[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Hohlplattenelementes
mit großer Spannweite und niedriger Höhe sowie ein mit dem Verfahren hergestelltes
Hohlplattenelement.
[0002] Ein eingangs genanntes Hohlplattenelement ist mit dem Gegenstand der
DE 103 50 082 A1 bekannt geworden. Bei der dort gezeigten Ausführungsform handelt es sich um eine
vorgespannte Flachdecke mit Hohldeckenplatten. Im Zwischenraum zwischen einer relativ
dünnen oberen und unteren Platte waren hierbei Gurtstreifen aus Beton ausgegossen,
in deren inneren Bereich eine Anzahl von Spannkabeln verlegt waren. Die Spannkabel
waren wellenförmig über die Längsachse der Gurtstreifen verlegt und dergestalt in
den Beton der Gurtstreifen eingebaut.
[0003] Durch die Anlegung einer Vorspannung an den jeweiligen Endseiten dieser Spannkabel
ergab sich der Effekt, dass die auf die Spannkabel in Längsrichtung einwirkenden Spannkräfte
umgelenkt wurden, um so die untere Platte in Richtung auf die obere Platte vorzuspannen.
Damit ergab sich der Vorteil, dass bei einem relativ dünnen und schlanken Aufbau derartiger
Hohldeckenplatten eine hohe Tragfähigkeit erzielt werden konnte.
[0004] Nachteil der genannten Anordnung war allerdings, dass das Ausgießen von Gurtstreifen
mit Beton einen relativ hohen Aufwand verursachte. Weiterer Nachteil war, dass die
in Beton verlegten Spannkabel schwierig einzubauen waren, weil entsprechende Spannkabelhalter
erforderlich waren und deren Verlegezustand später nicht mehr überprüft werden konnte.
Es konnten mit dieser Konstruktion - wegen des Gewichts der Gurtstreifen - keine hohen
Spannweiten erzielt werden. So war es nicht möglich, Spannweiten über 10 m zu erzielen,
weil die Kräfte im Gurtstreifen dann das zulässige Maß überschritten.
[0005] Verfahrensmäßig bestand bei der bekannten Druckschrift
DE 103 50 082 A1 der Nachteil, dass der Gurtstreifen mit den dort eingelegten und wellenförmig geführten
Spannkabeln am Ort der Baustelle angefertigt werden musste, was mit einem hohen Herstellungsaufwand
an der Baustelle verbunden war.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Hohlplattenelement nach dem
Gegenstand der
DE 103 50 082 A1 so weiterzubilden, dass bei einer verbesserten Verarbeitbarkeit eine größere Spannweite
bei gleichem oder sogar niedrigerem Flächengewicht erzielt werden kann.
[0007] Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung durch ein Verfahren nach dem
Gegenstand des Anspruches 1 gekennzeichnet.
[0008] Wesentliches Merkmal der Erfindung ist, dass ein Hohlplattenelement nach der Erfindung
sich dadurch auszeichnet, dass im Zwischenraum zwischen einer oberen und einer unteren
Platte mehrere einen gegenseitigen Abstand voneinander einnehmende und zueinander
parallel ausgebildete Stegbleche angeordnet sind, zu deren Längsrichtung parallel
die Spannkabel verlegt sind, wobei jedes Spannkabel mit seinem einen Ende über einen
Ankerkörper mit dem jeweiligen Stegblech verbunden ist, während das gegenüberliegende
Ende des Spannkabels über einen anderen Ankerkörper mit dem dort liegenden Ende des
Stegbleches verbunden ist.
[0009] Mit der gegebenen technischen Lehre ergibt sich der wesentliches Vorteil, dass nun
die am Ort der Baustelle vorher anzufertigenden Gurtstreifen aus Beton vollständig
entfallen können und stattdessen bereits schon im Fertigbetonwerk hergestellte Stegbleche
in den Zwischenraum zwischen der oberen und unteren Platte eingegossen werden und
dass parallel zu diesen Stegblechen nun die erfindungsgemäßen Spannkabel gespannt
werden.
[0010] Damit ergibt sich der Vorteil, dass ein wesentlich geringeres Flächengewicht erzielt
wird, denn die relativ schweren Gurtstreifen aus Beton entfallen und werden durch
leichtbauende Stegbleche ersetzt.
[0011] Die Erfindung ist nicht darauf angewiesen, dass sich die Stegbleche über die gesamte
Länge der Hohlplattenelemente erstrecken. Dies ist zwar eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung. In einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist es jedoch vorgesehen,
dass die Stegbleche nur stückweise vorhanden sind und insbesondere nur bei den jeweiligen
Stirnseiten der Hohlplattenelemente angeordnet sind und dann lediglich nur noch maximal
zweimal im Bereich der Umlenkpunkte, wo die Spannkraft des jeweiligen Spannkabels
in den Querschnitt der unteren Platte eingeleitet wird.
[0012] Die im mittleren Bereich angeordneten Stegbleche dienen dann als Umlenksättel für
die Einleitung des im bogen- oder bauchförmig verlegten Spannkabels in den Querschnitt
der unteren Platte.
[0013] Mit den erfindungsgemäßen Maßnahmen wird erstmals ein wesentlich verbessertes Hohlplattenelement
erzielt, denn mit einer derartigen, leichten Konstruktion ist es erstmals möglich,
Spannweiten von über 16 m zu erzielen, wobei ein Hohlplattenelement eine Länge von
16 m und eine Breite von 3,50 m aufweist. Jede Platte dieses Sandwichaufbaues (obere
und untere Platte) hat hierbei eine bevorzugte Dicke von z. B. 10 cm.
[0014] Der Zwischenraum beträgt dann bei dieser Ausführung etwa 20 cm.
[0015] Derartige Spannweiten von Hohlelementen waren bisher fabrikationstechnisch noch nicht
herstellbar. Es ist nun erstmals möglich, diese Hohlplattenelemente im Fertigbetonwerk
herzustellen.
[0016] Die Sandwichplatten, bestehend aus zwei parallelen dünnen Betonplatten und deren
punktuelle Verbindung über Stahlelemente (Profile oder Stegbleche) werden industriell
hergestellt. Zuerst wird eine Platte mitsamt den Stahlelementen hergestellt. Dabei
wird bereits das Spannkabel entlang des Stegbleches fixiert und mit den Ankerkörpern
an der Ankerplatte befestigt. Nachdem die erste Platte bereits ausgehärtet ist, wird
diese in den Beton der zweiten Platte eingetaucht. Nach dem Erhärten dieser Schale
ist der Sandwichquerschnitt vollständig hergestellt. Nun kann die Spannkraft auf die
jeweiligen Spannkabel aufgebracht werden und am Bauteilende verankert werden.
Der Aufbau des erfindungsgemäßen Hohlplattenelementes ist wie folgt:
[0017] Einzelne Stegbleche verbinden die obere und untere Platte der Sandwichkonstruktion,
um den Schub zu übertragen. Entlang der Stegbleche wird eine Vorspannung ohne Verbund
(mit Monolitzenspanngliedern) angeordnet. Die Stegbleche bieten die ideale Voraussetzung
für die Anbringung von möglichen Umlenksatteln und für die Verankerungselemente.
[0018] Auf den Verankerungsplatten wird der Ankerkörper für die Vorspannung aufgesetzt.
Die Monolitzenspanglieder werden entlang des Steges parallel bzw. trapezförmig geführt.
Die Vorspannung erfolgt, nachdem die beiden Platten miteinander verbunden und ausgehärtet
sind.
[0019] Über die Verankerungsplatten als Kopfelemente an den Stegblechen wird die Spannkraft
in den Steg und dann über die Stegbleche in die Betonplatten eingeleitet.
[0020] Mit dem Gegenstand der Erfindung ergibt sich der Vorteil, dass nun die Spannkabel
nicht mehr wellenförmig in einem aus Beton gefertigten Gurtstreifen verlegt werden
müssen, sondern sie sind als einfache Monolitzenkabel ausgebildet und gehen mit ihrer
bauchförmigen Durchbiegung in den Querschnitt der unteren Platte hinein und sind dort
verankert.
[0021] Um eine definierte Übertragung der Spannkräfte auf die untere Platte zu erreichen,
ist es vorgesehen, dass an den Eintrittsstellen des Spannkabels in den Querschnitt
der unteren Platte sogenannte Umlenksättel vorhanden sind, um dort die Spannkräfte
des Kabels in den Querschnitt der unteren Platte einzuleiten.
[0022] Damit wird in der Seitenansicht des Spannkabels nicht mehr ein durchhängender Bauch
des Spannkabels erzeugt, sondern eine trapezförmige Führung des Spannkabels zwischen
den einander gegenüberliegenden Ankerkörpern.
[0023] Damit wird wesentliches Gewicht erspart, denn im einfachsten Fall müssen nur noch
an den Umlenksätteln entsprechende Stegbleche vorgesehen werden, welche eine Verbindung
zu der oberen Platte erbringen.
[0024] Derartige Stegbleche müssen nicht notwendigerweise aus einem Metallelement bestehen.
Sie können auch als Betonelement oder als Kunststoffelement oder aus Glasfaser-Beton
bestehen. Ebenso können beliebige Verbundkörper aus Beton und Metall verwendet werden.
[0025] Bei der nur stückweise Verwendung von Stegblechen wird der weitere Vorteil erzielt,
dass der Zwischenraum zwischen den Sandwichplatten vollkommen von Einbauten freigehalten
wird und der Zwischenraum für die Verlegung von Heizungsrohren, Installationsrohren
und anderen Elementen zur Verfügung steht.
[0026] Wird hingegen ein sich über die gesamte Länge des Hohlplattenelementes erstreckendes
Stegblech verwendet, hat dieses zweckmäßigerweise an bestimmten Stellen Durchbrechungen
und Ausnehmungen, um dort eine Hindurchführung von Installationsrohren und Kabeln
zu ermöglichen.
[0027] Mit den angegebenen Maßnahmen ist es nun auf einfache Weise möglich, die Durchbiegung
der gesamten Platte zu beherrschen, denn in einer bevorzugten Ausgestaltung wird die
Spannung an den Spannkabeln so eingestellt, dass die Umlenkspannung der Spannkabel
im Eigengewicht des gesamten Hohlplattenelementes entspricht. Damit ist dieses Hohlplattenelement
im Ruhezustand statisch definiert und hat keinerlei Durchbiegung und muss dann lediglich
nur noch die durch Verkehrsbelastung entstehende Durchbiegung aufnehmen. Hierzu sind
dann die erfindungsgemäßen Stegelemente vorgesehen.
[0028] Wesentlich ist hierbei, dass eine Null-Durchbiegung des Hohlplattenelementes aufgrund
der angelegten Spannung der Spannkabel eingestellt wird und dass dadurch ein Kriechen
des Betons nach dem Aushärten vermieden wird, wenn Druck auf den Beton kommt.
[0029] Durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Stegbleche wird die Kraft von der oberen
Platte auf die untere übertragen und beide werden somit gleichmäßig belastet und durch
die Vorspannung der Spannkabel gegen Durchbiegung geschützt.
[0030] Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem
Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen
Patentansprüche untereinander.
[0031] Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und
Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden
als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
[0032] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
[0033] Es zeigen:
- Figur 1:
- Draufsicht auf ein Hohlplattenelement nach der Erfindung
- Figur 2:
- Schnitt gemäß der Linie 1-1 in Figur 2
- Figur 3:
- Schnitt gemäß der Linie 2-2 in Figur 1
- Figur 4:
- eine vergrößerte Seitenansicht aus dem Schnitt nach Figur 3
- Figur 5:
- Schnitt gemäß der Linie 1-1 in Figur 4
- Figur 6:
- ein gleicher Schnitt in Richtung 1-1 bei einem in Plattenmitte angeordneten Stegblech
- Figur 7:
- eine vergrößerte Darstellung eines in Plattenmitte verlegten Stegbleches gemäß Figur
2
[0034] In Figur 1 besteht das Hohlplattenelement 1 aus zwei im Abstand und parallel zueinander
angeordneten Platten 11, 12, wobei in Figur 1 die Draufsicht auf die obere Platte
11 dargestellt ist. Es ist erkennbar, dass im Mittenbereich des Hohlplattenelementes
1 zwei zueinander parallele und im gegenseitigen Abstand zueinander angeordnete Spannkabel
2 geführt sind, in deren Mittenbereich ein gleichfalls parallel geführtes Stegblech
3 geführt ist.
[0035] An den äußeren Stirnseiten der Hohlplattenelementes 1 sind lediglich nur noch einzelne
Spannkabel 2 geführt, wobei die Figur 2 zeigt, dass mit Hilfe eines Verfüllkörpers
4 der Anschluss zu dem benachbarten Hohlplattenelement 1 erzielt wird.
[0036] Das Hohlplattenelement 1 weist in dem Zwischenraum zwischen der oberen und unteren
Platte 11, 12 Hohlräume 5 auf, in denen beispielsweise eine Isolation 8 verlegt ist.
In diesem Hohlraum 5 sind auch übliche Installationsleitungen, Heiz- und Kühlleitungen
und dergleichen verlegt. Ebenso ist es vorgesehen, im Querschnitt der unteren Platte
12 auch Heiz- oder Kühlleitungen zu verlegen.
[0037] Wichtig ist nun, dass im Verbindungsbereich, d. h. im Bereich von Betonstegen 7 des
Hohlplattenelementes 1 ein Stegblech 3 verlegt ist, welches im Wesentlichen aus einem
Doppel-T-Querschnitt besteht. Dieses Stegblech 3 hat einen vertikalen Schenkel 34,
der sich nach einer ersten bevorzugten Ausgestaltung über die gesamte Länge des Hohlplattenelementes
1 erstreckt.
[0038] In einer anderen Ausgestaltung ist dieses Stegblech 3 nur abschnittsweise vorhanden.
[0039] An den vertikalen Schenkeln 34 des Stegbleches 3 sind im gegenseitigen Abstand in
Längsrichtung des Hohlplattenelementes 1 gesehen eine Anzahl von Kopfbolzen 6 befestigt,
die an ihren äußeren freien Enden jeweils einen Kopf 29 vergrößerten Querschnitts
aufweisen.
[0040] Die Kopfbolzen 6 sind bevorzugt aus einem Metallmaterial, ebenso wie der vertikale
Schenkel 34 des Stegbleches 3.
[0041] Die Kopfbolzen sind dann hierbei bevorzugt mit einer Verschweißung an dem vertikalen
Schenkel 34 des Stegbleches 3 befestigt.
[0042] Zweck dieser Kopfbolzen 6 ist, eine formschlüssige Verbindung zwischen der oberen
Platte 11 und der unteren Platte 12 über den vertikalen Schenkel 34 des Stegbleches
3 zu erbringen, der im gezeigten Ausführungsbeispiel im Bereich eines Betonsteges
7 verlegt ist.
[0043] Es versteht sich von selbst, dass in einer anderen Ausgestaltung dieser Betonsteg
7 auch entfallen kann, um ein noch geringeres Flächengewicht zu erzielen.
[0044] In diesem Ausführungsfall würde dann der vertikale Schenkel 34 des Stegbleches 3
den Hohlraum 5 des Hohlplattenelementes 1 durchqueren und es sind dort keinerlei weitere
Einbauten aus Beton mehr vorhanden.
[0045] Zwischen den aneinander stoßenden Hohlplattenelementen 1 ergibt sich gemäß Figur
2 unterhalb des Verfüllkörpers 4 eine Fuge 9, welche die Trennfuge zwischen den Hohlplattenelementen
1 darstellt.
[0046] Wie aus Figur 1 zu entnehmen, sind die Spannkabel 2 jeweils an den Enden der Hohlplattenelemente
1 in Ankerkörpern 10 aufgenommen.
[0047] Gemäß Figur 4 besteht jeder Ankerkörper 10 aus der Ankerplatte 19, durch welche der
Kabelumriss 21, bestehend aus einzelnen Litzen 25 hindurchgeführt ist. Diese Litzen
25 sind jenseits der Ankerplatte 19 durch eine Ankerbuchse 16 geführt, dort im Bogen
umgelenkt und greifen durch eine Fixierplatte 17 hindurch und sind in einer Konusaufnahme
18 verankert. Auf diese Weise kommt es zu einer unverrückbaren Festlegung der Litzen
25 der Spannkabel 2 in der Ankerbuchse 16.
[0048] Die Einstellung der Vorspannung an dem Spannkabel 2 erfolgt dann, wenn die beiden
Platten gemäß dem angegebenen Verfahren miteinander verbunden und ausgehärtet sind.
Es wird dann mit einem entsprechenden Zugwerkzeug an den nach hinten gerichteten Litzen
25 angefasst und die Litzen werden mit hoher Zugkraft entlang ihrer Längsrichtung
gespannt, dann umgeschlagen und in der Konusaufnahme 18 der Ankerplatte 16 verankert.
[0049] Die Figuren 3 und 4 zeigen, dass das Hohlplattenelement 1 an seinen Enden jeweils
von einer als doppelte Stütze 13 ausgebildeten Konstruktion aufliegt.
[0050] Sofern ein sich über die gesamte Länge erstreckendes Stegblech 3 verwendet wird,
ist es gemäß Figur 4 vorgesehen, dass dort Öffnungen 14, 15 vorgesehen sind, um entsprechende
Isolationskabel und Leitungen hindurchzuführen. +
[0051] Sofern nach dem einen Ausführungsbeispiel der Betonsteg 7 angebracht ist, um das
Stegblech 3 mit den dort stirnseitig angeordneten Ankerkörpern 10 zu umschließen,
wird der Kabelumriss 21 des Ankerkörpers 10 noch mit einer Wendelbewehrung 20 umgeben,
um Spaltzugkräfte aufzunehmen.
[0052] In Figur 4 ist im Übrigen zu entnehmen, dass die Oberkante 23 des Stegbleches 3 sich
nicht bis zum äußeren Rand der oberen Platte 11 erstreckt, und ebenso erstreckt sich
die Unterkante 22 des Stegbleches nicht bis auf die Unterseite der unteren Platte
12. Dieser Zwischenraum ist mit Beton überdeckt und im Bereich der oberen und unteren
Platten sind gemäß Figur 7 Längs- und Querbewehrungen 26, 27 angeordnet.
[0053] Die Figur 7 zeigt auch, dass im Bereich der unteren Platte Heizleitungen 28 angeordnet
sind, die von einem Heiz- oder einem Kühlmedium durchflossen werden können.
[0054] Die Figur 3 zeigt das Grundprinzip der Erfindung, aus dem entnehmbar ist, dass im
Wesentlichen das Spannkabel bei seiner Einleitung in die untere Platte eine Trapezform
33 einnimmt, wobei bevorzugt an den Umlenkpunkten 31 im Bereich der unteren Platte
Umlenksättel 32 vorgesehen sind, welche die Kabelführung des Spannkabels 2 dort aufnehmen
und somit die gewünschte Trapezform 33 erbringen.
[0055] Bei Einwirkung einer Spannkraft auf das Spannkabel 2 nach Figur 3 wird somit das
gesamte Hohlplattenelement 1 in Pfeilrichtung 30 angehoben und vorgespannt.
[0056] Die Vorspannung wird - wie im allgemeinen Beschreibungsteil angegeben - so eingestellt,
dass es eine Null-Durchbiegung der unbelasteten Hohlplattenelemente 1 ergibt. Die
im Zwischenraum zwischen der oberen und unteren Platte angeordneten Stegbleche 3 müssen
dann nur noch die verkehrsbedingte Belastung und Durchbiegung der Hohlplattenelemente
1 aufnehmen.
Zeichnungslegende
[0057]
- 1
- Hohlplattenelement
- 2
- Spannkabel
- 3
- Stegblech
- 4
- Verfüllkörper
- 5
- Hohlraum
- 6
- Kopfbolzen
- 7
- Betonstege
- 8
- Isolation
- 9
- Fuge
- 10
- Ankerkörper
- 11
- Obere Platte
- 12
- Untere Platte
- 13
- Stütze
- 14
- Öffnung (Stegblech 3)
- 15
- Öffnung (Stegblech 3)
- 16
- Ankerbuchse
- 17
- Fixierplatte
- 18
- Konusaufnahme
- 19
- Ankerplatte
- 20
- Wendelbewehrung
- 21
- Kabelumriss
- 22
- Unterkante Stegblech
- 23
- Oberkante Stegblech
- 24
- Zwischenraum
- 25
- Litze
- 26
- Querbewehrung
- 27
- Längsbewehrung
- 28
- Heizleitung
- 29
- Kopf (Kopfbolzen 6)
- 30
- Pfeilrichtung
- 31
- Umlenkpunkt
- 32
- Umlenksattel
- 33
- Trapezform
- 34
- vertikaler Schenkel
1. Verfahren zur Herstellung eines Hohlplattenelementes (1), welches zwischen einer oberen
und unteren angeordneten Platte (11, 12) einen Hohlraum (5) ausbildet, der mit Gurtstreifen
aus Beton ausgegossen ist, welche in ihrem inneren Bereich mit einer Anzahl von wellenförmig
über die Längsachse der Gurtstreifen verlegte Spannkabel (2) ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass im Hohlraum (5) zwischen der oberen und unteren Platte (11, 12) des Hohlplattenelementes
(1) mehrere, einen gegenseitigen Abstand voneinander einnehmende und zueinander parallel
ausgebildete Stegbleche (3) angeordnet sind, zu deren Längsrichtung parallel die Spannkabel
(2) verlegt sind, wobei jedes Spannkabel (2) mit seinem einen Ende über einen Ankerkörper
(10) mit dem jeweiligen Stegblech (3) verbunden ist, während das gegenüberliegende
Ende des Spannkabels (2) über einen anderen Ankerkörper (10) mit dem dort liegenden
Ende des Stegbleches (3) verbunden ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Herstellung eines Hohlplattenelementes (1) folgende Schritte aufweist:
- Anbringen von Verankerungselementen und Umlenksatteln (32) auf dem Stegblech (3);
- Verbinden der Stegbleche (3) mit einer ersten Betonplatte (11, 12);
- Einbringen von Spanngliedern parallel bzw. trapezförmig zum Stegblech (3);
- Verbinden der oberen Platte (11) mit der unteren Platte (12);
- Vorspannen der Spannglieder nach Verbindung und Aushärtung der beiden Betonplatten
(11, 12) ;
- Einleiten einer Spannkraft in den Steg, über die Stegbleche (3) in die Betonplatten
(11, 12).
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das als Monolitzenkabel ausgebildete Spannkabel (2) mit einer bauchförmigen Durchbiegung
in den Querschnitt der unteren Betonplatte (12) mittels der Umlenksättel (32) verankert
wird und die eingeleiteten Spannkräfte eine trapezförmige Führung des Spannkabels
(2) ausbilden.
4. Hohlplattenelement, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlplattenelement (1) im mittleren Bereich angeordnete, als Umlenksattel (32)
ausgebildete Stegbleche (3) aufweist, und dass der Umlenksattel zur Einleitung des
im bogen- oder bauchförmig verlegten Spannkabels in den Querschnitt der unteren Platte
(12) angeordnet ist.
5. Hohlplattenelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlplattenelement (1) aus zwei parallelen Betonplatten besteht, deren punktuelle
Verbindung mittels Profile oder Stegbleche (3) gebildet ist, wobei das Spannkabel
(2) entlang des Stegbleches (3) fixiert und mit den Ankerkörpern (10) an einer Ankerplatte
(19) befestigt ist und wobei die erste, ausgehärtete Betonplatte (11, 12) in den Beton
der zweiten Betonplatte (11, 12) eintaucht.
6. Hohlplattenelement (1) nach einem der vorher gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den äußeren Stirnseiten des Hohlplattenelementes (1) lediglich einzelne Spannkabel
(2) geführt sind und das Hohlplattenelement (1) mittels einem Verfüllkörper (4) an
ein benachbartes Hohlplattenelement (1) angeschlossen ist, wobei unterhalb des Verfüllkörpers
(4) eine Fuge (9) als Trennfuge zwischen den Hohlplattenelementen (1) ausgebildet
ist.
7. Hohlplattenelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stegblech (3) vorzugsweise einen Doppel-T-Querschnitt mit einem vertikalen Schenkel
(34) aufweist, wobei sich das Stegblech (3) vorzugsweise über die gesamte Länge des
Hohlplattenelementes (1) erstreckt.
8. Hohlplattenelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Stegblech (3) lediglich abschnittsweise über die Länge des Hohlplattenelementes
(1) erstreckt.
9. Hohlplattenelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vertikale Schenkel (34) des Stegbleches (3) in Längsrichtung gegenseitig beabstandete
Kopfbolzen (6) aufweist, welche an Ihren freien Enden jeweils einen Kopf (29) vergrößerten
Querschnitts aufweisen und vorzugsweise aus einem Metallmaterial gebildet sind, wobei
die Kopfbolzen (6) vorzugsweise mittels einer Schweißverbindung an dem vertikalen
Schenkel (34) befestigt sind.
10. Hohlplattenelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfbolzen (6) eine formschlüssige Verbindung zwischen der oberen Platte (11)
und der unteren Platte (12) des Hohlplattenelementes (1) über den vertikalen Schenkel
(34) des Stegbleches (3) ausbilden, welcher im Bereich eines Betonsteges (7) angeordnet
ist.
11. Hohlplattenelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vertikale Schenkel des Stegbleches (3) den Hohlraum (5) des Hohlplattenelementes
(1) durchquert.
12. Hohlplattenelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Spannkabel (2) jeweils in einem Ankerkörper (10) aufgenommen sind,
welcher eine Ankerplatte (19) aufweist, durch welche der einzelne Litzen (25) aufweisende
Kabelumriss (21) geführt ist, wobei die Litzen (25) jenseits der Ankerplatte (19)
durch eine Ankerbuchse (16) geführt sind, im Bogen umgelenkt sind, durch eine Fixierplatte
(17) hindurch greifen und in einer Konusaufnahme (18) verankert sind und eine unverrückbare
Festlegung der Spannkabel (2) in der Ankerbuchse (16) ausbilden.