[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen pyrotechnischen Nebelsatz zum Erzeugen eines
Tarnnebels gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein solcher pyrotechnischer Nebelsatz ist aus der
DE 3728380-C1 bekannt. Der Nebelsatz ist eine Mischung aus einem Leichtmetallpulver, vorzugsweise
Magnesiumpulver als metallischem Reduktionsmittel, aus Kaliumnitrat oder einer Mischung
aus Kaliumnitrat und Kaliumperchlorat als Hauptoxidationsmittel, aus mindestens einem
Karbonat, zum Beispiel Kalziumkarbonat, Kaliumhydrogenkarbonat, Natriumhydrogenkarbonat,
Kaliumkarbonat oder Natriumkarbonat als weiteres Hilfsoxidationsmittel sowie aus Stickstoff
abspaltenden Substanzen als Abbrandmoderatoren sowie Kaliumchlorid als sublimierfähigen
und/oder Kochsalz als verdampfbaren ungiftigen, Nebel bildenden Stoff.
[0003] Als Stickstoff abspaltende Substanzen werden vorzugsweise Azodicarbonamid, Oxamid
oder Dicyandiamid verwendet.
[0004] Die Mischung der genannte Substanzen werden vorzugsweise in eine Hülse gepresst,
an dessen Ende eine Anzündmischung vorgesehen ist. Die Anzündmischung besteht im Wesentlichen
aus den gleichen Komponenten wie der Nebelsatz, allerdings mit Ausnahme der Abbrandmoderatoren,
weist jedoch eine geänderte quantitative Zusammensetzung auf, wie dieses im Detail
in der genannten Patentschrift erläutert ist.
[0005] Dieser bekannte pyrotechnische Nebelsatz hat sich ausgezeichnet bewährt. Jedoch hat
es sich gezeigt, dass diese Mischung bei sehr langen Lagerzeiten korrosionsanfällig
ist. Das in dem Nebelsatz befindliche Metall reagiert mit Wasser, das im Nebelsatz
als Restfeuchtigkeit vorliegt oder aus der Umgebungsfeuchtigkeit stammt, wobei Wasserstoff
gebildet wird. Der frei werdende Wasserstoff reduziert das Nitrat in dem Nebelsatz
zu gasförmigem Ammoniak. Dieses schwächt die Struktur eines den Nebelsatz enthaltenden
Nebelkörpers, allein schon durch die mit der Bildung von gasförmigem Ammoniak einhergehende
Volumenvergrößerung. Nach längerer Lagerzeit kann es vorkommen, dass der pyrotechnische
Nebelsatz nicht mehr optimal funktionstüchtig ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den bekannten Nebelsatz so zu verbessern,
dass er auch nach langer Lagerzeit optimal funktionstüchtig ist.
[0007] Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0008] Überraschend wurde gefunden, dass eine Beimischung eines Stabilisators zu der Mischung
des Nebelsatzes aus der Gruppe der aliphatischen und/oder aromatischen Dicarbonsäuren
zu einer Stabilisierung des pyrotechnischen Nebelsatzes beiträgt. Dicarbonsäuren sind
Säuren, die über zwei Carboxylgruppen verfügen, die stabilisierend in der Mischung
des pyrotechnischen Nebelsatzes wirken.
[0009] In Gegenwart von Dicarbonsäure bilden sich nämlich im Zuge einer Neutralisation feste
Ammoniumsalze. Die damit einhergehenden Volumenänderungen des Nebelsatzes sind deutlich
geringer als die bei der Bildung von gasförmigem Ammoniak, sodass die Struktur des
Nebelsatzes nicht beeinflusst und der Nebelsatz insgesamt stabilisiert wird.
[0010] Die Dicarbonsäuren brauchen in einem geringen Prozentsatz zu der Mischung des pyrotechnischen
Nebelsatzes hinzugefügt werden; dieser Anteil liegt im Wesentlichen im Bereich zwischen
0,1 bis 5 Gewichtsprozent.
[0011] Als aliphatische Dicarbonsäuren werden vorzugsweise Oxalsäure, Malonsäure, Bernsteinsäure,
Adipinsäure oder Sebacinsäure beziehungsweise eine Mischung aus diesen Stoffen verwendet.
[0012] Als aromatische Dicarbonsäuren werden vorzugsweise Phtalsäure oder Terephtalsäure
oder eine Mischung aus diesen Stoffen verwendet.
[0013] Die genannten aliphatischen und/oder aromatischen Dicarbonsäuren stabilisieren die
Mischung des pyrotechnischen Nebelsatzes chemisch so, dass sich kein Ammoniak bildet
und die Mischung des Nebelsatzes für lange Zeit gelagert werden kann, ohne dass dessen
Funktionsfähigkeit beeinträchtigt wird.
[0014] Pyrotechnische Nebelsätze der hier in Rede stehenden Art werden üblicherweise in
eine Hülse eingepresst und mit einer Anzündmischung abgedeckt, die den Nebelsatz bei
seinem Einsatz pyrotechnisch anzündet.
[0015] Um die Mischung des Nebelsatzes auch physikalisch zu stabilisieren, kann gemäß der
Erfindung ein Bindemittel zu der Mischung des Nebelsatzes hinzugefügt werden, das
aus der Gruppe der halogenfreien Thermoplaste ausgewählt ist. Das Bindemittel ist
zum Beispiel ein Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol, Polyvinylbutyral, Polyvinylester
oder Polyvinylether.
[0016] Die Mischung für einen pyrotechnischen Nebelsatz gemäß der Erfindung enthält vorzugsweise
anteilig:
| Magnesiumpulver (Mg) als Reduktionsmittel |
10-25% |
| Kaliumnitrat (KNO3) |
20-36% |
| Kaliumperchlorat (KClO4) |
0-15% |
| wobei Kaliumnitrat und/oder Kaliumperchlorat Hauptoxidationsmittel dienen, als |
| mindestens ein Carbonat, wie Calciumcarbonat (CaCO3), Kaliumhydrogencarbonat (KHCO3), Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3), Kaliumcarbonat (K2CO3) und/oder Natriumcarbonat (Na2CO3) in einem Anteil von |
12-30% |
| wobei die genannten Carbonate als weitere Oxidationsmittel dienen, |
| Kaliumchlorid (KCl) und/oder Kochsalz (NaCl) als nebelbildene Stoffe |
20-50% |
| aliphatische und/oder aromatische Dicarbonsäuren |
0,1-5%. |
[0017] Die Prozentzahlen sind sämtlich Gewichtsprozente.
[0018] Als Stickstoff abspaltende Substanzen werden bevorzugt Azodicarbonamid, Oxamid und/oder
Dicyandiamid in einem Anteil von 5-20 % verwendet.
[0019] Zur physikalischen Stabilisierung der Mischung des pyrotechnischen Nebelsatzes kann
noch ein Bindemittel aus der Gruppe der halogenfreien Thermoplaste verwendet werden,
wobei das Bindemittel bevorzugt Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol, Polyvinylbutyral,
Polyvinylester oder Polyvinylether ist.
1. Pyrotechnischer Nebelsatz zum Erzeugen eines Tarnnebels, bestehend aus einer Mischung
aus einem Leichtmetallpulver als metallischem Reduktionsmittel, Kaliumnitrat und ggf.
Kaliumperchlorat als Hauptoxidationsmittel sowie mindestens einem Carbonat als zusätzlichem
Hilfsoxidationsmittel, ferner aus Stickstoff abspaltenden Substanzen und aus mindestens
einem sublimierfähigen und/oder verdampfbaren ungiftigen, Nebel bildenden Stoff, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischung des Nebelsatzes ein Stabilisator aus der Gruppe der aliphatischen und/oder
aromatischen Dicarbonsäuren hinzufügt ist.
2. Nebelsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stabilisator in der Mischung in einem Anteil im Bereich von 0,1 bis 5 Gewichtsprozent
vorliegt.
3. Nebelsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die aliphatischen Dicarbonsäuren Oxalsäure, Malonsäure, Bernsteinsäure, Adipinsäure
oder Sebacinsäure bzw. eine Mischung aus diesen Säuren sind.
4. Nebelsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die aromatischen Dicarbonsäuren Phtalsäure oder Terephthalsäure bzw. eine Mischung
aus diesen Säuren sind.
5. Nebelsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischung des Nebelsatzes zur physikalischen Stabilisierung zusätzlich ein Bindemittel
aus der Gruppe der halogenfreien Thermoplaste hinzugefügt ist.
6. Nebelsatz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol, Polyvinylbutyral, Polyvinylester
oder Polyvinylether ist.
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