[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bedienungseinrichtung für eine Maschine zur
Druckweiterverarbeitung, mit der einstellbare Arbeitsmittel in der Maschine komfortabel
einstellbar sind.
[0002] Bei Falzmaschinen zur Druckweiterverarbeitung sind diverse einstellbare Arbeitsmittel
wie Falzschwerter und Anschläge an die jeweiligen zu verarbeitenden Bedruckstoffe
anzupassen. Die Einstellung der Arbeitsmittel hängt dabei vom Papier des Bedruckstoffs
ab, vom Format des Bedruckstoffs und der Position des anzubringenden Falzes. Aus der
Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2004 002 948 U1 ist eine Falzmaschine mit einem Taschenfalzwerk bekannt, bei der der Taschenspalt
auf die Papierdicke eingestellt werden kann. Zur Einstellung des Taschenspalts auf
die Papierdicke des Bedruckstoffs wird ein Papier zwischen ein Widerlager und eine
Abstützung eingelegt. Dadurch wird die lichte Weite des Taschenspalts an die Papierdicke
angepasst. Bei diesem Einstellvorgang muss das Bedienpersonal einen Bogen auf das
Falzwerk legen und dann die lichte Weite von Hand einstellen. Eine solche Einstellung
von Hand ist jedoch für das Bedienpersonal wenig komfortabel, zudem muss das Bedienpersonal
von Falzwerk zu Falzwerk gehen, um dort die Einstellungen jeweils von Hand vorzunehmen.
[0003] Aus der Offenlegungsschrift
DE 198 43 872 A1 ist eine Einrichtung zum Einstellen eines Falzmessers in Kombifalzmaschinen mit Linearmotor
bekannt. Mit der Steuerungseinrichtung soll das manuelle Einstellen am Falzmesser
erübrigt werden. Zur automatischen Einstellung ist ein Sensor vorhanden, welcher die
Bogendicke eines Bedruckstoffs erfasst. Zudem ist ein weiterer Sensor vorhanden, welcher
die Biegesteifigkeit des Falzbogens aufnimmt. Aus den Messgrößen der Sensoren werden
dann in der Steuerung automatisch Einstellwerte für den Falzmesserhub errechnet und
an die Motorsteuerung des Falzmessers weitergeleitet. Bei dieser automatischen Regelung
und Steuerungseinstellung des Falzmessers hat das Bedienpersonal keine Möglichkeit
mehr, Einstellungen selbstbestimmt vorzunehmen. Des Weiteren ist die Steuer- und Regeleinrichtung
sehr aufwändig, da dafür entsprechende Sensoren vorhanden sein müssen, und zudem fehleranfällig,
wenn der zu verarbeitende Bedruckstoff von den Sensoren nicht korrekt erfasst wird.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Bedieneinrichtung für die Einstellung
von Arbeitsmitteln in Falzmaschinen und Maschinen zur Druckweiterverarbeitung zu schaffen,
welche eine komfortable, aber durch das Bedienpersonal selbst gewählte Einstellung
der Arbeitsmittel in der Maschine ermöglicht.
[0005] Erfindungsgemäß wird die vorliegende Aufgabe durch die Patentansprüche 1 und 12 gelöst,
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und den Zeichnungen
zu entnehmen. Die erfindungsgemäße Bedienungseinrichtung verfügt über ein Bedienelement,
welches über eine elektronische Steuerungseinrichtung mit einem Stellmotor eines einstellbaren
Arbeitsmittels in einer Maschine zur Druckweiterverarbeitung, insbesondere einer Falzmaschine,
verbunden ist. Das Bedienelement kann aus Tasten bestehen, ist aber vorzugsweise drehbar
ausgestaltet, wobei auch eine Softwarenachbildung auf einem Touchscreen möglich ist,
auf dem virtuelle Tasten oder ein virtuelles Drehrad angezeigt werden. Falzmaschinen
weisen als Arbeitsmittel verstellbare Falzschwerter und verstellbare Falzanschläge
auf. Diese Arbeitsmittel müssen an die Parameter des jeweiligen Auftrags in Bezug
auf Format, Bedruckstoff und Lage des Falzes angepasst werden. Die Bewegungen des
Bedienpersonals am Bedienelement werden von einer elektronischen Steuerungseinrichtung,
zum Beispiel einem Computer, in Stellbefehle für den Stellantrieb des einstellbaren
Arbeitsmittels umgerechnet. Als Stellantrieb werden dabei insbesondere Servomotoren
mit Positionsrückmeldung eingesetzt. Auf diese Art und Weise kann das Bedienpersonal
mit der Bedienungseinrichtung nach Auswahl des jeweils einzustellenden Arbeitsmittels
in der Maschine sämtliche einzustellenden Arbeitsmittel mit einer Bedieneinrichtung
komfortabel über ein Bedienpult einstellen und muss nicht von Falzwerk zu Falzwerk,
wie bei herkömmlichen Falzmaschinen, laufen, um die Arbeitsmittel von Hand einzustellen.
Das drehbare Bedienelement bietet den Vorteil, dass das Bedienpersonal hier die Einstellungen
sehr gefühlvoll und präzise vornehmen kann, da so ein Drehrad langsam oder schnell
gedreht werden kann, zudem kann die Übersetzung der Bewegungen auf den Stellantrieb
elektronisch stufenlos angepasst werden.
[0006] Die Auswahl des jeweils einzustellenden Arbeitsmittels kann ebenfalls über das drehbare
Bedienelement erfolgen, indem auf das drehbare Bedienelement Druck ausgeübt wird.
Dieser kurze Druckimpuls führt in Verbindung mit dem auf einer graphischen Benutzeroberfläche
der Bedienungseinrichtung über das Drehrad ausgewählten Arbeitsmittel dazu, dass dieses
Arbeitsmittel dann durch Drehbewegung des Bedienelements bequem eingestellt werden
kann. Zum Drücken kann entweder das gesamte drehbare Bedienelement nach unten gedrückt
werden, oder es kann oben auf dem Bedienelement ein Druckknopf vorhanden sein, auf
den das Bedienpersonal Druck ausüben kann.
[0007] In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das drehbare Bedienelement
eine Verstellbewegung des Arbeitsmittels an eine Bedienperson haptisch zurückmeldet.
Die haptische Rückmeldung kann von einer elektronischen Steuerungseinrichtung bewirkt
werden, der die jeweilige Position des verstellbaren Arbeitsmittels zurückgemeldet
wird. In Abhängigkeit von der eingestellten Position des Arbeitsmittels wird dann
über das drehbare Bedienelement dem Bedienpersonal eine haptische Rückmeldung gegeben.
So kann zum Beispiel bei bestimmten Positionen des einstellbaren Arbeitsmittels das
drehbare Bedienelement dem Bedienpersonal ein Gefühl des Einrastens vermitteln. Des
Weiteren kann das Erreichen einer Endposition des einstellbaren Arbeitsmittels durch
erhöhte Schwergängigkeit des drehbaren Bedienelements bis zum völligen Stillstand
des Bedienelements angekündigt und vermittelt werden.
[0008] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist außerdem vorgesehen,
dass die Bedieneinrichtung eine Anzeigevorrichtung zur Darstellung eines virtuellen
Abbildes des verstellbaren Arbeitsmittels der Maschine aufweist. Auf dieser Anzeigevorrichtung
können nicht nur die Arbeitsmittel über das drehbare Bedienelement ausgewählt werden,
sondern es erscheint auch ein virtuelles Abbild des gerade ausgewählten Arbeitsmittels
auf einem Bildschirm. Wird zum Beispiel das Falzschwert am ersten Falzwerk ausgewählt,
so erscheint genau dieses Falzschwert in virtueller Darstellung und entsprechend eindeutiger
Nummerierung auf dem Bildschirm. Dadurch ist das Bedienpersonal permanent darüber
informiert, welches Arbeitsmittel gerade verstellt wird. Die virtuelle Abbildung auf
der Anzeigevorrichtung macht es außerdem möglich, dass der virtuellen Darstellung
der beweglichen Arbeitsmittel auf der Anzeigevorrichtung eine Vergleichsskala überlagert
darstellbar ist. Mit einer solchen Vergleichsskala können die Verstellwege des Arbeitsmittels
am Bildschirm besonders präzise abgebildet werden, denn das Bedienpersonal kann an
der Skala genau ablesen, wie weit das bewegliche Arbeitsmittel gerade verstellt wurde.
Dazu bewegt sich das Arbeitsmittel entsprechend zu der auf dem Bildschirm dargestellten
Skala oder die Skala bewegt sich entsprechend zu dem dargestellten Arbeitsmittel.
In diesem Fall kann das Bedienpersonal die durchgeführten Verstellwege direkt auf
dem Bildschirm ablesen und so sichergehen, dass genau die gewünschten Verstellwerte
von dem zugeordneten Arbeitsmittel durchgeführt worden sind. Das Arbeitsmittel kann
natürlich auf dem Bildschirm auch abstrahiert dargestellt werden, so kann statt dem
Falzschwert oder Anschlag auch ein stilisierter Balken oder Strich abgebildet werden,
wichtig ist nur, dass an Hand der virtuellen Darstellung des Arbeitsmittels ein präzises
Einstellen des Arbeitsmittels möglich ist.
[0009] Dabei ist es auch möglich, dass die Skala in verschiedenen Maßstäben darstellbar
ist. Möchte das Bedienpersonal größere Verstellwege darstellen, so kann es auf dem
Bildschirm eine entsprechend gröbere Skala auswählen, um so schnell große Verstellwege
durchführen zu können, entsprechend kann auch die Drehbewegung des Drehrads angepasst
werden, so dass bei großen Verstellwegen und großem Maßstab trotzdem nur kleine Drehbewegungen
erforderlich sind, um große Verstellwege durchzuführen. Zur Feineinstellung für kleinere
Verstellwege kann dann eine feinaufgelöste Skala ausgewählt werden, entsprechend sind
große Drehbewegungen am Drehrad erforderlich, um kleine Verstellbewegungen am Arbeitsmittel
zu bewirken. Auf diese Art und Weise ist eine präzise Einstellung des verstellbaren
Arbeitsmittels möglich, ohne dass das Bedienpersonal Sichtkontakt mit dem jeweiligen
Arbeitsmittel in der Maschine haben muss. Dadurch entfällt der Gang von Falzwerk zu
Falzwerk zur Überprüfung der vorgenommenen Verstellvorgänge komplett und eine Bedienung
allein über die Bedieneinrichtung mit drehbarem Bedienelement und Anzeigevorrichtung
ist möglich.
[0010] Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Bedieneinrichtung eine Anzeigevorrichtung und
einen Rechner aufweist und dass der Rechner über eine Busverbindung mit dem elektrischen
Stellantrieb in der Maschine verbunden ist. Der Einsatz einer Busverbindung zwischen
dem Rechner und dem Stellantrieb ermöglicht es, die Bedieneinrichtung für den Einsatz
in den unterschiedlichsten Maschinen einfach anzupassen. Die Bedieneinrichtung mit
Anzeigevorrichtung, Rechner und drehbarem Bedienelement ist dabei immer die gleiche,
es werden an die Busverbindungen nur unterschiedliche elektrische Stellantriebe angebunden.
Dazu müssen die Stellantriebe nur jeweils die passenden Buscontroller aufweisen und
können einfach an das erfindungsgemäße Bediensystem angeschlossen werden. Die an das
Bussystem angeschlossenen Stellantriebe müssen dann nur über eine entsprechende Software
auf dem Rechner in der Bedieneinrichtung konfiguriert werden.
[0011] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
mittels des drehbaren Bedienelements Einstellwerte zur Verstellung der Arbeitsmittel
in der Maschine eingebbar, auswählbar oder bestätigbar sind. Zusätzlich oder alternativ
zu der Darstellung der virtuellen Arbeitsmittel auf der Anzeigevorrichtung kann die
Eingabe der Einstellwerte auch direkt in alphanumerischer Form über eine graphische
Benutzeroberfläche auf der Anzeigevorrichtung erfolgen, Auch in diesem Fall wird zunächst
das jeweilige Arbeitsmittel mittels des Drehelements ausgewählt, woraufhin dann ein
Eingabefenster erscheint, in dem die Verstellwege in Form von Zahlen eingegeben oder
ausgewählt werden können. Die Eingabe des Verstellwegs kann wiederum durch Drücken
auf das drehbare Bedienelement abgeschlossen werden. Auf diese Art und Weise ist es
für das Bedienpersonal möglich, Verstellwege in Zahlenwerten komfortabel einzugeben.
[0012] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Figuren näher beschrieben
und erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Bedienungseinrichtung mit Jogwheel zur Einstellung des Falzschwerts in einer
Falzmaschine,
- Figur 2
- eine Bedieneinrichtung mit Jogwheel zur Einstellung der Falzanschläge in einer Falzmaschine
und
- Figur 3
- einen Bildschirm einer erfindungsgemäßen Bedienungseinrichtung zur Eingabe der Verstellwege
in numerischer Form.
[0013] In Figur 1 wird die vorliegende Erfindung anhand einer schematischen Zeichnung einer
Falzmaschine 1 näher erläutert. Die Falzmaschine 1 verfügt über mehrere Falzwerke,
von denen eines beispielhaft dargestellt ist. In diesem Falzwerk werden Bedruckstoffe
16 mittels eines Falzschwerts 5 in der gewünschten Art und Weise gefalzt. Dazu wird
das Falzschwert 5 von einem Antriebsmotor 2 auf und ab bewegt und drückt so den gewünschten
Falz in den Bogen 16. Als Antriebsmotor 2 wird ein Servomotor eingesetzt, der die
Position des Falzschwerts 5 exakt anfahren und regeln kann. Die Drehbewegungen des
Servomotors 2 für das Falzschwert 5 werden über ein Getriebe 4 in eine Hubbewegung
für das Falzschwert 5 umgesetzt. Der Servomotor 2 verfügt über einen Servoregler 3,
welcher wiederum über eine Datenbusverbindung 6 an die Steuerungselektronik der Falzmaschine
1 angeschlossen ist. Die Steuerungselektronik besteht aus einem Rechner 7 in Form
eines Industrie-PCs, welcher über einen Prozessor 8 verfügt. An diesen Rechner 7 ist
ein drehbares Bedienelement 10 in Form eines Jogwheels mit Winkelencoder 9 angeschlossen.
Dieses Jogwheel 10 ist in beide Richtungen drehbar, wobei die Drehbewegungen des Jogwheels
10 mittels Winkelencoder 9 an den Prozessor 8 des Rechners 7 weitergeleitet werden.
Umgekehrt kann der Rechner 7 Positionsveränderungen am Antriebsmotor 2 des Falzschwerts
5 an das Jogwheel 10 zurückmelden und so für eine haptische Rückmeldung an das Bedienpersonal
sorgen.
[0014] Des Weiteren verfügt das Jogwheel 10 über eine Druckfunktion, so dass das Bedienpersonal
durch Drücken des Jogwheels 10 Eingaben auf einem Bildschirm 11 tätigen und abschließen
kann. Der Bildschirm 11 ist ebenfalls an einen Rechner 7 angeschlossen und ermöglicht
die virtuelle Darstellung des in der Falzmaschine 1 vorhandenen Falzschwerts 5 als
virtuelles Falzschwert 5a auf dem Bildschirm 11. Verändert sich die Lage des Falzschwerts
5 in der Falzmaschine 1 durch Drehbewegungen am Jogwheel 10, so bewegt sich auch das
virtuelle Falzschwert 5a auf dem Bildschirm 11 relativ zu einer ebenfalls auf dem
Bildschirm 11 eingeblendeten Skala 17. Alternativ ist es auch möglich, dass das virtuelle
Falzschwert 5a stillsteht und sich stattdessen die Skala 17 bewegt. Durch die unmittelbare
Zuordnung von Skala 17 und virtuellem Falzschwert 5a ist es möglich, die Verstellwege
des Falzschwerts 5 in der Falzmaschine 1 maßstabsgerecht auf dem Bildschirm 11 anzuzeigen
und so dem Bedienpersonal unmittelbar zu vergegenwärtigen. Wenn die Skala 17 auf dem
Bildschirm 11 zum Beispiel in Millimeterabständen ausgeführt ist, so bedeutet eine
Bewegung des Falzschwerts 5a relativ zu der Skala 17 um 2 Striche eine tatsächliche
Bewegung des Falzschwerts 5 in der Falzmaschine 1 um 2 Millimeter.
[0015] Um eine einfache flexible Konfiguration der Bedieneinrichtung für die unterschiedlichsten
Falzmaschinen 1 zu ermöglichen, erfolgt die Anbindung des Antriebsmotors 2 für das
Falzschwert 5 an den Rechner 7 über die Busverbindung 6, welche als CAN-Bus oder auch
als Ethernet-Verbindung ausgeführt sein kann. An einen solchen Bus 6 können viele
Antriebsmotoren 2 mit entsprechendem Buscontroller, welcher in den Servoregler 3 integriert
sein kann, angeschlossen werden.
[0016] Analog zu dem Einstellvorgang für das Falzschwert 5 in einer Falzmaschine 1 ist in
Figur 2 der Einstellvorgang für einen Anschlag 12 in der Falzmaschine 1 abgebildet.
Durch das Einstellen des Anschlags 12 kann die Position des Falzes auf dem Druckbogen
16 variiert werden. Dazu kann der Anschlag 12 relativ zum Falzschwert 5 bewegt werden.
Der Anschlag 12 wird ebenfalls über einen elektrischen Antriebsmotor 13 bewegt, welcher
wiederum über eine Motorelektronik 14 mit Busanschaltung verfügt. Über diese Busanschaltung
ist der Antriebsmotor 13 für den Anschlag 12 mittels der Busverbindung 6 an den Rechner
7 angeschlossen. Nach Auswahl des Anschlags 12 als verstellbares Arbeitsmittel über
eine graphische Benutzeroberfläche 15 auf dem Bildschirm 11 kann die Position des
Anschlags 12 über Drehbewegungen am Jogwheel 10 vom Bedienpersonal verstellt werden.
Auch die Bewegungen des Anschlags 12 sind auf dem Bildschirm 11 in Bezug auf eine
überlagerte Skala 17 darstellbar, so dass das Bedienpersonal auch beim Verstellen
des Anschlags 12 einen virtuellen Anschlag 12a mit überlagerter Skala 17 angezeigt
bekommt.
[0017] Die graphische Benutzeroberfläche 15 kann aber nicht nur zur Anzeige des virtuellen
Falzschwerts 5a oder des virtuellen Anschlags 12a genutzt werden, sondern kann zudem
zur Eingabe von Verstellwegen in numerischer Form genutzt werden. Wenn das Bedienpersonal
ein Arbeitsmittel 5, 12 ausgewählt hat, wird auf der graphischen Benutzeroberfläche
15 ein Feld zur numerischen Eingabe angezeigt, über welches mittels einer Tastatur
oder durch Auswahl über das Jogwheel 10 entsprechende numerische Verstellwerte eingegeben
werden können. Diese numerischen Verstellwerte werden dann vom Rechner 7 über den
Bus 6 an den jeweiligen Antriebsmotor 2, 13 übertragen und dort in Verstellbewegungen
des jeweiligen Arbeitsmittels 5, 12 umgesetzt. Zur Eingabe der numerischen Werte kann
der Bildschirm 11 als Touchscreen ausgeführt sein, so dass auf dem Touchscreen unmittelbar
ein numerisches Tastenfeld zur Eingabe der numerischen Verstellwerte erscheinen kann.
Die Eingabe der Verstellwerte kann wiederum durch ein Drücken des Jogwheels 10 abgeschlossen
werden.
[0018] Durch den Einsatz eines Jogwheels in Verbindung mit einem Bildschirm 11 und den über
eine Busverbindung 6 angebundenen Antriebsmotoren 2, 13 für die Arbeitsmittel 5, 12
kann eine komfortable und exakte Einstellung der Positionen der Arbeitsmittel 5, 12
zur Anpassung an die Parameter des jeweiligen Auftrags geschehen. Insbesondere durch
die haptische Rückmeldung des Jogwheels 10 kann dem Bedienpersonal so dasselbe Gefühl
wie bei einer mechanischen Einstellung direkt am Falzwerk vermittelt werden, ohne
dass das Bedienpersonal von einem Falzwerk zum nächsten laufen muss. Zudem ist durch
die Überlagerung der Skala 17 eine exakte Einstellung am Bedienpult möglich.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Falzmaschine
- 2
- Antriebsmotor für Falzschwert
- 3
- Servoregler
- 4
- Getriebe
- 5
- Falzschwert
- 5a
- virtuelles Falzschwert
- 6
- Datenbusverbindung
- 7
- Rechner
- 8
- Prozessor
- 9
- Winkelencoder
- 10
- Jogwheel
- 11
- Bildschirm
- 12
- Anschlag
- 12a
- virtueller Anschlag
- 13
- Antriebsmotor für Anschlag
- 14
- Motorelektronik
- 15
- graphische Benutzeroberfläche
- 16
- Druckbogen
- 17
- Skala
1. Bedienungseinrichtung für eine Maschine zur Druckweiterverarbeitung (1) mit einem
Bedienelement (10), welches über eine elektronische Steuerungseinrichtung (7) mit
einem Stellantrieb (2, 13) eines einstellbaren Arbeitsmittels (5, 12) der Maschine
(1) verbunden ist, wobei Bewegungen des drehbaren Bedienelements (10) mittels der
elektronischen Steuerung (7) in Verstellbewegungen des Arbeitsmittels (5, 12) umsetzbar
sind.
2. Bedieneinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bedienelement (10) drehbar ausgeführt ist.
3. Bedieneinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das drehbare Bedienelement (10) eine Verstellbewegung des Arbeitsmittels (5, 12)
an eine Bedienperson haptisch zurückmeldet.
4. Bedieneinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Maschine zur Druckweiterverarbeitung eine Falzmaschine (1) ist.
5. Bedieneinrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das bewegliche Arbeitsmittel (5, 12) ein per Hubbewegung bewegliches Falzschwert
(5) ist.
6. Bedieneinrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das bewegliche Arbeitsmittel (5, 12) ein verstellbarer Falzanschlag (12) ist.
7. Bedieneinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bedieneinrichtung eine Anzeigevorrichtung (11) zur Darstellung eines virtuellen
Abbildes (5a, 12a) des verstellbaren Arbeitsmittels (5, 12) der Maschine aufweist.
8. Bedieneinrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das virtuelle Abbild (5a, 12a) auf der Anzeigevorrichtung (11) den Bewegungen des
verstellbaren Arbeitsmittels (5, 12) der Maschine folgt.
9. Bedieneinrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der virtuellen Darstellung (5a, 12a) der beweglichen Arbeitsmittel (5, 12) auf der
Anzeigevorrichtung (11) eine Vergleichsskala (17) überlagert darstellbar ist.
10. Bedieneinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bedieneinrichtung eine Anzeigevorrichtung (11) und einen Rechner (7) aufweist
und dass der Rechner (7) über eine Busverbindung (6) mit dem elektrischen Stellantrieb
(2, 13) in der Maschine verbunden ist.
11. Bedieneinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels des drehbaren Bedienelements (10) Einstellwerte zur Verstellung der Arbeitsmittels
(5, 12) in der Maschine (1) eingebbar, auswählbar oder bestätigbar sind.
12. Falzmaschine (1) mit einer Bedienungseinrichtung mit einem Bedienelement (10), welches
über eine elektronische Steuerungseinrichtung (7) mit einem Stellantrieb (2, 13) eines
einstellbaren Arbeitsmittels (5, 12) der Falzmaschine (1) verbunden ist, wobei Bewegungen
des Bedienelements (10) mittels der elektronischen Steuerung (7) in Verstellbewegungen
des Arbeitsmittels (5, 12) umsetzbar sind.
13. Falzmaschine nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bedienelement (10) drehbar ausgeführt ist.
14. Falzmaschine (1) nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Servomotor (2, 13) über die Steuerungselektronik (7) mit dem Bedienelement (10)
verbunden ist und zur Verstellung des verstellbaren Arbeitsmittels (5, 12) in der
Falzmaschine (1) vorgesehen ist.