[0001] Die Erfindung betrifft ein Turbomaschinengehäuse mit einer Teilfuge, wobei das Turbomaschinengehäuse
an der Teilfuge eine geringe Teilfugenleckage hat.
[0002] Eine Turbomaschine, beispielsweise eine Gasturbine, weist ein Gehäuse auf, das aus
Gründen der Montierbarkeit der Gasturbine horizontal und/oder vertikal geteilt ausgeführt
ist. Das geteilte Gasturbinengehäuse weist beispielsweise ein Oberteil und ein Unterteil
auf, die unter Ausbilden einer Teilfuge zusammengesetzt sind.
[0003] In Fig. 8 ist im Querschnitt der Bereich der Teilfuge eines bekannten Turbinenmaschinengehäuses
101 gezeigt. Das Turbomaschinengehäuse 101 weist ein Oberteil 102 und ein Unterteil
103 auf, die zusammen eine Teilfuge 104 bilden. Beim Betrieb der Turbomaschine ist
das Turbomaschinengehäuse 101 in der Regel druckführend, so dass an der Innenseite
105 des Turbomaschinengehäuses 101 ein höherer Gasdruck herrscht, verglichen mit der
Außenseite 106.
[0004] An der Teilfuge 104 ist an dem Oberteil 102 ein Oberflansch 107 und analog ist an
der Teilfuge 104 an dem Unterteil 103 ein Unterflansch 108 ausgebildet, wobei die
beiden Flansche 107, 108 an ihren einander zugewandten Seiten die Teilfuge 104 bilden.
Sowohl durch den Oberflansch 107 als auch durch den Unterflansch 108 ist ein Flanschloch
109 vorgesehen, durch das ein Teilfugenschraubenbolzen 110 eingesteckt ist. Der Teilfugenschraubenbolzen
110 steht jeweils von dem Oberflansch 107 und dem Unterflansch 108 vor, wobei der
Teilfugenschraubenbolzen 110 an seinen außenliegenden Bereichen jeweils einen Gewindeabschnitt
111 hat. Zwischen den Gewindeabschnitten 111 ist der Teilfugenschraubenbolzen 110
mit einem Dehnschaft 112 versehen. An den Gewindeabschnitten 111 ist jeweils eine
Schraubenmutter 113 mit einer Unterlegscheibe 114 aufgeschraubt, so dass mit der dadurch
hergestellten Schraubenverbindung der Oberflansch 107 und der Unterflansch 108 aneinandergedrückt
werden. Der in dem Oberteil 102, dem Unterteil 103, dem Teilfugenschraubenbolzen 110,
den Schraubenmuttern 113 und den Unterlegscheiben 114 auftretende Kraftfluss ist mit
Pfeilen 115 schematisch gezeigt.
[0005] Durch die von den Teilfugenschraubenbolzen 110 an dem Oberflansch 107 und dem Unterflansch
108 hergestellte Schraubenverbindung sind die beiden Flansche 107, 108 in Horizontalrichtung
116 kraftschlüssig miteinander befestigt.
[0006] Wünschenswert ist es, dass die Teilfuge 104 möglichst gasleckagearm ist, so dass
die beim Betrieb der Turbomaschine durch die Teilfuge 104 auftretende Gasleckage von
der Innenseite 105 zu der Außenseite 106 möglichst gering ist.
[0007] Ursache für die Gasleckage ist insbesondere die zeitlich verzögerte und ungleichförmige
Durchwärmung der Flansche 107, 108 zusammen mit dem Teilfugenschraubenbolzen 110,
mit den Schraubenmuttern 113 und den Unterlegscheiben 114 im instationären Betrieb
der Turbomaschine. Insbesondere ist der Teilfugenschraubenbolzen 110 von der verzögerten
Erwärmung betroffen, da er konstruktiv bedingt im Allgemeinen weit vom Ort des Wärmeeintrags
entfernt positioniert ist und lediglich über kleine Kontaktflächen an den Gewindeabschnitten
111 aufgeheizt werden kann.
[0008] Insbesondere im Gehäusebereich, der innenseitig mit Verdichteraustrittsbedingungen
beaufschlagt ist, treten beim Kaltstart extrem große Temperaturunterschiede zwischen
dem Oberflansch 107 bzw. dem Unterflansch 108 und dem Dehnschaft 112 auf. Diese Temperaturunterschiede
führen zu entsprechend großen Unterschieden in der Wärmedehnung der betroffenen Bauteile.
Als Folge hiervon tritt beim allerersten Anfahren der Turbomaschine ein einmaliges
Überrecken des Teilfugenschraubenbolzens 110 auf, das zu einer permanenten Reduktion
der Vorspannung des Teilfugenschraubenbolzens 110 und somit eine Verringerung der
Flächenpressung an der Teilfuge 104 zur Folge hat. Zusätzlich verformen sich der Oberflansch
107 und der Unterflansch 108 gegeneinander aufgrund ihrer inhomogenen Durchwärmung,
was in Kombination mit der reduzierten Vorspannung des Teilfugenschraubenbolzens 110
zu einer Klaffung an der Teilfuge 104 führt. Dadurch tritt an der Teilfuge 104 eine
Gasleckage auf.
[0009] Insbesondere groß ist die Gasleckage im Bereich des Turbomaschinengehäuses 101, an
dem sich mehrere Teilfugen 104 kreuzen. Im Kreuzungsbereich ist aufgrund des Vorsehens
von Oberflanschen 107 und Unterflanschen 108 für jede Teilfuge 104 die Wandstärke
des Turbomaschinengehäuses 101 besonders groß, so dass in dem Kreuzungsbereich große
Temperaturdifferenzen beim Anfahren der Turbomaschine in dessen Material auftreten
können. Hinzu kommt, dass wegen der geometrisch beengten Verhältnisse keine optimale
Verschraubungsdichte von den Teilfugenschraubenbolzen 110 aufgrund von Verschraubungskollisionen
vorgesehen werden kann. Daher ist der Kreuzungsbereich durch besonders hohe Raten
von Gasleckage gekennzeichnet.
[0010] Insbesondere geht die Entwicklung von modernen Gasturbinen dahin, dass das Verdichtungsverhältnis
gegenüber heute üblichen Faktoren um 1,5 bis 2 deutlich erhöht werden soll. Die daraus
resultierenden noch höheren Flanschkräfte sowie die noch höheren Verdichteraustrittstemperaturen
hätten zur Folge, dass bei dem modernen Turbomaschinengehäuse mit der herkömmlichen
Ausführung an der Teilfuge 104 mit dem Oberflansch 107, dem Unterflansch 108 und dem
Teilfugenschraubenbolzen 110 mit höheren Gasleckageraten zu rechnen wäre. Außerdem
müssten der Oberflansch 107 und der Unterflansch 108 größer dimensioniert und aus
einem hochwertigeren Material hergestellt sein, um die zu erwartende höhere Verdichteraustrittstemperatur
und den erhöhten Druck zu beherrschen. Beide Maßnahmen führen zu einer Kostensteigerung
und zu einer Verschlechterung der Randbedingungen für die herkömmliche Flanschkonstruktion,
da ein noch längerer Wärmetransportweg und eine daraus resultierende noch ungleichmäßigere
Erwärmung gepaart mit einem noch größeren Vorspannverlust des Teilfugenschraubenbolzens
einhergehen würde.
[0011] Ferner hat das Turbomaschinengehäuse 101 im Bereich der Teilfuge 104 den Kraftfluss
115, der asymmetrisch ist. Dadurch erfährt der Teilfugenschraubenbolzen 110 beim Kaltstart
neben reinen Zugkräften auch eine Biegebeanspruchung, die die ungleiche Wärmedehnung
im Bereich der Teilfuge 104 verstärkt. Um der Biegebeanspruchung des Teilfugenschraubenbolzens
110 Rechnung zu tragen, ist eine entsprechend stabile Auslegung der Verschraubung
und eine entsprechend dicke Ausführung des Oberflanschs 107 und des Unterflanschs
108 vorzusehen. Dies hätte jedoch zur Folge, dass die ungleichförmige Temperaturverteilung
im Teilfugenbereich sich weiter verschlechtert.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Turbomaschinengehäuse mit einer Teilfuge zu schaffen,
wobei das Turbomaschinengehäuse an der Teilfuge eine geringe Gasleckage hat.
[0013] Das erfindungsgemäße Turbomaschinengehäuse mit einer Teilfuge weist auf ein erstes
Gehäuseteil mit einer an der Teilfuge ausgebildeten ersten Teilfugenwulst, ein zweites
Gehäuseteil mit einer an der Teilfuge ausgebildeten zweiten Teilfugenwulst und eine
Mehrzahl von Teilfugenklammern, wobei die erste Teilfugenwulst zusammen mit der zweiten
Teilfugenwulst von den Teilfugenklammern umgriffen sind, so dass das erste und das
zweite Gehäuseteil von den Teilfugenklammern mittels einer Formschlussverbindung an
den Teilfugenwülsten zusammengehalten sind.
[0014] Bei dem erfindungsgemäß symmetrisch konstruierten Teilfugenbereich des Turbomaschinengehäuses
ist es unterbunden, dass im Teilfugenbereich große Wandstärken vorzusehen sind. Dadurch
ist die Wandstärkenverteilung des Turbomaschinengehäuses gleichmäßiger, wodurch eine
instationäre Erwärmung des Turbomaschinengehäuses, insbesondere beim Anfahren der
Turbomaschine, gleichmäßiger und schneller vonstatten geht. Dadurch treten in dem
Material des Turbomaschinengehäuses lediglich schwache Temperaturgradienten auf, die
insbesondere zu keiner oder einer schwachen Verwerfung im Bereich der Teilfuge des
Turbomaschinengehäuses führen. Da große Verwerfungen zu einer Gasleckage des Turbomaschinengehäuses
führen könnten, ist es erfindungsgemäß erreicht, dass das Turbomaschinengehäuse im
Teilfugenbereich eine geringe Leckagerate hat. Außerdem hat das erfindungsgemäße Turbomaschinengehäuse
ein geringes Gewicht, wodurch bei der Herstellung geringe Materialkosten anfallen.
Außerdem können mit der Turbomaschine schnelle Anfahrgradienten gefahren werden, ohne
dass an dem erfindungsgemäßen Turbomaschinengehäuse Leckagen im Teilfugenbereich auftreten.
[0015] Es ist bevorzugt, dass jede Teilfugenwulst sich sowohl nach innerhalb als auch nach
außerhalb des Turbomaschinengehäuses erstreckt und jede Teilfugenklammer ein Innenteil
und ein Außenteil aufweist, wobei das Innenteil an den innenliegenden Abschnitten
der Teilfugenwülste und das Außenteil an den außenliegenden Abschnitten der Teilfugenwülste
angreift.
[0016] Dadurch ist erfindungsgemäß konstruktiv bedingt erreicht, dass der Kraftfluss in
der Wand des Turbomaschinengehäuses im Bereich der Teilfuge symmetrisch verläuft.
Somit ist es unterbunden, dass die Teilfugenwülste eine Biegebeanspruchung erfahren
und die Teilfugenklammern unterliegen nur geringen Biegespannungen.
[0017] Ferner ist es bevorzugt, dass die Teilfugenklammer ein einziges Innenteil und ein
einziges Außenteil, oder ein einziges Innenteil und eine Mehrzahl von Außenteilen,
oder eine Mehrzahl von Innenteilen und ein einziges Außenteil aufweist.
[0018] Dadurch kann entsprechend je nach den Druckverhältnissen innerhalb des Turbomaschinengehäuses
eine Aufteilung der Teilfugenklammern in Innenteile und Außenteile vorgenommen werden,
so dass der Einsatz der Teilfugenklammern optimiert und somit die Herstellungskosten
des Turbomaschinengehäuses minimiert sind.
[0019] Außerdem ist es bevorzugt, dass an jeder Stelle der Teilfuge, an der eine der Teilfugenklammern
angeordnet ist, das Turbomaschinengehäuse zumindest ein Teilfugenloch und die Teilfugenklammer
zumindest ein Haltemittel aufweist, das in dem Teilfugenloch sich hindurch erstreckt
und sowohl mit dem Innenteil als auch mit dem Außenteil befestigt ist, so dass von
dem Haltemittel das Innenteil und das Außenteil an die Teilfugenwülste gehalten sind
und mit ihnen derart formschlüssig zusammenwirken, dass die Gehäuseteile an der Teilfuge
von der Teilfugenklammer zusammengedrückt sind.
[0020] Bevorzugt ist außerdem, dass an den innenliegenden und an den außenliegenden Abschnitten
der Teilfugenwülste jeweils eine Wulstflanke vorgesehen ist sowie das Innenteil mit
den innenliegenden Wulstflanken zusammenwirkende Klammerflanken und das Außenteil
mit den außenliegenden Wulstflanken zusammenwirkende Klammerflanken aufweist, wobei
die Wulstflanken und die Klammerflanken derart geneigt angeordnet sind, dass beim
Zusammenhalten des Innenteils und des Außenteils von dem Haltemittel die Teilfugenwülste
von der Teilfugenklammer zusammengedrückt sind.
[0021] Bevorzugt weist das Haltemittel eine Halteschraube auf, die durch das Teilfugenloch
gesteckt angeordnet ist und mit dem Innenteil und dem Außenteil jeweils eine Schraubenverbindung
ausbildet.
[0022] Dadurch ist vorteilhaft mit der Halteschraube das Innenteil von innen an das Turbomaschinengehäuse
gedrückt und das Außenteil von außen an das Turbomaschinengehäuse gedrückt, wobei
das Innenteil mit seinen Kammerflanken an den Wulstflanken der innenliegenden Abschnitte
der Teilfugenwülste gedrückt ist und das Außenteil mit seinen Klammerflanken an die
Wulstflanken der außenliegenden Abschnitte der Teilfugenwülste gedrückt ist. An den
jeweils aneinanderliegenden Flanken sind das Innenteil und das Außenteil an den Teilfugenwülsten
hin und weg gleitbar, so dass beim Anziehen der Halteschraube sowohl das Innenteil
als auch das Außenteil an den Teilfugenwülsten derart verkeilt werden, dass die miteinander
verklammerten Gehäuseteile an der Teilfuge flächig aneinandergepresst werden.
[0023] Bevorzugt weist das Haltemittel ein Schraubenmuster auf, wobei die Halteschraube
in ein Gewindeloch des Innenteils geschraubt ist und durch ein Durchsteckloch des
Außenteils gesteckt ist sowie mittels der Schraubenmutter von außerhalb des Turbomaschinengehäuses
festgeschraubt ist.
[0024] Dadurch ist von außerhalb des Turbomaschinengehäuses die Schraubenmutter gut zugänglich,
wobei die Montage der Teilfugenklammer einfach und schnell bewerkstelligbar ist.
[0025] Ferner ist bevorzugt, dass zwischen der Schraubenmutter und dem Außenteil eine Unterlegscheibe
angeordnet ist.
[0026] Danach wird bevorzugt die Anzugskraft der Schraubenmutter auf das Außenteil gleichmäßig
verteilt.
[0027] Außerdem ist es bevorzugt, dass zwischen dem Innenteil und den innenliegenden Abschnitten
der Teilfugenwülste eine Dichtung vorgesehen ist, so dass das Innere des Turbomaschinengehäuses
nach außen abgedichtet ist.
[0028] Dadurch ist es ferner unterbunden, dass an der Teilfuge das Turbomaschinengehäuse
eine Leckage hat.
[0029] Bevorzugt ist die Teilfuge eine Horizontalteilfuge und bevorzugt ist die Teilfugenklammer
eingerichtet die Horizontalteilfuge zusammenzuhalten.
[0030] Alternativ ist bevorzugt die Teilfuge eine Vertikalteilfuge und bevorzugt ist die
Teilfugenklammer eingerichtet die Vertikalteilfuge zusammenzuhalten.
[0031] Außerdem ist es bevorzugt, dass die Horizontalteilfuge und die Vertikalteilfuge sich
kreuzen und am Kreuzungspunkt eine Kreuzteilfugenklammer vorgesehen ist, die einstückig
gebildet ist von zwei für die Horizontalteilfuge vorgesehenen Teilfugenklammern, die
innen und außen einander gegenüberliegend am Kreuzungspunkt angeordnet sind, und von
zwei für die Vertikalteilfuge vorgesehenen Teilfugenklammern, die einander gegenüberliegend
am Kreuzungspunkt angeordnet sind.
[0032] Dadurch wird vorteilhaft erreicht, dass am Kreuzungspunkt die Vertikalteilfuge und
die Horizontalteilfuge von der Kreuzteilfugenklammer effektiv und dicht zusammengehalten
ist. Ferner sind insbesondere die Wandstärken des Turbomaschinengehäuses im Bereich
des Kreuzungspunkts nicht übermäßig stark ausgeführt, so dass das Turbomaschinengehäuse
insbesondere im Bereich des Kreuzungspunkts schnell durchwärmbar ist.
[0033] Ferner treten aufgrund der erfindungsgemäßen Konstruktion der Kreuzteilfugenklammer
im Bereich des Kreuzungspunktes keine Verschraubungskollisionen auf.
[0034] Prinzipiell ist es vorteilhaft möglich, dass ein Turbomaschinengehäuses an der Horizontalteilfuge
und an der Vertikalteilfuge beispielsweise mit einer herkömmlichen Teilfugenverbindung
versehen ist, wobei im Bereich des Kreuzungspunkts die erfindungsgemäße Kreuzteilfugenklammer
vorgesehen ist. Dadurch kann an dem Turbomaschinengehäuse sowohl die herkömmliche
Teilfugenverbindung als auch die erfindungsgemäße Kreuzteilfugenklammer verwendet
werden.
[0035] Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Turbomaschinengehäuses
anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch ein Turbomaschinengehäuse im Bereich einer Teilfuge,
- Fig. 2 - 7
- eine perspektivische Darstellung des Turbomaschinengehäuses im Bereich der Horizontalteilfuge,
einer Vertikalteilfuge und im Bereich der Teilfugenkreuzung und
- Fig. 8
- einen Querschnitt durch ein herkömmliches Turbomaschinengehäuse im Bereich einer Teilfuge.
[0036] Wie es aus Fig. 1 bis 7 ersichtlich ist, weist ein Turbomaschinengehäuse 1 ein erstes
Gehäuseteil 2, ein zweites Gehäuseteil 3, ein drittes Gehäuseteil 4 und ein viertes
Gehäuseteil 5 auf. Das erste Gehäuseteil 2 und das dritte Gehäuseteil 4 bilden, in
Fig. 2 bis 5 gesehen, die obere Gehäusehälfte des Turbomaschinengehäuses 1 und das
zweite Gehäuseteil 3 und das vierte Gehäuseteil 5 bilden, in Fig. 2 bis 5 gesehen,
die untere Gehäusehälfte des Turbomaschinengehäuses 1, wobei das erste Gehäuseteil
2 und das zweite Gehäuseteil 3 zusammen mit dem dritten Gehäuseteil 4 und dem vierten
Gehäuseteil 5 eine Horizontalteilfuge 7 bilden. Ferner weist das Turbomaschinengehäuse
1 eine Vertikalteilfuge 6 auf, die von dem ersten Gehäuseteil 2 und dem dritten Gehäuseteil
4 zusammen mit dem zweiten Gehäuseteil 3 und dem vierten Gehäuseteil 5 gebildet ist.
Die Vertikalteilfuge 6 und die Horizontalteilfuge 7 kreuzen sich. Außerdem weist das
Turbomaschinengehäuse 1 in dem ersten Gehäuseteil 2 und dem zweiten Gehäuseteil 3
eine Gehäusestufe 37 auf, die von der Vertikalteilfuge 6 durchtrennt ist.
[0037] Die Vertikalteilfuge 6 ist von einer Mehrzahl von Vertikalteilfugenklammern 8 zusammengehalten
und die Horizontalteilfuge 7 ist von einer Mehrzahl von Horizontalteilfugenklammern
9 zusammengehalten. Die Vertikalteilfugenklammern 8 sind nebeneinander in einer Reihe
entlang der Vertikalteilfuge 6 angeordnet und die Horizontalteilfugenklammern 9 sind
nebeneinander in einer Reihe entlang der Horizontalteilfuge 7 angeordnet.
[0038] Im Kreuzungsbereich der Vertikalteilfuge 6 und der Horizontalteilfuge 7 ist eine
Kreuzteilfugenklammer 10 vorgesehen.
[0039] Das erste Gehäuseteil 2 weist an der Vertikalteilfuge 6 eine erste Teilfugenwulst
11 und im Bereich der Horizontalteilfuge 7 eine dritte Teilfugenwulst 13 auf. In analoger
Weise ist an dem zweiten Gehäuseteil 3 an der Vertikalteilfuge 6 eine zweite Teilfugenwulst
12 und an der Horizontalteilfuge 7 eine fünfte Teilfugenwulst 15 ausgebildet. Genauso
sind das dritte Gehäuseteil 4 und das vierte Gehäuseteil 5 mit Teilfugenwülsten versehen,
wobei das dritte Gehäuseteil 4 an der Horizontalteilfuge 7 eine vierte Teilfugenwulst
14 und an der Horizontalteilfuge 6 eine siebte Teilfugenwulst 17 aufweist und das
vierte Gehäuseteil 5 an der Vertikalteilfuge 6 eine achte Teilfugenwulst 18 und an
der Horizontalteilfuge 7 eine sechste Teilfugenwulst 16 aufweist. Jeder Teilfugenwulst
11 bis 18 umfasst dabei einen von der Außenfläche des entsprechenden Gehäuseteils
hervorstehenden Bereich und einen von der Innenfläche hervorstehenden Bereich.
[0040] Die Teilfugenklammern 8, 9, 10 weisen jeweils ein Innenteil 19 und ein Außenteil
20 auf, wobei das Innenteil den in dem Turbomaschinengehäuse 1 innenliegenden Abschnitt
der Teilfugenwülste formschlüssig umgreift und das Außenteil 20 die außerhalb des
Turbomaschinengehäuses 1 liegenden Bereiche der Teilfugenwülste formschlüssig umgreift.
Für jede Teilfugenklammer 8, 9, 10 weist jede Teilfuge 6, 7 ein Teilfugenloch 23 auf,
das mittig an der Teilfuge 6, 7 vorgesehen ist. Mit dem Teilfugenloch 23 fluchtend
ist dem Turbomaschinengehäuse 1 zugewandt in dem Innenteil 19 ein Gewindeloch 21 vorgesehen.
Ferner ist mit dem Gewindeloch 21 und dem Teilfugenloch 23 fluchtend in dem Außenteil
20 ein Durchsteckloch 22 vorgesehen.
[0041] Zusätzlich ist an dem Kreuzungspunkt der Horizontalteilfuge 7 und der Vertikalteilfuge
6 ein Kreuzloch 24 in dem Turbomaschinengehäuse 1 vorgesehen, dessen Längsachse auf
den Kreuzungspunkt der Horizontalteilfuge 7 und der Vertikalteilfuge 6 liegt. In analoger
Weise, wie für das Teilfugenloch 23, ist für das Kreuzloch 24 in dem Innenteil 19
der Kreuzteilfugenklammer 10 ein Gewindeloch 21 und in dem Außenteil 20 der Kreuzteilfugenklammer
10 ein Durchsteckloch 22 vorgesehen, wobei das Gewindeloch 21, das Durchsteckloch
22 und das Kreuzloch 24 miteinander fluchten.
[0042] Durch das Durchsteckloch 22, das Teilfugenloch 23 bzw. das Kreuzloch 24 und in das
Gewindeloch 21 ist eine Halteschraube 25 gesteckt. Die Halteschraube 25 weist einen
ersten Gewindeabschnitt 26 und einen zweiten Gewindeabschnitt 27 auf, wobei zwischen
dem ersten Gewindeabschnitt 26 und dem zweiten Gewindeabschnitt 27 ein Dehnschaft
28 vorgesehen sein kann. Die Halteschraube 25 ist derart in die Löcher 21 bis 23 gesteckt,
dass der erste Gewindeabschnitt 26 in dem Gewindeloch 21 eine Schraubverbindung ausbildend
eingreift, der zweite Gewindeabschnitt 27 von dem Außenteil 20 nach außen von dem
Turbomaschinengehäuse 1 vorsteht und der Dehnschaft 28 zwischen den Teilfugenwülsten
11 bis 18 angeordnet ist.
[0043] Auf den zweiten Gewindeabschnitt 27 ist eine Schraubenmutter 29 mit einer Unterlegscheibe
30 aufgeschraubt, so dass beim Anziehen der Schraubenmutter 29 das Innenteil 19 und
das Außenteil 20 von der Schraubenmutter 29 an die Teilfugenwülste 11 bis 18 gedrückt
wird. Selbstverständlich können je Teilfugenklammer auch zwei oder mehrere Halteschrauben
25 vorgesehen sein, die ggf. auch außermittig, d. h. auch außerhalb der Teilfuge angeordnet
sein können.
[0044] Das Turbomaschinengehäuse 1 ist an den Teilfugenwülsten 11 bis 18 im Querschnitt
T-förmig ausgebildet, wobei die Teilfugenwülste 11 bis 18 an ihren den Teilfugenlöchern
23 abgewandten Seiten Wulstflanken 31 aufweisen. Die inneren Wulstflanken sind im
Wesentlichen parallel zur Längsachse des Teilfugenlochs 23 ausgebildet, wobei die
Wulstflanken 31 von dem Turbomaschinengehäuse 1 weg zum Teilfugenloch 23 hin abfallend
geneigt angeordnet sind.
[0045] Das Innenteil 19 und das Außenteil 20 sind C-förmig ausgebildet und umgreifen die
Teilfugenwülste 11 bis 18 an ihren Wulstflanken 31. Mit den Wulstflanken 31 zusammenwirkend
weisen das Innenteil 19 und das Außenteil 20 jeweils Klammerflanken 32 auf, die parallel
zu den Wulstflanken 31 ausgebildet sind.
[0046] Bei der Montage des Turbomaschinengehäuses 1 mit seinen Gehäuseteilen 2 bis 5 ist
wie folgt vorzugehen: Zuerst ist das Innenteil 19 an dem innenliegenden Abschnitt
der Teilfugenwülste 11 bis 18 so anzulegen, dass das Innenteil 19 mit seinen Klammerflanken
32 an den Wulstflanken 31 anliegt. Dann ist die Halteschraube 25 durch das Teilfugenloch
23 bzw. das Kreuzloch 24 zu stecken und in dem Gewindeloch 21 mit dem ersten Gewindeabschnitt
26 an dem Innenteil 19 festzuschrauben. Als nächsten Schritt ist das Außenteil 20
mit dem Durchsteckloch 22 auf den zweiten Gewindeabschnitt 27 der Halteschraube 23
zu stecken, so dass das Außenteil 20 mit seinen Klammerflanken 32 an den Wulstflanken
31 der außenliegenden Abschnitte der Teilfugenwülste 11 bis 18 anliegt und ein Bereich
des zweiten Gewindeabschnitts 27 von dem Außenteil 20 absteht. Auf den zweiten Gewindeabschnitt
27 ist dann die Schraubenmutter 29 zusammen mit der Unterlegscheibe 30 aufzuschrauben.
Die Schraubenmutter 29 ist so weit anzuziehen, dass dadurch das Innenteil 19 und das
Außenteil 20 gegen die Teilfugenwülste 11 bis 18 gedrückt wird, wobei durch das Aneinandergleiten
der Wulstflanken 31 und der Klammerflanken 32 und hervorgerufen durch die geneigte
Anordnung der Flanken 31, 32 bezüglich der Längsachse der Halteschraube 25 die Gehäuseteile
2 bis 5 an den Teilfugen 6, 7 zusammengedrückt werden.
[0047] Dadurch ist es möglich, dass an dem Turbomaschinengehäuse 1 an den Teilfugen 6, 7
eine hohe Zugkraft 35 angreift, ohne dass an den Teilfugen 6, 7 eine Klaffung auftritt.
Ferner ist beispielsweise an der Vertikalteilfuge 6 in Horizontalrichtung 36 die Vertikalteilfuge
6 formschlüssig gehalten.
[0048] Der im Bereich der Teilfugen 6, 7 des Turbomaschinengehäuses 1 sich ausgebildete
Kraftfluss 34 ist symmetrisch ausgebildet, so dass im Bereich der Teilfugen 6, 7 das
Turbomaschinengehäuse 1 und die Halteschrauben 25 nicht biegebeansprucht sind.
[0049] Ferner ist zwischen dem Innenteil 19 und dem innenliegenden Abschnitt der Teilfugenwülste
11 bis 18 eine Dichtung 33 vorgesehen, wodurch das Innere des Turbomaschinengehäuses
1 nach außen hin gasdicht abgeschlossen ist.
1. Turbomaschinengehäuse mit einer Teilfuge (6),
aufweisend ein erstes Gehäuseteil (2) mit einer an der Teilfuge (6) ausgebildeten
ersten Teilfugenwulst (11),
ein zweites Gehäuseteil (3) mit einer an der Teilfuge (6) ausgebildeten zweiten Teilfugenwulst
(12) und eine Mehrzahl von Teilfugenklammern (8),
wobei die erste Teilfugenwulst (11) zusammen mit der zweiten Teilfugenwulst (12) von
den Teilfugenklammern (8) umgriffen sind,
so dass das erste und das zweite Gehäuseteil (2, 3) von den Teilfugenklammern (8)
mittels einer Formschlussverbindung an den Teilfugenwülsten (11, 12) zusammengehalten
sind.
2. Turbomaschinengehäuse gemäß Anspruch 1,
wobei jede Teilfugenwulst (11, 12) sich sowohl nach innerhalb als auch nach außerhalb
des Turbomaschinengehäuses (1) erstreckt und jede Teilfugenklammer (8) ein Innenteil
(19) und ein Außenteil (20) aufweist,
wobei das Innenteil (19) an den innen liegenden Abschnitten der Teilfugenwülste (11,
12) und das Außenteil (20) an den außen liegenden Abschnitten der Teilfugenwülste
(11, 12) angreift.
3. Turbomaschinengehäuse gemäß Anspruch 1 oder 2,
wobei die Teilfugenklammer (8) ein einziges Innenteil (19) und ein einziges Außenteil
(20), oder ein einziges Innenteil (19) und eine Mehrzahl von Außenteilen (20), oder
eine Mehrzahl von Innenteilen (19) und ein einziges Außenteil (20) aufweist.
4. Turbomaschinengehäuse gemäß Anspruch 1, 2 oder 3,
wobei an jeder Stelle der Teilfuge (6), an der eine der Teilfugenklammern (8) angeordnet
ist, das Turbomaschinengehäuse (1) ein Teilfugenloch (23) und die Teilfugenklammer
(8) ein Haltemittel (25, 29) aufweist, das in dem Teilfugenloch (23) sich hindurch
erstreckt und sowohl mit dem Innenteil (19) als auch mit dem Außenteil (20) befestigt
ist,
so dass von dem Haltemittel (25, 29) das Innenteil (19) und das Außenteil (20) an
die Teilfugenwülste (11, 12) gehalten sind und mit ihnen derart formschlüssig zusammenwirken,
dass die Gehäuseteile (2, 3) an der Teilfuge (6) von der Teilfugenklammer (8) zusammengedrückt
sind.
5. Turbomaschinengehäuse gemäß Anspruch 2, 3 oder 4,
wobei an den innenliegenden und an den außenliegenden Abschnitten der Teilfugenwülste
(11, 12) jeweils eine Wulstflanke (31) vorgesehen ist sowie
das Innenteil (19) mit den innenliegenden Wulstflanken (31) zusammenwirkende Klammerflanken
(32) und das Außenteil (20) mit den außenliegenden Wulstflanken (31) zusammenwirkende
Klammerflanken (32) aufweist,
wobei die Wulstflanken (31) und die Klammerflanken (32) derart geneigt angeordnet
sind, dass beim Verspannen des Innenteils (19) und des Außenteils (20) die Teilfugenwülste
(11, 12) von der Teilfugenklammer (8) zusammengedrückt sind.
6. Turbomaschinengehäuse gemäß Anspruch 4 oder 5,
wobei das Haltemittel eine Halteschraube (25) aufweist, die durch das Teilfugenloch
(23) gesteckt angeordnet ist und mit dem Innenteil (19) jeweils eine Schraubenverbindung
ausbildet.
7. Turbomaschinengehäuse gemäß Anspruch 6,
wobei das Haltemittel eine Schraubenmutter (29) aufweist,
wobei die Halteschraube (25) in ein Gewindeloch (21) des Innenteils (19) geschraubt
ist und durch ein Durchsteckloch (22) des Außenteils (20) gesteckt ist sowie mittels
der Schraubenmutter (29) von außerhalb des Turbomaschinengehäuses (1) festgeschraubt
ist.
8. Turbomaschinengehäuse gemäß Anspruch 7,
wobei zwischen der Schraubenmutter (29) und dem Außenteil (20) eine Unterlegscheibe
(30) angeordnet ist.
9. Turbomaschinengehäuse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei zwischen dem Innenteil (19) und den innenliegenden Abschnitten der Teilfugenwülste
(11, 12) eine Dichtung (33) vorgesehen ist, so
dass das Innere des Turbomaschinengehäuses (1) nach außen gasdicht abgedichtet ist.
10. Turbomaschinengehäuse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei die Teilfuge eine Vertikalteilfuge (6) ist und die Teilfugenklammer (8) eingerichtet
ist, die Vertikalteilfuge (6) zusammenzuhalten.
11. Turbomaschinengehäuse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei die Teilfuge eine Horizontalteilfuge (7) ist und die Teilfugenklammer (9) eingerichtet
ist, die Horizontalteilfuge (7) zusammenzuhalten.
12. Turbomaschinengehäuse gemäß Ansprüche 11 und 12,
wobei die Vertikalteilfuge (6) und die Horizontalteilfuge (7) sich kreuzen und am
Kreuzungspunkt eine Kreuzteilfugenklammer (10) vorgesehen ist, die gebildet ist von
zwei für die Vertikalteilfuge (6) vorgesehenen Teilfugenklammern, die einander gegenüberliegend
am Kreuzungspunkt angeordnet sind, und von zwei für die Horizontalteilfuge (7) vorgesehenen
Teilfugenklammern, die einander gegenüberliegend am Kreuzungspunkt angeordnet sind.
13. Turbomaschinengehäuse gemäß Anspruch 12,
wobei am Kreuzungspunkt ein zusätzliches Haltemittel (25, 29) zum Zusammenhalten des
Innenteils (19) und des Außenteils (20) vorgesehen ist.