[0001] Die Erfindung betrifft eine Streichstation zur Beschichtung einer laufenden Papier-,
Karton- oder anderen Faserstoffbahn mit wenigstens einem flüssigen bis pastösen Auftragsmedium,
umfassend einen oberhalb der Faserstoffbahn und von ihr beabstandet angeordneten Auftragskopf
eines Vorhang-Auftragswerkes, der das wenigstens eine Auftragsmedium in Form eines
Vorhangs an die Faserstoffbahn abgibt, wobei dem Auftragswerk ein Vakuum-Entlüfter
zur Entgasung bzw. Entlüftung des wenigstens einen Auftragsmediums vorgeschaltet ist,
wobei eine Abzugsleitung für entgastes Auftragsmedium, eine Vakuumerzeugungseinrichtung
und eine Abzugsleitung für abgetrennte Luft bzw. Gas vorhanden ist und dem Vakuum-Entlüfter
eine Mischer und/oder Vorratsbehälter enthaltende Aufbereitungsstation vorgeschaltet
ist.
[0002] Alle Streichstationen benötigen eine solche Aufbereitungsstation. Hohe Gas- bzw.
Luftgehalte in den Auftragsmedien, d.h. in den Streichfarben führen meist in Verbindung
mit hohen Streichmaschinengeschwindigkeiten zum gefürchteten "skip coating", d.h.
zu Löchern und Kratzern im aufgebrachten Strich, was natürlich die Qualität der Auftragsschicht
negativ beeinträchtigt.
Hohe Gasgehalte resultieren vor allem aus der Streichfarbenrezeptur, der Streichfarbenaufbereitung
und der Kreislaufführung, der schon angesprochenen Maschinengeschwindigkeit und dem
verwendeten bzw. beabsichtigten Auftragssystem und aus weiteren Einflussgrößen.
[0003] Bei konventionellen Streichverfahren, wie dem Klingen- oder Filmstrich wird Streichfarbe
(allgemein gesagt das Auftragsmedium) im vielfachen Überschuss aufgebracht und anschließend
mit einem Rakelelement dosiert.
Beim modernen Vorhangstreichen entfällt die Dosierung, weil es keinen Überschuss gibt.
Das heißt beim Vorhangstreichen werden nur die Mengen aufgebracht, die im Endeffekt
auf dem Substrat verbleiben sollen. Folglich sind die Farbmengen, die dem Vorhang-Auftragswerk
zugeführt werden müssen sehr gering. Allerdings erfordert das Vorhangstreichen eine
nahezu vollständige Entlüftung der Streichfarbe, weil der vom Auftragswerk erzeugte
und abzugebende Vorhang sehr empfindlich ist. Auch verursachen Gas- bzw. Luft- Gehalte
schon im Vorfeld vor der eigentlichen Beschichtung Probleme im System.
Vom Unternehmen der Anmelderin wurden deshalb Vorschläge unterbreitet, dergestalt,
dass eine möglichst große Oberfläche an zu entgasendem bzw. zu entlüftendem Medium
geschaffen wird, wodurch sich die Entlüftungswirkung verbessern lässt. Außerdem wird
die Entlüftung unter Einwirkung eines Vakuums vorgenommen. Hierzu wird auf die DE-
A1- 10 2005 060 848 verwiesen, in der die Entgasung bzw. Entlüftung in einem Vakuum-Entlüfter
beschrieben ist. Zur Verbesserung der Entlüftungswirkung ist vor dem Vakuum-Entlüfter
noch eine Entlüftung in einem Zyklon-Entlüfter vorgesehen. Das entlüftete Auftragsmedium
ist vorzugsweise für ein Vorhangstreichverfahren vorgesehen.
Bei der
DE- A1 103 52 807 ist ebenfalls eine Lösung für das Vorhangstreichen beschrieben, bei der zwei nacheinander
angeordnete Vakuum-Entlüfter vorgesehen sind.
Aus der
DE- A1 10 2005 060 853.ist ein Vakuum-Entlüfter mit eingebauten Kaskaden und aus den
DE- A1 10 2007 000 705,....706, ...708.sind eingebaute Drehteller mit Prallanordnungen bekannt.
[0004] Beim Vorhangstreichen ist es überdies notwendig, dass das System sauber gehalten
wird. Vor allem bei einem Auftragsmediumswechsel ist eine penible, aufwändige Reinigung
erforderlich. Bei den angegeben bekannten Lösungen ist der Reinigungs- und der Vorrichtungsaufwand
und außerdem Mediumsverluste bei Sortenwechsel sehr hoch.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung eine kompakte Streichstation zur Entlüftung bzw.
Entgasung anzugeben, bei der die Nachteile des Standes der Technik nicht auftreten.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird mit den Merkmalen des Vorrichtungsanspruches 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der an sich bekannte Vakuum-Entlüfter einen
zusätzlichen Arbeitsraum (ohne Einbauten) enthält.
Der sonst notwendige zusätzliche ortsnah zum Auftragswerk angeordnete Arbeitsbehälter
-um einen kurzen Leitungsweg zu erreichen- wird dabei erfindungsgemäß komplett weggelassen,
weshalb das erforderliche Arbeitsvolumen in den hier etwas vergrößerten Entlüftungsbehälter
integriert ist.
[0008] Die Schaffung dieses zusätzlichen Arbeitsraumes erreicht man dadurch, dass das Gesamtvolumen
des Entlüfters in zwei Bereiche aufgeteilt ist.
Der obere Bereich dient der Entlüftung. In diesem oberen Bereich ist also das zu entlüftende
Medium von der Gasphase umgeben.
Der untere Bereich, also der zusätzliche Arbeitsraum ist zur Speicherung des entlüfteten
Mediums vorgesehen und ist durch eine Niveauregelung im Betrieb bis zur gewünschten
Füllhöhe vollständig mit dem Auftragsmedium gefüllt. Mit diesem hier vorhandenen entlüfteten
Austragsmedium kann das nachfolgende Auftragswerk arbeiten. Dieser Raum enthält nahezu
100% Auftragsmedium. als Speicher. Das benötigte Auftragsmedium wird über eine Austragspumpe
je nach Bedarf entnommen. Es erfolgt dabei eine solche Regelung, gemäß der das entsprechend
zu entlüftende Medium in den oberen Bereich eingeleitet und dort entlüftet wird. Dieses
entlüftete Medium füllt anschließend den unteren Bereich wieder auf.
Der Vorteil dieser Lösung ist, dass die hier vorgenommene Speicherung unter Entlüftungsdruck
erfolgt, womit sich eine konstant gute Qualität der Entlüftung des Auftragsmediums,
d.h. der Streichfarbe, erreichen lässt.
[0009] Eine sehr zweckmäßige Ausbildung der Streichstation ergibt sich, indem im oberen
Bereich des Entlüftungsbehälters beispielsweise bekannte kaskadenartigen Einbauten
mit z.B. Drehtellern, Rücklaufblechen usw., die eine mehrfache bzw. schrittweise Entgasung
bzw. Entlüftung vollziehen, angeordnet sind. Das Auftragsmedium ist dabei nur als
dünner Film bzw. Farbtröpfchen existent. Das Volumen dieses oberen Bereiches wird
nur von ca. 5% flüssigen Auftragsmedium plus Feststoffanteile und ca. 95% Gasphase
(Luft und/oder Wasserdampf) bei dieser Ausführung ausgefüllt.
[0010] Als Vorteile ergeben sich bei der erfindungsgemäßen Lösung mit in den Entlüfter integrierten
Arbeitsraum:
- insgesamt weniger Platzbedarf
- weniger Rohrleitungs- und Behälteraufwand
- verkürzte Reinigungszeiten
- geringe Farbverluste bzw. weniger streichfarbenhaltige Abwässer
- geringe Kosten
- bessere Entlüftungswirkung, da das Auftragsmedium auch im Standby-Betrieb unter Vakuum
steht.
[0011] Die erfindungsgemäße Streichstation lässt sich zweckmäßig weiter ausbilden, indem
sowohl mindestens eine Zufuhrleitung von der mindestens einen Auftragsmediums-Aufbereitungsstation
aus, als auch mindestens eine Rücklaufleitung vom Vorhang-Auftragswerk aus, jeweils
direkt in den mindestens einen Vakuum-Entlüfter münden.
[0012] Wenn hier von "direktem" Kreislauf gesprochen wird, so bedeutet das, dass dennoch
Filter, Messstellen, wie Gasgehaltsmessgeräte, Ventile, Pumpen, Pulsationsdämpfer,
sonstige Rohrbögen usw. in diesen Kreislauf eingebunden sein können.
Der beim Stand der Technik vorhandene zusätzliche Arbeitsbehälter (der dort ortsnah
zum Auftragswerk angeordnet ist und der bisher auch den Rücklauf vom Entlüfter aufnahm)
ist wie gesagt komplett weggelassen.
[0013] Als besonderer Vorteil ist der nur kurze Rücklauf zwischen Auftragswerk und dem Entlüfter
anzusehen. Unter Rücklauf ist der Mediumsanteil, der vom Bahnrand ferngehalten wird,
sowie über eine Bypassleitung rückgeführt wird und solches Medium, welches in Beschichtungspausen
weiter vom Auftragswerk abgegeben, aufgefangen und rückgeführt wird, zu verstehen.
[0014] Der kurze Rücklauf erlaubt damit, dass das rückgeführte Auftragsmedium sehr schnell
entgast bzw. entlüftet werden kann, bevor es wieder zu einer Durchmischung kommt.
[0015] Weitere Vorteile sind:
- weniger Auftragsmedium (z.B. Streichfarbe) im System,
- schnelle Auftragsmediums- Wechselzeiten bei Sortenwechsel möglich,
- weniger Mediumsverluste treten auf,
- schnellerer Start des Auftragsvorganges ist möglich,
- geringer Reinigung- und Vorrichtungs- (Maschinen-) Aufwand.
[0016] Um einen Lufteintrag vermeiden zu können, ist in die Rücklaufleitung, d.h. bevor
das rückgeführte Medium wieder dem Vakuum-Entlüfter zugeführt, eine Leerlaufabsicherung
bzw. Aufstauregelung vorgesehen. Diese umfasst ein Sammelelement, z.B. einen Sammelbehälter
von geringem Volumen, dem ein Regelventil nachgeschaltet ist.
[0017] Im Übrigen kann bei mehreren aufzutragenden Auftragsmedien bzw. Streichfarben, beispielsweise
zur Erzeugung von Doppelschichten mittels Mehrschicht-Vorhangsauftragswerk, die Streichstation
mehrere Mischer und evtl. mehrere zugehörige Vorratsbehälter umfassen.
[0018] Da jeder Mischer und der besagte Vorratsbehälter sich außerhalb der Streichstation,
sogar außerhalb des die Streichstation beherbergenden Gebäudes befinden kann, ist
bei erfindungsgemäß nicht mehr vorhandenem separatem Arbeitsbehälter ein damit verkürzter
Kreislauf vom Mischer bzw. Vorratsbehälter zum Entlüfter besonders bedeutsam.
[0019] Es kann mindestens ein Entlüfter pro aufzutragendem Medium vorhanden sein. Ebenso
ist es möglich, mehrere Entlüfter für nur ein einziges Auftragsmedium zu verwenden.
Die letztgenannte Möglichkeit ist bei sehr breiten Maschinen sinnvoll.
[0020] Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltungsvariante der erfindungsgemäßen Streichstation
ergibt sich dadurch, wenn deren einzelnen Baueinheiten, wie Vakuum-Entlüfter, Filter
und Messeinrichtungen auf einem gemeinsamen Rahmen montiert sind. Damit lässt sich
nämlich eine sehr kompakte Arbeitsstation schaffen. Diese lässt sich auch in bestehende
Papier-Herstellungsmaschinen nachträglich ein- und auch wieder ausbauen. Der Wartungs-,
Reinigungs- und Maschinenaufwand ist insgesamt wesentlich geringer als bisher. Außerdem
ist damit die Zugänglichkeit zu den einzelnen Baueinheiten verbessert und auch eine
ortsnahe Anordnung zum Auftragswerk geschaffen.
Bei mehreren Auftragsmedien können auch mehrere Rahmen vorhanden sein.
[0021] Hinsichtlich der Verweilzeit und der Entlüftungswirkung ist es vorteilhaft, wenn
der Arbeitsraum (unterer Bereich) des Vakuum-Entlüfters ein Arbeitsvolumen von ca.
100 bis 2000 I, vorzugsweise 200 bis 1500 I Medium aufweist.
[0022] Vorteilhaft ist es auch, wenn in die Abzugsleitung für das entlüftete Auftragsmedium
und /oder in die Rücklaufleitung zwischen dem Vakuum-Entlüftungsbehälter und dem Auftragswerk
ein Filter eingebaut ist.
Dafür bieten sich beispielsweise handelsübliche, relativ preisgünstige und wirksame
Patronenfilter oder Rotationsfilter an.
[0023] Um eine noch weitergehende Entlüftung erreichen zu können, ist es oftmals von Vorteil,
wenn in die Rücklaufleitung zwischen dem Vakuum-Entlüftungsbehälter und dem Auftragswerk
wenigstens eine Membranentgasungsvorrichtung eingebaut ist. Diese kann vor und/ oder
hinter einem vorhandenen Filter eingebaut sein.
[0024] Sinnvoll ist auch der Einbau von Durchfluss- und Luftgehaltsmessgeräten nach dem
Vakuum-Entlüftungsbehälter. Zweckmäßig sind solche, die auf Sonarbasis arbeiten. Zum
Beispiel sind derartige Geräte unter dem Namen "Sonartrac" auf dem Markt erhältlich.
[0025] Erwähnt soll sein, dass mit dem Vorhang-Auftragswerk sowohl ein einschichtiger, als
auch ein mehrschichtiger Vorhangauftrag auf eine Papier- Karton oder andere Faserstoffbahn
möglich ist. Demzufolge kann entsprechend der Anzahl an auf die Faserstoffbahn aufzubringenden
Auftragsmedien bzw. Streichfarbenschichten eine entsprechend Anzahl an Vakuum-Entlüftern
sowie Mischern und/oder Vorratsbehältern pro zu entlüftender Streichfarbe vorgesehen
sein. Das bedeutet aber auch, dass ein einziger Entlüftungsbehälter, ein einziger
Mischer und Vorratsbehälter auch mehrere Zufuhrkammern des Auftragswerkes bedienen
kann.
[0026] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Streichstation besteht darin, dass sie zum einen
sehr kompakt ist und dennoch wenig Platz, weniger Reinigungs- und Vorrichtungsaufwand
erfordert und zum anderen, dass bei Sortenwechsel Streichfarbenverluste geringer als
bisher sind.
[0027] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen in schematischer Darstellung:
Figur 1: eine erste Variante einer kompakten Streichstation
Figur 2: eine zweite Variante einer kompakten Streichstation
[0028] Figur 1 zeigt eine kompakte Streichstation 1 zur Beschichtung einer in Richtung L
laufenden Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn 2 mit einem flüssigen bis pastösen
Auftragsmedium 3.
Die Streichstation 1 umfasst ein Vorhang-Auftragswerk 4 mit einem oberhalb der Faserstoffbahn
2 und von ihr beabstandet angeordneten Vorhangs-Auftragskopf 5. Der Auftragskopf 5,
der das Auftragsmedium (d.h. eine Streichfarbe) 3 in Form eines Vorhangs 6 an die
Faserstoffbahn 2 abgibt, ist maschinenbreit ausgeführt.
Der Auftragskopf 5 weist für jedes aufzubringende Auftragsmedium 3 für einen Mehrschichtauftrag
eine eigene Auftragskammer 7a bis 7n auf, die jeweils in einen Zufuhrspalt 8a-8n mit
entsprechender Austrittsdüse 9a- 9n übergeht. Die Austrittsdüse(n) mündet(n) an der
Oberfläche 10 des im Beispiel als Düsenblock (slide die, d.h. Gleitschichtdüse) ausgebildeten
Auftragskopfes 5, wobei sich bei Mehrschichtauftrag die von den Austrittsdüsen 9a
- 9n abgegebenen Medien auf der Oberfläche 10 übereinander legen und einen mehrschichtigen
Vorhang erzeugen. Der ablaufende Vorhang 6 erzeugt danach jeweils eine Auftragsmediumsschicht
11 entsprechend der gewünschten Anzahl an Auftragsschichten auf der Faserstoffbahn
2.
[0029] Dem Auftragswerk 4 bzw. dem Auftragskopf 5 ist ein Vakuum-Entlüfter 12 vorgeschaltet,
dem wiederum eine Auftragsmediums-Aufbereitungsstation 13 vorgeschaltet ist. Diese
Auftragsmediums- Aufbereitungsstation 13 umfasst wenigstens einen Mischer 13.1 und
wenigstens einen Vorratsbehälter 13.2. Der Mischer 13.1 enthält ein starkes Rührwerk
und besitzt in der Regel auch mehrere Zuläufe. Der Vorratsbehälter dient nur der Lagerung
des jeweiligen Auftragsmediums und enthält nur ein einfaches Rührwerk zur Umwälzung.
Mischer und Vorratsbehälter können gegenüber dem Auftragswerk räumlich weit auseinander
liegen. Entsprechend lang sind dann die verbindenden Rohrleitungen auszuführen.
[0030] Mit diesem in der Station 13 aufbereitetem Medium 3 wird der Entlüftungsbehälter
12 über einen Zufuhrstrang 14 und eine Pumpe 15 auf direktem Wege befüllt.
[0031] Die Aufbereitung des Auftragsmediums kann kontinuierlich erfolgen, wozu man vorzugsweise
ohne Vorratsbehälter 13.2 auskommt. Das Auftragsmedium wird dabei direkt vom Mischer
13.1 aus dem Entlüfter 12 zugeführt.
[0032] Die Aufbereitung des Auftragsmediums kann aber auch diskontinuierlich erfolgen, was
als "batchweise" bezeichnet wird. Hierzu arbeitet man aber mit dem Vorratsbehälter
13.2, aus dem dann das Auftragsmedium direkt dem Entlüfter 12 zugeführt wird.
Aus der Figur 1 ist entnehmbar, dass der Vakuum-Entlüfter 12 in seinem oberen Bereich
16 mit kaskadenartigen Einbauten 17 zur mehrfachen Entgasung bzw. Entlüftung des Auftragsmediums
3 versehen ist. Diese kaskadenartigen Einbauten 17 sind als Drehteller 17a ausgebildet
und werden über einen gemeinsamen Motor 18 über eine Vertikalwelle 19 angetrieben.
Dabei wird eine Drehzahl von ca. 1500 min
-1 erreicht. Infolge der schnellen Rotation wird das zu entlüftende Auftragsmedium 3
von jedem Drehteller 17a bzw. jeder Kaskade aus nach außen hin an die Behälterwand
12a geschleudert, prallt dort auf und gelangt danach von da aus über schräge Führungen
17b nach unten zum nächsten Drehteller, wodurch das Auftragsmedium 3 im selben Modus
weiter entlüftet wird. Das erfolgt solange, bis das teilentgaste Auftragsmedium einen
unteren Bereich 20 des Entlüftungsbehälters 12 erreicht hat.
[0033] Dieser Bereich 20 dient als zusätzlicher Arbeitsraum 21. Er weist ein Arbeitsvolumen
von durchschnittlich ca. 1000l Medium (pro Entlüfter) auf, was unmittelbar für das
Auftragswerk zur Verfügung steht. Der Vakuum-Entlüfter 12 ist deshalb sehr ortsnah
zum Auftragswerk 5 angeordnet und nimmt auch dessen Rücklauf auf. Diese sehr kurzen
Kreisläufe vom Mischer/Vorratsbehälter zum Entlüfter sowie vom Auftragswerk zum Entlüfter
sind dabei sehr vorteilhaft.
[0034] Das nahezu vollständig entlüftete Auftragsmedium 3a wird über eine Abzugsleitung
22 dem Auftragswerk 5 bzw. dem Vorhang-Auftragskopf sozusagen blasenfrei mittels einer
Austragspumpe 23 zugeführt.
[0035] Zwischen dem Vakuum-Entlüfter 12 und dem Auftragskopf 5 ist im gezeigten Beispiel
noch ein Filter 24, d.h. ein handelsüblicher Patronenfilter, eingebaut, so dass auch
Verunreinigungen im Auftragswerk nahezu ausgeschlossen sind, wodurch eine qualitativ
hochwertige und gleichmäßig geschlossen ausgebildete Auftragsschicht 11 auf der Faserstoffbahn
2 erreicht wird.
[0036] Zu erwähnen ist, dass im gezeigten Beispiel in die Abzugsleitung 22 unmittelbar nach
dem Vakuum- Entlüfter 12 und noch vor dem Filter 24 eine Luftgehaltsmesseinrichtung
25 eingebaut ist.
Außerdem sind am Kopf des Entlüfters 12 eine Vakuumerzeugungseinrichtung 27 und eine
Abzugsleitung 28 für abgetrennte Luft bzw. Gas sowie eine Leerlaufabsicherung 29 in
eine vom Auftragswerk 4 ausgehende und in den Kopf des Vakuum-Entlüfters 12 mündende
Rücklaufleitung 26 vorhanden. Die Leerlaufabsicherung 29 umfasst eine Aufstauregelung
mit einem Sammelelement 29.1 (z.B. kleiner Behälter) und einem nachgeordneten Regelventil
29.2 oder Eintragspumpe.
[0037] Der Vakuum-Entlüfter 12 und weitere Baueinheiten, wie Filter 24 und Messstelle 26
usw. sind im Übrigen auf einem gemeinsamen Rahmen 30 montiert, so dass sich eine eng
beieinander liegende, einfach vorzumontierende Kompaktarbeitsstation ergibt. Von Vorteil
sind auch hierbei die kurzen Kreisläufe des Mediums und auch der damit verbunden Rohrleitungsaufwand.
Bei z.B. drei aufzutragenden Medien könnten auch drei Rahmen 30 vorhanden sein.
[0038] In Figur 1 ist auch dargestellt, dass in die Abzugsleitung 22 für das entlüftete
Auftragsmedium 3a zwischen dem Vakuum-Entlüftungsbehälter 12 und dem Vorhang-Auftragswerk
4 wenigstens eine Membranentgasungsvorrichtung 34 eingebaut ist.
[0039] Die besagte Membranentgasungsvorrichtung 34 kann vor und / oder nach dem Filter 24
eingebaut sein. In der Figur 1 ist deshalb das Vorhandensein einer zweiten Membranentgasungsvorrichtung
34 gestrichelt dargestellt. Diese zusätzliche Entgasungsvorrichtung arbeitet, wie
der Name schon sagt, mit einem Membranmodul bestehend aus einer einzelnen Membran
oder einer Vielzahl Membranen zur Abtrennung von Gas, insbesondere gelöstem Gas aus
dem Streichmedium. Die Membran besteht vorzugsweise aus hydrophobem Material.
[0040] Nachzutragen ist, dass in der gezeigten Figur 1 ein Beispiel mit einschichtigem Auftrag
des Auftragsmediums 3 (siehe Zufuhr über Leitung 22 zur mittleren Auftragskammer 8
und Bypassleitung 26 aus dieser Auftragskammer zurück in den Entlüfter 12) dargestellt
ist. Dieser Auftrag könnte aber auch mehrschichtig, beispielsweise zwei-, drei- oder
n-schichtig sein, weshalb in diesen Fällen die Anzahl der Auftragsmediumskammern mit
Zufuhrspalten und Austrittsdüsen und auch die Anzahl der Entlüfter 12, Mischer 13.1
und Vorratsbehälter 13.2 entsprechend vermehrt sein könnte.
Dargestellt ist rein beispielhaft nur ein einziger Vakuum-Entlüftungsbehälter 12 für
das Auftragsmedium 3.
[0041] In
Figur 2 ist eine weitere Variante der Streichstation 1 dargestellt. Sie entspricht im Wesentlichen
jener von Figur 1, weshalb die Bezifferung ebenfalls im Wesentlichen der von Figur
1 entspricht und eine entsprechende Erläuterung hier nicht wiederholt wird. Lediglich
ist in die Rücklaufleitung 26, ausgehend vom Auftragswerk 4 zum Entlüfter 12 ein weiterer
Filter 31 eingebunden, der zugleich als Sammelbehälter dient. Dieser Filter 31 kann
ein beliebiger, bekannter Filter, wie z.B. ein Rotationsfilter oder ein Patronenfilter
sein. Aber auch andere Bauformen kommen infrage.
[0042] Vor dem Entlüfter 12 ist in die besagte Leitung 26 ein Regelventil 32 eingebaut,
welches einem kontrollierten Dosieren des Auftragsmediums dient. Es regelt den Füllstand
im Filter 31 oder den Füllstand in einer Rohrleitung.
Der Filter 24 hingegen fungiert nur als sogenannter Polizeifilter und ist von kleinerer
Bauart.
In Figur 2 ist außerdem eine gestrichelt gezeichnete weitere Zuleitung 33 eingezeichnet,
die vom Zufuhrstrang 14 in den Entlüfter 12 (durchgezogene Linie) abzweigt und in
den Filter 31 führt. Diese Zuführung ist alternativ anwendbar, um zusätzlich noch
frisches Auftragsmedium bzw. frische Streichfarbe aus der Auftragsmediums-Aufbereitungsstation
13 in den Filter 31 zu leiten. Nach der Filterung wird der Vakuum-Entlüfter 12 mit
diesem gefilterten Auftragsmedium über die besagte Leitung 26 und das Regelventil
32 wie gesagt, anstelle der direkten Zuleitung mittels durchgezogener Zuleitung 14,
versorgt.
[0043] Nicht eingezeichnet, aber optional anwendbar ist die Einbindung eines Wärmetauschermoduls
und temperierbarer Rohrleitungen an wenigstens einer Stelle im System.
[0044] Versuche wurden mit der erfindungsgemäßen Streichstation, wobei als Auftragsmedium
z.B. eine Mikrokapseln enthaltene Strechfarbe mit einem Feststoffgehalt von 32% und
einer Viskosität von 240 mPas entlüftet wurde. Vor der Entlüftung betrug der Gasgehalt
in der Streichfarbe 2-25% und nach der Entlüftung weniger als 0,2%.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Streichstation
- 2
- Faserstoffbahn
- 3
- Auftragsmedium
- 4
- Vorhang-Auftragswerk
- 5
- Vorhang-Auftragskopf
- 6
- Vorhang
- 7a- 7n
- Auftragskammer
- 8a- 8n
- Zufuhrspalt
- 9a- 9n
- Austrittsdüse
- 10
- Oberfläche
- 11
- Auftragsmediumsschicht
- 12
- Vakuum-Entlüfter
- 12a
- Behälterinnenwand
- 13
- Auftragsmediums-Aufbereitungsstation
- 13.1
- Mischer
- 13.2
- Vorratsbehälter
- 14
- Zufuhrstrang
- 15
- Pumpe
- 16
- oberer Bereich
- 17
- kaskadenartige Einbauten
- 17a
- Drehteller
- 17b
- schräge Führungen
- 18
- Motor
- 19
- Vertikalwelle
- 20
- unterer Bereich
- 21
- zusätzlicher Arbeitsraum
- 22
- Abzugsleitung
- 23
- Austragspumpe
- 24
- Filter
- 25
- Messeinrichtung
- 26
- Bypassleitung
- 27
- Vakuumerzeugungseinrichtung
- 28
- Abzugsleitung für abgetrennte Luft bzw. Gas
- 29
- Leerlaufabsicherung
- 29.1
- Sammelelement
- 29.2
- Regelventil
- 30
- Rahmen
- 31
- Filter
- 32
- Regelventil
- 33
- Zuleitung
- 34
- Membranentgasungsvorrichtung
- L
- Laufrichtung
1. Streichstation (1) zur Beschichtung einer laufenden Papier-, Karton- oder anderen
Faserstoffbahn (2) mit wenigstens einem flüssigen bis pastösen Auftragsmedium (3),
umfassend einen oberhalb der Faserstoffbahn (2) und von ihr beabstandet angeordneten
Auftragskopf (5) eines Vorhang-Auftragswerkes (4), der das wenigstens eine Auftragsmedium
(3) in Form eines Vorhangs (6) an die Faserstoffbahn (2) abgibt, wobei dem Auftragswerk
(4) ein Vakuum-Entlüfter (12) zur Entgasung bzw. Entlüftung des wenigstens einen Auftragsmediums
(3) vorgeschaltet ist, wobei der Vakuum-Entlüfter (12) eine Abzugsleitung (22) für
entgastes Auftragsmedium (2a), eine Vakuumerzeugungseinrichtung (27) und eine Abzugsleitung
(28) für abgetrennte Luft bzw. Gas aufweist und dem Vakuum-Entlüfter (12) eine Mischer
(13.1) und/oder Vorratsbehälter (13.2) enthaltende Auftragsmediums-Aufbereitungsstation
(13) vorgeschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Vakuum-Entlüfter (12) einen zusätzlichen Arbeitsraum (21) enthält, dergestalt,
dass der Vakuum-Entlüfter (12) in zwei Bereiche seines Gesamtvolumens aufgeteilt ist,
wobei der obere Bereich (16) der Entlüftung des Auftragsmediums (3) dient und der
untere Bereich (20) den zusätzlichen Arbeitsraum (21) zur Speicherung des entlüfteten
Auftragsmediums (3a) bildet.
2. Streichstation (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der obere Bereich (16) des Vakuum-Entlüfters (12) mit kaskadenartigen Einbauten (17)
zur Entgasung bzw. Entlüftung versehen ist.
3. Streichstation (1) nach Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abzugsleitung (22) für entgastes Auftragsmedium (3a) vom unteren Bereich (20)
des Vakuum-Entlüfters (12) abzweigt und die Vakuumerzeugungseinrichtung (27) über
eine Abzugsleitung (28) für abgetrennte Luft bzw. Gas mit dem oberen Bereich (16)
des Vakuum-Entlüfters (12) verbunden ist, wobei sowohl mindestens eine Zufuhrleitung
(14) von der mindestens einen Auftragsmediums- Aufbereitungsstation (13) aus, als
auch mindestens eine Rücklaufleitung (26) vom Vorhang-Auftragswerk (4) aus, jeweils
direkt in den oberen Bereich (16) des Vakuum-Entlüfters (12) münden.
4. Streichstation (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zusätzliche Arbeitsraum (21) ein Arbeitsvolumen für das Auftragsmedium von ca.
100 bis 2000 I, vorzugsweise 200 bis 1000l aufweist.
5. Streichstation (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Abzugsleitung (22) für das entlüftete Auftragsmedium (3a) zwischen dem Vakuum-Entlüftungsbehälter
(12) und dem Vorhang-Auftragswerk (4) ein Filter (24) eingebaut ist.
6. Streichstation (1) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Abzugsleitung (22) für das entlüftete Auftragsmedium (3a) zwischen dem Vakuum-Entlüftungsbehälter
(12) und dem Vorhang-Auftragswerk (4) wenigstens eine Membranentgasungsvorrichtung
(34) eingebaut ist.
7. Streichstation (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens eine Membranentgasungsvorrichtung (34) vor und oder nach dem Filter (24)
eingebaut ist.
8. Streichstation (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Abzugsleitung (22) zwischen dem Vakuum-Entlüfter (12) und dem Auftragswerk
(4) eine Messeinrichtung (25), insbesondere zur Gas- bzw.
Luftgehaltsmessung eingebaut ist.
9. Streichstation (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in mindestens eine der Rücklaufleitungen (26) ausgehend vom Auftragswerk (4) und mündend
in den Vakuum-Entlüfter (12) ein Filter (31) eingebaut ist.
10. Streichstation (1) nach Anspruch 7 und/oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Filter (24, 31) ein handelsüblicher Patronenfilter oder Rotationsfilter vorgesehen
ist.
11. Streichstation (1) nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Filter (31) eine Zuleitung (33) für frisches Auftragsmedium aus der Mischer
(13.1) und/oder Vorratsbehälter (13.2) enthaltenden Aufbereitungsstation (13) mündet,
und dass das im Filter (31) gefilterte Auftragsmedium über die Leitung (26) und mittels
Ventil (32) in den Vakuum-Entlüfter (12) einleitbar ist.
12. Streichstation (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
frisches Auftragsmedium aus der Mischer (13.1) und/oder Vorratsbehälter (13.2) enthaltenden
Aufbereitungsstation (13) nur über die Leitung (14) in den Vakuum-Entlüfter (12) einleitbar
ist.
13. Streichstation (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Rücklauf-(Bypass-)Leitung (26) eine Leerlaufabsicherung (29), umfassend ein
Sammelelement (29.1) und ein Regelventil (29.2) eingebaut ist.
14. Streichstation (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Vakuum Entlüfter (12) pro zu entlüftendem Auftragsmedium (3) vorgesehen
ist
15. Streichstation (1) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der bzw. die Vakuum-Entlüfter (12) sowie Filter (24) und Messeinrichtungen (25) auf
einem gemeinsamen Rahmen (30) montiert sind.