[0001] Die Erfindung betrifft ein Gehäuse mit einem Schiebeschalter mit zumindest drei Stellungen,
wobei das Gehäuse eine Öffnung aufweist, durch die ein Schiebe-Element des Schiebeschalters
zumindest teilweise herausragt.
[0002] Solche Gehäuse mit Schiebeschalter werden häufig in Speichersubsystemen frontseitig
eingebaut. Diese Schiebeschalter haben meistens drei Stellungen, nämlich die 0-Stellung
(AUS), in der das System völlig ausgeschaltet wird, die I-Stellung (EIN), in der das
System angeschaltet und im lokalen Betrieb ist, und die R-Stellung (REMOTE), in der
das System auch in Betrieb ist, aber über LAN kontrolliert werden kann. Normalerweise
liegt die O-Stellung an der ersten Stelle des Schiebeschalters, d.h. nicht in der
Mitte.
[0003] Da Schiebeschalter dieser Art frontseitig eingebaut werden, ist die Gefahr eines
unbeabsichtigten Verschiebens des Schiebe-Elements relativ groß. Zusätzlich können
die Folgen eines unbeabsichtigten Verschiebens des Schiebe-Elements sehr gravierend
sein, zum Beispiel wenn das Speichersubsystem dadurch vollständig ausgeschaltet wird,
ohne dass die Daten vorher gespeichert wurden.
[0004] Ein zweites Problem besteht darin, dass beim Umschalten von der I-Stellung (EIN)
in die R-Stellung (REMOTE) oder umgekehrt versehentlich über das Ziel hinaus geschossen
werden kann und das System dann unbeabsichtigt ganz ausgeschaltet wird.
[0005] Um ein unbeabsichtigtes Verschieben des Schiebe-Elements und ein versehentliches
Ausschalten des Systems zu verhindern, ist daher eine Absicherung nötig.
[0006] Bis jetzt sind Lösungen bekannt, bei denen die Absicherung als zusätzlicher Schalter
ausgebildet ist. Der Schiebeschalter ist dabei im normalen Gebrauch effektiv zweistufig,
und nur nach dem Drücken eines Sicherungsknopfes kann eine dritte Stellung angefahren
werden. Diese Lösung wird häufig bei Videokameras angewendet. Nachteilig an dieser
Art von Lösungen sind der damit verbundene Aufwand und die Kosten bei der Herstellung.
Der zusätzliche Schalter benötigt in der Regel zusätzliche Elektronik.
[0007] Daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Gehäuse mit einem Schiebeschalter
mit zumindest drei Stellungen zu beschreiben, welches eine einfachere und kostengünstigere
Absicherung gegen versehentliches Betätigen ermöglicht als es bisher üblich war.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass beidseitig der Öffnung parallel
zu der Bewegungsrichtung des Schiebeschalters jeweils eine Flanke vorgesehen ist,
die zum seitlichen Schutz des Schiebeschalters gegen ein versehentliches Betätigen
dient.
[0009] Die Flanken sind bevorzugt zumindest so hoch ausgebildet, dass das Schiebe-Element
nicht über die Flanken hinausragt. Somit ist das Schiebe-Element von oben und von
unten gegen versehentliches Verschieben geschützt, wenn eine Person oder ein Gegenstand
unbeabsichtigt den Schiebeschalter berührt.
[0010] Eine zusätzliche Absicherung gegen unbeabsichtigtes Schieben des Schiebe-Elements
in eine unerwünschte Stellung kann in dem Gehäuse integriert werden. Nach dieser bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung weist eine der Flanken eine Verrastung auf, die das
Umschalten zwischen zwei nebeneinander liegenden Stellungen einschränkt. Die Verrastung
ist beweglich ausgebildet, damit sie wieder aufgehoben werden kann, und das Schiebe-Element
in eine direkt daneben liegende, dritte Stellung geschoben werden kann. Bevorzugt
ist die eine Verrastung aufweisende Flanke federnd ausgebildet.
[0011] Nach einer dritten Ausführungsform der Erfindung sind die zwei Flanken durch eine
Brücke verbunden, die eine Stellung des Schiebeschalters unterhalb der Brücke ermöglicht,
aber verdeckt. Die Brücke verhindert ein Schieben des Schiebe-Elements über die Stellung
unterhalb der Brücke hinaus, weil die Brücke quer zur Schiebe-Richtung liegt. Bei
einem dreistufigen Schiebeschalter verdeckt die Brücke bevorzugt die mittlere Stellung
des Schiebeschalters.
[0012] Alle drei Ausführungsformen der Erfindung können kostengünstig und mit wenig Aufwand
hergestellt werden, da die Absicherung direkt am Gehäuse angespritzt werden kann,
was kaum Mehrkosten für das Spritzgießwerkzeug mit sich bringt, oder gleich mit dem
Gehäuse gespritzt werden kann, was einmalig eine neue Spritzform für das Gehäuse nötig
macht. Weder Änderungen am Schalter noch an der Leiterplatte dahinter sind notwendig.
[0013] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen sowie auch in der
nachfolgenden Figurenbeschreibung offenbart. Anhand von drei in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen wird die Erfindung nun näher erläutert.
[0014] In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1a und 1b
- jeweils eine perspektivische dreidimensionale Ansicht eines Gehäuses mit Schiebeschalter
und zwei Flanken,
- Figur 2
- eine perspektivische dreidimensionale Ansicht eines Ausschnittes eines Gehäuses mit
einem Schiebeschalter, zwei Flanken und einer die Flanken verbindenden Brücke und
- Figur 3
- eine perspektivische dreidimensionale Ansicht eines Ausschnittes eines Gehäuses mit
einem Schiebeschalter und zwei Flanken, bei dem eine Flanke federnd ausgebildet ist.
[0015] Figur 1a zeigt einen Schiebeschalter mit einem Gehäuse 1 für den Schiebeschalter,
das frontseitig in einem Teil eines Speichersubsystemgehäuses 2 eingebaut ist.
[0016] Figur 1b zeigt einen vergrößerten Ausschnitt des Schiebeschaltergehäuses 1. Der Schiebeschalter
weist ein Schiebe-Element 3 auf, das durch eine Öffnung 4 im Gehäuse 1 teilweise herausragt.
Der Schiebeschalter hat drei Stellungen, die linear nebeneinander liegen. Parallel
zu der Bewegungsrichtung des Schiebe-Elements 3 weist das Gehäuse 1 beidseitig der
Öffnung 4 jeweils eine Flanke 5 auf. Die Flanken 5 sind zumindest so hoch ausgebildet,
dass das Schiebe-Element 3 nicht über die Flanken 5 hinausragt. Damit schützen die
Flanken 5 das Schiebe-Element 3 gegen ein versehentliches Betätigen von oben oder
von unten. Um den Benutzer weniger zu stören, sind die Enden der Flanken 5 abgerundet
oder abgeschrägt. In diesen Fällen sind die Flanken 5 länger als die Öffnung 4 ausgebildet,
sodass das Schiebe-Element 3 an beiden äußeren Stellungen noch von nahezu der ganzen
Höhe der Flanken 5 geschützt wird. Das heißt, die Abrundung beziehungsweise Abschrägung
6 beginnt ungefähr an dem Teil der Flanke 5, das über die Öffnung 4 hinausgeht.
[0017] Figur 2 zeigt einen Schiebeschalter mit Gehäuse 1 wie in den Figuren 1a und 1b, jedoch
zusätzlich mit einer schützenden Brücke 7, die die zwei Flanken 5 verbindet. Die Brücke
7 ist so ausgebildet, dass das Schiebe-Element 3 unter die Brücke 7 geschoben werden
kann und dann unterhalb der Brücke seitlich weiter geschoben werden kann, zum Beispiel
mit einem Kugelschreiber oder einem anderen Werkzeug, das unter die Brücke 7 passt.
Die Brücke 7 verbirgt somit eine Stellung des Schiebeschalters.
[0018] In Figur 2 ist die mittlere Stellung des Schiebeschalters mit der Brücke 7 verdeckt.
Diese Stellung wird bevorzugt, weil die 0-Stellung normalerweise als erste Stellung
oder dritte Stellung angeordnet ist und eine Brücke 7 über der mittleren Stellung
vor einem versehentlichen Schalten zu der ersten und dritten Stellung schützt. In
diesem Beispiel ist die erste Stellung die 0-Stellung (AUS), die zweite Stellung die
R-Stellung (REMOTE) und die dritte Stellung die I-Stellung (EIN). Mit einem Finger
kann der Schalter von AUS bis REMOTE geschoben werden. Um weiter von REMOTE zu EIN
zu schalten, muss das Schiebe-Element 3 mit Hilfe eines Werkzeugs (zum Beispiel eines
Kugelschreibers) unterhalb der Brücke 7 weiter geschoben werden. Aber wichtiger ist,
dass das Schiebe-Element 3 von der I-Stellung (EIN) einfach mit dem Finger zu der
mittleren R-Stellung (REMOTE) geschoben werden kann, ohne dass man versehentlich in
die 0-Stellung (AUS) gelangt, weil die Brücke 7 dies verhindert.
[0019] Figur 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem eine Flanke
5a federnd ausgebildet ist und eine keilförmige Verrastung 8 aufweist. Wenn das Schiebe-Element
3 in der ersten Stellung ist, ist die federnd ausgebildete Flanke 5a in einem gespannten
Zustand. Die keilförmige Verrastung 7 erlaubt, dass das Schiebe-Element 3 einfach
ohne Weiteres von der ersten Stellung in die mittlere Stellung geschoben werden kann.
Zwischen der mittleren Stellung und der dritten Stellung kann auch wie üblich hin
und her geschoben werden. Um das Schiebe-Element 3 wieder in die erste Stellung, nämlich
die 0-Stellung, zu schieben, muss zuerst die federnde Flanke 5a senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Schiebe-Elements 3 gedrückt werden, sodass das Schiebe-Element 3 von der Verrastung
7 befreit wird und dann weiter in die erste Stellung geschoben werden kann. Die federnde
Flanke 5a kann dann losgelassen werden und liegt an dem Schiebe-Element 3 in gespanntem
Zustand an.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Gehäuse für Schiebeschalter
- 2
- Gehäuseteil eines Speichersubsystems
- 3
- Schiebe-Element
- 4
- Öffnung
- 5
- Flanke
- 5a
- federnd ausgebildete Flanke
- 6
- Abschrägung
- 7
- Brücke
- 8
- Verrastung
1. Gehäuse (1) mit einem Schiebeschalter mit zumindest drei Stellungen, wobei das Gehäuse
(1) eine Öffnung (4) aufweist, durch die ein Schiebe-Element (3) des Schiebeschalters
zumindest teilweise herausragt,
dadurch gekennzeichnet, dass
beidseitig der Öffnung (4) parallel zu der Bewegungsrichtung des Schiebeschalters
jeweils eine Flanke (5,5a) vorgesehen ist, die zum seitlichen Schutz des Schiebeschalters
gegen ein versehentliches Betätigen vorgesehen ist.
2. Gehäuse (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Flanken (5,5a) zumindest so hoch ausgebildet sind, dass das Schiebe-Element (3)
nicht über die Flanken (5,5a) hinausragt.
3. Gehäuse (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine der Flanken (5,5a) eine Verrastung (8) aufweist, die das Schalten zwischen
zwei nebeneinander liegenden Stellungen einschränkt, damit ein versehentliches Schalten
zu einer dritten, direkt daneben liegenden Stellung verhindert werden kann und
- die Verrastung (8) beweglich ausgebildet ist, damit sie wieder aufgehoben werden
kann, so dass zu der dritten Stellung geschalten werden kann.
4. Gehäuse (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die eine Verrastung (8) aufweisende Flanke (5,5a) federnd ausgebildet ist.
5. Gehäuse (1) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verrastung (8) keilförmig ausgebildet ist.
6. Gehäuse (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zwei Flanken (5,5a) durch eine Brücke (7) verbunden sind, die eine Stellung des
Schiebeschalters unterhalb der Brücke (7) ermöglicht aber verdeckt.