Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Draht-
oder Stabstahl.
Stand der Technik
[0002] Bei der Herstellung von Draht- und Stabstählen besteht ein fortwährendes Bedürfnis
nach verbesserten Prozessen, welche insbesondere bezüglich Kosten, Logistik aber auch
bezüglich der Eigenschaften der Erzeugnisse optimiert sind. Ein wichtiger Ansatz für
die Prozessoptimierung liegt in der Verkürzung des Produktionsverfahrens, welche sich
zum Beispiel durch Einsparung von Wärmebehandlungen erreichen lässt (siehe
Ball, J. et al., "Prozessverkürzung durch Einsparung von Wärmebehandlungen bei der
Herstellung von Draht und Stab", Stahl und Eisen 11(1997) Nr. 4, S. 59 - 67). Insbesondere wurde gezeigt, dass durch temperaturkontrolliertes Walzen bei bestimmten
Stählen die Wärmebehandlung zur GKZ-Glühung eingespart werden kann oder ein qualitativ
besseres Glühgefüge erhältlich ist, und dass bei gewissen Stählen die Vergütungsbehandlung
entfallen kann. "Energy saving production of medium carbon steel wires with spherical
cementite", 22.06.194, offenbart ein Verfahren bei dem Stähle mit einem mittelhohen
Kohlenstoffgehalt von 0.2 bis 0.5 Gew.-% wie folgt verarbeitet werden: a) zunächst
wird eine erste Warmumformung durch Walzen bei einer Temperatur zwischen A
c3 + 1000 und A
c3 durchgeführt, wobei der Gesamtumformgrad mindestens 50% beträgt; b) danach wird das
Walzgut auf eine Temperatur zwischen A
c3 + 1000 und A
c3 abgekühlt und eine zweite Warmumformung durchgeführt, wobei der Gesamtumformgrad
mindestens 20% beträgt; c) danach wird das Walzgut auf eine Temperatur zwischen A
c3 + 1000 und A
r1 abgekühlt und eine dritte Warmumformung auf die Endabmessung durchgeführt, wobei
der Gesamtumformgrad mindestens 25% beträgt; d) schließlich wird das Walzgut in einen
Ofen mit einer Temperatur zwischen A
c1 und A
c1 - 1000 gebracht und dort mindestens 30 Minuten gehalten, um danach auf Raumtemperatur
abgekühlt zu werden.
[0003] In der
CN 1088265 A ist ein gattungsgemässes Verfahren beschrieben, bei dem Stähle mit einem mittelhohen
Kohlenstoffgehalt von 0.26 bis 0.5 Gew.-% wie folgt verarbeitet werden:
- a) zunächst wird eine erste Warmumformung durch Walzen bei einer Temperatur zwischen
Ac3 + 100°C und Ac3 durchgeführt, wobei der Gesamtumformgrad mindestens 50% beträgt;
- b) danach wird das Walzgut auf eine Temperatur zwischen Ar3 + 100°C und Ar3 abgekühlt und eine zweite Warmumformung durchgeführt, wobei der Gesamtumformgrad
mindestens 20% beträgt;
- c) danach wird das Walzgut auf eine Temperatur zwischen Ar3 und Ar1 abgekühlt und eine dritte Warmumformung auf die Endabmessung durchgeführt, wobei
der Gesamtumformgrad mindestens 25% beträgt;
- d) schliesslich wird das Walzgut in einen Ofen mit einer Temperatur zwischen Ac1 und Ac1 - 100°C gebracht und dort mindestens 30 Minuten gehalten, um danach auf Raumtemperatur
abgekühlt zu werden.
[0004] Das obige Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Endumformung immer im Zweiphasengebiet
erfolgt und dass nach der Endumformung stets eine Wiedererwärmung oder bestenfalls
ein Halten bei der Endwalztemperatur nötig ist. Der Übergang zur Warmehaltetemperatur
erfolgt also nicht durch den Abkühlprozess (vgl. Übergang von (6) nach (7) in Fig.
2 von
CN 1088265 A).
Darstellung der Erfindung
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung
von Stab- oder Drahtstahl anzugeben, welches eine gute Kontrolle der Eigenschaften
der Verfahrenserzeugnisse erlaubt und gleichzeitig die Prozessführung vereinfacht.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe durch das im Anspruch 1 definierte Verfahren.
[0007] Das erfindungsgemässe Verfahren beinhaltet die folgenden Verfahrensstufen:
- a) in einem ersten Verfahrensschritt wird ein Stahl mit einem Gewichtsanteil von 0.02
bis 0.65% Kohlenstoff und bis zu 0.15% Silizium, 0.25 bis zu 1.5% Mangan, bis zu 0.035%
Phosphor, bis zu 0.004% Schwefel, bis zu 0.5% Molybdän, bis zu 1.7% Chrom, bis zu
0.25% Kupfer, bis zu 0.008% Bor, bis zu 0.2% Nickel und bis zu 0.25% Vanadium sowie
weiteren stahlüblichen Beimengungen auf 1'050 bis 1'200°C erhitzt, anschliessend wird
eine erste Warmumformung durch Walzen bei einer Temperatur oberhalb der Rekristallisationstemperatur
durchgeführt, wobei der Gesamtumformgrad bei der ersten Warmumformung mindestens 60%
beträgt;
- b) in einem zweiten Verfahrensschritt wird das Walzgut unterhalb die Rekristallisationstemperatur
abgekühlt und danach eine Endumformung bei einer Temperatur im Bereich des nicht-rekristallisierten
Austenits vorgenommen, wobei das Abkühlen derart durchgeführt wird, dass im Walzgut
vor der Endumformung ein mögliches Kornwachstum des Austenits verhindert wird und
wobei der Gesamtumformgrad bei der Endumformung mindestens 30% beträgt; und
- c) in einem dritten Verfahrensschritt wird das Walzgut ohne Wiedererwärmung bis zu
einer vorbestimmten Warmhaltetemperatur um die Ar1 Temperatur abgekühlt und während einer vorbestimmten Warmhaltezeit bei der besagten
Warmhaltetemperatur belassen.
[0008] Überraschenderweise wurde gefunden, dass die mit dem erfindungsgemässen Verfahren
hergestellten Erzeugnisse nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur für eine weitere Kaltverarbeitung
ohne Glühung geeignet sind. Anders als bei den herkömmlichen Verfahren ist es also
nicht erforderlich, den erzeugten Draht- oder Stabstahl wieder aufzuwärmen. Darüber
hinaus hat sich herausgestellt, dass die im dritten Verfahrensschritt des erfindungsgemässen
Verfahrens aufzubringende Warmhaltezeit deutlich kürzer ist als die Dauer der nachträglichen
Wärmebehandlung bei den herkömmlichen Verfahren. Im Ergebnis ist somit die Prozessdauer
und die Prozesskette beim erfindungsgemässen Verfahren deutlich kürzer als bei den
herkömmlichen Verfahren.
[0009] Im Gegensatz zu dem in
CN 1088265 A beschriebenen Verfahren sind beim erfindungsgemässen Verfahren nur zwei statt drei
Umformschritte erforderlich. Damit wird zunächst einmal erreicht, dass zwischen den
Umformschritten nur eine einzige kontrollierte Zwischenkühlung statt zwei solcher
Kühlungen benötigt wird. Dies vereinfacht das Verfahren und die dazu erforderliche
Anlage. Darüber hinaus erfolgt beim erfindungsgemässen Verfahren der Übergang zur
Warmhaltetemperatur direkt im Zuge des Abkühlprozesses. Eine Wiedererwärmung auf die
Warmhaltetemperatur ist deshalb nicht erforderlich, was nicht nur eine Vereinfachung
des Prozesses, sondern auch eine Energieeinsparung erlaubt.
[0010] Bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0011] Insbesondere ist das erfindungsgemässe Verfahren einerseits für Stähle mit einen
vergleichsweise niedrigen Gewichtsanteil von 0.02 bis 0.2% Kohlenstoff sowie bis zu
0.25% Molybdän und bis zu 0.008% Bor geeignet; andererseits ist es aber auch für Stähle
mit einem mittleren bis hohen Gewichtsanteil von 0.2 bis 0.65% Kohlenstoff sowie 0.25
bis 0.50% Molybdän und bis zu 1.7% Chrom geeignet. Dabei ist die Warmhaltetemperatur
wie nachfolgend erläutert zu wählen.
[0012] Beim bevorzugten Verfahren nach Anspruch 2 weist der Stahl einen Gewichtsanteil von
0.02 bis 0.2% Kohlenstoff und bis zu 0.15% Silizium, 0.25 bis zu 1.0% Mangan, bis
zu 0.025% Phosphor, bis zu 0.004% Schwefel, bis zu 0.25% Molybdän, bis zu 0.1% Chrom,
bis zu 0.25% Kupfer, bis zu 0.008% Bor, bis zu 0.2% Nickel und bis zu 0.1% Vanadium
auf, wobei die Warmhaltetemperatur im Wesentlichen bei Ar
1e liegt.
[0013] Demgegenüber weist der Stahl beim bevorzugten Verfahren nach Anspruch 3 einen Gewichtsanteil
von 0.2 bis 0.65% Kohlenstoff und bis zu 0.15% Silizium, 0.25 bis zu 1.0% Mangan,
bis zu 0.035% Phosphor, bis zu 0.004% Schwefel, 0.25 bis zu 0.50% Molybdän, bis zu
1.7% Chrom, bis zu 0.25% Kupfer, bis zu 0.2% Nickel und bis zu 0.1% Vanadium auf,
wobei die Warmhaltetemperatur im Wesentlichen im Bereich von Ar
1b bis Ar
1e liegt.
[0014] Dabei bezeichnen Ar
1b und Ar
1e in bekannter Weise den Beginn (oberer Index "b") bzw. das Ende (oberer Index "e")
der Austenit-Perlit-Umwandlung in Abkühlungsrichtung (wobei "r" für "refroidissement"
steht).
[0015] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform wird die Endumformung bei einer Temperatur
oberhalb von Ar
3 durchgeführt. Insbesondere wird gemäss Anspruch 4 die Endumformung bei höchstens
Ar
3 + 60°C durchgeführt. Dadurch lässt sich die erforderliche Warmhaltezeit im Vergleich
zu den bekannten Walzverfahren auf ungefähr die Hälfte senken.
[0016] Gemäss einer weiteren Ausführungsform wird die Endumformung bei einer Temperatur
knapp unterhalb von Ar
3 durchgeführt. Insbesondere wird gemäss Anspruch 5 die Endumformung bei einer Temperatur
im Bereich von Ar
1 bis Ar
3 durchgeführt, wobei die Endumformtemperatur 690°C nicht unterschreitet. Dies erlaubt
eine weitere Verkürzung der erforderlichen Warmhaltezeit auf bis zu ungefähr ein Achtel
gegenüber den bekannten Walzverfahren.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0017] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
beschrieben, dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Draht- oder Stabstahl, in schematischer
Darstellung, in Draufsicht;
- Fig. 2
- ein Temperatur-Zeit-Profil für ein Walzverfahren nach dem Stand der Technik;
- Fig. 3
- ein Temperatur-Zeit-Profil für eine erste Ausführungsform des erfindungsgemässen Walzverfahrens;
- Fig. 4
- ein Temperatur-Zeit-Profil für eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemässen
Walzverfahrens; und
- Fig. 5
- Gefüge abgeschreckter Proben nach dem letzten Stich in Abhängigkeit von der Endwalztemperatur
(Stahl C).
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0018] Die in der Fig. 1 gezeigte Walzvorrichtung weist nicht näher dargestellte Vortriebsmittel
für einen Stahlstrang 2 auf, welche diesen in einer Vortriebsrichtung V durch die
Vorrichtung hindurch befördern. Wie nachfolgend noch näher erläutert wird, kommen
gewisse Baugruppen der Walzvorrichtung nur für gewisse Endabmessungen zum Einsatz,
bzw. je nach Endabmessung wird eine gewisse Funktion von der einen oder der anderen
Baugruppe übernommen. Zunächst wird jedoch der Walzvorgang allgemein beschrieben.
[0019] Ausgehend von einem Ofen 4 mit einer Temperatur von 1'050 bis 1'200°C gelangt der
Stahlstrang 2 zu einer ersten Warmverformungsvorrichtung 6, wo eine erste Warmumformung
durch Walzen bei einer Temperatur oberhalb der Rekristallisationstemperatur stattfindet.
Je nach Endabmessung erfolgt die erste Warmverformung durch sechs bis zwanzig Stiche
bei einer Temperatur oberhalb von 950°C.
[0020] Anschliessend durchläuft der Stahlstrang eine erste Kühlvorrichtung 8 (für Stabstahl)
bzw. 8a (für Draht), mittels welcher er unter die Rekristallisationstemperatur abgekühlt
wird. Danach gelangt der Stahlstrang in eine zweite Warmverformungsvorrichtung 10
(für Stabstahl) bzw. 10a (für Draht), wo eine Endumformung bei einer Temperatur im
Bereich des nicht-rekristallisierten Austenits vorgenommen wird.
[0021] Schliesslich wird der Strahlstrang wahlweise zu einer Drahtstation 14 oder zu einer
Stabstation 16 zugeführt. Diese Stationen sind mit zweiten Kühlvorrichtungen 18 (für
Draht) bzw. 20 (für Stabstahl) sowie mit nicht näher dargestellten Warmhaltevorrichtungen
für das abgelängte Walzerzeugnis in Form von Drahtringen oder von Stäben ausgestattet.
[0022] Bei der Herstellung von Stabstahl wird die erste Warmwalzvorrichtung 6 durch eine
erste Gerüstgruppe 22 gebildet. Im Falle von vergleichsweise dickem Stabstahl dient
als erste Kühlvorrichtung 8 eine direkte Wasserkühlung 24 im Bereich der ersten Gerüstgruppe
22. Für vergleichsweise dünnen Stabstahl wird als erste Kühlvorrichtung 8 eine Warteschlaufe
26 mit Durchlaufkühlung 28 eingesetzt. Erforderlichenfalls können auch beide Kühlvarianten
zum Einsatz kommen. Die zweite Warmwalzvorrichtung 10 kann wie bei der hier gezeigten
Anordnung durch eine nachgeordnete zweite Gerüstgruppe 30 gebildet sein. Anschliessend
gelangt der Walzgutstrang zur Stabstation 16, welche wie erwähnt eine zweite Kühlvorrichtung
20 beinhaltet.
[0023] Bei der Herstellung von Draht mit einem Durchmesser von beispielsweise bis zu 22
mm umfasst die erste Warmwalzvorrichtung 6 die erste Gerüstgruppe 22 und die zweite
Gerüstgruppe 30. Die erste Kühlvorrichtung 8a ist dabei als nachgeordnete Warteschlaufe
32 ausgestaltet, die vorteilhafterweise eine Wasserkühlung 34 umfasst. Die zweite
Warmwalzvorrichtung 10a wird durch eine nachgeordnete dritte Gerüstgruppe 36 gebildet.
Anschliessend gelangt der Walzgutstrang zur Drahtstation 14, welche wie erwähnt eine
zweite Kühlvorrichtung 18 beinhaltet.
[0024] Die Fig. 2 bis 4 zeigen anhand der massgeblichen Temperatur-Zeitprofile einen Vergleich
zwischen einem vorbekannten Walzverfahren (Fig. 2) und zwei Varianten des erfindungsgemässen
Verfahrens (Fig. 3 und 4).
[0025] Beim vorbekannten Verfahren gemäss Fig. 2 wird der Stahlstrang zunächst auf rund
1'150°C erhitzt. Danach wird eine Warmumformung durch Walzen bei einer Temperatur
oberhalb 950°C durchgeführt, was oberhalb der Rekristallisationstemperatur liegt.
Im gezeigten Beispiel erfolgt dies durch 6 Stiche. Anschliessend wird das Walzgut,
je nach Endabmessung bzw. Walzstation, innerhalb von 5 bis 10 s auf 820 bis 920°C
und dann mit einer Abkühlrate von 0.3 bis 1.9°C/s auf Raumtemperatur abgekühlt. Das
so gewonnene Erzeugnis eignet sich nicht für die kalte Weiterverarbeitung, sondern
es ist hierfür eine mehrstündige Wärmebehandlung erforderlich. Beispielsweise muss
das Erzeugnis wieder auf eine Temperatur von 680 bis 720°C aufgeheizt werden und typischerweise
etwa 14 Stunden bei dieser Temperatur gehalten werden. Das derart nachbehandelte Erzeugnis
kann schliesslich auf Raumtemperatur abgekühlt werden und steht danach für die kalte
Weiterverarbeitung zur Verfügung.
[0026] Bei den Verfahren der Fig. 3 und 4 wird zunächst eine erste Warmumformung oberhalb
der Rekristallisationstemperatur durchgeführt, wobei der Umformgrad in diesem Verfahrensschritt
mindestens 60% beträgt. Anschliessend wird das Walzgut jedoch - anders als im zuvor
geschilderten Verfahren der Fig. 2 - zunächst unterhalb die Rekristallisationstemperatur
abgekühlt und danach eine Endumformung bei einer Temperatur im Bereich des nicht-rekristallisierten
Austenits vorgenommen. Der Gesamtumformgrad bei der Endumformung beträgt mindestens
30% und wird in den gezeigten Beispielen durch zwei Stiche bewerkstelligt. Wesentlich
ist, dass die Abkühlung unterhalb die Rekristallisationstemperatur derart durchgeführt
wird, dass im Walzgut vor der Endumformung kein Kornwachstum des Austenits stattfindet.
[0027] Bei der Variante von Fig. 3 erfolgt die Endumformung bei einer Temperatur, die oberhalb
von Ar
3 liegt; bei der Variante von Fig. 4 ist die Endwalztemperatur noch niedriger und liegt
knapp unterhalb von Ar
3 im Bereich zwischen Ar
1 und Ar
3. Wie in den Fig. 3 und 4 schematisch angedeutet, könnte die Endumformung je nach
Walzstation, Abmessung bzw. Walzgeschwindigkeit eine Wiedererwärmung des Walzgutes
bewirken. Dieser Umstand muss berücksichtigt werden, d.h. es gilt zu vermeiden, dass
die Temperatur vorübergehend wieder über die gewünschte Endwalztemperatur ansteigt.
[0028] In einem dritten Verfahrensschritt wird das Walzgut im Wesentlichen auf die Ar
1 Temperatur, zum Beispiel auf 680 bis 720°C, abgekühlt und danach bei dieser Warmhaltetemperatur
während einer bestimmten Warmhaltezeit belassen. Ein Wiedererwärmungsprozess ist dementsprechend
nicht erforderlich. Schliesslich wird das Erzeugnis auf Raumtemperatur abgekühlt.
[0029] Die Warmhaltezeit wird in Vorversuchen bestimmt. Sie wird so gewählt, dass die Eigenschaften
der Erzeugnisse nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur mit denjenigen nach konventioneller
Walzung und zusätzlicher Wärmebehandlung vergleichbar sind. Damit wird erreicht, dass
das Erzeugnis ohne weitere Wärmebehandlung kalt weiterverarbeitbar ist.
[0030] Wie aus dem Vergleich der Fig. 3 und 4 hervorgeht, lässt sich durch Senken der Endwalztemperatur
kombiniert mit einem gezielten modifizierten Abkühlprozess eine Verkürzung der erforderlichen
Warmhaltezeit erreichen, welche im Fall der Fig. 3 ungefähr 7 Stunden und im Fall
der Fig. 4 lediglich noch 2 bis 4 Stunden beträgt.
[0031] Es versteht sich, dass zum Einstellen der beschriebenen Bedingungen die Walzvorrichtung
entsprechend zu dimensionieren bzw. einzurichten ist. Insbesondere werden die kontrollierten
Abkühlungsvorgänge mittels Wasserkühlungen und gegebenenfalls mittels Warteschlaufen
realisiert. Darüber hinaus werden je nach Art und Dimension des zu produzierenden
Erzeugnisses (d.h. Drahtstahl, Stabstahl) unterschiedliche Anzahlen und Positionen
der Walzgerüste gewählt. Das Warmhalten erfolgt - ebenfalls abhängig von der Art des
Erzeugnisses - in geeigneten Warmhalteeinrichtungen.
[0032] Grundsätzlich lässt sich das beschriebene Verfahren für Stähle mit einem Gewichtsanteil
von 0.02 bis 0.65% Kohlenstoff und bis zu 0.15% Silizium, 0.25 bis zu 1.5% Mangan,
bis zu 0.035% Phosphor, bis zu 0.004% Schwefel, bis zu 0.5% Molybdän, bis 1.7% Chrom,
bis zu 0.25% Kupfer, bis zu 0.008% Bor, bis zu 0.2% Nickel und bis zu 0.25% Vanadium
sowie weiteren stahlüblichen Beimengungen verwenden. Drei Beispiele für solche Zusammensetzungen
sind in der Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1: Stahlzusammensetzungen in Gew.-%
| Stahl |
C |
Si |
Mn |
P |
S |
Ni |
Cr |
Mo |
Al |
Cu |
B |
N |
| A |
0.09 |
0.08 |
0.36 |
0.004 |
0.005 |
0.06 |
0.06 |
0.008 |
0.026 |
0.07 |
- |
0.011 |
| B |
0.21 |
0.05 |
0.97 |
0.005 |
0.009 |
0.05 |
0.03 |
0.007 |
0.021 |
0.08 |
0.003 |
0.008 |
| C |
0.43 |
0.08 |
0.74 |
0.005 |
0.030 |
0.06 |
1.07 |
0.215 |
0.021 |
0.08 |
- |
0.009 |
Beispiele
[0033] Die folgenden Beispiele wurden auf einer Versuchsanlage durchgeführt. In allen Fällen
wurde die in Vorversuchen bestimmte minimal erforderliche Wärmebehandlungszeit bzw.
Warmhaltezeit eingehalten, die zu einem kalt verarbeitbaren Erzeugnis führt. Da jedoch
auf der Versuchsanlage am Schluss keine Drahtringe oder lange Stäbe abgelegt werden,
sind die nötigen Wärmebehandlungszeiten bzw. Warmhaltezeiten in den vorliegenden Beispielen
deutlich kürzer als in einer entsprechenden Produktionsanlage. Demnach sind die nachfolgend
angegebenen Wärmebehandlungszeiten bzw. Warmhaltezeiten etwa um den Faktor 3.5 kürzer
als auf einer Produktionsanlage.
Vergleichsbeispiel 1 (Stand der Technik)
[0034] Ein Stahl mit der chemischen Zusammensetzung "A" gemäss Tabelle 1 wurde auf 1'150°C
erhitzt und anschliessend in 6 Stichen gewalzt, wobei der Anfangsdurchmesser 38 mm
und der Enddurchmesser 17.2 mm betrug. Dies entspricht einem Gesamtumformgrad von
80%. Dabei lag die Endwalztemperatur bei ca. 980°C. Anschliessend wurde das Walzgut
innerhalb von 6 Sekunden auf 820 bis 960°C und dann mit einer Abkühlrate von 0.3 bis
1.9 °C/s (je nach Walzstation) auf Raumtemperatur abgekühlt. Das so gewonnene Erzeugnis
wurde anschliessend einer Wärmebehandlung bei 680°C während 4 Stunden unterzogen.
Beispiel 1
[0035] Ein Stahl mit derselben Zusammensetzung wie im Vergleichsbeispiel 1 wurde auf 1'150°C
erhitzt und anschliessend in 4 Stichen gewalzt, wobei der Anfangsdurchmesser 38 mm
und der Enddurchmesser 23.8 mm betrug. Dies entspricht einem Gesamtumformgrad bei
der ersten Warmverformung von 60%. Dabei lag die Temperatur nach dem 4. Stich bei
ca. 1'020°C. Anschliessend wurde das Walzgut nach einer intensiven Kühlung innerhalb
von 13 Sekunden in weiteren 4 Stichen von 23.8 auf 17.2 mm gewalzt. Dies entspricht
einem Gesamtumformgrad bei der Endumformung von 47%. Dabei betrug die Endwalztemperatur
880°C, was ca. 20°C oberhalb von Ar
3 liegt. Nach dem letzten Stich wurde das Walzgut innerhalb von 6 Sekunden auf 680°C
abgekühlt, was im Wesentlichen Ar
1e entspricht, und während 2 Stunden bei dieser Temperatur belassen.
Beispiel 2
[0036] Ein Stahl mit derselben Zusammensetzung wie im Vergleichsbeispiel 1 wurde auf 1'150°C
erhitzt und anschliessend in 4 Stichen gewalzt, wobei der Anfangsdurchmesser 38 mm
und der Enddurchmesser 23.8 mm betrug. Dabei lag die Temperatur nach dem 4. Stich
bei ca. 1'020°C. Anschliessend wurde das Walzgut nach einer intensiven Kühlung innerhalb
von 13 Sekunden in weiteren 2 Stichen von 23.8 auf 17.2 mm gewalzt. Die Endwalztemperatur
lag bei 850°C was knapp ca. 10°C unterhalb von Ar
3 liegt. Nach dem letzten Stich wurde das Walzgut innerhalb 6 Sekunden auf 680°C abgekühlt
was im Wesentlichen Ar
1e entspricht, und während 1 Stunde bei dieser Temperatur belassen.
[0037] Die mechanischen Eigenschaften der Walzerzeugnisse aus Stahl A sind in Tabelle 2
zusammengestellt. Es ist eindeutig zu erkennen, dass durch gezielte Endumformung um
Ar
3 kombiniert mit einer gesteuerten Abkühlung um Ar
1 ohne vorherige Wiedererwärmung und das Halten bei dieser Temperatur ein Eigenschaftsniveau
erreicht werden kann, das mit demjenigen nach konventioneller Umformung gefolgt von
aufwändiger Wärmebehandlung vergleichbar ist. Dabei konnte die benötigte Warmhaltezeit
auf die Hälfte bis ein Viertel der üblichen Glühdauer reduziert werden. Das Erzeugnis
kann im diesem Zustand kalt verarbeitet werden.
Tabelle 2: Mechanische Eigenschaften der Walzerzeugnisse aus Stahl A
| |
Vergleichsbeispiel 1 |
Beispiel 1 |
Beispiel 2 |
| Zugfestigkeit RM [MPa] |
375 |
395 |
392 |
| Brucheinschnürung Z [%] |
76.0 |
75.8 |
74.2 |
Vergleichsbeispiel 2 (Stand der Technik)
[0038] Ein Stahl mit der chemischen Zusammensetzung "C" gemäss Tabelle 1 wurde auf 1'150°C
erhitzt und anschliessend in 6 Stichen gewalzt, wobei der Anfangsdurchmesser 38 mm
und der Enddurchmesser 17.2 mm betrug. Dies entspricht einem Gesamtumformgrad von
80%. Dabei lag die Endwalztemperatur bei ca. 980°C. Anschliessend wurde das Walzgut
in 5 Sekunden auf ca. 820 bis 970°C und dann mit einer Abkühlrate von 0.3 bis 1.9°C/s
auf Raumtemperatur abgekühlt. Das so gewonnene Erzeugnis wurde anschliessend einer
Wärmebehandlung bei 680°C während 4 Stunden unterzogen.
Beispiel 3
[0039] Ein Stahl mit derselben Zusammensetzung wie im Vergleichsbeispiel 2 wurde auf 1'150°C
erhitzt und anschliessend in 4 Stichen gewalzt, wobei der Anfangsdurchmesser 38 mm
und der Enddurchmesser 23.8 mm betrug. Dies entspricht einem Gesamtumformgrad bei
der ersten Warmverformung von 60%. Dabei lag die Temperatur nach dem 4. Stich bei
ca. 1'020 °C. Anschliessend wurde das Walzgut nach einer intensiven Kühlung innerhalb
von 13 Sekunden in weiteren 2 Stichen von 23.8 auf 17.2 mm gewalzt. Dies entspricht
einem Gesamtumformgrad bei der Endumformung von 47%. Dabei betrug die Endwalztemperatur
800°C, was oberhalb von Ar
3 liegt. Nach dem letzten Stich wurde das Walzgut innerhalb von 6 Sekunden auf 680°C
abgekühlt, was zwischen Ar
1b und Ar
1e liegt, und während 2 Stunden bei dieser Temperatur belassen.
Beispiel 4
[0040] Ein Stahl mit derselben Zusammensetzung wie im Vergleichsbeispiel 2 wurde auf 1'150°C
erhitzt und anschliessend in 4 Stichen gewalzt, wobei der Anfangsdurchmesser 38 mm
und der Enddurchmesser 23.8 mm betrug. Dabei lag die Temperatur nach dem 4. Stich
bei ca. 1'020°C. Anschliessend wurde das Walzgut nach einer intensiven Kühlung innerhalb
von 13 Sekunden in weiteren 2 Stichen von 23.8 auf 17.2 mm gewalzt. Die Endwalztemperatur
lag bei 690°C, was unterhalb von Ar
3 liegt. Nach dem letzten Stich wurde das Walzgut innerhalb von 6 Sekunden auf 680°C
abgekühlt, was zwischen Ar
1b und Ar
1e liegt, und während 0.5 Stunden bei dieser Temperatur belassen.
[0041] Fig. 5 stellt das Gefüge abgeschreckter Proben nach dem letzten Stich in Abhängigkeit
von der Endwalztemperatur dar. Es ist zu sehen, dass die Endumformung im Vergleichsbeispiel
2 (siehe Fig. 5a) und im Beispiel 3 (siehe Fig. 5b) im metastabilen Austenit stattfand.
Demgegenüber erfolgte diese im Beispiel 4 (siehe Fig. 5c) im (y-a)-Zweiphasengebiet.
[0042] Die mechanischen Eigenschaften der Walzerzeugnisse aus Stahl C sind in Tabelle 3
zusammengestellt.
Tabelle 3: Mechanische Eigenschaften der Walzerzeugnisse aus Stahl C
| |
Vergleichsbeispiel 2 |
Beispiel 3 |
Beispiel 4 |
| Zugfestigkeit RM [MPa] |
695 |
685 |
695 |
| Brucheinschnürung Z [%] |
60.9 |
56.6 |
57.7 |
Schlussbemerkungen
[0043] Die obigen Vergleichsmessungen zeigen, dass das kontinuierliche Walzen mit gezielter
Einstellung der Endwalztemperatur um Ar
3 kombiniert mit einem gezielten modifizierten Abkühlprozess und einer gezielt gewählten
Warmhaltetemperatur zu Erzeugnissen führt, deren mechanische Eigenschaften mit denen
nach einer konventionellen Wärmebehandlung vergleichbar sind. Insbesondere können
die Erzeugnisse ohne Glühbehandlung kalt weiterverarbeitet werden.
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Draht- oder Stabstahl, welches die
folgenden Verfahrensschritte beinhaltet:
a) in einem ersten Verfahrensschritt wird ein Stahl mit einem Gewichtsanteil bestehend
aus 0.02 bis 0.65% Kohlenstoff, mehr als 0 bis zu 0.15% Silizium, 0.25 bis 1.5% Mangan,
bis zu 0.035% Phosphor, bis zu 0.004% Schwefel, hoher als 0 bis zu 0.5% Molybdän,
mehr als 0 bis zu 1.7% Chrom, mehr als 0 bis zu 0.25% Kupfer, bis zu 0.008% Bor, mehr
als 0 bis zu 0.2% Nickel, bis zu 0.25% Vanadium, mehr als 0 bis zu 0.026% Aluminium
sowie weiteren stahlüblichen Beimengungen auf 1'050 bis 1'200°C erhitzt, anschliessend
wird eine erste Warmumformung durch Walzen bei einer Temperatur oberhalb der Rekristallisationstemperatur
durchgeführt, wobei der Gesamtumformgrad bei der ersten Warmumformung mindestens 60%
beträgt;
b) in einem zweiten Verfahrensschritt wird das Walzgut unterhalb die Rekristallisationstemperatur
abgekühlt und danach eine Endumformung bei einer Temperatur im Bereich des nicht-rekristallisierten
Austenits vorgenommen, wobei das Abkühlen derart durchgeführt wird, dass im Walzgut
vor der Endumformung ein mögliches Kornwachstum des Austenits verhindert wird und
wobei der Gesamtumformgrad bei der Endumformung mindestens 30% beträgt; und
c) in einem dritten Verfahrensschritt wird das Walzgut ohne Wiedererwärmung bis zu
einer Warmhaltetemperatur im Bereich von Ar1b bis Ar1e um die Ar1 Temperatur abgekühlt und während einer Warmhaltezeit bei der besagten Warmhaltetemperatur
belassen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl einen Gewichtsanteil von 0.02 bis 0.2% Kohlenstoff und bis zu 0.15% Silizium,
0.25 bis 1.0% Mangan, bis zu 0.025% Phosphor, bis zu 0.004% Schwefel, bis zu 0.25%
Molybdän, bis zu 0.1% Chrom, bis zu 0.25% Kupfer, bis zu 0.008% Bor, bis zu 0.2% Nickel,
bis zu 0.026% Aluminium und bis zu 0.1% Vanadium aufweist und
dass die Warmhaltetemperatur im Wesentlichen bei Ar1e liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl einen Gewichtsanteil von 0.2 bis 0.65% Kohlenstoff und bis zu 0.15% Silizium,
0.25 bis 1.0% Mangan, bis zu 0.035% Phosphor, bis zu 0.004% Schwefel, 0.25 bis zu
0.50% Molybdän, bis zu 1.7% Chrom, bis zu 0.25% Kupfer, bis zu 0.2% Nickel, bis zu
0.026% Aluminium und bis zu 0.1 % Vanadium aufweist und dass die Warmhaltetemperatur
im Bereich von Ar1b bis Ar1e liegt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Endumformung bei einer Temperatur von höchstens Ar3 + 60°C durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Endumformung bei einer Temperatur im Bereich von Ar1 bis Ar3 durchgeführt wird, mit der Massgabe, dass die Endumformtemperatur 690°C nicht unterschreitet.
1. A method for the continuous production of steel wire or steel bar, which comprises
the following process steps:
a) in a first process step, a steel with a weight proportion consisting of 0.02 to
0.65% carbon, more than 0 and up to 0.15% silicon, 0.25 to 1.5% manganese, up to 0.035%
phosphorus, up to 0.004% sulfur, more than 0 and up to 0.5% molybdenum, more than
0 and up to 1.7% chromium, more than 0 and up to 0.25% copper, up to 0.008% boron,
more than 0 and up to 0.2% nickel and up to 0.25% vanadium, more than 0 and up to
0.026% aluminium and further admixtures usually contained in steel is heated to 1'050
to 1'200°C, subsequently a first hot forming is carried out by rolling at a temperature
above the recrystallization temperature, wherein the total deformation degree in the
first hot forming is at least 60%;
b) in a second process step, the rolled material is cooled to below the recrystallization
temperature and subsequently an end forming at a temperature in the range of non-recrystallized
austenite is carried out, wherein the cooling is carried out in such manner that in
the rolled material a possible grain growth is prevented before the end forming and
wherein the total deformation degree in the end forming is at least 30%; and
c) in a third process step, the rolled material is cooled without reheating down to
a soaking temperature in the range of Ar1b to Ar1e around the Ar1 temperature, and is maintained at the said soaking temperature during a soaking time.
2. The method according to claim 1, characterized in that the steel comprises a weight proportion of 0.02 to 0.2% carbon and up to 0.15% silicon,
0.25 to 1.0% manganese, up to 0.025% phosphorus, up to 0.004% sulfur, up to 0.25%
molybdenum, up to 0.1% chromium, up to 0.25% copper, up to 0.008% boron, up to 0.2%
nickel, up to 0.026 aluminium and up to 0.1% vanadium and that the soaking temperature
is substantially at Ar1e.
3. The method according to claim 1, characterized in that the steel comprises a weight proportion of 0.2 to 0.65% carbon and up to 0.15% silicon,
0.25 to 1.0% manganese, up to 0.035% phosphorus, up to 0.004% sulfur, 0.25 up to 0.50%
molybdenum, up to 1.7% chromium, up to 0.25% copper, up to 0.2% nickel, up to 0.026
aluminium and up to 0.1% vanadium and that the soaking temperature is in the range
of Ar1b to Ar1e.
4. The method according to one of claims 1 to 3, characterized in that the end forming is carried out at a temperature of at most Ar3 + 60°C.
5. The method according to one of claims 1 to 3, characterized in that the end forming is carried out at a temperature in the range of Ar1 to Ar3 with the provision that the end forming temperature does not fall below 690°C.
1. Procédé de production en contenu de fils ou de barres d'acier comprenant les étapes
suivantes :
a) dans une première étape de procédé, un acier renfermant en proportion pondérale
0,02 à 0,65 % de carbone, plus de 0 et jusqu'à 0,15 % de silicium, 0,25 à 1,5 % de
manganèse, jusqu'à 0,035 % de phosphore, jusqu'à 0,004 % de soufre, plus de 0 et jusqu'à
0,5 % de molybdène, plus de 0 et jusqu'à 1,7 % de chrome, plus de 0 et jusqu'à 0,25
% de cuivre, jusqu'à 0,008 % de bore, plus de 0 et jusqu'à 0,2 % de nickel, jusqu'à
0,25 % de vanadium, plus de 0 et jusqu'à 0,026 % d'aluminium, ainsi que d'autres impuretés
usuelles dans les aciers, est chauffé à 1 050 à 1 200° C, puis, un premier formage
thermique est effectué par laminage à une température située au-dessus de la température
de recristallisation, le taux de déformation total lors du premier formage thermique
étant d'au moins 60 %,
b) dans une seconde étape de procédé, le produit laminé est refroidi au-dessous de
sa température de recristallisation puis un formage final à une température située
dans la zone de l'austénite non recristallisée est effectuée, ce refroidissement étant
mis en oeuvre de façon à empêcher, avant le formage final, une croissante possible
de grains d'austénite dans le produit laminé, et le taux de déformation total lors
du formage final étant d'au moins 30 %, et
c) dans une troisième étape de procédé, le produit laminé est refroidi sans réchauffage
jusqu'à une température de maintien thermique située dans la zone de Ar1b à Ar1e autour de la température critique Ar1 et maintenu pendant un temps de maintien thermique à cette température de maintien
thermique.
2. Procédé conforme à la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'acier renferme en proportion pondérale 0,02 à 0,2 % de carbone et jusqu'à 0,15%
de silicium, 0,25 à 1,0% de manganèse, jusqu'à 0,025 % de phosphore, jusqu'à 0,004
% de soufre, jusqu'à 0,25 % de molybdène, jusqu'à 0,1 % de chrome, jusqu'à 0,25 %
de cuivre, jusqu'à 0,008 % de bore, jusqu'à 0,2 % de nickel, jusqu'à 0,026 % d'aluminium
et jusqu'à 0,1 % de vanadium, et la température de maintien thermique est essentiellement
égale à Ar1e.
3. Procédé conforme à la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'acier renferme en proportion pondérale 0,2 à 0,65% de carbone et jusqu'à 0,15% de
silicium, 0,25 à 1,0 % de manganèse, jusqu'à 0,035 % de phosphore, jusqu'à 0,004 %
de soufre, 0,25 à 0,50 % de molybdène, jusqu'à 1,7 % de chrome, jusqu'à 0,25 % de
cuivre, jusqu'à 0,2 % de nickel, jusqu'à 0,026 % d'aluminium et jusqu'à 0,1 % de varadium
et la température de maintien thermique est située dans la zone de Ar1b à Ar1e.
4. Procédé conforte à l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le formage final est effectué à une température au plus égale à la température critique
Ar3 + 60° C.
5. Procédé conforme à l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le formage final est effectué à une température située dans la zone de Ar1 à Ar3, étant précisé que la température de formage final n'est pas inférieure à 690° C.