,
der Notwendigkeit, verschiedenste an den Werkstoff und den Walzprozeß angepaßte Schmierstoffe
an Lager zu halten, der Bereitstellung von zusätzlichen Anrühr- und Vorratsbehältern
und der Bereitstellung einer weiteren, separaten Einrichtung zur Aufbringung des alternativen,
auf die speziellen Anforderungen abgestimmten Schmierstoffs.
[0008] Schmierstoffe für den Anwendungsbereich der Edelstahl-Umformung sind z.B. in der
EP-A-0 357 508 beschrieben. Diese sind jedoch für diesen Anwendungsbereich optimiert und daher für
die Umformung von Kohlenstoffstählen in Bezug auf Werkzeugstandzeiten und Stromaufnahmen
der Walzen nicht optimal.
[0009] Schmierstoffe für den Bereich der Kohlenstoffstahl-Umformung sind z.B. in den Patenten
EP-A-0 164 637,
EP-A-0 554 822 und
EP 0 909 309 beschrieben. Mit diesen Schmierstoffen können unter vergleichbaren Bedingungen nur
dann höher legierte Werkstoffe umgeformt werden, wenn zusätzlich ein pulverförmiges
Desoxidationsmittel die Schmierwirkung unterstützt.
[0010] Die
EP 0 745 661 offenbart ein graphithaltiges Schmiermittel, das einen Anteil an einem oder mehreren
Tonmineralen aus der Klasse der Smektite aufweist Zusätzlich weisen diese Schmiermittel
entweder einen Gehalt an Kieselsäuresol oder Kalium-Aluminium-Silikat auf. Laut
EP 0 745 661 können solche Schmiermittel den Nachteil der Aufkohlung von graphithaltigen Schmiermitteln
bei relativ hohen Arbeitstemperaturen weitestgehend überwinden. Zwar können solche
Schmiermittel mit Gehalten an Graphit und Schichtsilikat eine geringere Aufkohlung
bei der Metallbearbeitung aufweisen, sie sind allerdings bezüglich der Reibungsverhältnisse
zwischen den Metalloberflächen häufig verbesserungsbedürftig, um die Haltbarkeit der
bearbeitenden Werkzeuge, z.B. der Dornstangen, zu verlängern.
Aufgabe
[0011] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand daher darin, einen für ein breites
Spektrum an Stahlqualitäten für verschiedene zu walzende Wandstärken und Streckungen
einsetzbaren Hochtemperaturschmierstoff bereitzustellen, der zudem temperaturstabil
ist, gleichbleibende Walzergebnisse bei Änderung der Wandstärke und/oder der Stahlqualität
liefert und nicht zu unerwünschten Aufkohlungen des Walzgutes führt. Ein Hochtemperaturschmierstoff
dieser Art wurde bislang nicht beschrieben.
Lösung
[0012] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Hochtemperaturschmierstoff für die Heißumformung
von Edel- und Kohlenstoffstählen, welcher wenigstens folgende Bestandteile in Gew.-%,
bezogen auf den Feststoffgehalt, enthält:
- (a) 40 bis 90 Gew.-% Graphit,
- (b) 2 bis 10 Gew-% organisches Treibmittel,
- (c) 5 bis 50 Gew.-% anorganisches Trennmittel,
wobei das organische Treibmittel (b) aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus
Melamin, Melam, Melem, Melon,
Phosphatsalzen und Polyphosphatsalzen der vorgenannten Verbindungen mit Phosphatkettenlängen
im Bereich von n = 1 bis 1000,
Umsetzungsprodukten und Addukten der vorgenannten Verbindungen mit Cyanursäure oder
Isocyanursäure und
Gemischen der vorgenannten,
und das anorganische Trennmittel (c) ein Schichtsilikat oder ein Gemisch von Schichtsilikaten
ist.
[0013] Die erfindungsgemäße Hochtemperaturschmierstoff-Zusammensetzung zeigt überraschenderweise
hervorragende Schmier- und Trenneigenschaften als ein bei verschiedensten Stahlqualitäten
universell einsetzbarer Schmierstoff bei der Heißumformung, insbesondere bei Walzprozessen
zur Herstellung nahtloser Rohre. Der erfindungsgemäße Schmierstoff ist bei hohen Temperaturen
stabil, liefert bei verschiedensten Stahlqualitäten und bei sich ändernden Wandstärken
gleichbleibende Walzergebnisse und führt trotz des hohen Kohlenstoff- bzw. Graphitgehalts
nicht zu Aufkohlungen in höherem Maße, die das Walzgut schädigen.
[0014] Der erfindungsgemäße Hochtemperaturschmierstoff hat gegenüber bislang bekannten Schmierstoffen
für die Heißumformung von Metallen den wesentlichen Vorteil, daß für verschiedenste
Stahlqualitäten nur eine einzige Schmierstoffrezeptur in einem Walzwerk eingesetzt
zu werden braucht. Dadurch werden bei einem Wechsel der Stahlsorte in dem Bearbeitungsprozeß
längere Produktionsunterbrechungen, erhöhter Arbeitsaufwand für den Austausch des
Schmierstoffs und die Vorhaltung verschiedener Schmierstoffe an Lager vermieden. Des
weiteren ist es aufgrund des universell einsetzbaren Schmierstoffes der vorliegenden
Erfindung nicht erforderlich, daß in einem Walzwerk separate Einrichtungen zur Herstellung,
Bevorratung und zum Aufbringen weiterer Schmierstoffe bereitgestellt werden. Dadurch
können in erheblichem Umfang Kosten eingespart werden.
[0015] Der Graphit mit seinen hervorragenden Schmiereigenschaften ist in dem erfindungsgemäßen
Hochtemperaturschmierstoff, bezogen auf den Feststoffgehalt, in einer Menge von 40
bis 90 Gew.-% enthalten. Bei einer Menge von weniger als 40 Gew.-% Graphit sind die
Schmiereigenschaften des erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs ungenügend,
die Antriebskräfte der Außenwerkzeuge erhöhen sich und das umzuformende Material "fließt"
zu wenig. Bei einer Menge von mehr als 90 Gew.-% Graphit kann keine ausreichende Trennwirkung
zwischen Walzgut und Dornstange gewährleistet werden. Insbesondere Edelstähle neigen
dazu, an den Werkzeugen zu haften.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält der Hochtemperaturschmierstoff
50 bis 80 Gew.-% Graphit, bezogen auf den Feststoffgehalt.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der in dem Hochtemperaturschmierstoff
eingesetzte Graphit kristalliner oder makrokristalliner Graphit, vorzugsweise kristalliner
oder makrokristalliner Naturgraphit. Die Verwendung von amorphem Graphit hat sich
als ungeeignet erwiesen, da die Schmiereigenschaften des Hochtemperaturschmierstoffs
bei Verwendung von amorphem Graphit schlechter werden und sich dies direkt nachteilig
auf die Standzeit des Werkzeugs auswirkt Die Verwendung von Kugelgraphit hat sich
als völlig ungeeignet erwiesen.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs
weist der Graphit eine Reinheit > 90 %, vorzugsweise > 95 %, bezogen auf den Kohlenstoffgehalt
des Graphits, auf. Die Verwendung von Graphit mit einer Reinheit von weniger als 90
% hat sich als ungeeignet erwiesen, da die Begleitstoffe und Verunreinigungen die
Bildung von Aufkohlungen begünstigen bei gleichzeitiger Herabsetzung der Schmierwirkung
aufgrund des geringeren Graphitgehalts in der Zusammensetzung. Ein erfindungsgemäß
geeigneter kristalliner Naturgraphit weist üblicherweise eine Reinheit von etwa 96
% auf.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs
weist der Graphit eine mittlere Teilchengröße (d50) von 5 bis 40 µm, vorzugsweise
10 bis 25 µm auf. Die Verwendung von Graphit mit einer mittleren Teilchengröße von
weniger als 5 µm ist ungeeignet, da keine ausreichende Plättchenstruktur mehr vorliegt
und dies eine geringere Schmierwirkung zur Folge hat. Die Verwendung von Graphit mit
einer mittleren Teilchengröße von mehr als 40 µm ist ungeeignet, da dies Plättchengrößen
mit sich bringt, bei denen Nachteille in der Handhabung aufgrund starker Sedimentationsneigung
auftreten.
[0020] Naturgraphit der vorgenannten Reinheit enthält weitere Bestandteile als Verunreinigungen
oder Beimengungen, wie u.a. Silizium in der Form von Siliziumcarbid (SIC) oder Siliziumoxid
(SiO
2). Da Siliziumcarbid und Siliziumoxid stark abrasiv wirken, führt ein zu hoher Siliziumgehalt
In dem erfindungsgemäß eingesetzten Graphit zu einem unerwünscht hohen Abrieb des
Werkzeugs und/oder des Werkstücks. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs enthält der eingesetzte Graphit daher
Silizium als Verunreinigung oder Beimengung in einer Menge von nicht mehr als 2,0
Gew.-%, vorzugsweise nicht mehr als 1,5 Gew.-%, besonders bevorzugt nicht mehr als
0,2 Gew.-%.
[0021] Der erfindungsgemäße Hochtemperaturschmierstoff enthält organisches Treibmittel in
einer Menge von 2 bis 10 Gew.-%. Das organische Treibmittel ist unter Stickstoffverbindungen
der oben genannten Definition ausgewählt In einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung enthält das organische Treibmittel mehr als 70 Gew.-%, vorzugsweise mehr
als 80 Gew.-%, besonders bevorzugt mehr als 90 Gew.-% Melaminisocyanurat. Ganz besonders
bevorzugt besteht das organische Treibmittel zu 100 Gew.-% aus Melaminisocyanurat.
Das in dem erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoff eingesetzte organische Treibmittel
setzt bei erhöhten Temperaturen, vorzugsweise Temperaturen > 350 °C. Gas frei und
bildet damit ein Gaspolster zwischen dem Werkzeug und dem Werkstück während der Umformung
des Werkstückes bei den üblichen Umformtemperaturen. Die Gasbildung erfolgt entweder
durch Zersetzung des organischen Treibmittels, durch Sublimation oder beidem. Eine
Menge von weniger als 2 Gew.-% an organischem Treibmittel führt zu einer ungenügenden
Gasbildung bzw. Gasfreisetzung, so daß kein ausreichendes Gaspolster zwischen Werkzeug
und Werkstück ausgebildet werden kann. Eine zu hohe Menge an organischem Treibmittel
ist unvorteilhaft, da es zu unkontrolliert hoher Gasbildung und damit verbundener
Störung des Walzprozesses durch Gasexpansion kommen kann. Melaminisocyanurat ist für
diesen Zweck ganz besonders geeignet.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält der Hochtemperaturschmierstoff
organisches Treibmittel in einer Menge von 3 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis 6 Gew.-%.
Als besonders geeignet hat sich eine Menge von etwa 5 Gew.-% an organischem Treibmittel
erwiesen.
[0023] Der erfindungsgemäße Hochtemperaturschmierstoff enthält weiterhin ein Schichtsilikat
oder ein Gemisch von Schichtsilikaten als anorganisches Trennmittel in einer Menge
von 5 bis 50 Gew.-%. Ein Anteil des anorganischen Trennmittels in einer Menge von
weniger als 5 Gew.-% ist ungeeignet, da keine ausreichende Trennwirkung erzielt wird.
Eine Menge von mehr als 50 Gew.-% an organischem Trennmittel führt zu reduzierter
Schmierwirkung.
[0024] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
der Hochtemperaturschmierstoff das anorganische Trennmittel in einer Menge von 10
bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 15 bis 30 Gew.-%.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs
ist das anorganische Trennmittel unter Kaolinit, Antigorit, Hydrohalloysit, Serpentin,
Greenalith, Pyrophyillit, Talk, Margarit, Vermiculit, Sudoit und Chlorit ausgewählt
Besonders bevorzugt sind Kaolinit und Antigorit alleine oder im Gemisch. In einer
weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs
ist das anorganische Trennmittel aus der Gruppe der alkalifreien wasserhaltigen Schichtsilikate
mit Zweier-Einfach-Schicht ausgewählt, wie beispielsweise Kaolinit, Antigorit und
Halloysit. Ganz besonders bevorzugt ist unter den Schichtsilikaten das Tonmineral
Kaolinit, ein Aluminiumhydrosilikat der allgemeinen Formel Al
2[Si
2O
5(OH)
4].
[0026] Kaolinit wird entweder durch Schlämmung des Tongesteins Kaolin oder synthetisch aus
Polykieselsäure und Aluminiumhydroxid gewonnen. Da Kaoline überwiegend aus dem Mineral
Kaolinit bestehen (etwa 88 %), kann bei speziellen Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung anstelle von reinem Kaolinit auch Kaolin verwendet werden. Der Vorteil der
Verwendung des Tongesteins Kaolin liegt in den geringeren Kosten für das Rohmaterial
gegenüber der Verwendung von reinem oder beispielsweise synthetisch hergestelltem
Kaolinit. Erfindungsgemäß wird daher vorzugsweise Kaolin eingesetzt. Dem gegenüber
kann aber auch die höhere Reinheit des Minerals Kaolinit bzw. die höchstmögliche Reinheit
des synthetisch hergestellten Kaolinits zum Zwecke einer exakteren Reproduzierbarkeit
von Erzeugnissen einheitlicher Qualität gewünscht sein.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs
weist das anorganische Trennmittel eine mittlere Teilchengröße (d50) von 0,5 bis 15
µm, vorzugsweise 1 bis 10 µm, besonders bevorzugt 1 bis 7 µm auf. Geringere Teilchengrößen
als 0,5 µm haben den Nachteil, daß es zu Agglomeratbildung des Rohstoffs kommt und
diese nicht ausreichend gut in der Pulvermischung homogenisiert werden kann. Teilchengrößen
von mehr als 15 µm haben den Nachteil, daß dadurch die Trennwirkung des Trennmittels
teilweise durch eine sich nachteilig auswirkende Abrasionswirkung überlagert wird
und sich darüber hinaus bei stark unterschiedlichen Teilchengrößen keine homogene
Mischung herstellen läßt.
[0028] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
der Hochtemperaturschmierstoff 1 bis 20 Gew.-% organisches Haftmittel, das unter Alkylenhomopolymeren
und -copolymeren ausgewählt ist. Das Haftmittel ist in Wasser suspendierbar und bildet
auf dem Substrat (Werkzeug und/oder Werkstück) einen Film, der dazu beiträgt, daß
die übrigen Bestandteile der Zusammensetzung des Schmiermittels gehalten werden. Eine
Menge von weniger als 1 Gew.-% des organischen Haftmittels ist ungenügend, da sich
dadurch die Schichtdicken des eingesetzten Schmierstoffs auf ein ungenügendes Maß
reduzieren. Eine Menge von mehr als 20 Gew.-% organisches Haftmittel hat den Nachteil,
daß die Schmierwirkung aufgrund des fehlenden Graphitanteils herabgesetzt wird und
sich somit die Werkzeugstandzeiten verringern.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält der Hochtemperaturschmierstoff
das organische Haftmittel in einer Menge von 2 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 5
Gew.-%.
[0030] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hochtemperaturschmierstoffs
ist das organische Haftmittel unter Homo- und Copolymeren von Arylalkenen, α,β-ungesättigten
Säuren und Estern, β,γ-ungesättigten Säuren und Estern, Alkenen, Vinylestern, Vinylalkoholen,
ungesättigten dibasischen Säuren und Estern, Alkylestern und acyclischen Säuren und
Estern ausgewählt. Ganz besonders bevorzugt ist das organische Haftmittel unter Polyethylen,
Polymethylmethacrylat, Polystyrol, Polybutadien, Polyvinylacetat, Polyvinylpropionat,
Copolymer aus Methylmethacrylat und Styrol, Copolymer aus Methylenmethacrylat und
Alphamethylstyrol, Polydiallylphthalat, Polypropylen, Copolymer aus Styrol und Butadien,
Polymethylmethacrylat, Copolymer aus Vinylacetat und Dibutylmaleinat, Copolymer aus
Vinylacetat und Ethylen und Polyisobutylen ausgewählt.
[0031] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
enthält der Hochtemperaturschmierstoff weiterhin 2 bis 15 Gew.-% an anorganischem
oder organischem Stabilisator, wobei der Stabilisator unter Polysacchariden, Alkylzellulosen,
Hydroxyzellulosen und Tonmineralien ausgewählt ist. Der erfindungsgemäße Hochtemperaturschmierstoff
wird in der Anwendung häufig bzw. üblicherweise als eine Suspension oder Dispersion
in einer Flüssigkeit, vorzugsweise in Wasser, eingesetzt. Der anorganische Stabilisator
erhöht in dieser Suspension oder Dispersion die Viskosität und dient somit als Verdicker
und verhindert bzw. vermindert die Sedimentation und damit die Trennung der übrigen
Bestandteile des Hochtemperaturschmierstoffs. Eine Menge von weniger als 2 Gew.-%
des Stabilisators ist unerwünscht, da dann die Viskositätserhöhung nicht ausreicht,
um eine Sedimentation der Bestandteile des Hochtemperaturschmierstoffs in ausreichendem
Maße zu verhindern und die Homogenität des Schmierstoffs zu gewährleisten. Eine Menge
von mehr als 15 Gew.-% des Stabilisators führt zu einer Viskositätserhöhung der Suspension
oder Dispersion, so daß diese nur noch schlecht im Sprühverfahren auf das Werkzeug
aufgebracht werden kann. Darüber hinaus kann eine zu hohe Viskosität die Ausbildung
eines ausreichend zusammenhängenden und gleichmäßig dicken Schmiermittelfilms beeinträchtigen.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält der Hochtemperaturschmierstoff
den Stabilisator in einer Menge von 3 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis 6 Gew.-%.
Besonders bevorzugt ist der Stabilisator ein anorganisches Material, das unter Tonmineralien
auf Silikatbasis oder Gemischen davon, vorzugsweise unter Bentoniten und organisch
modifizierten Bentoniten ausgewählt ist. Ganz besonders bevorzugt ist der Stabilisator
unter Tonmineralien aus der Klasse der Smektite, vorzugsweise der Klasse der Montmorrionite
ausgewählt.
[0033] Smektite bestehen im wesentlichen aus Schichtsilikaten und zeichnen sich strukturbedingt
durch ein hohes Kationenaustauschvermögen und durch hohe Quellbarkeit in Wasser aus.
Aus der Klasse der Smektite werden besonders bevorzugt Montmorrionite eingesetzt,
die ein Quellvermögen (1 g Montmorrionit in destilliertem Wasser) von 3 bis 50 aufweisen.
Aufgrund des vorgenannten Kationenaustauschvermögens können die Smektite bzw. Montmorrionite
mit anorganischen oder organischen Kationen "modifiziert" werden. Die in dem erfindungsgemäßen
Hochtemperaturschmierstoff mit Vorteil eingesetzten Tonminerale zeichnen sich durch
ausgezeichnete Bindeeigenschaften aus und haben zudem den Vorteil, daß sie im Gegensatz
zu organischen Stabilisatoren nicht der Pyrolyse unterliegen. Des weiteren führt die
Verwendung der genannten Tonminerale zu einer überraschend schnellen Trocknungszeit
des Schmiermittelfilms auf dem Werkstück und/oder dem Werkzeug innerhalb von wenigen
Sekunden. Durch die Verwendung dieser Stabilisatoren gelingt es, mit dem erfindungsgemäßen
Schmiermittel auf dem Werkzeug und/oder dem Werkstück innerhalb kürzester Zeit einen
gleichmäßigen und trockenen Schmierfilm zu erzeugen, noch bevor das Werkzeug und das
Werkstück in Kontakt gebracht werden.
[0034] Als Handelsprodukt wird der erfindungsgemäße Hochtemperaturschmierstoff zweckmäßigerweise
als pulverförmiger, trockener Feststoff bereitgestellt. Er kann auch als solcher Feststoff
direkt angewendet werden, jedoch ist es vorteilhaft, ihn in der Anwendung als Suspension
oder Dispersion in einer Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, mit einem Feststoffgehalt
von 5 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 15 bis 40 Gew.-%, besonders bevorzugt 25 bis 30
Gew.-%, einzusetzen. Der Hochtemperaturschmierstoff kann so auf das Werkzeug und/oder
das Werkstück gleichmäßig aufgesprüht werden. Aufgrund der erhöhten Temperatur des
Werkzeugs und/oder des Werkstücks verdampft die Flüssigkeit und läßt eine gleichmäßige
feste Beschichtung des Schmierstoffs zurück. Selbstverständlich kann der erfindungsgemäße
Hochtemperaturschmierstoff auch als eine solche Suspension oder Dispersion in den
Handel gebracht werden.
[0035] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen die
festen Bestandteile des Hochtemperaturschmierstoffs eine mittlere Teilchengröße <
200 µm, vorzugsweise < 150 µm, besonders bevorzugt < 100 µm auf. Haben die festen
Bestandteile des Hochtemperaturschmierstoffs eine höhere mittlere Teilchengröße, so
hat dies den Nachteil einer erhöhten Sedimentationsneigung in suspendierter Applikationsform.
[0036] Weitere Vorteile, Merkmale und Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden
anhand der nachfolgenden Beispiele erläutert.
Beispiele
Beispiel 1
[0037] Es wurden 4 verschiedene Schmierstoffrezepturen in Längswalzverfahren getestet. Die
Rezepturen wurden jeweils als 30 %-ige wäßrige Suspensionen eingesetzt. Alle Gewichtsprozentangaben
beziehen sich jeweils auf den Feststoffgehalt. In den Längswalzverfahren wurden Rohre
mit dünnen Wänden (Wandstärke = 4,1 mm) bei Dornstangentemperaturen von 80 - 100 °C
hergestellt. Es wurden ca. 90 g Schmiermittelsuspension pro m
2 aufgetragen. Die Auslaufzeit der Suspensionen nach EN-ISO 2431 (6 mm) betrug etwa
50 sek. Die Walzlose umfaßten jeweils etwa 500 bis 2000 Rohre. Als Werkstoffe wurden
ein Kohlenstoffstahl der Qualität P110 und ein legierter Stahl der Qualität P91 eingesetzt.
[0038] Die durch Mischen der Bestandteile hergestellten Rezepturen der pulverförmigen, trockenen
Schmierstoffe und die Walzergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 1 angegeben.
Da dünne Wandstärken aufgrund der höheren Streckung eine bessere Schmierung benötigen
als dicke Wandstärken, sind die Ergebnisse der Schmierwirkung auch auf den Dickwandbereich
übertragbar.
Tabelle 1
| Rezeptur |
Komponenten |
Zusammensetzung (Gew.-%) |
Walzergebnisse1) |
| C-Stahl P100 |
leg. Stahl P91 |
| 1 |
(a) |
Graphit |
66,2 |
+++ |
+++ |
| |
(b) |
organisches Treibmittel |
5,0 |
|
|
| (Erfindung) |
(c) |
anorganisches Trennmittel |
21,0 |
|
|
| |
(d) |
organisches Haftmittel |
3,0 |
|
|
| |
(e) |
anorganischer Stabilisator |
4,3 |
|
|
| |
(f) |
Bakterizid |
0,5 |
|
|
| |
|
|
|
|
|
| 2 |
(a) |
Graphit |
66,2 |
+++ |
--- |
| (Vergleichsrezeptur) |
(x) |
organisches Treibmittel |
5,0 |
|
|
| (c) |
anorganisches Trennmittel |
21,0 |
|
|
| (d) |
organisches Haftmittel |
3,0 |
|
|
| |
(e) |
anorganischer Stabilisator |
4,3 |
|
|
| |
(f) |
Bakterizid |
0,5 |
|
|
| |
|
|
|
|
|
| 3 |
(a) |
Graphit |
66,2 |
+++ |
--- |
| (Vergleichsrezeptur) |
(y) |
organisches Treibmittel |
5,0 |
|
|
| (c) |
anorganisches Trennmittel |
21,0 |
|
|
| (d) |
organisches Haftmittel |
3,0 |
|
|
| (e) |
anorganischer Stabilisator |
4,3 |
|
|
| (f) |
Bakterizid |
0,5 |
|
|
| |
|
|
|
|
|
| 4 |
(a) |
Graphit |
85,0 |
+++ |
+/- |
| (Vergleichsrezeptur gemäß EP 0 909 309) |
|
Bentonit |
3,0 |
|
|
| |
Na-Silikat |
2,5 |
|
|
| |
Silikophosphat |
0,8 |
|
|
| |
Phosphatgemisch |
8,7 |
|
|
| |
|
|
|
|
1) Walzergebnisse:
"+++" sehr gute Walzbarkeit, niedrige Stromaufnahme, gute Maßhaltigkeit des Fertigrohres
"+/-" schwierige Walzbarkeit, hohe Stromaufnahme, teilweise Rohrinnenfehler, Rückstände
an der Werkzeugoberfläche
"- - -" schlechte Walzbarkeit, Schmierstoff nicht zufriedenstellend einsetzbar |
[0039] Die in den Rezepturen eingesetzten Komponenten (a) bis (f) und (x) und (y) sind nachfolgend
näher charakterisiert.
| (a) |
Graphit |
makrokristalliner Naturgraphit, |
| |
|
Reinheit: 94-96 %, |
| |
|
C-Gehalt: 94 - 97 % |
| |
|
mittlere Teilchengröße d50 (Cilas): etwa 15 µm, |
| |
|
Si-Gehalt: etwa 0,2 Gew.-% SiO2 |
| |
|
Feuchtegehalt: < 0,2 % |
| |
|
|
| (b) |
organisches Treibmittel |
Melaminisocyanurat, Budit 315®, |
| |
|
Chemische Fabrik Budenheim KG, Deutschland; |
| |
|
N-Gehalt: 48 %, |
| |
|
freies Melamin: < 0,5 %, |
| |
|
freie Isocyanursäure: < 0,2 % |
| |
|
|
| (c) |
anorganisches Trennmittel |
Kaolin, |
| |
|
mittlere Teilchengröße d50 (Cilas): 2 - 10 µm, |
| |
|
Si-Gehalt: > 50 Gew.-% SiO2, |
| |
|
Al-Gehalt: etwa 30 Gew.-% Al2O3, |
| |
|
|
| (d) |
organisches Haftmittel |
Styrol-Acrylsäureester-Copolymer in Pulverform |
| |
|
Schüttdichte: 400 - 600 g/l |
| |
|
Korngröße (Siebung über 315 µm nach DIN 66165): < 3 µm |
| |
|
Glasübergangstemperatur (Tg nach DIN 53765-A-10): 15 °C |
| |
|
|
| (e) |
anorganischer Stabilisator |
organisch modifizierter Smektit in Pulverform |
| |
|
Viskosität (3 %-ig, Haake): 40000 - -50000 mPas |
| |
|
Korngröße (Siebung über 90 µm): max. 25 % |
| |
|
|
| (f) |
Bakterizid |
Isothiazolinon-Zubereitung, |
| |
|
Acticide MBP®, Thor-Chemie GmbH, Deutschland |
| |
|
|
| (x) |
Treibmittel |
Asphalt, |
| |
|
Zeco 11A, Ziegler Chemicals & Minerals Corp, USA |
| |
|
|
| (y) |
Treibmittel |
Ligninsulfonat, |
| |
|
Borresphere NA220, Borregaad Ligno-Tech, Deutschland |
Beispiel 2 - Herstellung eines nahtlosen Edelstahlrohres
[0040] In einer Nahtlosrohr-Fertigungslinie, in welcher nach der Lochung des Vormaterials
auf einem Schrägwalzwerk das Elongieren der so erzeugten Hohlblöcke mittels kontinuierlich
arbeitender, jeweils separat angetriebener Walzgerüste auf einem frei beweglichen
Werkzeug (Dornstange) erfolgt, wurde die Dornstange bei einer Temperatur von ca. 110
bis 130 °C mittels einer Airless-Sprühanlage (4 x 0,7/0,9 mm Düsen/40-80 bar) vor
dem Elongieren der Hohlböcke mit der gemäß Rezeptur 1 aus Beispiel 1 hergestellten
Schmierstoffsuspension beschichtet. Der verwendete Werkstoff war ferritischer Stahl
mit 9 bzw. 13 % Cr, und die Hohlblöcke hatten ein Gewicht von 250 bis 270 kg und eine
Länge von 6 bis 8 m. Die Umformtemperatur betrug 1150 bis 1200 °C. Die Wandstärken
der Fertigrohre betrugen 2,7 bis 7,3 mm, vorwiegend jedoch 4,1 mm, und der Außendurchmesser
der Fertigrohre betrug maximal 152 mm.
Beispiel 3 - Herstellung von nahtlosen Kohlenstoffstahlrohren
[0041] Auf der gleichen Fertigungslinie wie in Beispiel 2 wurden unter Beibehaltung der
justierten anlagentechnischen Walzeinstellungen nahtlose Rohre aus Kohlenstoffstahl
hergestellt. Die Beschichtung der Dornstangen erfolgte mit dem Schmiermittel gemäß
Rezeptur 1 aus Beispiel 1 und in der in Beispiel 2 beschriebenen Art und Weise. Der
Werkstoff war Stahl der Qualität P110 bzw. P91, und die Hohlblöcke hatten ein Gewicht
von 250 bis 300 kg und eine Länge von 6,5 bis 8 m. Die Umformtemperatur betrug 1250
bis 1280 °C. Die Wandstärken der hergestellten nahtlosen Rohre lagen im Bereich von
2,7 bis 4,1 mm, und die Fertigrohre hatten einen Auβendurchmesser von maximal 152
mm.
1. Hochtemperaturschmierstoff für die Heißumformung von Edel- und Kohlenstoffstählen,
welcher wenigstens folgende Bestandteile in Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt,
enthält:
(a) 40 bis 90 Gew.-% Graphit,
(b) 2 bis 10 Gew.-% organisches Treibmittel,
(c) 5 bis 50 Gew.-% anorganisches Trennmittel,
wobei das organische Treibmittel (b) aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus
Melamin, Melam, Melem, Melon,
Phosphatsalzen und Polyphosphatsalzen der vorgenannten Verbindungen mit Phosphatkettenlängen
im Bereich von n = 1 bis 1000,
Umsetzungsprodukten und Addukten der vorgenannten Verbindungen mit Cyanursäure oder
Isocyanursäure und
Gemischen der vorgenannten,
und das anorganische Trennmittel (c) ein Schichtsilikat oder ein Gemisch von Schichtsilikaten
ist.
2. Hochtemperaturschmierstoff nach Anspruch 1, welcher weiterhin
(d) 1 bis 20 Gew.-% organisches Haftmittel enthält,
wobei das organische Haftmittel (d) unter Alkylenhomopolymeren und -copolymeren ausgewählt
ist.
3. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der Ansprüche 1 oder 2, welcher weiterhin
(e) 2 bis 15 Gew.-% anorganischen oder organischen Stabilisator enthält,
wobei der Stabilisator unter Polysachariden, Alkylcellulosen, Hydroxycellulosen und
Tonmineralien ausgewählt ist.
4. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hochtemperaturschmierstoff Graphit (a) in einer Menge von 50 bis 80 Gew.-% enthält.
5. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Graphit (a) kristalliner oder makrokristalliner Graphit, vorzugsweise kristalliner
oder makrokristalliner Naturgraphit ist.
6. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Graphit (a) eine Reinheit > 90 %, vorzugsweise > 95, bezogen auf den Kohlenstoffgehalt
des Graphits, aufweist.
7. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Graphit (a) eine mittlere Teilchengröße (d50) von 5 bis 40 µm, vorzugsweise 10
bis 25 µm aufweist.
8. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Graphit (a) Silizium als Verunreinigung oder Beimengung in einer Menge von nicht
mehr als 2,0 Gew.-%, vorzugsweise nicht mehr als 1,5 Gew.-%, besonders bevorzugt nicht
mehr als 0,2 Gew.-% enthält.
9. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hochtemperaturschmierstoff organisches Treibmittel (b) in einer Menge von 3 bis
10 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis 6 Gew.-% enthält.
10. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das organische Treibmittel (b) mehr als 70 Gew.-%, vorzugsweise mehr als 80 Gew.-%,
besonders bevorzugt mehr als 90 Gew.-% Melaminisocyanurat enthält und ganz besonders
bevorzugt zu 100 Gew.-% aus Melaminisocyanurat besteht.
11. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hochtemperaturschmierstoff anorganisches Trennmittel (c) in einer Menge von 10
bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 15 bis 30 Gew.-% enthält.
12. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Trennmittel (c) unter alkalifreien wasserhaltigen Schichtsilikaten
ausgewählt ist.
13. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Trennmittel (c) unter Kaolinit, Antigorit, Hydrohalloysit, Serpentin,
Greenalith, Pyrophyllit, Talk, Margarit, Vermiculit, Sudoit und Chlorit, vorzugsweise
Kaolinit und/oder Antigorit ausgewählt ist.
14. Hochtemperaturschmierstoff nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Trennmittel (c) aus der Gruppe der alkalifreien wasserhaltigen Schichtsilikate
mit Zweier-Einfachschicht ausgewählt ist.
15. Verwendung des Hochtemperaturschmierstoffs nach einem der vorausgehenden Ansprüche
bei der Heißverformung von Edel- und/oder Kohlenstoffstählen, vorzugsweise bei der
Herstellung von nahtlosen Rohren.
1. A high-temperature lubricant for the hot shaping of high-grade and carbon steels,
which contains at least the following constituents in percent by weight with respect
to the solids content:
(a) 40 to 90% by weight graphite,
(b) 2 to 10% by weight organic blowing agent, and
(c) 5 to 50% by weight inorganic separation agent,
wherein the organic blowing agent (b) is selected from the group consisting of melamine,
melam, melem, melon,
phosphate salts and polyphosphate salts of the aforesaid compounds with phosphate
chain lengths in the region of n = 1 to 1000,
reaction products and adducts of the aforesaid compounds with cyanuric acid or isocyanuric
acid, and
mixtures of the aforesaid,
and the inorganic separation agent (c) is a sheet silicate or a mixture of sheet silicates.
2. A high-temperature lubricant according to claim 1 which further contains
(d) 1 to 20% by weight organic adhesive,
wherein the organic adhesive (d) is selected from alkylene homopolymers and copolymers.
3. A high-temperature lubricant according to one of claims 1 and 2 which further contains
(e) 2 to 15% by weight inorganic or organic stabiliser,
wherein the stabiliser is selected from polysaccharides, alkyl celluloses, hydroxy
celluloses and clay minerals.
4. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the high-temperature lubricant contains graphite (a) in an amount of 50 to 80% by
weight.
5. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the graphite (a) is crystalline or macrocrystalline graphite, preferably crystalline
or macrocrystalline natural graphite.
6. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the graphite (a) has a purity >90%, preferably >95%, with respect to the carbon content
of the graphite.
7. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the graphite (a) has a mean particle size (d50) of 5 to 40 µm, preferably 10 to 25
µm.
8. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the graphite (a) contains silicon as an impurity or admixture in an amount of not
more than 2.0% by weight, preferably not more than 1.5% by weight, particularly preferably
not more than 0.2% by weight.
9. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the high-temperature lubricant contains organic blowing agent (b) in an amount of
3 to 10% by weight, preferably 4 to 6% by weight.
10. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the organic blowing agent (b) contains more than 70% by weight, preferably more than
80% by weight, particularly preferably more than 90% by weight, melamine isocyanurate
and quite particularly preferably comprises 100% by weight of melamine isocyanurate.
11. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the high-temperature lubricant contains inorganic separation agent (c) in an amount
of 10 to 40% by weight, preferably 15 to 30% by weight.
12. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the inorganic separation agent (c) is selected from alkali-free aqueous sheet silicates.
13. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the inorganic separation agent (c) is selected from kaolinite, antigorite, hydrohalloysite,
serpentine, greenalite, pyrophyllite, talc, margarite, vermiculite, sudoite and chlorite,
preferably kaolinite and/or antigorite.
14. A high-temperature lubricant according to one of the preceding claims characterised in that the inorganic separation agent (c) is selected from the group of alkali-free aqueous
sheet silicates with a double-single sheet.
15. Use of the high-temperature lubricant according to one of the preceding claims in
the hot shaping of high-grade and/or carbon steels, preferably in the production of
seamless pipes.
1. Lubrifiant à haute température pour le formage à chaud d'aciers fins et d'aciers au
carbone, qui contient au moins les composants suivants en pourcentage en poids, rapportés
à la teneur en matière solide :
(a) 40 à 90% en poids de graphite,
(b) 2 à 10% en poids d'agent propulseur organique,
(c) 5 à 50% en poids d'agent séparateur inorganique,
l'agent organique (b) étant choisi dans le groupe constitué de
mélamine, de mélam, de mélem, de mélon,
de sels de phosphate et de sels de polyphosphate des composés susmentionnés ayant
une longueur de chaîne phosphatée de l'ordre de n = 1 à 1000,
de produits de transformation et de produits d'addition des composés susmentionnés
avec de l'acide cyanurique ou de l'acide isocyanurique et
des mélanges de ceux-ci,
et l'agent séparateur inorganique (c) étant un phyllosilicate ou un mélange de phyllosilicates.
2. Lubrifiant à haute température selon la revendication 1, lequel contient en outre
(d) 1 à 20% en poids d'agent adhésif organique,
l'agent adhésif organique (d) étant choisis parmi les homopolymères et copolymères
d'alkylène.
3. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications 1 ou 2, lequel contient
en outre
(e) 2 à 15% en poids de stabilisateur inorganique ou organique, le stabilisateur étant
choisi parmi les polysaccharides, les alkylcelluloses, les hydroxycelluloses et les
minéraux argileux.
4. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le lubrifiant à haute température contient du graphite (a) dans une quantité de 50
à 80% en poids.
5. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le graphite (a) est un graphite cristallin ou macrocristallin, avantageusement du
graphite naturel cristallin ou macrocristallin.
6. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le graphite (a) présente une pureté supérieure à 90%, avantageusement supérieure
à 95%, rapportée à la teneur en carbone du graphite.
7. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le graphite (a) a une taille de particule moyenne (d50) de 5 à 40 µm, avantageusement
de 10 à 25 µm.
8. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le graphite (a) contient du silicium comme contaminant ou impureté dans une quantité
qui n'est pas supérieure à 2,0% en poids, avantageusement pas supérieure à 1,5% en
poids, de façon particulièrement préférée pas supérieure à 0,2% en poids.
9. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le lubrifiant à haute température contient un agent propulseur organique (b) dans
une quantité de 3 à 10% en poids, avantageusement de 4 à 6% en poids.
10. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'agent propulseur organique (b) contient plus de 70% en poids, avantageusement plus
de 80% en poids, de façon particulièrement préférée plus de 90% en poids d'isocyanurate
de mélamine et de façon tout particulièrement préférée jusqu'à 100% en poids d'isocyanurate
de mélamine.
11. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le lubrifiant à haute température contient un agent séparateur inorganique (c) dans
une quantité de 10 à 40% en poids, avantageusement 15 à 30% en poids.
12. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'agent séparateur inorganique (c) est choisi parmi les phyllosilicates hydratés
non alcalins.
13. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'agent séparateur inorganique (c) est choisi parmi la kaolinite, l'antigorite, l'hydrohalloysite,
la serpentine, la greenalite, la pyrophyllite, le talc, la margarite, la vermiculite,
la sudoite, et la chlorite, avantageusement la kaolinite et/ou l'antigorite.
14. Lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'agent séparateur inorganique (c) est choisi dans le groupe des phyllosilicates
hydratés non alcalins comportant deux couches simples.
15. Utilisation du lubrifiant à haute température selon l'une des revendications précédentes
pour le formage à chaud d'aciers fins et/ou d'aciers au carbone, avantageusement pour
la fabrication de tubes sans soudure.