[0001] Die Erfindung betrifft eine Bohrvorrichtung, insbesondere zum Einbringen einer Bohrung
am Grund eines Gewässers, beispielsweise zum Einbringen einer Sprenglochbohrung, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Eine derartige Bohrvorrichtung ist ausgebildet mit
einer Arbeitsbühne, welche an einem Schwimmkörper anbringbar ist, einem Bohrmast,
welcher an der Arbeitsbühne angeordnet ist, und mindestens einem Bohrantrieb für ein
Bohrgestänge, der vorzugsweise längsverschiebbar am Bohrmast gelagert ist, wobei ein
Führungsträger vorgesehen ist, der sich in einen Bereich unterhalb des Bohrmastes
erstreckt.
[0002] Hafen- oder Kanalvertiefungen werden beim Vorliegen von kompakten Geologien oder
von Fels häufig in der Art ausgeführt, dass durch Sprengungen im Hafengrund Gesteinsmaterial
gelöst wird und das so gelöste Gestein anschließend ausgebaggert wird. Für das Einbringen
von Sprengladungen sind Sprenglochbohrungen im Hafengrund erforderlich. Zum Herstellen
einer Sprenglochbohrung wird ein Bohrgestänge in den Hafengrund eingebracht. Nach
dem Herausgewinnen des Bohrgestänges ist im Hafengrund ein Bohrloch vorhanden, in
welches der Sprengstoff in der jeweils benötigten Menge eingebaut werden kann.
[0003] Eine Bohrvorrichtung zum Erstellen solcher Sprenglöcher in einem Seegrund ist aus
der
EP 1 640 557 A1 bekannt. Die Bohrantriebe der Bohranlage der
EP 1 640 557 A1 sind oberhalb des Wasserspiegels angeordnet. Dies macht es erforderlich, mit dem
Bohrgestänge zunächst die gesamte Wassertiefe zu durchfahren, bevor das Bohrgestänge
am Grund aufgesetzt werden kann. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass das Bohrgestänge
fluchtend mit der Bohrachse der oberhalb der Wasseroberfläche angeordneten Bohrantriebe
am Grund aufgesetzt wird. Die genaue Fluchtung ist wichtig, um umlaufende Biegebewegungen
des Bohrgestänges beim späteren Bohrvorgang zu vermeiden. Solche Biegebewegungen könnten
unerwünschte mechanische Spannungen im Gestängewerkstoff zur Folge haben, die unter
Umständen zu einem vorzeitigen Verschleiß des Gestänges führen können. Außerdem kann
bei nicht fluchtender Bohrung der Einbau der Sprengladungen erschwert sein.
[0004] Das erforderliche fluchtende Aufsetzen des Bohrgestänges ist jedoch häufig dadurch
erschwert, dass der Gewässergrund unterhalb der Wasseroberfläche nicht sichtbar ist.
[0005] Zur Herstellung von Sprenglöchern wird nach der
EP 1 640 557 A1 zunächst mit einer Vollbohrkrone gebohrt. Anschließend wird das Bohrgestänge wieder
herausgewonnen und die Vollbohrkrone wird gegen eine Hohlbohrkrone ausgewechselt.
Anschließend wird mit diesem Hohlbohrgestänge die Bohrung nochmals nachgesetzt. Wenn
die Endtiefe erreicht ist, werden die Sprengladungen durch das hohle Bohrgestänge
bis zum Bohrlochtiefsten eingebaut. Das Bohrgestänge wird sodann zusammen mit der
Hohlbohrkrone über die Sprengladungen wieder herausgezogen. Dieses zweimalige Abbohren
mit dazwischen liegendem Werkzeugwechsel erfordert ebenfalls ein genau positioniertes
Abbohren in der Flucht der Bohrachse.
[0006] Sofern am Gewässergrund kein standfestes Material ansteht, muss beim Bohren häufig
mit einem Schutzrohr gearbeitet werden, welches simultan mit dem Bohrgestänge abgeteuft
wird und erst dann abgeschlagen wird, wenn es einen standfesten Bodenhorizont erreicht
hat. Die abschließende Bohrtiefe wird durch das Weiterabteufen des im Schutzrohr verlaufenden
Innengestänges erreicht.
[0007] Bei der Vorrichtung der
EP 1 640 557 A1 kann beim Vorliegen einer geringen Mächtigkeit der nicht standfesten Schicht ein
schweres Standrohr durch Schwerkraft ohne Drehbewegungen durch eine Windenvorrichtung
auf den Grund abgesetzt und dort abgestellt werden. Das Standrohr kann sodann das
Bohrloch vor nachfallendem Material schützen und eine Zentrierung des Bohrgestänges
beim Anbohren bewirken. Eine derartige Anlage kommt mit einem einzelnen Bohrantrieb
aus. Allerdings kann die Zentrierung von Bohrgestänge und Standrohr im Einzelfall
aufwändig sein.
[0008] Wenn die nicht standfesten Bodenschichten am Gewässergrund eine größere Mächtigkeit
aufweisen, ist es häufig erforderlich, das Schutzrohr im Überlagerungsbohrverfahren
in die weichen Bodenschichten einzubohren. Hierzu werden Schutzrohr und Bohrgestänge
zumeist mit einem einzigen Bohrantrieb drehschlagend abgebohrt. Auch bei derartigen
Bohranlagen ist jedoch in der Regel auf ein exakt fluchtendes Anbohren zu achten.
Zu diesem Zweck kann vorgesehen sein, den Bohrmast längs der Bohrachse verschiebbar
am Bohrschiff anzuordnen, so dass der Bohrmast in das Wasser und in den Bereich des
Gewässergrundes absenkbar ist. Hierdurch kann vermieden werden, dass das Bohrgestänge
beim Anbohren seitlich ausweicht. Sobald das Schutzrohr in den Boden eingebunden ist,
kann der Bohrmast wieder teilweise oder vollständig aus dem Wasser herausgehoben werden.
[0009] Bei einer Vorrichtung mit verstellbarem Bohrmast kann es allerdings erforderlich
sein, hydraulische Komponenten mit in das Wasser abzusenken, was aufgrund der häufig
korrosiven Wirkung des Seewassers aufwändige Korrosionsschutzmaßnahmen erforderlich
machen kann. Ferner sind aufgrund des erheblichen Gewichts des Mastes vergleichsweise
starke und somit kostspielige Hubeinrichtungen erforderlich. Überdies sind vergleichsweise
aufwändige Hydraulik-Leitungsführungen erforderlich und es müssen Last-Kompensationssysteme
für solche Winden, die fest an Deck stehen, deren Seile aber über den in seiner Höhe
variablen Mastkopf geführt werden, vorgesehen werden. Beim Überlagerungsbohren mit
lediglich einem Bohrantrieb müssen zudem noch Maßnahmen zum Ausbauen oder Nachsetzen
des Bohrgestänges vorgesehen werden, um jeweils freien Zugang zum Außenrohr beziehungsweise
zum Bohrloch zu erlauben.
[0010] Eine gattungsbildende Bohrvorrichtung, bei welcher der Mast mitsamt dem Bohrgestängedrehantrieb
in das Wasser absenkbar ist, ist beispielsweise aus der
GB 2 039 575 A bekannt.
[0011] Um das letztgenannte Ausbauen oder Verlängern des Bohrgestänges zu vermeiden, kann
mit separaten Bohrantrieben für das Innenbohrgestänge und für das Außengestänge, das
heißt das Schutzrohr, gearbeitet werden. Eine entsprechende Bohranlage ist beispielsweise
aus der
EP 0 379 187 A1 bekannt. Gemäß dieser Druckschrift sind zwei Bohrantriebe vorgesehen, die voneinander
entkoppelt werden können. Eine solche Entkopplung ermöglicht es, bei vollkommen zurückgefahrenem
oberen Bohrantrieb für das Bohrgestänge das Schutzrohr und die Bohrung für das Beladen
mit Sprengstoff freizuhalten und nach erfolgter Beladung das Schutzrohr mit dem unteren
Bohrantrieb wieder herauszugewinnen. Hierdurch entfallen sämtliche zuvor beschriebenen
Gestängewechselvorgänge und die Bohrung kann in einem Zug eingebracht werden. Eine
solche Bohranlage mit zwei Bohrantriebsschlitten ist zwar von der Bohrleistung her
gesehen sehr vorteilhaft, sie kann aber auch vergleichsweise schwer und hydraulisch
komplex sein; was die Realisierung der zuvor beschriebenen Längsverschiebung des Bohrmastes
am Bohrschiff zum exakten Positionieren der Bohrung noch aufwändiger gestalten würde.
[0012] Längs verschiebbare Bohrmaste sind auch bei landgebundenen Bohrgeräten bekannt. Insbesondere
können bei einer solchen Anordnung teleskopierbare Bohrmasten realisiert werden, wie
beispielsweise aus der
WO 2004/074626 A1, der
DE 198 09 773 A1 und der
DE 102 24 906 A1 bekannt. Die teleskopierbaren Bohrmasten erlauben einen großen Bohrhub bei kleinen
Transportabmessungen, was beispielsweise für den Untertageeinsatz vorteilhaft ist.
Wie bei dem zuvor beschriebenen Verfahren zum Unterwasser-Grundbohren wird bei den
teleskopierbaren Masten der Mast mitsamt dem Bohrantrieb relativ zum Trägerfahrzeug
bewegt, was vergleichsweise aufwändige Hubeinrichtungen erforderlich macht.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bohrvorrichtung und ein Verfahren anzugeben, mit denen
Bohrungen am Grund eines Gewässers mit geringem Aufwand besonders präzise und zuverlässig
hergestellt werden können.
[0014] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Bohrvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsbeispiele der Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0015] Eine erfindungsgemäße Bohrvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich
zum Bohrantrieb eine Anbohrführung für das Bohrgestänge vorgesehen ist, welche unterhalb
des Bohrmastes am Führungsträger angeordnet ist, dass der Bohrantrieb längsverschiebbar
am Bohrmast gelagert ist, und dass der Führungsträger mit der Anbohrführung relativ
zum Bohrmast und der Arbeitsbühne in Längsrichtung des Bohrmastes verfahrbar ist,
wobei der Führungsträger unabhängig vom Bohrantrieb positioniert werden kann.
[0016] Nach der Erfindung ist vorgesehen dass, insbesondere an der Arbeitsbühne, ein Führungsträger
vorgesehen ist, der sich in einen Bereich unterhalb des Bohrmastes erstreckt und der
unterhalb des Bohrmastes eine Anbohrführung für das Bohrgestänge aufweist, und dass
der Führungsträger mit der Anbohrführung relativ zum Bohrmast und der Arbeitsbühne
in Längsrichtung des Bohrmastes verfahrbar ist.
[0017] Ein erster Grundgedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, dass in der den
Bohrmast stützenden Tragkonstruktion ein nach unten ausschiebbarer Führungsträger
mit einer Anbohrführung zum Führen des Bohrgestänges in der Bohrachse vorgesehen wird.
Die erfindungsgemäße Anordnung ermöglicht es, bei Bedarf eine zuverlässige Führung
zum Anbohren im Bereich des Gewässergrundes vorzusehen, ohne dass hierzu der schwere
Bohrmast mitsamt den hieran angeordneten Antriebsaggregaten verschoben und in das
Wasser eingetaucht werden müsste. Folglich gelangt keine Antriebskomponente und/oder
hydraulische Komponente unter den Wasserspiegel und eine vorzeitige Korrosion dieser
Komponenten wird wirksam verhindert. Verglichen mit einer Lösung, bei welcher der
gesamte Bohrmast bewegt wird, muss nach der Erfindung der Hubantrieb überdies nur
die Hubbewegung des vergleichsweise leichten Führungsträgers bewerkstelligen, nicht
jedoch die des gesamten Bohrturms. Hierdurch kann der Antrieb vergleichsweise kostengünstig
realisiert werden. Durch den erfindungsgemäß feststehenden Bohrmast ist auch die hydraulische
Steuerung der Winden wesentlich einfacher, da der Mastkopf stets in der gleichen Höhe
über Deck positioniert bleiben kann. Die Anbohrführung schafft eine effiziente Führung
für das Bohrgestänge und/oder ein Schutzrohr beim Anbohrvorgang und auch beim weiteren
Bohren, die besonders einfach und kostengünstig realisiert werden kann.
[0018] Bei dem Schwimmkörper kann es sich beispielsweise um ein Schiff oder um einen Ponton
handeln. Der Schwimmkörper kann Mittel zum Abstützen am Gewässergrund aufweisen. Hierzu
können beispielsweise Stützsäulen vorgesehen sein, die vom Schwimmkörper auf den Hafengrund
abgesenkt werden können. Der Schwimmkörper kann als Teil der Bohrvorrichtung oder
als eigenständiges Element angesehen werden.
[0019] Der Bohrmast verläuft vorzugsweise zumindest annähernd vertikal, kann zum Schrägbohren
jedoch auch geneigt angeordnet sein. Zu Transportzwecken ist der Bohrmast zweckmäßigerweise
in Fertigungssektionen unterteilt, was einen besonders einfachen Transport erlaubt.
Da nach der Erfindung ein vertikales Positionieren der Anbohrführung allein durch
Bewegung des Führungsträgers erfolgen kann, kann der Bohrmast in vertikaler Richtung
und/oder der Richtung der Bohrachse unbeweglich an der Arbeitsbühne vorgesehen sein.
[0020] Unter der Längsrichtung des Mastes kann insbesondere die Richtung der Bohrachse verstanden
werden, die sich zweckmäßigerweise zumindest annähernd vertikal erstreckt. Besonders
vorteilhaft kann es sein, dass der Führungsträger mit der Anbohrführung ausschließlich
in Längsrichtung des Bohrmastes verfahrbar ist, da hiermit sichergestellt werden kann,
dass sich die Anbohrführung stets in der Bohrachse befindet. Es kann aber auch vorgesehen
sein, dass der Führungsträger beim Verfahren in Längsrichtung eine überlagerte Bewegung
quer zum Bohrmast ausführt, so dass in der Summe der Bewegungskomponenten eine Bewegung
schräg zum Bohrmast gegeben ist. Auch kann vorgesehen sein, dass der Führungsträger
unabhängig sowohl in Längsrichtung als auch quer zum Mast verfahrbar ist. Bei einer
derartigen Anordnung kann die Anbohrführung zeitweise aus der Bohrachse herausgefahren
werden, wenn beispielsweise zeitweise keine Gestängeführung an der Anbohrführung erwünscht
ist. Zu diesem Zweck kann auch vorgesehen sein, dass die Anbohrführung relativ zum
Führungsträger verfahrbar ist, und zwar insbesondere quer zur Längsrichtung des Bohrmastes
und/oder quer zur Bohrachse.
[0021] Bei dem Bohrantrieb kann es sich beispielsweise um einen Dreh- und/oder Schlagantrieb
handeln, der dazu dient, das Bohrgestänge koaxial zur Bohrachse zu halten und längs
der Bohrachse in den Boden einzubringen.
[0022] Die Arbeitsbühne ist zweckmäßigerweise auf dem Schwimmkörper, das heißt an dessen
Oberseite angeordnet. Damit die Anbohrführung nah an den Gewässergrund gebracht werden
kann, erstreckt sich der Führungsträger bevorzugt unter den Schwimmkörper, jedenfalls
unter die Arbeitsbühne. Der Führungsträger kann beispielsweise einen Längsträger aufweisen,
der in Längsrichtung des Bohrmastes verläuft. An diesem Längsträger, insbesondere
an seinem Ende, kann wiederum, vorzugsweise rechtwinklig, ein quer verlaufender Querträger
vorgesehen sein, der die Anbohrführung trägt. Bei der Anbohrführung kann es sich beispielsweise
um eine Führungshülse handeln, aber auch einzelne Führungsflächen können ausreichend
sein.
[0023] Besonders vorteilhaft ist es nach der Erfindung, dass die Anbohrführung durch Verfahren
des Führungsträgers in einen unterhalb eines Wasserspiegels angeordneten Bereich,
das heißt insbesondere in einen unterhalb der Wasserlinie des Schwimmkörpers angeordneten
Bereich, einbringbar ist. Hierdurch kann die Anbohrführung besonders nah an der Bohrstelle
angeordnet werden und somit eine besonders wirksame Gestängeführung erzielt werden.
Beispielsweise im Hinblick auf Wartungsarbeiten ist es zweckmäßig, dass die Anbohrführung
durch Verfahren des Führungsträgers nach oben in einen Bereich oberhalb des Wasserspiegels
und/oder der Wasserlinie verschiebbar ist, wo die Anbohrführung besonders gut zugänglich
ist.
[0024] Weiterhin ist es besonders zweckmäßig, dass der Bohrmast oberhalb des Wasserspiegels
und/oder der Wasserlinie angeordnet ist. Hierdurch wird eine übermäßige Korrosion
der am Bohrmast angeordneten Antriebsvorrichtungen vermieden.
[0025] Vorteilhaft ist es weiterhin, dass der Führungsträger als Gitterträger ausgebildet
ist, wodurch er besonders leicht und zugleich steif ausgeführt werden kann. Grundsätzlich
ist jedoch auch ein Rohrträger oder ein massiver Träger denkbar.
[0026] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass, insbesondere an der
Arbeitsbühne, ein Traggerüst vorgesehen ist, welches sich zweckmäßigerweise von der
Arbeitsbühne nach oben erstreckt. Am Traggerüst können beispielsweise Antriebsaggregate
der Bohrvorrichtung vorgesehen sein. Insbesondere kann am Traggerüst ein Führungsträgerantrieb
zum Verfahren des Führungsträgers angeordnet sein. Das Traggerüst ist zweckmäßigerweise
fest auf der Arbeitsbühne angeordnet.
[0027] Sofern ein Traggerüst vorgesehen ist, ist es vorteilhaft, dass der Bohrmast am Traggerüst
ausgebildet ist. Insbesondere können der Bohrmast und das Traggerüst integral ausgebildet
sein, das heißt insbesondere, dass der Bohrmast und das Traggerüst gemeinsame Teile
aufweisen können. Bohrmast und Traggerüst können aber auch als separate Teile ausgebildet
sein. Dabei ist es vorteilhaft, dass der Bohrmast zum Aussteifen des Bohrmastes mit
dem Traggerüst verbunden ist. Hierdurch wird bei geringem Gewicht ein besonders zuverlässiger
Bohrbetrieb ermöglicht. Zum Aussteifen ist der Bohrmast geeigneterweise mehrfach auf
unterschiedlicher Höhe mit dem Traggerüst verbunden. Vorzugsweise überragt der Bohrmast
das Traggerüst und weist an seinem oberen Ende einen Mastkopf mit Seilumlenkung auf.
[0028] Sofern ein Traggerüst vorgesehen ist, ist es weiterhin besonders vorteilhaft, dass
der Führungsträger zumindest bereichsweise innerhalb des Traggerüstes verläuft. Bei
einer derartigen Anordnung kann das Traggerüst in konstruktiv besonders einfacher
Weise auch zum Halten und/oder Heben sowie zum Einhausen des Führungsträgers dienen.
Vorzugsweise ist der Führungsträger am Traggerüst geführt.
[0029] Weiter ist es erfindungsgemäß, dass ein Führungsträgerantrieb zum Längsverfahren
des Führungsträgers vorgesehen ist. Hiermit kann die Anbohrführung zuverlässig positioniert
werden. Der Führungsträgerantrieb ist zweckmäßigerweise als eigenständiges Antriebssystem
ausgebildet, das heißt dass mit ihm der Führungsträger unabhängig vom Bohrmast und/oder
dem Bohrantrieb positioniert werden kann. Der Führungsträgerantrieb weist vorteilhafterweise
zumindest eine Antriebswinde auf, die zweckmäßigerweise am Traggerüst angeordnet ist.
Eine konstruktiv besonders einfache Bohrvorrichtung ist dadurch gegeben, dass der
Führungsträgerantrieb zumindest ein Antriebsseil aufweist, das am Führungsträger angeordnet
ist. Zweckmäßigerweise verläuft das Antriebsseil zumindest abschnittsweise innerhalb
des Traggerüstes und/oder wird am Traggerüst umgelenkt, wofür am Traggerüst eine entsprechende
Umlenkrolle vorgesehen sein kann. Für eine besonders einfache Konstruktion kann der
Führungsträgerantrieb als Hubwindenantrieb ausgebildet sein. Bei einem solchen Antrieb
erfolgt das Absenken durch Schwerkraftwirkung. Alternativ kann als Führungsträgerantrieb
auch ein Seilvorschubantrieb mit eingescherten Seilen vorgesehen sein. Bei einem solchen
Seilvorschubantrieb ist ein Antriebsseil sowohl zum Heben als auch zum Absenken des
Führungsträgers angeordnet. Durch ein solches System kann anders als bei einer reinen
Hubwinde auch eine abwärts gerichtete Kraft auf den Führungsträger erzeugt werden.
Unter einem Antriebsseil kann nach der Erfindung beispielsweise auch eine Antriebskette
verstanden werden.
[0030] Alternativ sind als Führungsträgerantrieb auch andere Linear-Vorschubsysteme möglich,
beispielsweise Hydraulikzylinderantriebe, Zahnstangenantriebe oder Bolzenleistenantriebe,
gegebenenfalls mit Triebstockverzahnung. Der Führungsträgerantrieb ist zweckmäßigerweise
so ausgelegt, dass der Führungsträger stufenlos verstellbar ist.
[0031] Die Zuverlässigkeit beim Betrieb kann weiter dadurch erhöht werden, dass eine Absteckeinrichtung
zum Arretieren des Führungsträgers vorgesehen ist. Hierdurch kann gewährleistet werden,
dass der Führungsträger selbst bei einem Ausfall des Führungsträgerantriebes zuverlässig
festgelegt ist. Die Absteckeinrichtung weist vorzugsweise zumindest einen an der Arbeitsbühne
oder am Führungsträger angeordneten Bolzen auf, der in korrespondierende Ausnehmungen
des Führungsträgers beziehungsweise der Arbeitsbühne einschiebbar ist. Die Absteckeinrichtung
ist zweckmäßigerweise am Traggerüst und/oder an einer Führung des Führungsträgers
vorgesehen.
[0032] Besonders vorteilhaft ist es, dass eine Verstelleinrichtung vorgesehen ist, mit der
die Arbeitsbühne, insbesondere mitsamt dem Bohrmast und dem Führungsträger, relativ
zum Schwimmkörper verstellbar ist. Die Verstellbarkeit der Arbeitsbühne ermöglicht
es, mehrere Bohrungen nebeneinander abzutun, ohne hierzu den Schwimmkörper versetzen
zu müssen und hierzu Verankerungen des Schwimmkörpers lösen zu müssen. Zweckmäßigerweise
ist die Arbeitsbühne in zumindest zwei, vorzugsweise senkrecht zueinander stehenden
Raumrichtungen relativ zum Schwimmkörper verstellbar. Eine Verstellbarkeit kann insbesondere
in der Horizontalen gegeben sein, das heißt quer zum Verlauf des Bohrmastes und/oder
der Bohrachse.
[0033] Die Verstelleinrichtung weist erfindungsgemäß eine Zwischenbühne auf, die zwischen
der Arbeitsbühne und dem Schwimmkörper vorgesehen ist. Die Zwischenbühne ist zweckmäßigerweise
relativ zum Schwimmkörper in einer ersten Raumrichtung verschiebbar und die Arbeitsbühne
wiederum relativ zur Zwischenbühne in einer zweiten Raumrichtung verschiebbar. Vorzugsweise
weist die Verstelleinrichtung an der Arbeitsbühne und/oder an der Zwischenbühne angeordnete
Rollenlager auf, um diese Relativbewegungen zu gewährleisten.
[0034] Nach der Erfindung werden Bohrmast, Traggerüst und vorzugsweise auch zumindest ein
hydraulisches Powerpack auf der Arbeitsbühne angeordnet. Bei der Bewegung der Arbeitsbühne
relativ zum Schwimmkörper werden somit Bohrmast, Traggerüst und hydraulisches Powerpack
nicht relativ gegeneinander bewegt, wodurch sich eine besonders kostengünstige Anordnung
ergibt.
[0035] Ein konstruktiv besonders einfacher Aufbau ist dadurch gegeben, dass der Bohrmast
und/oder das Traggerüst auf der Arbeitsbühne und/oder dem Schwimmkörper aufstehen.
Gemäß dieser Ausführungsform erstreckt sich der Bohrmast und/oder das Traggerüst von
der Arbeitsbühne nach oben. Weiterhin ist es vorteilhaft, dass der Führungsträger
durch die Arbeitsbühne durchsteht. Hierdurch kann eine besonders einfache Führung
des Führungsträgers realisiert werden.
[0036] Für ein besonders zuverlässiges Verfahren des Führungsträgers ist es vorteilhaft,
dass die Arbeitsbühne eine Führung für den Führungsträger aufweist. Ferner ist es
vorteilhaft, dass am Traggerüst und/oder am Bohrmast eine weitere Führung für den
Führungsträger vorgesehen ist. Eine Führung kann auch am Schwimmkörper vorgesehen
sein. Zumindest eine der Führungen ist zweckmäßigerweise hülsenförmig ausgebildet.
Die an der Arbeitsbühne vorgesehene Führung ist bevorzugt unterhalb der am Bohrmast
und/oder am Traggerüst vorgesehenen Führung angeordnet. Sofern eine Absteckeinrichtung
vorgesehen ist, ist diese zweckmäßigerweise an einer Führung, insbesondere der unteren
Führung angeordnet.
[0037] Um Querkräfte vom Bohrgestänge fernzuhalten, ist es weiterhin vorteilhaft, dass die
Arbeitsbühne eine Führung für das Bohrgestänge aufweist. Diese kann ebenfalls durch
eine Führungshülse gegeben sein. Gemäß dieser Ausführungsform wird das Bohrgestänge
sowohl an der Führung der Arbeitsbühne als auch an der hierunter liegenden verstellbaren
Anbohrführung geführt.
[0038] Bei dem Bohrgestänge kann es sich um ein Einzelgestänge aber vorzugsweise auch um
ein Doppelgestänge mit einem Außengestänge und einem hierin verlaufenden Innengestänge
handeln. Das Außengestänge kann auch als Schutzrohr bezeichnet werden. Insbesondere
für den Betrieb eines Doppelgestänges ist es vorteilhaft, dass ein zweiter Bohrantrieb
für das Bohrgestänge vorgesehen ist, der bevorzugt längsverschiebbar am Bohrmast gelagert
ist. In diesem Fall kann der erste Bohrantrieb zum Betrieb des Außengestänges und
der zweite Bohrantrieb zum Betrieb des Innengestänges dienen. Der zweite Bohrantrieb
für das Innengestänge ist zweckmäßigerweise oberhalb des ersten Bohrantriebes für
das Außengestänge angeordnet. Der Bohrantrieb für das Außengestänge verfügt zweckmäßigerweise
über eine Hohlwelle mit einem ausreichend großen Durchmesser, so dass das Innenbohrgestänge
durchtreten kann. Dies ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn das Außengestänge oder
auch das Innengestänge drehschlagend abgebohrt wird. Bei dem ersten und/oder bei dem
zweiten Bohrantrieb kann es sich um einen Dreh- und/oder Schlagantrieb handeln, das
heißt die beiden Bohrantriebe können rein drehend oder auch drehschlagend ausgeführt
sein. Unter Umständen könnte auch ein reiner Rüttelbetrieb vorgesehen sein.
[0039] Soweit zwei Bohrantriebe vorgesehen sind, ist es besonders vorteilhaft, dass diese
unabhängig voneinander am Bohrmast verschiebbar sind. In diesem Fall kann beispielsweise
nach dem Abbohren mittels des zweiten Bohrantriebs zunächst das Innengestänge gezogen
werden, während das Außengestänge im Boden verbleibt. Über das Außengestänge kann
dann Sprengstoff in das Bohrloch eingebracht werden. Anschließend kann durch Verfahren
des ersten Bohrantriebes auch das Außengestänge gezogen werden.
[0040] Zum unabhängigen Verstellen der Bohrantriebe weist der erste Bohrantrieb und der
zweite Bohrantrieb geeigneterweise jeweils einen eigenen unabhängigen Stellantrieb
auf, der zwischen dem jeweiligen Bohrantrieb und der Arbeitsbühne wirkt.
[0041] Besonders vorteilhaft ist es, dass der erste Bohrantrieb und/oder der zweite Bohrantrieb
zum Verschieben längs des Bohrmastes jeweils zumindest einen Stellantrieb mit zumindest
einem Antriebsmotor aufweist, der am jeweiligen Bohrantrieb angeordnet ist. Durch
Anordnung des Antriebsmotors am Bohrantrieb kann der Bohrmast als reine Stahlkonstruktion
ausgeführt werden, der keine beweglichen Teile wie beispielsweise ein mastintegriertes
Vorschubsystem benötigt. Hierdurch wird, insbesondere bei einem verschwenkbaren oder
einem abbaubaren Bohrmast, eine besonders hohe Betriebszuverlässigkeit erreicht. Bei
dieser Ausführungsform befindet sich der Antriebsmotor am Bohrantrieb, insbesondere
an einem gegebenenfalls vorhandenen Schlitten des Bohrantriebes.
[0042] Der Stellantrieb des ersten und/oder zweiten Bohrantriebes ist zweckmäßigerweise
als Drehantrieb ausgebildet. Besonders vorteilhaft ist es, dass der Stellantrieb des
ersten und/oder des zweiten Bohrantriebes zumindest ein Antriebsrad aufweist, das
formschlüssig in entsprechende Ausnehmungen am Bohrmast eingreift. Insbesondere kann
der Stellantrieb somit als Ritzel-Zahnstangenantrieb, als Bolzenkettenantrieb oder
als Bolzenleistenantrieb ausgebildet sein. Derartige Antriebe sind insbesondere dann
vorteilhaft, wenn bei einem Seilantrieb aufgrund der großen Mastlänge eine große Seildehnung
oder gar ein Seilbruch zu befürchten wäre.
[0043] Der Stellantrieb des ersten und/oder zweiten Bohrantriebes kann aber auch als Windenantrieb
ausgebildet sein, wobei vorzugsweise jedem Bohrantrieb eine eigene Winde zugeordnet
ist. Zweckmäßigerweise ist der Stellantrieb des ersten und/oder zweiten Bohrantriebes
so ausgebildet, dass er eine freie Aufwärtsbewegung des jeweiligen Bohrantriebes zulässt.
Dies kann in besonders einfacher Weise durch einen Windenantrieb mit einem Windenseil
mit einem freien Ende realisiert werden, in welches der jeweilige Bohrantrieb eingehängt
ist. Ein solches System ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Vorrichtung bei
einem nicht abgestützten Schiff oder Ponton zum Einsatz kommt. Würden in diesem Fall
die Stellantriebe eine starre Verbindung zwischen dem Ponton und den Bohrantrieben
mit dem Bohrgestänge bilden, so könnten Wellenbewegungen unter Umständen zu Beschädigungen
des Bohrgestänges führen, wenn diese fest im Boden eingespannt ist. Lassen die Stellantriebe
hingegen eine Aufwärtsbewegung der Bohrantriebe zu, so können die Bohrantriebe und
das hieran angeordnete Bohrgestänge die Wellenbewegung relativ zum Schwimmkörper mitverfolgen
und schädliche Lasten am Bohrgestänge werden vermieden.
[0044] Zweckmäßigerweise ist zumindest eine Klemmeinrichtung zum Brechen und/oder Zusammenfügen
des Bohrgestänges vorgesehen. Diese Klemmeinrichtung ist vorzugsweise an der Arbeitsbühne
angeordnet. Die Klemmeinrichtung weist geeigneterweise zumindest eine Klemmzange auf,
die insbesondere um die Bohrachse drehbar sein kann. Vorzugsweise weist die Klemmeinrichtung
zumindest zwei, insbesondere drei Klemmzangen übereinander längsversetzt entlang der
Bohrachse auf.
[0045] Sofern eine Klemmeinrichtung vorgesehen ist, ist es besonders vorteilhaft, dass die
Klemmeinrichtung, insbesondere quer zum Bohrgestänge und/oder zur Bohrachse, verschiebbar
ist, so dass neben der Klemmeinrichtung ein Freiraum geschaffen werden kann, in welchen
der ersten Bohrantrieb und/oder der zweite Bohrantrieb einfahrbar ist. Die Klemmeinrichtung
kann dabei linear verschiebbar oder auch verschwenkbar vorgesehen sein. Bei einer
aus der Bohrachse verfahrbaren oder ausschwenkbaren Klemmeinrichtung können die Bohrantriebe
besonders weit nach unten gefahren werden, was den Einbau von Sprengladungen deutlich
erleichtern kann und außerdem Mastlänge einspart. Die Klemmeinrichtung kann auch als
Klemm- und Brecheinrichtung bezeichnet werden.
[0046] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Einbringen einer Sprengladung in den
Grund eines Gewässers, bei dem mittels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ein als
Hohlgestänge ausgebildetes Bohrgestänge in den Grund eingebracht wird und anschließend
die Sprengladung durch das Hohlgestänge in den Grund eingebaut, insbesondere eingespült
wird.
[0047] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele, die schematisch
in den Figuren dargestellt sind, näher erläutert. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1 bis Fig. 3
- Seitenansichten einer erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung in verschiedenen Verfahrensstadien;
- Fig. 4
- eine Detailausschnittsansicht der Vorrichtung der Figuren 1 bis 3 im Bereich der Arbeitsbühne
von der Seite;
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht der Vorrichtung der Fig. 4 mit Blickrichtung von oben bei
einem Schnitt durch das Traggerüst;
- Fig. 6
- eine gebrochene Seitenansicht der Vorrichtung der Figuren 1 bis 5 beim Einbau von
Sprengladungen;
- Fig. 7
- den Bohrantrieb für das Außenrohr der Vorrichtung der Figuren 1 bis 6 mit Vorschubantrieb
in Seitenansicht;
- Fig. 8
- eine Unteransicht des Bohrantriebes aus Fig. 7; und
- Fig. 9
- eine Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung.
[0048] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung ist in Fig. 1 und
im Detail in Fig. 4 dargestellt. Die Vorrichtung weist einen als Schiff oder Schwimmponton
ausgebildeten Schwimmkörper 10 auf, der bis zu seiner Wasserlinie 100 in ein Gewässer
eintaucht. Der Schwimmkörper 10 kann über nicht dargestellte Ankereinrichtungen mit
dem Boden 99 am Grund des Gewässers verankert und insbesondere am Grund abgestützt
sein.
[0049] Auf dem Schwimmkörper 10 ist eine Zwischenbühne 18 und hierauf wiederum eine Arbeitsbühne
13 angeordnet. Die Arbeitsbühne 13 ist über in den Figuren 4 und 5 benannte Rollenlager
16 horizontal verschiebbar an der Zwischenbühne 18 gelagert, wobei die Verschiebbarkeit
in diesem Fall in der in den Figuren 1 bis 5 von links nach rechts verlaufenden Richtung
gegeben ist. Die Zwischenbühne 18 ist ihrerseits über in den Figuren 4 und 5 benannte
Rollenlager 19 horizontal verschiebbar am Schwimmkörper 10 gelagert, wobei die Verschiebbarkeit
in diesem Fall senkrecht zur erstgenannten Verschiebungsrichtung, nämlich in der in
den Figuren 1 und 4 senkrecht zur Zeichenebene verlaufenden Richtung und in der in
Fig. 5 von oben nach unten verlaufenden Richtung gegeben ist. Die Zwischenbühne 18
kann somit auch als Quertisch und die Arbeitsbühne 13 als Längstisch bezeichnet werden.
Durch die doppelt verschiebbare Lagerung der Arbeitsbühne 13 kann diese relativ zum
Schwimmkörper 10 in zwei horizontalen Raumrichtungen bewegt werden. Dies ermöglicht
es, von einer Schiffsposition aus mehrere Bohrungen niederzubringen. Die Zwischenbühne
13 bildet mit den Rollenlagern 16 und 19 eine Verstelleinrichtung für die Arbeitsbühne.
[0050] Von der Arbeitsbühne 13 erstreckt sich ein Bohrmast 30 vertikal nach oben. Ferner
erstreckt sich von der Arbeitsbühne 13 ein gittermastartiges Traggerüst 20 senkrecht
nach oben. Wie insbesondere in Fig. 1 und 4 dargestellt, ist der Bohrmast an mehreren
übereinander liegenden Befestigungsstellen 21 am Traggerüst 20 befestigt. Somit wird
der schlanke, in Fertigungssektionen unterteilte Bohrmast 30 durch das Traggerüst
20 ausgesteift.
[0051] Am Bohrmast 30 sind zwei Bohrantriebe 31, 32 unabhängig voneinander längsverschiebbar
vorgesehen. Hierzu weisen die Bohrantriebe 31, 32 jeweils einen eigenen Vorschubschlitten
und ein eigenes Vorschubsystem auf, das weiter unten im Zusammenhang mit den Figuren
7 und 8 im Detail erläutert werden wird.
[0052] Wie insbesondere Fig. 4 zeigt dienen die beiden Bohrantriebe 31, 32 zum drehenden
Antreiben und axialen Vortreiben eines als Doppelbohrgestänge ausgebildeten Bohrgestänges
1, 2 bezüglich der Bohrachse 5. Der untere Bohrantrieb 31 ist dabei zum Betrieb des
Außengestänges 1 vorgesehen und der obere Bohrantrieb 32 zum Betrieb des Innengestänges
2. Der untere, erste Bohrantrieb 31 weist, wie in Fig. 6 und 7 gezeigt, eine Hohlwelle
78 auf, über die das Innengestänge 2 in das Außengestänge 1 eingeführt ist. Am unteren
Ende des Innengestänges 2 kann, wie in Fig. 6 gezeigt, eine Bohrkrone 7 vorgesehen
sein, und/oder gegebenenfalls ein beispielsweise druckluftbetriebener Imlochhammer.
[0053] Beim Bohrbetrieb ragt das Bohrgestänge 1, 2 durch die Arbeitsbühne 13, die auch als
Arbeitsplattform oder Arbeitstisch bezeichnet werden kann, hindurch und in das Gewässer
hinein. Zur Führung des Bohrgestänges 1, 2, insbesondere des Außengestänges 1, ist
an der Arbeitsbühne 13 eine als Führungshülse ausgebildete Führung 15 vorgesehen,
die insbesondere in den Figuren 4 und 5 erkennbar ist.
[0054] Die oberhalb der Wasseroberfläche befindliche Führung 15 ist beim Unterwasserbohren
in der Regel vergleichsweise weit vom Gewässergrund entfernt. Um dennoch ein exaktes
Aufsetzen des Bohrgestänges 1, 2 am Gewässergrund in der Bohrachse 5 zu erreichen,
ist nach der Erfindung zudem eine Anbohrführung 41 für das Bohrgestänge 1, 2, insbesondere
für das Außengestänge 1, vorgesehen. Die Anbohrführung 41 ist insbesondere in Fig.
1 erkennbar. Die Anbohrführung 41 und die Führung 15 bewirken beide eine radiale Abstützung
des Bohrgestänges 1, 2.
[0055] Die Anbohrführung 41 ist an einem als Gitterträger ausgebildeten Führungsträger 40
angeordnet, der vertikal bezüglich dem Bohrmast 30, dem Traggerüst 20, dem Schwimmkörper
10 und der Arbeitsbühne 13 verschiebbar an der Arbeitsbühne 13 geführt ist. Die vertikale
Verschiebbarkeit des Führungsträgers 40 mit der Anbohrführung 41 ermöglicht es einerseits,
auch bei wechselnden Wassertiefen die Anbohrführung 41 stets in der Nähe des Gewässergrundes
zu positionieren. Andererseits kann die verschiebbare Anbohrführung 41 das Bohrgestänge
1, 2 beim Absenken durch das Wasser hindurch begleiten, so dass sichergestellt ist,
dass sich das Bohrgestänge 1, 2 in der Anbohrführung 41 befindet, wenn mit dem Bohrgestänge
1, 2 der Grund erreicht wird. Fig. 1 zeigt die Bohranlage mit maximal nach unten abgesenkter
Anbohrführung 41.
[0056] Wie insbesondere Fig. 1 zeigt weist der Führungsträger 40 einen längs des Bohrmastes
30 verlaufenden Längsträger 44 und endseitig hieran einen rechtwinklig vom Längsträger
44 abstehenden Querträger 45 auf, an dem wiederum die Anbohrführung 41 vorgesehen
ist. Der Führungsträger 40 ist somit L-förmig ausgebildet.
[0057] Wie insbesondere Fig. 4 zeigt verläuft der Führungsträger 40 an seinem oberen Ende
mit seinem Längsträger 44 innerhalb des Traggerüstes 20. Der Führungsträger 40 ist
zweifach am Schiffskörper 10 geführt, nämlich durch eine erste Führung 14 in der Arbeitsbühne
13 und eine darüber angeordnete zweite Führung 24 am Traggerüst 20. Die Führungen
14 und 24 sind voneinander beabstandet und als Gleitführungen ausgebildet.
[0058] Wie insbesondere die Figuren 1, 4 und 5 zeigen ist zum vertikalen Verstellen des
Führungsträgers 40, das heißt zum Heben und Senken, ein Führungsträgerantrieb mit
einer Winde 60 vorgesehen. Diese Winde 60 gibt ein Antriebsseil 61 aus, das endseitig
am Führungsträger 40 angeordnet ist. Wie Fig. 1 zeigt verläuft das Antriebsseil 61
von der Winde 60 längs des Traggerüsts 20 und ist um eine Umlenkung 62 herum umgelenkt,
die in einem oberen Bereich am Traggerüst 20 vorgesehen ist. Auch die Winde 60 ist
am Traggerüst 20 angeordnet. Das Antriebsseil 61 ist mittig am oberen Ende des Führungsträgers
40, nämlich am Längsträger 44 des Führungsträgers 40 befestigt. Eine Abwärtsbewegung
des Führungsträgers 40 resultiert aus der Schwerkraftwirkung beim Ablassen der Winde
60.
[0059] An der als Führungshülse ausgebildeten unteren Führung 14 ist eine Absteckvorrichtung
69 vorgesehen, mit welcher der Führungsträger 40 vertikal an der Arbeitsbühne 13 und
somit am Schwimmkörper 10 gesichert werden kann.
[0060] Wie insbesondere die Figuren 1, 4 und 5 zeigen ist am Traggerüst 20 ferner eine Hilfswinde
65 vorgesehen, die ein Hilfswindenseil 66 ausgibt. Wie Fig. 1 zeigt verläuft dieses
Hilfswindenseil 66 längs des Traggerüstes 20 und des Bohrmastes 30 zu einem Mastkopf
38 des Bohrmastes 30, wo es an einer Umlenkung umgelenkt wird. Der Bohrmast 30 überragt
das Traggerüst 20 nach oben.
[0061] Der Bohrmast 30 und das Traggerüst 20 sind auf der Arbeitsbühne 13 befestigt. Auf
dieser Arbeitsbühne 13 befinden sich, wie in den Figuren 1, 4 und 5 gezeigt, auch
ein hydraulisches Powerpack 27 sowie eine Steuerungskabine 29. Für eine gute Sicht
verläuft die Bohrachse 5 zwischen der Steuerungskabine 29 einerseits und dem Bohrmast
30 mit dem Traggerüst 20 andererseits. Die Arbeitsbühne 13 ist an ihrer Oberseite
eben ausgebildet. Zur Bohrspülung kann wie dargestellt ein Luftkompressor 28 eingesetzt
werden. Alternativ oder zusätzlich sind auch Spülpumpen möglich. Die Spülung wird
dem Bohrgestänge 1, 2 über einen in den Figuren nicht dargestellten Spülkopf zugeführt.
[0062] Auf der Arbeitsbühne 13 ist überdies eine Klemmeinrichtung 50 zum Lösen und Verbinden
des Innengestänges 2 und/oder des Außengestänges 1 vorgesehen. Diese Klemmeinrichtung
50 ist in den Figuren 4 und 5 im Detail dargestellt. Sie weist drei längs der Bohrachse
5 übereinander angeordnete Klemmzangen 51 zum Klemmen des Bohrgestänges 1, 2 auf,
welche zum Betätigen eines Schraubengewindes auch drehbar ausgeführt sein können.
Die Klemmeinrichtung 50 ist mit allen drei Klemmzangen 51 in der in den Figuren 4
und 5 dargestellten Pfeilrichtung bewegbar. Hierdurch ist es möglich, die Klemmeinrichtung
50 zum Brechen oder Zusammenfügen zur Bohrachse 5 hin zu bewegen. Andererseits kann
die Klemmeinrichtung 50 hierdurch von der Bohrachse 5 hinweg bewegt werden, so dass
ein Freiraum geschaffen wird, in den, wie in Fig. 3 gezeigt, der Bohrantrieb 31 für
eine maximale Bohrtiefe eingeschoben werden kann. Zum Führen der Klemmeinrichtung
50 beim Verschieben ist eine als Führungsschiene ausgebildete Linearführungseinrichtung
53 vorgesehen.
[0063] Die Figuren 7 und 8 zeigen im Detail den Stellantrieb des ersten Bohrantriebes 31
zum Längsverfahren entlang dem Bohrmast 30. Der Stellantrieb des zweiten Bohrantriebs
32 ist analog ausgebildet. Wie die Figuren 7 und 8 zeigen sind am Bohrantrieb 31 zwei
als Hydraulikdrehmotoren ausgebildete Antriebsmotoren 70 vorgesehen, an deren Abtriebswelle
jeweils ein Antriebsrad 71, 71' vorgesehen ist. Die Antriebsräder 71, 71', die beispielsweise
eine Triebstockverzahnung aufweisen können, greifen in Ausnehmungen 73 ein, die in
zwei parallel verlaufenden Bolzenleisten 74, 74' am Bohrmast 30 ausgebildet sind.
An Stelle eines Bolzenleistensystems kann auch ein Zahnstangensystem oder ein Seilantrieb
vorgesehen werden.
[0064] Wie Fig. 7 ferner zeigt, kann der Bohrantrieb 31 für das Außengestänge 1 mit einer
Hohlwelle 78 zum Durchgang des Innengestänges 2 ausgebildet sein. Ferner kann ein
Schlagwerk mit Hohldurchgang, insbesondere mit einem hohl gebohrten Schlagkolben,
vorgesehen sein. Dies ermöglicht es, das Außengestänge 1 drehschlagend in den Gewässergrund
einzubohren. Zum Betrieb des Schlagkolbens weist der Bohrantrieb 31 geeigneterweise
ein hydraulisches Schlagwerk auf.
[0065] Die Figuren 2 und 3 zeigen unterschiedliche Verfahrensstadien beim Erstellen einer
Bohrung mit einer erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung. Fig. 2 zeigt die Bohrvorrichtung
in der Ausgangsstellung, das heißt in der beim Positionieren für ein neues Bohrloch
vorgesehenen Stellung. Hierbei sind die beiden Bohrantriebe 31 und 32 mit dem daran
angeordneten Außengestänge 1 beziehungsweise Innengestänge 2 in die jeweils höchste
Stellung verfahren. Auch der Führungsträger 40 mit der Anbohrführung 41 befindet sich
in der höchsten Position. In dieser Konfiguration können die beiden Bühnen 13, 18
gefahrlos verfahren werden oder der gesamte Schwimmkörper 10 versetzt werden. Die
Klemmeinrichtung 50 ist aus der Bohrachse 5 zurückgefahren.
[0066] Fig. 3 zeigt die Bohrantriebe 31, 32 in der jeweils tiefsten Stellung, woraus sich
bei einer festen Länge des Bohrgestänges 1, 2 und bei gegebener Wassertiefe die maximalen
Bohrtiefen für das Außengestänge 1 und das Innengestänge 2 im Gewässergrund ergeben.
In der Darstellung der Fig. 3 ist die Klemmeinrichtung 50 an der Linearführungseinrichtung
53 aus der Bohrachse 5 hinausverfahren, so dass die Bohrantriebe 31, 32 möglichst
nah auf die Arbeitsbühne 13 hinabfahren können. In dem in Fig. 3 dargestellten Zustand
ist auch die Anbohrführung 41 vollständig abgesenkt.
[0067] Fig. 6 zeigt die Situation beim Einbau von Sprengladungen. In diesem Fall ist der
obere Bohrantrieb 32 mit dem hieran befestigten Innengestänge 2 mit Bohrkrone 7 in
die höchste Position nach oben verfahren. Der untere Bohrantrieb 31 ist vom Außengestänge
1 abgekoppelt und zumindest so weit nach oben verfahren, dass beim Hochfahren des
Innengestänges 2 die Bohrkrone 7 oder der gegebenenfalls hieran vorgesehene Imlochhammer
nicht durch die Hohlwelle 78 des unteren Bohrantriebes 31 hindurchgezogen werden muss,
falls der Durchmesser der Hohlwelle 78 dafür zu klein ist. Der untere Bohrantrieb
31 verbleibt somit oberhalb der Bohrkrone 7 oder gegebenenfalls dem Imlochhammer.
[0068] Das als Schutzrohr ausgebildete Außengestänge 1, welches in den Boden eingedreht
ist und im Gewässergrund steht, und das Bohrloch sind in dieser Konfiguration von
der Arbeitsbühne 13 am Schwimmkörper 10 aus frei zugänglich, so dass die Sprengladungen,
wie durch einen Pfeil in Fig. 6 angedeutet, eingebaut werden können. Nach dem Einbau
der Sprengladungen werden die beiden Bohrantriebe 31, 32 so weit abgesenkt, dass das
Außengestänge 1 wieder am unteren Bohrantrieb 31 befestigt werden kann. Anschließend
werden die beiden Bohrantriebe 31, 32 wieder in die in Fig. 2 dargestellte Ausgangslage
für das nächste Bohrloch verfahren.
[0069] Ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung ist in Fig.
9 dargestellt. Gleich oder ähnlich wirkende Elemente sind in allen Figuren mit denselben
Bezugszeichen gekennzeichnet. Das Ausführungsbeispiel der Fig. 9 unterscheidet sich
vom Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 8 zum einen dadurch, dass nach dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 9 der Bohrmast 30 integral mit dem Traggerüst 20 ausgebildet ist. Demgemäß
bildet das Traggerüst 20, in welchem der Führungsträger 40 geführt ist, zugleich den
Bohrmast 30. Die beiden Bohrantriebe 31', 32' befinden sich auf Gleitführungen am
gitterförmigen Traggerüst 20.
[0070] Ferner unterscheidet sich das Ausführungsbeispiel der Fig. 9 vom Ausführungsbeispiel
der Figuren 1 bis 8 durch die Ausgestaltung der Stellantriebe zum Längsverschieben
der Bohrantriebe 31', 32'. Entsprechend Fig. 9 sind diese Stellantriebe als Windenantriebe
ausgebildet. Zum Betätigen des Bohrantriebs 31' für das in Fig. 9 nicht dargestellte
Außengestänge 1 ist eine Winde 101 mit einem Seil 103 vorgesehen, wobei das Seil 103
ein freies Ende aufweist, an dem der Bohrantrieb 31' angeordnet ist. Zum Betätigen
des Bohrantriebs 32' für das in Fig. 9 nicht dargestellte Innengestänge 2 ist eine
weitere Winde 102 mit einem Seil 104 vorgesehen, wobei das Seil 104 ebenfalls ein
freies Ende aufweist, an dem der Bohrantrieb 32' angeordnet ist. Die Winden 101 und
102 sind ebenso wie die beiden weiteren Winden 60 und 65 am Traggerüst 20 angeordnet.
Die Seile 103 und 104 verlaufen ausgehend von den Winden 101 beziehungsweise 102 längs
des Traggerüstes 20 nach oben, werden im Bereich des Mastkopfes 38 an einer Umlenkung
105 umgelenkt und verlaufen von der Umlenkung 105 längs des Traggerüstes 20 vertikal
nach unten zu den Bohrantrieben 31' beziehungsweise 32'. Die beiden Bohrantriebe 31'
und 32' und insbesondere deren Schlitten hängen somit jeweils an einer eigenen Hubwinde
101 beziehungsweise 102 und sie können dadurch am Mast angehoben werden. Das Ablassen
erfolgt durch das Eigengewicht der Bohrantriebe 31' und 32'. Bei der Anordnung der
Fig. 9 können die Bohrantriebe 31' und 32' beim Vorliegen von aufwärts gerichteten
Kräften im Bohrgestänge 1, 2 frei nach oben gleiten, so dass unerwünschte Verspannungen
beim Auftreten von Wellenbewegungen vermieden werden.
1. Bohrvorrichtung, insbesondere zum Einbringen einer Bohrung am Grund eines Gewässers,
mit
- einer Arbeitsbühne (13), welche an einem Schwimmkörper (10) anbringbar ist,
- einem Bohrmast (30), welcher an der Arbeitsbühne (13) angeordnet ist, und
- mindestens einem Bohrantrieb (31) für ein Bohrgestänge (1, 2),
- wobei ein Führungsträger (40) vorgesehen ist, der sich in einen Bereich unterhalb
des Bohrmastes (30) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet,
- dass zusätzlich zum Bohrantrieb (31) eine Anbohrführung (41) für das Bohrgestänge (1,
2) vorgesehen ist, welche unterhalb des Bohrmastes (30) am Führungsträger (40) angeordnet
ist,
- dass der Bohrantrieb (31) längsverschiebbar am Bohrmast (30) gelagert ist, und
- dass der Führungsträger (40) mit der Anbohrführung (41) relativ zum Bohrmast (30) und
der Arbeitsbühne (13) in Längsrichtung des Bohrmastes (30) verfahrbar ist, wobei der
Führungsträger (40) unabhängig vom Bohrantrieb (31) positioniert werden kann.
2. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Anbohrführung (41) durch Verfahren des Führungsträgers (40) in einen unterhalb
eines Wasserspiegels angeordneten Bereich einbringbar ist, und
- dass der Bohrmast (30) oberhalb des Wasserspiegels angeordnet ist.
3. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Führungsträger (40) als Gitterträger ausgebildet ist.
4. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass an der Arbeitsbühne (13) ein Traggerüst (20) vorgesehen ist,
- dass der Führungsträger (40) zumindest bereichsweise innerhalb des Traggerüstes (20) verläuft,
und
- dass der Bohrmast (30) am Traggerüst (20) ausgebildet ist ist.
5. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass ein Führungsträgerantrieb zum Längsverfahren des Führungsträgers (40) vorgesehen
ist,
- dass der Führungsträgerantrieb zumindest ein Antriebsseil (61) aufweist, das am Führungsträger
(40) angeordnet ist, und
- dass eine Absteckeinrichtung (69) zum Arretieren des Führungsträgers (40) vorgesehen ist.
6. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Verstelleinrichtung vorgesehen ist, mit der die Arbeitsbühne (13) mitsamt dem
Bohrmast (30) und dem Führungsträger (40) relativ zum Schwimmkörper (10) in zwei Raumrichtungen
horizontal verstellbar ist.
7. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Bohrmast (30) und/oder das Traggerüst (20) auf der Arbeitsbühne (13) aufstehen,
und
- dass der Führungsträger (40) durch die Arbeitsbühne (13) durchsteht.
8. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass an der Arbeitsbühne (13) eine Führung (14) für den Führungsträger (40) vorgesehen
ist,
- dass am Traggerüst (20) und/oder am Bohrmast (30) eine Führung (24) für den Führungsträger
(40) vorgesehen ist, und
- dass die Arbeitsbühne (13) eine Führung (15) für das Bohrgestänge (1, 2) aufweist.
9. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass ein zweiter Bohrantrieb (32) für das Bohrgestänge (1, 2) vorgesehen ist, der längsverschiebbar
am Bohrmast (30) gelagert ist, und
- dass die beiden Bohrantriebe (31, 32) unabhängig voneinander am Bohrmast (30) verschiebbar
sind.
10. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der erste Bohrantrieb (31) und/oder der zweite Bohrantrieb (32) zum Verschieben längs
des Bohrmastes (30) jeweils zumindest einen Stellantrieb mit zumindest einem Antriebsmotor
(70) aufweist, der am jeweiligen Bohrantrieb (31, 32) angeordnet ist, und
- dass die Stellantriebe jeweils zumindest ein Antriebsrad (71) aufweisen, das formschlüssig
in entsprechende Ausnehmungen (73) am Bohrmast (30) eingreift.
11. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Bohrantrieb (31) und/oder der zweite Bohrantrieb (32) zum Verschieben längs
des Bohrmastes (30) jeweils zumindest einen Stellantrieb aufweist, der als Windenantrieb
ausgebildet ist.
12. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass zumindest eine Klemmeinrichtung (50) zum Brechen und/oder Zusammenfügen des Bohrgestänges
(1, 2) vorgesehen ist, und
- dass die Klemmeinrichtung (50) quer zur Bohrachse (5) verschiebbar ist, so dass neben
der Klemmeinrichtung (50) ein Freiraum geschaffen werden kann, in welchen der Bohrantrieb
(31) einfahrbar ist.
13. Verfahren zum Einbringen einer Sprengladung in den Grund eines Gewässers, bei dem
- mittels einer Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche ein als Hohlgestänge
ausgebildetes Bohrgestänge (1, 2) in den Grund eingebracht wird und
- anschließend die Sprengladung durch das Hohlgestänge in den Grund eingebaut wird.
1. Drilling device, in particular for producing a drill-hole in the bed of a body of
water comprising
- a working platform (13), which can be fixed on a floating body (10),
- a drill mast (30), which is arranged on the working platform (13) and
- at least one drill drive (31) for a drill rod (1, 2),
- whereby a guide girder (40) is provided, which extends into an area below the drill
mast (30),
characterized in that
- in addition to the drill drive (31) a spot drilling guide (41) is provided for the
drill rod (1, 2), which is arranged below the drill mast (30) on the guide girder
(40),
- the drill drive (31) is supported in a longitudinally displaceable manner on the
drill mast (30) and
- the guide girder (40) together with the spot drilling guide (41) can be moved relative
to the drill mast (30) and the working platform (13) in the longitudinal direction
of the drill mast (30), whereby the guide girder (40) can be positioned independently
of the drill drive (31).
2. Drilling device according to claim 1,
characterized in that
- through movement of the guide girder (40) the spot drilling guide (41) can be introduced
into an area arranged below a water level and
- the drill mast (30) is arranged above the water level.
3. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the guide girder (40) is designed as a lattice girder.
4. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
- on the working platform (13) a supporting framework (20) is provided,
- the guide girder (40) extends at least in sections inside the supporting framework
(20) and
- the drill mast (30) is designed on the supporting framework (20).
5. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
- a guide girder drive for longitudinal movement of the guide girder (40) is provided,
- the guide girder drive has at least one drive cable (61) which is arranged on the
guide girder (40) and
- a pin-securing means (69) is provided for locking the guide girder (40).
6. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
an adjusting means is provided, by means of which the working platform (13) together
with the drill mast (30) and the guide girder (40) can be adjusted horizontally in
two spatial directions relative to the floating body (10).
7. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
- the drill mast (30) and/or the supporting framework (20) are positioned on the working
platform (13) and
- the guide girder (40) extends through the working platform (13).
8. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
- on the working platform (13) a guide (14) for the guide girder (40) is provided,
- on the supporting framework (20) and/or on the drill mast (30) a guide (24) for
the guide girder (40) is provided and
- the working platform (13) has a guide (15) for the drill rod (1, 2).
9. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
- a second drill drive (32) is provided for the drill rod (1, 2), which is supported
in a longitudinally displaceable manner on the drill mast (30) and
- the two drill drives (31, 32) can be displaced independently of each other on the
drill mast (30).
10. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
- for displacement longitudinally of the drill mast (30) the first drill drive (31)
and/or the second drill drive (32) each have at least one actuating drive with at
least one drive motor (70), which is arranged on the respective drill drive (31, 32)
and
- the actuating drives each have at least one drive wheel (71) which engages in a
form-locking manner in corresponding recesses (73) on the drill mast (30).
11. Drilling device according to any one of claims 1 to 10,
characterized in that
for displacement longitudinally of the drill mast (30) the first drill drive (31)
and/or the second drill drive (32) each have at least one actuating drive which is
designed as a winch drive.
12. Drilling device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
- at least one clamping means (50) is provided for breaking and/or joining the drill
rod (1, 2) together and
- the clamping means (50) can be displaced transversely to the drilling axis (5) so
that a free space can be created next to the clamping means (50), into which the drill
drive (31) can be moved.
13. Method for inserting an explosive charge into the bed of a body of water, in which,
- a drill rod (1, 2) designed as a hollow rod is introduced into the bed by means
of a device according to any one of the preceding claims and
- subsequently the explosive charge is placed into the bed through the hollow rod.
1. Dispositif de forage, en particulier pour réaliser un forage au fond de l'eau, avec
- une plate-forme de travail (13) qui peut être rapportée sur un corps flottant (10),
- un mât de forage (30) qui est placé sur la plate-forme de travail (13), et
- au moins un entraînement de forage (31) pour une ligne de forage (1, 2),
- un support de guidage (40) étant prévu, qui s'étend dans une zone située au-dessous
du mât de forage (30),
caractérisé
- en ce que, en plus de l'entraînement de forage (31), il est prévu un guidage de forage (41)
pour la ligne de forage (1, 2), qui est placé sur le support de guidage (40) au-dessous
du mât de forage (30),
- en ce que l'entraînement de forage (31) est monté mobile longitudinalement sur le mât de forage
(30), et
- en ce que le support de guidage (40) peut être déplacé avec le guidage de forage (41) dans
la direction longitudinale du mât de forage (30) par rapport au mât de forage (30)
et à la plate-forme de travail (13), le support de guidage (40) pouvant être positionné
indépendamment de l'entraînement de forage (31).
2. Dispositif de forage selon la revendication 1,
caractérisé
- en ce que le guidage de forage (41) peut être amené dans une zone située au-dessous du niveau
de l'eau par déplacement du support de guidage (40), et
- en ce que le mât de forage (30) est placé au-dessus du niveau de l'eau.
3. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le support de guidage (40) est conformé en poutre à treillis.
4. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé
- en ce qu'un châssis porteur (20) est placé sur la plate-forme de travail (13),
- en ce que le support de guidage (40) s'étend, au moins par endroits, à l'intérieur du châssis
porteur (20), et
- en ce que le mât de forage (30) est réalisé sur le châssis porteur (20).
5. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé
- en ce qu'il est prévu un entraînement de support de guidage pour le déplacement longitudinal
du support de guidage (40),
- en ce que l'entraînement de support de guidage présente au moins un câble d'entraînement (61)
qui est placé sur le support de guidage (40), et
- en ce qu'un dispositif d'enfichage (69) est prévu pour immobiliser le support de guidage (40).
6. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un dispositif de déplacement est prévu, avec lequel la plate-forme de travail (13)
peut être déplacée avec le mât de forage (30) et le support de guidage (40) dans deux
directions, horizontalement par rapport au corps flottant (10).
7. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé
- en ce que le mât de forage (30) et/ou le châssis porteur (20) se dressent sur la plate-forme
de travail (13), et
- en ce que le support de guidage (40) traverse la plate-forme de travail (13).
8. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé
- en ce que sur la plate-forme de travail (13) est prévu un guidage (14) pour le support de guidage
(40),
- en ce que sur le châssis porteur (20) et/ou sur le mât de guidage (30) est prévu un guidage
(24) pour le support de guidage (40), et
- en ce que la plate-forme de travail (13) comprend un guidage (15) pour la ligne de forage (1,
2).
9. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé
- en ce qu'un deuxième entraînement de forage (32) est prévu pour la ligne de forage (1, 2),
qui est monté de manière mobile longitudinalement sur le mât de forage (30), et
- en ce que les deux entraînements de forage (31, 32) peuvent être déplacés indépendamment l'un
de l'autre sur le mât de forage (30).
10. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé
- en ce que le premier entraînement de forage (31) et/ou le deuxième entraînement de forage (32)
comprennent, pour le déplacement le long du mât de forage (30), chacun au moins un
entraînement de réglage avec au moins un moteur d'entraînement (70), lequel est placé
sur l'entraînement de forage respectif (31, 32), et
- en ce que les entraînements de réglage comprennent chacun au moins une roue d'entraînement
(71) qui se met en prise par engagement positif dans des évidements correspondants
(73) sur le mât de forage (30).
11. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que le premier entraînement de forage (31) et/ou le deuxième entraînement de forage (32)
présente(nt), pour le déplacement le long du mât de forage (30), chacun au moins un
entraînement de réglage qui est conformé en entraînement de treuil.
12. Dispositif de forage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé
- en ce qu'au moins un dispositif de blocage (50) est prévu pour rompre et/ou assembler la ligne
de forage (1, 2), et
- en ce que le dispositif de blocage (50) est mobile transversalement à l'axe de forage, de telle
sorte qu'à côté du dispositif de blocage (50) se crée un espace libre dans lequel
l'entraînement de forage (31) peut être rentré.
13. Procédé pour introduire une charge explosive au fond de l'eau, dans lequel
- au moyen d'un dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes,
une ligne de forage (1, 2) conformée en ligne creuse est introduite dans le sol, et
- la charge explosive est ensuite insérée dans le sol à travers la ligne creuse.