[0001] Die Erfindung betrifft Transport- und Lagerbehälter für Flüssigkeiten, mit einem
quaderförmigen oder kubischen Innenbehälter aus Kunststoff mit einem am oberen Boden
angeordneten verschließbaren Einfüllstutzen und mit einem im unteren Abschnitt der
Stirnwand im Bereich des unteren Bodens des Innenbehälters angeordneten Anschlussstutzen
für eine Entnahmearmatur mit einem Kunststoffgehäuse, einer in den Innenbehälter einlegbaren
flexiblen Innenhülle aus Kunststoff mit einem Einfüllstutzen und einem Entleerstutzen,
einem Außenmantel aus Metallgitter oder Blech und einem palettenartigen Untergestell
zum Abstützen des Innenbehälters.
[0002] Der Innenbehälter von Transport- und Lagerbehältern dieser Gattung, die in der
DE 202 17 856.0 U1 beschrieben sind, wird für den Transport und die Lagerung von Flüssigkeiten unterschiedlicher
Art in der Chemie-, Pharma-, Mineralöl- und Nahrungsmittelindustrie mit einer austauschbaren
flexiblen Innenhülle aus Kunststoff ausgerüstet.
[0003] Die strengen gesetzlichen Umweltschutzvorschriften erfordern den Übergang von Einwegbehältern
wie Palettenbehälter und Fässer zum Transport und zur Lagerung von Flüssigkeiten unterschiedlicher
Art auf Mehrwegbehälter, die Umstellung auf Behälter mit größerem Volumen mit dem
Ziel einer Verringerung der Restmengen und die Entwicklung neuer Mehrwegbehälter,
die im Hinblick auf eine Entlastung der Umwelt von schädlichen Stoffen rekonditioniert
und deren durch das flüssige Transport- und Lagergut kontaminierte Kunststoffbestandteile
auf eine austauschbare flexible Innenhülle aus dünnem Folienmaterial reduziert werden
können. Die kontaminierte Innenhülle kann durch eine schadstoffarme oder sogar schadstofffreie
Vernichtung z.B. durch Verbrennung optimal entsorgt werden können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den gattungsgemäßen Transport- und Lagerbehälter
für Flüssigkeiten im Hinblick auf eine einfache Montage der Entnahmearmatur, insbesondere
eines Klappen- oder Kugelhahns, weiterzuentwickeln.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Transport- und Lagerbehälter
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
[0006] Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung.
[0007] Der erfindungsgemäße Transport- und Lagerbehälter für Flüssigkeiten zeichnet sich
durch folgende Vorteile aus:
Die neue Behälterkonstruktion ermöglicht einen einfachen Anschluss der als Kunststoff-Spritzgussteil
hergestellten Entnahmearmatur an den Entleerstutzen der Innenhülle und den Anschlussstutzen
des Innenbehälters des Transport- und Lagerbehälters bei der Neuherstellung und der
Rekonditionierung sowie ein einfaches Abschrauben der Armatur zur Entnahme der Innenhülle
aus dem Innenbehälter beim Rekonditionieren des Transportbehälters. Mit der nach Gebrauch
einfach austauschbaren Innenhülle kann für den Einsatz des Transport- und Lagerbehälters
als Mehrwegbehälter ein sauberer Innenbehälter angeboten werden. Der an den Entleerstutzen
der Innenhülle angeformte Dichtflansch mit einer Dichtlippe macht einen gesonderten
Dichtring, wie er üblicherweise zur Abdichtung des Entleerstutzens des Innenbehälters
in dem Armaturengehäuse verwendet wird, überflüssig. Durch das unmittelbare Aufschrauben
der Entnahmearmatur mit dem Einlaufstutzen auf die an den Anschlussstutzen des Innenbehälters
angeschweißte Gewindehülse entfällt die sonst übliche Überwurfmutter zum Anschrauben
der Armatur an dem Entleerstutzen des Innenbehälters. Die Einsparung des Dichtringes
und der Überwurfmutter ermöglicht eine Verbilligung der Herstellungskosten des neuen
Transport- und Lagerbehälters mit Innenhülle für Flüssigkeiten.
Der erfindungsgemäße Transport- und Lagerbehälter für Flüssigkeiten ist nachfolgend
anhand von Zeichnungsfiguren erläutert, die folgendes darstellen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung des Transport-und Lagerbehälters,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der an dem Anschlussstutzen des Innenbehälters angebrachten Entnahmearmatur,
- Fig. 3
- eine teilweise Draufsicht und einen Teillängsschnitt der an den Innenbehälter angeschlossenen
Entnahmearmatur nach Linie III-III der Figur 2,
- Fig. 4
- einen Querschnitt nach Linie IV-IV der Figur 2 und
- Fig. 5
- eine vergrößerte perspektivische Darstellung des Entleerstutzens der Innenhülle des
Transport- und Lagerbehälters.
[0008] Der als Ein- und Mehrwegbehälter einsetzbare Transport- und Lagerbehälter 1 für Flüssigkeiten
nach Figur 1 weist als Hauptbauteile einen austauschbaren quaderförmigen Innenbehälter
2 aus Kunststoff auf mit einer Stirnwand 3, einer Rückwand 4 und zwei Seitenwänden
5, 6, einem unteren als Ablaufboden ausgebildeten Boden 7 und einem oberen Boden 8,
einem am oberen Boden 8 angeformten, mit einem Deckel 10 verschließbaren Einfüllstutzen
9 und einem an eine Einwölbung 11 im unteren Abschnitt der Stirnwand 3 angeformten
Anschlussstutzen 12, der mit dem Innenbehälter 2 einteilig durch Blasformen hergestellt
ist, für eine als Kunststoff-Spritzgussteil hergestellte Entnahmearmatur 13, insbesondere
einen Klappenhahn, ferner eine von oben durch den Einfüllstutzen 9 in den Innenbehälter
2 eingesetzte flexible Innenhülle 14 aus Kunststoff, einen als Gittermantel ausgebildeten
Außenmantel 15 mit sich kreuzenden horizontalen und vertikalen Gitterstäben 16, 17
aus Metall zur Aufnahme des Innenbehälters 2 sowie ein palettenartiges Untergestell
18 mit euronormgerechten Längen- und Breitenabmessungen zur Abstützung des Innenbehälters
2.
[0009] An den Anschlussstutzen 12 des Innenbehälters 2 ist eine als Kunststoff-Spritzgussteil
hergestellte Gewindehülse 19 mit einem Außengewinde 20 zum Aufschrauben des mit einem
entsprechenden Innengewinde 22 versehenen Einlaufstutzens 21 des Gehäuses 23 der Entnahmearmatur
13 angeschweißt.
[0010] Die Innenhülle 14 besitzt eine untere Entleeröffnung 24, an deren Rand 25 ein flexibler
Entleerstutzen 26 aus Kunststoff mit einem Flansch 27 angeschweißt ist. An das Auslaufende
28 des Entleerstutzens 26 der Innenhülle 14 ist ein flexibler Dichtflansch 29 angeformt,
der mit einer ringförmigen Dichtlippe 30 versehen ist.
[0011] Die Innenhülle 14 wird durch den Einfüllstutzen 9 von oben in den Innenbehälter 2
eingesetzt und der an den Boden der Innenhülle 14 angeschweißte Entleerstutzen 26
wird durch den Anschlussstutzen 12 des Innenbehälters 2 und die an diesen angeschweißte
Gewindehülse 19 nach außen durchgezogen und der Dichtflansch 29 des Entleerstutzens
26 der Innenhülle 14 wird zur Anlage am freien Stirnende 31 der Gewindehülse 19 gebracht.
[0012] Beim Aufschrauben des Gehäuses 23 der Entnahmearmatur 13 mit dem Einlaufstutzen 21
auf die an den Anschlussstutzen 12 des Innenbehälters 2 angeschweißte Gewindehülse
19 wird der Dichtflansch 29 des Entleerstutzens 26 der Innenhülle 14 zwischen dem
Stirnende 31 der Gewindehülse 19 und einer Innenschulter 32 des Einlaufstutzens 21
des Armaturengehäuses 23 zur Abdichtung des Entleerstutzens 26 der Innenhülle 14 im
Armaturengehäuse 23 eingespannt. Beim Einspannen des Dichtflansches 29 des Entleerstutzens
26 der Innenhülle 14 wird die Dichtlippe 30 des Dichtflansches in eine Ringnut 33
in der Innenschulter 32 des Einlaufstutzens 21 des Armaturengehäuses 23 gepresst.
[0013] Der Entleerstutzen 26 der Innenhülle 14 ist mit einer Verdrehsicherung ausgestattet,
die ein Verdrehen des Entleerstutzens 26 beim Aufschrauben des Armaturengehäuses 23
mit dem Einlaufstutzen 21 auf die an den Anschlussstutzen 12 des Innenbehälters 2
angeschweißte Gewindehülse 19 verhindert.
[0014] Die Verdrehsicherung wird durch an den Außenmantel 34 des Entleerstutzens 26 der
Innenhülle 14 in Umfangsrichtung hinter dem Dichtflansch 29 angeformte Noppen 35 gebildet,
die beim Durchziehen des Entleerstutzens 26 der Innenhülle 14 durch den Anschlussstutzen
12 des Innenbehälters 2 und die an diesen angeschweißte Gewindehülse 19 mit entsprechenden
Nuten 36 in Eingriff gelangen, die im Innenmantel 37 der Gewindehülse 19 an deren
vorderem Ende 38 in Umfangsrichtung angeordnet sind.
[0015] Die Noppen 35 und die beiden Längsseiten 39 der zugehörigen Eingreifnuten 36 der
Verdrehsicherung sind entgegen der Aufschraub-Drehrichtung des Armaturengehäuses 23
angeschrägt.
[0016] An den Dichtflansch 29 des Entleerstutzens 26 der Innenhülle 14 ist ein Noppen 40
als optische Orientierungshilfe angeformt zum Ausrichten des Entleerstutzens 26 der
Innenhülle 14 für eine vorgegebene Einbauposition nach dem Durchziehen des Entleerstutzens
26 durch den Anschlussstutzen 12 des Innenbehälters 2 und die an diesen angeschweißte
Gewindehülse 19 beim Einsetzen der Innenhülle 14 in den Innenbehälter 2.
Bezugszeichen
[0017]
- 1
- Transport- und Lagerbehälter
- 2
- Innenbehälter
- 3
- Stirnwand von 2
- 4
- Rückwand von 2
- 5
- Seitenwand von 2
- 6
- Seitenwand von 2
- 7
- unterer Boden von 2
- 8
- oberer Boden von 2
- 9
- Einfüllstutzen an 8
- 10
- Deckel von 9
- 11
- Einwölbung in 3
- 12
- Anschlussstutzen von 2
- 13
- Entnahmearmatur
- 14
- Innenhülle
- 15
- Außenmantel
- 16
- horizontaler Gitterstab
- 17
- vertikaler Gitterstab
- 18
- Untergestell
- 19
- Gewindehülse
- 20
- Außengewinde von 19
- 21
- Einlaufstutzen von 23
- 22
- Innengewinde von 21
- 23
- Gehäuse von 13
- 24
- Entleeröffnung von 14
- 25
- Rand von 24
- 26
- Entleerstutzen von 14
- 27
- Flansch an 26
- 28
- Auslaufende von 26
- 29
- Dichtflansch an 28
- 30
- Dichtlippe an 29
- 31
- Stirnende von 19
- 32
- Innenschulter von 21
- 33
- Ringnut in 32
- 34
- Außenmantel von 26
- 35
- Noppen an 34
- 36
- Nut in 37
- 37
- Innenmantel von 19
- 38
- vorderes Ende von 19
- 39
- Längsseite von 36
- 40
- Noppen an 29
1. Transport- und Lagerbehälter für Flüssigkeiten, mit einem quaderförmigen oder kubischen
Innenbehälter aus Kunststoff mit einem am oberen Boden angeordneten verschließbaren
Einfüllstutzen und mit einem im unteren Abschnitt der Stirnwand im Bereich des unteren
Bodens des Innenbehälters angeordneten Anschlussstutzen für eine Entnahmearmatur mit
einem Kunststoffgehäuse, einer in den Innenbehälter einlegbaren flexiblen Innenhülle
aus Kunststoff mit einem Einfüllstutzen und einem Entleerstutzen, einem Außenmantel
aus Metallgitter oder Blech und einem palettenartigen Untergestell zum Abstützen des
Innenbehälters, gekennzeichnet durch eine an den Anschlussstutzen (12) des Innenbehälters (2) angeschweißte Gewindehülse
(19) aus Kunststoff mit einem Außengewinde (20) zum Aufschrauben des Gehäuses (23)
der Entnahmearmatur (13) mit dem mit einem entsprechenden Innengewinde (22) versehenen
Einlaufstutzen (21) des Gehäuses (23), wobei der durch den Anschlussstutzen (12) des Innenbehälters (2) und durch die an den Anschlussstutzen (12) angeschweißte Gewindehülse (19) durchziehbare flexible
Entleerstutzen (26) der von oben durch den Einfüllstutzen (9) des Innenbehälters (2) in diesen eingesetzten Innenhülle (14)
an seinem Auslaufende (28) einen Dichtflansch (29) aufweist, der beim Aufschrauben
des Einlaufstutzens (21) des Armaturengehäuses (23) auf die an den Anschlussstutzen
(12) des Innenbehälters (2) angeschweißte Gewindehülse (19) zwischen dem freien Stirnende
(31) derselben und einer Innenschulter (32) des Einlaufstutzens (21) des Armaturengehäuses
(23) zur Abdichtung des durch den Anschlussstutzen (12) des Innenbehälters (2) und die an diesen angeschweißte
Gewindehülse (19) durchgezogenen Entleerstutzens (26) der Innenhülle (14) im Gehäuse
(23) der Entnahmearmatur (13) eingespannt wird.
2. Behälter nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Verdrehsicherung des Entleerstutzens (26) der Innenhülle (14) in der an den
Anschlussstutzen (12) des Innenbehälters (2) angeschweißten Gewindehülse (19).
3. Behälter nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch an den Außenmantel (34) des Entleerstutzens (26) der Innenhülle (14) in Umfangsrichtung
hinter dem Dichtflansch (29) angeformte Noppen (35), die beim Durchziehen des Entleerstutzens
(26) der Innenhülle (14) durch den Anschlussstutzen (12) des Innenbehälters (2) und die an diesen angeschweißte
Gewindehülse (19) mit entsprechenden Nuten (36) in Eingriff gelangen, die im Innenmantel
(37) der Gewindehülse (19) an deren vorderem Ende (38) in Umfangsrichtung angeordnet
sind.
4. Behälter nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine Abschrägung der Noppen (35) und der beiden Längsseiten (39) der Nuten (36) entgegen
der Aufschraub-Drehrichtung des Armaturengehäuses (23).
5. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der an den Entleerstutzen (26) der Innenhülle (14) angeformte Dichtflansch (29) eine
ringförmige Dichtlippe (30) aufweist, die beim Aufschrauben des Armaturengehäuses
(23) auf die Gewindehülse (19) am Anschlussstutzen (12) des Innenbehälters (2) in
eine Ringnut (33) in der Innenschulter (32) des Einlaufstutzens (21) zur Abdichtung
des Entleerstutzens (26) der Innenhülle (14) im Einlaufstutzen (21) der Entnahmearmatur
(13) gepresst wird.
6. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine an dem Dichtflansch (29) des Entleerstutzens (26) der Innenhülle (14) angebrachte
optische Orientierungshilfe zum Ausrichten des Entleerstutzens (26) der Innenhülle
(14) für eine vorgegebene Einbauposition nach dem Durchziehen des Entleerstutzens
(26) durch den Anschlussstutzen (12) des Innenbehälters (2) und die an diesen angeschweißte
Gewindehülse (19) nach dem Einsetzen der Innenhülle (14) in den Innenbehälter (2).
7. Behälter nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch einen an den Dichtflansch (29) des Entleerstutzens (26) der Innenhülle (14) angeformten
Noppen (40) als Orientierungshilfe.
8. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die an den Anschlussstutzen (12) des Innenbehälters (2) angeschweißte Gewindehülse
(19) als Kunststoff-Spritzgussteil hergestellt ist.
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