[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Gymnastikgerät gemäß Oberbegriff Patentanspruch
1.
[0002] Gymnastikgeräte oder -stäbe dieser Art sind in verschiedenen Ausführungen bekannt
(beispielsweise
DE 20 2005 020 652 U1) und bieten unterschiedliche Möglichkeiten für gymnastische oder sportliche Übungen,
u.a. auch durch Fassen des Gerätes an einem in der Mitte vorgesehenen Handgriff und
durch Versetzen des Stabes bzw. der mit den Gewichten versehenen Stabenden in schwingende
Bewegungen.
[0003] Nachteilig ist bei bekannten Gymnastikgeräten ihre relativ große Länge, die u.a.
den Transport und/oder die Lagerung erschwert. Aufgabe der Erfindung ist es ein Gymnastikgerät
aufzuzeigen, welches diesen Nachteil vermeidet.
[0004] Das erfindungsgemäße Gymnastikgerät ist zweiteilig mit zwei lösbar miteinander verbundenen
Geräteteilen ausgebildet. Hierdurch besteht die Möglichkeit das Gymnastikgerät für
den Transport und/oder die Lagerung in seine beiden Teile zu trennen.
[0005] Bei der Verwendung des Gymnastikgerätes treten aufgrund der schwingenden Bewegung
der Gewichte und des elastischen Verformens des Stabes erhebliche Kräfte zwischen
dem Stab und dem Handgriff auf. Dies führt insbesondere bei einer zweiteiligen Ausbildung,
die ein Trennen des Stabes in zwei Stabelemente oder Stabteile voraussetzt, zu ganz
erheblichen, sich ständig ändernden, d.h. dynamischen Belastungen und Biegeelementen
zwischen dem jeweiligen Griffteil und dem an diesem vorgesehenen Stabteil. Durch die
erfindungsgemäße Ausbildung ist ein Lösen des jeweiligen Stabelementes von dem zugehörigen
Griffteil bzw. ein Brechen des Gymnastikgerätes am Griffteil und dadurch bedingte
eventuelle Verletzungen wirksam vermieden.
[0006] Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren.
Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder
in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung. Auch wird der Inhalt der
Ansprüche zu einem Bestandteil der Beschreibung gemacht.
[0007] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung und in Seitenansicht ein Gymnastikgerät gemäß der Erfindung;
- Fig. 2 und 3
- jeweils in vereinfachter Darstellung einen Längsschnitt durch ein Griffelement des
Handgriffs des Gymnastikgerätes der Figur 1;
- Fig. 4
- einen Schnitt entsprechend der Linie I - I der Figur 2.
[0008] Das in den Figuren allgemein mit 1 bezeichnete Gymnastikgerät besteht im Wesentlichen
aus einem Stab 2 aus einem elastischen Material, beispielsweise aus Glasfaser, an
dessen Enden jeweils ein beispielsweise als Formteil aus Kunststoff ausgebildetes
Massengewicht 3 vorgesehen. In der Mitte ist der Stab 2 mit einem Handgriff 4 versehen.
[0009] Eine Besonderheit des Gymnastikgerätes oder -stabes 1 besteht darin, dass es zur
Reduzierung der Transport- und/oder Lagerlänge im Bereich des Handgriffes 4 teilbar
ist, d.h. aus zwei lösbar miteinander verbundenen Teilen besteht, von denen jedes
ein Stabelement 2.1 bzw. 2.2 mit einem Gewicht 3 an einem Ende und mit einer Handgriffhälfte
oder einem Griffelement 4.1 bzw. 4.2 am anderen Ende des Stabelementes aufweist.
[0010] Das Gymnastikgerät 1 wird beispielsweise so verwendet, dass der Handgriff 4 mit einer
Hand gegriffen und dann durch Bewegen des Handgriffes 4 radial zum Stab 2 dieser Stab
mit seinen Gewichten 3 in Schwingung versetzt wird.
[0011] Die Figuren 2 und 3 zeigen in vereinfachter Darstellung jeweils einen Längsschnitt
durch die miteinander verbindbaren und voneinander lösbaren Handgriffelemente 4.1
und 4.2. Wie die Figuren zeigen, ist jedes Handgriffelement innen liegend mit einer
Halte- und Verbindungs-Struktur 5.1 bzw. 5.2 versehen, die aus einem hochbelastbaren
Werkstoff, beispielsweise aus Stahl besteht. Die Struktur 5.1 ist bei der dargestellten
Ausführungsform von einer äußeren kreiszylinderförmigen Hülse 6 und einer innen liegenden,
konzentrisch zu der äußeren Hülse 6 angeordneten Hülse 7 gebildet. Beide Hülsen 6
und 7 sind an einem Ende über einen Wandabschnitt 8 miteinander verbunden, und zwar
in der Form, dass die innere Hülse 7 in eine Öffnung des Wandabschnitts 8 hineinreicht,
der sowohl mit der Hülse 6, als auch mit der Hülse 7 in geeigneter Weise, beispielsweise
durch Verschweißen oder Hartlöten verbunden ist.
[0012] Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, die äußere Hülse 6 durch ein geeignetes
Verfahren, beispielsweise durch Tiefziehen oder Stauchen mit dem Wandabschnitt 8 herzustellen
oder aber anstelle des Wandabschnittes 8 die äußere Hülse 6 so zu formen, dass sie
mit einem sich im Querschnitt reduzierten Abschnitt 6.1 die innere Hülse 7 umschließt
und mit diesem Abschnitt mit der Innenhülse 7 in geeigneter Weise, beispielsweise
durch Verschweißen oder Hartlöten verbunden ist, wie dies in der Figur 2 mit der unterbrochenen
Linie 6.1 angedeutet ist, sodass der Wandabschnitte 8 entfallen kann. In der inneren
Hülse 7 ist das Stabelement 2.1 mit einem Ende passend aufgenommen und dort in geeigneter
Weise, beispielsweise durch Klemmsitz oder auf andere Weise fixiert, sodass das Stabelement
2.1 sich mit einer Teillänge innerhalb der Hülse 7 erstreckt und mit der weitaus größeren
Teillänge aus der dem Wandabschnitt 8 oder dem Abschnitt 6.1 abgewandten offenen Seite
der Hülse 7 vorsteht. An der den offenen Seiten der Hülsen 6 und 7 abgewandten Seite
ist an dem Trag- und Verbindungselement oder -struktur 5.1 ein Muttergewindestück
9 mit einem Innengewinde vorgesehen, welches achsgleich mit der gemeinsamen Achse
der Hülsen 6 und 7 angeordnet ist. Die Tragstruktur 5.1 und das Muttergewindestück
9, welches beispielsweise ebenfalls durch Verschweißen oder Hartlöten mit der inneren
Hülse 7 oder dem Wandabschnitt 8 verbunden ist, sind mit einem die Außenfläche des
im Wesentlichen zylinderförmigen Griffelementes 4.1 bildenden Elastomer 10, beispielsweise
mit thermoplastischen Elastomer umspritzt, und zwar derart, dass die den Hülsen 6
und 7 abgewandte Seite des Muttergewindestücks 9 und die dortige Gewindeöffnung freiliegen.
Das Elastomer bildet die Außenfläche des im Wesentlichen zylinderförmigen Griffelementes
und umschließt das Tragelement oder die Tragstruktur 5.1 sowie das Muttergewindestück
9 mit Ausnahme der den Hülsen 6 und 7 abgewandten Stirnseite des Muttergewindestücks
9 vollständig, sodass auch im Bereich der äußeren Hülse 6 das Elastomer 10 eine eine
weiche Grifffläche sicherstellende Schicht bildet. Weiterhin ist auch der Raum zwischen
den Hülsen 6 und 7 vollständig mit dem Elastomer 10 ausgefüllt. Um das Umspritzen
des mit dem Stabelement 2.1 vormontierten Tragelementes 5.1 zu erleichtern und insbesondere
auch das Einbinden des Tragelementes 5.1 in das Elastomer 10 zu verbessern, sind in
der äußeren Hülse 6 Öffnungen 11 vorgesehen, die nach dem Umspritzen ebenfalls mit
dem Elastomer 10 ausgefüllt sind.
[0013] Das Griffelement 4.2 ist mit dem Tragelement 5.2 ausgebildet, welches wiederum die
an einem Ende miteinander verbundenen Hülsen 6 und 7 aufweist, von denen die innere
Hülse 7 zur Aufnahme und Fixierung des dem Gewicht 3 entferntliegenden Endes des Stabelementes
2.2 dient.
[0014] Das Griffelement 4.2 bzw. dessen Tragelement 5.2 unterscheiden sich vom Griffelement
4.1 bzw. vom Tragelement 5.1 lediglich dadurch, dass anstelle des Muttergewindestückes
9 an der der offenen Seite der Hülsen 6 und 7 abgewandten Seite des Tragelementes
5.2 ein Gewindebolzen 12 vorgesehen ist, der in das Gewinde des Muttergewindestücks
9 einschraubbar ist. Das Tragstück 5.2 ist mit dem Elastomer 10 zur Bildung des ebenfalls
im Wesentlichen zylinderförmigen Griffelementes 4.2 derart umspritzt, dass das Tragelement
2 wiederum vollständig in dem Elastomer eingebettet ist, der Raum zwischen den Hülsen
6 und 7 insbesondere auch durch die Öffnungen 11 vollständig mit dem Elastomer 10
ausgefüllt ist und lediglich der Gewindebolzen 12 freiliegt, sodass dieser zum Verbinden
der beiden Teile des Gymnastikgerätes 1 in das Gewinde des Muttergewindestückes 9
eingeschraubt werden kann.
[0015] Die beschriebene Ausführungsform der Griffelemente 4.1 und 4.2 stellt eine zuverlässige
Verankerung der beiden Stabelement 2.1 und 2.2 an diesen Griffelementen sicher. Insbesondere
ist auch sichergestellt, dass selbst bei extremer Betätigung des Gymnastikgerätes
1 ein Brechen dieses Gerätes und der Stabelemente 2.1 und 2.2 im Bereich des Handgriffs
4 nicht zu befürchten ist, und zwar trotz der Zweiteiligkeit des Gerätes bzw. des
Stabes 2.
[0016] Da der Raum zwischen den Hülsen 6 und 7 jeweils mit dem Elastomer 10 vollständig
ausgefüllt ist, steht auf großer Fläche eine Verbindung zwischen diesen beiden Hülsen,
sodass Kräfte zuverlässig von der Außenfläche des Handgriffes 4 auf den Stab 2 bzw.
auf die beiden Stabelemente 2.1 und 2.2 übertragen werden. Die Hülsen 6 dienen u.a.
zur Verstärkung der Grifffläche des Handgriffs 4 bzw. der Griffelemente 4.1 und 4.2.
[0017] Bei beiden Griffelementen 4.1 und 4.2 besitzt jeweils die innere Hülse 7 eine kürzere
axiale Länge als die äußere Hülse 6, sodass zwischen dem den Wandabschnitt 8 entfernt
liegenden freien Ende der inneren Hülse 7, in der das jeweilige Ende des Stabelementes
2.1 bzw. 2.2 aufgenommen ist, und dem Ende der äußeren Hülse 6 ein Raum gebildet ist,
der vollständig von dem das jeweilige Stabelement umgebenden elastomeren Material
ausgefüllt ist, wodurch sich bei hoher mechanischer Festigkeit der Verbindung zwischen
dem Stabelement 2.1 bzw. 2.2 und dem Griffelement 4.1 bzw. 4.2 auch ein optimales
Schwingungsverhalten für den genannten Gymnastikstab 1 ergibt.
[0018] Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es versteht
sich, dass zahlreiche Änderungen sowie Abwandlungen möglich sind, ohne das dadurch
der der Erfindung zugrunde liegende Erfindungsgedanke verlassen wird.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Gymnastikstab oder Gymnastikgerät
- 2
- Stab aus elastischem Material, beispielsweise Glasfieberstab
- 2.1, 2.2
- Stabelement
- 3
- Gewicht
- 4
- Handgriff
- 4.1, 4.2
- Griffelement
- 5.1, 5.2
- Tragelement
- 6, 7
- Hülse
- 6.1
- Hülsenabschnitt
- 8
- Wandabschnitt
- 9
- Muttergewindestück
- 10
- Elastomer
- 11
- Öffnung
- 12
- Gewindebolzen
1. Gymnastikgerät mit einem flexiblen Stab (2), mit beidendig an dem Stab (2) vorgesehenen
Gewichten (3) sowie mit einem Griffteil (4) am Stab (2) zwischen den beiden Stabenden,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gymnastikgerät zweiteilig aus zwei lösbar miteinander verbundenen Teilen besteht,
von denen jeder von einem Stabelement (2.1, 2.2) mit einem Gewicht (3) an einem Ende
und mit einem Griffelement (4.1, 4.2) am anderen Ende gebildet ist, dass an den Griffelementen
(4.1, 4.2) zum wieder lösbaren Verbinden der Geräteteile Kupplungsstücke (9, 12) vorgesehen
sind, und dass in jedem Griffelement (4.1, 4.2) ein Trag- oder Verankerungselement
(5.1, 5.2) aus einem hochbelastbaren Material vorgesehen ist, an dem zumindest das
dem jeweiligen Griffelement zugeordnete Kupplungsstück (9, 11) sowie eine hülsenartige
Aufnahme (7) für das dem jeweiligen Gewicht (3) entferntliegende Ende des Stabelementes
(2.1, 2.2) vorgesehen sind.
2. Gymnastikgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Trag- oder Verankerungselement (5.1, 5.2) aus Metall, beispielsweise Stahl oder
einem faserverstärkten Kunststoff besteht.
3. Gymnastikgerät nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Trag- oder Verankerungselement (5.1, 5.2) jeweils von einem das Griffelement
(4.1, 4.2) oder dessen Außenfläche bildenden Kunststoffmaterial (10), beispielsweise
von einem elastomeren Kunststoff umschlossen ist.
4. Gymnastikgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungsstück (9, 12) an einer Stirnseite des Griffelementes (4.1, 4.2) zugänglich
vorgesehen ist.
5. Gymnastikgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trag- oder Verankerungselement (5.1, 5.2) ein die hülsenartige Aufnahme (7) mit
Abstand umschließenden, beispielsweise als Hülse (6) ausgebildetes Wandelement aufweist.
6. Gymnastikgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Wandelement (6) mit der Aufnahme (7) verbunden ist, beispielsweise über einen
Wandabschnitt (8) oder einen sich im Querschnitt verengenden Abschnitt (6.1) des Wandelementes
(6).
7. Gymnastikgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffmaterial auch den Raum zwischen der hülsenartigen Aufnahme (7) und
dem Wandelement (6) ausfüllt.
8. Gymnastikgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Kupplungsstück (9, 12) an dem Trag- oder Verankerungselement (5.1,
5.2) dort vorgesehen ist, wo die hülsenartige Aufnahme (7) und das diese Aufnahme
umschließende Wandelement (6) miteinander verbunden sind.
9. Gymnastikgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem die Aufnahme (7) umschließenden Wandelement (6) Öffnungen (11) vorgesehen
sind.
10. Gymnastikgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (7) eine kürzere axiale Länge besitzt als das diese umschließende Wandelement
(6).