[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Saite für Musikinstrumente.
[0002] Saiten für Musikinstrumente werden in einer Vielzahl von Typen aus verschieden Materialien
und Materialzusammensetzungen hergestellt. Dabei wird anwendungsspezifisch der Saitentyp
auf den Tonbereich und das Musikinstrument ausgelegt. Hierbei können, um den musikalischen
Anforderungen gerecht zu werden, verschiedene Materialien zur Saitenherstellung verwendet
werden. Besonders hochwertige Musiksaiten sind aus Darm gefertigt.
[0003] Darmsaiten für Musikinstrumente werden üblicherweise aus Tierdärmen von Huftieren,
meist von Schafen, hergestellt und in der Regel in Zupf- und Streichinstrumenten verwendet.
Dadurch, dass die Saiten am Instrument unter einer gewissen Spannung angebracht sind
und bei Gebrauch angeschlagen, gezupft oder gestrichen werden, kommt es jedoch zu
einer hohen Abnutzung der Musiksaite. Daher werden heute üblicherweise Darmsaiten
als so genannte Darmkemsaiten hergestellt, wobei ein innerer, tragender Bereich der
Saite, auch als Kern bezeichnet, aus Darm mit einer äußeren Umspinnung aus Polykunststoffen,
wie z.B. Nylon, oder Metallen, wie z.B. Aluminium und Titan, versehen wird. Die äußere
Umspinnung kann dabei insbesondere auch dafür vorgesehen sein, der Saite eine ausreichende
Masse zu verleihen, um auch vergleichsweise tiefe Töne erzeugen zu können.
[0004] Grundsätzlich weisen derartige, auf Darm basierende Saiten gute klangliche Eigenschaften
auf. Allerdings zeigen derartige Saiten im Verlauf der Zeit aufgrund ihres Wasserabsorptionsvermögens
relativ starke Änderungen im Ton. Daraus ergibt sich, dass die Saite vergleichsweise
häufig nachgestimmt werden muss. Saiten mit einer auf Nylon basierenden Ummantelung
haben darüber hinaus den Nachteil, dass das Wasserabsorptionsvermögen von Nylon (Feuchtigkeitsaufnahme
von Nylon ~3-4%) ebenfalls sehr hoch ist und zudem die Dehnungseigenschaften von Nylon
schlecht sind.
[0005] Das Nachspannen der Musiksaiten, insbesondere zum Stimmen des Musikinstruments mittels
Spannen der Saite, und der Abnutzungsgrad beim Streichen der Saite können zu Rissbildungen
innerhalb der Saite und möglicherweise sogar zum Bruch der ganzen Saite führen. Hinzu
kommen noch Alterungserscheinungen des verwendeten Saitenmaterials. Daher kann bei
intensiv genutzten Orchesterinstrumenten relativ häufig eine Saitenauswechslung notwendig
sein, um die spezifischen musikalischen Eigenschaften des Instruments, vor allem der
Ton- und Klangqualität, nicht zu beeinträchtigen. Im Hinblick auf möglicherweise lange
Einspielzeiten der Saiten wäre es jedoch wünschenswert, die Häufigkeit eines Saitentauschs
zu verringern.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Musiksaite der oben genannten
Art anzugeben, die insbesondere bei guter Klangqualität eine vergleichsweise hohe
Lebenserwartung zeigt.
[0007] Die Patentanmeldung
EP 1 531 454 offenbart eine Saite für Musikinstrumente, umfassend einen Kern und eine diesen umgebende
Ummantelung aus einem Material der Polymer Stoffklasse, wobei der Kern als Hauptbestandteil
Darm aufweist. Jedoch besteht das Ummantelungsmaterial nicht aus einem Stoff der Polyaryletherketon
(PAEK) Stoffklasse. Das Patent
US 5,601,762 offenbart zwar Polyetheretherketon, das als Ummantelungsmaterial benutzt werden kann.
Doch werden hier Lösungsmittel zugesetzt, um eine höhere Elastizität des Materials
und damit der Saite zu erreichen.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem die Saite einen Kern und eine diesen
umgebende Ummantelung aufweist, die aus einem Material der Polyaryletherketon (PAEK)
Stoffklasse besteht, wobei der Kern als Hauptbestandteil Darm aufweist.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass im Hinblick auf die üblicherweise
hohe Beanspruchung der Saiten für eine besonders lange Lebensdauer der Saiten besondere
Maßnahmen zur Stabilisierung der Saiten getroffen werden sollten. Dazu ist im Sinne
einer Verstärkung der Saiten vorgesehen, den Kern mit einer Ummantelung aus einem
spezifisch gewähren Material zu versehen. Ein solches Material sollte einerseits durch
die spezielle molekulare Anordnung sehr dehnbar und extrem belastbar sein und hohe
Zugfestigkeit aufweisen, andererseits aber noch elastisch im Hinblick auf die Anforderungen
an die Saite sein. Wie sich überraschenderweise herausgestellt hat, können diese Materialeigenschaften
und technisch-physikalischen Eigenschaften durch ein Material der Polyaryletherketon
(PAEK) Stoffklasse besonders weitgehend erreicht werden.
[0011] Als besonders geeignetes Material aus der Polyaryletherketon (PAEK) Stoffklasse hat
sich Polyetheretherketon, kurz PEEK genannt, erwiesen. Polyetheretherketon (PEEK)
ist in seinen technisch-physikalischen Eigenschaften denen von Darm ähnlich und erfüllt
zudem die an eine Musiksaite gestellten musikalischen und tonartlichen Eigenschaften.
Beide Materialien, Polyetheretherketon (PEEK) und auch Darm, liegen in einem Dichtebereich
von ρ=1,27-1,32 g/cm
3. Durch diese vergleichbaren Eigenschaften ist gerade bei einer Materialpaarung von
Polyetheretherketon (PEEK) und Darm ein besonders homogenes Klangbild und eine hohe
Kompatibilität erreicht. Zudem ist Polyetheretherketon (PEEK), im Gegensatz zu anderen
Ummantelungsmaterialien aus Polymerkunststoffen, mit einer Feuchtigkeitsaufnahme von
nur 0, 1 % bei weitem nicht so feuchtigkeitsempfindlich. Mit anderen Worten, Polyetheretherketon
(PEEK) weist eine gute Wasserresistenz auf. Gerade bei der Verwendung von (PEEK) in
der Ummantelung für den Kern kann somit dieser ebenfalls in gewissem Ausmaß vor Feuchtigkeit
geschützt werden, was die Haltbarkeit der Saite insgesamt noch mehr begünstigt. Des
weiteren zeigt eine mit Polyetheretherketon (PEEK) ummantelte Musiksaite eine höhere
Stimmungsstabilität und überraschenderweise auch eine kürzere Einspielzeit.
[0012] Insbesondere im Hinblick auf die vorgesehene Anwendung ist es zweckmäßig, wenn das
Ummantelungsmaterial durch geeignete Parameterwahl, beispielsweise hinsichtlich Dimensionierung,
an die spezifischen musikalischen, tonartlichen oder klangtechnischen Anforderungen,
sowie Dehnungs- und Zugfestigkeit, die an die Saite gestellt werden, angepasst ist.
Dadurch sind insbesondere ein guter musikalischer Ton, eine einfache Handhabung beim
Spielen und zudem eine besonders lange Lebensdauer erreichbar. Das Ummantelungsmaterial
ist dazu zweckmäßigerweise als Faser gefertigt. Dadurch ist die Handhabung des Ummantelungsmaterials
im Herstellungsprozess der Musiksaite vergleichsweise einfach gehalten, und zudem
können über eine geeignete Dimensionierung der Faser der spätere Gesamtdurchmesser,
die Masse und gegebenenfalls auch die Tonlage der Saite beeinflusst werden.
[0013] Die Feinheit von Fasern und Garnen ist eine textile Größe und wird in der Einheit
tex angegeben. Die Einheit tex wird in SI-Einheiten mit dem Umrechnungsfaktor von 1
tex = 1
g / 1000
m ausgedrückt. Somit drückt die Feinheit der Faser ein Gewicht pro Länge der herzustellenden
Faser aus. Mit anderen Worten ist mit der Einheit
tex eine längenbezogene Masse einer Faser oder eines Garns beschrieben. Vorteilhafterweise
weist die Faser des Ummantelungsmaterials aus den oben genannten Gründen eine Feinheit,
je nach musikalischer Anwendung, in einem Bereich von 20
dtex bis 280
dtex auf. Dieser Bereich deckt die vorgesehene musikalische Anwendung im Hinblick auf
die verschiedenen Tonlagen der Musiksaite und die Verwendung der Musiksaite hinsichtlich
der Dimensionierung an verschiedenen Instrumenten besonders günstig ab.
[0014] Zudem ist es zweckmäßig, eine solche Faser mit einer Fadenzahl von 5 bis 80 feinster
Fäden pro Faser aufzubauen. Durch die Wahl der Fadenzahl im oben genannten Bereich
ist eine gute Einstellung der Feinheit der Faser schon während des Herstellungsprozesses
gegeben. Zudem kann durch die Art der Verdrillung der Fäden zur Faser deren spätere
Zug- und Dehnungsfestigkeit eingestellt werden. Dadurch kann die Faser in ihrer Dimensionierung
genau auf den gewünschten Gesamtdurchmesser der später fertigen Musiksaite gefertigt
werden.
[0015] Die Ummantelung des Kerns kann als so genannte Umspinnung ausgeführt sein, bei der
das Ummantelungsmaterial in Form eines oder mehrerer Helixstränge schraubenartig um
den Kern herum und an diesem entlang geführt ist.
[0016] Um die Stabilität und die Langlebigkeit der Musiksaite noch weiter zu erhöhen, ist
die Ummantelung aber vorteilhafterweise als Umflechtung ausgeführt. Dabei ist das
Ummantelungsmaterial in mehreren sich kreuzenden Strängen um den Kern herumgeführt.
Eine solche Geflechtstruktur erhöht zudem auch die Reißfestigkeit der Musiksaite und
vermindert die Rissbildung. Weiterhin schützt die Ummantelung, als Umflechtung ausgebildet,
den Kern der Saite besonders vor zu hoher Feuchtigkeitsaufnahme, da sie vergleichsweise
dicht ausgeführt sein kann. Da eine solche Umflechtung ein- oder mehrlagig um der
Kern der Saite möglich ist, beeinflusst diese zudem auch die Dimensionierung der Saite.
[0017] Als Material für den Kern können grundsätzlich gängige Materialien wie Metalle oder
Kunststoffe, wie z.B. Nylon, vorgesehen sein. Gerade im Hinblick auf die besonders
gute Kompatibilität der Materialien Darm und Polyetheretherketon (PEEK) ist aber in
besonders vorteilhafter Ausgestaltung Darm als Basismaterial für den Kern vorgesehen.
Die Darmkernsaite wird dabei gerade durch die Ummantelung besonders aufgewertet und
kann dadurch auch für besonders hochwertige Anwendungen, wie zur Besaitung von Zupf-
und Streichinstrumenten und sogar von Barockinstrumenten, verwendet werden. Wie sich
überraschend herausgestellt hat, weist gerade eine Saite mit einer derartigen Materialpaarung
deutliche Vorteile gegenüber bekannten Saiten hinsichtlich Spielbarkeit und Stimmungsstabilität
und darüber hinaus auch noch eine besonders kurze Einspielzeit auf.
[0018] Zweckmäßigerweise ist der Durchmesser des Kerns in einem Bereich von 0,15 mm bis
5 mm gewählt, um die gängigen Tonbereiche hochwertiger Zupf- und Streichinstrumenten
mit besonders gutem Klang abzudecken.
[0019] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist die Ummantelung zudem noch mit einer
sie umgebenden äußeren Umspinnung, vorzugsweise aus Kunststoff oder Metall, versehen.
Hierzu kann ein flaches Metallband, das fest und spiralförmig um die Ummantelung gewunden
ist, vorgesehen sein. Zudem zeigt eine solche äußere Umspinnung Vorteile in der Bearbeitung
beim zylindrischen Feinschleifen der Musiksaite. Der zylindrische Feinschliff kann
notwendig sein, um die Quintenreinheit der Musikseite zu erreichen. Weiterhin schützt
die äußere Umspinnung die Saite vor zu schnellem Ausfasem.
[0020] Vorteilhafterweise ist die Verwendung von mindestens einer Saite, umfassend einen
Darmkem und eine Ummantelung aus Polyetheretherketon (PEEK), bei Musikinstrumenten,
die der Streich- oder Zupfinstrumentenfamilie zugeordnet sind, vorgesehen.
[0021] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die mit
Polyetheretherketon (PEEK) Faser ummantelte Darmkem-Musiksaite bei hoher Klangqualität
eine besondere Langlebigkeit aufweist. Damit können die günstigen Eigenschaften von
Polyetheretherketon (PEEK), insbesondere die vergleichsweise hohe Feuchtigkeitsresistenz
und der mit Darm vergleichbare Dichtebereich des Materials, besonders günstig genutzt
werden. Zudem schützt die Ummantelung aus Polyetheretherketon (PEEK) den Darmkem vor
zu hoher Feuchtigkeitsaufnahme. Außerdem hat sich gezeigt, dass die sogenannte Einspielzeit
der Saite deutlich verringert werden kann.
[0022] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer klassischen Violine,
- Fig. 2
- eine Musiksaite für eine Violine mit angedeutetem Steg, Obersattel und Wirbel,
- Fig. 3
- die Musiksaite aus Fig. 2 im Querschnitt, und
- Fig. 4
- die chemische Struktur eines Polyetheretherketon-Monomerbausteins.
[0023] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0024] Eine klassische Violine 1 gemäß Fig. 1 umfasst vier Saiten 2, die über einen Resonanzkörper
4 gespannt sind. An einem ersten Ende, dem Saitenhalterende 6, sind die Saiten 2 an
einem Saitenhalter 8 befestigt. An ihrem zweiten Ende, dem Wirbelende 10, sind sie
hingegen auf Wirbeln 12 einer Stimmmechanik, dem sog. Wirbelkasten 14, befestigt.
Dazu weisen die Wirbel 12 ein Loch auf, durch welches das Wirbelende 10 der Saite
2 hindurchgesteckt ist. Das Wirbelende 10 ist dabei in seinem anschließenden Bereich
mehrfach um den Wirbel 12 herumgelegt. Die Wirbel 12 sind über ihre Wirbelgriffplatten
16 verdrehbar, wodurch die Saitenspannung und damit der Ton der Saite 2 veränderbar
ist.
[0025] Am Saitenhalterende 6 ist die Saite 2 mit einem Endkopf 18 versehen, der im Saitenhalter
8 befestigt ist. Zudem ist am Seitenhalter 8 ein Feinstimmer 20 befestigt, mit Hilfe
dessen die Spannung jeder Saite 2 feinjustiert wird. Der Feinstimmer 20 dient dem
Musiker den Ton der Saite 2 noch genauer einzustellen, als dies über die Wirbel 12
möglich ist.
[0026] Ein Aufspannabschnitt 22 der Saite 2 befindet sich zwischen Saitenhalter 8 und einem
Steg 24 und ist ab dem Endkopf 18 im Bereich des Saitenhalterendes 6 zum Teil mit
farbigem Garn angesponnen. Das farbige Garn hat den Zweck, die Saitenqualität anzuzeigen.
Ebenfalls ist das Wirbelende 10 der Saite 2, das um den Wirbel 12 herumgeführt ist,
mit farbigem Garn eingesponnen, das dem Musiker den genauen Tonbereich der Saite anzeigt.
[0027] Der Bereich zwischen dem Steg 24 und einem Griffbrett 26 ist der Spielbereich 28,
in dem der Musiker die Saiten 2 zupft oder mit dem Bogen streicht. Zum Spielen der
Violine 1 greift der Musiker die Töne auf den Saiten 2 entlang des Griffbretts 26
und streicht die Saiten 2 mit dem Bogen im Spielbereich 28.
[0028] Am anderen Ende des Griffbretts 26 ist ein Obersattel 30 angebracht, über den die
Saiten 2 zu den Wirbeln 12 im Wirbelkasten 14 geführt sind. Den Abschluss des Wirbelkastens
14, und somit auch der Violine 1, bildet eine Schnecke 32.
[0029] In einer Decke 34 des Resonanzkörpers 4 sind die beiden f-Löcher 36 der Violine 1
seitlich in Höhe des Stegs 24 eingebracht. Die f-Löcher 36 dienen zum ungehinderten
Bewegen der eingeschlossenen Luft im Resonanzkörper, und des weiteren wird die Schwingungsfähigkeit
der Decke 34 im akustischen Zentrum um die Stegfüße 38 wesentlich erhöht.
[0030] Der äußere Aufbau der Saite 2 wird anhand Fig. 2 näher erläutert. In dieser sind
der Endknopf 18 mit zum Teil in farbigem Garn eingespanntem Aufspannabschnitt 22,
der das Saitenhalterende 6 bildet, und der meist polierte Saitenkörper 40 mit anschließendem
Wirbelende 10 der Saite, ebenfalls in farbigem Garn eingesponnen, zu sehen. In perspektivischer
Ansicht sind der Steg 24 und der Obersattel 30 angedeutet. Der meist polierte Saitenkörper
40 ist ein tonerzeugender Abschnitt 42, der den Spielbereich 28 und den Bereich der
Saite 2 über dem Griffbrett 26 bis zum Obersattel 30 bildet.
[0031] Den inneren Aufbau der Saiten 2 zeigt die Darstellung im Querschnitt nach Fig. 3.
Die Saite 2 ist mit einem Kern 44, einer Ummantelung 46 und einer äußeren Umspinnung
48 ausgeführt. Die Ummantelung 46 aus Polyetheretherketon (PEEK) Faser ist als Umflechtung
ausgeführt. Die äußere Umspinnung 48 besteht aus einem flachen Metallband, das fest
und spiralförmig um die Ummantelung 46 umsponnen ist und, je nach Anwendung, meist
geschliffen ist.
[0032] Der Kern 44 der Saite 2 besteht aus Darm, welcher nach der Verarbeitung zum Kern
44 eine Art monofile Struktur zeigt.
[0033] Die Ummantelung 46 der Saite 2 ist aus Polyetheretherketon (PEEK) Faser 50 hergestellt,
wobei die Faser 50 mit einer Fadenzahl von 5 bis 80 aus einzelnen Fäden aufgebaut
ist, und eine Feinheit im Bereich von 20
dtex bis 280
dtex aufzeigt. Weiterhin sind die Fasern 50 zu einer Geflechtstruktur, der sogenannten
Umflechtung oder Beflechtung, verwoben um somit die Ummantelung 46 belastbarer und
reißfester zu fertigen. Zudem verhindert eine solche Geflechtsstruktur ein zu schnelles
Ausfasern der Saite 2 sowie eine zu schnelle Rissbildung innerhalb der Ummantelung
46.
[0034] Des weiteren hat die Saite 2, bestehend aus dem Kern 44, der äußeren Umspinnung 48
und der Ummantelung 46, die eine Polyetheretherketon (PEEK) Faser-Umflechtung aufweist,
eine höhere Lebensdauer. Darüber hinaus ist eine solche Saite 2 durch ihre gute Dehnungs-
und Zugfestigkeit besser spielbar und einfach in der Handhabung.
[0035] Die Violine 1 ist unter anderem für eine besonders lange Lebensdauer und eine hohe
musikalische Qualität der verwendeten Saite 2 ausgelegt. Dazu sind einige oder alle
Saiten 2 aus einem Darmkem und einer Polyetheretherketon (PEEK) Faser-Ummantelung
gefertigt, die durch geeignete Parameterwahl, beispielsweise Zusammensetzung und Fadendicke,
spezifisch an die Anforderungen der jeweiligen Saite 2 angepasst sind.
[0036] Der Saitenhalter 8 ist in seinem Endbereich 52 über eine so genannte Anhängesaite
unter Vorspannung an einem Halteknopf befestigt. Auch für diese Anhängesaite kann
Polyetheretherketon (PEEK) als Ummantelungsmaterial vorgesehen sein.
[0037] Die chemische Struktur eins Polyetheretherketon (PEEK) Monomerbaustein 58 zeigt Fig.
4. Das Polyetheretherketon (PEEK) Polymer ist aus einer sich wiederholenden Anzahl
n Monomerbausteinen 54 langkettig aufgebaut. Der Monomerbaustein 54 ist aus über Ketobrücken
56 und Etherbrücken 58 verknüpfte Phenylresten 60 gebildet. In jedem Monomerbaustein
54 sind eine Ketobrücke 56, zwei Etherbrücken 58 und drei Phenylreste 60 vorhanden.
Die Monomerbausteine 54 werden im Polyetheretherketon (PEEK) Polymer ausschließlich
über die Ketobrücke 56 des einen Monomerbausteins 54 mit einem Phenylrest 60 eines
weiteren Monomerbausteins 54 polymerisiert. Die Materialreinheit des Polyetheretherketon
(PEEK) Polymers unterliegt den bekannten chemisch-technischen Reinheitsanforderungen
der Polymerherstellung.
[0038] In den Figuren 1 bis 3 ist die Darmkemsaite mit Polyetheretherketon (PEEK) Faser-Ummantelung
und äußerer Metall-Umspinnung als Musiksaite am Beispiel einer Saite 2 in der Violine
1 dargestellt. Selbstverständlich umfasst die Erfindung auch die Verwendung einer
solchen Darmkemsaite mit Polyetheretherketon (PEEK) Faser Umspinnung in beliebigen
anderen Saiteninstrumenten, insbesondere Streich- und Zupfinstrumenten, sowie die
Ausführung des Kerns 44 als Multifilamentstruktur und mit andern Kernmaterialien.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Violine
- 2
- Saite
- 4
- Resonanzkörper
- 6
- Saitenhalterende
- 8
- Saitenhalter
- 10
- Wirbelende
- 12
- Wirbel
- 14
- Wirbelkasten
- 16
- Wirbelgriffplatte
- 18
- Endkopf
- 20
- Feinstimmer
- 22
- Aufspannabschnitt
- 24
- Steg
- 26
- Griffbrett
- 28
- Spielbereich
- 30
- Obersattel
- 32
- Schnecke
- 34
- Decke
- 36
- f-Loch
- 38
- Stegfüße
- 40
- Saitenkörper
- 42
- tonerzeugender Abschnitt
- 44
- Kern
- 46
- Ummantelung
- 48
- äußere Umspinnung
- 50
- Faser
- 52
- Endbereich
- 54
- Monomerbaustein
- 56
- Ketobrücke
- 58
- Etherbrücke
- 60
- Phenylrest
- n
- Anzahl der Monomerbausteine im Polymer
1. Saite (2) für Musikinstrumente, umfassend einen Kern (44) und eine diesen umgebende
Ummantelung (46) aus einem Material der Polyaryletherketon (PAEK) Stoffklasse, wobei
der Kern (44) als Hauptbestandteil Darm aufweist.
2. Saite (2) nach Anspruch 1, bei der das Material der Polyaryletherketon (PAEK) Stoffklasse
als Hauptbestandteil Polyotherkston, kurz PEEK genannt, aufweist.
3. Saite (2) nach Anspruch 1 oder 2, deren Ummantelungsmaterial als Faser (50) gefertigt
ist.
4. Saite (2) nach Anspruch 3, bei der die Faser (50) des Ummantelungsmaterials eine Feinheit
im Bereich von 20 dtex bis 280 dtex aufweist.
5. Saite (2) nach Anspruch 3 oder 4, bei der die Faser (50) eine Fadenzahl im Bereich
von 5 bis 80 Fäden aufweist.
6. Saite (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, deren Ummantelung (46) eine Geflechtstruktur
aufweist.
7. Saite (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, deren Kern (44) einen Durchmesser im Bereich
von 0,15 mm bis 5 mm ufweist.
8. Saite (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch eine die Ummantelung (46) umgebende äußere Umspinnung (48), vorzugsweise aus Metall.
9. Musikinstrument, insbesondere Streich-, Zupf- oder Schlaginstrument, mit einer Anzahl
von Saiten (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
1. A string (2) for musical instruments, comprising a core (44) and a sheathing (46)
wrapping said core, made of a material of the material class polyaryletherketone (PAEK),
the main constituent of the core (44) being gut.
2. The string (2) of claim 1, wherein the main constituent of the material of the material
class polyaryletherketone (PAEK) is polyetherketone, abbreviated PEEK.
3. The string (2) of claim 1 or 2, whose sheathing material is manufactured as a fiber
(50).
4. The string (2) of claim 3, wherein the fiber (50) of the sheathing material has a
fineness in the range of 20 dtex to 280 dtex.
5. The string (2) of claim 3 or 4, wherein the fiber (50) has a thread count in the range
of 5 to 80 threads.
6. The string (2) of any of claims 1 to 5, whose sheathing (46) has a braided structure.
7. The string (2) of any of claims 1 to 6, whose core (44) has a diameter in the range
of 0.15 mm to 5 mm.
8. The string (2) of any of claims 1 to 6, characterized by an outer thread covering (48) wrapping the sheathing (46), preferably made of metal.
9. A musical instrument, in particular a bowing, plucking or stringed percussion instrument,
having a number of strings (2) of any of claims 1 to 8.
1. Corde (2) pour instruments de musique, comprenant un coeur (44) et un enrobage (46)
entourant dit coeur, fait d'un matériau de la classe de matériaux polyaryléthercétone
(PAEK), le composant principal du coeur (44) étant boyau.
2. Corde (2) selon la revendication 1, dans laquelle le composant principal du matériau
de la classe de matériaux polyaryléthercétone (PAEK) est polyéthercétone, abrégé PEEK.
3. Corde (2) selon la revendication 1 ou 2, dont le matériau d'enrobage est fabriqué
comme une fibre (50).
4. Corde (2) selon la revendication 3, dans laquelle la fibre (50) du matériau d'enrobage
a une finesse dans la gamme de 20 dtex à 280 dtex.
5. Corde (2) selon la revendication 3 ou 4, dans laquelle la fibre (50) a un nombre de
fils dans la gamme de 5 à 80 fils.
6. Corde (2) selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, dont l'enrobage (46) a
une structure tressée.
7. Corde (2) selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, dont le coeur (44) a un
diamètre dans la gamme de 0,15 mm à 5 mm.
8. Corde (2) selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisée par un guipage extérieur (48) entourant l'enrobage (46), de préférence fait de métal.
9. Instrument de musique, en particulier un instrument à cordes frottées, pincées ou
frappées, ayant un nombre de cordes (2) selon l'une quelconque des revendications
1 à 8.