[0001] Die Erfindung betrifft einen durch ein fluides Druckmedium antreibbaren Motor. Insbesondere
betrifft die Erfindung einen Motor, bei dem ein in einem Motorraum angeordneter Läufer
mit einem Druckmedium antreibbar ist und bei dem ein axial bewegliches federbelastetes
Bremselement zur Bremsung des Läufers mit dessen Stirnseite eine Reibpaarung bildet.
[0002] Fluidmotoren werden vorzugsweise mit Druckluft oder mit einer Hydraulikflüssigkeit
betrieben. Für den Antrieb wird die bei der Entspannung des verwendeten Druckmediums
verrichtete Arbeit ausgenutzt.
[0003] Ein bekannter Motortyp ist der Lamellenmotor. Dieser umfaßt einen in einem Motorraum
drehenden Läufer mit radialen Lamellen. Bei Drehung des Läufers verändern sich die
Volumina der durch die Lamellen und die Wandung des Motorraums weitgehend abgedichteten
Zwischenräume. Das in diese Zwischenräume eingebrachte Druckmedium expandiert hierbei
und treibt den Läufer so an.
[0004] Derartige Motoren haben sich als sehr zuverlässig für eine Vielzahl von Anwendungen
erwiesen, bspw. für den Einsatz in Hebezeugen. Für viele Einsatzzwecke ist eine Bremseinrichtung
notwendig, die den Lamellenläufer abbremsen und stillsetzen kann, wenn kein Druckmedium
zugeführt wird. Insbesondere beim Einsatz in Hebezeugen wird so ein Abstürzen der
Last vermieden.
[0005] In einer Vielzahl von bekannten Hebezeugen ist die Bremseinrichtung zwar mit dem
Motor über eine Welle gekoppelt, befindet sich aber als separates Teil außerhalb des
Motorraums, d. h. außerhalb des Raums, in dem das Druckmedium expandiert.
[0006] In der
EP 1 099 040 ist ein mit Druckluft betriebener Lamellenmotor beschrieben. In einer zylindrischen
Motorhülse ist ein Lamellenläufer exzentrisch drehbar gelagert. Der Motor wird durch
Zuführung von Druckluft angetrieben, die sich bei der Vergrößerung von zwischen Lamellen
gebildeten Kammern entspannt. An einer Welle des Motors ist eine separate Bremseinrichtung
vorgesehen. Zur Schmierung des Motors enthält der Lamellenläufer Längsbohrungen, die
mit einem Schmierstoff von pastöser Konsistenz gefüllt sind.
[0007] Die
DE 1 102 488 offenbart einen Druckluftmotor für Hebezeuge, dessen Antriebswelle beim Abstellen
oder Ausbleiben der antreibenden Druckluft durch eine Reibungsbremse festgebremst
wird. Hierfür befindet sich auf einem Motorwellenstummel eine Bremsscheibe, die einen
zentrisch gelegenen Druckzylinder aufweist und durch Federspannung gegen einen Verschleißring
des Motorengehäuses gepresst wird. Die von einem Einlass zugeführte Druckluft wird
in einen Druckzylinder der Bremsscheibe zugeführt, wodurch diese gegen den Widerstand
der Federn vom Verschleißring abhebt und so den Betrieb des Motors ermöglicht.
[0008] In der
WO95/02762 ist ein hydraulischer Motor gezeigt. Ein Rotor dreht sich in einem Motorraum. Der
Rotor ist axial beweglich und wird durch Federn mit einem konischen Abschnitt gegen
eine gehäusefeste Reibfläche gedrückt. Der Motorraum ist mit der konischen Reibpaarung
über Kanäle mit darin angeordneten Ventilen verbunden. Im Betrieb gelangt das Druckmedium
aus dem Motorraum zu der Reibpaarung und bewirkt eine axiale Verschiebung des Rotors,
die zum Trennen der Reibpaarung und somit zum Lösen der Bremse führt.
[0009] In der
WO97/02406 der Anmelderin ist ein Lamellenläufer mit integrierter Bremsenrichtung gezeigt. Ein
Lamellenläufer ist in einem Motorraum durch Druckluft antreibbar. Ein Bremselement
ist verschiebbar und durch Federn belastet axial direkt neben dem Lamellenläufer angeordnet.
Der Lamellenläufer bildet so an seiner Stirnseite mit dem Bremselement eine Reibpaarung.
Die Reibpaarung ist im Motorraum angeordnet, so dass die im Betrieb dort wirkende
Druckluft auf das Bremselement wirkt und dieses entgegen der Federwirkung so verschiebt,
dass die Bremse gelöst wird. Diese Konstruktion hat sich in der Praxis außerordentlich
bewährt. Sie führt insbesondere zu einer kompakten Bauweise.
[0010] Die Druckschrift
US 3 125 200 A beschreibt ein Druckluft-Hebezeug mit einem pneumatischen Motor, der über ein zweistufiges
Planeten-Reduktionsgetriebe ein Zahnrad antreibt. Der Läufer des Motors ist über eine
Welle mit dem Getriebe verbunden. In, dem dem Motor gegenüberliegend angeordneten
Ende des Gehäuses ist ein Bremsmechanismus angeordnet mit einer Bremsscheibe an der
Welle, die beidseitig zwischen Bremselementen gebremst ist. Eines der Bremselemente
ist durch einen federbelasteten Bremskolben beaufschlagt, der mit einer Abstandsplatte
eine ringförmig, abgedichtete Kammer bildet. Durch Einleiten von Druckluft in die
Kammer kann der Bremskolben gegen die Wirkung der Feder verschoben werden, so dass
die Bremse entlastet wird.
[0011] In der Druckschrift
US 2 927 669 A ist ein Druckluftmotor für ein Hebezeug beschrieben. Eine Bremsscheibe mit einem
Druckzylinder ist axial beweglich federbelastet angeordnet. Druckluft zum Betrieb
des Motors wird durch eine Bohrung in der Motorwelle geleitet, um die Bremse im Betrieb
zu lösen.
[0012] In der
US 4 434 974 A ist eine pneumatische Bremseinrichtung für ein DruckluftHebezeug offenbart. Axial
neben dem Läufer eines Lamellenmotors ist als getrennt Einheit eine Bremseinrichtung
mit einer an der Motorwelle drehfest angebrachten Bremsscheibe vorgesehen. Die Bremsscheibe
wird durch Federkraft auf einen gehäusefesten Bremsring gedrückt, so dass sich im
Inneren des Bremsrings ein Druckraum bildet. Durch Beaufschlagung des Druckraums mit
Druckluft kann die Bremsscheibe auf der Welle axial verschoben werden, so dass sich
die Reibpaarung zwischen der Bremsscheibe und einem gehäusefesten Bremsring löst.
[0013] Die Druckschrift
WO0/04276 A zeigt einen Lamellenmotor mit einem Lamellenläufer. Der Lamellenläufer ist über eine
Motorwelle mit einer separaten Bremseinrichtung zur Bremsung des Rotors verbunden.
[0014] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Motor vorzuschlagen, bei dem auf einfache Weise
die Bremswirkung gegenüber bekannten Konstruktionen noch verbessert wird.
[0015] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Motor gemäß Anspruch 1. Abhängige Ansprüche
beziehen sich auf vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
[0016] Der erfindungsgemäße Motor weist einen inneren Motorraum und einen darin drehbaren
Läufer auf. Dieser ist durch ein Druckmedium antreibbar. Während mit dem Begriff Motorraum
zunächst der gesamte nach außen abgeschlossene innere Bereich des Motors bezeichnet
wird, wird der Teil (bzw. der Abschnitt der axialen Länge des Motorraums), in dem
das Druckmedium expandiert bzw. entspannt (bei hydraulischen Druckmedien ist die Bezeichnung
"entspannt" exakter, im folgenden wird aber zur Vereinfachung stets von "Expansion"
gesprochen) und so den Läufer antreibt hier als Arbeitsbereich bezeichnet. Der innere
Motorraum ist bevorzugt zylindrisch, d. h. er weist - wenigstens abschnittsweise -
über seine Längsachse einen gleichbleibenden Querschnitt, bevorzugt (aber nicht notwendig)
einen Kreisquerschnitt auf. Bei dem Läufer handelt es sich bevorzugt um einen Lamellenläufer;
ebenso kann das Konzept aber auch für andere Typen von Fluidexpansionsmotoren mit
anderen Arten von Läufern verwendet werden.
[0017] Axial neben dem Läufer ist ein Bremselement zum Bremsen des Läufers angeordnet. Bremselement
und Läufer sind axial gegeneinander beweglich, d. h. dass entweder der Läufer in Richtung
auf ein (feststehendes) Bremselement beweglich ist, oder ein Bremselement gegenüber
einem axial feststehenden Läufer, oder beide Elemente axial beweglich sind. Eines
oder beide Elemente weisen Federn auf, die die Elemente aufeinander drücken, so dass
sie eine federbelastete Reibpaarung bilden. Da das Bremselement nicht um die Achse
rotierbar ist, bewirkt die Reibpaarung eine Bremsung, bei ausreichender Reibung bis
hin zum Stillsetzen des Läufers.
[0018] Die Reibpaarung wird bevorzugt an einer oder an beiden Stirnflächen des Läufers gebildet.
Hierbei muss es sich nicht ausschließlich um radial angeordnete Flächen handeln, sondern
verschiedene Passformen, z. B. ein beidseitiger Konus, sind möglich.
[0019] Die zur Erfindung führenden Überlegungen umfassen die Erkenntnis, dass die Bremswirkung
abhängig ist von der Reibungskraft, und damit von dem Reibungskoeffizienten der Materialien
an der Reibpaarung und der aufgebrachten Federkraft. Hiervon ist es wegen der guten
Einstellbarkeit besonders bevorzugt, die Federkraft zu erhöhen. Allerdings sind einer
Erhöhung der Federkraft dadurch Grenzen gesetzt, dass das Druckmedium im Betrieb des
Motors noch in der Lage sein muss, die Bremse zu lösen. Für die maximale Kraft, die
hierfür zur Verfügung steht, ist der Druck des Mediums einerseits und die wirksame
Fläche andererseits maßgeblich. Um bei gleichbleibendem Druck eine höhere Kraft zu
erzielen, wird hier vorgeschlagen, die Fläche zu vergrößern.
[0020] Erfindungsgemäß ist daher ein spezieller Druckraum vorgesehen. Der Druckraum ist
so ausgebildet, dass seine Erstreckung im Querschnitt größer ist als die Querschnittserstreckung
des Motorraums an seinem Arbeitsbereich, er also mit Bezug auf die Längsachse mindestens
zum Teil weiter außen angeordnet ist. Zu vergleichen sind hier einerseits der Querschnitt
des Motorraums an der Stelle, an der das Druckmedium durch Expansion den Läufer antreibt
(Arbeitsbereich), besonders bevorzugt mindestens in seinen axial mittleren Bereich,
und andererseits die äußere Erstreckung des Druckraums, ebenfalls im Querschnitt betrachtet.
Für den - bevorzugten - Fall eines kreiszylindrischen Motorraums bedeutet dies, dass
als Querschnittserstreckung der innere Durchmesser der Berandung des Motorraums zu
betrachten ist. Der Druckraum ist bevorzugt als Ringraum ausgebildet, wobei sein äußerer
Durchmesser dann größer ist als der Durchmesser des Motorraums. Der Druckraum liegt
somit radial außerhalb des Arbeitsbereichs des Motorraums, so dass eine deutlich vergrößerte
Fläche bereitgestellt wird.
[0021] Der Druckraum wird mindestens einseitig von mindestens einem der Elemente der Reibpaarung
(Bremselement/Läufer) begrenzt. Ein im Druckraum aufgebauter Druck wirkt auf dieses
Element bzw. diese Elemente und führt zu einer Kraft auf das Bremselement und/oder
den Läufer. Der Druckraum ist hierbei so angeordnet, dass die aufgebrachte Kraft zur
Trennung der Reibpaarung führt, also entgegen der Federkraft gerichtet ist. So kann
durch Aufbauen eines Drucks im Druckraum eine Trennung der Reibpaarung zwischen Bremselement
und Läufer erreicht werden, so dass die Abbremsung des Läufers aufgehoben wird.
[0022] Der Druckraum ist erfindungsgemäß so angeordnet, dass das Druckmedium im Betrieb
des Motors in den Druckraum gelangt. Wird also Druckmedium zugeführt um den Läufer
anzutreiben, so gelangt dieses auch in den Druckraum und bewirkt die Trennung der
Reibpaarung und damit das Lösen der Bremse. Das Druckmedium kann hierbei aus einer
geeigneten Zuführung direkt in den Druckraum gelangen. Ebenso ist es möglich, dass
das Druckmedium durch eine Verbindung vom Arbeitsbereich des Motorraums in den Druckraum
gelangt.
[0023] Der erfindungsgemäß geschaffene Druckraum kann hierbei unterstützend zu einem bereits
direkt an der Reibpaarung (d.h. zwischen Bremselement und der danebenliegenden Stirnseite
des Läufers) angeordneten Druckraum wirken. Bei ausreichender Dimensionierung kann
er allerdings auch alleine die Kraft aufbringen, die zum Lösen der Bremse benötigt
wird.
[0024] Mit dem erfindungsgemäßen Motor wird eine Konstruktion erreicht, bei der einerseits
große Bremskräfte und andererseits eine automatische Lösung einer Reibbremse durch
das im Betrieb dem Motor zugeführte Druckmedium erzielt wird. Durch die im Querschnitt
große Erstreckung des Druckraums steht eine zusätzliche, relativ große Fläche für
die Wirkung des Druckmediums zur Verfügung. So muss auch für große Bremsleistungen
nicht auf den Vorteil der Konstruktion nach
WO97/02406 verzichtet werden, bei der eine automatische Lösung der Bremse bei Beaufschlagung
des Läufers erfolgt. Dennoch wird die Konstruktion durch den zusätzlichen Druckraum
nicht erheblich aufwendiger. Es sind keine zusätzlichen beweglichen Teile erforderlich
und die axiale Gesamtlänge der Konstruktion kann sogar gleich bleiben. So ist die
Herstellung eines kompakten, kostengünstigen Motors mit den beschriebenen Vorteilen
möglich.
[0025] Gemäß einer wesentlichen Weiterbildung der Erfindung ist ein Anschluss des Druckraumes
in einer Weise vorgesehen, dass bei einem umsteuerbaren Motor beim Betrieb in beiden
Betriebsrichtungen die Funktion des Druckraums gewährleistet bleibt. Generell verfügt
der Motor zunächst über einen Fluidanschluss, an dem das Druckmedium zugeführt wird,
und einen Auspuff, an dem das expandierte Medium abgegeben wird. Bei einem umsteuerbaren
Motor (d. h. einem Motor, der in zwei Drehrichtungen betreibbar ist) sind zwei verschiedene
Fluidanschlüsse (bei Verwendung des Motors in einem Hebezeug bezeichnet als "Hebenseite"
und Senkenseite") vorgesehen, wobei das Druckmedium je nach gewünschter Drehrichtung
dem einen oder dem anderen Fluidanschluss zugeführt wird.
[0026] Um eine Belüftung des Druckraums zum ordnungsgemäßen Lösen der Bremse im Betrieb
und Entlüftung des Druckraums zum Einfallen der Bremse bei Unterbrechung des Betriebes
zu gewährleisten, kann der Druckraum auf verschiedene Weise mit den Fluidanschlüssen
(bzw. dem Fluidanschluss, falls der Motor nur über einen einzigen verfügt) verbunden
sein:
[0027] Einerseits ist eine fluidmäßige Verbindung des Druckraums mit einem Fluidanschluss
möglich, bevorzugt über eine direkte, ventilfreie Zuleitung. Eine solche ventilfreie
Verbindung sollte nur mit einem von zwei Fluid-anschlüssen hergestellt werden, um
einen Kurzschluss zu vermeiden.
[0028] Der Motor kann so ausgelegt sein, dass er bezüglich der beiden Fluidanschlüsse nicht
symmetrisch aufgebaut ist, so dass er beim Betrieb an einem ersten Fluidanschluss
eine höhere Leistung liefert (bei Hebezeugen wäre dies die Hebenseite) als bei Betrieb
am zweiten Fluidanschluss (Senkenseite). Es ist eine Verbindung des Druckraums sowohl
mit der Heben- als auch mit der Senkenseite möglich. Bevorzugt ist hierbei eine Verbindung
mit der Senkenseite.
[0029] Einer der Fluidanschlüsse kann über ein Drosselelement zur Begrenzung des Volumenstroms
mit einer Fluidzuführung verbunden sein. Hierbei kann der Druckraum mit der entsprechenden
Zuleitung nach dem Drosselelement verbunden sein. Um ein Nachlaufen des Motors zu
verringern, ist es jedoch vorteilhafter, den Druckraum vor dem Drosselelement mit
der Fluidzuführung zu verbinden, so dass ein eventueller Rückstau an dem Drosselelement
nicht zu einer verzögerten Entlüftung des Druckraums und so zum Nachlaufen des Motors
führt.
[0030] Als weitere Alternative kann der Druckraum mit beiden Fluidanschlüssen verbunden
sein, wobei zur Vermeidung eines Kurzschlusses mindestens ein Ventil in der Verbindung
vorgesehen ist. Bevorzugt wird hier ein Wechselventil eingesetzt, so dass der Druckraum
bei Belüftung stets mit dem Anschluss verbunden ist, an dem der höchste Druck herrscht
und bei Entlüftung stets mit einem der Anschlüsse, so daß bei Entlüftung beider Anschlüsse
über das Steuerventil eine sofortige Entlüftung sichergestellt ist.
[0031] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der Druckraum mit dem Arbeitsbereich des
Motorraums verbunden. Hier ergibt sich beim Betrieb in beiden Richtungen ein Überdruck.
Die Verbindung ist hierbei bevorzugt eine direkte, ventilfreie Verbindung, bspw. ein
Stichkanal, eine Leitung oder auch eine gezielte Undichtigkeit einer Passung.Bei der
Verbindung des Druckraums mit dem Arbeitsbereich des Motorraums (statt des Anschlusses
an die Fluidanschlüsse) wird ohne jeden Zusatzaufwand die Funktion der Bremse auch
bei Umsteuerbarkeit des Motors beibehalten.
[0032] Hierbei ist es bevorzugt, dass der Druckraum mit dem Motorraum über eine Leitung
mit nur einer Öffnung zum Motorraum verbunden ist. So ist auch ohne Ventile sichergestellt,
dass es nicht zu einem Kurzschluss (d. h. das Druckmedium strömt vom Einlass direkt
über den Druckraum zum Auslass, ohne den Motor zu treiben) kommt.
[0033] Soweit eine Leitung zum Leiten des Druckmediums vom Motorraum in den Druckraum vorgesehen
ist, ist bevorzugt, dass diese an einer Verbindungsöffnung angeschlossen ist, die
stirnseitig neben dem Läufer angeordnet ist. Besonders bevorzugt ist diese Öffnung
im Bremselement gebildet. Wie beschrieben kann es sich bei der Leitung bevorzugt um
eine direkte, ventilfreie Leitung handeln. Für die Anordnung der Verbindungsöffnung
ist bevorzugt, dass diese - aus axialer Sicht - im selben Quadranten des Motorraums
angeordnet ist, wie ein (erster) Fluidanschluss. Besonders bevorzugt ist die Öffnung
im Bereich von +/- 30° vom Fluidanschluss angeordnet (gemessen jeweils an der Mitte
des Fluidanschlusses und der Öffnung). Es hat sich gezeigt, dass auch bei umsteuerbaren
Motoren mit zwei Fluidanschlüssen eine Anordnung der Verbindungsöffnung nahe einem
der Fluidanschlüsse für den störungsfreien Betrieb in beiden Betriebsrichtungen ausreichend
ist. Weist der Motor eine Vorzugsrichtung auf (bei Hebezeugen üblicherweise die Heben-Seite),
so ist es sinnvoll, die Verbindungsöffnung im Bereich des entsprechenden bevorzugten
Fluidanschlusses anzuordnen. Im Fall von belasteten Hebezeugen ergibt sich beim Absenken
einer Last eine Kompression zum Fluidausgang hin, so dass hierdurch die Bereitstellung
des für das Lösen der Bremse erforderlichen Drucks unterstützt wird. Bei einem Motor
ohne Vorzugsrichtung hat es sich als sinnvoll erwiesen, die Verbindungsöffnung mittig,
d. h. mit gleichem Abstand zu den Fluidanschlüssen für beide Drehrichtungen, anzuordnen.
[0034] Als weiterer Vorteil der Anordnung der Verbindungsöffnung stirnseitig neben dem Läufer
hat sich ein gutes Anlaufverhalten gezeigt. Die minimale zeitliche Verzögerung, die
sich durch die Wirkung des Druckmediums zunächst auf die am Arbeitsbereich des Motors
befindliche Fläche des Bremselementes und danach erst durch Anlaufen des Motors auch
im Druckraum ergibt, ermöglicht ein allmähliches, stufenloses Ansteuern des Motors.
[0035] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist die Passung des Bremselementes gegenüber
einer Wandung des Motorraums so, dass das Druckmedium zwischen diesen beiden hindurch
in den Druckraum gelangt. Hier kann also gezielt ein Spalt bzw. eine Undichtigkeit
gelassen werden, um den Druckraum mit dem Arbeitsbereich des Motorraums zu verbinden.
Auf diese Weise kann - ohne dass spezielle Kanäle notwendig sind - auf sehr einfache
Weise eine Verbindung geschaffen werden. Der notwendige Querschnitt ist ohnehin gering,
da es im Betrieb nicht zu einer ständigen Durchströmung der Verbindung kommt, sondern
der Druck im Druckraum statisch aufrechterhalten bleibt.
[0036] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist der Druckraum gebildet zwischen dem Bremselement
(oder einem hinsichtlich der axialen Bewegung mit diesem verbundenen Element) einerseits
und dem Gehäuse (oder einem gehäusefesten Element) andererseits. So wird bei Beaufschlagung
mit dem Druckmedium das Bremselement gegenüber dem Gehäuse verschoben.
[0037] Bevorzugt ist der Druckraum als Ringraum ausgebildet. Ein Ringraum von relativ großem
Durchmesser hat den Vorteil, dass eine gleichmäßige Kraftwirkung erfolgt und somit
die Gefahr eines eventuellen Verkantens des hierdurch verschobenen Elements gering
ist. Durch die freie Wahl der Durchmesserabstufung des Stufenkolbens können im Rahmen
erreichbarer Motorleistungen Bremsmomente in erforderlicher Größe realisiert werden.
[0038] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass eine Wandung vorgesehen
ist, die mindestens den Arbeitsbereich des Motorraums und das Bremselement umschließt.
Diese Wandung weist im Längsschnitt mindestens eine Stufe auf. Im bevorzugten Fall
eines zylinderförmigen Arbeitsbereiches umfaßt die Wandung bevorzugt zwei aneinander
gesetzte Zylinderabschnitte mit unterschiedlichem Durchmesser, die durch die Stufe
verbunden sind. Auch das innerhalb des von der Wandung umschlossenen Bereiches aufgenommene
Bremselement weist eine passende Stufe auf. Der Druckraum ist dann zwischen radial
angeordneten Flächen der Stufen gebildet. So kann auf konstruktiv sehr einfache Weise
ein Druckraum gebildet werden, der bei Beaufschlagung zu einer axialen Verschiebung
des Bremselements führt.
[0039] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung anhand von Zeichnungen näher beschrieben.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines Längsschnittes durch eine erste Ausführungsform eines Lamellenmotors;
- Fig. 2
- eine Ansicht eines Querschnittes durch den Lamellenmotor aus Fig. 1 entlang der Linie
A .. A';
- Fig. 3
- eine Ansicht eines Querschnittes durch den Lamellenmotor aus Fig. 1 entlang der Linie
B .. B' und
- Fig. 4a, 4b
- Prinzipskizzen zur Lösung der Bremse bei einem mit dem in Fig. 1 gezeigten vergleichbaren
Lamellenmotor.
- Fig. 5
- in schematischer Darstellung als pneumatisches Schaltbild den Motor aus Fig. 1 mit
einer Steuerung;
- Fig. 6
- eine Ansicht eines Längsschnittes durch eine zweite Ausführungsform eines Lamellenmotors;
- Fig. 7-10
- schematische Darstellungen als pneumatisches Schaltbild des Lamellenmotors aus Fig.
6 mit einer Steuerung in verschiedenen Verbindungsarten.
[0040] In Fig. 1 ist ein Motor (Lamellenmotor) 10 gemäß einer ersten Ausführungsform im
Längsschnitt gezeigt. Ein Gehäuse 12 umfaßt eine Motorbuchse 14 sowie einen stirnseitigen
Deckel 16 und einen weiteren stirnseitigen Deckel 19 mit einem Bremsbelag 21.
[0041] Die Motorbuchse 14 begrenzt einen inneren Motorraum 18. In einer alternativen Ausgestaltung
(nicht dargestellt) kann auch auf eine separate Motorbuchse verzichtet und der innere
Motorraum 18 durch die Gehäusewand gebildet werden. Im inneren Motorraum 18 sind ein
Lamellenläufer 20 und ein Bremselement 22 angeordnet.
[0042] Die Motorbuchse 14 umfaßt eine Stufe 24, die zwischen zwei kreiszylinderförmigen
Abschnitten unterschiedlichen Durchmessers gebildet ist. Ein erster Abschnitt 26 weist
einen größeren Innendurchmesser auf als ein zweiter, hieran anschließender Abschnitt.
[0043] Der Lamellenläufer 20 ist im Bereich des zweiten Abschnitts mit dem geringeren Innendurchmesser
angeordnet. Wie dem Fachmann für Lamellenmotoren bekannt ist, ist der Lamellenläufer
20 innerhalb dieses Bereiches exzentrisch angeordnet. Wie in Fig. 1 gezeigt ist die
Drehachse 28, die an einem Ende einen Lagerzapfen 30 und am anderen Ende einen Abtriebszapfen
32 aufweist gegenüber der Längsmittelachse der Motorbuchse 14 nach unten verschoben.
Dies ist auch in dem in Fig. 2 gezeigten Querschnitt erkennbar.
[0044] Wie aus Fig. 2 weiter ersichtlich, weist der Lamellenläufer 20 eine Anzahl von radial
verschieblichen, nach außen federbelasteten Lamellen 34 auf. Die Lamellen liegen an
der Motorbuchse 14 an und begrenzen so Zwischenräume 36. Die Lamellen sind über die
gesamte axiale Länge eines Arbeitsbereiches 40 (siehe Fig. 1) des Motors 10 vorgesehen.
[0045] Am Umfang des Arbeitsbereiches 40 weist die Motorbuchse 14 einen ersten Drucklufteinlass
42, einen zweiten Drucklufteinlass 44 und einen Auspuff 46 auf. Beim Betrieb in der
Vorzugsrichtung (Drehung links herum in Fig. 2) wird Druckluft durch den Drucklufteinlass
42 zugeführt. Bei Drehung des Lamellenläufers 20 expandiert die Druckluft in den mit
der Rotation größer werdenden Zwischenräumen 36 zwischen den Lamellen 34 bis sie am
Auspuff 46 unter einem Restdruck abgegeben wird.
[0046] Beim Betrieb in entgegengesetzter Drehrichtung (rechtsdrehend in Fig. 2) wird Druckluft
durch den Drucklufteinlass 44 zugeführt. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist der Auspuff
46 nicht symmetrisch zwischen den Drucklufteinlässen 42, 44 angeordnet, sondern in
größerem Abstand vom ersten Drucklufteinlass 42. Dies führt dazu, dass die durch diesen
Drucklufteinlass 42 angesteuerte erste Drehrichtung zur Vorzugsrichtung wird (bspw.
bei einem Hebezeug: Heben-Richtung), bei der das Leistungsvermögen des Motors 10 höher
ist als bei der Gegenrichtung.
[0047] Wie in Fig. 1 gezeigt ist das Bremselement 22 axial direkt neben dem Lamellenläufer
20 angeordnet. Mit einem auf der Oberfläche angebrachten Bremsbelag 48 bildet es eine
Reibpaarung mit der Stirnfläche 50 des Lamellenläufers 20. Federelemente 52, von denen
in Fig. 1 nur zwei zu sehen sind, wirken auf das Bremselement 22 und beaufschlagen
es mit einer Kraft in axialer Richtung, die die Elemente der Reibpaarung 48, 50 aufeinander
drückt. Das Bremselement ist durch Zapfen 51 gehalten, so dass es sich axial bewegen,
aber gegenüber dem Gehäuse 12 nicht verdrehen kann. Eine weitere Reibpaarung ist gebildet
zwischen dem axial verschieblichen Lamellenläufer 20 und dem mit einem Bremsbelag
21 versehenen Deckel 19, so daß der Lamellenläufer 20 beidseitig gebremst ist.
[0048] Passend zu der in der Motorbuchse 14 vorgesehenen Stufe 24 ist auch das in der Motorbuchse
14 aufgenommene Bremselement 22 mit einer Stufe 54 versehen. Zwischen den axialen
Flächen eines abgestuften Teils des Bremselements 22 und der Stufe 24 der Motorbuchse
14 ist ein Druckraum 60 gebildet. Der Druckraum 60 hat, wie aus Fig. 3 ersichtlich,
die Form eines umlaufenden Ringraumes. Wie aus dem Vergleich von Fig. 2, Fig. 3 hervorgeht,
weist der Druckraum 60 in Richtung quer zur Längsmittelachse der Motorbuchse 14 eine
größere Erstreckung auf als der Arbeitsbereich 40 des Motors 10. Der Druckraum 60
erstreckt sich bis zu einem Radius R2 (Fig. 3), während im Arbeitsbereich 40 die Motorbuchse
14 lediglich einen kleineren Innendurchmesser R1 (Fig. 2) aufweist.
[0049] Der Anschluss des Druckraumes 60 erfolgt bei der ersten Ausführungsform über eine
Leitung 62, die als Kanal innerhalb des Bremselements 22 gebildet ist. Sie verbindet
den Druckraum 60 mit einer Öffnung 64 in der dem Lamellenläufer 20 zugewandten Fläche
des Bremselements 22. Die Leitung 62 ist als direkte, ventilfreie Verbindung von nur
einer Öffnung 64 mit dem Druckraum 60 ausgebildet.
[0050] In Fig. 5 ist in schematischer Form der Motor 10 mit seiner pneumatischen Beschaltung
gezeigt. Die Beschaltung ist hier der Übersichtlichkeit halber auf das Wesentliche
reduziert dargestellt; weitere Steuerungsfunktionen wie z.B. Not-Aus und eine Überlastscherung
für ein Hebezeug sind daher hier nicht gezeigt.
[0051] Der innere Motorraum 18 ist mit seinem ersten Drucklufteinlass 42 an die Hebenseite
h eines Steuerventils 70 angeschlossen und mit seinem zweiten Drucklufteinlass 44
an der Senkenseite s. Der Lamellenläufer 20 wird durch die hier symbolisch dargestellte
Reibpaarung zwischen dem Bremsbelag 48 und der Stirnfläche 50 gebremst. Gelöst wird
die Bremse durch Druckluftzufuhr an einen Zwischenraum 72 zwischen dem Bremselement
22 und der Stirnfläche 50, der in Fig. 4b dargestellt und unten erläutert ist, sowie
- durch den Kanal 62 - zum Druckraum 60, wobei der in den beiden Druckräumen 60
; 72 aufgebaute Druck das Bremselement 22 entgegen der Feder 52 wirkt. Der Auspuff
46 des Motors ist an einen Schalldämpfer 74 angeschlossen.
[0052] Das Steuerventil 70 verfügt im dargestellten Beispiel über einen Betätigungshebel
76, der auf einer mittleren Leerlaufstellung in die Betriebsart Senken s oder entgegengesetzt
in die Betriebsart Heben h verschiebbar ist, wobei in einem Schiebeventil 80 durch
Verschieben gegenüber den Anschlüssen verschiedene Ventilfunktionen zwischen einer
Druckluftzufuhr P und einem Entlüftungsanschluss R (verbunden mit dem Schalldämpfer
74) einerseits und einem Zufuhranschluss A für die Hebenseite und B für die Senkenseite
andererseits realisiert werden:
[0053] Im gezeigten Leerlauf sind die Anschlüsse A und B entlüftet, d.h. mit R verbunden.
In der Betriebsart Heben (linke Ventilfunktion in Fig. 5) ist der Druckluftanschluss
der Hebenseite A mit der Druckluftzuführung P verbunden, während die Senkenseite entlüftet
wird (Verbindung B-R durch Kreuzstellung des Ventils 80). Die Zuführung A ist mit
dem Ventilausgang der Hebenseite h über die Parallelschaltung eines Drosselelements
82 mit einem Rückschlagventil 84 verbunden, wobei das Rückschlagventil 84 so wirkt,
dass im Hebenbetrieb die Druckluft über das Rückschlagventil 84 zur Hebenseite h strömen
kann, so dass die Drossel 82 den Fluidstrom nicht begrenzt, sondern neben dem Ventil
84 als zusätzliche Verbindung wirkt.
[0054] In der Betriebsart Senken (rechte Ventilfunktion in Fig. 5) ist die Senkenseite s
direkt mit der Druckluftzufuhr P verbunden, während die Hebenseite h über das Drosselelement
82 entlüftet ist (Verbindung A-R, wobei das Rückschlagventil 84 sperrt). Das Drosselelement
begrenzt hierbei den Volumenstrom des Druckmediums. Es kann auf sehr einfache Weise
als Engstelle im Leitungsweg realisiert sein, beispielsweise als Lochplatte. In der
Betriebsart Senken dient das Drosselelement 82 zur Begrenzung der Absenkgeschwindigkeit.
Denn in dieser Betriebsart wird dem Motor einerseits durch den Druckluftanschluss
44 Druckluft zugeführt, die bis zum Auslass am Auspuff 46 expandiert. Andererseits
aber wirkt der Motor aufgrund einer abzusenkenden Last am Hebezeug als Kompressor,
der mit den sich verkleinernden Lamellenzwischenräumen 36 die Luft vom Auspuff 46
zum Druckluftanschluss 42 (Hebenseite) komprimiert. Diese komprimierte Luft wird an
das Steuerventil zum Anschluss h geleitet und über das Drosselelement 82 entlüftet.
Durch die Begrenzung des Volumenstroms am Drosselelement 82 entsteht hierbei aufgrund
des Rückstaus eine Bremswirkung, die zu einem gebremsten Absenken der Last führt.
[0055] Im Betrieb des Motors 10 erfolgt bei Beaufschlagung eines der beiden Drucklufteinlässe
42,44 mit Druckluft automatisch ein Lösen der Bremse, während bei nachlassender Druckluftversorgung
der Lamellenläufer 20 zwischen dem Bremsbelag 48 des Bremselementes 22 und dem Bremsbelag
21 des feststehenden Deckels 19 automatisch stillgesetzt wird. Dieser Mechanismus
wird nachfolgend anhand der schematischen Schaubilder Fig. 4a, 4b dargestellt. Hierbei
ist darauf hinzuweisen, dass die Darstellung in Fig. 4a, 4b schematischer Natur ist
und dazu dienen soll, das allgemeine Funktionsprinzip zu erläutern. Daher sind einige
Details weggelassen und insbesondere die Spaltmaße übertrieben groß dargestellt.
[0056] Fig. 4a zeigt den gebremsten Motor 10. Der Lamellenläufer 20 ist durch Anlage des
Bremselements 22 gebremst. Durch die Kraft der Federelemente 52 ist der Motor 10 somit
stillgesetzt.
[0057] Zum Anfahren des Motors wird nun Druckluft über den Drucklufteinlass 42 zugeführt.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich gelangt die Druckluft in einen Lamellenzwischenraum 36.
Da der Lamellenläufer 20 stillgesetzt ist, kommt es zunächst nicht zur Drehung des
Lamellenläufers 20. Stattdessen wirkt der Druck im Zwischenraum 36 (und durch Undichtigkeiten
an den Lamellen bald auch auf der gesamten Fläche) auf das axial verschiebliche Bremselement
22, so dass dieses beginnt, sich gegen die Kraft der Federelemente 52 vom Lamellenläufer
20 zu lösen, so dass sich ein Druckraum 72 (s. Fig. 4b) bildet.
[0058] Allerdings wirkt durch die Federelemente 52 eine solche Kraft auf das Bremselement
22, dass der auf die Fläche des Reibbelags 48 wirkende Druck alleine nicht ausreichen
würde, um die Bremse vollständig zu lösen.
[0059] Gleichzeitig gelangt die Druckluft allerdings auch in den Druckraum 60. Dies kann
auf zwei verschiedene Arten erfolgen. Einerseits können in der Passung zwischen der
Motorbuchse 14 und dem Bremselement 22 Undichtigkeiten verbleiben, durch die das Druckmedium
in den Druckraum 60 gelangt (gepunktete Pfeile in Fig. 4a). Bei der bevorzugten Konstruktion
gemäß Fig. 1 sind hierbei Aufnahmen für Dichtungen 65 vorgesehen. Wird an dieser Stelle
keine Dichtung eingesetzt, so entfällt eine Abdichtung an dieser Stelle und es kommt
zu dem in Fig. 4a durch gepunktete Pfeile dargestellten Weg des Druckmediums in den
Druckraum 60.
[0060] Alternativ oder ergänzend hierzu gelangt das Druckmedium auch durch die Öffnung 64
im Bremselement 22 und die daran angeschlossene Leitung 62 in den Druckraum 60. Die
Öffnung 64 erscheint zwar im Ruhezustand (Fig. 4a) zunächst verschlossen. Das Druckmedium
gelangt aber im Betrieb dennoch hindurch, da einerseits die Anlage zwischen Lamellenläufer
20 und Bremselement 22 nicht vollständig dichtend ist. Andererseits bewirkt das Einleiten
des Druckmediums bereits eine erste Bewegung des Bremselements 22, so dass dann die
Öffnung 64 frei wird. In einer bevorzugten Ausgestaltung (in Fig. 1 aufgrund der geringen
Abmaße nicht erkennbar) kann auch bei der Herstellung des Lamellenläufers 22 an dessen
Stirnfläche 50 innen ein leicht erhöhter Ring belassen werden, der bei der Anlage
gegen das Bremselement 22 dafür sorgt, daß die Öffnung 64 nicht vollständig verschlossen
ist (nicht dargestellt).
[0061] Die Anordnung der Öffnung 64 ist aus der Zusammenschau Fig.1, Fig. 2 genau ersichtlich.
In radialer Richtung liegt sie, wie aus Fig. 1 erkennbar, im Inneren der durch das
Bremselement 22 dem Arbeitsbereich 40 des Motorraums zugewandten Fläche, d.h. nicht
direkt am Rand. Die Lage der Öffnung 64 relativ zu den Drucklufteinlässen 42, 44 und
dem Auspuff 46 ist aus Fig. 2 ersichtlich. Hier ist die Öffnung 64 im Bereich des
Drucklufteinlass 42 der Hebenseite angeordnet. Wie Versuche ergeben haben, eignet
sich die Anordnung im Bereich dieses Drucklufteinlasses besonders gut. Es wird daher
bevorzugt, dass die Öffnung 64 wie in Fig. 2 gezeigt im selben Quadranten des Motorraums
angeordnet ist wie der Drucklufteinlass 42. Besonders bevorzugt beträgt der Winkel
zwischen der Mitte des Drucklufteinlasses 42 und der Mitte der Öffnung 64 nicht mehr
als 30°.
[0062] Diese Anordnung der Öffnung 64 ist besonders für den Betrieb in Hebenrichtung (Druckluft
auf Drucklufteinlass 42) vorteilhaft. Wie Versuche gezeigt haben ergibt sich aber
bei einem belasteten Hebezeug auch bei Zuführung der Druckluft über den Drucklufteinlass
44 ein ausreichender Druckaufbau im Bereich der Öffnung 64, so daß der Druckraum 60
hinreichend schnell gefüllt wird, weil beim Senken der Last - quasi durch Pumpwirkung
- im Bereich der Öffnung 64 ein höherer Druck entsteht als am Drucklufteinlass 44.
[0063] Das Druckmedium wirkt auf die radialen Flächen des Bremselements 22, nämlich einerseits
auf die innere, an der Reibpaarung 48, 50 beteiligte Fläche und andererseits auf die
an der Stufe 54 gebildete zusätzliche Ringfläche. Die auf das Bremselement 22 insgesamt
wirkende Kraft entspricht dem Produkt aus dem Druck des Druckmediums und der Fläche.
Durch geeignete Dichtungsmaßnahmen (Dichtungssitz 66 in Fig. 1) wird verhindert, dass
das Druckmedium auch hinter das Bremselement 22 gelangt. So ist es insgesamt möglich,
dass allein durch den Druck des Druckmediums das Bremselement 22 gelöst wird.
[0064] Das Abheben des Bremselements 22 - und das Anfahren des Motors 10 - erfolgt selbst
bei schneller Beaufschlagung des Drucklufteinlasses 42 stets allmählich. Denn zuerst
wird allein durch den Druck an der Stirnseite des Lamellenläufers 20 das Bremselement
22 geringfügig verschoben und damit die Bremswirkung verringert. Erst mit (geringer)
zeitlicher Verzögerung strömt die Druckluft auch in den Druckraum 60, so dass die
Bremswirkung dann völlig aufgehoben werden kann.
[0065] Im Betrieb bleibt das Bremselement 22 beabstandet vom Lamellenläufer 20, solange
das Druckmedium zugeführt wird. Beim Abschalten des Druckmediums fällt durch die Kraft
der Federelemente 52 automatisch die Bremse wieder ein.
[0066] Durch den Druckraum 60 ist somit eine Vergrößerung der Fläche geschaffen, auf der
der Druck des Druckmediums auf das Bremselement 22 wirken kann. So ist es möglich,
durch geeignete, stärkere Federn 52 eine gewünschte, erhöhte Bremskraft vorzugeben.
[0067] In Fig. 6 ist eine zweite Ausführungsform eines Lamellenmotors 100 dargestellt, die
sich in Versuchen als besonders vorteilhaft erwiesen hat. Der Motor 100 gemäß der
zweiten Ausführungsform entspricht weitgehend dem Motor 10 gemäß der ersten Ausführungsform.
Er weist überwiegend dieselben Element auf wie der Motor 10. Diese Elemente sind daher
mit denselben Bezugszeichen bezeichnet. Es wird daher bezüglich dieser Elemente auf
obige Beschreibung verwiesen. Im folgenden werden lediglich Unterschiede zwischen
den Ausführungsformen erwähnt.
[0068] Der Motor 100 verfügt im Gegensatz zu Motor 10 nicht über eine Öffnung 64 in der
Stirnfläche des Bremselements 22, und entsprechend auch nicht über einen Kanal 62,
der den inneren Motorraum 18 mit dem Druckraum 60 verbindet. Statt dessen ist der
Druckraum 60 durch die Passung und insbesondere die Dichtungen 65 gegenüber dem inneren
Motorraum 18 abgeschlossen.
[0069] Beim Motor 100 erfolgt die Be- und Entlüftung des Druckraums 60 durch eine externe
Zuleitung (nicht dargestellt in Fig. 6). Diese Zuleitung kann, wie in Fig.. 7 - 10
dargestellt und nachfolgend erläutert auf verschiedene Arten verbunden sein.
[0070] Gegenstand der Überlegungen ist hierbei der Betrieb des Motors eines Hebezeugs in
der Betriebsart Senken mit entsprechender Last. Hierbei sollte gewährleistet sein,
dass bei einer Unterbrechung des Senkbetriebes (d.h. Umschalten des Schiebeventils
80 von der "Senken"-Stellung in die Mittelstellung) bei angehängter Last unmittelbar
eine Bremsung erfolgt und es möglichst nicht zu einem Nachlaufen des Motors kommt.
Hierbei kann es bei der oben diskutierten ersten Ausführungsform im Fall nicht ausreichender
Verbindung des Druckraums 60 mit dem Innenraum 18 des Motors zu einer zu langsamen
Entlüftung des Druckraums 60, und einem entsprechend verspäteten Einfallen der Bremse
kommen. Um dies zu vermeiden, ist in den verschiedenen Anschlussarten nach Fig. 7
- 10 eine externe Be- und Entlüftung für den Druckraum 60 vorgesehen.
[0071] Bei der ersten Anschlussart gemäß Fig. 7 ist der Druckraum 60 direkt mit der Hebenseite
(Druckluftanschluss 42) verbunden. Im Hebebetrieb wird der Druckraum 60 von dort belüftet
und beim Zurückschalten in den Leerlauf ebenso entlüftet. Im Senkenbetrieb erfolgt
das Lösen der Bremse zunächst hauptsächlich durch Belüftung des Druckraums 72, und
danach durch Belüftung des Druckraums 60 aufgrund des vor dem Drosselelement 82 entstehenden
Rückstaus. Beim Unterbrechen der Betriebsart Senken wird das Schiebeventil 80 in die
Mittelstellung verschoben und so eine Entlüftung vor Heben- und Senkenseite geschaffen.
Hierbei erfolgt eine Entlüftung des Druckraums 60 über die Hebenseite, sobald der
Rückstau vor dem Drosselelement 82 abgebaut ist.
[0072] Für Anwendungen, in denen sich der Rückstau vor dem Drosselelement 82 als zu groß
erweist, so dass es zu einem Nachlaufen des Motors nach Unterbrechen in der Betriebsart
Senken kommt, kann wie in Fig. 8 alternativ gezeigt der Druckraum 60 auch vor dem
Drosselelement 82 angeschlossen werden, so dass eine Entlüftung direkt beim Umschalten
des Schiebeventils 80 erfolgt.
[0073] Alternativ und derzeit bevorzugt ist der Druckraum 60 (wie in Fig. 9 dargestellt)
mit der Senkenseite verbunden. In der Betriebsart Heben erfolgt die Belüftung dann
über die Senkenseite, sobald die Bremse sich durch Druckaufbau im Druckraum 72 leicht
gelöst hat. Im Senkbetrieb erfolgt bei Unterbrechung und Umschalten des Schiebeventils
80 in die Mittelstellung eine direkte Entlüftung, da es auf der Senkenseite kein Drosselelement
gibt, sondern die Senkenseite in der Mittelstellung direkt zum Auspuff 46 entlüftet
ist.
[0074] Als weitere mögliche Anschlussart ist in Fig. 10 der Anschluss des Druckraums 60
sowohl an die Heben- als auch die Senkenseite dargestellt. Um einen Kurzschluss zu
vermeiden, ist hier ein Wechselventil 86 vorgesehen. In der Betriebsart Heben erfolgt
die Belüftung des Druckraums 60 unmittelbar von der Hebenseite, wobei das Ventil 86
einen Kurzschluss zur Senkenseite verhindert. In der Betriebsart Senken erfolgt die
Belüftung hingegen direkt von der Senkenseite, wobei wiederum das Ventil 86 einen
direkten Kurzschluss zur Hebenseite verhindert. Beim Unterbrechen des Senkbetriebes
erfolgt die Entlüftung des Druckraums 60 über die Heben- oder die Senkenseite, die
bei Mittelstellung des Schiebeventils 80 beide direkt entlüftet sind.
[0075] Die Erfindung ist, wie für den Fachmann erkennbar ist, nicht auf die gezeigten und
beschriebenen Ausführungen beschränkt. Insbesondere sind die folgenden Modifikationen
denkbar:
- Bei der Konstruktion eines Motors gemäß Fig. 1 ist eine gestufte, einstückige Motorbuchse
14 vorgesehen. Alternativ kann das Gehäuse des Motors auch anders aufgebaut sein,
um einen inneren Motorraum zu schaffen.
- Während vorstehend ein mit Druckluft beschriebener Lamellenmotor beschrieben wurde,
kann das Erfindungsprinzip für den Fachmann ohne weiteres erkennbar auch auf andere
Motortypen (z. B. Zahnradmotor) und andere Antriebsmedien (bspw. Hydraulikflüssigkeit)
angewendet werden.
- Während vorstehend der Druckraum 60 jeweils alternativ über den Kanal 62 oder über
eine externe Zuleitung angeschlossen ist, können auch beide Anschlussarten kombiniert
werden.
- Die in Fig. 5 und 7-10 schematisch gezeigte Hebelsteuerung kann durch andere Steuerungsarten,
bspw. eine Druckluftsteuerung ersetzt werden, mit der das Schiebeventil 80 in die
entsprechenden Schaltstellungen verschoben wird.
1. Motor mit
- einem inneren Motorraum (18)
- und einem darin drehbaren Läufer (20), wobei der Läufer durch Beaufschlagung mit
einem Druckmedium antreibbar ist, wobei das Druckmedium in einem Arbeitsbereich (40)
des Motorraums entspannt,
- und einem Bremselement (22) zum Bremsen des Läufers (20), das axial direkt neben
dem Läufer (20) angeordnet ist, wobei das Bremselement (22) und der Läufer (20) gegeneinander
axial beweglich sind und eine federbelastete Reibpaarung (48, 50) mindestens an einer
Stirnfläche des Läufers (20) bilden,
- einen Druckraum (60), dessen Erstreckung im Querschnitt größer ist als die Querschnittserstreckung
des Motorraums (18) an seinem Arbeitsbereich (40),
- wobei der Druckraum (60) mindestens einseitig axial von dem Bremselement (22) und/oder
dem Läufer (20) begrenzt ist, so dass ein Druck im Druckraum (60) eine Kraft zur Trennung
der Reibpaarung (48,50) gegenüber der Federkraft bewirkt,
- und wobei der Druckraum (60) so angeordnet ist, dass das Druckmedium im Betrieb
des Motors in den Druckraum (60) gelangt.
2. Motor nach Anspruch 1, bei dem
- beim Zuführen von Druckmedium zum Läufer (20) das auf das an der Stirnfläche des
Läufers (20) anliegende Bremselement (22) wirkende Druckmedium eine Kraft zur Trennung
der Reibpaarung bewirkt,
- und der Druck im Druckraum (60) eine zusätzliche Kraft zur Trennung der Reibpaarung
entgegen der Federkraft bewirkt.
3. Motor nach Anspruch 1 oder 2, bei dem
- am Motorraum (18) ein erster Fluidanschluss (42), ein zweiter Fluidanschluss (44)
und ein Auspuff (46) vorgesehen sind, die über den Umfang des Arbeitsbereiches (40)
des Motorraums an voneinander beabstandeten Stellen angeordnet sind, wobei der Motor
(10) durch Fluidzufuhr zum ersten Fluidanschluss (42) in eine erste Drehrichtung und
durch Fluidzufuhr zum zweiten Fluidanschluss (44) in eine zweite Drehrichtung antreibbar
ist,
- wobei der Druckraum (60) mit dem ersten Fluidanschluss (42) und/oder dem zweiten
Fluidanschluss (44) so verbunden ist, dass im Betrieb des Motors (10) das Druckmedium
in den Druckraum (60) gelangt.
4. Motor nach Anspruch 3, bei dem
- die Verbindung des Druckraumes (60) mit entweder dem ersten oder dem zweiten Fluidanschluss
(4a, 44) eine ventilfreie Zuleitung ist.
5. Motor nach Anspruch 3 oder 4, bei dem
- eine Zuführung (A) über ein Drosselelement (82) zur Begrenzung des Volumenstroms
des Druckmediums mit einem der Fluidanschlüssen (42) verbunden ist,
- und der Druckraum (60) vor dem Drosselelement (82) mit der Zuführung (A) verbunden
ist.
6. Motor nach Anspruch 3, bei dem
- der Druckraum (60) mit beiden Fluidanschlüssen (42, 44) verbunden ist,
- wobei zur Vermeidung eines Kurzschlusses mindestens ein Ventil (86) in der Verbindung
vorgesehen ist.
7. Motor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
- am Motorraum (18) ein erster Fluidanschluss (42), ein zweiter Fluidanschluss (44)
und ein Auspuff (46) vorgesehen sind, die über den Umfang des Arbeitsbereiches (40)
des Motorraums an voneinander beabstandeten Stellen angeordnet sind, wobei der Motor
(10) durch Fluidzufuhr zum ersten Fluidanschluss (42) in eine erste Drehrichtung und
durch Fluidzufuhr zum zweiten Fluidanschluss (44) in eine zweite Drehrichtung antreibbar
ist,
- wobei der Druckraum (60) über eine direkte, ventilfreie Verbindung (62, 64) mit
dem Arbeitsbereich (40) des Motorraums (18) verbunden ist, so dass im Betrieb in beiden
Drehrichtungen das Druckmedium in den Druckraum (60) gelangt.
8. Motor nach Anspruch 7, bei dem
- die Passung des Bremselements (22) gegenüber einer Wandung (14) des Motorraums (18)
so ist, dass das Druckmedium zwischen dem Bremselement (22) und der Wandung (14) hindurch
in den Druckraum (60) gelangen kann.
9. Motor nach einem der Ansprüche 6, 7, bei dem
- mindestens eine Leitung (62) zum Leiten des Druckmediums vom Arbeitsbereich (40)
in den Druckraum (60) vorgesehen ist,
- wobei die Leitung (62) an einer Verbindungsöffnung (64) angeschlossen ist, die stirnseitig
neben dem Läufer (20) im Bremselement (22) angeordnet ist.
10. Motor nach Anspruch 9, bei dem
- die Leitung (62) nur eine Verbindungsöffnung (64) aufweist.
11. Motor nach Anspruch 9 oder 10, bei dem
- am Arbeitsbereich (40) mindestens ein erster Fluidanschluss (42) zum Zufuhren des
Druckmediums zur Beaufschlagung des Rotor (20) vorgesehen ist,
- wobei die Verbindungsöffnung (64) aus axialer Sicht im selben Quadranten des Motorraums
(18) angeordnet ist wie der erste Fluidanschluss, (42).
12. Motor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
- der Druckraum (60) zwischen dem Bremselement (22) und dem Gehäuse (12, 14) gebildet
ist
13. Motor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
- der Druckraum (60) ein Ringraum ist, der axial vom Bremselement (22) begrenzt ist,
- wobei der Ringraum (60) einen äußeren Durchmesser (R2) ausweist, der größer ist
als die Quererstreckung (R1) des Arbeitsbereiches (40) des Motorraums.
14. Motor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
- eine Wandung (14) vorgesehen ist, die den Arbeitsbereich (40) des Motorraums und
das Bremselement (22) umschließt,
- wobei die Wandung (14) im Längsschnitt mindestens eine Stufe (24) aufweist,
- wobei der Druckraum (60) im Bereich der Stufe (24) gebildet ist.
1. Motor with
- an internal motor chamber (18),
- and a rotor (20) rotatable therein, wherein the rotor is drivable by having a pressure
medium applied to it, wherein the pressure medium expands in a working area (40) of
the motor chamber,
- and a braking element (22) for braking the rotor (20), which is axially arranged
directly adjacent to the rotor (20), wherein the braking element (22) and the rotor
(20) are axially moveable with respect to each other and form a spring-loaded friction
pair (48, 50), at least at one front end face of the rotor (20),
- a pressure chamber (60) having an extension in cross-section larger than the cross-sectional
extension of the motor chamber (18) at its working area (40),
- wherein the pressure chamber (60) is at least unilaterally axially delimited by
the braking element (22) and/or the rotor (20), so that a pressure in the pressure
chamber (60) results in a force to separate the friction pair (48, 50) against the
spring force,
- and wherein the pressure chamber (60) is arranged in such a way that the pressure
medium passes into the pressure chamber (60), when the motor is in operation.
2. Motor according to claim 1, wherein
- when feeding the pressure medium to the rotor (20), the pressure medium acting on
the braking element (22) being in contact with the front end face of the rotor (20)
provides a force for separation of the friction pair (48, 50)
- and the pressure in the pressure chamber (60) provides an additional force for separation
of the friction pair (48, 50) opposite to the spring force.
3. Motor according to claim 1 or 2, wherein
- at the motor chamber (18) a first fluid port (42), a second fluid port (44) and
an exhaust (46) are provided, which are arranged over the circumference of the working
area (40) of the motor chamber at a distance to each other, wherein the motor (10)
is drivable in a first sense of rotation by supplying fluid to the first fluid port
(42) and in a second sense of rotation by supplying fluid to the second fluid port
(44),
- wherein the pressure chamber (60) is connected with the first fluid port (42) and/or
the second fluid port (44) in such a way that in the operation of the motor (10) the
pressure medium passes into the pressure chamber (60).
4. Motor according to claim 3, wherein
- the connection of the pressure chamber (60) with either the first or the second
fluid port (42, 44) is a valve-free supply line.
5. Motor according to claim 3 or 4, wherein
- a supply line (A) is connected with one of the fluid ports (42) via a throttling
element (82) to limit the volume flow of the pressure medium,
- and the pressure chamber (60) is connected to the supply line (A) upstream of the
throttling element (82).
6. Motor according to claim 3, wherein
- the pressure chamber (60) is connected with the two fluid ports (42, 44),
- wherein at least one valve (86) is provided in the connection to avoid shorting.
7. Motor according to one of the preceding claims, wherein
- at the motor chamber (18) a first fluid port (42), a second fluid port (44) and
an exhaust (46) are provided, which are arranged over the circumference of the working
area (40) of the motor chamber at a distance to each other, wherein the motor (10)
is drivable in a first sense of rotation by supplying fluid to the first fluid port
(42) and in a second sense of rotation by supplying fluid to the second fluid port
(44),
- wherein the pressure chamber (60) is connected with the working area (40) of the
motor chamber (18) via a direct, valve-free connection (62, 64), so that the pressure
medium passes into the pressure chamber (60) in the operation in both senses of rotation.
8. Motor according to claim 7, wherein
- the fit of the braking element (22) with respect to a side wall (14) of the motor
chamber (18) is such that the pressure medium can pass between the braking element
(22) and the side wall (14) into the pressure chamber (60).
9. Motor according to one of claims 6, 7, wherein
- at least one line (62) is provided for feeding the pressure medium from the working
area (40) into the pressure chamber (60),
- wherein the line (62) is connected to a connecting opening (64) arranged in the
braking element (22) at the end face adjacent to the rotor (20).
10. Motor according to claim 9, wherein
- the line (62) has only one connecting opening (64).
11. Motor according to claim 9 or 10, wherein
- at the working area (40) at least one first fluid port (42) is provided for supplying
the pressure medium to be applied to the rotor (20),
- wherein the connecting opening (64) is arranged in the same quadrant of the motor
chamber (18) as the first fluid port (42) as seen in the axial direction.
12. Motor according to one of the preceding claims, wherein
- the pressure chamber (60) is formed between the braking element (22) and the housing
(12, 14).
13. Motor according to one of the preceding claims, wherein
- the pressure chamber (60) is an annular space axially delimited by the braking element
(22),
- wherein the annular space (60) has an outer diameter (R2) greater than the transverse
extension (R1) of the working area (40) of the motor chamber.
14. Motor according to one of the preceding claims, wherein
- a side wall (14) is provided surrounding the working area (40) of the motor chamber
and the braking element (22),
- wherein the side wall (14) has at least one step (24) in the longitudinal section,
- wherein the pressure chamber (60) is formed in the area of the step (24).
1. Moteur, avec
- une chambre de moteur (18) intérieure
- et un rotor (20) qui y est logé de façon à pouvoir tourner, le rotor pouvant être
entraîné en étant exposé à un moyen de pression, le moyen de pression se détendant
dans une zone de travail (40) de la chambre de moteur,
- et un élément de freinage (22) pour le freinage du rotor (20) qui est disposé axialement
directement près du rotor (20), l'élément de freinage (22) et le rotor (20) étant
mobiles l'un par rapport à l'autre axialement et formant un accouplement de friction
(48, 50), chargé par ressort, au moins sur une surface frontale du rotor (20),
- une chambre de pression (60) dont l'étendue en section transversale est plus grande
que l'étendue de section transversale de la chambre de moteur (18) au niveau de sa
zone de travail (40),
- la chambre de pression (60) étant limitée au moins d'un côté axialement par l'élément
de freinage (22) et/ou le rotor (20), de telle sorte qu'une pression dans la chambre
de pression (60) produit une force pour la séparation de l'accouplement de friction
(48, 50) en opposition à la force de ressort,
- et la chambre de pression (60) étant disposée de telle sorte que le moyen de pression
arrive dans la chambre de pression (60) pendant le fonctionnement du moteur.
2. Moteur selon la revendication 1, dans lequel
- lors de l'acheminement du moyen de pression au rotor (20), le moyen de pression
agissant sur l'élément de freinage (22) jouxtant la surface frontale du rotor (20)
produit une force pour la séparation de l'accouplement de friction,
- et la pression dans la chambre de pression (60) produit une force supplémentaire
pour la séparation de l'accouplement de friction en opposition à la force de ressort.
3. Moteur selon la revendication 1 ou 2, dans lequel
- il est prévu, sur la chambre de moteur (18), un premier raccordement de fluide (42),
un deuxième raccordement de fluide (44) et un échappement (46) qui sont disposés sur
la circonférence de la zone de travail (40) de la chambre de moteur, à des emplacements
espacés les uns des autres, le moteur (10) pouvant être entraîné par amenée de fluide
au premier raccordement de fluide (42) dans un premier sens de rotation et par amenée
de fluide au deuxième raccordement de fluide (44) dans un deuxième sens de rotation,
- la chambre de pression (60) étant raccordée au premier raccordement de fluide (42)
et/ou au deuxième raccordement de fluide (44) de telle sorte que, pendant le fonctionnement
du moteur (10), le moyen de pression arrive dans la chambre de pression (60).
4. Moteur selon la revendication 3, dans lequel
- le raccordement de la chambre de pression (60) soit au premier, soit au deuxième
raccordement de fluide (42, 44) est une conduite d'alimentation sans soupape.
5. Moteur selon la revendication 3 ou 4, dans lequel
- une amenée (A) est, par le biais d'un élément d'étranglement (82) destiné à limiter
le flux volumique du moyen de pression, raccordée à un des raccordements de fluide
(42),
- et la chambre de pression (60) est raccordée à l'amenée (A) en amont de l'élément
d'étranglement (82).
6. Moteur selon la revendication 3, dans lequel
- la chambre de pression (60) est raccordée aux deux raccordements de fluide (42,
44),
- au moins une soupape (86) étant prévue dans le raccordement pour éviter un court-circuit.
7. Moteur selon une des revendications précédentes, dans lequel
- il est prévu, sur la chambre de moteur (18), un premier raccordement de fluide (42),
un deuxième raccordement de fluide (44) et un échappement (46) qui sont disposés sur
la circonférence de la zone de travail (40) de la chambre de moteur, à des emplacements
espacés les uns des autres, le moteur (10) pouvant être entraîné par amenée de fluide
au premier raccordement de fluide (42) dans un premier sens de rotation et par amenée
de fluide au deuxième raccordement de fluide (44) dans un deuxième sens de rotation,
- la chambre de pression (60) étant, par le biais d'un raccordement (62, 64) direct
sans soupape, raccordée à la zone de travail (40) de la chambre de moteur (18) de
telle sorte que, pendant le fonctionnement dans les deux sens de rotation, le moyen
de pression arrive dans la chambre de pression (60).
8. Moteur selon la revendication 7, dans lequel
- l'ajustement de l'élément de freinage (22) par rapport à une paroi (14) de la chambre
de moteur (18) est tel que le moyen de pression peut arriver dans la chambre de pression
(60) en traversant entre l'élément de freinage (22) et la paroi (14).
9. Moteur selon une des revendications 6, 7, dans lequel
- il est prévu au moins une conduite (62) destinée à conduire le moyen de pression
à partir de la zone de travail (40) vers la chambre de pression (60),
- la conduite (62) étant raccordée à une ouverture de raccordement (64) qui est disposée
côté frontal près du rotor (20) dans l'élément de freinage (22).
10. Moteur selon la revendication 9, dans lequel
- la conduite (62) ne présente qu'une ouverture de raccordement (64).
11. Moteur selon la revendication 9 ou 10, dans lequel
- sur la zone de travail (40), il est prévu au moins un premier raccordement de fluide
(42) destiné à amener le moyen de pression auquel doit être exposé le rotor (20),
- l'ouverture de raccordement (64) étant, en vue axiale, disposée dans le même quadrant
de la chambre de moteur (18) que le premier raccordement de fluide (42).
12. Moteur selon une des revendications précédentes, dans lequel
- la chambre de pression (60) est formée entre l'élément de freinage (22) et le carter
(12, 14).
13. Moteur selon une des revendications précédentes, dans lequel
- la chambre de pression (60) est une chambre annulaire qui est limitée axialement
par l'élément de freinage (22),
- la chambre annulaire (60) présentant un diamètre extérieur (R2) qui est plus grand
que l'étendue transversale (R1) de la zone de travail (40) de la chambre de moteur.
14. Moteur selon une des revendications précédentes, dans lequel
- il est prévu une paroi (14) qui enferme la zone de travail (40) de la chambre de
moteur et l'élément de freinage (22),
- la paroi (14) présentant en coupe longitudinale au moins un gradin (24),
- la chambre de pression (60) étant formée dans la zone du gradin (24).