[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Rahmengerüst, ausrüstbar mit einem Konsolstirngeländer,
enthaltend wenigstens zwei vertikal ausgerichtete Stellrahmen und wenigstens einer
Konsole, die seitlich aus dem Rahmengerüst herausragt, wobei aus jedem Stellrahmen
an der Oberseite wenigstens zwei vertikale Verbindungsstifte herausragen, die in je
eine dazu komplementäre Verbindungsausnehmung an der Unterseite eines darüber befindlichen
weiteren Stellrahmens oder eines Konsolstirngeländers eingesteckt sind.
[0002] Rahmengerüste sind ein weit verbreiteter Standard im Bau von Gerüsten, z. B. an der
Fassade von Gebäuden. Als Träger werden sogenannte Stellrahmen eingesetzt, bestehend
aus zwei vertikalen Stützen, die oben und unten durch je einen horizontalen Riegel
miteinander verbunden sind. Sehr oft werden die vertikalen Stützen durch horizontal
ausgerichtete Auflagen miteinander verbunden, die als Trittfläche für darauf arbeitende
Personen nutzbar sind. Es sind jedoch auch Gerüste bekannt, die nur als Stütze dienen,
z.B. zur Stabilisierung von einsturzgefährdeten Gebäuden, bei denen die Stellrahmen
nur durch Streben miteinander verbunden sind. Als Trittfläche dienende Auflagen sind
dann nicht erforderlich.
[0003] Für jedes neue Stockwerk eines Gerüstes wird oben auf jeden Stellrahmen jeweils ein
weiterer Stellrahmen aufgesteckt. Als Verbindung dienen die beiden vertikalen Verbindungsstifte,
die aus der Oberseite jedes Stellrahmens herausragen. Sie werden jeweils in eine dazu
komplementäre Verbindungsausnehmung an der Unterseite des nächsthöheren Stellrahmens
eingesteckt. Diese Verbindungsausnehmungen dienen bei der untersten Reihe der Stellrahmen
als Aufnahme für die Füße, mit denen die Stellrahmen auf der Erdoberfläche abgestützt
werden.
[0004] Wenn die gewünschte Höhe des Gerüstes erreicht ist, wird als oberstes Element an
den Stirnseiten des Gerüstes jeweils ein Konsolstirngeländer eingesteckt. Von dort
aus werden Brüstungsstangen zu Geländerstützen verlegt, die oben auf der obersten
Reihe der Stellrahmen aufgesteckt werden.
[0005] Dabei ist ein häufiges Problem, dass von der obersten Auflage des Gerüstes aus an
der Dachtraufe gearbeitet werden muss, die jedoch häufig so weit von der Wand absteht,
dass selbst von der äußersten Kante des Gerüstes direkt an der Brüstung die Dachtraufe
nicht mehr erreicht werden kann.
[0006] Zur Abhilfe dieses Problems sind Konsolen bekannt, die an der jeweils nach außen
weisenden Seite des Gerüstes angeschraubt werden und eine nach außen hin verbreiterte
Auflage als Trittfläche tragen. Von dieser Fläche aus ist dann die Bearbeitung der
Dachtraufe oder der Dachrinnen möglich.
[0007] Ein gewichtiger Nachteil dieser Konsolen ist, dass sie nicht in das standardisierte
Stecksystem der Stellrahmen integriert sind, sondern als ein zusätzliches Bauteil
mit anderen Methoden befestigt werden müssen, z. B. über Rohrkupplungen. Damit ist
zwar eine solide und belastbare Verbindung herstellbar, jedoch nur durch zeitaufwändige
und daher teure Handarbeit.
[0008] Als Alternative beschreibt
DE 199 11 503, Jeck ein "Verlängerungsteil", das an Stelle des obersten Stellrahmens auf das Gerüst
aufgesetzt wird und eine Auskragung ermöglicht.
[0009] Der entscheidende Nachteil dieser Erfindung ist, dass zahlreiche Sonderteile benötigt
werden, die es nicht nur zu fertigen und zu finanzieren gilt, sondern die auch bei
der Planung und beim Aufbau des Gerüstes erhöhte Aufwendungen verursachen, sodass
der Zeitgewinn beim Aufbau durch die Mehrkosten an anderer Stelle wieder zunichte
gemacht wird.
[0010] Eine andere, im Gerüstbau sehr oft vorkommende Aufgabenstellung ist es, am Gerüst
Ausleger zu befestigen, die z. B. eine Seilrolle für das Hochziehen von Lasten oder
ein Schutznetz oder andere Objekte tragen. Oft sind auch an der Innenseite des Gerüstes,
die zum eingerüsteten Gebäude hinweist, in regelmäßigen Abständen Verbindungen zum
Gebäude erforderlich, damit die erforderliche Kippsicherheit des Gerüstes absolut
sichergestellt ist. Auch für diese Funktionalität werden Ausleger vom Gerüst benötigt.
[0011] Auf diesem Hintergrund hat sich die Erfindung die Aufgabe gestellt, ein Rahmengerüstsystem
zu entwickeln, bei dem das Einfügen einer Konsole, die auch Halterung für diverses
Zubehör sein kann, unter weitestgehender Verwendung von Standardbauteilen sowie durch
einfaches und schnelles Zusammenstecken möglich ist.
[0012] Als Lösung präsentiert die Erfindung ein Rahmengerüst, bei dem an der Unterseite
eines weiteren Stellrahmens oder des Konsolstirngeländers eine Verbindungsausnehmung
zu einer Kupplungsausnehmung vergrößert ist, die auf dem größeren Teil ihrer Innenfläche
zu dem darin eingesteckten Verbindungsstift beabstandet ist und in den dadurch gebildeten
Hohlraum eine Zwischenhülse eingesteckt ist, an der die Konsole befestigt ist.
[0013] Die Kernidee der Erfindung ist, dass durch die erweiterte Kupplungsausnehmung Platz
geschaffen wird, um zwischen den Verbindungsstift am unteren Stellrahmen und die Kupplungsausnehmung
am oberen Stellrahmen oder am Konsolstirngeländer eine Zwischenhülse einzustecken,
an der die Konsole mit einem zusätzlichen Funktionselement befestigt ist. In der Nähe
der Dachtraufe trägt diese zusätzliche Konsole z. B. die Erweiterung der Auflagen
nach außen hin, von der aus die Dachrinne des Hauses erreichbar ist.
[0014] Eine solche, nach außen ragende Konsole kann auch auf anderen Ebenen des Gerüstes
und für andere Funktionen eingesetzt werden. Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen
Konstruktion ist, dass die Zwischenhülse mit der daran befestigten Konsole auch ersatzlos
weggelassen werden kann, sodass ein weiterer Stellrahmen oder ein Konsolstirngeländer
als oberer Abschluss aufgesteckt werden kann ohne eine zusätzliche Konsole anbringen
zu müssen.
[0015] In diesem Fall trägt das Konsolstirngeländer seine Zusatzbezeichnung "Konsol" nur
noch in soweit zu Recht, als es jederzeit möglich ist, zwischen die Kupplungsausnehmung
des Konsolstirngeländers und den daran eingesteckten Stift noch eine Zwischenhülse
mit einer Konsole einzustecken.
[0016] In der einfachsten Variante ist der nächsthöhere Stellrahmen oder das Konsolstirngeländer
über seine exakt passende Verbindungsausnehmung sicher mit einem von zwei Verbindungsstiften
des darunter befindlichen Stellrahmens verbunden. Daher ist ein Spiel zwischen dem
anderen Verbindungsstift und der vergrößerten Kupplungsausnehmung tolerierbar.
[0017] Falls jedoch eine belastbare Verbindung zwischen der (vergrößerten) Kupplungsausnehmung
und dem darin befindlichen Verbindungsstift gewünscht wird, präsentiert die Erfindung
eine Distanzhülse, die den Hohlraum zwischen der Innenfläche der Kupplungsausnehmung
und der Außenfläche des Verbindungsstifts ausfüllt. Denkbar ist es, diese Distanzhülse
z. B. aus einem zähen, aber elastischen Kunststoff herzustellen, der eine spielarme,
aber dennoch leicht montierbare Verbindung ermöglicht. Für besonders hoch belastete
Verbindungen ist jedoch eine Distanzhülse aus Metall zu bevorzugen.
[0018] In jeden Fall sollte die Distanzhülse mit einem Griffstück oder einem Griffelement
versehen sein, durch welches sie nach Gebrauch leicht wieder aus der Kupplungsausnehmung
herauszuziehen ist. Dieses Griffstück könnte z.B. aus der Einkerbung herausragen,
die ansonsten für das Verbindungsstück der Konsole vorgesehen ist.
[0019] Im einfachsten Fall bestehen die Stellrahmen ebenso wie die Konsolstirngeländer aus
Metallprofilen, vorzugsweise Rohren. In das eine Ende des Rohres wird als Verbindungsstift
z.B. ein dünneres Rohrstück eingefügt, dessen Außendurchmesser dem Innendurchmesser
des durchgehenden Rohres entspricht. Dieses Rohrstück wird in das andere, offene Ende
des nächsten Stellrahmens oder des Konsolstirngeländers eingeschoben. Dann liegen
die Stirnkanten der beiden miteinander verbundenen Rohre aufeinander auf und die Last
des oberen Stellrahmens wird über die Stirnflächen auf das darunter liegende Rohr
des unteren Stellrahmens abgeleitet.
[0020] Wenn das kurze, als Verbindungsstift eingesetzte Rohrstück belastbar mit dem es zum
Teil umschließenden, unteren Rohr verbunden ist, kann alternativ oder auch zusätzlich
innerhalb des oberen, als Verbindungsausnehmung dienenden, oberen Rohres eine Druckfläche
befestigt werden, auf der sich das als Verbindungsstift dienende Rohrstück abstützt.
[0021] Eine solche, horizontale Druckfläche kann auch in die erfindungsgemäße Kupplungsausnehmung
eingebaut werden, wenn die Gewichtskraft auf den Verbindungsstift abgeleitet werden
soll. Diese Variante ist besonders dann sinnvoll, wenn die erfindungsgemäße Verbindung
auch ohne Zwischenhülse oder Distanzhülse verwendbar sein soll.
[0022] Ein Alternative ist die Kraftableitung über die - nach außen sichtbaren - Seitenwände
der Kupplungsausnehmung. Diese Seitenwände können sich in der Regel nicht direkt auf
die Stirnfläche des unteren Rohres aufstützen, da diese Fläche als Auflage für die
Zwischenhülse benötigt wird. Denkbar sind an der Außenfläche des unteren Rohres oder
auf den horizontalen Verstrebungen angebrachte Abstützungen.
[0023] Eine konstruktive Alternative sind konisch geformte Verbindungsstifte, die in konisch
geformte Verbindungsausnehmungen eingreifen und sich darin verkeilen. Ein Vorteil
dieser Alternative ist, dass eine sehr feste Verbindung entsteht, die sich im Laufe
der Belastung nicht lockert, sondern immer weiter verfestigt. Der entscheidende Nachteil
ist jedoch, dass beim Abbau des Gerüstes die über eine längere Zeit hinweg erreichte
Verkeilung nur noch mit größten Mühen gelöst werden kann.
[0024] Die wichtigste Funktion der Zwischenhülse ist, dass sie die daran befestigte Konsole
trägt. Dafür muss zumindest ein Teil ihrer Oberfläche von außen her zugänglich sein.
Eine einfache Variante dafür ist, dass sich zwei übereinander angeordnete Stellrahmen
mit Teilen ihres Rahmens aufeinander abstützen und der Verbindungsstift nur zur seitlichen
Sicherung dient, nicht aber die vertikalen Kräfte abfängt. In diesem Fall kann die
Zwischenhülse auf einer gewissen Länge oberhalb des unteren Stellrahmens sichtbar
bleiben, sodass in diesem Bereich die seitlich abgehende Konsole befestigt werden
kann.
[0025] In den anderen Fällen, in denen die Stützen der Stellrahmen bzw. des Konsolstirngeländers
auch die Übertragung der vertikal wirkenden Kräfte übernehmen und dafür eine entsprechende
Auflagefläche benötigen, ist die Zwischenhülse durch die seitliche Wandung der Kupplungsausnehmung
abgedeckt. Damit dennoch eine Verbindung von der Zwischenhülse zur Konsole möglich
ist, muss die Wandung der Kupplungsausnehmung entsprechend ausgekerbt werden. Diese
Auskerbung muss zumindest komplementär zum Profil der Konsole sein. Denkbar ist auch
eine größere Öffnung bis hin zu einem partiellen Schrägschnitt am Ende einer Stütze.
[0026] Die durch diese Kerbe mit der Zwischenhülse verbundene Konsole kann für die vielfältigsten
Teile und Funktionalitäten als Träger dienen. Sehr wichtig ist z. B. der bereits erwähnte
Funktion der Gerüstauskragung bei Erreichen der Dachtraufe. Durch einfaches Zwischenstecken
der Zwischenhülse mit der daran befestigten Konsole wird eine tragfähige Unterstützung
für die Auflage des Gerüstes geschaffen. Alternativ oder zusätzlich können daran weitere
Brüstungselemente und/oder Geländerstützen befestigt werden. Eine erfindungsgemäße
Konsole kann als Verbindungselement zum eingerüsten Objekt verwendet werden. Oder
es kann daran eine Leiter oder ein Aufzug befestigt werden.
[0027] Bei nächtlichen Arbeiten trägt die Konsole einen Scheinwerfer oder einen anderen
Beleuchtungskörper, der dank des vergrößerten Abstandes zum Gerüst einen größeren
Bereich ausleuchten kann, ohne kontinuierlich versetzt werden zu müssen.
[0028] Andere Alternativen für die Ausführung der Konsole sind die Befestigung eines Schutznetzes
oder einer Trennwand am Rahmengerüst. Hilfreich könnte auch die Befestigungsmöglichkeit
für Schuttabwurfrohre mit großem Querschnitt sein. Die Konsole kann auch als Befestigung
für Wetterschutzflächen oder für Lärmschutzelemente oder für einen Spritzschutz dienen.
[0029] In einer anderen Alternative ist auf einer Konsole ein weiterer Ausleger als Halterung
eines Werkzeuges montiert, das damit verschwenkt, angehoben und abgesenkt werden kann.
[0030] Wohl am weitesten verbreitet sind Stellrahmen, die aus Rohren bestehen, da ein Rohr
einen guten Kompromiss zwischen der Belastbarkeit und dem Gewicht und den Kosten bietet.
In diesem Fall ist es sinnvoll, auch den Verbindungsstift und auch die Kupplungsausnehmung
mit kreisförmigem Querschnitt zu gestalten. Das Prinzip ist auch mit allen anderen
bekannten und denkbaren Profilen anwendbar. Rohre mit rechteckigem, ovalem oder elliptischen
Querschnitt sind ebenso geeignet, wie polygonale Rohre.
[0031] Denkbar sind auch Stellrahmen aus anderen Materialien, wie z. B. hölzernen Profilen,
die mit Metallrohren als Verbindungsausnehmung und Kupplungsausnehmung kombiniert
werden. Selbst Bambusrohre sind verwendbar, wobei - ebenso wie bei Holz - eine Kombination
mit Verbindungsausnehmungen, Kupplungsausnehmungen und Verbindungsstiften aus Metall
besonders vorteilhaft ist.
[0032] Denkbar sind auch Kupplungsausnehmungen, die wahlweise mit verschiedenen Verbindungsstiften
kombinierbar sind. So ist z. B. eine Ellipse als Form des Innenraumes einer Kupplungsausnehmung
denkbar, die sowohl mit einem quadratischen als auch mit einem rechteckigen Verbindungsstift
zusammensteckbar ist.
[0033] Wie erwähnt kann das erfindungsgemäße Rahmengerüstsystem standardmäßig aus Stellrahmen
aufgebaut werden, die an der Unterseite jeweils nur eine - passgenaue - Verbindungsausnehmung
sowie eine - erfindungsgemäß spielbehaftete - Kupplungsausnehmung aufweisen. Dieses
Spiel wird erfindungsgemäß durch Einstecken einer Zwischenhülse eliminiert.
[0034] Um die Kupplungsausnehmung auch ohne Zwischenhülse stabil und belastbar mit einem
Verbindungsstift verbinden zu können, schlägt die Erfindung vor, dass der Hohlraum
zwischen Kupplungsausnehmung und Verbindungsstift durch eine Distanzhülse überbrückt
wird. Wenn diese aus Metall ist, so ist die damit entstandene Verbindung ebenso belastbar,
wie die benachbarte, stramm sitzende Verbindungsausnehmung.
[0035] Der Aufbau eines erfindungsgemäßen Rahmengerüstes gliedert sich in drei wesentliche
Schritte, die in unterschiedlicher Anzahl miteinander kombiniert werden können. Im
ersten Schritt werden wenigstens zwei Stellrahmen in eine vertikale Position gebracht
und dazwischen eine Auflage befestigt, was dem bisher bekannten Aufbau von Gerüsten
entspricht.
[0036] Das wird sooft wiederholt, bis eine Stelle des Gerüstes erreicht ist, an der eine
Konsole befestigt werden soll. Dann ist ein Schritt der zweiten Art erforderlich,
bei dem auf einen nach oben ragenden Verbindungsstift eine Zwischenhülse mit einer
daran befestigten Konsole aufgesteckt wird.
[0037] Dieser zweite Schritt zieht zwangsläufig einen dritten Schritt nach sich, nämlich
das Aufsetzen eines Konsolstirngeländers oder eines weiteren Stellrahmens, an dessen
Unterseite jeweils eine Verbindungsausnehmung und eine Kupplungsausnehmung angeordnet
sind. Die Verbindungsausnehmung wird direkt auf einen Verbindungsstift aufgesteckt
und die Kupplungsausnehmung auf die Zwischenhülse.
[0038] Diese drei Arten von Schritten gelten für Rahmengerüste, die als Mischkonstruktion
aus zwei Typen standardisierter Stellrahmen erstellt werden, von denen der erste Typ
zwei identische Verbindungsausnehmungen an der Unterseite aufweist und der weitere
Typ von Stellrahmen nur eine Verbindungsausnehmung aufweist und als zweites Verbindungselement
eine - vergrößerte - Kupplungsausnehmung an der Unterseite aufweist.
[0039] Für Rahmengerüstsysteme, die ausschließlich aus Stellrahmen und Konsolstirngeländern
bestehen, die an der Unterseite je eine Kupplungsausnehmung und eine Verbindungsausnehmung
aufweisen, entfällt der erste Schritt. Er wird ersetzt durch das Aufstecken einer
Distanzhülse an Stelle einer Zwischenhülse an denjenigen Stellen des Gerüstes, die
keine konsolenartige Auskragung zur Seite erfordern.
[0040] Das erfindungsgemäße Verbindungsprinzip eignet sich auch für Gerüste, die lediglich
an einer einzigen Stirnseite als obersten Abschluss ein Konsolstirngeländer aufweisen,
das an seiner Unterseite mit einer Kupplungsausnehmung versehen ist. Sämtliche anderen
Elemente können dann ohne Kupplungsausnehmung aus bereits bekannten standardisierten
Stellrahmen und standardisierten Stirngeländern aufgebaut werden. Diese Variante ist
dann vorteilhaft, wenn keine weiteren seitlichen Konsolen und/oder Auskragungen benötig
werden.
[0041] Das Prinzip der Erfindung ist auch auf Gerüste anwendbar, die auf ihrer obersten
Plattform keine Geländer und/oder Brüstungen benötigen, z. B. weil die oberste Ebene
direkt unter einer Dachtraufe oder einem Gebäudesims angeordnet sind, welche nicht
weiter zu bearbeiten ist. In diesem Fall wird das Prinzip der Erfindung, nämlich ein
Stellrahmen mit einer Kupplungsausnehmung zur Aufnahme einer Zwischenhülse mit einer
Konsole, nur dort angewandt, wo seitliche Auskragungen wie z. B. eine Befestigung
des Gerüstes an der Wand erforderlich sind.
[0042] Im Folgenden sollen weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung anhand von zwei
Beispielen näher erläutert werden. Diese sollen die Erfindung jedoch nicht einschränken,
sondern nur erläutern. Es zeigt in schematischer Darstellung:
- Figur 1
- Schrägbild eines Rahmengerüstes
- Figur 2
- Konsole, Konsolstirngeländer und Stellrahmen vor und nach dem Zusammenstecken
- Figur 3
- Distanzhülse, Konsolstirngeländer und Stellrahmen vor und nach dem Zusammenstecken
- Figur 4
- Verbindung zwischen Konsolstirngeländer, Konsole und Stellrahmen im Detail
Die Figuren zeigen im Einzelnen:
[0043] In
Figur 1 ist das Schrägbild eines Rahmengerüstes vor einer Hauswand gezeichnet. Im dargestellten
Beispiel sind jeweils drei Stück Stellrahmen 2 übereinander gesteckt und fünf Stück
solcher Dreiergruppen entlang der Hauswand aufgestellt. Sie tragen in vier Ebenen
Auflagen 3, die mit ihren Schmalseiten jeweils mit einem Stellrahmen 2 verbunden sind
und als Trittflächen dienen. Unmittelbar über dem Erdboden ist im zweiten Abschnitt
von links eine Auflage eingefügt, die eine Leiter trägt. Von dort aus gelangt man
über zwei weitere Leitern auf die oberste Ebene der Auflagen 3.
[0044] Diese oberste Ebene ist nach außen, also zu der vom Gebäude entfernten Seite, mit
Konsolen 4 erweitert und an ihren beiden Schmalseiten mit je einem Konsolstirngeländer
1 abgeschlossen.
In Figur 1 wird die Namensgebung des "Konsolstirngeländers" deutlich: Es ist ein Stirngeländer,
das an einem Fußpunkt die Einbindung einer Konsole 4 ermöglicht.
[0045] In
Figur 2 ist gezeichnet, wie eine Konsole 4 und ein Konsolstirngeländer 1 auf einen Stellrahmen
2 aufgesteckt werden. Diese Baugruppe ist in Figur 1 jeweils oben links und oben rechts
enthalten.
[0046] Figur 2 teilt sich in eine linke und eine rechte Hälfte auf: In der linken Hälfte
sind die Teile vor dem Zusammenstecken zu sehen und in der rechten Hälfte nach dem
Zusammenstecken. Gezeigt ist, wie auf einen Stellrahmen 2 zuerst eine Zwischenhülse
41 mit daran befestigter Konsole 4 aufgesteckt wird und anschließend darüber ein Konsolstirngeländer
1 als zweites Element aufgesteckt wird.
[0047] In der dargestellten Variante entspricht der Stellrahmen 2 dem bisher bekannten Stand
der Technik, gemäß dem er an seiner Unterkante zwei gleich große Verbindungsausnehmungen
22 aufweist. Sie sind komplementär geformt zu den Verbindungsstiften 21 oben am Stellrahmen
2. Durch das Einstecken dieser Verbindungsstifte 21 in die Verbindungsausnehmungen
eines darüber angeordneten Stellrahmens 2 können mehrere Stellrahmen miteinander verbunden
werden, was in Figur 2 jedoch nicht gezeigt ist.
[0048] Figur 2 stellt dar, wie auf einen Stellrahmen 2 ein Konsolstirngeländer 1 aufgesetzt
wird. Das Konsolstirngeländer 1 unterscheidet sich von einem Stellrahmen 2 zum einen
durch seine geringere Höhe, zum anderen und für die Erfindung wesentlichen aber durch
die geänderte Ausbildung der linken von seinen beiden Ausnehmungen:
Rechts ist die standardmäßige Verbindungsausnehmung 22 eingebaut; an der linken Seite
jedoch stattdessen die erfindungsgemäße Kupplungsausnehmung 23, die gegenüber der
standardmäßigen Verbindungsausnehmung einen vergrößerten Innendurchmesser aufweist.
Dadurch entsteht beim Zusammenstecken eines standardmäßigen Verbindungsstifts 21 mit
einer solchen, erweiterten Kupplungsausnehmung 23 ein Hohlraum zwischen Stift und
Ausnehmung, der die Form eines Hohlzylinders hat.
[0049] Ein in der Geometrie als "Hohlzylinder" bezeichnetes Element wird im Maschinenbau
auch häufig als "Abschnitt eines Rohres" oder als "Hülse" bezeichnet. Ein solches
Element ist die Zwischenhülse 41. Sie trägt an einer Außenseite nahe zu ihrer Unterkante
die daran befestigte Konsole 4, welche seitlich aus der Zwischenhülse 41 herausragt.
[0050] Zur Montage wird die Zwischenhülse 41 auf einen Verbindungsstift 21 aufgesteckt.
Der Innendurchmesser der Zwischenhülse 41 ist nur geringfügig größer als der Außendurchmesser
des Verbindungsstiftes 21, sodass die Zwischenhülse 41 spielarm auf dem Verbindungsstift
21 befestigt ist.
[0051] Im nächsten Schritt wird das Konsolstirngeländer 1 aufgesteckt, wobei sich die -
in Figur 2 rechts unten am Konsolstirngeländer eingezeichnete - standardisierte Verbindungsausnehmung
an die Oberfläche des Verbindungsstiftes 21 vom darunter angeordneten Stellrahmen
2 anschmiegt. Ebenso liegt die Innenfläche der Kupplungsausnehmung 23 an der Außenfläche
der Zwischenhülse 41 an. Da die Zwischenhülse auf den darunter liegenden Verbindungsstift
21 aufsteckbar ist, hat sie einen größeren Außendurchmesser als der Verbindungsstift
21, weshalb der Innendurchmesser der Kupplungsausnehmung 23 etwa die gleiche Größe
aufweisen muss und damit größer ist als die Verbindungsausnehmungen 22 an anderer
Stelle des Rahmengerüstes.
[0052] In der rechten Hälfte der Figur 2 ist der Stellrahmen 2 mit fertig aufgestecktem
Konsolstirngeländer 1 und in den Verbindungspunkt integrierter Konsole 4 gezeichnet.
Zur Komplettierung - wie in Figur 1 dargestellt - fehlt hier noch unterhalb der Konsole
4 die dreieckige Abstützung, die nach bisherigem Stand der Technik meist als separates
Teil hergestellt und eingebaut wird und ebenfalls als "Konsole" bezeichnet wird.
[0053] Es wäre jedoch denkbar, dass diese dreieckige Abstützung auch gemeinsam mit der in
Figur 2 als Konsole 4 bezeichneten Anordnung produziert und montiert wird. Deshalb
wird in dieser Zeichnung ebenso wie im übrigen Text für jedes waagerecht herausragende
Element, das in die Verbindungsstelle zwischen Konsolstirngeländer 1 und Stellrahmen
2 oder zwischen zwei Stellrahmen 2 einsteckbar ist, ebenfalls die Bezeichnung "Konsole"
benutzt.
[0054] In
Figur 3 ist - ebenso wie in Figur 2 - das Aufstecken eines Konsolstirngeländers 1 auf einen
Stellrahmen 2 dargestellt, hier jedoch ohne eine Zwischenhülse 41. An Stelle der Zwischenhülse
41 wird eine Distanzhülse 5 eingesteckt, sodass zwischen der Kupplungsausnehmung 23
und dem Verbindungsstift 21 kein Spiel entsteht. Durch die seitliche Anschrägung,
die für das Herausragen der Strebe an der Konsole 4 gedacht ist, ist nach dem Zusammenbau
ein kleines Stück der Distanzhülse 5 sichtbar.
[0055] Der Vorteil der Distanzhülse 5 ist, dass überall ein standardmäßiges Konsolstirngeländer
1 verwendet werden kann, auch dort, wo es nicht um die seitlich auskragende Konsole
4 erweitert werden muss.
[0056] In
Figur 4 ist der Querschnitt durch die Verbindungsstelle zwischen einem Stellrahmen 2, einen
Konsolstirngeländer 1 und einer Konsole 4 gezeichnet: Im Querschnitt des Stellrahmens
2 mit dem darin befestigten Verbindungsstift 21 und der daran befestigten Auflage
3 ist jede zweite Linie der Schraffurlinie durch "Strich-Punkt-Strich" gekennzeichnet.
[0057] Der Verbindungsstift 21 ist an seiner freien Seitenfläche von der Zwischenhülse 41
umgeben, deren Querschnitt durch Punkte gekennzeichnet ist. Die Zwischenhülse 41 füllt
den verbleibenden Innenraum der Kupplungsausnehmung 23 fast vollständig aus. Die Wandung
der Kupplungsausnehmung 23 ist nicht gesondert gekennzeichnet, sondern als Teil des
Konsolstirngeländers 1 mit durchgehenden Linien schraffiert.
[0058] Rechts neben der der Verbindungsstelle zwischen dem Träger der Konsole 4 und der
Zwischenhülse 41 ist erkennbar, dass das Konsolstirngeländer an seiner linken unteren
Kante abgeschrägt ist, um einen Freiraum für den Träger der Konsole 4 zu gewähren.
[0059] In Figur 4 ist erkennbar, dass der Stellrahmen 2 an der Stelle, an der der Verbindungsstift
21 herausragt, eine horizontale Auflagefläche für die Zwischenhülse 41 bietet. Die
Zwischenhülse 41 weist wiederum an ihrer oberen Stirnkante eine horizontale Auflagefläche
für das Konsolstirngeländer auf. In Figur 4 hat das Konsolstirngeländer 1 noch einen
geringen Abstand zur Distanzhülse 41, ist also noch nicht vollständig abgesenkt.
[0060] Nach dem Auftreffen auf der Distanzhülse 41 leitet sich die Gewichtskraft des Konsolstirngeländers
1 über die Distanzhülse 41 auf den Stellrahmen 2 weiter. Der Verbindungsstift 21 und
die Wandung der Kupplungsausnehmung 23 tragen in der dargestellten Ausführungsform
keine Lasten, sondern verhindern, dass das Konsolstirngeländer 1 und die Zwischenhülse
41 seitlich vom Stellrahmen 2 abrutschen können.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 1
- Konsolstirngeländer, oben auf Stellrahmen 2
- 2
- Stellrahmen, trägt Auflage 3
- 21
- Verbindungsstifte, oben an Stellrahmen 2, in Verbindungsausnehmung 22 einsteckbar
- 22
- Verbindungsausnehmung, unten an Stellrahmen 2, nimmt Verbindungsstift 21 auf
- 23
- Kupplungsausnehmung, nimmt Zwischenhülse 41 auf
- 3
- Auflage, als Trittfläche an Stellrahmen 2 befestigt
- 4
- Konsole, an Zwischenhülse 4 befestigt
- 41
- Zwischenhülse, zwischen Verbindungsstift 21 und Verbindungsausnehmung 22, trägt Konsole
4
- 5
- Distanzhülse, zwischen Kupplungsausnehmung 23 und Verbindungsstift 21 einsteckbar
1. Rahmengerüst, ausrüstbar mit einem Konsolstirngeländer 1, enthaltend
- wenigstens zwei vertikal ausgerichtete Stellrahmen 2 und
- wenigstens eine Konsole 4, die seitlich aus dem Rahmengerüst herausragt.
wobei aus jedem Stellrahmen 2 an der Oberseite wenigstens zwei vertikale Verbindungsstifte
21 herausragen, die in je eine dazu komplementäre Verbindungsausnehmung 22 an der
Unterseite eines darüber befindlichen, weiteren Stellrahmens 2 oder eines Konsolstirngeländers
1 eingesteckt sind
dadurch gekennzeichnet, dass
- an der Unterseite eines weiteren Stellrahmens 2 oder des Konsolstirngeländers 1
wenigstens eine Verbindungsausnehmung 22 zu einer Kupplungsausnehmung 23 vergrößert
ist, die auf dem größeren Teil ihrer Innenfläche zu dem darin eingesteckten Verbindungsstift
21 beabstandet ist und
- in den dadurch gebildeten Hohlraum eine Zwischenhülse 41 eingesteckt ist, an der die Konsole 4 befestigt
ist.
2. Rahmengerüst nach dem vorhergehenden Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens zwei Stellrahmen 2 eine horizontale Auflage 3 als Trittfläche befestigt
ist.
3. Rahmengerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnfläche jeder seitlichen Wandung der Verbindungsausnehmung 22 auf einer dazu
komplementären Auflagefläche jedes Stellrahmens 2 ruht.
4. Rahmengerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnfläche jedes Verbindungsstiftes 21 auf einer dazu komplementären Druckfläche
jeder Verbindungsausnehmung 22 oder jeder Kupplungsausnehmung 23 ruht.
5. Rahmengerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstifte 21 und die dazu komplementären Verbindungsausnehmungen 22 kegelstumpfförmig
geformt sind.
6. Rahmengerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die seitliche Wandung der Kupplungsausnehmung 23 eingekerbt ist und in diese Kerbe
24 die Konsole 4 eingreift.
7. Rahmengerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Konsole 4 Träger für
- eine Auflage 3 und/oder
- eine Brüstung und/oder
- eine Geländerstütze und/oder
- ein Verbindungselement zum eingerüsteteten Objekt und/oder
- eine Leiter und/oder
- einen Aufzug und/oder
- einen Beleuchtungskörper und/oder
- ein Schutznetz und/oder
- eine Trennwand und/oder
- eine Schrifttafel und/oder
- ein Schuttabwurfrohr und/oder
- eine Werkzeughalterung und/oder
- eine Wetterschutzfläche und/oder
- einen Lärmschutz
ist.
8. Rahmengerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil der Kupplungsausnehmung 23 ein Kreis oder ein Rechteck oder ein Oval oder
eine Ellipse ist, das wenigstens drei Punkte des eingesteckten Verbindungsstiftes
21 berührt.
9. Rahmengerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass anstelle einer Zwischenhülse 41 eine Distanzhülse 5 zwischen Kupplungsausnehmung
23 und Verbindungsstift 21 einsteckbar ist.
10. Verfahren zum Aufbau eines Rahmengerüst nach den vorhergehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet, dass
- im ersten Schritt wenigstens zwei Stellrahmen in eine vertikale Position gebracht
werden und dazwischen eine Auflage 3 oder eine Verstrebung befestigt wird und
- im zweiten Schritt auf wenigstens einen Verbindungsstift 21 eine Zwischenhülse 41
mit einer daran befestigten Konsole 4 aufgesteckt wird und
- im dritten Schritt ein Konsolstirngeländer 1 oder ein weiterer Stellrahmen 2 aufgesteckt
wird, wobei dessen große Kupplungsausnehmung 23 über die Zwischenhülse 41 gestülpt
wird und dessen kleine Verbindungsausnehmung 22 über den Verbindungsstift gesteckt
wird.