[0001] Die Erfindung betrifft ein aktives Linienabschlussmodul zur Überwachung einer Leitungsimpedanz
von elektrischen Anlagen nach den Merkmalen des ersten Patentanspruches.
[0002] Das aktive Linienabschlussmodul zur Überwachung einer Leitungsimpedanz von elektrischen
Anlagen ist geeignet für den Einsatz zur Überwachung von Brandmeldelinien, insbesondere
für den Einsatz in Meldesockeln am Ende von Brandmeldelinien.
[0003] Die Überwachung von Grenzwertlinien auf Drahtbruch und Kurzschluss erfolgt bisher
über einen Überwachungsstrom, der durch einen Widerstand am Ende der zu überwachenden
Linie, insbesondere einer Brandmeldelinie, verursacht wird. Dieser Überwachungsstrom
durch den Widerstand plus die Stromaufnahme der Brandmelder auf der Linie bildet den
Ruhestrom, der von der Zentrale kontinuierlich überwacht wird. Sinkt dieser Ruhestrom
unter einen bestimmten Wert, erkennt die Zentrale dieses als Drahtbruch auf der Linie
und meldet Störung.
[0004] Jüngere europäische Normen fordern, dass bereits die Erhöhung der Leitungsimpedanz
auf den als Maximum spezifizierten Wert zur Anzeige einer Drahtbruchmeldung führen
muss. Das ist mit der herkömmlichen Methode sehr schwierig, da eine Ruhestromabsenkung
um ca. 0,1 mA bereits zu einer Störungsmeldung führen müsste. Da der reale Linienruhestrom
durch die pulsierende Stromaufnahme einiger Melder um mehrere mA schwanken kann, ist
ein Erfüllen jüngster Normen mit der herkömmlichen Technik nicht möglich.
[0005] Nachteilig ist weiterhin, dass ein Bereich vorhanden ist (ca. 50 Ohm bis 1.000 Ohm),
in dem keine Störungen angezeigt werden, obwohl ein Alarm nicht mehr zuverlässig ausgewertet
werden kann.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Überwachungsmodul für den Linienabschluss
von Meldelinien, insbesondere Brandmeldelinien, zu entwickeln, mit dem es zuverlässig
möglich ist, Drahtbrüche spannungsunabhängig zu ermitteln, wobei ein Nachrüsten bestehender
Anlagen möglich sein soll.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein aktives Linienabschlussmodul nach den Merkmalen des
ersten Patentanspruches gelöst.
[0008] Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wieder.
[0009] Die erfindungsgemäße Lösung sieht ein aktives Linienabschlussmodul zur Überwachung
einer Leitungsimpedanz von elektrischen Anlagen vor, bei der zwischen den zu überwachenden
Leitungen eine Konstantstromsenke mit Leuchtanzeige, ein Spannungsregler und ein intelligenter
Elektronikbaustein so angeordnet sind, dass der intelligente Elektronikbaustein mittels
einer Leitung mit der Konstantstromsenke verbunden ist. Das aktive Linienabschlussmodul
eignet sich zur Überwachung von Leitungen, insbesondere Alarmleitungen jeglicher Art,
insbesondere aber von zu überwachenden Linien einer Brandmeldelinie. Dazu kann die
erfindungsgemäße Vorrichtung mechanisch so gestaltet sein, dass sie in einen Meldesockel
am Ende einer Brandmeldelinie als Linienabschluß eingesteckt werden kann. Das kann
in geeigneter Weise durch einen oder mehrere Stecker erfolgen. Das erfindungsgemäße
aktive Linienabschlußmodul ist aber auch in die Schaltung eines Alarmmelders, insbesondere
eines Brandmelders, direkt integrierbar, was besonders für neu zu gestaltende Anlagen
eine wichtige Ausführungsvariante darstellt. Nach der Ausführungsvariante besteht
zum einen die Möglichkeit, den Brandmelder in das einsteckbare Linienabschlussmodul
zu integrieren, oder das Linienabschlussmodul fest mit dem Brandmelder zu verbinden
oder in diesen zu integrieren. Bei Integration des Linienabschlussmoduls in den Brandmelder
können im Brandmelder vorhandene Microcontroller genutzt werden.
[0010] Die Konstantstromsenke des aktiven Linienabschlussmoduls wird im Ruhefall von einem
intelligenten Elektronikbaustein angesteuert, welche den Ruhestrom für die zu überwachende
Leitung bildet, wobei der intelligente Elektronikbaustein zyklisch die Konstantstromsenke
für kurze Zeit abschaltet oder den Konstantstrom erhöht und die Spannung an der zu
überwachenden Linie vor und nach der Abschaltung oder der Stromerhöhung misst. Bei
zu hoher Impedanz wird die Konstantstromsenke abgeschaltet oder/und ein Signal an
eine Überwachungseinrichtung gegeben. Die Überwachungseinrichtung kann der Brandmelder
oder sein Alarmsystem darstellen.
[0011] Vorteilhaft ist es, dem intelligenten Elektronikbaustein einen Spannungsregler vorzuschalten.
In einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung kann der Spannungsregler auch in den
intelligenten Baustein integriert sein. Der intelligente Baustein kann einen Microcontroller
oder einen programmierbaren Logikbaustein darstellen.
[0012] Die Leuchtanzeige kann in vorteilhafter Ausgestaltung eine Leuchtdiode darstellen.
Steigt der Wert der gemessenen Leitungsimpedanz über den vorgegebenen Wert, so schaltet
der intelligente Elektronikbaustein die Konstantstromsenke aus und die Leuchtanzeige
erlischt, so dass die Überwachungszentrale einen Drahtbruch registriert. Das Erlöschen
der Leuchtdiode zeigt aber optisch auch einen nichtstörungsfreien Betrieb an. Denkbar
ist es, die Leuchtanzeige auch durch einen anderen geeigneten Signalgeber zu ersetzen.
[0013] Im Folgenden wird die Erfindung an fünf Figuren und einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert. Die Figuren zeigen:
- Figur 1:
- Blockschaltbild eines aktiven Linienabschlussmoduls, bei dem der Spannungsregler in
den Microcontroller integriert ist.
- Figur 2:
- Blockschaltbild eines aktiven Linienabschlussmoduls mit separatem Spannungsregler
und Microcontroller.
- Figur 3:
- Aktives Linienabschlussmodul mit Leitungen und Steckverbindung für einen Meldesockel.
- Figur 4:
- Aktives Linienabschlussmodul in die Schaltung eines Brandmelders Integriert.
- Figur 5:
- Aktives Linienabschlussmodul, in die Schaltung eines Brandmelders integriert, wobei
der Spannungsregler in den Microcontroller integriert ist.
- Figur 6:
- Aktives Linienabschlussmodul, in die Schaltung eines Brandmleders integriert.
[0014] Die
Figur 1 zeigt das Blockschaltbild eines aktiven Linienabschlussmoduls 1, welches mit den
Kontakten 2 auf die zu überwachende Linie aufgesteckt werden kann.
[0015] Zwischen dem positiven und dem negativen elektrischen Kontakt 2 sind die Leuchtdiode
5 und die Konstantstromsenke 4 angeordnet und durch Leitungen miteinander verbunden.
Parallel dazu ist als intelligenter Elektronikbaustein ein Microcontroller 3 mit Spannungsregler
6 angeordnet. Vom Microcontroller 3 verläuft eine Leitung 7 zur Konstantstromsenke
4. Die Konstantstromsenke 4 wird im Ruhefall von dem Microcontroller 3 angesteuert
und bildet den Ruhestrom für die zu überwachende Linie. Der Microcontroller 3 schaltet
zyklisch die Konstantstromsenke 4 für kurze Zeit ab und/oder erhöht den Konstantstrom
kurzzeitig und misst die Spannung an der Linie vor und nach dieser Abschaltung bzw.
Stromerhöhung. Die Differenz dieser beiden Werte ist direkt proportional zur Leitungsimpedanz
der zu überwachenden Linie. Steigt der Wert der gemessenen Leitungsimpedanz über den
vorgegebenen Wert, so schaltet der Microcontroller 3 die Konstantstromsenke 4 aus
und die Leuchtdiode 5 erlischt, so dass die Überwachungszentrale einen Drahtbruch
registriert. Das Erlöschen der LED ist aber auch die optische Anzeige für einen nicht
störungsfreien Betrieb.
[0016] Die in
Figur 2 gezeigte Ausführungsvariante sieht vor, den Spannungsregler 6 vor den Microcontroller
3 anzuordnen.
[0017] Die
Figur 3 zeigt das aktive Linienabschlussmodul 1, welches die Schaltungen von Figur 1 oder
Figur 2 beinhalten kann, von dem Leitungen 8 zu den Kontakten 2 führen. Mit diesen
Kontakten 2 ist das aktive Linienabschlussmodul 1 an den Meldesockel, beispielsweise
einer Brandmeldelinie, einsteckbar, so dass diese kontinuierlich überprüfbar ist,
wobei die Leuchtanzeige im aktiven Linienabschlussmodul den störungsfreien Betrieb
oder einen Drahtbruch anzeigt.
[0018] In
Figur 4 ist eine Ausführungsvariante gezeigt, bei der das aktives Linienabschlussmodul 1
in die Schaltung eines Brandmelders 9 integriert ist, wobei eine Ausführungsvariante
dargestellt ist, bei der der Spannungsregler 6 dem Microcontroller 3 vorgeschaltet
ist.
[0019] Die
Figur 5 zeigt eine Ausführungsvariante, bei der das aktive Linienabschlussmodul 1 in die
Schaltung des Brandmelders 9 integriert ist, wobei der Spannungsregler 6 in den Microcontroller
3 integriert ist.
[0020] Die
Figur 6 zeigt eine Ausführungsvariante, bei der der Microcontroller 10 des Brandmelders 9
mit einer Kontaktstromsenke 4 und der Leuchtdiode 5 verbunden sind und damit ein Brandmelder
mit integriertem Linienabschlussmodul entsteht. Die Vorrichtung stellt eine besondere
Ausführungsvariante von Figur 5 dar, wobei der Microcontroller 3, 10 in Brandmelder
9 und Linienabschlussmodul 1 nicht doppelt vorhanden sein muss, da der Microcontroller
10 des Brandmelders die Steuerung der Konstantstromsenke 4 übernimmt.
[0021] Die Kontakte 11 des Brandmelders 9 zu der zu überwachenden Brandmeldelinie sind nicht
zwingend steckbar ausgebildet. Diese können auch als Schraubenklemmen etc. ausgeführt
sein.
[0022] Die erfindungsgemäße Lösung kann mechanisch kompatibel zum herkömmlichen Anschlusswiderstand
gefertigt werden, so dass ein Nachrüsten bestehender Anlagen möglich ist. Durch ihren
Einsatz erhöht sich die Systemzuverlässigkeit durch Störanzeigen beim Überschreiten
der zulässigen Linienimpedanz, so dass in allen Widerstandsbereichen Störungen angezeigt
werden. Der Ruhestrom der Brandmeldelinien ist durch die Konstantstromsenke spannungsunabhängig,
wodurch sich die Zuverlässigkeit bei der Auswertung des Linienstroms durch die Brandmeldezentrale
erhöht. Weiterhin erfolgt eine optische Anzeige für den störungsfreien Betrieb durch
die Leuchtanzeige.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
[0023]
- 1
- Aktives Linienabschlussmodul
- 2
- Kontakt des überwachenden aktiven Linienabschlussmoduls
- 3
- Microcontroller
- 4
- Konstantstromsenke
- 5
- Leuchtdiode
- 6
- Spannungsregler
- 7
- Leitung zwischen 3 und 4
- 8
- Leitungen vom aktiven Linienabschlussmodul 1 zum Kontakt 2
- 9
- Schaltung eines Brandmelders
- 10
- Microcontroller des Brandmelders
- 11
- Kontakt des Brandmelders mit der zu überwachenden Brandmeldelinie
1. Aktives Linienabschlussmodul (1) zur Überwachung einer Leitungsimpedanz von elektrischen
Anlagen, insbesondere für den Einsatz am Ende von Brandmeldelinien,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zwischen den zu überwachenden Leitungen eine Konstantstromsenke (4) mit Leuchtanzeige,
ein Spannungsregler (6) und ein intelligenter Elektronikbaustein so angeordnet sind,
dass der intelligente Elektronikbaustein mittels einer Leitung (7) mit der Konstantstromsenke
(4) verbunden ist.
2. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Konstantstromsenke (4) im Ruhefall vom intelligenten Elektronikbaustein angesteuert
wird und den Ruhestrom für die zu überwachende Leitung bildet, wobei der intelligente
Elektronikbaustein zyklisch die Konstantstromsenke (4) für kurze Zeit abschaltet oder
den Konstantstrom erhöht und die Spannung an der zu überwachenden Linie vor und nach
der Abschaltung oder der Stromerhöhung misst und bei zu hoher Impedanz die Konstantstromsenke
(4) abschaltet oder/und ein Signal an eine Überwachungseinrichtung gibt.
3. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zu überwachende Linie eine Brandmeldelinie darstellt.
4. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem intelligenten Elektronikbaustein ein Spannungsregler (6) vorgeschaltet ist.
5. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannungsregler (6) in den intelligenten Baustein integriert ist.
6. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der intelligente Baustein einen Microcontroller (3) oder einen programmierbaren Logikbaustein
darstellt.
7. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Leuchtanzeige eine Leuchtdiode (5) darstellt.
8. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das aktive Linienabschlussmodul (1) Kontakte (2) aufweist, die in den Meldesockel
einer Brandmeldelinie einsteckbar sind.
9. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das aktive Linienabschlussmodul (1) in die Schaltung eines Brandmelders (9) integriert
ist.
10. Aktives Linienabschlussmodul (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Brandmelder (9) und Linienabschlussmodul (1) in den Meldesockel der Brandmeldelinie
einsteckbar sind.