[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zur Entfernung von Oberflächenve-ränderungen, die
auf Oberflächen von rostfreien metallischen Materialien in Form von Belägen und Ablagerungen
aus oxidischen Eisen auftreten, insbesondere auf Oberfläche von rostfreien Stählen,
wie sie in Prozess- und Produktionsanlagen in der pharmazeutischen, Lebensmittel-
und biotechnologischen Industrie häufig Verwendung finden, sowie wässrige Reinigungslösungen
enthaltend ein Reduktionsmittel und einen Komplexbildner zur Verwendung in diesen
Verfahren.
[0002] Prozess-/Produktionsanlagen, die bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von pharmazeutischen
Wirkstoffen, pharmazeutischen galenische Formen, biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen,
Lebensmitteln, etc. Anwendung finden sowie Systeme und Anlagen, die bei der Herstellung
und Verteilung dieser Produkte eingesetzt werden, sowie Systeme und Anlagen, die mit
Reinstwasser, gereinigtem Wasser und Reinstdampf betrieben werden, sind in der Regel
aus rostfreien Stählen gefertigt. Als Beispiele seien genannt: Rührbehälter, Vorlagebehälter,
Lagerbehälter, Fermenter, Trockner, Abfüllanlagen, Autoklaven, Sterilisationsbehälter,
Gefriertrockner, Waschmaschinen, CIP-Anlagen, Reinstwassererzeuger, Reinstdampferzeuger,
Verteilleitungen für die Medien (gereinigtes Wasser, Reinstwasser, Reinstdampf, Produkte)
etc.
[0003] Trotz der Verwendung von hochwertigen Werkstoffen wie z.B. rostfreien Stählen (z.B.
CrNiMo Stähle, der Güteklasse AISI 316L, AISI 316Ti oder AISI 904L), lassen sich in
der Regel nach einiger Zeit farbliche Oberflächenveränderungen beobachten, die in
der pharmazeutischen Industrie auch unter der Bezeichnung Rouging" bekannt sind.
[0004] Oberflächenveränderungen auf rostfreien metallischen Oberfläche können in sehr unterschiedlicher
Ausprägung auftreten. Es handelt sich dabei vielfach um Niederschläge oxidischer Eisenverbindungen,
die in Form feiner rot-brauner Partikel aus Eisenoxid oder Eisenhydroxid auftreten
können. Diese Partikel weisen in der Regel eine pulvetfiörmige Konsistenz auf und
haften daher nur lose an der Oberfläche an. Sie sind daher leicht mechanisch abwischbar,
hinterlassen aber oft eine sichtbare Verfärbung der metallischen Oberflächen. In anderen
Ausprägungen treten diese Oberflächenveränderungen in Form anhaftender Beläge oder
als Ablagerungen auf, die dann nicht mehr mechanisch entfernt werden können, sondern
einer chemischen Behandlung unterzogen werden müssen. Diese so neu entstehenden Oberflächenschichten
können ein Farbenspektrum von Gelb, Blau, Rot, Braun bis hin zu Schwarz aufweisen.
[0005] Das Auftreten dieser Oberflächenveränderungen birgt insbesondere im Bereich der Arzneimittelherstellung
sowie der Lebensmittelverarbeitenden Industrie die Gefahr von unerwünschten Kontaminationen
durch sich ablösende Schwermetallpartikel, welche in andere Systeme verteilt werden
können und damit die Reinheit und die Qualität der Herstellungs- bzw. Prozessprodukte
negativ beeinträchtigen können.
[0006] Diese Oberflächenveränderungen können abhängig von Betriebsintensität und -bedingungen
bereits einige Monate nach Inbetriebnahme einer Anlage erstmals auftreten. In anderen
Fällen kann es Jahre dauern, bis solche Veränderungen erstmals beobachtet werden können.
[0007] Was die Entstehung dieser Oberflächenveränderungen angeht, so gibt es zurzeit noch
keine gesicherten wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse. Es hat sich jedoch gezeigt,
dass die beschriebenen Veränderungen verstärkt in Systemen auftreten, die mit Reinstwasser
sowie Reinstdampf betrieben werden, wobei erhöhte Temperaturen den Prozess der Oberflächenveränderung
zu beschleunigen scheinen. Ebenfalls beeinflusst wird die Ausbildung dieser Oberflächenveränderungen
von den in den jeweiligen Systemen vorliegenden atmosphärischen Bedingungen, der Werkstoffqualität
(Legierungszusammensetzung) sowie der Oberflächengüte. Je nach Betriebszeit und -
bedingungen entstehen verschieden starke Beläge/Ablagerungen.
[0008] Um das Risiko einer Verschleppung von sich ablösenden Schwermetallpartikeln sowie
das Risiko einer Kontamination der in den Prozess-/Produktionsanlagen hergestellten
Produkte zu reduzieren, werden diese Beläge/Ablagerungen periodisch abgereinigt. Dazu
werden mechanische oder nasschemische Reinigungsverfahren bzw. Kombinationen davon
angewendet
[0009] Mechanische Reinigungsverfahren, bei denen die lose an der Oberfläche anhaftenden
Partikel, z.B. mit Hilfe von Wischtüchern entfernt werden, beschränken sich in der
Regel auf leicht zugängliche Bereiche. Eine Entfernung der dauerhafteren Verfärbungen,
sowie anhaftender Beläge und Ablagerungen kann damit nicht erreicht werden.
[0010] Bei den nasschemischen Reinigungsverfahren sollen die Beläge/Ablagerungen chemisch
abgelöst werden. Dazu werden gegenwärtig nahezu ausschliesslich Reinigungslösungen
eingesetzt, die anorganische Säuren enthalten. Die Verwendung von konzentrierten Mineralsäuren
kann jedoch bei unsachgemäßer Handhabung z.T. erhebliche Gefahren mit sich bringen,
sowohl was den Transport als auch die Verwendung als Bestandteil der Reinigungslösung
selbst betrifft. Neben der korrosiven und stark ätzenden Wirkung einer Säuren wie
konzentrierte Salzsäure, Schwefelsäure oder Phosphorsäure können auch ihre Dämpfe
massive Reizungen der Atmungsorgane hervorrufen.
[0011] Auch organische Säuren, z.B. Oxalsäure und/oder Zitronensäure werden teilweise zum
Abreinigen der Beläge/Ablagerungen eingesetzt. Organische Säuren verfügen jedoch nicht
über das Aufschlussvermögen von hochkonzentrierten Mineralsäuren, sodass oft auch
Mischungen organischer und anorganischer Säuren verwendet werden. Diesen Säuremischungen
werden teilweise noch Komplexbildner, z.B. EDTA oder NTA, zugegeben. Ein grosser Nachteil
solcher Säuremischungen besteht darin, dass diese nicht spezifisch die Beläge/Ablagerungen
in Form von oxidischen Eisenverbindungen entfernen, sondern auch die in der Legierung
des rostfreien Stahles zusätzlich enthaltenen Schwermetalle teilweise in Lösung bringen.
Bei unsachgemäßer Handhabung besteht somit die Gefahr, dass die Oberfläche der Prozess-/Produktionsanlagen
angegriffen wird und dadurch die Oberflächeneigenschaften nachteilig beeinflusst werden.
Darüber hinaus enthalten diese Reinigungslösungen nach Gebrauch in der Regel einen
hohen Schwermetallanteil, so dass die Lösungen anschliessend aufwändig und fachgerecht
entsorgt werden müssen.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Entfernung von
Oberflächenveränderungen, insbesondere von auf oxidischen Eisenverbindungen beruhende
Oberflächenveränderungen auf Oberflächen aus rostfreien metallischen Materialien,
insbesondere auf Oberflächen von Materialien aus rostfreien Chrom/Nickel Stählen,
insbesondere aus rostfreien Chrom/Nickel/Molybdän Stählen, insbesondere aus rostfreien
Chrom/Nickel/Molybdän Stählen der Güteklasse AISI 316L, AISI 316Ti oder AISI 904L,
zur Verfügung zu stellen, insbesondere aber ein Verfahren zur Entfernung von Oberflächenveränderungen
auf Oberflächen von aus besagten Materialien gefertigten Prozeß- und Produktionsanlagen,
insbesondere von Prozeß- und Produktionsanlagen die mit Reinstwasser sowie Reinstdampf
betrieben werden und z.B. in der pharmazeutischen, Lebensmittel- und biotechnologischen
Industrie Anwendung finden und das die bekannten Nachteile der zur Zeit mehrheitlich
verwendeten Verfahren vermeidet.
[0013] Diese Aufgabe konnte überraschenderweise durch den Einsatz wässriger Reinigungslösungen
gelöst werden, welche ein Reduktionsmittel in Kombination mit einem Komplexbildner
entfalten und ein Arbeiten im neutralen pH-Bereich ermöglichen.
[0014] Die vorliegende Erfindung betrifft somit in erster Linie ein Verfahren zum Entfernen
von Oberflächenveränderungen auf rostfreien metallischen Materialien, welches dadurch
gekennzeichnet ist, dass man besagte Oberflächen mit einer wässrigen Lösung enthaltende
ein Reduktionsmittel und einen Komplexbildner behandelt sowie die besagte Reinigungslösungen
zur Verwendung in einem solchen Verfahren.
[0015] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Vermeidung von Kontaminationen
von Herstellungs- bzw. Prozessprodukten, die in Prozess- und Produktionsanlagen hergestellt
werden, welche aus rostfreien metallischen Materialien gefertigt sind, insbesondere
aus rostfreien Stählen, insbesondere aber in Prozess- und Produktionsanlagen, die
mit Restwasser und/oder Reinstdampf betriebenen werden, insbesondere bei erhöhten
Temperaturen im Bereich von 40°C bis 90°C, insbesondere in einem Bereich von 50°C
bis 85°C, Besagte Kontaminationen werden insbesondere durch Partikel oder Bestandteile,
insbesondere durch oxidische Eisenverbindungen enthaltende Partikel oder Bestandteile
verursacht, die sich von der veränderten Oberfläche ablösen und sich dann in den Prozess-
und Produktionsanlagen sowie den angeschlossenen Systemen verteilen können. Das erfindungsgemässe
Verfahren ist dabei insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass besagte Prozesse und
Produktionsanlagen mittels einer ein Reduktionsmittel und einen Komplexbildner enthaltenden
wässrigen Reinigungslösung behandelt werden, die Veränderungen von den behandelten
Oberflächen abgelöst und in Lösung gebracht werden und anschliessend zusammen mit
der Reinigungslösung aus dem System entfernt werden.
[0016] Als Reduktionsmittel werden insbesondere Verbindungen eingesetzt, die ein Redoxpotential
aufweisen, das ausreichend hoch ist um die Oberflächenveränderungen reduktiv aufzulösen,
insbesondere aber ein Redoxpotential das ausreicht um das in den Oberflächenveränderungen
oxidisch gebundene Fe(III) in lösliches Fe(II) umzuwandeln.
[0017] In einer spezifischen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden als Reduktionsmittel
Verbindungen eingesetzt die ein Redoxpotential im Bereich von - 0.4 E°/V bis -2.0
E°/V, insbesondere von -0.5 E°/V bis -1.5 E°/V, insbesondere von -0.6 E°/V bis -1.2
E°/V, insbesondere von -0.7 E°/V bis -1.0 E°/V, aufweisen bezogen auf die Normalwasserstoffelektrode
gemessen in einer Konzentration von 1 mol/Liter und bei einer Temperatur von 25°C.
[0018] Alle individuellen Zahlenwerte, die in den oben genannten Bereich von - 0.4 E°/V
bis - 2.0 E°/V fallen, hier aber nicht spezifisch genannt sind, sollen ebenfalls Gegenstand
der vorliegende Erfindung sein.
[0019] In einer spezifischen Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens kann eine
salzartige reduzierende Sauerstoffverbindung, insbesondere eine salzartige reduzierende
anorganische Sauerstoffverbindung, insbesondere eine Verbindung ausgewählt aus der
Gruppe der Schwefel-, Stickstoff- und Phosphorsauerstoffverbindungen als Reduktionsmittel
in der Reinigungs lösung eingesetzt werden.
[0020] Als Beispiele solcher anorganischer reduzierender Schwefeisauerstoffverbindungen
sind insbesondere Suflit, Bisulfit, und Dithionit zu nennen sowie deren Salze, insbesondere
deren Natriumsalze.
[0021] Als Beispiele anorganischer reduzierender Stickstofisauerstoffverbindungen sind insbesondere
Nitrit zu nennen. Auch Hydrazin kann als Reduktionsmittel eingesetzt werden.
[0022] In einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kommt ein Dithionit
oder Disulfit oder einer Kombination aus Dithionit und Disulfit als anorganisches
Reduktionsmittel in der Reinigungslösung zur Anwendung.
[0023] Als Komplexbildner können an sich bekannte, handelsübliche Verbindungen eingesetzt
werden, die in der Lage sind Eisenionen, insbesondere Eisen(II) Ionen, in Lösung zu
komplexierten und darüber hinaus inert sind gegenüber der Wirkung des in der Reinigungslösung
enthaltenen Reduktionsmittels oder aber eine ausreichend hohe Kurzzeitstabilität gegenüber
besagtem Reduktionsmittel aufweisen, sodass sie ihre Funktion als Komplexbildner für
den für die Reinigung notwendigen Zeitraum wahrnehmen können.
[0024] Beispiele solcher Komplexbildner, die in einer spezifischen Ausführungsform des erfindungsgemassen
Verfahrens Anwendung finden können, sind Säuren ausgewählt aus der Gruppe der Phosphonsäuren,
Hydroxysäuren, Carbonsäuren, Iminosuccinylsäuren, Essigsäuren und Citronensäuren oder
eines ihrer Walze.
[0025] In einer weiteren spezifischen Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens
handelt es sich bei besagter Phosphonsäure um eine Hydroxyalkanphosphonsäure, insbesondere
aber um eine 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP)- oder um eine Alkylenphosphonsäure,
insbesondere aber um eine Alkylenphosphonsäure ausgewählt aus der Gruppe der Aminotn(methylenphosphonsäure)
(ATMP), der Hexamethylendiaminotetra(methylenphosphonsäure) (HDTMP) und der Diethylentriaminopenta(methylenphosphonsäure)
(DTPMP) oder um eines ihrer Salze.
[0026] In einer weiteren spezifischen Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens
handelt es sich bei besagter Iminosuccinyisäure um eine Iminodisuccinylsäure oder
um eines ihrer Salze.
[0027] In einer weiteren spezifischen Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens
kommt insbesondere eine Essigsäure ausgewählt aus der Gruppe der Di-, Tri- und Tetraessigsäuren
zum Einsatz, insbesondere aber eine Isorin-N,N-diessigsaure (ISDA), Ethylendiamintetraessigsäure
(EDTA), Propylendiamintetraessigsäure (PDTA), Nitrilotriessigsäure (NTA) oder eines
ihrer Salze.
[0028] In einer weiteren spezifischen Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens
handelt es sich bei besagter Carbonsäuren um eine Aminocarbonsäure oder um eine Phosphonocarbonsaure,
insbesondere eine Phosphonotricarbonsäure wie z.B. eine 2-Phosphonobutan1,2,4-tricarbonsäure
oder um eines ihrer Salze.
[0029] Bei den Salzen, die in den zuvor beschriebenen Reinigungslösungen Verwendung finden
können, handelt es sich in erster Linie um die Alkalisalze der dort genannten Säuren,
insbesondere um deren Lithium-, Natrium-, Kalium-, Rubidium- und Caesiumsalze, insbesondere
aber um deren Natrium und Kaliumsalze.
[0030] Weiterhin können in dem erfindungsgernässen Verfahren Natriumcitrat oder Ethanoldiglycin
als Komplexbildner eingesetzt werden.
[0031] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens kann besagte
wässrige Reinigungslösung zusätzlich weitere Bestandteile enthalten ausgewählt aus
der Gruppe der Puffersalze, Netzmittein, Stabilisatoren und/oder weiterer Reduktionsmittel,
die gelöst, emulgiert oder als suspendierte Feststoffe eingebracht vorliegen können.
[0032] Eine weitere spezifische Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass das Reduktionsmittel und der Komplexbildner in der Reinigungslösung
jeweils in einem Konzentrationsbereich von 0,025 Gew.-% bis 25 Gew.-%, insbesondere
in einem Konzentrationsbereich von 0,05 Gew.-% bis 15 Gew.-%, insbesondere in einem
Konzentrationsbereich von 0,1 Gew.-% bis 10 Gew.-% , insbesondere in einem Konzentrationsbereich
von 0,2 Gew.-% bis 5 Gew.-%, insbesondere in einem Konzentrationsbereich von 0,25
Gew.-% bis 1 Gew.-%, insbesondere in einem Konzentrationsbereich von 0,25 Gew.-% bis
0.5 Gew.-% insbesondere in einem Konzentrationsbereich von 0,5 Gew.-% bis 1.5 Gew.-%
vorliegen.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens liegt das Reduktionsmittel
und Komplexbildner in der Reinigungslösung in einem Konzentrationverhältnis von 6%
Reduktionsmittel / 10% Komplexbildner, insbesondere in einem Konzentrationsverhältnis
von 5% Reduktionsmittel / 8% Komplexbildner, insbesondere in einem Konzentrationsverhältnis
von 3% Reduktionsmittel / 5% Komplexbildner, insbesondere in einem Konzentrationsverhältnis
von 1.5% Reduktionsmittel / 2.5% Komplexbildner, insbesondere in einem Konzentrationsverhältnis
von 0.6% Reduktionsmittel/1% Komplexbildner, insbesondere in einem Konzentrationsverhältnis
von 0.5% Reduktionsmittel / 0.8% Komplexbildner insbesondere in einem Konzentrationsverhältnis
von 0.3% Reduktionsmittel / 0.5% Komplexbildner, insbesondere in einem Konzentrationsverhältnis
von 0.15% Reduktionsmittel / 0.25% Komplexbildner, insbesondere in einem Konzentrationsverhältnis
von 0.1% Reduktionsmittel / 0.2% Komplexbildner.
[0034] Alle individuellen Zahlenwerte, die in die oben definierten Bereiche fallen, hier
aber nicht spezifisch genannt sind, sollen ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung
sein.
[0035] Eine weitere spezifische Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass die Behandlung der oxidische Eisenverbindungen enthaltenden Beläge
und Ablagerungen auf rostfreien metallischen Oberflächen, insbesondere auf Oberflächen
rostfreier Stähle in einem Temperaturbereich von etwa 20°C bis etwa 98°C, insbesondere
in einem Temperaturbereich von etwa 40°C bis etwa 90°C, insbesondere in einem Temperaturbereich
von etwa 50°C bis etwa 80°C, insbesondere in einem Temperaturbereich von etwa 60°C
bis etwa 85°C, insbesondere in einem Temperaturbereich von etwa 70°C bis etwa 80°C
durchgeführt wird.
[0036] In einer weiteren spezifischen Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens
wird die Behandlung der Edelstahloberfläche bei einem pH Wert von etwa 4.0 bis etwa
10.0, insbesondere von etwa 4.5 bis etwa 9.5, insbesondere von etwa 6.0 bis etwa 8.0,
insbesondere von etwa 6.5 bis etwa 7.5 durchgeführt.
[0037] In einer weiteren spezifischen Ausführungsform ist das erffndungsgemässe Verfahren
so ausgelegt, dass die rostfreien metallischen Oberflächen, insbesondere die Oberflächen
rostfreier Stähle, je nach Stärke und Umfang der Ablagerungen, für einen Zeitraum
von etwa 30 Minuten bis 12 Stunden, insbesondere für einen Zeitraum von 60 Minuten
bis 8 Stunden, insbesondere für einen Zeitraum von 1.5 bis 6 Stunden, insbesondere
für einen Zeitraum von 2 bis 5 Stunden, insbesondere für einen Zeitraum von 3 bis
4 Stunden, insbesondere für einen Zeitraum von 1,5 bis 2 Stunden mit der wässrigen
Reinigungslösung in Kontakt bleiben.
[0038] Alle individuellen Zahlenwerte, die in die oben definierten Bereiche fallen, hier
aber nicht spezifisch genannt sind, sollen ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung
sein.
[0039] In einer weiteren spezifischen Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens
befinden sich die zu reinigenden rostfreien metallischen Oberflächen in Prozess- und/oder
Produktionsanlagen, insbesondere in Prozess- und/oder Produktionsaniagen, die mit
Reinstwasser und/oder Reinstdampf, insbesondere mit heissem Reinstwasser und/oder
Reinstdampf bei Temperaturen von mehr als 60°C; betrieben werden.
[0040] Ebenfalls Bestandteil der vorliegenden Erfindung ist eine Reinigungslösung zur Anwendung
in dem erfindungsgemassen Verfahren, das die hierin zuvor offenbarte Zusammensetzung
aufweiset.
[0041] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung gilt für die Verwendung der Singularformen "ein",
"eine" und "der", "die", "das", dass auch Mehrzahlaspekte mit umfasst sind, es sei
denn, dass aus dem Gesamtkontext eine andere Interpretation zwingend ist. Sofern daher
beispielsweise Bezug genommen wird auf "eine Verbindung", "ein Reduktionsmittel",
"ein Komplexbildner", etc, so schliesst dies die Verwendung von zwei oder mehreren
Verbindungen, zwei oder mehreren Reduktionsmittel, zwei oder mehreren Komplexbildnern,
etc mit ein.
[0042] Unter "Oberfiächenverändenjngen" soll im Rahmen der vorliegenden Erfindung in der
allgemeinsten Ausgestaltung jede strukturelle Veränderung rostfreier metallischer
Oberflächen, insbesondere aber rostfreier Stähle verstanden werden, die auf Veränderungen
der Passivschicht besagter Oberflächen basieren, wodurch sich neue eisenoxidreiche
Schichten auf der metallischen Oberfläche aufbauen können, die im Gegensatz zu einer
intakten Passivschicht in der Regel mit farblichen Veränderungen einhergehen.
[0043] In einer spezifischeren Ausgestaltung soll insbesondere im Zusammenhang mit rostfreien
Cr/Ni Stählen unter dem Begriff "Oberflächenveränderungen" strukturell Veränderungen
der chromoxidreichen Passivschicht der metallischen Oberfläche verstanden werden,
die darauf beruhen, dass sich das Cr/Fe Verhältnis zu ungunsten des Chrom-Anteiles
reduziert, wodurch das Eisen eine neue zusätzliche eisenoxidreiche Schicht aufbauen
kann.
[0044] Diese neue eisenoxidreiche Oberfläche ist im Gegensatz zu einer intakten Passivschicht
in der Regel durch farbliche Veränderungen visuell gut erkennbar wobei das Farbspektrum
von Gelb, Orange, Rot, Beige, Braun, grau bis hin zu Schwarz reicht, teilweise aber
auch erst nach mechanischem Abwaschen sichtbar.
[0045] Unter "oxidischem Eisen" oder "oxidischen Eisenverbindungen" sellen im Rahmen der
vorliegenden Erfindung Eisen(III)-oxide, Eisen(II, III)-oxide und Eisen(II)-oxide
verstanden werden, wie z.B. Fe
2O
3, Fe
3O
4, FeO sowie Eisenhydroxide oder Eisen(III)-oxidhydrate. Bei letzteren handelt es sich
um eine Gruppe von Stoffen, die sich vom Eisen(III)-oxid ableiten lassen und eine
unterschiedliche Hydratation aufweisen. Beispielhaft genannt seinen an dieser Stelle
Fe
2O
3 3H
2O, 2Fe
2O
3 3H
2O, Fe
2O
3 2H
2O und Fe
2O
3 H
2O.
[0046] Die vorliegende Erfindung basiert auf der überraschenden Erkenntnis, dass es möglich
ist durch die kombinierte Verwendung von als Reduktionsmittel bzw als Komplexbildner
fungierenden Verbindungen in einer wässrigen Reinigungslösung Oberflächenveränderungen
auf rostfreien metallischen Materialien zu entfernen. Bei besagten Oberflächenveränderungen
handelt es sich insbesondere um oxidische Eisenverbindungen, die sich auf metallischen
Oberflächen, insbesondere auf metallischen Oberflächen aus rotfreien Materialien ausbilden.
Bei besagten rostfreien Materialien handelt es sich z.B. um rostfreie Stähle, insbesondere
um rostfreie Stähle mit einer Cr-Ni Stahlgüte, insbesondere einer Cr-Ni-Mo Stahlgüte,
die aufgrund des Molybdän-Gehaltes eine gute Korrosionsbeständigkeit aufweisen sowie
verbesserte mechanische Eigenschaften bei hohen Temperaturen im Verhältnis zu anderen
Stahlgüten ohne Molybdän.
[0047] Rostfreie Stähle dieser Stahlgüte, insbesondere aber CrNiMo Stähle der Güteklassen
AISI 316L, AISI 316Ti oder AISI 904L finden in erster Linie Anwendung im: Apparatebau
für die chemische Industrie und die Textilveredelung, die Lebensmihelverarbeitende
Industrie sowie Transport- und Lagerbehälter für aggressive Medien, Papiermassenanlagen,
Geräte für Photoentwicklung, usw.
[0048] Bei den auf besagten rostfreien metallischen Materialien auftretenden Oberflächenveränderungen
handelt es sich in erster Linie um Niederschläge oxidischer Eisenverbindungen, die
in Form feiner rot-brauner Partikel aus Eisenoxid oder Eisenhydroxid auftreten können
oder aber in Form anhaftender Beläge oder Ablagerungen, wobei das in besagten Partikeln,
Belägen oder Ablagerungen vorhandene oxidische Eisen in der Regel als schwer lösliches
dreiwertiges Fe(III) vorliegt. Im Gegensatz zu den in einer pulverförmigen Konsistenz
vorliegenden partikulärer Oberflächenveränderungen, die sich leicht mechanisch, z.B
durch Abwaschen entfernen lassen, handelt es sich bei den zuvor genannten Belägen
und Ablagerungen um dauerhaft anhaftende Oberflächenveränderungen, die nicht mehr
mechanisch entfernt werden können. Diese so neu entstehenden Oberflächenschichten
können ein Farbenspektrum von Gelb, Blau, Rot, Braun bis Schwarz aufweisen.
[0049] Zu den zuvor genannten Oberflächenveränderungen gehören auch die unter dem Schlagwort
"Rouging" bekannten oxidische Eisenverbindungen enthaltenden Beläge und Ablagerungen
auf rostfreien metallischen Oberflächen, insbesondere auf Oberflächen rostfreier Stähle,
wie z.B. CrNi oder CrNiMo Stählen, insbesondere auf rostfreien Oberflächen aus CrNiMo
Stählen der Güteklasse AISI 316L, AISI 316Ti oder AISI 904L, wie sie in Produktion-
und Prozessanlagen und -systemen zu finden sind, die insbesondere in der pharmazeutischen
und Lebensmittelverarbeitenden Industrie Verwendung finden. In den zur Entfernung
dieser Obertlächenveränderungen einsetzbaren Reinigungsmitteln kommen erfindungsgemäss
Reduktionsmittel, insbesondere anorganische Reduktionsmittel zum Einsatz, die in neutraler
wässriger Lösung über ein grosses Aufschlussvermögen gegenüber oxidischen Eisenverbindungen,
insbesondere gegenüber oxidischen Eisenverbindungen aus schwerlöslichen oxidischen
dreiwertigen Fe(III) verfügen.
[0050] Generell lassen sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung Verbindungen als Reduktionsmittel
einsetzen, die in der Lage sind die in den zuvor beschriebenen Oberflächenveränderungen
vorliegenden mehrwertigen unlöslichen oxidischen Metalle, insbesondere aber oxidisches
dreiwertiges Fe(III), in leichter lösliche Formen wie z.B. Fe(II) umzuwandeln, soweit
derartige Verbindungen im jeweiligen Fall unter Beachtung wasserrechtlicher Vorschriften
einsetzbar sind. Besagte Reduktionsmittel weisen insbesondere ein Redoxpotential auf,
das in einem Bereich zwischen etwa - 0.4 E°/V bis -2.0 E°/V, insbesondere von -0.5
E°/V bis -1.5 E°/V, insbesondere von -0.6 E°/V bis -1.2 E°/V, insbesondere von -0.7
E°/V bis -1.0 E°/V, liegt, bezogen auf die Normalwasserstoffelektrode gemessen in
einer Konzentration von 1 mol/Liter und bei einer Temperatur von 25°C.
[0051] In einer spezifischen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kommen als anorganische
Reduktionsmittel insbesondere aber salzartige, reduzierende anorganische Sauerstoffverbindung
einschliesslich, ohne aber darauf beschränkt zu sein, reduzierende Sauerstoffverbindung
ausgewählt aus der Gruppe der Schwefel-, Stickstoff- und Phosphorsauerstoffverbindungen
zur Anwendung.
[0052] in einer weiteren spezifischen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden
als Reduktionsmittel insbesondere reduzierende Schwefelsauerstoffverbindungen eingesetzt,
wie z.B. Dithionit und/oder Disulfit und/oder Sulfit und/oder Bisulfit und/oder Thiosulfat.
Die überwiegend Fe (III)-haltigen Beläge/Ablagerungen werden unter Reduktion des Fe
(III) in das leichter komplexierbare Fe (II) überführt und so aufgelöst und/oder in
farblose Krusten umgewandelt, die leichter abgesprengt werden als die ursprünglichen
Beläge/Ablagerungen.
[0053] Es hat sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung gezeigt, dass insbesondere Dithionit
und Disulfit (Pyrosulfit) oder Mischungen diese Verbindungen in neutraler wässriger
Lösung über ein grosses Aufschlussvermögen gegenüber oxidischen Eisenverbindungen
verfügen.
[0054] Dithionitiösungen und Disulfitlösungen bzw. Mischungen dieser Lösungen sind somit
ähnlich wirksam wie Mischungen aus Salzsäure und Inhibitoren oder anderen anorganischen
oder organischen Säuren. Aufgrund der pH-neutralen Anwendungsmöglichkeit und ihres
reduzierenden Charakters sind die erfindungsgemässen Mitte Jedoch auch für die Behandlung
von rostfreien Stählen uneingeschränkt einsetzbar. Beläge aus oxidischen Eisenverbindungen
werden damit durch die erfindungsgemässen Mittel schonend von Metalloberflächen aus
rostfreiem Stahl, wie sie. B. in Prozess- und Produktionsanlagen einschliesslich Leitungen
oder Behälteroberflächen vorliegen, entfernt, womit sich deren Lebensdauer und deren
Funktion deutlich steigern lässt.
[0055] Dies betrifft insbesondere auch die Oberflächen nicht-metallischer Bestandteile besagter
Prozess- und Produktionsanlagen, wie z.B. Ventile, Dichtungen, etc, die aufgrund von
Verschleppungen ebenfalls Ablagerungen aus oxidischen Eisenverbindungen aufweisen
können.
[0056] Weiterhin sind die Gefahren beim Transport und der Verwendung der erfindungsgemässen
Reinigungslösung oder deren Bestandteile deutlich niedriger als bei der Verwendung
von Salzsäure und/oder anderen anorganischen oder organischen Säuren. Das bei der
Reaktion mit den oxidischen Eisenverbindungen final entstehende Sulfat ist toxikologisch
und ökologisch unproblematisch. Als technische Chemikalie sind Dithionit und Pyrosulfit,
u.a. als Natriumdithionit bzw. als Natriumdisulfit (Natriumpyrosulfit), kostengünstig
zu erwerben und damit wirtschaftlich in der Anwendung.
[0057] Als mögliche Austauschstoffe für die reduzierenden Schwefelsauerstoffverbindungen
Dithionit und Disulfit bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens sind
ferner auch Salze von reduzierenden sauren Stickstoffsauerstoffverbindungen, z. B.
Nitrit, oder reduzierenden sauren Phosphorsauerstoffverbindungen, z. B. Phosphite
oder Hypophosphite, zu nennen. Auch Hydrazin kann als Reduktionsmittel eingesetzt
werden.
[0058] Es hat sich ferner gezeigt, dass die Wirkung des Reduktionsmittels, d.h. insbesondere
des Dithionits/Disulfits, im Sinne einer Entfernung der eisenoxidischen Beläge/Ablagerungen
verbessert wird, wenn der Reinigungslösung ausserdem ein oder mehrere Komplexbildner
zugesetzt werden.
[0059] Die Erfindung betrifft somit ferner die Verwendung bestimmter, an sich bekannter
Komplexbildner, die in der Lage sind Komplexe mit höher-valenten Metallionen zu bilden,
insbesondere aber mit Fe(III) und insbesondere Fe(II).
[0060] Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbaren Komplexbildner sollten darüber
hinaus inert sein gegenüber der reduzierenden Wirkung der in der Behandlungslösung
vorliegenden Reduktionsmittel unter den dort vorherrschenden Bedingungen oder aber
eine Kurzzeitstabilität gegenüber besagten Reduktionsmitteln aufweisen, die ausreichend
ist um für den Zeitraum der Behandlung die volle Funktionsfähigkeit besagter Komplexbildner
zu garantieren.
[0061] Es kann daher vorteilhaft sein, den Komplexbildner erst zeitversetzt zum Reduktionsmittel
der Reinigungslösung beizumischen und zwar zu einem Zeitpunkt wenn bereits ein Teil
der oxidisch gebundenen Metalle durch das Reduktionsmittel aus den Obemächenveränderungen
herausgelöst und in ein für den Komplexbildner geeignete Form überführt wurde.
[0062] In einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird daher der Komplexbildner
der Reinigungslösung zeitversetzt beigemischt, nachdem die Behandlung bereits begonnen
hat, insbesondere aber mindestens 10 min, vorzugsweise mindestens 20 min, vorzugweise
mindestens 30 min und bis zu 1 Stunde nach Behandlungsbeginn.
[0063] Alternativ kann auch der Komplexbildner, nachdem er verbraucht oder durch die Wirkung
des Reduktionsmittel in seiner Wirkung beeinträchtigt ist, durch Zugabe von frischem
Komplexbildner im Verlaufe des Reinigungsverfahrens ersetzt werden.
[0064] Als Komplexbildner, die für eine Verwendung im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens
geeignet sind können hier beispielhaft Verbindungen genannt werden, welche Phosphonsäuregruppen,
ggf. in Salzform, aufweisen wie z.B Hydroxyalkanphosphorsäure oder eines ihrer Salze,
insbesondere aber 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) oder eine Alkylenphosphonsäure,
insbesondere aber Aminotri(methylenphosphonsäure) (ATMP), Hexamethylendiaminotetra(methylen-phosphonsäure)
(HDTMP) oder Diethylentriaminopenta(methylenphosphonsäure) (DTPMP) und/oder Succinylsäuregruppen,
ggf. in Salzform, aufweisen wie z.B iminosuccinylsäure, insbesondere aber Iminodisuccinyisäure.
[0065] Die an sich bekannten Komplexbildner vom Phosphonsäuretyp haben bei ihrer Verwendung
zur Entfernung von Belägen und Ablagerungen auf rostfreien Oberflächen in pharmazeutischen,
Lebensmittel- und biotechnologischen Anlagen den Verteil, dass sie toxisch unbedenklich
sind.
[0066] Weitere Beispiele von Verbindungen die im Rahmen der vorliegenden Erfindung als Komplexbildner
eingesetzt werden können, ohne jedoch auf diese beschränkt zu sein, betreffen Verbindungen
vom Hydroxy(poly)carbonsäuretyp, insbesondere Hydroxypolycarbonsäuren mit 2-4 Carboxylgruppen
wie z.B. Zitronensäure, Weinsäure oder Apfelsäure oder eines ihrer Salze.
[0067] Ebenfalls Verwendung finden können Verbindungen vom Essigsäuretyp, insbesondere aber
Di-, Tri- oder Tetraessigsäuren wie beispielsweise Ethylendiamintetraessigsäure, ggf.
in Salzform, oder Nitrilotriessigsäure, ggf. in Salzform.
[0068] Durch die Anwesenheit der Komplexbildner wird verhindert, dass die Umsetzung des
oxidischen Eisens mit dem Reduktionsmittel zur Ausbildung von Krusten führt. Es zeigte
sich dabei, dass die Komplexbildner den Ablöseprozess der Bestandteile des oxidischen
Eisens von der rostfreien Metalloberfläche deutlich verbessern. Vorzugsweise wird
daher im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Reinigungslösung eingesetzt, die eine
Kombination von Reduktionsmittel und Komplexbildner enthält.
[0069] Das erfindungsgemässe Verfahren wird in einem pH Bereich von etwa 4.0 bis etwa 10.0,
insbesondere von etwa 4.5 bis etwa 9.5, insbesondere von etwa 6.0 bis etwa 8.0, insbesondere
von etwa 6.5 bis etwa 7.5 durchgeführt.
[0070] Um den pH-Wert der Reinigungslösung im gewünschten Bereich konstant zu halten, werden
der Reinigungslösung in der Regel ausserdem Puffer zugesetzt, und zwar insbesondere
Puffer auf der Basis unbedenklicher Salze von schwachen Mineralsäuren. Geeignete Puffersystems
zur Einstellung eines gewünschten pH-Werts können einschlägigen chemischen Nachschlagwerken
entnommen werden. Für die Einstellung eines neutralen pH-Werts ist insbesondere das
System Hydrogencarbonat/Kohlensäure gut geeignet. Andere Puffersystems können jedoch
ebenfalls eingesetzt werden.
[0071] Es hat sich ferner gezeigt, dass die Wirkung einer wässrigen Behandlungslösung enthaltend
ein Reduktionsmittel, d.h. insbesondere Dithionit oder Disulfit oder eine Kombination
aus Dithionit und Disulft, und einen Komplexbildner, d.h. insbesondere Verbindungen
vom Phosphonat- und/oder Succinat-Typ, im Sinne einer schonenden Entfernung der eisenoxidischen
Beläge/Ablagerungen von rostfreien metallischen Oberfläche verbessert wird, wenn der
Reinigungslösung ausserdem Carbonsäuren und/oder deren Salze zugesetzt werden, wie
z.B. Oxalsäure und/oder deren Salze. Die zusätzliche Verwendung solcher Carbonsäuren
und/oder deren Salzen verstärken die Entfernung oxidischer Eisenverbindungen auf den
zu behandelnden rostfreien Oberflächen, indem diese Carbonsäuren und oder Carbonate
sowohl komplexierende als reduzierende Wirkungen entfalten können.
[0072] Die zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens benötigten chemischen Komponenten
können in einer beliebigen geeigneten Form in die wässrige Reinigungslösung eingebracht
werden, d.h. als getrennte oder vorgemischte Feststoffe, als Lösungen und Konzentrate
oder als Pasten oder Gele. Die Zubereitung der Reinigungslösung kann vor deren inkontaktbringen
mit den zu behandelnden Ablagerungen erfolgen, die Reinigungslösung kann jedoch auch
in situ in den zu behandelnden Einrichtungen, z.B. in einem Produktionsbehälter oder
in einem Leitungssystem, zubereitet werden, indem die einzelnen Bestandteile zu unterschiedlichen
Zeitpunkten zugegeben werden.
[0073] Diese Alternativa ist dann zu berücksichtigen, wenn eine zweistufige Verfahrensführung
vorgesehen ist, wobei in einer ersten Stufe, der Reduktionsstufe, eine Behandlung
der Oberflächenveränderungen mit einer das Reduktionsmittel enthaltenden ersten Reinigungsiösung
I und in einer sich daran anschließenden zweiten Stufe, einer Komplexierungsstufe,
eine Behandlung mit einer zweiten Reinigungslösung II erfolgt, welche einen Komplexbildner
enthält, der in der Lage ist mit zweiwertigen Eisen-Ionen eine lösliche Komplexverbindung
einzugehen. Alternativ kann der Komplexbildner auch direkt oder zeitversetzt in situ
der Reinigungslösung I zugegeben werden.
[0074] Das Reduktionsmittel und der Komplexbildner können, wie angegeben, der Reinigungslösung
vorab oder aber in situ beigemischt werden, wobei diese jeweils in einem Konzentrationsbereich
von 0,025 G.ew,-% bis 25 Gew.-%, insbesondere in einem Konzentrationsbereich von 0,05
Ges.-% bis 15 Gew.-%, insbesondere in einem Konzentrationsbereich von 0,1 Gew.-% bis
10 Gew.-% , insbesondere in einem Konzentrationsbereich von 0,2 Gew.-% bis 5 Gew.-%,
insbesondere in einem Konzentrationsbereich von 0,25 Gew.-% bis 1 Gew.-%, insbesondere
in einem Konzentrationsbereich von 0,25 Gew.-% bis 0.5 Gew.-% insbesondere in einem
Konzentrationsbereich von 0,5 Gew.-% bis 1.5 Gew.-% in der Reinigungslösung vorliegen.
[0075] Es hat sich gezeigt, dass besonders gute Reinigungsleistungen erreicht werden können,
wenn Reduktionsmittel und Komplexbildner in folgendem Konzentrationverhältnis in der
Reinigungslösung vorliegen:
[0076] 6% Reduktionsmittel / 10% Komplexbildner, insbesondere 5% Reduktionsmittel / 8% Komplexbildner,
insbesondere 3% Reduktionsmittel / 5% Komplexbildner, insbesondere 1.5% Reduktionsmittel
/ 2.5% Komplexbildner, insbesondere 0.6% Reduktionsmittel / 1% Komplexbildner, insbesondere
0.5% Reduktionsmittel / 0.8% Komplexbildner insbesondere 0.3% Reduktionsmittel / 0.5%
Komplexbildner, insbesondere 0.15% Reduktionsmittel / 0.25% Komplexbildner, insbesondere
0.1% Reduktionsmittel / 0.2% Komplexbildner.
[0077] In einer spezifischen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden zur Reinigung
von Prozess- und Produktionsanlagen die zu reinigenden Behälter und Vorrichtungen
mit der erfindungsgemässen Reinigungslösung gefüllt und der pH-Wert in einem Bereich
von pH 4.0 bis pH 8.0, insbesondere in einem Bereich von pH 6.0 bis pH 8.0 eingestellt.
Man lässt dann die Reinigungslösung bei einer Temperatur von 50°C bis 95°C, insbesondere
von 60°C bis 90°C, insbesondere von 70°C bis 85°C für einen Zeitraum von 1.0 h bis
5 h, insbesondere von 1,5 h bis 3.0 h lang auf die zu reinigenden Oberflächen einwirken.
Die Reinigungslösung kann dabei z.B. unter Verwendung der in den Behältnissen vorhandenen
Rühr- oder Strömungseinrichtungen oder durch Einsatz externer Zirkulationspumpen durch
das System bewegt werden, wobei langsame Fliessgeschwindigkeiten bevorzugt sind.
[0078] Durch periodische Entnahme von Proben aus der Reinigungslösung lässt sich mit Hilfe
an sich bekannter Verfahren überprüfen, ob das Reduktionsmittel noch in einer wirksamen
Konzentration vorliegt. So kann beispielsweise durch Verwendung einer Methylenblaulösung
einfach überprüft werden, ob noch ausreichende Mengen an Reduktionsmittel in der Reinigungslösung
vorliegen. Ist dies der Fall, so kommt es zu einer gut sichtbaren Entfärbung der Methylenblaulösung,
Ist dagegen die Konzentration an Reduktionsmitel suboptimal, so wird das Methylenblau
nicht entfärbt und es muss gegebenenfalls Reduktionsmittel zugesetzt werden.
[0079] Der Endpunkt eines Reinigungsprozesses kann mittels Eisengehaltsmessungen (z.B. kolorimetrisch)
bestimmt werden. Erreicht der Eisengehalt in der Reinigungslösung nach einer bestimmten
Einwirkzeit einen stabilen Wert, kann der Reinigungsprozess beendet werden.
[0080] Dazu wird zunächst die Reinigungslösung entfernt und die gereinigten Behälter und
Vorrichtungen anschliessend mit Wasser reingespült.
[0081] Wenn die Beläge/Ablagerungen von Einzelteilen, z. B. einzelne Rohrstücke oder Armaturen,
entfernt werden sollen, die der Anlage oder Einrichtung entnommen werden können, kann
des erfindungsgemässe Verfahren auch so durchgeführt werden, dass man die von den
Belägen/Ablagerungen zu befreienden, ausmontierten Teile in ein Bad einer erfindungsgemässen
Reinigungslösung legt.
BEISPIEL
[0082] Beispiele, die die Wirkungen des erfindungsgemässen Verfahrens am Beispiel von Belägen/Ablagerungen
aus oxidischen Eisenverbindungen (Rouging) auf der Oberfläche von rostfreien Stählen
beschreiben, sind im folgenden näher beschrieben.
Beispiel 1 :
[0083] Verwendete Substanzen bzw. Agenzien: Verwendet werden Musterplättchen von Rohren
aus rostfreiem Stahl (AISI 316L), welche aus einem pharmazeutischen Rohrleitungssystem
für die Verteilung von heissem Reinstwasser (WFI) stammen und mit einer starken oxidischen
Eisenschicht (Rouging) beaufschlagt sind.
[0084] Die oxidische Eisenschicht (Rouging) setzt sich in diesem Beispiel chemisch überwiegend
aus schwerlöslichen Fe (III)-Verbindungen zusammen.
[0085] Zum Entfernen des Rouging von der Metalloberfläche wird eine frisch angesetzte 3%
ige Lösung von festem Natriumdithionit in Wasser, die zusätzlich 5% Phosphonobutantricarbonsäure
Natriumsalz (PBTC-Na4), 3% Tetranatriumiminodisuccinat und 1 % eines Natriumhydrogencarbonat/Kohlensäurepuffers
enthält, verwendet.
[0086] Versuchsdurchführung: Ein Musterplättchen einer Grösse von 4 x 5 cm wird in 500 ml
der oben genannten Dithionitlösung Lösung gegeben. Die Lösung (pH-Wert(Anfang) ca.
8) wird bei 60 - 80°C 4 h lang bei geringer Drehzahl gerührt. Nach der Einwirkzeit
werden 10 mL der Lösung entnommen und auf ihren Eisengehalt hin analysiert.
[0087] Ergebnis: Die oxidische Eisenschicht (Rouging) hat sich stark reduziert. Es bleibt
nur noch ein schwacher Restbelag übrig. Der Eisengehalt der Lösung beträgt nach 4
h Einwirkzeit 4,2 mg/L Eisen. Der pH Wert ändert sich während der Reaktion leicht:
pH (Ende) ca. 7.
[0088] Eine weitere Verbesserung des Ergebnisses lässt sich dadurch erreichen, dass der
oben genannter Dithionitlösung ca. 0,5 % Kaliumoxalat zugegeben wird.
[0089] Vergleich zu dem bisher angewendeten Verfahren: Eine Reaktionslösung, die 15% Phosphorsäure
und 2% Citronensäure enthält und einen pH-Wert von < 1 aufweist, zeigt bei sonst gleichen
Versuchsbedingungen (wie Reaktionszeit und -temperatur) keine wesentliche Veränderung
des Belages auf der Oberfläche. Der Eisengehalt der Lösung beträgt nach 4 h Einwirkzeit
0,7 mg/L Eisen.
Beispiel 2 :
[0090] Verwendete Substanzen bzw. Agenzien: Verwendet werden kurze Rohrabschnitte von Rohren
aus rostfreiem Stahl (AISI 316L), welche aus einem pharmazeutischen Rohrleitungssystem
für die Verteilung von heissem Reinstwasser (WFI) stammen und mit einer starken oxidischen
Eisenschicht (Rouging) beaufschlagt sind.
[0091] Die oxidische Eisenschicht (Rouging) setzt sich in diesem Beispiel chemisch überwiegend
aus schwerlöslichen Fe (III)-Verbindungen zusammen.
[0092] Zum Entfernen des Rouging von der Metalloberfläche wird eine frisch angesetzte 0,5%
ige Lösung von festem Natriumdithionit in Wasser, die zusätzlich 1% Phosphonobutantricarbonsäure
Natriumsalz (PBTC-Na4), 0,5 % Tetranatriumiminodisuccinat, 0,1 % Kaliumoxalat und
0,2 % eines Natriumhydrogencarbonat/- Kohlensäurepuffers enthält, verwendet.
[0093] Versuchsdurchführung: Ein Rohrstück mit einer Breite von 5 cm und einem Durchmesser
von 7 cm wird in 250 ml der oben genannten Dithionitiösung Lösung gegeben. Die Lösung
(pH-Wert(Anfang) ca. 7,5) wird bei 70°C 5 h lang bei geringer Drehzahl gerührt. Nach
der Einwirkzeit werden 10 mL der Lösung entnommen und auf ihren Eisengehalt hin analysiert.
[0094] Ergebnis: Die oxidische Eisenschicht (Rouging) hat sich stark reduziert. Es bleibt
nur noch ein schwacher Rostbelag in Form eines schwarzen Abriebes (Fe (II/III)-Verbindungen)
übrig. Der Eisengehalt der Lösung beträgt nach 5 h Einwirkzeit 21,4 mg/L Eisen. Der
pH Wert ändert sich während der Reaktion leicht: pH (Ende) ca. 6,5.
Beispiel 3 :
[0095] Verwendete Substanzen bzw. Agenzien: Verwendet wird ein 300 Liter Ansatzbehälter
aus rostfreiem Stahl (AISI 316L), weicher in der pharmazeutischen Produktion eingesetzt
wird und mit einer oxidischen Eisenschicht (Rouging) beaufschlagt ist. Diese Schicht
ist mit einem weissen Wischtuch abreibbar und verfärbt dieses nach dem Abwaschen des
Belages stark rot.
[0096] Die oxidische Eisenschicht (Rouging) setzt sich in diesem Beispiel chemisch überwiegend
aus schwerlöslichen Fe (III)-Verbindungen zusammen.
[0097] Zum Entfernen des Rouging von der Behälteroberfläche wird eine frisch angesetzte
0,25 % ige Lösung von festem Natriumdithionit in Wasser, die zusätzlich 0,5% Phosphonobutantricarbonsäure
Natriumsalz (PBTC-Na4), 0,25 % Tetranatriumiminodisuccinat, 0,05 % Kaliumoxalat und
0,1 % eines Natriumhydrogencarbonat/Kohlensäurepuffers enthält, verwendet.
[0098] Versuchsdurchführung: Der Ansatzbehälter wird mit 300 Liter der oben genannten Dithionitlösung
komplett gefüllt. Die Lösung (pH-Wert(Anfang) ca. 7,5) wird bei 75°C 1,5 h lang einwirken
gelassen. Die Reinigungslösung wird über eine Zirkulationspumpe zirkuliert. Nach der
Einwirkzeit werden 10 mL der Lösung entnommen und auf ihren Eisengehalt hin analysiert.
Der Behälter wird anschliessend mit Wasser reingespült und eine Wischprobe mit einem
weissen Wischtuch durchgeführt.
[0099] Ergebnis: Die oxidische Eisenschicht (Rouging) ist vollständig entfernt. Der Eisengehalt
der Lösung beträgt nach der Einwirkzeit 0,65 mg/L Eisen. Der pH Wert ändert sich während
der Reaktion leicht: pH (Ende) ca. 7,0. Das Wischtuch bleibt nach dem Abmischen der
Behälterobefläche vollständig weiss.
[0100] Das Vorliegen einer wirksamen Dithionitkonzentration kann durch die Entfärbung einer
Methylenblaulösung einfach überprüft werden. Ist zu wenig Dithionit in der Lösung,
so wird das Methylenblau nicht entfärbt. Damit eignet sich Methylenblau zur Verfolgung
des Reinigungsprozesses (Derougingprozesses) in dem man eine abgepumpt Teilmenge in
regelmässigen Abständen testet.
[0101] Der Endpunkt eines Reinigungsprozesses (Derougingprozesses) kann mittels Eisengehaltsmessungen
(z.B. kolorimetrisch) bestimmt werden. Erreicht der Eisengehalt in der Reinigungslösung
nach einer bestimmten Einwirkzeit einen stabilen Wert, kann der Reinigungsprozess
beendet werden.
1. Verfahren zum Entfernen von Oberflächenveränderungen, insbesondere von auf oxidischen
Eisenverbindungen beruhenden Oberflächenveränderungen, auf rostfreien metallischen
Materialien, dadurch gekennzeichnet, dass man besagte Oberflächen mit einer wässrigen Lösung enthaltend ein Reduktionsmittel
und einen Komplexbildner behandelt.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei besagten rostfreien Materialien um rostfreie Stähle, insbesondere um
rostfreie Stähle ausgewählt aus der Gruppe der Chrom/Nickel und Chrom/- Nickel/Molybdän
Stähle handelt.
3. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei besagten oxidischen Eisenverbindungen um oxidisch gebundenes Fe(III)
handelt.
4. Verfahren gemäss Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verbindung als Reduktionsmittel eingesetzt wird, die ein Redoxpotential aufweist,
das ausreichend hoch ist um die Oberflächenveränderungen reduktiv aufzulösen, insbesondere
aber ein Redoxpotential das ausreicht um das in Fe(III)-haltigen Oberflächenveränderungen
oxidisch gebundene Fe(III) in lösliches Fe(II) umzuwandeln.
5. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine salzartige reduzierende Sauerstoffverbindung als Reduktionsmittel eingesetzt
wird, insbesondere eine reduzierende Sauerstoffverbindung ausgewählt aus der Gruppe
der Schwefel-, Stickstoff- und Phosphorsauerstoffverbindungen.
6. Verfahren gemäss Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet dass es sich bei besagter reduzierender Schwefelsauerstofiverbindung um Dithionit oder
Disulfit handelt.
7. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Säure ausgewählt aus der Gruppe der Phosphonsäuren, Phosphonocarbonsäuren, Hydroxysäuren,
Iminosuccinyisäuren, Essigsäuren und Citronensäure oder eines ihrer Salze als Komplexbildner
eingesetzt wird, insbesondere eine Phosphonsäure ausgewählt aus der Gruppe der Hydroxyalkan-
und Alkylenphosphonsäuren, insbesondere eine 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP),
eine Aminotri(methylenphosphonsäure) (ATMP), eine Hexamethylendiaminotetra(methylenphosphonsäure)
(HDTMP) eine Diethylentriaminopenta(methylenphosphonsäure) (DTPMP) oder eines ihrer
Salze, oder eine 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure oder eines ihrer Salze.
8. Verfahren gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei besagter Iminosuccinylsäure um eine lminodisuccinylsäure oder eines ihrer
Salze handelt.
9. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet dass das Reduktionsmittel und der Komplexbildner, in der Behandlungslösung jeweils in
einem Konzentrationsbereich Konzentrationsbereich von 0,1 Gew.-% bis 1 Gew.-%, insbesondere
in einem Konzentrationsbereich von 0,2 Gew.-% bis 0.8 Gew.-% vorliegt.
10. Verfahren gemäss den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung bei einem pH Wert von etwa 4.5 bis etwa 9.5, insbesondere von etwa
6.0 bis etwa 8.0 durchgeführt wird.
11. Verfahren zur Vermeidung von Kontaminationen von Herstellung- bzw. Prozessprodukten,
die in mit Reinstwasser und/oder Reinstdampf betriebenen Prozeß- und Produktionsanlagen
hergestellt werden, insbesondere in Produktionsanlagen die mit Reinstwasser und/oder
Reinstdampf betrieben werden, insbesondere von Kontaminationen, die durch sich von
der veränderten Oberfläche ablösende Partikel oder Bestandteile, insbesondere durch
oxidische Eisenverbindungen enthaltende Partikel oder Bestandteile, verursacht werden,
dadurch gekennzeichnet, dass man besagte Oberflächen besagter Prozess- und Produktionsanlagen mittels einer ein
Reduktionsmittel und einen Komplexbildner enthaltenden wässrigen Reinigungslösung
behandelt, die Veränderungen von den behandelten Oberflächen ablöst, diese in Lösung
bringt und zusammen mit der Reinigungslösung aus dem System entfernt.
12. Wässrige Reinigungslösung enthaltend ein Reduktionsmittel und einen Komplexbildner
zum Entfernen von Oberflächenveränderungen, insbesondere von auf oxidischen Eisenverbindungen
beruhende Oberflächenveränderungen, auf rostfreien metallischen Materialien.