[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abstützvorrichtung zum vertikalen Abstützen
einer über einen Lagerbock an einem Wagenkastenuntergestell eines Fahrzeuges in vertikaler
Richtung verschwenkbar angelenkten Kupplungsstange einer Mittelpufferkupplung, wobei
die Abstützvorrichtung eine mit der Kupplungsstange in Kontakt bringbare Abstützung
und eine mit der Abstützung verbundene Halterung aufweist, welche an dem Wagenkastenuntergestell
befestigbar ist. Die Erfindung betrifft des Weiteren die Verwendung einer Abstützvorrichtung
bei einem spurgeführten Fahrzeug, insbesondere Schienenfahrzeug.
[0002] Eine Abstützvorrichtung der vorstehend genannten Art ist dem Prinzip nach bereits
aus dem Stand der Technik, uns insbesondere aus der Schienenfahrzeugtechnik bekannt.
Dabei dient die Abstützvorrichtung zum vertikalen Abstützen einer an einem Wagenkastenuntergestell
in vertikaler Richtung verschwenkbar angelenkten Kupplungsstange.
[0003] In Fig. 7 ist in einer teilgeschnittenen Seitenansicht schematisch eine an sich bekannte
Mittelpufferkupplung des AAR-Standards F (AAR = Association of American Railroads)
dargestellt. Die in Fig. 7 gezeigte Mittelpufferkupplung 56 eignet sich insbesondere
zum Verbinden von Wagenkästen eines spurgeführten Fahrzeuges, insbesondere Schienenfahrzeuges,
und weist hierzu eine Kupplungsstange 50 auf, an deren kupplungsebenenseitigen Ende
ein Kupplungskopf 54 angebracht ist. Die in Fig. 7 dargestellte Mittelpufferkupplung
56 weist im einzelnen als Kupplungskopf 54 einen nach dem AAR-Standard F klassifizierten
Kupplungskopf auf.
[0004] Wie es Fig. 7 entnommen werden kann, ist die Kupplungsstange 50 über einen Lagerbock
51 an dem Wagenkastenuntergestell 55 des nicht explizit gezeigten Wagenkastens in
vertikaler Richtung V und in horizontaler Richtung verschwenkbar angelenkt. Auf diese
Weise kann die Kupplungsstange 50 horizontalen Schwenkbewegungen des Kupplungskopfes
54 sowie vertikalen Auslenkungen beispielsweise zum Ausgleich von Höhendifferenzen
zwischen zwei zu kuppelnden Kupplungsköpfen folgen. Die Anlenkung der Kupplungsstange
50 erfolgt über ein im Lagerbock 51 ausgebildetes Elastomerlager, in welchem Elastomerfederelemente
52 vorgesehen sind, die zum Abdämpfen der im normalen Fahrbetrieb von der Kupplungsstange
50 übertragenen Zug und Stoßkräften dienen. Üblicherweise ist das im Lagerbock 51
ausgebildete Elastomerlager geeignet, die betriebsmäßig geforderten Ausschwenkwinkel
der Kupplungsstange 50 in der vertikalen Richtung V von etwa ± 6° und in der horizontalen
Richtung von etwa ± 15° zuzulassen.
[0005] Der Lagerbock 51 ist über ein Drehzapfen 53 mit einem Gehäuse des Wagenkastenuntergestells
55 verbunden. Das Gehäuse des Wagenkastenuntergestells 55 umschließt auch ein großen
Teil des lagerbockseitigen Abschnittes der Kupplungsstange 50.
[0006] Eine Abstützvorrichtung 101 ist vorgesehen, um eine geeignete vertikale Abstützung
der unter anderem in vertikaler Richtung verschwenkbar angelenkten Kupplungsstange
50 zu ermöglichen. Eine derartige Abstützung in vertikaler Richtung ist insbesondere
notwenig, um ein einwandfreies Kuppeln zweier Mittelpufferkupplungen zu ermöglichen.
Hierfür ist Sorge zu tragen, dass die Kupplungsstange 50 beim Kupplungsvorgang stets
in der horizontalen Mittenlängsebene vorliegt.
[0007] Bei der in Fig. 7 schematisch dargestellten Mittelpufferkupplung 56 umfasst die Abstützvorrichtung
101 eine als Abstützstempel ausgebildete Abstützung 102, welche in Kontakt mit der
Kupplungsstange 50 steht. Des weiteren weist die an sich bekannte Abstützvorrichtung
101 eine Halterung 103 auf. Bei der Abstützvorrichtung 101 handelt es sich um eine
federnd ausgebildete Abstützung, bei welcher der Abstützstempel 102 über ein Federelement
104 mit der Halterung 103 verbunden ist und aufgrund des Federelements 104 mit einer
gewissen Vorspannung gegen die Kupplungsstange 50 drückt. Die Vorspannung, mit welcher
der Abstützstempel 102 gegen die Kupplungsstange 50 drückt, ist durch eine geeignete
Wahl der Federkonstante des Federelements 104 einstellbar und sollte so gewählt sein,
dass in einem Ruhezustand der Mittelpufferkupplung 56, d.h. wenn keine dynamischen
Kräfte in vertikaler Richtung V über die Kupplungsstange 50 übertragen werden, die
Kupplungsstange 50 in der horizontal Mittenlage vorliegt.
[0008] Die Halterung 103 der Abstützvorrichtung 101, welche einerseits zum Halten des Federelementes
104 und des Abstützstempels 102 dient, und über welche andererseits erreicht werden
kann, dass der Abstützstempel 102 mit einer gewissen Vorspannung gegen die abzustützende
Kupplungsstange 50 drückt, ist starr über eine Befestigung 105 mit dem Wagenkastenuntergestell
55 bzw. mit dem Gehäuse des Wagenkastenuntergestells 55 verbunden.
[0009] Aus der Schienenfahrzeugtechnik ist es allgemein bekannt, im oder am Untergestell
von Schienenfahrzeugen Energieverzehreinrichtungen anzuordnen. Als Primärstufe kommt
dabei in der Regel eine reversibel ausgebildete Energieverzehreinrichtung zum Einsatz,
welche beispielsweise in Gestalt eines Federelements im Kupplungsschaft integriert
ist, und welche die im Fahr-, Rangier- und Kupplungsbetrieb auftretenden Stoßkräfte
abdämpfen soll. Auch ist es möglich - wie in Fig. 7 dargestellt - im Lagerbock der
Anlenkung, über welche die Kupplungsstange am Untergestell des Wagenkastens befestigt
ist, eine geeignete Zug-/Stoßeinrichtung beispielsweise in Gestalt von Elastomerfederelementen
vorzusehen. Diese in der Anlenkung vorgesehenen Elastomerfederelemente dämpfen Zug-
und Druckkräfte bis zu einer definierten Größe ab und leiten darüber hinausgehende
Kräfte ungedämpft über den Lagerbock in das Fahrzeuguntergestell weiter.
[0010] Mit einer derartigen primären Energieverzehreinrichtung beispielsweise in Gestalt
einer reversibel ausgebildeten Energieverzehreinrichtung, werden zwar jene Zug-/und
Stoßkräfte, welche während des normalen Fahrbetriebs zwischen den einzelnen Wagenkästen
eines mehrgliedrigen Fahrzeuges auftreten, zumindest teilweise abgedämpft bzw. absorbiert;
bei Überschreiten der Betriebslast der primären Energieverzehreinrichtung hingegen,
etwa beim Aufprall des Fahrzeuges auf ein Hindernis, reicht in der Regel die mit der
Primärstufe bereitstellbare Dämpfungskapazität nicht mehr aus, um wirkungsvoll verhindern
zu können, dass übermäßige Stoßenergie auf das Fahrzeuguntergestell übertragen wird.
In solch einem Fall ist das Fahrzeuguntergestell extremen Belastungen ausgesetzt,
so dass der Wagenkasten Gefahr läuft, beschädigt zu werden oder zu entgleisen. Die
Betriebslast der primären Energieverzehreinrichtung, wie auch die mit der Primärstufe
bereitstellbare Dämpfungskapazität bezeichnet wird, entspricht in der Regel auch der
Betriebslast der Kupplung selber.
[0011] Ein Ansatz, mit welchem bei Überschreiten der Betriebslast der primären Energieverzehreinrichtung
ein ungedämpftes Einleiten von Stoßkräften in das Fahrzeuguntergestell verhindert
werden kann, sieht vor, zusätzlich zu der Primärstufe, beispielsweise in Gestalt von
Elastomerfederelementen in der Anlenkung der Kupplungsstange, eine weitere (sekundäre)
Energieverzehreinrichtung, beispielsweise in Gestalt von zwei Seitenpuffern am äußeren
Rand der Stirnseite des jeweiligen Wagenkastens, vorzusehen. Aus der Schienenfahrzeugtechnik
ist es ebenfalls bekannt, zusätzlich zu oder anstelle von Seitenpuffern als sekundäre
Energieverzehreinrichtung zumindest ein Verformungsrohr vorzusehen, welches der primären
Energieverzehreinrichtung nachgeschaltet ist und üblicherweise erst nach Überschreiten
der Betriebslast der primären Energieverzehreinrichtung bzw. der Kupplung anspricht.
[0012] Unabhängig von ihrer Realisierung dient die sekundäre Energieverzehreinrichtung dazu,
die sich aus überhöhten Auflaufstößen ergebende Stoßenergie zu absorbieren bzw. abzudämpfen.
Auch ist es grundsätzlich möglich, nach Ausschöpfung der primären Energieverzehreinrichtung
über eine Sollbruchstelle in der Kupplungsanlenkung die Restenergie auf wagenkastenseitige
Energieaufnahmeelemente, beispielsweise Reibelemente, umzuleiten.
[0013] Die zusätzlich vorgesehene sekundäre Energieverzehreinrichtung, welche auch als "Überlastschutz"
bezeichnet wird, dient somit als zusätzliche Stoßsicherung zum Schutz des Fahrzeuguntergestells
gegen Beschädigungen bei starken Auffahrstößen. Wie bereits erwähnt, kann eine derartige
sekundäre Energieverzehreinrichtung beispielsweise in Gestalt von Seitenpuffern am
äußeren Rand der Stirnseite des Wagenkastens realisiert sein. Damit die sekundäre
Energieverzehreinrichtung beispielsweise in einem Crashfall, d.h. nach Überschreiten
der Betriebslast der Mittelpufferkupplung bzw. der in der Mittelpufferkupplung vorgesehenen
primären Energieverzehreinrichtung, definiert ansprechen und nach einem vorab festgelegten
Ereignisablauf übermäßige Stoßenergie abbauen bzw. abdämpfen kann, ist es erforderlich,
dass hierzu die Kupplung aus dem übertragenen Kraftfluss genommen wird. Dies erfolgt
in der Regel dergestalt, dass die Kupplungsstange mitsamt des am kupplungsebenenseitigen
Ende der Kupplungsstange angebrachten Kupplungskopfes und der am wagenkastenseitigen
Ende der Kupplungsstange vorgesehene Anlenkung von der Kupplungsebene weg in Richtung
Wagenkasten nach hinten geschoben und somit aus dem zwischen zwei benachbarten Wagenkästen
übertragenen Kraftfluss genommen wird.
[0014] Beispielsweise ist es denkbar, dass nach Ausschöpfung des mit der primären Energieverzehreinrichtung
bereitstellbaren Energieverzehrs bei Überschreiten einer kritischen Stoßkraft die
Anlenkung der Kupplungsstange bzw. der Lagerbock an Sollbruchstellen abschert und
größere Teile der Kupplung durch einen an der Stirnseite des Wagenkastens vorgesehenen
Querträger in einen Raum im Untergestell des Wagenkastens geschoben werden.
[0015] Bei einer Mittelpufferkupplung hingegen, welche - wie in Fig. 7 dargestellt - zum
vertikalen Abstützen der Kupplungsstange eine mit dem Wagenkastenuntergestell fest
verbundene Abstützvorrichtung aufweist, wird die bei einem Crashfall notwendige Längsverschiebung
der Kupplungsstange in Richtung Wagenkasten durch die an dem Wagenkastenuntergestell
angebrachte Abstützvorrichtung begrenzt. Insbesondere bei Kupplungen, die in einem
Crashfall einen relativ großen Verschiebungshub aufweisen, verhindert die fest mit
dem Wagenkastenuntergestell verbundene Abstützvorrichtung, dass die Kupplungsstange
und der am kupplungsebenenseitigen Ende der Kupplungsstange angebrachte Kupplungskopf
in definierter Weise aus dem zwischen zwei benachbarten Wagenkästen übertragenen Kraftfluss
genommen werden kann, so dass auch ein definiertes Ansprechen einer ggf. vorgesehenen
sekundären Energieverzehreinrichtung nicht möglich ist und ein Energieverzehr in der
ggf. vorgesehenen sekundären Energieverzehreinrichtung nicht nach einem vorab festgelegten
Ereignisablauf stattfinden kann.
[0016] Auf Grundlage dieser Problemstellung liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Vorrichtung zum vertikalen Abstützen einer an einem Wagenkastenuntergestell
in vertikaler Richtung verschwenkbar angelenkten Kupplungsstange einer Mittelpufferkupplung
anzugeben, bei welcher in einem Crashfall die Verschiebung der Kupplung in Richtung
Wagenkasten nicht durch die Abstützvorrichtung behindert wird.
[0017] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird mit einer Abstützvorrichtung gelöst,
welche eine mit der Kupplungsstange einer Mittelpufferkupplung in Kontakt bringbare
Abstützung und eine mit der Abstützung verbundene und an dem Wagenkastenuntergestell
befestigte Halterung aufweist. Dabei ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Halterung
ein Verbindungselement aufweist, über welches die Abstützung mit der Halterung verbunden
ist. Das Verbindungselement definiert eine Drehachse, um welche eine Drehung der Abstützung
relativ zum Verbindungselement erfolgen kann. Ferner ist bei der Abstützvorrichtung
nach der erfindungsgemäßen Lösung wenigstens ein Abscherelement vorgesehen, welches
das Verbindungselement mit der Abstützung verbindet, und welches ausgelegt ist, bei
Überscheiten eines vorab festgelegten oder festlegbaren Betrages eines von der Abstützung
über das wenigstens eine Abscherelement auf das Verbindungselement übertragenen Drehmoments
abzuscheren, um eine Drehung der Abstützung relativ zu dem Verbindungselement zuzulassen.
[0018] Die mit der erfindungsgemäßen Lösung erzielbaren Vorteile liegen auf der Hand. Durch
das Vorsehen eines Verbindungselementes, welches eine Drehachse definiert, um welche
eine Drehung der Abstützung relativ zum Verbindungselement erfolgen kann, ist es möglich,
bei Bedarf und insbesondere in einem Crashfall oder nach Überschreiten der Betriebslast
der Kupplung die Abstützung über die mit dem Verbindungselement definierte Drehachse
in eine Position wegzudrehen, in welcher die Abstützung im Hinblick auf die Bewegung
der Mittelpufferkupplung in Richtung des Wagenkastens keinen störenden Einfluss mehr
hat. Im Einzelnen ist erfindungsgemäß wenigstens ein Abscherelement vorgesehen, welches
das Verbindungselement mit der Abstützung verbindet und ausgelegt ist, bei Überschreiten
eines vorab festgelegten oder festlegbaren Betrages eines von der Abstützung über
das wenigstens eine Abscherelement auf das Verbindungselement übertragenen Drehmoments
abzuscheren und so die Drehung der Abstützung um die mit dem Verbindungselement definierte
Drehachse relativ zum Verbindungselement zuzulassen.
[0019] Unter dem hierin verwendeten Begriff "Abscherelement" ist jedwedes Bauteil zu verstehen,
welches bis zu einer auf das Bauteil maximal wirkenden Schubspannung als Kraftübertragungsglied
zum Übertragen von Kräften bzw. Drehmomenten zwischen der Abstützung und der Halterung
dient, und bei bzw. nach Überschreiten der maximalen Schubspannung abschert und somit
einerseits seine Kraftübertragungsfunktion und andererseits seine Funktion zum gegenseitigen
Verbinden des Verbindungselements mit der Abstützung verliert. Dabei ist es bevorzugt,
wenn die Scherfestigkeit des wenigstens einen Abscherelements vorab so festgelegt
ist, dass das Abscheren des wenigstens einen Abscherelements erst dann auftritt, wenn
ein vorab festgelegtes kritisches Drehmoment von der Abstützung über das wenigstens
eine Abscherelement auf das Verbindungselement übertragen wird. Ein kritisches Drehmoment
tritt beispielsweise dann auf, wenn in einem Crashfall der am kupplungsebenenseitigen
Ende der Kupplungsstange angebrachte Kupplungskopf bei der Längsverschiebung der Mittelpufferkupplung
in Richtung Wagenkasten gegen die Abstützung der Abstützvorrichtung anstößt.
[0020] Wie bereits erwähnt, werden über das wenigstens eine Abscherelement konstruktionsbedingt
hauptsächlich Momente und nahezu keine vertikalen Kräfte übertragen. Hierzu ist zum
Verbinden des Verbindungselements mit der Abstützung das wenigstens eine Abscherelement
vorzugsweise derart in der Abstützvorrichtung eingebaut, dass es auf einer Linie liegt,
die sich radial von der mit dem Verbindungselement definierten Drehachse erstreckt.
Mit dieser Maßnahme kann wirksam ausgeschlossen werden, dass das wenigstens eine Abscherelement
bei einer vertikalen Überbeanspruchung der Abstützvorrichtung versagt, was beispielsweise
dann auftritt, wenn die Kupplungsstange auf die Abstützung der Abstützvorrichtung
fällt oder andersartig eine erhöhte vertikale Kraft in die Abstützung der Abstützvorrichtung
eingeleitet wird.
[0021] Dadurch, dass beim Ansprechen des wenigstens einen Abscherelementes eine Drehung
der Abstützung relativ zum Verbindungselement zugelassen wird, kann die Abstützvorrichtung
von der Kupplungsstange nach unten weggeschwenkt werden, so dass bei einer Längsverschiebung
der Kupplung in Richtung Wagenkasten keine störenden Komponenten im Wege stehen. Die
aus dem Verschiebungsweg der Kupplung weggeschwenkte Abstützvorrichtung verbleibt
nach wie vor über die Halterung der Abstützvorrichtung fest mit dem Wagenkastenuntergestell
verbunden, so dass auch das Gleisbett freigehalten wird und keine Bauteile der Abstützvorrichtung
abfallen.
[0022] Da nach der erfindungsgemäßen Lösung dem wenigstens einen Abscherelement keinerlei
Haltefunktion zukommt, ist es möglich, dass die kritische Abscherkraft, bei welcher
das wenigstens eine Abscherelement abschert und ein Wegdrehen der Abstützung aus dem
Verschiebungsweg der Kupplung ermöglicht, relativ gering ausgeführt werden kann. Demnach
kann auch eine geringe und insbesondere vorab genau vorhersehbare kritische Abscherkraft,
bei welcher eine Drehung der Abstützung relativ zum Verbindungselement erfolgt, eingestellt
werden.
[0023] Bei der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung wird ein Drehmoment verwendet, um Scherkräfte
auf das wenigstens eine Abscherelement auszuüben. Dies stellt eine leicht zu realisierende
aber dennoch effektive Möglichkeit dar, um ein kontrolliertes und definiertes Abscheren
des wenigstens einen Abscherelementes bei Überlast zu realisieren. Durch eine geeignete
Wahl des Materials und der Dimensionierung des wenigstens einen Abscherelementes ist
ein derartiges kontrolliertes Abscheren insbesondere auch bereits bei geringen Ansprechkräften
bzw. Drehmomenten möglich. Dies ist insbesondere für Abstützvorrichtungen erforderlich,
die zum vertikalen Abstützen der Kupplungsstange einer AAR-Kupplung dienen, da bei
derartigen AAR-Kupplungen der Verschluss des Kupplungskopfes am rückseitigen Ende
des Kupplungskopfes vorgesehen ist. In Fig. 7 ist der Verschluss des AAR-Kupplungskopfes
mit der Bezugsziffer "57" bezeichnet.
[0024] Wäre bei einer derartigen Kupplung, bei welcher also der Kupplungsverschluss am rückseitigen
Ende des Kupplungskopfes vorgesehen ist, ein Wegschwenken der Abstützvorrichtung erst
bei relativ hohen Ansprechkräften möglich, besteht die Gefahr, dass bei einer Längsverschiebung
der Kupplung in Richtung Wagenkasten der Kupplungsverschluss durch das Anstoßen an
die Abstützvorrichtung entriegelt wird, infolgedessen es zu einer nicht beabsichtigten
Trennung der miteinander gekuppelten Kupplungsköpfe zweier benachbarter Wagenkästen
kommen kann.
[0025] Vorzugsweise ist das wenigstens eine Abscherelement derart ausgeführt, dass bei einer
Übertragung von Kräften, und insbesondere bei einer Übertragung von dynamischen Kräften
zwischen der Abstützung und der Halterung im Wesentlichen nur Scherkräfte über das
wenigstens eine Abscherelement übertragen werden. Denkbar ist es dabei in einer bevorzugten
Realisierung der erfindungsgemäßen Lösung, dass wenigstens eine Abscherelement als
austauschbarer Abscherbolzen oder Abscherstift auszubilden, um durch einen einfachen
Austausch des Abscherelements bzw. der Abscherelemente eine beispielsweise in einem
Crashfall aus dem Verschiebungsweg der Kupplung geschwenkte Abstützvorrichtung wieder
betriebsfähig zu machen.
[0026] In einer bevorzugten Realisierung der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung ist vorgesehen,
dass diese zur federnden Abstützung einer Kupplungsstange dient. Hierzu ist es denkbar,
dass die Abstützung einen mit der Kupplungsstange in Kontakt bringbaren Abstützstempel
und einen mit dem Abstützstempel verbundenen Abstützkörper aufweist, wobei der Abstützkörper
derart mit dem Verbindungselement verbunden ist, dass sich nach dem Abscheren des
wenigstens einen Abscherelements der Abstützkörper mit dem Abstützstempel um die mit
dem Verbindungselement definierte Drehachse drehen kann. Dabei sollte der Abstützkörper
und der Abstützstempel relativ zueinander bewegbar sein. Vorzugsweise weist beispielsweise
der Abstützkörper wenigstens ein hülsenförmiges Element auf, in welchem ein elastisches
Element, insbesondere in Federelement vorgesehen ist, über welches der Abstützstempel
mit dem Abstützkörper verbunden ist.
[0027] Als Weiterbildung der zuletzt genannten federnden Abstützung ist es denkbar, eine
Arretierung vorzusehen, mit welcher der Abstützstempel und der Abstützkörper relativ
zueinander festgestellt werden können.
[0028] Alternativ oder zusätzlich hierzu ist es ferner denkbar, dass die Federkennlinie
und insbesondere die Federhärte des wenigstens einen elastischen Elements auch nach
dessen Einbau in die Abstützvorrichtung einstellbar ist.
[0029] Im Hinblick auf die Halterung der Abstützvorrichtung ist es bevorzugt, wenn die Halterung
wenigstens ein an dem Wagenkastenuntergestell befestigbares Lager aufweist, an welchem
das Verbindungselement fixiert ist. Dieses Lager kann beispielsweise als Festlager
ausgebildet sein, über welches das Verbindungselement in allen drei Translationsfreiheitsgraden
fixiert ist. In vorteilhafter Weise umfasst die Halterung insgesamt zwei Lager, die
zum Befestigen des Verbindungselements dienen, wobei ein Lager als Festlager ausgebildet
ist, über welches das Verbindungselement in allen drei Translationsfreiheitsgraden
fixiert ist, und wobei das andere Lager als Loslager ausgebildet ist, über welches
das Verbindungselement in zwei Translationsfreiheitsgraden derart fixiert ist, um
eine Relativbewegung zwischen dem als Loslager ausgebildeten Lager und dem Verbindungselement
in Längsrichtung des Verbindungselements zuzulassen. Durch die Verwendung eines Festlagers
einerseits und eines Loslagers andererseits liegt als Halterung eine Anbindung vor,
die ein Nachrüsten von Abstützvorrichtungen von bestehenden Fahrzeugen zulässt, da
in einer flexiblen Art und Weise die Halterung geeignet am Wagenkastenuntergestell
befestigt werden kann.
[0030] Das Verbindungselement ist beispielsweise als ein langgestreckter Bolzen ausgebildet,
wobei über die Längsrichtung des Bolzens die Drehachse definiert wird, um welche nach
dem Abscheren des wenigstens einen Abscherelements die Drehung der Abstützung relativ
zum Verbindungselement erfolgt. Im Einzelnen ist es denkbar, das Verbindungselement
als rotationssymmetrischen Bolzen auszubilden, dessen Symmetrieachse die Drehachse
definiert, um welche nach dem Abscheren des wenigstens einen Abscherelements die Drehung
der Abstützung relativ zum Verbindungselement erfolgt. Dieser rotationssymmetrische
Bolzen sollte vorzugsweise mit Hilfe des bereits genannten Festlagers einerseits und
mit Hilfe des Loslagers andererseits gehalten werden.
[0031] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 6 der beiliegenden Zeichnungen
eine bevorzugte Realisierung der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung beispielhaft
beschrieben.
In den beiliegenden Zeichnungen zeigen:
[0032]
- Fig. 1:
- eine bevorzugte Realisierung der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung in einer schematischen
Ansicht auf die in Richtung Wagenkasten zeigende Seite der Abstützvorrichtung;
- Fig. 2:
- die Abstützvorrichtung gemäß der bevorzugten Realisierung in einer dreidimensionalen
perspektivischen Darstellung mit Blick auf die in Kupplungsebene zeigende Seite der
Abstützvorrichtung;
- Fig. 3:
- die Abstützvorrichtung gemäß der bevorzugten Realisierung in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 4:
- die Abstützvorrichtung gemäß der bevorzugten Realisierung im eingebauten und betriebsfähigen
Zustand;
- Fig. 5:
- die Abstützvorrichtung gemäß der bevorzugten Realisierung in einer schematischen Seitenansicht
nach dem Abscheren des wenigstens einen Abscherelements und nach dem Verschwenken
der Abstützung um die mit dem Verbindungselement definierte Drehachse;
- Fig. 6:
- die Abstützvorrichtung gemäß der bevorzugten Realisierung im eingebauten Zustand nach
dem ansprechen des wenigstens einen Abscherelements und nach dem verschwenken der
Abstützung um die mit dem Verbindungselement gebildete Drehachse; und
- Fig. 7:
- eine schematische Seitenschnittansicht einer AAR-Mittelpufferkupplung vom Standart
F mit einer herkömmlichen Abstützvorrichtung.
[0033] In Fig. 1 ist in einer schematischen Darstellung eine bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung 1 in einer Ansicht auf die im eingebauten
Zustand in Richtung des Wagenkastens zeigende Seite der Abstützvorrichtung 1 gezeigt.
Die Darstellung gemäß Fig. 2 zeigt die bevorzugte Realisierung der erfindungsgemäßen
Abstützvorrichtung 1 in einer perspektivischen Ansicht, und zwar auf die Seite der
Abstützvorrichtung 1, welche im eingebauten Zustand der Abstützvorrichtung 1 in die
Richtung der Kupplungsebene zeigt. Fig. 3 zeigt in einer schematischen Darstellung
eine Ansicht der bevorzugten Realisierung der Abstützvorrichtung 1 auf eine Seite
dieser. Die Abstützvorrichtung gemäß der bevorzugten Realisierung im eingebauten und
betriebsfähigen Zustand ist in Fig. 4 gezeigt.
[0034] Die dargestellte Abstützvorrichtung 1 weist eine Abstützung 2 sowie eine mit der
Abstützung 2 verbundene Halterung 3 auf, welche - wie in Fig. 4 dargestellt - an einem
Wagenkastenuntergestell 55 eines Fahrzeuges, insbesondere eines Schienenfahrzeuges
befestigt werden kann. Die Halterung 3 weist ein bei der dargestellten Ausführungsform
der Abstützvorrichtung 1 als rotationssymmetrischer Bolzen ausgebildetes Verbindungselement
5 auf. Die Abstützung 2 ist über das als rotationssymmetrischer Bolzen ausgebildete
Verbindungselement 5 mit der Halterung 3 verbunden.
[0035] Im Einzelnen, und wie es insbesondere der in Fig. 2 gezeigten Darstellung zu entnehmen
ist, weist die Halterung 3 insgesamt zwei Lager 11, 12 auf, die ausweislich der Darstellung
gemäß Fig. 4 an dem Wagenkastenuntergestell 55 des in den Zeichnungen nicht explizit
dargestellten Fahrzeuges mit Hilfe von Schrauben 14 befestigt werden können. An den
beiden Lagern 11, 12 ist das Verbindungselement 5 fixiert.
[0036] Bei der dargestellten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung
1 ist das in Fig. 2 an der rechten Seite des Verbindungselementes 5 vorgesehene Lager
11 als Festlager ausgebildet, über welches das Verbindungselement 5 in allen drei
Translationsfreiheitsgraden fixiert ist.
[0037] Das bei der dargestellten Ausführungsform der Abstützvorrichtung 1 zum Einsatz kommende
Verbindungselement 5 ist - wie bereits erwähnt - als ein langgestreckter und rotationssymmetrischer
Bolzen ausgebildet, wobei ein Ende des Verbindungselements 5 an dem Festlager 11 und
das andere Ende des Verbindungselementes 5 an einem zweiten, in Fig. 2 an der linken
Seite des Verbindungselementes 5 angeordneten Lager 12 fixiert ist. Das in Fig. 2
an der linken Seite angeordnete weiter Lager 12 ist bevorzugt als Loslager ausgebildet,
über welches das Verbindungselement 5 nur in zwei Translationsfreiheitsgraden fixiert
ist, so dass eine Bewegung in Richtung der Symmetrieachse des Verbindungselements
5 gegeben ist.
[0038] Zur Realisierung des als Loslager ausgebildeten Lagers 12 ist bei der in den Zeichnungen
dargestellten Abstützvorrichtung 1 eine Öffnung 15 in einem Flansch 13 vorgesehen,
durch welche das Verbindungselement 5 in Richtung der Symmetrieachse L des Verbindungselementes
5 laufen kann. Die in dem Flansch 13 ausgebildete Öffnung 15 ist insbesondere anhand
der Darstellung der Fig. 1 zu erkennen.
[0039] Die Abstützung 2 weist bei der dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Abstützvorrichtung 1 einen Abstützstempel 7 und einen Abstützkörper 8 auf, wobei der
Abstützstempel 7 zumindest teilweise in hülsenförmigen Elementen 9 des Abstützkörpers
8 aufgenommen ist. Des weiteren sind elastische Elemente 4 in Gestalt von Federelementen
vorgesehen, die ebenfalls in den hülsenförmigen Elementen 9 des Abstützkörpers 8 aufgenommen
sind und den Abstützstempel 7 in einer federnden Art und Weise von dem Abstützkörper
8 beabstanden.
[0040] Die federnde Wirkung der in den hülsenförmigen Elementen 9 des Abstützkörpers 8 aufgenommenen
elastischen Federelemente 4 lässt sich durch eine Arretierung 10 beispielsweise in
Gestalt eines einrastbaren Feststellbolzens bei Bedarf aus- bzw. einschalten. Hierzu
können entsprechende Schrauben vorgesehen sein, mit welchen die Arretierung 10 aktiviert
werden kann.
[0041] Selbstverständlich ist es aber auch denkbar, andersartig die Arretierung 10 zum Feststellen
des Abstützstempels 7 und des Abstützkörpers 8 relativ zueinander zu realisieren.
Ebenfalls ist es denkbar, dass sich die Federkennlinie bzw. Dämpfungskennlinie des
elastischen Federelements 4 bei Bedarf auch nach Einbau des elastischen Federelements
4 in der Abstützvorrichtung 1 einstellen lässt.
[0042] Die Abstützung 2 setzt sich im Wesentlichen aus dem Abstützstempel 7 und dem Abstützkörper
8 zusammen, wobei der Abstützkörper 8 die bereits erwähnten hülsenförmigen Elemente
9 zur Aufnahme der elastischen Federelemente 4 einerseits und zur teilweisen Aufnahme
des Abstützstempels 7 andererseits aufweist. Dabei ist bei der bevorzugten Realisierung
der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung 1 vorgesehen, dass das als langgestreckter,
rotationssymmetrischer Bolzen ausgebildete Verbindungselement 5 durch den Abstützkörper
8 der Abstützung 2 läuft und in dem Abstützkörper 8 entsprechend geführt wird. Der
Abstützkörper 8 und das Verbindungselement 5 sind dabei derart miteinander verbunden,
dass der Abstützkörper 8 zusammen mit dem Abstützstempel 7 eine Drehung relativ zum
Verbindungselement 5 um eine Drehachse R durchführen kann. Die Drehachse R wird über
das Verbindungselement 5, und insbesondere bei der dargestellten bevorzugten Realisierung
der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung 1 über die Symmetrieachse L des als rotationssymmetrischer
Bolzen ausgebildeten Verbindungselementes 5 definiert.
[0043] Wie es insbesondere den in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten Darstellungen zu entnehmen
ist, weist die bevorzugte Realisierung der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung 1
Abscherelemente 6 auf, welche dazu dienen, die Abstützung 2 und insbesondere den Abstützkörper
8 der Abstützung 2 mit dem Verbindungselement 5 kraftschlüssig zu verbinden.
[0044] Bei der dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung 1
sind die Abscherelemente 6 vorzugsweise als austauschbare Abscherbolzen bzw. Abscherstifte
ausgebildet, welche die Abstützung 2 und insbesondere den Abstützkörper 8 der Abstützung
2 mit dem durch den Abstützkörper 8 geführten Verbindungselement 5 verbinden und das
Verbindungselement 5 somit an der Abstützung 2 fixieren.
[0045] Dadurch, dass bei der erfindungsgemäßen Abstützvorrichtung 1 die Abstützung 2 bzw.
der Abstützkörper 8 mit dem Abstützstempel 7 um die mit dem Verbindungselement 5 definierte
Drehachse R drehbar gelagert ist, wirken bei einer Übertragung von Kräften, und insbesondere
bei einer Übertragung von dynamischen Kräften zwischen der Abstützung 2 und der Halterung
3 auf die Abscherelemente 6 im Wesentlichen nur Scherkräfte, welche aufgrund von Drehmomenten
bewirkt sind.
[0046] Im einzelnen sind die Abscherelemente 6 ausgelegt, bei Überschreiten eines vorab
festgelegten oder festlegbaren Betrages eines von der Abstützung 2 über die Abscherelemente
6 auf das Verbindungselement 5 übertragenen Drehmoments abzuscheren, wodurch eine
Drehung der Abstützung 2 bzw. des Abstützkörpers 8 zusammen mit dem Abstützstempel
7 relativ zum Verbindungselement 5 um die mit der Symmetrieachse L des Verbindungselements
5 definierte Drehachse R zugelassen wird.
[0047] In Fig. 5 ist die bevorzugte Realisierung der Abstützvorrichtung 1 in einem Zustand
gezeigt, nachdem die Abscherelemente 6 angesprochen haben und eine Verdrehung der
Abstützung 2 relativ zu dem Verbindungselement 5 stattgefunden hat. Die Darstellung
gemäß Fig. 6 zeigt in einer perspektivischen teilgeschnittenen Ansicht die bevorzugte
Ausführungsform der Abstützvorrichtung 1 nachdem die Abscherelemente 6 abgeschert
sind und die Abstützung 2 aus dem Längsverschiebungsweg der Mittelpufferkupplung 56
weggedreht wurde.
[0048] Anhand der Darstellungen gemäß Fig. 5 und Fig. 6 ist es ersichtlich, dass nach dem
Abscheren der Abscherelemente 6 die Abstützung 2 der Abstützvorrichtung 1 relativ
zu dem Verbindungselement 5 der Halterung 3 um die mit dem Verbindungselement 5 definierte
Drehachse R verschwenkbar ist.
[0049] Demnach eignet sich die erfindungsgemäße Abstützvorrichtung 1 insbesondere zum vertikalen
Abstützen einer Mittelpufferkupplung 56 bzw. einer zur Mittelpufferkupplung 56 gehörenden
Kupplungsstange 50, wenn die Mittelpufferkupplung 56 beispielsweise in einem Crashfall
aus der Kupplungsebene herausgenommen werden muss, um einen Energieverzehr einer sekundären
Energieverzehreinrichtung (in den Zeichnungen nicht explizit dargestellt) zu gewährleisten.
[0050] Wie bereits im Zusammenhang mit Fig. 7 beschrieben, kann eine derartige sekundäre
Energieverzehreinrichtung beispielsweise in Gestalt von Seitenpuffern ausgebildet
sein.
[0051] Ein Vergleich der Darstellungen gemäß Fig. 4 und gemäß Fig. 6 zeigt, dass die erfindungsgemäße
Abstützvorrichtung 1 im normalen Fahrbetrieb (vgl. Fig. 4) dazu dient, federnd bzw.
elastisch die Kupplungsstange 50 der Mittelpufferkupplung 56 in vertikaler Richtung
abzustützen. In diesem normalen Fahrbetrieb werden die von der Kupplungsstange 50
übertragenen Zug-/Druckkräfte über beispielsweise das von dem Lagerbock 51 aufgenommene
Elastomerlager, und insbesondere von Elastomerfederelementen 52 zumindest teilweise
absorbiert und abgedämpft. Nach Überschreiben der Betriebslast der Mittelpufferkupplung
56 hingegen, d.h. nach Ausschöpfung des maximal möglichen Energieverzehrs bzw. der
maximal möglichen Stoßenergieabdämpfung durch die im Elastomerlager enthaltenen Elastomerfederlemente
52, sollte die Mittelpufferkupplung 56 aus dem zwischen zwei benachbarten Wagenkästen
übertragenen Kraftfluss genommen werden, um ein Ansprechen von sekundären Energieverzehreinrichtungen
(beispielsweise in Gestalt von Seitenpuffern) zu ermöglichen. Die Mittelpufferkupplung
56 wird üblicherweise dadurch aus dem zwischen zwei benachbarten Wagenkästen übertragenen
Kraftfluss genommen, indem nach Überschreiten der Betriebslast der Mittelpufferkupplung
56 eine Längsverschiebung der Mittelpufferkupplung 56 in Richtung des Wagenkastens
erfolgt.
[0052] Im Crashfall, also wenn die Mittelpufferkupplung 56 in Richtung des Wagenkastens
verschoben wird, um auf diese Weise aus dem zwischen zwei benachbarten Wagenkasten
übertragenen Kraftfluss genommen werden zu können, stößt bei seiner Bewegung in Richtung
des Wagenkastens der Kupplungskopf 54 der Mittelpufferkupplung 56 zwangsläufig gegen
die Abstützvorrichtung 1 und insbesondere gegen die Abstützung 2 der Abstützvorrichtung
1 an. Bei der erfindungsgemäßen Lösung ist vorgesehen, dass in diesem Fall die Abscherelemente
6, welche die Abstützung 2 der Abstützvorrichtung 1 mit dem Verbindungselement 5 der
Halterung 3 der Abstützvorrichtung 1 verbinden, abscheren, um es somit zu ermöglichen,
dass die Abstützung 2 aus dem Verschiebungsweg der Mittelpufferkupplung 56 bzw. aus
dem Verschiebungsweg des Kupplungskopfes 54 der Mittelpufferkupplung 56 geschwenkt
werden kann.
[0053] Demnach liefert die vorliegende Erfindung eine leicht zu realisierende aber dennoch
wirkungsvolle Lösung, mit welcher in einem Crashfall die Abstützvorrichtung 1 aus
dem Verschiebungsweg der Mittelpufferkupplung 56 genommen werden kann, ohne im normalen
Fahrbetrieb die Wirksamkeit der vertikalen Abstützung der Kupplungsstange 50 der Mittelpufferkupplung
zu beeinflussen.
[0054] Ebenfalls eignet sich die erfindungsgemäße Abstützvorrichtung 1 insbesondere für
ein Nachrüsten bereits existierender Mittelpufferkupplungen, da die Abstützvorrichtung
1 über die Halterung 3, und im einzelnen über die Lager 11, 12 der Halterung 3 mit
dem Wagenkastenuntergestell 55 des spurgeführten Fahrzeuges, und insbesondere des
Schienenfahrzeuges verbunden ist. Wie bereits erwähnt, ist es bevorzugt, wenn zumindest
ein als Loslager ausgebildetes Lager vorgesehen ist, so dass auf diese Weise mit der
Abstützvorrichtung 1 unterschiedlich gestaltete Wagenkästen nachgerüstet werden können,
ohne dass größere konstruktive Änderungen an der Abstützvorrichtung 1 oder am Wagenkastenuntergestell
vorzunehmen sind.
[0055] Die Erfindung ist nicht auf die in den Zeichnungen beispielhaft gezeigte Ausführungsform
der bevorzugten Realisierung der Abstützvorrichtung beschränkt. Die Erfindung ergibt
sich vielmehr aus einer fachmännischen Gesamtbetrachtung der Patentansprüche und der
Beschreibung der beispielhaften Ausführungsform.
Bezugzeichenliste
[0056]
- 1
- Abstützvorrichtung
- 2
- Abstützung
- 3
- Halterung
- 4
- elastisches Element
- 5
- Verbindungselement
- 6
- Abscherelement
- 7
- Abstützstempel
- 8
- Abstützkörper
- 9
- hülsenförmiges Element
- 10
- Arretierung
- 11
- Lager/Festlager
- 12
- Lager/Loslager
- 13
- Flansch/flanschartige Platte
- 14
- Schrauben
- 15
- Öffnung
- 50
- Kupplungsstange
- 51
- Lagerbock
- 52
- Elastomerfederelement
- 53
- Drehzapfen
- 54
- Kupplungskopf
- 55
- Wagenkastenuntergestell
- 56
- Mittelpufferkupplung
- 57
- Verschluss
- 101
- Abstützvorrichtung (Stand der Technik)
- 102
- Abstützung (Stand der Technik)
- 103
- Halterung (Stand der Technik)
- 104
- Feder (Stand der Technik)
- 105
- Befestigungsflansch (Stand der Technik)
- V
- vertikale Richtung
- R
- Drehachse
- L
- Längsrichtung/Symmetrieachse des Verbindungselements
1. Abstützvorrichtung (1) zum vertikalen Abstützen einer über einen Lagerbock (51) an
einem Wagenkastenuntergestell (55) eines Fahrzeuges in vertikaler Richtung (V) verschwenkbar
angelenkten Kupplungsstange (50) einer Mittelpufferkupplung (56), wobei die Abstützvorrichtung
(1) eine mit der Kupplungsstange (50) in Kontakt bringbare Abstützung (2) und eine
mit der Abstützung (2) verbundene und an dem an dem Wagenkastenuntergestell (55) des
Fahrzeuges befestigbare Halterung (3) aufweist,
dadurch gekennzeichnet dass, die Halterung (3) ein Verbindungselement (5) aufweist, über welches die Abstützung
(2) mit der Halterung (3) verbunden ist, wobei das Verbindungselement (5) eine Drehachse
(R) definiert, um welche eine Drehung der Abstützung (2) relativ zum Verbindungselement
(5) erfolgen kann; und dass wenigstens ein Abscherelement (6) vorgesehen ist, welches
das Verbindungselement (5) mit der Abstützung (2) verbindet, und welches ausgelegt
ist, bei Überschreiten eines vorab festgelegten oder festlegbaren Betrages eines von
der Abstützung (2) über das wenigstens eine Abscherelement (6) auf das Verbindungselement
(5) übertragenen Drehmoments abzuscheren, um eine Drehung der Abstützung (2) relativ
zum Verbindungselement (5) zuzulassen.
2. Abstützvorrichtung nach Anspruch 1, wobei das wenigstens eine Abscherelement (6) derart
die Abstützung (2) mit der Halterung (3) verbindet, dass bei einer Übertragung von
Kräften, insbesondere von dynamischen Kräften zwischen der Abstützung (2) und der
Halterung (3) im wesentlichen nur Scherkräfte über das wenigstens eine Abscherelement
(6) übertragen werden.
3. Abstützvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das wenigstens eine Abscherelement
(6) als austauschbarer Abscherbolzen oder Abscherstift ausgebildet ist.
4. Abstützvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abstützung (2)
einen mit der Kupplungsstange (50) in Kontakt bringbaren Abstützstempel (7) und einen
mit dem Abstützstempel (7) verbundenen Abstützkörper (8) aufweist, wobei der Abstützkörper
(8) derart mit dem Verbindungselement (5) verbunden ist, dass sich nach dem Abscheren
des wenigstens einen Abscherelements (6) der Abstützkörper (8) mit dem Abstützstempel
(7) um die mit dem Verbindungselement (5) definierte Drehachse (R) drehen kann, und
wobei der Abstützkörper (8) und der Abstützstempel (7) relativ zueinander bewegbar
sind.
5. Abstützvorrichtung nach Anspruch 4, wobei wenigstens ein elastisches Element (4),
insbesondere ein Federelement vorgesehen ist, über welches der Abstützstempel (7)
mit dem Abstützkörper (8) verbunden ist.
6. Abstützvorrichtung nach Anspruch 5, wobei der Abstützkörper (8) wenigstens ein hülsenförmiges
Element (9) aufweist, in welchem das wenigstens eine elastische Element (4) und zumindest
ein Teil des Abstützstempels (7) aufgenommen sind.
7. Abstützvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei eine Arretierung (10) vorgesehen
ist zum Feststellen des Abstützstempels (7) und des Abstützkörpers (8) relativ zueinander.
8. Abstützvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, wobei die Federkennlinie, und
insbesondere die Federhärte des wenigstens einen elastischen Elements (4) nach dessen
Einbau in die Abstützvorrichtung (1) einstellbar ist.
9. Abstützvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, wobei das Verbindungselement
(5) durch den Abstützkörper (8) läuft und im Abstützkörper (8) geführt wird.
10. Abstützvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Halterung (3)
wenigstens ein an dem Wagenkastenuntergestell (55) befestigbares Lager (11, 12) aufweist,
an welchem das Verbindungselement (5) fixiert ist.
11. Abstützvorrichtung nach Anspruch 10, wobei das wenigstens eine Lager (11, 12) als
Festlager (11) ausgebildet ist, über welches das Verbindungselement (5) in allen drei
Translationsfreiheitsgraden fixiert ist.
12. Abstützvorrichtung nach Anspruch 10, wobei die Halterung (3) ein an dem Wagenkastenuntergestell
(55) befestigbares und als Festlager ausgebildetes Lager (11) aufweist, über welches
das Verbindungselement (5) in allen drei Translationsfreiheitsgraden fixiert ist;
und wobei die Halterung (3) ein an dem Wagenkastenuntergestell (55) befestigbares
und als Loslager ausgebildetes Lager (12) aufweist, über welches das Verbindungselement
(5) in zwei Translationsfreiheitsgraden derart fixiert ist, um eine Relativbewegung
zwischen dem als Loslager ausgebildeten Lager (12) und dem Verbindungselement (5)
in Längsrichtung (L) des Verbindungselements (5) zuzulassen.
13. Abstützvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei das wenigstens eine Lager
(11, 12) einen Flansch oder eine flanschartige Platte (13) aufweist, über den bzw.
über die die Halterung (3) vorzugsweise lösbar mit Hilfe von Schrauben (14) an dem
Wagenkastenuntergestell (55) befestigbar ist.
14. Abstützvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verbindungselement
(5) als ein langgestreckter Bolzen ausgebildet ist, wobei über die Längsrichtung (L)
des Bolzens die Drehachse (R) definiert wird, um welche nach dem Abscheren des wenigstens
einen Abscherelements (6) die Drehung der Abstützung (2) relativ zum Verbindungselement
(5) erfolgt.
15. Abstützvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verbindungselement
(5) als ein rotationssymmetrischer Bolzen ausgebildet ist, dessen Symmetrieachse die
Drehachse (R) definiert, um welche nach dem Abscheren des wenigstens einen Abscherelements
(6) die Drehung der Abstützung (2) relativ zum Verbindungselement (5) erfolgt.
16. Verwendung einer Abstützvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche bei
einem spurgeführten Fahrzeug, insbesondere bei einem Schienenfahrzeug, welches eine
Mittelpufferkupplung (56) mit einer über einen Lagerbock (51) mit einem Wagenkastenuntergestell
(55) in vertikaler Richtung (V) verschwenkbar angelenkte Kupplungsstange (50) aufweist,
wobei an einem kupplungsebenenseitigen Ende der Kupplungsstange (50) ein Kupplungskopf
(54) angebracht ist, und wobei beim Überschreiten der Betriebslast der Mittelpufferkupplung
(56) die Kupplungsstange (50) und der Kupplungskopf (54) gemeinsam in Fahrzeugrichtung
verschoben werden und der Kupplungskopf (54) gegen die Abstützung (2) der Abstützvorrichtung
(1) anstößt.