[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Entlüftungseinrichtung zum Entlüften eines
Kurbelgehäuses einer Brennkraftmaschine, insbesondere in einem Kraftfahrzeug. Die
Erfindung betrifft außerdem ein Betriebsverfahren für eine derartige Kurbelgehäuseentlüftungseinrichtung.
[0002] Im Betrieb einer Brennkraftmaschine, nämlich eines Kolbenmotors, treten über Leckagen
zwischen den Kolben und den Zylindern sogenannte Blowby-Gase in das Kurbelgehäuse
ein. Mit Hilfe einer Entlüftungseinrichtung werden diese Blowby-Gase aus dem Kurbelgehäuse
abgeführt und üblicherweise in eine die Brennkraftmaschine mit Frischgas versorgende
Frischgasleitung eingeleitet (z.B.
DE 202005 003 462 U1). Ublicherweise umfasst die Entlüftungseinrichtung einen in einer Blowby-Gas vom
Kurbelgehäuse abführenden Entlüftungsleitung angeordneten Abscheider, mit dessen Hilfe
Verunreinigungen, vorzugsweise Öl und Ölnebel, aus dem abgeführten Gas entfernt werden
können, um sie z.B. in das Kurbelgehäuse zurückzuführen. Ein derartiger Abscheider
arbeitet umso besser, je größer die daran anliegende Druckdifferenz ist. Bei Teillast
der Brennkraftmaschine herrschen in der Frischluftleitung, insbesondere stromab einer
Drosseleinrichtung, relativ starke Unterdrücke, mit denen eine entsprechend große
Druckdifferenz am Abscheider realisierbar ist. Allerdings ist die bei Teillast in
das Kurbelgehäuse eintretende Blowby-Gasmenge vergleichsweise klein. Um dennoch den
großen Differenzdruck zur Steigerung der Effektivität des Abscheiders nutzen zu können,
ist es grundsätzlich möglich, die Entlüftungseinrichtung mit einer Belüftungsleitung
auszustatten, die der Frischgasleitung Frischgas, also üblicherweise Luft, entnimmt
und in das Kurbelgehäuse einleitet. Hierdurch ist es möglich, bei Teillast mehr Gas
aus dem Kurbelgehäuse abzuführen als Blowby-Gas in das Kurbelgehäuse eintritt.
[0003] Es hat sich jedoch gezeigt, dass Brennkraftmaschinen, bei denen eine derartige Belüftung
des Kurbelgehäuses durchgeführt wird, im Leerlaufbetrieb extrem unruhig laufen. Dies
wird einerseits vom jeweiligen Fahrzeugführer als störend empfunden und führt andererseits
zu erhöhten Verbrauchs- und Emissionswerten.
[0004] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für eine Entlüftungseinrichtung
bzw. für ein zugehöriges Betriebsverfahren eine verbesserte Ausführungsform anzugeben,
die sich insbesondere durch eine erhöhte Laufruhe der mit der Entlüftungseinrichtung
ausgestatteten Brennkraftmaschine im Leerlaufbetrieb auszeichnet.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Gegenstände der unabhängige Ansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, die für den Teillastbetrieb vorgesehene
Belüftung für den Leerlaufbetrieb stark zu reduzieren bzw. zu deaktivieren oder zu
sperren. Durch diese Maßnahme wird die über die Entlüftungsleitung aus dem Kurbelgehäuse
abgeführte Gasmenge deutlich reduziert, nämlich etwa auf die in das Kurbelgehäuse
eintretende Blowby-Gasmenge. Mit der Reduzierung der über die Entlüftungsleitung abgeführten
Gasmenge nimmt zwar die Effektivität des Abscheiders zurück, dies kann jedoch ohne
weiteres in Kauf genommen werden, da im Leerlaufbetrieb ohnehin nur vergleichsweise
wenig Blowby-Gas anfällt. Die Reduzierung der aus dem Kurbelgehäuse abgeführten Gasmenge
führt zur gewünschten Laufruhe der Brennkraftmaschine im Leerlauf.
[0007] Die Erfindung nutzt hierbei die Erkenntnis, dass die dem Kurbelgehäuse entnommene
und in die Frischgasleitung eingeleitete, zur Effizientsteigerung des Abscheiders
erhöhte Gasmenge ursächlich für den unruhigen Motorlauf bei einer Brennkraftmaschine
mit konventioneller Entlüftungseinrichtung ist. Bei einer solchen herkömmlichen Entlüftungseinrichtung
ist der Anteil des über die Entlüftungsleitung in die Frischgasleitung eingeleiteten
Gases an der Gasmenge, die der Brennkraftmaschine über die Frischgasleitung insgesamt
zugeführt wird, vergleichsweise groß, wodurch Regelungssysteme, die mit der der Brennkraftmaschine
zugeführten Frischgasmenge als Führungsgröße arbeiten, signifikant beeinträchtigt
werden.
[0008] Durch die erfindungsgemäß für den Leerlaufbetrieb vorgeschlagene starke Reduzierung
der aus dem Kurbelgehäuse abgeführten und der Frischgasleitung zugeführten Gase kann
der Anteil dieser Gase an der der Brennkraftmaschine zugeführten Frischgasmenge deutlich
verkleinert werden. Dementsprechend nimmt auch der Einfluss der in das Frischgas eingeleiteten
Gasmenge auf Regelungssysteme der Brennkraftmaschine ab. In der Folge beruhigt sich
der Gleichlauf der Brennkraftmaschine.
[0009] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0010] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0011] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Bauteile beziehen.
[0012] Es zeigen, jeweils schematisch,
- Fig. 1 bis 3
- jeweils eine stark vereinfachte, schaltplan- artige Prinzipdarstellung einer Brennkraft-
maschine mit Entlüftungseinrichtung bei un- terschiedlichen Betriebszuständen der
Brenn- kraftmaschine,
- Fig. 4 bis 8
- jeweils stark vereinfachte Prinzipdarstel- lungen von Ventileinrichtungen unterschied-
licher Ausführungsformen, und zwar (a) in einer Offenstellung und (b) in einer Schließstellung.
[0013] Entsprechend den Fig. 1 bis 3 umfasst eine Brennkraftmaschine 1, die beispielsweise
in einem Kraftfahrzeug angeordnet ist, einen Motorblock 2, eine Frischgasleitung 3,
eine Abgasleitung 4 und eine Entlüftungseinrichtung 5. Der Motorblock 2 umfasst dabei
ein Kurbelgehäuse 6, in dem ein Kurbeltrieb 7 untergebracht ist, einen Zylinderkopf
8, in dem Zylinder 9 für darin verstellbare Kolben 10 der Brennkraftmaschine 1 angeordnet
sind, eine Zylinderkopfhaube 11 sowie eine Ölwanne 12.
[0014] Die Frischgasleitung 3 dient zur Versorgung der Brennkraftmaschine 1 bzw. des Motorblocks
2 mit Frischgas, insbesondere Luft, und enthält ein Luftfilter 13 sowie stromab davon
einen Luftmengenmesser 14. Bei der hier gezeigten bevorzugten Ausführungsform ist
in der Frischgasleitung 3 außerdem eine Ladeeinrichtung 15 angeordnet, mit deren Hilfe
das Frischgas auf ein erhöhtes Druckniveau gebracht werden kann. Im gezeigten Beispiel
handelt es sich bei der Ladeeinrichtung 15 um den Verdichter eines Abgasturboladers
16, dessen Turbine 17 in der Abgasleitung 4 angeordnet ist und über eine gemeinsame
Welle 18 den Verdichter 15 antreibt. Optional kann stromab der Ladeeinrichtung 15
ein Ladeluftkühler 19 in der Frischgasleitung 3 angeordnet sein. Grundsätzlich kann
die Frischgasleitung 3 eine Drosseleinrichtung 20, z.B. eine Drosselklappe, enthalten,
die vorzugsweise stromab der Ladeeinrichtung 15 und - soweit vorhanden - stromab des
Ladeluftkühlers 19 angeordnet ist.
[0015] Die Abgasleitung 4 dient in üblicher Weise dazu, Verbrennungsabgase der Brennkraftmaschine
1 von deren Motorblock 2 abzuführen. Optional kann die Brennkraftmaschine 1 mit einer
Abgasrückführeinrichtung 21 ausgestattet sein, die der Abgasseite der Brennkraftmaschine
1, z.B. bei einer an der Abgasleitung 4 angeordnete Entnahmestelle 22, Abgas entnimmt
und dieses über eine Abgasrückführleitung 23 der Frischgasseite der Brennkraftmaschine
1, z.B. über eine an der Frischgasleitung 3 ausgebildete Einleitstelle 24, rückführt.
In dieser Abgasrückführleitung 23 kann ein Abgasrückführkühler 25 angeordnet sein.
[0016] Die Entlüftungseinrichtung 5 dient zur Entlüftung des Kurbelgehäuses 6 und umfasst
eine Entlüftungsleitung 26 sowie eine Belüftungsleitung 27. Die Entlüftungsleitung
26 ist eingangsseitig mit dem Kurbelgehäuse 6 verbunden und ist ausgangsseitig mit
der Frischgasleitung 3 verbunden. Im Unterschied dazu ist die Belüftungsleitung 27
eingangsseitig mit der Frischgasleitung 3 und ausgangsseitig mit dem Kurbelgehäuse
6 verbunden.
[0017] Die Entlüftungseinrichtung 5 weist ferner einen Abscheider 28 auf, der in der Entlüftungsleitung
26 angeordnet ist. Beim Abscheider 28 handelt es sich bevorzugt um einen passiv arbeitenden
Trägheitsabscheider, wie z.B. ein Zyklonabscheider. Der Abscheider 28 dient zum Entfernen
von Verunreinigungen, vorzugsweise von Öl und Ölnebel, aus dem in der Entlüftungsleitung
26 transportierten Gas. Die im Abscheider 28 abgeschiedenen Verunreinigungen können
über eine Rücklaufleitung 29 z.B. in die Ölwanne 12 rückgeführt werden. Ferner weist
die Entlüftungseinrichtung 5 ein Druckregelventil 30 auf, das so ausgestaltet ist,
dass damit die aus dem Kurbelgehäuse 6 abführbare Gasmenge gesteuert werden kann.
Üblicherweise arbeitet das Druckregelventil 30 passiv, also in Abhängigkeit der daran
anliegenden Druckdifferenz.
[0018] Im gezeigten Ausführungsbeispiel geht die Entlüftungsleitung 26 vom Druckregelventil
30 über zwei Rückführzweige ab, nämlich über einen ersten Rückführzweig 31 und über
einen zweiten Rückführzweig 32. Der erste Rückführzweig 31 ist stromab der Ladeeinrichtung
15 mit der Frischgasleitung 3 verbunden. Eine entsprechende erste Einleitstelle ist
mit 33 bezeichnet. Diese erste Einleitstelle 33 der Entlüftungseinrichtung 5 ist dabei
stromab der Drosseleinrichtung 20 an der Frischgasleitung 3 angeordnet. Im Unterschied
dazu ist der zweite Rückführzweig 32 stromauf der Ladeeinrichtung 15 mit der Frischgasleitung
3 verbunden. Eine entsprechende zweite Einleitstelle 34 befindet sich vorzugsweise
relativ nahe an einem Einlass der Ladeeinrichtung 15, um Leitungsverluste zu reduzieren.
Jedenfalls befindet sich die zweite Einleitstelle 34 der Entlüftungseinrichtung 5
stromab des Luftmengenmessers 14 und stromab des Luftfilters 13. Sowohl der erste
Rückführzweig 31 als auch der zweite Rückführzweig 32 enthalten vorzugsweise jeweils
ein Rückschlagsperrventil 35, das zur Frischgasleitung 3 hin öffnet und zum Kurbelgehäuse
6 hin sperrt.
[0019] Die Belüftungsleitung 27 dient zur Belüftung des Kurbelgehäuses 6, also zur Einleitung
von Frischgas, das hierzu der Frischgasleitung 3 entnommen wird, in das Kurbelgehäuse
6. Eine Entnahmestelle 36 befindet sich dabei stromauf der zweiten Einleitstelle 34
und stromauf des Luftmengenmessers 14. Zweckmäßig befindet sich die Entnahmestelle
36 stromab des Luftfilters 13. Erfindungsgemäß weist die Entlüftungseinrichtung 5
für die Belüftungsleitung 27 eine Sperreinrichtung 37 auf, mit deren Hilfe die Belüftungsleitung
27 gesperrt werden kann. Die Sperreinrichtung 37 ist so ausgestaltet, dass sie zwischen
einer Offenstellung und einer Schließ- oder Sperrstellung umschaltbar ist. Zur Realisierung
einer preiswerten Bauweise sind gezielt einstellbare Zwischenstellungen nicht vorgesehen.
Wie in den Fig. 1 bis 3 dargestellt, kann es sich bei dieser Sperreinrichtung 37 beispielsweise
um ein Sperrventil 38 handeln, das auf geeignete Weise betätigt werden kann. Dieses
Sperrventil 38 ist dabei in der Belüftungsleitung 27 angeordnet.
[0020] Zweckmäßig ist Belüftungsleitung 27 mit einem gedrosselten Bypass 39 versehen, der
die Sperreinrichtung 37 umgeht. Im gezeigten Beispiel umgeht der gedrosselte Bypass
39 das Sperrventil 38. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass in der Sperrstellung
der Sperreinrichtung 37 bzw. in der Sperrstellung des Sperrventils 38 noch immer Frischgas
über die Belüftungsleitung 27 in das Kurbelgehäuse 6 gelangen kann, jedoch gedrosselt,
also in reduziertem Umfang. Dieser Bypass 39 dient dazu, der Ausbildung eines zu großen
Unterdrucks im Kurbelgehäuse 6 entgegen zu wirken. Bei zweckmäßigen Ausführungsformen
der Sperreinrichtung 37 bzw. des Sperrventils 38 kann besagter Bypass 39 in die Sperreinrichtung
37 bzw. in das Sperrventil 38 integriert sein. Dementsprechend ist in den Fig. 1 bis
3 eine den Bypass 39 und die Sperreinrichtung 37 bzw. das Sperrventil 38 umfassende
Baueinheit mit 40 bezeichnet.
[0021] Die Belüftungsleitung 27 ist zweckmäßig gedrosselt. Hierdurch kann im Betrieb der
Entlüftungseinrichtung 5 die gezielte Aufrechterhaltung eines Unterdrucks im Kurbelgehäuse
6 erreicht werden. Im gezeigten Beispiel ist die Drosselung der Belüftungsleitung
27 mit Hilfe einer Drosseleinrichtung 41 realisiert.
[0022] Optional kann auch die Belüftungsleitung 27 mit einem Rückschlagsperrventil ausgestattet
sein, das zum Kurbelgehäuse 6 hin durchlässig ist und in der Gegenrichtung zur Frischgasleitung
3 hin sperrt.
[0023] Die Entlüftungseinrichtung 5 der in den Fig. 1 bis 3 gezeigten Ausführungsform arbeitet
wie folgt:
[0024] In einem Teillastbetrieb der Brennkraftmaschine 1 ergibt sich die in Fig. 1 wiedergegebene
Konstellation für die Be- und Entlüftung des Kurbelgehäuses 6. Die Sperreinrichtung
37 nimmt bei Teillast ihre Offenstellung ein, d.h. die Belüftungsfunktion ist aktiviert.
Bei Teillast ist der erste Rückführzweig 31 aktiviert und der zweite Rückführzweig
32 ist deaktiviert. Gesteuert wird dies durch den deutlich größeren Unterdruck stromab
der Drosseleinrichtung 20. Pfeile 42 symbolisieren die Gasmenge, die bei Teillast
über die Entlüftungsleitung 26 und deren ersten Rückführzweig 31 dem Kurbelgehäuse
26 entnommen und stromab der Ladeeinrichtung 15 und stromab der Drosseleinrichtung
20 in die Frischgasleitung 3 eingeleitet wird. Diese Gasmenge 42 ist dabei deutlich
größer als die durch einen Pfeil 43 symbolisierte Blowby-Gasemenge, die bei Teillast
in das Kurbelgehäuse 6 gelangt. Die Differenz zwischen der entlüfteten Gasmenge 42
und der Blowby-Gasmenge 43 wird durch eine Belüftungsmenge 44 bereitgestellt, also
eine Frischgasmenge 44, die über die Belüftungsleitung 27 der Frischgasleitung 3 entnommen
und dem Kurbelgehäuse 6 zugeführt wird. Im Teillastbetrieb herrscht stromab der Drosseleinrichtung
20 ein relativ großer Unterdruck, wodurch es möglich ist, eine relativ große Gasmenge
42 dem Kurbelgehäuse 6 zu entnehmen. Die anfallende Blowby-Gasemenge 43 hängt vom
Betriebszustand der Brennkraftmaschine 1 ab, und die zur Belüftung dienende Frischgasmenge
44 stellt sich bei geöffneter Sperreinrichtung 37 automatisch ein. Im Teillastbetrieb
gemäß Fig. 1 entspricht somit die Entlüftungsmenge 42 der Summe aus Blowby-Gasmenge
43 und Belüftungsmenge 44.
[0025] Fig. 2 zeigt die Brennkraftmaschine 1 bzw. die Entlüftungseinrichtung 5 bei Volllast
der Brennkraftmaschine 1. Bei Volllast ist der zweite Rückführzweig 32 aktiviert,
während der erste Rückführzweig 31 deaktiviert ist. Die Deaktivierung des ersten Rückführzweigs
31 erfolgt über das darin angeordnete Rückschlagsperrventil 35 und den sich bei Volllast
stromab der Ladeeinrichtung 15 und stromab der Drosseleinrichtung 20 einstellenden
positiven Druck.
[0026] Bei Volllast kann nun die Entlüftungseinrichtung 5 über die Entlüftungsleitung 26
und den zweiten Rückführzweig 32 dem Kurbelgehäuse 6 eine Gasmenge 45 entnehmen, die
etwa so groß ist wie die bei Volllast in das Kurbelgehäuse 6 eintretende Blowby-Gasmenge
46. Zweckmäßig ist die Entlüftungsmenge 45 geringfügig größer als die Blowby-Gasmenge
46, um einen Überdruck im Kurbelgehäuse 6 vermeiden zu können. Da bei Volllast im
wesentlichen die vom Kurbelgehäuse 6 abgeführte Entlüftungsmenge 45 gleich groß ist
wie die in das Kurbelgehäuse 6 eintretende Blowby-Gasmenge 46, ist die Belüftungsleitung
27 bei Volllast quasi inaktiv. Die Sperreinrichtung 37 muss hierzu jedoch nicht in
ihre Sperrstellung überführt sein. Bei Volllast entspricht gemäß Fig. 2 die Entlüftungsmenge
45 etwa der Blowby-Gasmenge 46. Vorzugsweise ist für den Teillastbetrieb das Druckregelventil
30 so ausgelegt, dass die bei Teillast erreichte Entlüftungsmenge 42 etwa so groß
ist wie die im Vollastbetrieb gemäß Fig. 2 erreichte Blowby-Gasmenge 46.
[0027] Fig. 3 zeigt nun eine Konstellation, die sich beim Leerlaufbetrieb der Brennkraftmaschine
1 einstellt. Im Leerlauf ist aufgrund des betragsmäßig größeren Unterdrucks an der
ersten Einleitstelle 33 gegenüber der zweiten Einleitstelle 34 wieder der erste Rückführzweig
31 aktiv, während der zweite Rückführzweig 32 deaktiviert ist. Die Belüftungsfunktion
ist deaktiviert. Hierzu ist die Sperreinrichtung 37 in ihre Sperrstellung geschaltet,
so dass über die Belüftungsleitung 27 an sich kein Frischgas zum Kurbelgehäuse 6 geführt
werden kann. Allerdings ermöglicht der Bypass 39 bei Bedarf eine gedrosselte Frischgaseinleitung
in das Kurbelgehäuse 6. Diese gegebenenfalls strömende gedrosselte Frischgasmenge
ist in Fig. 3 durch unterbrochene Pfeile 47 angedeutet. Die über die Entlüftungsleitung
26 und deren ersten Rückführzweig 31 vom Kurbelgehäuse 6 abgeführte Gasmenge ist in
Fig. 3 mit 48 bezeichnet. Die im Leerlaufbetrieb in das Kurbelgehäuse 6 eintretende
Blowby-Gasmenge ist in Fig. 3 mit 49 bezeichnet. Zweckmäßig ist dabei das Druckregelventil
30 so ausgestaltet, dass es die Entlüftungsmenge 48 bei Teillast etwa so groß einstellt,
wie die bei Teillast entstehende Blowby-Gasmenge 49. Das bedeutet, dass bei Teillast
nur eine vergleichsweise kleine Gasmenge über die Entlüftungseinrichtung 5 in die
Frischgasleitung 3 gelangt. Auf diese Weise kann der Einfluss, den die Entnahmemenge
48 auf das Regelungssystem der Brennkraftmaschine 1 hat, reduziert werden, da der
Anteil der Entnahmemenge 48 an der der Brennkraftmaschine 1 insgesamt zugeführten
Gasmenge vergleichsweise klein ist. Im Leerlaufbetrieb gemäß Fig. 3 entspricht somit
die Entlüftungsmenge 48 im wesentlichen der Blowby-Gasmenge 49.
[0028] Im Folgenden werden mit Bezug auf die Fig. 4 bis 8 mehrere unterschiedliche Ausführungsformen
der Sperreinrichtung 37 näher erläutert. Die einzelnen Ausführungsformen sind dabei
nur schematisiert und sind außerdem rein exemplarisch, ohne Beschränkung der Allgemeinheit
und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
[0029] Entsprechend Fig. 4 (nicht Teil der Erfindung) kann die Sperreinrichtung 37 durch
ein Sperrventil 38 gebildet sein und zu ihrer Betätigung mit einem Stellorgan 50 antriebsverbunden
sein. Das Stellorgan 50 ist beispielsweise ein elektrischer Aktuator 51, der mit einem
nicht gezeigten Steuergerät verbunden ist, wobei das Steuergerät den jeweiligen Lastzustand
der Brennkraftmaschine 1 kennt. Beispielsweise handelt es sich beim Steuergerät um
ein Motorsteuergerät zum Betreiben der Brennkraftmaschine 1. Fig. 4a zeigt die Offenstellung,
während Fig. 4b die Schließstellung wiedergibt.
[0030] Bei der in Fig. 5 (nicht Teil der Erfindung) gezeigten Ausführungsform ist wieder
ein Stellorgan 50 vorgesehen, das hier durch einen pneumatischen Aktuator 52 realisiert
ist. Der pneumatische Aktuator 52 ist, angedeutet durch einen Doppelpfeil 53, mit
einer Unterdruckquelle verbunden, die bei Erreichen des Leerlaufzustands einen Unterdruck
generiert, der ausreicht, ein Ventilglied 54 von der in Fig. 5a gezeigten Offenstellung
in die in Fig. 5b gezeigte Schließstellung zu überführen. Das Ventilglied 54 ist hier
exemplarisch als Schieber ausgestaltet. Insbesondere kann der pneumatische Aktuator
52 über seine pneumatische Wirkverbindung 53 stromab der Drosseleinrichtung 20 an
die Frischgasleitung 3, insbesondere an die erste Einleitstelle 33, angeschlossen
sein.
[0031] Bei der in Fig. 6 (nicht Teil der Erfindung) gezeigten Ausführungsform wirkt die
Belüftungsleitung 27 eingangsseitig mit einer Klappe 55 zusammen, die insbesondere
die Drosseleinrichtung 20 der Frischgasleitung 3 sein kann. In der in Fig. 6a gezeigten
Offenstellung ist ein Einlass der Belüftungsleitung 27 vollständig geöffnet, so dass
die Belüftungsmenge 44 angesaugt werden kann. In Fig. 6b ist die Sperrstellung der
Sperreinrichtung 37 wiedergegeben. Erkennbar ist die Einlassöffnung der Belüftungsleitung
27 durch die Klappe 55 verschlossen. Durch gezielte Leckagen, die den Bypass 39 bilden,
kann nur noch die gedrosselte Belüftungsmenge 47 angesaugt werden.
[0032] Bei der in Fig. 7 (nicht Teil der Erfindung) gezeigten Ausführungsform ist die Sperreinrichtung
37 bzw. das Sperrventil 38 mit Hilfe eines Drehschiebers 56 realisiert, der in der
in Fig. 7a gezeigten Offenstellung einen ungedrosselten Durchgang aktiviert, während
er in der in Fig. 7b gezeigten Sperrstellung einen gedrosselten Durchgang, also den
Bypass 39 aktiviert. Der Drehschieber 56 kann beispielsweise mit der vorzugsweise
als Drosselklappe ausgestalteten Drosseleinrichtung 20 antriebsgekoppelt sein, wodurch
eine vom Lastzustand der Brennkraftmaschine 1 abhängige Verstellung des Drehschiebers
56 erreicht wird.
[0033] Bei der in Fig. 8 gezeigten Ausführungsform besitzt die Sperreinrichtung 37 bzw.
das Sperrventil 38 einen Schwenkschieber 57, der um eine Schwenkachse 58 schwenkverstellbar
gelagert ist. Am Schwenkschieber 57 kann eine Durchgangsöffnung ausgebildet sein,
die als gedrosselter Bypass 39 dient. Der Drehschieber 57 ist beispielsweise über
eine Verzahnung mit einer Komponente 59 antriebsgekoppelt, die einen Bestandteil eines
im Übrigen nicht gezeigten variablen Ventiltriebs sein kann. Ein derartiger variabler
Ventiltrieb wird lastabhängig betätigt. Dementsprechend dient besagte Komponente 59
als Stellorgan 50, das in Abhängigkeit des Lastzustand den Schwenkschieber 57 betätigt.
Bei der in Fig. 8a gezeigten Offenstellung ist die Belüftungsleitung 27 vollständig
geöffnet. Bei der in Fig. 8b gezeigten Sperrstellung ist der Schwenkschieber 57 vollständig
in den Querschnitt der Belüftungsleitung 27 eingeschwenkt. Vorzugsweise ist diese
Sperrstellung für den Schwenkschieber 57 jedoch so gewählt, dass sich die den Bypass
39 bildende Durchgangsöffnung im Querschnitt der Belüftungsleitung 27 befindet.
1. Entlüftungseinrichtung zum Entlüften eines Kurbelgehäuses (6) einer Brennkraftmaschine
(1), insbesondere in einem Kraftfahrzeug,
- mit einer Entlüftungsleitung (26), die im montierten Zustand eingangsseitig mit
einem Kurbelgehäuse (6) einer Brennkraftmaschine (1) verbunden ist und ausgangsseitig
mit einer der Brennkraftmaschine (1) Frischgas zuführenden Frischgasleitung (3) verbunden
ist,
- mit einer Belüftungsleitung (27), die im montierten Zustand eingangsseitig mit der
Frischgasleitung (3) verbunden ist und ausgangsseitig mit dem Kurbelgehäuse (6) verbunden
ist,
- mit einem in der Entlüftungsleitung (26) angeordneten Abscheider (28) zum Entfernen
von Verunreinigung aus dem aus dem Kurbelgehäuse (6) abgeführten Gas,
- mit einem in der Entlüftungsleitung (26) angeordneten Druckregelventil (30) zum
Steuern der aus dem Kurbelgehäuse (6) abgeführten Gasmenge,
- mit einer Sperreinrichtung (37) zum Sperren der Belüftungsleitung (27),
- dass die Sperreinrichtung (37) zu ihrer Betätigung mit einem Stellorgan (50) antriebsverbunden
ist, das in Abhängigkeit eines Lastzustands der Brennkraftmaschine (1) betätigt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Stellorgan (50) eine Komponente (59) eines variablen Ventiltriebs der Brennkraftmaschine
(1) ist.
2. Entlüftungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperreinrichtung (37) durch ein in der Belüftungsleitung (27) angeordnetes Sperrventil
(38) gebildet ist.
3. Entlüftungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein gedrosselter Bypass (39) zur Umgehung der Sperreinrichtung (37) oder des Sperrventils
(38) vorgesehen ist.
4. Entlüftungseinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bypass (39) in die Sperreinrichtung (37) oder in das Sperrventil (38) integriert
ist.
5. Entlüftungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass in der Frischgasleitung (3) eine Ladeeinrichtung (15) zur Druckerhöhung im Frischgas
angeordnet ist,
- dass die Entlüftungsleitung (26) ausgangsseitig einen ersten Rückführzweig (31) aufweist,
der stromab der Ladeeinrichtung (15) mit der Frischgasleitung (3) verbunden ist,
- dass die Entlüftungsleitung (26) ausgangsseitig einen zweiten Rückführzweig (32) aufweist,
der stromauf der Ladeeinrichtung (15) mit der Frischgasleitung (3) verbunden ist.
6. Entlüftungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Belüftungsleitung (27) gedrosselt ist oder eine Drosseleinrichtung (41) enthält.
1. A ventilation device for ventilating a crank case (6) of an internal combustion engine
(1), in particular in a motor vehicle,
- with a ventilation line (26) which in the mounted state is connected on the input
side to a crank case (6) of an internal combustion engine (1) and which is connected
on the output side to a fresh gas line (3) feeding fresh gas to the internal combustion
engine (1),
- with a ventilation line (27) which in the mounted state is connected on the input
side to the fresh gas line (3) and which is connected on the output side to the crank
case (6),
- with a separator (28) arranged within the ventilation line (26) to remove pollution
from the gas discharged from the crank case (6),
- with a pressure valve (30) arranged within the ventilation line (26) to control
the gas volume discharged from the crank case (6),
- with a locking device (37) for locking the ventilation line(27),
- wherein for its actuation, the locking device (37) is drive-connected with an actuator
(50) which is actuated depending on the load state of the internal combustion engine
(1),
- that the actuator (50) is a component (59) of a variable valve drive of the internal
combustion engine (1).
2. The ventilation device according to claim 1,
characterized in
that the locking device (37) is formed by means of a lock valve (38) arranged within the
ventilation line (27).
3. The ventilation device according to claim 1 or claim 2,
characterized in
that a throttled bypass (30) is provided for bypassing the locking device (37) or the
lock valve (38).
4. The ventilation device according to claim 3,
characterized in
that the bypass (39) is integrated into the locking device (37) or into the lock valve
(38).
5. The ventilation device according to any one of the claims 1 to 4,
characterized in
- that within the fresh gas line (3), a charging device (15) is arranged for pressure increase
in the fresh gas,
- that the ventilation line (26) has on the output side a first recirculation branch (31)
which is connected downstream of the charging device (15) to the fresh gas line (3),
- that the ventilation line (26) has on the output side a second recirculation branch (32)
which is connected upstream of the charging device (15) to the fresh gas line (3).
6. The ventilation device according to any one of the claims 1 to 5,
characterized in
that the ventilation line (27) is throttled or includes a throttling device (41).
1. Dispositif de ventilation pour ventiler un carter de vilebrequin (6) d'un moteur à
combustion interne (1), notamment dans un véhicule automobile,
- comportant une conduite de ventilation (26), qui en l'état monté est reliée du côté
de l'entrée à un carter de vilebrequin (6) d'un moteur à combustion interne (1) et
est reliée du côté de la sortie à une conduite de gaz frais (3) introduisant du gaz
frais dans le moteur à combustion interne (1),
- comportant une conduite d'aération (27), qui en l'état monté en reliée du côte de
l'entrée à la conduite de gaz frais (3) et du côté de la sortie au carter de vilebrequin
(6),
- comportant un séparateur (28) disposé dans la conduite de ventilation (26) pour
éliminer les impuretés du gaz évacué hors du carter de vilebrequin (6),
- comportant une soupape de régulation de pression (30) disposée dans la conduite
de ventilation (26) pour commander la quantité de gaz évacuée du carter de vilebrequin
(6),
- comportant un dispositif de blocage (37) pour bloquer la conduite d'aération (27),
- le dispositif de blocage (37) est relié en entraînement en vue de son actionnement
à un actionneur (50), qui est actionné en fonction d'un état de charge du moteur à
combustion interne (1),
caractérisé en ce que
- l'actionneur (50) est un composant (59) d'une soupaperie variable du moteur à combustion
interne (1).
2. Dispositif de ventilation selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le dispositif de blocage (37) est formé par une soupape anti-retour (38) disposée
dans la conduite d'aération (27).
3. Dispositif de ventilation selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
une dérivation étranglée (39) est prévu pour contourner le dispositif de blocage (37)
ou la soupape anti-retour (38).
4. Dispositif de ventilation selon la revendication 3,
caractérisé en ce que
la dérivation (39) es intégrée dans le dispositif de blocage (37) ou dans la soupape
anti-retour (38).
5. Dispositif de ventilation selon une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
- un dispositif de charge (15) pour augmenter la pression dans le gaz frais est disposé
dans la conduite de gaz frais (3),
- la conduite de ventilation (26) présente du côté de la sortie un premier embranchement
de réintroduction (31), qui est relié en aval du dispositif de charge (15) à la conduite
de gaz frais (3),
- la conduite de ventilation (26) présente du côté de la sortie un deuxième embranchement
de réintroduction (32), qui est relié en amont du dispositif de charge (15) à la conduite
de gaz frais (3).
6. Dispositif de ventilation selon une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
la conduite d'aération (27) est étranglée ou contient un dispositif d'étranglement
(41).