[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbindung aus zwei Holzbalken mit mindestens
zwei selbstbohrenden Vollgewindeschrauben pro Holzträger.
[0003] Bei einer bekannten Verbindung, die als einseitige Laschenstoßverbindung ausgebildet
ist, wird die Holzbalkenlasche mit jeweils einer Anzahl von Stabdübeln und Passbolzen
pro Holzbalkenanschluss, die senkrecht zur Oberfläche der Holzbalken verlaufen, verbunden.
Bei derartigen Laschenstoßverbindungen werden frühzeitige Biegezugbrüche der Lasche
ausgehend von Fehlstellen im Holz bzw. Schwächungen durch die verwendeten Stabdübel
beobachtet. Zudem ergeben sich große Biegemomente in der Holzbalkenlasche, die zu
großen horizontalen Auslenkungen und schließlich zum Versagen des Holzquerstegs führen.
[0004] Bei bekannten biegesteifen Eckverbindungen, die auf Gehrung geschnitten einen rechten
Winkel einschließende aneinanderstoßende Balken aufweisen, wird die Verbindung als
geleimter Keilzinkstoß oder als Stabdübelkranz ausgebildet. Bei derartigen Eckverbindungen
tritt eine Delamination bei zunehmender Belastung von Gefügestörungen wie Ästen oder
Keilzinken auf.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, bei Verbindungen der vorstehenden
Art, wie z. B. Laschenstoßverbindung und Eckverbindung, eine höhere Tragfähigkeit
und eine größere Verbindungssteifigkeit zu erreichen.
[0006] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Vollgewindeschrauben derart
eingeschraubt sind, dass sie die Zugkräfte rechtwinklig zur Holzfaserrichtung abtragen
und/oder Zugkräfte parallel zur Faserrichtung aufnehmen und/oder Druckspannungen rechtwinklig
zur Faserrichtung übertragen. Erfindungsgemäß sind die Vollgewindeschrauben derart
eingebohrt, dass sie im Wesentlichen Normalkraft beansprucht sind. Bei einer erfindungsgemäß
ausgeführten Laschenstoßverbindung, die aus zwei in Längsrichtung hintereinanderliegenden
und endseitig an einer Stoßstelle aneinanderstoßenden Holzbalken besteht und mindestens
eine unterhalb der Stoßstelle diese überbrückend an beiden Holzbalken anliegende und
zu diesen gleichgerichtet verlaufende Holzbalkenlasche aufweist, sind zwei Vollgewindeschrauben
jeweils in einer senkrecht zur Balkenoberfläche verlaufenden Einschraubebene in zueinander
entgegengesetzten Richtungen unter einem spitzen Einschraubwinkel α1 bzw. α2 in einen
der beiden Holzbalken derart eingeschraubt, dass sie sich in der Stoßstellenebene
innerhalb der Holzbalkenlasche kreuzen, sowie mindestens zwei Vollgewindeschrauben
jeweils in einer senkrecht zur Oberfläche der Holzbalken verlaufenden Ebene unter
einem rechten Winkel beidseitig der Stoßstelle derart in die Holzbalken eingeschraubt
sind, dass sie innerhalb der Holzbalkenlasche enden. Die erfindungsgemäße Schraubenanordnung
erfolgt nach einem Fachwerkmodell, das auf die inneren Beanspruchungen durch Längskraft
und Biegung ausgelegt ist. Durch die Verwendung von selbstbohrenden Vollgewindeschrauben
ergeben sich Vorteile aus der einfacheren und schnelleren Montage der Schraubverbindung,
da ein Vorbohren entfällt und auch die Anforderung an die Präzision der Lage der Verbindungsmittel
- Passgenauigkeit - sind geringer. Beim Verformungsverhalten des erfindungsgemäßen
Laschenstoßes ist besonders der praktisch fehlende Schlupf der Schraubenverbindung
eine deutliche Verbesserung gegenüber der Stabdübelverbindung. Durch die axiale Beanspruchung
der erfindungsgemäßen Vollgewindeschrauben lassen sich deutlich höhere Verbindungssteifigkeiten
erzielen, als für die bisher üblichen Scher-Lochleibungs-Verbindungen.
[0007] Erfindungsgemäß ist es weiterhin vorteilhaft, wenn die quer verlaufenden und senkrecht
verlaufenden Vollgewindeschrauben jeweils paarweise vorgesehen sind. Insbesondere
sind jeweils beidseitig der Stoßstelle in Längsrichtung hintereinander drei oder mehr
Paare von senkrecht und quer verlaufenden Vollgewindeschrauben eingebohrt. Ausgehend
von der Stoßstelle ist vorzugsweise zunächst ein Paar senkrecht verlaufende Schrauben
jeweils pro Holzträger angeordnet. Die senkrecht und quer verlaufenden Vollgewindeschrauben
sind derart in Längsrichtung hintereinander zweckmäßigerweise angeordnet, dass die
Kreuzungspunkte der ausgehend von der Stoßstelle nebeneinander liegenden senkrecht
und quer verlaufenden Vollgewindeschrauben in der Anlageebene zwischen der Holzbalkenlasche
und den Holzbalken liegen. Weiterhin ist es erfindungsgemäß von Vorteil, wenn senkrecht
zur Einschraubebene der senkrecht und quer verlaufenden Vollgewindeschrauben zusätzlich
Vollgewindeschrauben zur Spaltbewehrung im Einschraubbereich der anderen Vollgewindeschrauben
anstoßenden Holzbalken und der Holzbalkenlasche über die gesamte Breite derselben
eingeschraubt sind. Der Neigungswinkel der quer verlaufenden Schrauben, d. h. der
Einschraubwinkel, ist vorzugsweise 30 ° und ihre Anordnung mit Überschneidung im Stoßbereich
ermöglicht eine fast direkte Übertragung der Zugkräfte durch die quer verlaufenden
Schrauben. Dadurch wird einerseits der Holzquerschnitt der Holzbalkenlasche entlastet
und andererseits der Kraftfluss durch die Holzbalkenlasche so gelenkt, dass eine deutlich
geringere Exzentrizität der Kraft auftritt. Die Biegemomente in der Holzbalkenlasche
werden deutlich reduziert. Durch die Zentrierung des Kraftflusses reduzieren sich
bei der erfindungsgemäßen Verbindung auch deutlich die seitlichen Auslenkungen gegenüber
einer Stabdübelverbindung. Die zusätzliche Anordnung von rechtwinklig zur Kraftrichtung
eingebrachten Vollgewindeschrauben ist nicht nur aus Gründen der Spaltzugbewehrung
sinnvoll, sondern diese Schraubenanordnung bewirkt auch eine hohe Resttragfähigkeit
des Querschnitts.
[0008] Weiterhin bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine biegesteife Eckverbindung,
bestehend aus zwei auf Gehrung geschnittenen, aneinanderstoßenden, einen spitzen oder
einen stumpfen Winkel, insbesondere einen Winkel von 90° einschließenden Holzbalken,
wobei in jeden der Holzbalken nahe an der Stoßstelle parallel zu der Stoßstellenfläche
der beiden Träger eine Vollgewindeschraube vom jeweiligen Außenrand der Balken her
eingeschraubt ist. Hierbei ist es weiterhin vorteilhaft, wenn an der Außenseite der
Eckverbindung in jeder der beiden Holzbalken jeweils mindestens eine Vollgewindeschraube
in einem Winkel von ca. 67 ° zur Holzfaserrichtung eingeschraubt ist, deren Kreuzungspunkt
in der Stoßstellenebene liegt. Hierbei kann an der Innenseite der Eckverbindung eine
Vollgewindeschraube unter einem Winkel von 45 ° von der Außenseite von mindestens
einem der Balken bis zur Außenseite des anderen Balkens verlaufend eingeschraubt sein.
Weiterhin kann es zweckmäßig sein, dass nahe am inneren Rand der Holzbalken in jedem
Balken von der Stoßstelle ausgehend etwa parallel zur Faserlängsrichtung der Balken
eine Vollgewindeschraube in den Balken eingeschraubt ist. Durch die erfindungsgemäße
Anordnung der Vollgewindeschrauben ergeben sich entsprechende Vorteile wie zu der
erfindungsgemäßen Laschenstoßverbindung beschrieben ist.
[0009] Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten und
an Hand der in den beiliegenden Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele wird
die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Laschenstoßverbindung,
- Fig. 2
- eine Ansicht von oben auf die Laschenstoßverbindung gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße biegesteife Eckverbindung,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch eine alternative Ausbildung einer erfindungsgemäßen biegesteifen
Eckverbindung.
[0010] Eine erfindungsgemäße Laschenstoßverbindung 1 besteht aus zwei in Längsrichtung X
hintereinander liegenden und endseitig an einer Stoßstelle 2 aneinanderstoßenden Holzbalken
3, 4. Unterhalb der Stoßstelle 2, diese überbrückend, ist eine Holzbalkenlasche 6
an beiden Holzbalken 3, 4 anliegend angeordnet. Die Holzbalken 3, 4 sind mit der Holzbalkenlasche
6 über mechanische Verbindungsmittel 7, 8, 9 verbunden. Diese mechanischen Verbindungsmittel
7, 8, 9 sind als selbstbohrende Vollgewindeschrauben ausgebildet. Derartige erfindungsgemäß
verwendeten selbstbohrenden Vollgewindeschrauben ermöglichen hohe Einschraubtiefen
ohne Vorbohrung. Auf Grund des vorhandenen Vollgewindes wird eine Kraftübertragung
über die gesamte Schraubenlänge ermöglicht. Auf Grund des kontinuierlichen Verbundes
des Gewindes mit dem Holzwerkstoff wirken Vollgewindeschrauben ähnlich einer Bewehrung
und können erfindungsgemäß eingesetzt werden, um Zugkräfte rechtwinklig zur Holzfaser
abzutragen und ein Aufspalten des Holzes zu verhindern bzw. zu reduzieren und um Zugkräfte
parallel zur Faser aufzunehmen. Auf gleiche Weise können auch Druckspannungen rechtwinklig
zur Holzfaser durch Vollgewindeschrauben übertragen und somit ein Eindrücken des Holzes
vermieden werden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind einerseits Vollgewindeschrauben
7 in einer senkrecht zur Balkenoberfläche verlaufenden Einschraubebene in zueinander
entgegengesetzten Richtungen unter einem spitzen Einschraubwinkel α1 bzw. α2 in einem
der beiden Holzbalken 3, 4 derart eingeschraubt, dass sie über die gesamte Dicke der
Holzbalken 3, 4 sowie der Holzbalkenlasche 6 verlaufen. Hierbei ist ein Austreten
der Vollgewindeschrauben 7 aus der Holzbalkenlasche 6 vermieden. Vorzugsweise ist
der Einschraubwinkel α1 bzw. α2 30 °. Die beiden Vollgewindeschrauben 7, die der Stoßstelle
2 am nächsten liegen, kreuzen sich in der Stoßstellenebene innerhalb der Holzbalkenlasche
6. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind in jedem Holzbalken 3, 4 drei Paare aus
jeweils zwei Vollgewindeschrauben 7 hintereinander in gleichen Abständen eingeschraubt.
Weiterhin sind erfindungsgemäß Vollgewindeschrauben 8 vorgesehen, die senkrecht zur
Oberfläche der Holzbalken 3, 4 eingeschraubt sind. Dabei sind diese Vollgewindeschrauben
8 beidseitig der Stoßstelle 11 derart in die Holzbalken 3, 4 eingeschraubt, dass sie
innerhalb der Holzbalkenlasche 6 enden, wobei ebenfalls ein Austritt dieser Vollgewindeschrauben
8 aus der Holzbalkenlasche 6 zu vermeiden ist. Die Vollgewindeschrauben 8 sind ebenfalls
an jedem Holzbalken 3, 4 in drei hintereinander angeordneten Paaren aus jeweils zwei
nebeneinander liegenden Vollgewindeschrauben 8 angeordnet. Der Abstand der paarweise
angeordneten Vollgewindeschrauben 8 ist untereinander in Längsrichtung der Holzbalken
3, 4 gleich. Die Zuordnung der Vollgewindeschrauben 8 zu den Vollgewindeschrauben
7 ist derart, dass ausgehend von der Stoßstelle 2 zunächst ein Paar Vollgewindeschrauben
8 in jedem Holzbalken 3, 4 eingeschraubt ist. Beispielsweise besitzen die schräg zur
Längsachse verlaufenden Vollgewindeschrauben 7 einen Durchmesser von 8 mm und besitzen
eine Gesamtlänge von 600 mm Länge. Der Einschraubabstand zwischen den einzelnen Vollgewindeschrauben
7 in Längsrichtung beträgt beispielsweise 17,6 cm. Der gegenseitige Abstand der Vollgewindeschrauben
8, die senkrecht zur Balkenoberfläche eingeschraubt sind, beträgt ebenfalls 17,6 cm.
Die Vollgewindeschrauben 8 besitzen einen Durchmesser von 8 mm und eine Länge von
300 mm. Der Querschnitt der Holzbalken 3, 4 und der Holzbalkenlasche 6 besitzt eine
Breite von 16 cm und eine Höhe von 16 cm.
[0011] Wie weiterhin zu erkennen ist, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass senkrecht zur
Einschraubebene der Vollgewindeschrauben 7, 8 zur Spaltbewehrung Vollgewindeschrauben
9 im Laschenstoßbereich eingeschraubt sind. Diese Vollgewindeschrauben 9 sind jeweils
versetzt zueinander nahe der Balken- und Balkenlaschenober- und unterkanten eingeschraubt.
Diese Vollgewindeschrauben 9 besitzen vorzugsweise eine Länge von 16 cm entsprechend
der Breite der Holzbalken 3, 4 und der Balkenlasche 6 und einen Durchmesser von 8
mm.
[0012] In Fig. 3 ist eine erfindungsgemäße Verbindung als biegesteife Ecke für positive
Momentübertragung entsprechend dem Pfeil Y ausgebildet. Diese Eckverbindung besteht
aus zwei auf Gehrung an einer Stoßstelle 12 aneinanderstoßenden Holzbalken 13, 14,
die einen Winkel von 90 ° einschließen. In jeder der Holzbalken 13, 14, nahe an der
Stoßstelle 12, ist jeweils eine Vollgewindeschraube 15 parallel zur Stoßstellenfläche
der beiden Balken 13, 14 von der Außenseite 17, 18 der beiden Balken 13, 14 eingeschraubt.
Diese Vollgewindeschrauben 15 dienen dazu, parallel zu den Stoßflächen auftretende
Querzugkräfte auf Zug aufzunehmen. An der Außenseite der Eckverbindung ist in jedem
der Holzbalken 13, 14 jeweils eine Vollgewindeschraube 19, 20 in einem Winkel von
67 ° zur Holzfaserlängsrichtung eingeschraubt. Hierbei liegt der Kreuzungspunkt der
beiden Vollgewindeschrauben 19, 20 insbesondere in der Stoßstelle 12. Diese Vollgewindeschrauben
19, 20 sind auf Druck belastet. Hierdurch wird in der erfindungsgemäßen Eckverbindung
der Druckkontaktpunkt vorgegeben und die Vollgewindeschrauben 19, 20 bilden den Lastpfad
für die Versteifung. Zudem ist vorzugsweise auf der Innenseite der Eckverbindung jeweils
eine Vollgewindeschraube 21 unter einem Winkel von 45 ° zur Faserrichtung von der
Außenseite des jeweiligen Balkens 13, 14 her eingeschraubt, die jeweils unmittelbar
vor der Außenseite des anderen Balkens 14, 13 endet. Diese Vollgewindeschrauben 19
nehmen die in dem Bereich auftretende Zugspannung auf und bilden somit ein Widerlager
für die Zugkräfte, so dass die biegesteife Ecke in diesem Bereich zusammengehalten
wird. Weiterhin ist es zweckmäßig, wenn im Bereich der Innenseite der erfindungsgemäßen
Eckverbindung in jedem der Balken 13, 14 eine von der Stoßstelle 12 ausgehende, etwa
parallel zur Faserlängsrichtung des jeweiligen Balkens 13, 14 verlaufende Vollgewindeschraube
22 in diesen eingeschraubt ist. Diese beiden Vollgewindeschrauben 22 dienen ebenfalls
zur Zugkraftverteilung im Innenbereich der Eckverbindung.
[0013] Im Unterschied zur Ausbildung gemäß Fig. 3 ist die erfindungsgemäße biegesteife Eckverbindung
gemäß Fig. 4 für die Übertragung eines Momentes in Pfeilrichtung Z, d. h. einem negativen
Moment ausgebildet. Hierbei ist auf der Innenseite der erfindungsgemäßen Eckverbindung
nur eine Vollgewindeschraube 21a im Winkel von 45 ° zur Faserlängsrichtung eingebohrt,
die in diesem Belastungsfall Druckkräfte aufnimmt. An der Außenseite der Eckverbindung
sind in jedem der Holzbalken 13, 14 zwei parallel verlaufende Vollgewindeschrauben
19a, 20a eingeschraubt, die hier für eine optimale Zugkraftverteilung dienen. Parallel
zur Stoßstellenfläche der beiden Balken 13, 14 sind von der Innenseite der Eckverbindung
her Vollgewindeschrauben 15a eingebohrt, die in diesem Fall zur Aufnahme von Druckkräften
in diesem Bereich dienen. Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Vollgewindeschrauben
wird insbesondere der Lastpfad für die Druckübertragung vorgegeben, d. h. insbesondere
durch die Vollgewindeschrauben 19a, 20a und 15a wird eine Druckkraftverstärkung bewirkt.
[0014] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der verschiedenen Verbindungen sind diese
deutlich höher belastbar als vergleichbare traditionelle Verbindungsarten. Die auftretenden
Kräfte werden unter deutlich geringeren Verformungen abgetragen, wobei insbesondere
auch die bleibenden Verformungen infolge Schlupf stark reduziert werden. Die erfindungsgemäßen
Verbindungen sind deutlich einfacher herzustellen, und zwar mit weniger Material und
Arbeitsaufwand. Zudem lassen sich diese erfindungsgemäßen Verbindungen konstruktiv
so auslegen, dass durch die Anordnung der Schrauben in der Gesamtkonfiguration ein
quasi-duktiles Tragverhalten der Fügung mit angekündigtem Versagen durch sichtbare
Deformationen induziert wird.
[0015] Der Querschnittsabmessungen der Balken 13, 14 bei der erfindungsgemäßen biegesteifen
Ecke haben eine Abmessung von 14 x 36 cm und der Verlauf der einzelnen Vollgewindeschrauben
ist derart, dass sie an ihren dem Schraubenkopf gegenüberliegenden Ende aus den Trägern
im eingeschraubten Zustand nicht austreten und möglichst kurz vor der Oberfläche des
jeweiligen Balkens enden. Vorzugsweise werden Schrauben mit 8 mm Durchmesser verwendet.
Die Schrauben 21 sind gewindestangenmäßig ausgebildet und besitzen einen Durchmesser
von 16 mm.
[0016] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt,
sondern umfasst auch alle im Sinne der Erfindung gleichwirkenden Mittel. Auf Grund
der erfindungsgemäßen Anordnung sind die Schrauben im Wesentlichen dem Kraftschluss
entsprechend angelegt, so dass sie vorwiegend normalkraftbeansprucht sind. Die erfindungsgemäßen
Stoßverbindungen sind deutlich höher belastbar als vergleichbare traditionelle Verbindungsarten.
Die Kräfte werden unter deutlich geringeren Verformungen abgetragen, wobei insbesondere
auch die bleibenden Verformungen infolge der Verbindungsmittel stark reduziert werden.
Zudem ergibt sich eine deutlich einfachere Herstellbarkeit mit weniger Material- und
Arbeitsaufwand. Ferner ist die Erfindung bislang auch noch nicht auf die in dem/jedem
unabhängigen Anspruch definierte Merkmalskombination beschränkt, sondern kann auch
durch jede beliebige andere Kombination von bestimmten Merkmalen aller insgesamt offenbarten
Einzelmerkmale definiert sein. Dies bedeutet, dass grundsätzlich praktisch jedes Einzelmerkmal
des unabhängigen Anspruchs weggelassen bzw. durch mindestens ein an anderer Stelle
der Anmeldung offenbartes Einzelmerkmal ersetzt werden kann. Insofern sind die Ansprüche
lediglich als ein erster Formulierungsversuch für eine Erfindung zu verstehen.
1. Verbindung aus mindestens zwei Holzbalken (3, 4, 13, 14) mit mindestens zwei selbstbohrenden
Vollgewindeschrauben (7, 8, 9, 15, 15a, 19, 19a, 20, 20a, 21, 21a, 22) pro Holzbalken
(3, 4, 13, 14), wobei die Vollgewindeschrauben (7, 8, 9, 15, 15a, 19, 19a, 20, 20a,
21, 21a, 22) derart eingeschraubt sind, dass sie Zugkräfte rechtwinklig zur Holzfaserrichtung
abtragen und/oder Zugkräfte parallel zur Faserrichtung aufnehmen und/oder Druckspannungen
rechtwinklig zur Faserrichtung übertragen.
2. Laschenstoßverbindung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch zwei in Längsrichtung (X) hintereinander liegenden und endseitig an einer Stoßstelle
aneinander stoßenden Holzbalken (3, 4) und mindestens einer unterhalb der Stoßstelle
diese überbrückend an beiden Holzbalken (3, 4) anliegenden und zu diesen gleichgerichtet
verlaufenden Holzbalkenlasche (6) sowie die Holzbalken (3, 4) mit der Holzbalkenlasche
(6) verbindenden selbstbohrenden Vollgewindeschrauben (7, 8, 9), von denen mindestens
zwei Vollgewindeschrauben (7) in einer senkrecht zur Balkenoberfläche verlaufenden
Einschraubebene in zueinander entgegengesetzten Richtungen unter einem spitzen Einschraubwinkel
(α1 bzw. α2) in einen der beiden Holzbalken (3, 4) derart eingeschraubt sind, dass
diese sich in der Stoßmittelebene innerhalb der Holzbalkenlasche (6) kreuzen sowie
mindestens zwei Vollgewindeschrauben (8) in einer senkrecht zur Oberfläche der Holzbalken
(3, 4) verlaufenden Ebene unter einem senkrechten Winkel beidseitig der Stoßstelle
derart in die Holzbalken (3, 4) eingeschraubt sind, dass sie innerhalb der Holzbalkenlasche
(6) enden.
3. Laschenstoßverbindung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die quer verlaufenden und senkrecht verlaufenden Vollgewindeschrauben (7, 8, 9) jeweils
paarweise vorgesehen sind.
4. Laschenstoßverbindung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass jeweils beidseitig der Stoßstelle (11) in Längsrichtung hintereinander drei Paare
oder mehr von senkrecht und quer verlaufenden Vollgewindeschrauben (7, 8) eingebohrt
sind.
5. Laschenstoßverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von der Stoßstelle (11) zunächst senkrecht verlaufende Vollgewindeschrauben
(8) angeordnet sind.
6. Laschenstoßverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die quer und senkrecht verlaufenden Vollgewindeschrauben (7, 8) derart in Längsrichtung
hintereinander angeordnet sind, dass die Kreuzungspunkte der ausgehend von der Stoßstelle
(11) nebeneinander liegenden senkrecht und quer verlaufenden Vollgewindeschrauben
(8, 7) in der Anlageebene zwischen den Holzbalken (3, 4) und der Holzbalkenlasche
(6) liegen.
7. Laschenstoßverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die senkrecht verlaufenden Vollgewindeschrauben (8) jeweils in jedem der Holzbalken
(3, 4) in gleichen Abständen nebeneinander liegen.
8. Laschenstoßverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die quer verlaufenden Vollgewindeschrauben (7) in jedem der Holzbalken (3, 4) in
gleichen Abständen nebeneinander liegen.
9. Laschenstoßverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die quer verlaufenden Vollgewindeschrauben (7) unter einem spitze Winkel (α1 bzw.
α2) von 30 ° eingeschraubt sind.
10. Laschenstoßverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die quer und senkrecht verlaufenden Vollgewindeschrauben (7, 8) sich über die gesamte
Dicke der Holzbalken (3, 4) und der Holzbalkenlasche (6) erstrecken.
11. Laschenstoßverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die quer verlaufenden Vollgewindeschrauben (7) die zweifache Länge der senkrecht
verlaufenden Vollgewindeschrauben (8) besitzen.
12. Laschenstoßverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass senkrecht zur Einschraubebene der Vollgewindeschrauben (7, 8) weitere Vollgewindeschrauben
(9) zur Spaltbewehrung im Laschenstoßbereich der Holzbalken (3, 4) und der Holzbalkenlasche
(6) über die gesamte Breite derselben eingeschraubt sind, wobei vorzugsweise die Vollgewindeschrauben
(9) jeweils versetzt zueinander nahe der Balken- und Balkenlaschen-Ober- und unterkanten
eingeschraubt sind.
13. Biegesteife Eckverbindung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch zwei auf Gehrung aneinander anstoßende Holzbalken (13, 14), die einen spitzen oder
einen stumpfen Winkel, insbesondere einen Winkel von 90 ° einschließen, wobei in jedem
der Holzbalken (13, 14) nahe an der Stoßstelle (16) parallel zur Stoßstellenfläche
der beiden Holzbalken (13, 14) eine Vollgewindeschraube (15) vom jeweiligen Außenrand
der Holzbalken (13, 14) her eingeschraubt ist.
14. Biegesteife Eckverbindung nach Anspruch 1 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenseite der Eckverbindung in jedem der beiden Holzbalken (13, 14) jeweils
mindestens eine Vollgewindeschrauben (19, 19a, 20, 20a) in einem Winkel von ca. 67
° zur Holzfaserrichtung eingeschraubt ist, deren Kreuzungspunkt in der Stoßstellenfläche
liegt.
15. Biegesteife Eckverbindung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Innenseite der Eckverbindung eine Vollgewindeschraube (21, 21 a) unter einem
Winkel von 45 ° von der Außenseite von mindestens einem der Balken (13, 14) bis zur
Außenseite des anderen Balkens (14, 13) verlaufend eingeschraubt ist, wobei vorzugsweise
nahe am inneren Rand der Balken (13, 14) in jedem Balken (13, 14) von der Stoßstelle
(16) ausgehend etwa parallel zur Faserlängsrichtung der Balken (13, 14) eine Vollgewindeschraube
in den Balken (13, 14) eingeschraubt ist.