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EP 2 090 429 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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08.06.2011 Patentblatt 2011/23 |
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Anmeldetag: 13.02.2008 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Bebilderung einer Offset-Druckform
Imaging of an offset printing plate
Marquage d'une plaque d'impression offset
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL
PT RO SE SI SK TR |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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19.08.2009 Patentblatt 2009/34 |
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Patentinhaber: WIFAG Maschinenfabrik AG |
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3001 Bern (CH) |
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Erfinder: |
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- Riepenhoff, Matthias
3015, Bern (CH)
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Vertreter: Schwabe - Sandmair - Marx |
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Patentanwälte
Stuntzstraße 16 81677 München 81677 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-99/32275 US-A- 6 098 544
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DE-A1- 2 734 508 US-B1- 6 477 955
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft die Bebilderung einer Druckform in einer Offset-Druckmaschine,
vorzugsweise Nassoffset, und hat hierfür ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Gegenstand.
Ferner betrifft sie eine bebilderte Offset-Druckform und eine Offset-Druckform in
einem noch nicht bebilderten Rohzustand. Die Druckmaschine kann insbesondere eine
Rotationsdruckmaschine, vorzugsweise für den Rollendruck sein. Eine bevorzugte Anwendung
ist der Zeitungsdruck. Die Maschine arbeitet vorzugsweise im Coldset, d.h. die Farbe
wird durch Lufttrocknung ohne Heizung getrocknet.
[0002] Aus der
DE 198 26 377 A1 und der
DE 10 2005 021 346 A1 sind Verfahren zur Bebilderung bekannt, die auf der Verwendung von Druckformen beruhen,
die zwischen einen hydrophoben und einem hydrophilen Zustand reversibel umschaltbar
sind. Die Oberfläche der Druckformen wird von Metalloxiden gebildet. Nach der
DE 198 26 377 A1 wird Farbe und im Nassoffset auch Feuchte unmittelbar auf die metalloxidische Oberfläche
aufgetragen. Nach der
DE 10 2005 021 346 A1 wird auf der metalloxidischen Oberfläche eine organische Verbindung adsorbiert und
die Oberfläche der Druckform dadurch hydrophobiert. Die Hydrophobierung wird durch
UV- und IR-Bestrahlung unterstützt. Für die Bebilderung wird die hydrophobierte Oberfläche
bildgemäß mit IR-Laserimpulsen mit einer Intensität unterhalb der Ablationsschwelle
beaufschlagt, um die hydrophilen Stellen der Oberfläche zu erzeugen. Die Druckform
ist mittels IR-Bestrahlung löschbar, wobei die Temperatur im oberflächennahen Bereich
der Druckform kurzzeitig ca. 500 °C erreicht. Problematisch bei den reversibel umschaltbaren
Druckformen sind deren noch immer kurze Standzeiten, so dass größere Auflagen mit
den Druckformen nicht gedruckt werden können.
[0003] Die
US 6,908,544 beschreibt eine Offsetdruckplatte für kleinere Auflagen mit einer Oberfläche, die
als Bestandteil Metalle, wie Aluminium, Chrom, Nickel oder Mischung daraus aufweisen
kann. Die Ablation der Druckplatten, bzw. der hydrophilen Oberflächen der Druckplatten
erfolgt mittels Lifrarotstrahlen. Aus der
DE 27 34 508 A1 ist ganz allgemein ein Verfahren zur Herstellung einer Flachdruckplatte bzw. eines
Flachdruckblattes bekannt, bei dem ein Substrat aus einem oleophilen Kunststoff mit
einem polymerisierbaren hydrophilen Radical belegt wird. Diese Oberfläche wird anschließend
einer aktinischen Strahlung zur Bildung eines chemisch mit dem Substrat verbundenen
hydrophilen Films ausgesetzt. Die
US 6,477,955 B1 beschreibt eine mit dem Laser löschbare wasserlose Druckplatte, die in der Druckmaschine
belichtet werden kann. Die Druckplatten sind besonders dünn und daher gut für den
Einsatz auf PBI (plate blanket image) Zylindern geeignet.
[0004] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Druckform in einer Offset-Druckmaschine auf
einfache Weise zu bebildern und die Standzeit der bebilderten Druckform zu erhöhen,
wobei die Bildinformation der Druckform vorzugsweise löschbar ist.
[0005] Nach der Erfindung wird auf eine Druckform mit einer hydrophoben Oberfläche ein fließfähiges,
vorzugsweise flüssiges Beschichtungsmaterial so aufgetragen, dass es die dem Drucken
dienende Oberfläche der Druckform überall benetzt. Das Beschichtungsmaterial wird
auf der gesamten Oberfläche erhärtet und bildet im erhärteten Zustand eine hydrophile
Oberfläche der Druckform. Das erhärtete Beschichtungsmaterial wird mittels einer Bestrahlung
bildgemäß entfernt, so dass die unter dem Beschichtungsmaterial liegende hydrophobe
Oberfläche der Druckform bildgemäß freigelegt wird. Im Ergebnis wird eine Druckform
erhalten, die eine im Druckbetrieb Farbe übertragende Oberfläche aufweist, die sich
einem zu übertragenden Druckbild gemäß aus den vom Beschichtungsmaterial gebildeten
hydrophilen Oberflächenstellen und den freigelegten hydrophoben Oberflächenstellen
zusammensetzt. Erfindungsgemäß führt im Druckbetrieb somit das Material der Druckform,
das im Allgemeinen abriebfester als das Beschichtungsmaterial ist, die Farbe, während
das erhärtete Beschichtungsmaterial frei bleibt oder wie bevorzugt das Feuchtmittel
führt. Das Beschichtungsmaterial enthält hydrophile Gruppen, vorzugsweise Aminogruppen,
Carboxyl-Gruppen, Silangruppen oder andere Gruppe-IV-Verbindungen oder eine Kombination
mehrerer oder sämtlicher dieser Gruppen bzw. Verbindungen.
[0006] Das Beschichtungsmaterial kann insbesondere ein Lack sein.
[0007] Das Beschichtungsmaterial kann mittels einer dem Bebildern entsprechenden Strahlung
gänzlich entfernt und die Druckform auf die gleiche Weise erneut bebildert werden.
Das Verfahren beinhaltet daher in einer vorteilhaften Weiterentwicklung ein Löschen
des Druckbilds und erneutes Bebildern der Druckform.
[0008] Vorzugsweise wird ein wässriges Beschichtungsmaterial verwendet, d. h. ein Beschichtungsmaterial
mit Wasser als Lösungsmittel.
[0009] Die Strahlungsenergie der bildgemäßen Bestrahlung stammt vorzugsweise aus einem anderen
Wellenlängenbereich des elektromagnetischen Spektrums als die dem Härten dienende
Strahlungsenergie. Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Bestrahlung für das Härten
über der Fläche gleichmäßig ist, während die bildgemäße Bestrahlung der Feinheit des
Drucks entsprechend fokussiert ist, so dass jedes einzelne Pixel des zu erzeugenden
Druckbilds gezielt einzeln bestrahlt werden kann. Die dem Härten dienende Strahlungsenergie
kann alternativ auch aus dem gleichen Wellenlängenbereich wie die Strahlungsenergie
der bildgemäßen Bestrahlung gewählt werden. Die Strahlung kann in beiden Fällen sogar
die gleiche Wellenlänge aufweisen. In derartigen Ausführungen kann die gleiche Bestrahlungseinrichtung
sowohl dem Härten als auch dem bildgemäßen Bestrahlen dienen, wobei zur Erfüllung
der Doppelfunktion wenigstens ein Strahlungsparameter der Bestrahlungseinzichtung
veränderbar ist. So kann die Bestrahlungseinrichtung durch Fokussierung für das bildgemäße
Bestrahlen und durch Defokussieren zum Härten verwendet werden. Alternativ oder zusätzlich
kann auch die Leistung der Bestrahlungseinrichtung dem jeweiligen Zweck angepasst
einstellbar sein. Eine weitere Möglichkeit ist die Variation der Geschwindigkeit,
mit der sich die Druckform einmal beim Härten und das andere Mal beim bildgemäßen
Bestrahlen relativ zu der Bestrahlungseinrichtung bewegt.
[0010] Um den Lack über die gesamte Oberfläche rasch und gleichmäßig zu erhärten, kann die
Druckform thermisch bestrahlt werden. Bevorzugter wird sie jedoch mit UV- oder IR-Licht
bestrahlt. Entsprechend wird in bevorzugten Ausführungen ein unter UV- oder IR-Bestrahlung
erhärtender Lack verwendet. Da das Licht in der Umgebung der Druckform, soweit Licht
überhaupt vorhanden ist, für die wünschenswert rasche Erhärtung nicht ausreicht, obgleich
grundsätzlich eine Erhärtung unter Umgebungslicht denkbar ist und auch vorteilhafterweise
genutzt wird, erfolgt die Bestrahlung zweckmäßigerweise mit künstlichem UV- oder IR-Licht,
das von einer UV- oder IR-Bestrahlungseinrichtung erzeugt und auf die Druckform gerichtet
wird. Für die UV-Strahlung kommt der gesamte UV-Wellenlängenbereich von 250 bis 400
nm in Frage. Vorzugsweise kommt UV-Strahlung aus dem Wellenlängenbereich von 350 bis
380 nm zur Anwendung.
[0011] Das Beschichtungsmaterial wird vorzugsweise in einer Dicke aufgetragen, die kleiner
ist als eine größte Länge oder größte Breite eines Bildpixels des mit der bebilderten
Druckform ausgeführten Druckverfahrens. Bevorzugt beträgt die Dicke der Auftragsschicht
höchstens 10 µm. Vorzugsweise beträgt die Dicke vorzugsweise wenigstens 1 µm.
[0012] Das Beschichtungsmaterial kann alternativ oder zusätzlich zu einer aktiven Bestrahlung
auch durch einfache Lufttrocknung, d.h. Wärmeaustausch mit der Umgebung, bei Raumtemperatur
getrocknet werden, insbesondere durch Konvektion. Die einfache Lufttrocknung kann
insbesondere bei der vorstehend geschilderten geringen Schichtdicke des Beschichtungsmaterials
bereits alleine zum Härten ausreichen.
[0013] An den hydrophob auszubildenden Stellen der Oberfläche wird das erhärtete Auftragsamterial
vorzugsweise mittels Laserbestrahlung, beispielsweise IR-Laserstrahlung, entfernt.
Der Lack wird durch diese Bestrahlung bildgemäß thermisch zersetzt (thermal decomposition).
[0014] Durch das bildgemäße Entfernen des Beschichtungsmaterials entsteht unmittelbar die
für das Drucken verwendbare Druckfonn. Unmittelbar nach dem bildgemäßen Entfernen
des Beschichtungsmaterials kann Farbe auf die Druckform aufgetragen werden. Handelt
es sich bei der Druckform wie bevorzugt um eine Druckform für den Nassoffsetdruck,
wird zuvor Feuchte aufgetragen, um vor dem Farbauftrag die vom Beschichtungsmaterial
gebildeten hydrophilen Stellen mit dem Feuchtmittel, vorzugsweise Wasser, zu benetzen.
Bei Verwendung eines wässrigen Beschichtungsmaterials ergibt sich als weiterer Vorteil
für einen bevorzugten Nassoffsetdruck, dass nicht oder nicht vollständig erhärtete
Reste des Beschichtungsmaterials durch ein beim Drucken verwendetes Feuchtmittel von
der Druckform wegtransportiert und auf die ersten Makulaturexemplare übertragen und
die Druckform somit von derartigen Resten gleich zu Beginn des Drucks gereinigt wird.
[0015] Um die für das Bebildern benötigte Zeit so kurz als möglich zu halten, kann das Beschichtungsmaterial
in feiner Verteilung Partikel enthalten, die die Strahlungsenergie der bildgemäßen
Bestrahlung in besonderer Weise absorbieren und so für eine raschere thermische Zersetzung
an den bestrahlten Stellen sorgen. Die Partikel können dunkle, vorzugsweise schwarze
Pigmente sein oder aus einem oder mehreren anderen Materialien bestehen, das oder
die im Sinne einer möglichst hohen Absorption auf die Wellenlänge der Strahlung abgestimmt
sind.
[0016] Anstatt der Verwendung eines Beschichtungsmaterials mit Absorptionspartikeln oder
vorteilhafterweise zusätzlich zu solch einer Maßnahme ist es vorteilhaft, wenn die
Druckform zumindest in einem Tiefenbereich, der die hydrophobe Oberfläche umfasst,
aus einem Material besteht, das einen hohen Anteil der Strahlungsenergie der zweiten
Bestrahlung absorbiert.
[0017] Die Druckform kann abgesehen von dem erhärteten Beschichtungsmaterial insbesondere
aus Aluminium oder bevorzugt aus rostfreiem Stahl bestehen. Die Druckform ohne die
erfindungsgemäße Beschichtungsmaterialschicht wird im Folgenden auch als Druckformträger
bezeichnet. Der Druckformträger aus Stahl oder Aluminium oder grundsätzlich auch aus
einem anderen Material weist eine dünne, farbfreundliche, d. h. hydrophobe, Oberflächenschicht
auf, die die hydrophobe Oberfläche der Druckform bildet. Diese Oberflächenschicht
besteht aus Kupfer oder einer Legierung aus Kupfer, die Kupfer zumindest als wesentlichen
Bestandteil enthält. Die Oberflächenschicht kann vorzugsweise 1 bis 100 µm, vorzugsweise
1 bis 10 µm dick sein und beispielsweise galvanisch aufgetragen werden.
[0018] Das Beschichtungsmaterial kann direkt auf die Druckform, genauer gesagt den Druckformträger
aufgetragen, beispielsweise gesprüht werden. Bevorzugter wird das Beschichtungsmaterial
mittels einer Walze aufgetragen. Das Beschichtungsmaterial kann auf diese Lack-Auftragswalze
aufgesprüht oder in anderer Weise direkt aufgetragen werden. Vorteilhafterweise wird
es mittels einer weiteren Walze auf die mit der Druckform einen Übertragungsspalt
bildenden Auftragswalze aufgetragen. Vorteilhaft ist ferner, wenn das Beschichtungsmaterial
über eine axial hin und her bewegte Reiberwalze zur Druckform gefördert wird.
[0019] Um das Beschichtungsmaterial auf der Druckform aufzutragen, kann die Druckmaschine
eine Auftragseinrichtung aufweisen, die nur dem Auftragen des Beschichtungsmaterials
dient. Handelt es sich wie bevorzugt um eine Nassoffset-Druckmaschine, wird das Beschichtungsmaterial
vorzugsweise mittels einer Feuchtauftragseinrichtung aufgetragen, die im Druckbetrieb
das zum Drucken erforderliche Feuchtmittel auf die Druckform fördert. Die Feuchtauftragseinrichtung
bildet somit in Doppelfunktion auch einen Teil der Auftragseimichtung für das Beschichtungsmaterial.
Weist das Feuchtwerk eine oder mehrere Feuchtwalzen auf, kann oder können die eine
oder die mehreren oder ein Teil der mehreren Feuchtwalzen wahlweise entweder dem Auftragen
des Beschichtungsmaterials oder dem Auftragen des Feuchtmittels dienen, indem das
Beschichtungsmaterial auf die Feuchtwalze oder eine von mehreren Feuchtwalzen aufgetragen
und von dieser direkt oder erst über eine oder mehrere Feuchtwalzen auf die Druckform
übertragen wird. So kann das Beschichtungsmaterial unmittelbar vorteilhafterweise
auf eine Reiberwalze der Feuchtauftragseinrichtung aufgetragen, beispielsweise aufgesprüht
werden.
[0020] Die Bestrahlung zum Härten kann wie bereits erwähnt mit Vorteil eine UV- oder IR-Bestrahlung
sein. Die UV- oder IR-Strahlung kann beispielsweise von einem oder mehreren UV- oder
IR-Strahler(n) erzeugt werden, der oder die sich über die gesamte Breite der zu bestrahlenden
Oberfläche der Druckform erstreckt oder erstrecken oder axial hin und her bewegbar
sind, um die gesamte Oberfläche bestrahlen zu können. In einer bevorzugten Modifikation
wird das UV- oder IR-Licht mittels Lichtwellenleiter von einer UV- oder IR-Lichtquelle
an die Oberfläche der Druckform geführt. Die UV- oder IR-Quelle kann mehrere Druckformen
gleichzeitig oder nacheinander mit UV- oder IR-Licht versorgen. In Ausführungen mit
einer derartigen UV- oder IR-Quelle wird deren Licht zentral in das System der Lichtwellenleiter
eingekoppelt und von diesen an die Oberfläche der Druckformen herangeführt und auf
die jeweilige Oberfläche abgestrahlt.
[0021] Um die Haftung des Beschichtungsmaterials an der hydrophoben Oberfläche der Druckform
zu verbessern, kann die Oberfläche vorbehandelt werden, beispielsweise mittels gleichmäßiger
UV-Bestrahlung, die mittels einer weiteren Bestrahlungseinrichtung oder vorteilhafterweise
mittels der Bestrahlungseinrichtung zum Härten ausgerührt werden kann. Alternativ
oder zusätzlich zu solch einer Vorbehandlung kann ein Haftvermittler auf die hydrophobe
Oberfläche aufgetragen werden, auf den dann das Beschichtungsmaterial aufgetragen
wird.
[0022] In einer vorteilhaften Weiterbildung wird die bebilderte Druckform gelöscht, indem
das bildgemäß verbliebene Beschichtungsmaterial in der Druckmaschine durch thermische
Zersetzung vollständig von der hydrophoben Oberfläche entfernt wird. Für das Löschen
kann insbesondere die gleiche Bestrahlungseinrichtung verwendet werden, die zuvor
die Bebilderung ausführt. Bei dem Löschen kann diese Bestrahlungseinrichtung die Druckform
gleichmäßig bestrahlen. Alternativ ist eine dem negativen Druckbild entsprechende
Bestrahlung denkbar, wobei also gezielt nur die vom Lack gebildeten hydrophilen Stellen
der Druckform bestrahlt werden, vorzugsweise mit vergrößertem Randbereich.
[0023] Falls die Druckform wie bevorzugt in der Druckmaschine auch gelöscht wird, um sie
anschließend erneut bebildern zu können, ist es vorteilhaft, wenn die Druckmaschine
mit einer Reinigungseinrichtung ausgestattet ist, mit der die Druckform nach dem Löschen
gereinigt werden kann. Als Reinigungseinrichtung kommt beispielsweise eine Wascheinrichtung
in Frage, mittels der auch Farbreste abgewaschen werden können
[0024] Für ein Bestrahlen zum Härten und für das bildgemäße Bestrahlen können unterschiedliche
Bestrahlungseinrichtungen vorgesehen sein, d.h. eine Bestrahlungseinrichtung für das
Härten und eine weitere Bestrahlungseinrichtung für das bildgemäße Bestrahlen. In
einer alternativen Ausführung ist die gleiche Bestrahlungseinrichtung, d.h. es sind
die gleichen Strahler, sowohl für das Härten als auch für das bildgemäße Bestrahlen
verwendbar. Die Bestrahlungseinrichtung ist für die Erfüllung solch einer Doppelfunktion
verstellbar So kann beispielsweise die Strahlungsleistung oder die Fokussierung der
Bestrahlungseinrichtung verstellbar sein, um mit einer starken Fokussierung und vorzugsweise
hoher Leistung bildgemäß und mit defokussierter Bestrahlungseinrichtung und vorzugsweise
geringerer Leistung die Strahlung gleichmäßig auf die Oberfläche der Druckform aufzubringen.
Ferner kann eine Steuerung der Druckmaschine so eingerichtet, vorzugsweise programmiert
sein, dass die Druckform während des Härtens schneller als bei dem bildgemäßen Bestrahlen
relativ zu der Bestrahlungseinrichtung bewegt wird. Die Fähigkeit zur Geschwindigkeitsvariation
beim Bebildern kann alternativ oder in Kombination mit den zuvor genannten Variationsmöglichkeiten
vorgesehen sein.
[0025] Die Druckmaschine ist vorzugsweise eine Rotationsdruckmaschine mit Farbe übertragenden
Druckzylindern. Ein derartiger Druckzylinder kann die Druckform unmittelbar bilden.
Bevorzugter ist die Druckform jedoch auf einem Druckzylinder befestigt, vorzugsweise
lösbar. Die Druckform kann eine auf den Druckzylinder aufgeschobene Hülse sein. Die
Erfindung eignet sich jedoch in besonderer Weise für Druckformen, die als flexible
Druckplatten gebildet sind, wie dies heutzutage allgemein üblich ist. Derartige Druckplatten
sind im Bedarfsfall, beispielsweise im Falle eines mechanischen Schadens oder bei
Verschleiß, einfach austauschbar.
[0026] Gegenstand der Erfindung ist auch die bebilderte Druckform als solche und ferner
ein Druckformrohling mit dem erhärteten Beschichtungsmaterial, vorzugsweise Lack,
das die dem Drucken dienende Oberfläche überall bedeckt. Ein derartiger Druckfornrohling
vereinfacht die Druckformlogistik, da den unbebilderten Rohlingen nicht jeweils genau
ein Platz in der Druckmaschine zugeordnet sein muss, sondern die Rohlinge noch wahlfrei
auf die Druckplätze der Druckmaschine verteilt werden können. Einer Auftragseinrichtung
für das Beschichtungsmaterial bedarf es bei Verwendung solcher Rohlinge nicht. Des
Weiteren hat die Erfindung auch eine Vorrichtung zur Bebilderung einer Druckform,
in einer Offset-Druckmaschine zum Gegenstand, die zur Durchführung des Verfahrens
geeignet ist und dementsprechend über eine Auftragseinrichtung für das Beschichtungsmaterial
verfügt. Besonders bevorzugt dient im Falle einer im Nassoffset arbeitenden Druckmaschine
ein Feuchtwerk in Doppelfunktion einmal zum Auftragen des Beschichtungsmaterials und
das andere Mal zum Auftragen von Feuchtmittel.
[0027] Die vorstehenden Ausführungen gelten für das Verfahren, die Vorrichtung und die Druckform
jeweils gleichermaßen.
[0028] Durch die Unteransprüche und deren Kombination werden weitere Merkmale der Erfindung
offenbart.
[0029] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden je einzeln und in jeder
Kombination die Gegenstände der Ansprüche und auch die vorstehend beschriebenen Ausgestaltungen
vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Figur 1
- einen mit Druckformen belegten Druckformzylinder während einer Bebilderung,
- Figur 2
- einen Abschnitt einer der Druckformen in einem Querschnitt,
- Figur 3
- eine modifizierte Druckform während eines Auftrags von Lack und
- Figur 4
- die modifizierte Druckform während eines Härtens des Lacks.
[0030] Figur 1 zeigt einen Druckformzylinder 1, an dessen Zylinderumfang eine oder mehrere
Druckformen 2 angeordnet sind. So können, wie grundsätzlich bekannt, über den Umfang
des Druckformzylinders 1 in Umfangsrichtung eine einzige oder mehrere Druckformen
2 hintereinander und in Längsrichtung eine einzige oder mehrere Druckformen 2 nebeneinander
angeordnet sein. Zur Befestigung der Druckform oder Druckformen 2 kann der Druckformzylinder
1, wie ebenfalls bekannt, am Umfang einen einzigen oder mehrere Kanäle aufweisen,
in die die Druckform oder Druckformen je mit einem Abbug am vorlaufenden und am nachlaufenden
Ende hinein ragen und klemmend befestigt sind. Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung
lediglich eine Druckform 2, die als Hülse geformt ist und den Druckformzylinder 1
um deren Drehachse umlaufend umgibt. Die Darstellung ist diesbezüglich jedoch nur
schematisch. Eine Druckformhülse stellt zwar eine Ausfühningsvariante einer erfindungsgemäßen
Druckform dar, bevorzugt ist die Druckform oder sind die mehreren Druckformen 2 jedoch
je als flexible Druckplatte(n) gebildet, die wie beschrieben am Druckformzylinder
1 angeordnet und befestigt ist oder sind.
[0031] Der Druckformzylinder 1 ist einem Übertragungszylinder, vorzugsweise einem Gummituchzylinder,
zugeordnet, auf den er während des Druckbetriebs bildgemäß Farbe überträgt. Der Übertragungszylinder
bildet mit einem Gegendruckzylinder, vorzugsweise einem weiteren Übertragungszylinder
mit einem zugeordneten weiteren solchen Druckformzylinder 1 einen Druckspalt für eine
zu bedruckende Bahn. Der Gegendruckzylinder kann jedoch auch ein nicht druckender
Zylinder sein, beispielsweise ein Stahlzylinder einer Satelliten-Druckeinheit, beispielsweise
einer 9er- oder 10er-Druckeinheit.
[0032] Dem Druckzylinder 1 sind ein Farbwerk 5 und ein Feuchtwerk 6 zugeordnet, die während
des Druckbetriebs Feuchtmittel und Farbe auf die Druckform 2 und die bevorzugt weiteren
Druckformen 2 übertragen. Insoweit kann der Druckformzylinder 2 mit dem zugeordneten
Übertragungszylinder sowie dem Farbwerk 5 und dem Feuchtwerk 6 ein konventionelles
Nassoffset-Druckwerk bilden.
[0033] Das Druckwerk umfasst ferner eine Bebilderungsvorrichtung für eine Bebilderung der
Druckform 2 und die bevorzugt weiteren Druckformen 2 in der Druckmaschine. Im Folgenden
wird stellvertretend für die bevorzugt weiteren Druckformen 2 des Druckformzylinders
1 Bezug nur auf eine einzige Druckform 2 genommen. Die Bebilderungsvorrichtung umfasst
über den Umfang des Druckformzylinders 1 verteilt eine Auftragseinrichtung, mittels
der ein flüssiges Beschichtungsmaterial, im Ausführungsbeispiel ein Lack 3, auf die
Druckform 2 auftragbar ist, eine erste Bestrahlungseinriehtung 11 zum Härten des aufgetragenen
Lacks 3 und eine zweite Bestrahlungseinrichtung 12 zum bildgemäßen Bestrahlen des
erhärteten Lacks 3. Die Lack-Auftragseinrichtung umfasst eine Sprüheinrichtung 10
und Komponenten des Feuchtwerks 6.
[0034] Das Feuchtwerk 6 umfasst mehrere Walzen, mittels denen Feuchtmittel auf die Druckform
2 förderbar ist. Im Falle einer Feuchtniittelförderung, insbesondere während des Druckens,
gelangt das Feuchtmittel von einer im Druclcformzylinder 1 fernen Feuchtwalze 7 über
eine näher zu dem Druckformzylinder 1 angeordnete Reiberwalze 8 auf eine Feuclztmittelauftragswalze
9, die mit dem Druckfolinzylinder 1, genauer mit der Druckfonn 2, einen Spalt für
die Feuchtmittelübeitragung bildet- Zum Bebildern sprüht die Sprüheinrichtung 10 den
Lack 3 auf die Reiberwalze 8, von der aus ein Teil des Lacks 3 über die Feuchtauftragswalze
9 auf die Druckform 2 gefördert und ein anderer Teil über die Feuchtwalze 7 zurück
gefördert wird. Alternativ kann während des Auftragens des Lacks 3 die mit dem Lack
3 besprühte Walze, im Ausführungsbeispiel die Reiberwalze 8, von den im Feuchtmitteltransport
stromaufwärts gelegenen Komponenten des Feuchtwerks, im Ausführungsbeispiel von der
Feuchtwalze 7, getrennt, beispielsweise von dem stromaufwärtigen Teil abgestellt sein.
Für die Übertragung von Feuchtmittel wird in derartigen Ausführungen die Verbindung
nach Beendigung des Lackauftrags hergestellt. Mit dieser Lack-Auftragseinrichtung
8, 9, 10 wird der Lack 3 über die gesamte Oberfläche der Druckform 2 gleichmäßig verteilt
aufgetragen, so dass er dort einen dünnen Film bildet.
[0035] Der Lack 3 ist ein wässriger UV-Lack, d. h. ein unter Einwirkung von UV-Strahlung
härtender Lack mit Wasser als Lösungsmittel. Im erhärteten Zustand ist die Oberfläche
des Lacks 3 daher hydrophil. Die Druckfonn 2 ist eine flexible Metallplatte, vorzugsweise
aus Stahl, die eine hydrophobe Oberfläche aufweist, auf der mittels der Lack-Auftragseinrichtung
8 bis 10 der Lack 3 in Form eines dünnen Films aufgetragen wird. Optional kann vor
dem Auftragen des Lacks 3 ein Haftvermittler auf die hydrophobe Oberfläche der Druckform
2 aufgetragen werden, um die Haftung des Lacks 3 auf der Druckform 2 zu verstärken.
In noch einer Variante kann die Oberfläche der Druckform 2 vor dem Auftragen des Lacks
3 bestrahlt werden, beispielsweise mit UV-Licht, um die Haftung des Lacks 3 zu verbessern.
[0036] Die erste Bestrahlungseinrichtung 11 ist der Lack-Auftragseinrichtung 8 bis 10 in
Drehrichtung des Druclcformzylinders 1, die durch einen Drehrichtungspfeil angedeutet
ist, nachgeordnet Mit der Bestrahlungseinrichtung 11 kann die gesamte Oberfläche der
Druckform 2 bei drehendem Drtrckformzylinder 1 gleichmäßig bestrahlt werden, um den
Lack 3 zu härten. Die Bestrahlungseinrichtung 11 ist entsprechend der Wahl des Lacks
3 eine UV-Bestrahlungseinrichtung. Bei unter der Bestrahlungseinrichtung 11 durchlaufender
Druckform 2 wird der gesamte Lackfilm 3 unter der Einwirkung der UV-Strahlung durch
Vernetzung der Polymerketten des Lacks 3 ausgehärtet, so dass in Drehrichtung des
Druclcformzylinders 1 hinter der Bestrahlungseinrichtung 11 ein dünner, erhärteter
Lackfilm 3 die hydrophobe Oberfläche der Druckform 2 bedeckt.
[0037] Die zweite Bestrahlungseinrichtung 12 ist in Drehrichtung des Druckformzylinders
1 der ersten Bestrahlungseinrichtung 11 nachgeordnet. Mittels der Bestrahlungseinrichtung
12 wird der harte Lack 3 bildgemäß bestrahlt und an den bestrahlten Stellen durch
thermische Zersetzung entfernt, so dass an den bestrahlten Stellen die hydrophobe
Oberfläche der Druckform 2 freigelegt wird. Die Bestrahlungseinrichtung 12 ist eine
Laser-Bestrahtungseinrichtung Es kann sich insbesondere um eine Bestrahlungseirwichtung
zur Bestrahlung mit IR-Laserlicht handeln. Die
EP 1 036 655 A1 offenbart beispielhafte Ausführungen der Bestrahlungseinrichtung 12.
[0038] Figur 2 zeigt einen Abschnitt der bebilderten Druckform, 2. Die hydrophobe Oberfläche
der Druckform 2 ist mit 2a bezeichnet. Die hydrophile Oberfläche des erhärteten Lacks
3 ist mit 3a bezeichnet. Der zunächst als gleichmäßig dünner, die Oberfläche 2a überall
benetzender Film aufgetragene und gehärtete Lack 3 wird an den mittels der Bestrahlungseinrichtung
12 bestrahlten Stellen bis auf die hydrophobe Oberfläche 2a entfernt. In Figur 2 sind
die verbliebenen Lackstellen und die dazwischen freigelegten Stellen erkennbar. Der
Lack 3 ist lediglich zu Darstellungszwecken im Vergleich zur Druckform 2 überproportional
dick dargestellt. Jedenfalls bilden die hydrophoben Druckformstellen 2a und die hydrophilen
Lackstellen 3a gemeinsam die Druckoberfläche, d. h. das Druckbild, der bebilderten
Druckform 2, 3.
[0039] Nach der Bebilderung, die, was den Lackauftrag, das Härten und bildgemäße Bestrahlen
angeht, nach vorzugsweise einer einzigen Umdrehung des Druckformzylinders 1, gegebenenfalls
aber auch erst nach mehreren Umdrehungen, abgeschlossen ist, wird die Lackzufuhr abgebrochen,
und die Feuchtmittelzufuhr setzt ein. Nachdem die hydrophilen Lackstellen 3a der Oberfläche
2a und 3a der Druckform 2, 3 mit Feuchtmittel benetzt sind, wird das während der Bebilderung
vom Druckformzylinder 1 abgestellte Farbwerk 5 an den Druckformzylinder 1 angestellt
und Farbe auf die hydrophoben Stellen 2a übertragen. Der Druckformzylinder 1 führt
unter Feuchtmittelzufuhr vorzugsweise noch einige Umdrehungen bei abgestelltem Farbwerk
5 aus, um Lackreste, beispielsweise von nicht erhärtetem Lack 3, von der Oberfläche
der bebilderten Druckform 2, 3 zu entfernen. Nach dem Anstellen des Farbwerks 5 kann
die Druckproduktion in bekannter Weise gestartet werden.
[0040] Nach Beendigung der Druckproduktion wird das Farbwerk 5 abgestellt und die Bildinformation
der Druckform 2, 3 gelöscht. Zum Löschen der Bildinformation, d. h. des aus den hydrophoben
Stellen 2a und hydrophilen Stellen 3a zusammengesetzten Druckbilds, werden die Lackstellen
3a entfernt. Das Entfernen kann wieder durch thermische Zersetzung erfolgen. Vorteilhafterweise
kann die Bestrahlungseinrichtung 12 auch als Löscheinrichtung verwendet werden, indem
die Oberfläche der Druckform 2, 3 gleichmäßig oder entsprechend dem Muster der Lackstellen
3a bestrahlt wird. Der oder die vorzugsweise mehreren Laser der Bestrahlungseinrichtung
12 werden in derartigen Ausführungen somit in Doppelfunktion sowohl zum bildgemäßen
Bestrahlen als auch zum Löschen verwendet, Für die nächste Druckproduktion kann die
gleiche Druckform 2 in der beschriebenen Weise erneut bebildert werden. Vor dem erneuten
Bebildern wird die Druckform 2 zweckmäßigerweise mit einer Reinigungseinrichtung des
Druckwerks von jeglichen Lackresten befreit.
[0041] Die Figuren 3 und 4 zeigen das Auftragen und Härten des Lacks 3 in einer Abwandlung
des Auftragsverfahrens und anhand einer modifizierten Druckform. Wie in Figur 3 dargestellt,
wird der Lack 3 mittels einer Sprüheinrichtung 10' unmittelbar auf die hydrophobe
Oberfläche der Druckform aufgesprüht. Der in Figur 4 dargestellte Härtungsscluitt
entspricht dem Härten des beschriebenen Ausführungsbeispiels. Die Figuren 3 und 4
zeigen isoliert nur einen kurzen Abschnitt der Druckform, die bei dem Lackauftrag
und allen weiteren Schritten der Bebilderung allerdings wie vorstehend beschrieben
auf dem Druckformzylinder 1 angeordnet ist. Die Drehrichtung des Druckformzylinders
1 ist mit einem Drehrichtungspfeil angedeutet. In Figur 4 ist der unter der Bestrahlungseinrichtung
11 durchlaufende Lackfilm 3 in einen schraffiert dargestellten vorlaufenden Bereich
und einen nicht schraffierten nachlaufenden Bereich unterteilt, wobei die Unterteilung
unterhalb der Bestrahlungseinrichtung 11 verläuft. Der schraffierte Bereich ist bereits
gehärtet, während der unschraffierte Bereich den noch nicht gehärteten Lack 3 darstellt.
Die Härtung und bildgemäße Bestrahlung des Lacks 3 entsprechen dem ersten Ausführungsbeispiel.
[0042] Die modifizierte Druckform besteht aus einer flexiblen Trägerplatte 2 aus Stahl oder
gegebenenfalls aus Aluminium, auf die eine dünne, farbfreundliche Oberflächenschicht
4 aufgebracht ist, beispielsweise galvanisch. Die Oberflächenschicht 4 bildet die
hydrophobe Oberfläche 4a der modifizierten Druckform 2, 4. Die Oberflächenschicht
4 kann beispielsweise aus Nickel, Kupfer oder einer Legierung dieser Metalle bestehen.
Auf diese Druckform 2, 4 wird wie in Figur 3 gezeigt unmittelbar der Lack 3 aufgesprüht.
Alternativ kann für den Lackauftrag aber auch die Lack-Auftragseinrichtung 8 bis 10
vorgesehen sein, der gegenüber dem direkten Aufsprühen auch der Vorzug gegeben wird.
Bezugszeichen:
[0043]
- 1
- Druckformzylinder
- 2
- Druckform, Träger, Trägergrundstruktur, Trägerplatte
- 2a
- Hydrophobe Stellen
- 3
- Beschichtungsmaterial, Lack
- 3a
- Hydrophile Stellen
- 4
- Oberflächenschicht
- 4a
- Hydrophobe Stellen
- 5
- Farbwerk
- 6
- Feuchtwerk
- 7
- Feuchtwerkswalze
- 8
- Feuchtwerkswalze, Reiberwalze
- 9
- Feuchtwerlcswalze, Feuchtauftragswalze
- 10
- Sprüheinrichtung
- 10'
- Sprüheinrichtung
- 11
- erste Bestrahlungseinrichtung
- 12
- zweite Bestrahlungseinrichtung
1. Verfahren zur Bebilderung einer Druckform in einer Offset-Druckmaschine, insbesondere
Zeitungsdruckmaschine, bei dem
a) in der Druckmaschine auf eine hydrophobe Oberfläche (2a; 4a) der Druckform (2;
2, 4) fließfähiges, härtbares Beschichtungsmaterial (3) aufgetragen wird,
b) das Beschichtungsmaterial (3) mittels einer ersten Bestrahlung oder einer Trocknung
erhärtet wird, wobei das erhärtete Beschichtungsmaterial (3) eine hydrophile Oberfläche
(3a) aufweist,
c) und das erhärtete Beschichtungsmaterial (3) mittels einer zweiten Bestrahlung bildgemäß
entfernt und dadurch die hydrophobe Oberfläche (2a; 4a) der Druckform (2; 2, 4) bildgemäß freigelegt wird.
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmaterial (3) ein Lack ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Beschichtungsmaterial (3) ein wässriges Beschichtungsmaterial verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Beschichtungsmaterial (3) ein mittels UV- oder IR-Bestrahlung oder Trocknung
härtbares Beschichtungsmaterial verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Beschichtungsmaterial (3) verwendet wird, das Aminogruppen, Carboxyl-Gruppen,
Silane oder andere Gruppe-IV-Verbindungen oder Kombinationen von zwei oder mehr der
genannten Verbindungen enthält.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bestrahlung eine UV- oder IR-Bestrahlung ist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der das Beschichtungsmaterial (3) mittels der zweiten Bestrahlung thermisch zersetzt
wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bestrahlung eine Laser-Bestrahlung ist.
9. Verfahren nach einem der drei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit der gleichen Bestrahlungseinrichtung sowohl die erste Bestrahlung als auch die
zweite Bestrahlung durchgeführt und die Bestrahlungseinrichtung für die erste Bestrahlung
defokusiert oder in Bezug auf ihre Leistung oder Einwirkzeit reduziert oder die Druckform
während der ersten Bestrahlung mit einer im Vergleich zur zweiten Bestrahlung größeren
Geschwindigkeit relativ zu der Bestrahlungseinrichtung bewegt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmaterial mit einer Schichtdicke aufgetragen wird, die kleiner ist
als eine größte Länge oder größte Breite eines im Druckbetrieb mit der Druckform (2;
2, 4) gedruckten druckbaren Bildpixels, wobei die Schichtdicke vorzugsweise höchstens
10 µm beträgt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmaterial (3) auf der Druckform (2; 2, 4) durch Lufttrocknung erhärtet
wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmaterial (3) fein verteilt Partikel enthält, die einen wesentlichen
Teil der Strahlungsenergie der zweiten Bestrahlung absorbieren.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmaterial (3) auf eine Walze (8) aufgetragen, vorzugsweise aufgesprüht,
und mit der gleichen oder vorzugsweise einer weiteren Walze (9) auf die Druckform
(2; 2, 4) aufgetragen wird.
14. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmaterial (.3) über eine axial hin und her bewegliche Reiberwalze
(8) auf die Druckform (2; 2, 4) gefördert, vorzugsweise auf die Reiberwalze (8) aufgetragen
wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmaterial (3) mit wenigstens einer Komponente (8, 9) einer Auftragseinrichtung
(6), vorzugsweise wenigstens einer Walze (8, 9) der Auftragseinrichtung (6), auf die
Druckform (2; 2, 4) aufgetragen wird, mit der in einem Druckbetrieb auch Feuchte auf
die Druckform (2; 2, 4) aufgetragen wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bestrahlungseinrichtung (12), die bei der Bebilderung die zweite Bestrahlung
ausführt, auch bei einer Reinigung der Druckform (2; 2, 4) zum Entfernen des bildgemäß
die Druckform (2; 2, 4) bedeckenden Beschichtungsmaterials (3) verwendet wird.
17. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestrahlungseinrichtung (12) die Druckform (2; 2, 4) bei der Reinigung ganzflächig
oder mit inverser Bildinformation und im Vergleich zur zweiten Bestrahlung vergrößertem
Randbereich bestrahlt.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckform (2; 2, 4) vor dem Auftragen des Beschichtungsmaterials (3) zur Erhöhung
der Haftung des Beschichtungsmaterials (3) vorbehandelt, vorzugsweise mit UV-Licht
bestrahlt oder ein Haftvermittler aufgetragen wird.
19. Vorrichtung zum Bebildern einer Druckform in einer Offset-Druckmaschine, die Vorrichtung
umfassend:
a) eine Auftragseinrichtung (8, 9, 10; 10') für ein Auftragen eines fließfähigen Beschichtungsmaterials
(3) auf die Druckform (2; 2, 4),
b) eine erste Bestrahlungseinrichtung (11) zum Härten des aufgetragenen Beschichtungsmaterials
(3)
c) wobei wenigstens ein Strahlungsparameter der ersten Bestrahlungseinrichtung verstellbar
ist, vorzugsweise eine Fokussierung oder Strahlungsleitung, um die erste Bestrahlungseinrichtung
nach Verstellung des oder der Strahlungsparameter(s) für ein bildgemäßes Entfernen
des erhärteten Beschichtungsmaterials (3) verwenden zu können,
d) oder wobei die Vorrichtung eine weitere, zweite Bestrahlungseinrichtung (12) zum
bildgemäßen Entfernen des erhärteten Beschichtungsmaterials (3) umfasst.
20. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ferner Feuchtwalzen (7, 8, 9) für ein Auftragen von Feuchte auf die
Druckform (2; 2, 4) umfasst und die Auftragseinrichtung (8, 9, 10) das Beschichtungsmaterial
(3) bei der Bebilderung auf eine der Feuchtwalzen (7, 8, 9) aufträgt, vorzugsweise
aufsprüht.
21. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Anspruche 19 und 20, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bestrahlungseinrichtung (12) Strahler zur Erzeugung einer das erhärtete
Beschichtungsmaterial (3) thermisch zersetzenden Strahlung umfasst und die Strahler
vorzugsweise auch zur Löschung des durch die Bebilderung auf der Druckform (2; 2,
4) erzeugten Druckbilds (2a, 3a; 3a, 4a) verwendbar sind.
22. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmaschine mehrere Druckformzylinder (1) mit je wenigstens einer Druckform
(2; 2, 4) und pro Druckformzylinder (1) je eine zugeordnete Vorrichtung nach einem
der vorhergehenden Ansprüche umfasst und dass für die mehreren ersten Bestrahlungseinrichtungen
(11) eine gemeinsame Strahlungsquelle und von dieser ausgehend Wellenleiter zu den
ersten Bestrahlungseinrichtungen (11) vorgegehen sind, über die Strahlungsenergie
der gemeinsamen Strahlungsquelle zu den ersten Bestrahlungseinrichtungen (11) leitbar
ist.
23. Offset-Druckform, umfassend:
a) einen Träger (2; 2, 4) mit einer hydrophoben Oberfläche (2a; 4a),
b) und ein erhärtetes Beschichtungsmaterial (3), vorzugsweise Lack, das die hydrophobe
Oberfläche (2a; 4a) gleichmäßig oder bildgemäß bedeckt und eine hydrophile freie Oberfläche
(3a) der Druckform (2, 3; 2, 3, 4) bildet, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (2, 4) eine Trägerstruktur (2) umfasst, die an einer Oberfläche mit einer
die hydrophoben Stellen (4a) bildenden Oberflächenschicht (4) beschichtet ist, wobei
die Oberflächenschicht (4) Cu oder eine auf Cu basierte Legierung zumindest als einen
Hauptbestandteil enthält.
24. Offset-Druckform nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckform (2; 2, 4) eine freie Oberfläche mit hydrophilen und hydrophoben Stellen
(2a, 3a; 3a, 4a) gemäß einem zu übertragenden Druckbild aufweist, und dass der Träger
(2; 2, 4) die hydrophoben Stellen (2a; 4a) und das Beschichtungsmaterial (3a) die
hydrophilen Stellen (3a) bildet.
25. Offset-Druckform nach einem der vorhergehenden Ansprüche 23 und 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmaterial (3) Strahlen absorbierende Partikel, vorzugsweise dunkelfarbige
Pigmente, in feiner Verteilung enthält.
26. Offset-Druckform nach einem der vorhergehenden Ansprüche 23 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (2; 2, 4) wenigstens zu einem überwiegenden Massen- und Volumenteil aus
Stahl oder Aluminium besteht.
27. Offset-Druckfonn nach einem der vorhergehenden Ansprüche 23 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass eine die hydrophoben Stellen (2a; 4a) bildende Oberfläche des Trägers (2; 2, 4) dunkel,
vorzugsweise schwarz ist.
28. Offset-Druckform nach einem der vorhergehenden Ansprüche 23 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckform (2; 2, 4) eine auf einem Druckformzylinder (1) befestigte oder befestigbare
Druckplatte ist.
1. A method for forming an image on a printing form in an offset printing machine, in
particular a newspaper printing machine, wherein:
a) free-flowing, curable coating material (3) is applied to a hydrophobic surface
(2a; 4a) of the printing form (2; 2, 4) in the printing machine;
b) the coating material (3) is hardened by means of a first irradiation or drying,
wherein the hardened coating material (3) exhibits a hydrophilic surface (3a);
c) and the hardened coating material (3) is removed in accordance with the image by
means of a second irradiation, whereby the hydrophobic surface (2a; 4a) of the printing
form (2; 2, 4) is exposed in accordance with the image.
2. The method according to the preceding claim, characterised in that the coating material (3) is a varnish.
3. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that an aqueous coating material is used as the coating material (3).
4. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that a coating material which can be cured by means of UV irradiation or IR irradiation
or drying is used as the coating material (3).
5. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that a coating material (3) is used which contains amino groups, carboxyl groups, silanes
or other Group IV compounds or combinations of two or more of said compounds.
6. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the first irradiation is a UV or IR irradiation.
7. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the coating material (3) is thermally decomposed by means of the second irradiation.
8. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the second irradiation is a laser irradiation.
9. The method according to any one of the preceding three claims, characterised in that both the first irradiation and the second irradiation are performed by the same irradiating
means, and the irradiating means is defocused or reduced in terms of its power rating
or exposure time for the first irradiation or the printing form is moved relative
to the irradiating means at a greater speed during the first irradiation as compared
to the second irradiation.
10. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the coating material is applied with a layer thickness which is smaller than a maximum
length or maximum width of a printable image pixel which is printed in a printing
operation using the printing form (2; 2, 4), wherein the layer thickness is preferably
10 µm at most.
11. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the coating material (3) is hardened on the printing form (2; 2, 4) by air drying.
12. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the coating material (3) contains particles in a fine distribution which absorb a
substantial portion of the radiation energy of the second irradiation.
13. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the coating material (3) is applied to, preferably sprayed onto, a roller (8) and
is applied to the printing form (2; 2, 4) by the same roller or preferably by another
roller (9).
14. The method according to the preceding claim, characterised in that the coating material (3) is conveyed onto the printing form (2; 2, 4) via a distributor
roller (8) which can be moved axially back and forth, and is preferably applied to
the distributor roller (8).
15. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the coating material (3) is applied to the printing form (2; 2, 4) by at least one
component (8, 9) of an applying means (6), preferably at least one roller (8, 9) of
the applying means (6), which also applies moisture to the printing form (2; 2, 4)
in a printing operation.
16. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that an irradiating means (12) which performs the second irradiation when forming an image
is also used to remove the coating material (3) which covers the printing form (2;
2, 4) in accordance with the image, when the printing form (2; 2, 4) is cleaned.
17. The method according to the preceding claim, characterised in that during cleaning, the irradiating means (12) irradiates the printing form (2; 2, 4)
over its entire surface or irradiates it with inverse image information and an enlarged
peripheral region as compared to the second irradiation.
18. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that before the coating material (3) is applied, the printing form (2; 2, 4) is pre-treated,
wherein it is preferably irradiated with UV light or an adhesion promoter is applied,
in order to increase the adhesion of the coating material (3).
19. A device for forming an image on a printing form in an offset printing machine, said
device comprising:
a) an applying means (8, 9, 10; 10') for applying a free-flowing coating material
(3) to the printing form (2; 2, 4);
b) a first irradiating means (11) for curing the applied coating material (3);
c) wherein at least one radiation parameter of the first irradiating means is adjustable,
preferably its focusing or radiation conduction, in order to be able to use the first
irradiating means to remove the hardened coating material (3) in accordance with the
image, once the radiation parameter or parameters has/have been adjusted;
d) or wherein the device comprises another, second irradiating means (12) for removing
the hardened coating material (3) in accordance with the image.
20. The device according to the preceding claim, characterised in that the device also comprises dampening rollers (7, 8, 9) for applying moisture to the
printing form (2; 2, 4), and the applying means (8, 9, 10) applies the coating material
(3) to one of the dampening rollers (7, 8, 9) and preferably sprays the coating material
(3) onto one of the dampening rollers (7, 8, 9) when forming an image.
21. The device according to any one of the preceding claims 19 and 20, characterised in that the second irradiating means (12) comprises emitters for generating radiation which
thermally decomposes the hardened coating material (3), and the emitters can preferably
also be used to delete the print image (2a, 3a; 3a, 4a) generated by forming an image
on the printing form (2; 2, 4).
22. The device according to any one of the preceding claims 19 and 21, characterised in that the printing machine comprises a plurality of printing form cylinders (1), each comprising
at least one printing form (2; 2, 4), and comprises an assigned device according to
any one of the preceding claims for each printing form cylinder (1), and in that the plurality of first irradiating means (11) are provided with a common radiation
source and with waveguides proceeding from it to the first irradiating means (11),
via which radiation energy can be guided from the common radiation source to the first
irradiating means (11).
23. An offset printing form, comprising:
a) a carrier (2; 2, 4) which exhibits a hydrophobic surface (2a; 4a);
b) and a hardened coating material (3), preferably a varnish, which covers the hydrophobic
surface (2a; 4a) evenly or in accordance with an image and forms a hydrophilic free
surface (3a) of the printing form (2, 3; 2, 3, 4), characterised in that the carrier (2, 4) comprises a carrier structure (2) which is coated on one surface
with a surface layer (4) which forms the hydrophobic areas (4a), wherein the surface
layer (4) contains copper or a copper-based alloy at least as a main constituent.
24. The offset printing form according to the preceding claim, characterised in that the printing form (2; 2, 4) exhibits a free surface comprising hydrophilic and hydrophobic
areas (2a, 3a; 3a, 4a) in accordance with a print image to be transferred, and in that the carrier (2; 2, 4) forms the hydrophobic areas (2a; 4a) and the coating material
(3a) forms the hydrophilic areas (3a).
25. The offset printing form according to any one of the preceding claims 23 and 24, characterised in that the coating material (3) contains radiation-absorbing particles, preferably dark-coloured
pigments, in a fine distribution.
26. The offset printing form according to any one of the preceding claims 23 to 25, characterised in that at least a predominant portion of the mass and volume of the carrier (2; 2, 4) consists
of steel or aluminium.
27. The offset printing form according to any one of the preceding claims 23 to 26, characterised in that a surface of the carrier (2; 2, 4) which forms the hydrophobic areas (2a; 4a) is
dark, preferably black.
28. The offset printing form according to any one of the preceding claims 23 to 27, characterised in that the printing form (2; 2, 4) is a printing plate which is or can be fastened on a
printing form cylinder (1).
1. Procédé pour reproduire une forme d'impression dans une presse offset, en particulier
une presse à journaux, comportant les étapes consistant à :
a) appliquer dans la presse un matériau de revêtement durcissable, pouvant s'écouler
(3) sur une surface hydrophobe (2a ; 4a) de la forme d'impression (2 ; 2, 4),
b) durcir le matériau de revêtement (3) au moyen d'une première exposition à un rayonnement
ou d'un séchage, le matériau de revêtement durci (3) comportant une surface hydrophile
(3a),
c) et retirer le matériau de revêtement durci (3) en fonction de l'image au moyen
d'une seconde exposition à un rayonnement et exposer ainsi en fonction de l'image
la surface hydrophobe (2a ; 4a) de la forme d'impression (2 ; 2, 4).
2. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que le matériau de revêtement (3) est un vernis-laque.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un matériau de revêtement aqueux est utilisé comme matériau de revêtement (3).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un matériau de revêtement durcissable au moyen d'une exposition à un rayonnement ultraviolet
(UV) ou infrarouge (IR) ou d'un séchage est utilisé comme matériau de revêtement (3).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'est utilisé un matériau de revêtement (3) contenant des groupes amino, des groupes
carboxyles, des silanes ou d'autres composés du groupe IV, ou des combinaisons de
deux ou plus de deux des composés cités.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première exposition à un rayonnement est une exposition à un rayonnement UV ou
IR.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de revêtement (3) est décomposé thermiquement au moyen de la seconde
exposition à un rayonnement.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la seconde exposition à un rayonnement est une exposition à un rayonnement laser.
9. Procédé selon l'une quelconque des trois revendications précédentes, caractérisé en ce que le même dispositif de rayonnement permet de mettre en oeuvre les première et seconde
expositions à un rayonnement, et le dispositif de rayonnement est défocalisé pour
la première exposition ou est réduit en ce qui concerne sa puissance ou sa durée d'action,
ou la forme d'impression est déplacée par rapport au dispositif de rayonnement au
cours de la première exposition avec une vitesse plus grande que celle de la seconde
exposition.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de revêtement est appliqué avec une épaisseur de couche qui est plus
petite qu'une plus grande longueur ou une plus grande largeur d'un pixel d'image imprimable
imprimé avec la forme d'impression (2 ; 2, 4) en mode d'impression, dans lequel l'épaisseur
de couche est de préférence d'au plus 10 µm.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de revêtement (3) est durci sur la forme d'impression (2 ; 2, 4) par
séchage à l'air.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de revêtement (3) contient des particules finement réparties qui absorbent
la majeure partie de l'énergie rayonnante de la seconde exposition à un rayonnement.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de revêtement (3) est appliqué, de préférence pulvérisé, sur un rouleau
(8) et est appliqué sur la forme d'impression (2 ; 2, 4) à l'aide du même rouleau
ou de préférence d'un autre rouleau (9).
14. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que le matériau de revêtement (3) est transféré sur la forme d'impression (2 ; 2, 4)
par l'intermédiaire d'un rouleau de friction axialement mobile en va-et-vient (8),
de préférence appliqué sur le rouleau de friction (8).
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de revêtement (3) est appliqué sur la forme d'impression (2 ; 2, 4) à
l'aide d'au moins un composant (8, 9) d'un dispositif d'application (6), de préférence
au moins un rouleau (8, 9) du dispositif d'application (6), rouleau au moyen duquel
de l'humidité est également appliquée sur la forme d'impression (2 ; 2, 4) dans un
mode d'impression.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un dispositif de rayonnement (12) qui met en oeuvre la seconde exposition à un rayonnement
lors de la reproduction, est également utilisé lors d'un nettoyage de la forme d'impression
(2 ; 2, 4) afin de retirer le matériau de revêtement (3) recouvrant la forme d'impression
(2 ; 2, 4) en fonction de l'image.
17. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que le dispositif de rayonnement (12) soumet la forme d'impression (2 ; 2, 4) à un rayonnement
lors du nettoyage de toute la surface ou avec une formation d'image inverse et dans
une zone de bord agrandie par rapport à la seconde exposition à un rayonnement.
18. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la forme d'impression (2 ; 2, 4) est prétraitée avant l'application du matériau de
revêtement (3) afin d'augmenter l'adhérence du matériau de revêtement (3), de préférence
en la soumettant à une lumière UV ou par application d'un adhésif.
19. Dispositif pour reproduire une forme d'impression dans une presse offset, lequel dispositif
comporte :
a) un dispositif d'application (8, 9, 10 ; 10') pour une application d'un matériau
de revêtement pouvant s'écouler (3) sur la forme d'impression (2 ; 2, 4),
b) un premier dispositif de rayonnement (11) pour durcir le matériau de revêtement
appliqué (3),
c) dans lequel au moins un paramètre de rayonnement du premier dispositif de rayonnement
peut être réglé, de préférence une focalisation ou une puissance de rayonnement afin
de pouvoir utiliser le premier dispositif de rayonnement après avoir réglé le ou les
paramètres de rayonnement pour retirer le matériau de revêtement durci (3) en fonction
de l'image,
d) ou dans lequel le dispositif comporte un second dispositif de rayonnement supplémentaire
(12) pour retirer le matériau de revêtement durci (3) en fonction de l'image.
20. Dispositif selon la revendication précédente, caractérisé ce que le dispositif comporte en outre des rouleaux de mouillage (7, 8, 9) pour humidifier
la forme d'impression (2 ; 2, 4) et le dispositif d'application (8, 9, 10) applique,
de préférence pulvérise, le matériau de revêtement (3) lors de la reproduction sur
l'un des rouleaux de mouillage (7, 8, 9).
21. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 19 et 20 précédentes, caractérisé en ce que le second dispositif de rayonnement (12) comporte une source de rayonnement pour
générer un rayonnement qui décompose thermiquement un matériau de revêtement durci
(3), et la source de rayonnement peut être utilisée de préférence également pour effacer
l'image d'impression (2a, 3a ; 3a, 4a) obtenue par la reproduction sur la forme d'impression
(2 ; 2, 4).
22. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 19 à 21 précédentes, caractérisé en ce que la machine à imprimer comporte plusieurs cylindres de forme d'impression (1) comportant
chacun au moins une forme d'impression (2 ; 2, 4) et chacun un dispositif associé
selon l'une quelconque des revendications précédentes pour chaque cylindre de forme
d'impression (1), et en ce que pour la pluralité de premiers dispositifs de rayonnement (11) sont prévus une source
de rayonnement commune et des guides d'onde partant de celle-ci jusqu'aux premiers
dispositifs de rayonnement (11), guides d'onde par l'intermédiaire desquels l'énergie
rayonnante de la source de rayonnement commune peut être guidée jusqu'aux premiers
dispositifs de rayonnement (11).
23. Forme d'impression offset, comportant :
a) un support (2 ; 2, 4) ayant une surface hydrophobe (2a ; 4a),
b) et un matériau de revêtement durci (3), de préférence un vernis-laque, lequel matériau
recouvre la surface hydrophobe (2a ; 4a) de manière uniforme ou en fonction de l'image,
et forme une surface hydrophile libre (3a) de la forme d'impression (2, 3 ; 2, 3,
4),
caractérisée en ce que le support (2, 4) comporte une structure de support (2) dont une surface est revêtue
d'une couche de surface (4) formant les emplacements hydrophobes (4a), dans lequel
la couche de surface (4) contient du cuivre ou un alliage à base de cuivre au moins
comme composant principal.
24. Forme d'impression offset selon la revendication précédente, caractérisée en ce que la forme d'impression (2 ; 2, 4) comporte une surface libre avec des emplacements
hydrophiles et hydrophobes (2a, 3a ; 3a, 4a) en fonction d'une image d'impression
à transférer, et en ce que le support (2 ; 2, 4) forme les emplacements hydrophobes (2a ; 4a) et le matériau
de revêtement (3) forme les emplacements hydrophiles (3a).
25. Forme d'impression offset selon l'une quelconque des revendications 23 et 24 précédentes,
caractérisée en ce que le matériau de revêtement (3) contient des particules absorbant des rayons, de préférence
des pigments foncés, finement répartis.
26. Forme d'impression offset selon l'une quelconque des revendications 23 à 25 précédentes,
caractérisée en ce que le support (2 ; 2, 4) est constitué d'acier ou d'aluminium dans une proportion de
masse et de volume au moins prépondérante.
27. Forme d'impression offset selon l'une quelconque des revendications 23 à 26 précédentes,
caractérisée en ce qu'une surface formant les emplacements hydrophobes (2a ; 4a) du support (2 ; 2, 4) est
foncée, de préférence noire.
28. Forme d'impression offset selon l'une quelconque des revendications 23 à 27 précédentes,
caractérisée en ce que la forme d'impression (2 ; 2, 4) est une plaque d'impression fixée ou pouvant être
fixée sur un cylindre de forme d'impression (1).


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente