[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer mehrere Druckeinheiten aufweisenden
Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Durch die
DE 198 15 294 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben einer mehrere Druckeinheiten aufweisenden Druckmaschine
bekannt, wobei in mindestens zwei dieser Druckeinheiten gleichzeitig jeweils eine
Materialbahn bedruckt wird, wobei diese Materialbahnen voneinander verschieden sind,
wobei entlang des jeweiligen Transportweges dieser Materialbahnen in einer laufenden
Produktion der Druckmaschine jeweils mindestens ein Rotationskörper rotiert.
[0003] Durch die
DE 100 27 441 A1 ist ein Verfahren zur Verhinderung von Maschinenschäden im Falle eines Bahnrisses
bei Rollenrotationsdruckmaschinen mit mehreren, aufeinander abrollenden Zylindern
bekannt, wobei den Zylindern mehrere Antriebsmotoren zugeordnet sind, die mittels
einer zugeordneten Steuereinrichtung synchronisierbar sind und wobei die Antriebsmotoren
im Falle eines Bahnrisses zumindest innerhalb weniger Umdrehungen ruckartig bis zum
Stillstand abgebremst werden.
[0004] Durch die
WO 2004/000704 A1 ist eine Vorrichtung zur Erkennung einer Laufstörung bei einer laufenden Materialbahn
bekannt, wobei die Vorrichtung einen Sensor und einen die Materialbahn führenden Zylinder
aufweist. Die Vorrichtung ist in einer Druckmaschine angeordnet, wobei die Materialbahn
durch einen Druckspalt zwischen zwei zusammenwirkenden Zylindern verläuft. Bei einer
Laufstörung beginnt die Materialbahn von einem Ausgang des Druckspalts her einen der
beiden Zylinder zu umschlingen, wobei ein regulärer Materialbahnweg und ein gestörter
Materialbahnweg einen spitzen Öffnungswinkel miteinander einschließen. Die Umschlingung
des Zylinders mit der
[0005] Materialbahn wird von dem Sensor erkannt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben einer mehrere
Druckeinheiten aufweisenden Druckmaschine zu schaffen, mit welchem ein von einem Wickler
betroffener Rotationskörper, vorzugsweise ein Übertragungszylinder in einem Druckwerk
der Druckmaschine, in sehr kurzer Zeit zum Stillstand gebracht wird.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass eine
in einer Druckmaschine aufgetretene Laufstörung an einer laufenden Materialbahn schneller,
d. h. mit geringst möglicher Verzögerung erkannt wird. Dieser Vorteil ergibt sich
dadurch, dass eine Laufstörung in Form eines Wicklers, insbesondere Rückzugswicklers,
unmittelbar am Ort ihrer Entstehung erfasst wird. Ein Schadensrisiko für die Druckmaschine
kann daher durch eine rasche Einleitung von Schutzmaßnahmen wirksam minimiert werden.
Denn das Schadenspotential in der Druckmaschine wird dadurch begrenzt, dass die von
der Laufstörung betroffene Materialbahnlänge sehr kurz gehalten wird. Überdies wird
zumindest der von einem Wickler betroffene Rotationskörper, z. B. ein Übertragungszylinder
in einem Druckwerk der Druckmaschine, in sehr kurzer Zeit zum Stillstand gebracht.
Die gefundene Lösung ist überdies robust und in ihrer Funktion durch in der Druckmaschine
unvermeidbare Schmutzquellen wie Farbnebel oder Staub nicht zu beeinträchtigen. Die
die Laufstörung an einer Materialbahn detektierende Vorrichtung ist ohne jede Änderung,
insbesondere ohne eine Änderung in ihrer konstruktiven Ausführung, für in derselben
Druckmaschine verwendete Materialbahnen unterschiedlicher Breite geeignet.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im Folgenden näher beschrieben.
[0010] Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine als Druckanlage ausgebildete Druckmaschine;
- Fig. 2
- einen Übersichtsplan über eine Steuerung von Antrieben in der ersten Sektion der in
der Fig. 1 dargestellten Druckanlage;
- Fig. 3
- einen Übersichtsplan über eine Steuerung von Antrieben in der zweiten Sektion der
in der Fig. 1 dargestellten Druckanlage;
- Fig. 4
- eine vereinfachte perspektivische Darstellung einer in der Druckmaschine gemäß den
Fig. 1 bis 3 angeordneten Vorrichtung zur Erkennung einer in ihrem Lauf gestörten
Materialbahn;
- Fig. 5
- in einem Ausschnitt eine Seitenansicht der in der Fig. 4 dargestellten Vorrichtung
zur Erkennung einer in ihrem Lauf gestörten Materialbahn;
- Fig. 6
- in einem Ausschnitt eine Draufsicht der in den Fig. 4 und 5 dargestellten Vorrichtung
zur Erkennung einer in ihrem Lauf gestörten Materialbahn;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung von einem der Drucktürme der Druckmaschine;
- Fig. 8
- eine weitere Ausführungsvariante der in der Druckanlage gemäß Fig. 1 angeordneten
Druckeinheiten, hier mit dezentralen Antrieben.
[0011] Fig. 1 zeigt beispielhaft eine Druckmaschine in einer Seitenansicht. Die Druckmaschine
ist als eine aus mehreren, z. B. zwei getrennt voneinander betreibbaren Sektionen
01; 02 bestehende Druckanlage ausgebildet, wobei in jeder dieser Sektionen 01; 02
eigenständig, d. h. unabhängig von der jeweils anderen Sektion 01; 02, jeweils eine
Produktion zur Herstellung eines Druckerzeugnisses ausführbar ist. Mindestens eine
dieser Sektionen 01; 02, vorzugsweise jedoch jede dieser Sektionen 01; 02 weist mehrere,
z. B. jeweils fünf in einer Reihe angeordnete Drucktürme 03 sowie einen Falzapparat
04 auf. In einem in der Druckanlage unterhalb der Drucktürme 03 angeordneten Untergeschoß
sind mehrere Rollenwechsler 06 vorgesehen, von welchen jeweils eine auf eine Rolle
08 gewickelte Materialbahn 07, insbesondere eine Papierbahn 07, abwickelbar und einem
der Drucktürme 03 zuführbar ist.
[0012] In dem in der Fig. 1 dargestellten Beispiel sind jeder Sektion 01; 02 jeweils acht
Rollenwechsler 06 zugeordnet. Die einem der Drucktürme 03 von einem der Rollenwechsler
06 zugeleitete Materialbahn 07 durchläuft den jeweiligen Druckturm 03 im Wesentlichen
vertikal, wobei in jedem der Drucktürme 03 eine Laufrichtung oder Transportrichtung
der Materialbahn 07 jeweils von unten nach oben gerichtet ist. Nach dem Durchlaufen
von einem der Drucktürme 03 kann die betreffende Materialbahn 07 bei Bedarf, insbesondere
je nach der Art der verwendeten Druckfarben, durch einen Trockner 09 und einen dem
Trockner 09 in Laufrichtung der Materialbahn 07 nachgeordneten, mehrere Kühlwalzen
aufweisenden Kühlwalzenständer 19 hindurchgeführt werden, bevor diese Materialbahn
07 dem der betreffenden Sektion 01; 02 zugeordneten Falzapparat 04 zugeführt wird.
Die beispielhaft dargestellte Druckanlage ist demnach zur Verwendung sowohl von coldset-Druckfarben
als auch von heatset-Druckfarben geeignet. Strichliert bzw. nur schemenhaft dargestellte
Drucktürme 03, Trockner 09 und Kühlwalzenständer 19 stellen in der Fig. 1 wie auch
in nachfolgenden Figuren jeweils optionale Erweiterungen der Druckanlage dar. Zur
Herstellung eines Druckproduktes ist mindestens einer der Drucktürme 03 mit einem
ihm zugeordneten Rollenwechsler 06 und einem Falzapparat 04 in Betrieb. Es können
vorzugsweise jedoch auch mehrere ausgewählte Drucktürme 03 oder sogar alle Drucktürme
03 mitsamt ihren zugehörigen Rollenwechslern 06 und dem zugeordneten Falzapparat 04
in Betrieb sein. Die Druckmaschine wird z. B. im Zeitungsdruck verwendet. Eine neue,
einem der Rollenwechsler 06 zugeführte Rolle 08 hat z. B. einen Durchmesser zwischen
1.200 mm und 1.300 mm. Eine Breite der Materialbahn 07 kann z. B. zwischen 600 mm
und 1.000 mm betragen.
[0013] Jeder der Drucktürme 03 weist in dem in der Fig. 1 dargestellten Beispiel zwei übereinander
angeordnete Druckeinheiten 11; 12 (vgl. Fig. 2 oder 3), z. B. in der Bauart als H-Druckeinheiten
11; 12, mit jeweils zwei für ein beidseitiges Bedrucken der Materialbahn 07 geeigneten
Druckstellen auf. In jedem der Drucktürme 03 sind damit zu beiden Seiten der Materialbahn
07 jeweils zwei Doppeldruckwerke mit insgesamt vier Druckstellen vorgesehen. Die Druckmaschine
ist z. B. als eine in einem Offsetdruckverfahren, insbesondere in einem Nassoffsetdruckverfahren
druckende Druckmaschine ausgebildet, wobei an jeder Druckstelle zwei jeweils z. B.
mit mindestens einem Drucktuch belegte Übertragungszylinder 13; 14 gegeneinander angestellt
oder zumindest anstellbar sind. Jeder der Übertragungszylinder 13; 14 wirkt mit einem
ihm zugeordneten Formzylinder 16; 17 zusammen, wobei jeder der Formzylinder 16; 17
jeweils mit mindestens einer Druckform belegt oder zumindest belegbar ist.
[0014] Die Fig. 2 zeigt einen Übersichtsplan über eine Anordnung zur Steuerung von in der
Sektion 01 angeordneten Antrieben; die Fig. 3 zeigt einen Übersichtsplan über eine
Anordnung zur Steuerung von in der Sektion 02 angeordneten Antrieben. Beispielsweise
ist in jeder Druckeinheit 11; 12 von jedem der Drucktürme 03 mindestens ein die dortigen
Übertragungszylinder 13; 14 und Formzylinder 16; 17 antreibender Antrieb 18, z. B.
ein Elektromotor 18, insbesondere ein von einem Regler drehzahlgeregelter und lagegeregelter
Elektromotor 18 vorgesehen. Bei dem in den Fig. 2 und 3 dargestellten Beispiel eines
für die betreffende Druckeinheit 11; 12 zentralen Antriebs 18 ist dessen Drehmoment
z. B. über ein Getriebe (nicht dargestellt) auf die in der betreffenden Druckeinheit
11; 12 angeordneten Übertragungszylinder 13; 14 und/oder Formzylinder 16; 17 übertragbar.
Die in der jeweiligen Druckeinheit 11; 12 angeordneten Übertragungszylinder 13; 14
und Formzylinder 16; 17 können in einer anderen Antriebsvariante auch z. B. jeweils
mit Einzelantrieben ausgestattet sein. In den Fig. 2 und 3 sind zu steuernde oder
zu regelnde Antriebe jeweils mit einem Motorsymbol dargestellt. In den Fig. 2 und
3 ist insbesondere erkennbar, dass auch weitere am Transport und/oder an der Verarbeitung
der jeweiligen Materialbahnen 07 beteiligte Aggregate der Druckmaschine, z. B. die
jeweiligen Rollenwechsler 06 und Bahnführungselemente wie z. B. die Kühlwalzen des
jeweiligen Kühlwalzenständers 19, mindestens eine Zugwalze 58 und/oder Zylinder bzw.
Walzen in einem Einzugswerk 59, jeweils mit mindestens einem zu steuernden oder zu
regelnden Antrieb, insbesondere mit Einzelantrieben, ausgestattet sein können, welche
jeweils z. B. von einem Maschinenleitstand 24 aus betätigbar. Eine Druckeinheit 11;
12 mit dezentralen Antrieben, d. h. mit Einzelantrieben für die jeweiligen in dieser
Druckeinheit 11; 12 angeordneten Übertragungszylinder 13; 14 und Formzylinder 16;
17 sowie für Walzen z. B. eines Farbwerks und/oder eines Feuchtwerks, insbesondere
auch einer Rasterwalze des jeweiligen Farbwerks, ist beispielhaft in der Fig. 8 dargestellt.
Die Fig. 8 zeigt zudem noch Umlenkwalzen 69 für die Führung der betreffenden Materialbahn
07 sowie den jeweiligen Formzylindern 16; 17 zugeordnete, z. B. jeweils als ein Magazin
ausgebildete Plattenzuführungen 71.
[0015] Die Fig. 2 und 3 zeigen auch Netzwerke, insbesondere Datennetzwerke, welche in der
Druckmaschine angeordnete oder mit Bezug auf die Druckmaschine wirksame elektronische
Komponenten, z. B. auf die Antriebe wirkende Steuereinheiten und/oder Regler miteinander
vernetzen und einen vorzugsweise bidirektionalen Datenaustausch zwischen diesen Komponenten
ermöglichen. In jeder Sektion 01; 02 befindet sich ein erstes Netzwerk 21, das Sektionsnetzwerk
21, mit einer den Datenverkehr in diesem Sektionsnetzwerk 21 zentral steuernden Sektionssteuereinheit
22, welche aufgrund von ihr vorliegenden Produktionsdaten die zur Herstellung des
jeweiligen Druckproduktes benötigten Drucktürme 03, Rollenwechsler 06 und den betreffenden
Falzapparat 04 der Druckmaschine auswählt sowie dann auch durch ein von ihr abgesetztes
Aktivierungssignal in Betrieb setzt und durch einen anderen Steuerbefehl auch wieder
außer Betrieb setzt. Die Sektionssteuereinheiten 22 verschiedener Sektionen 01; 02
können datentechnisch miteinander verbunden sein, was in den Fig. 2 und 3 jeweils
durch einen seitwärts weisenden Pfeil angedeutet ist. Auch können an die jeweilige
Sektionssteuereinheit 22 der jeweiligen Sektionen 01; 02 diverse Hilfseinrichtungen
angeschlossen sein, was in den Fig. 2 und 3 jeweils durch einen strichlierten Pfeil
angedeutet ist. Das Sektionsnetzwerk 21 kann z. B. in Ethernet-Technologie ausgebildet
sein.
[0016] Die in den jeweiligen Sektionen 01; 02 als übergeordnete, zentrale Steuereinheit
fungierende Sektionssteuereinheit 22 ist vorzugsweise an ein zweites Netzwerk 23,
z. B. an ein weiteres Ethernet-Netzwerk 23 angeschlossen, welches vorrangig der Datenvermittlung
zwischen außerhalb der Druckmaschine angeordneten Rechnern dient. Jede Sektion 01;
02 weist einen oder mehrere, z. B. zwei Maschinenleitstände 24 jeweils mit mindestens
einer Bedieneinheit und mindestens einer Anzeigeeinrichtung auf, wobei die Maschinenleitstände
24 ihrerseits mit dem ersten Netzwerk 21 und dem Ethernet-Netzwerk 23 verbunden sind.
An dem zweiten Netzwerk 23 kann ein Drucker 34, insbesondere ein Netzwerkdrucker 34
zur Datenausgabe angeschlossen sein. An dem Sektionsnetzwerk 21 sind auch zumindest
die jeweilige Steuereinheit 26 eines jeden Rollenwechslers 06, die jeweilige Steuereinheit
27 einer jeden Druckeinheit 11; 12, die jeweilige Steuereinheit 28 eines jeden Falzapparates
04, die jeweilige Steuereinheit 29 eines jeden Trockners 09 sowie die jeweilige Steuereinheit
31 eines jeden Kühlwalzenständers 19 angeschlossen. Jede dieser vorgenannten Steuereinheiten
26; 27; 28; 29; 31 ist z. B. als eine speicherprogrammierbare Steuereinheit (SPS)
ausgebildet und jeweils über eine leitungsgebundene oder drahtlose Datenschnittstelle
zumindest an das Sektionsnetzwerk 21 angeschlossen.
[0017] Insbesondere die Druckeinheiten 11; 12, Rollenwechsler 06, Falzapparate 04, Trockner
09 und Kühlwalzenständer 19 bilden jeweils ein beim Druckmaschinenhersteller zumeist
separat gefertigtes Modul der beispielhaft dargestellten Druckanlage. Die einzelnen
Modulen der Druckanlage zugeordneten Steuereinheiten 26; 27; 28; 29; 31 können jeweils
auch mit einer übergeordneten Antriebssteuereinheit 39 verbunden sein, welche Antriebe,
insbesondere Antriebe 18 von Druckwerkszylindern 13; 14; 16; 17, z. B. in einer Gruppe
von entlang des Transportweges einer Materialbahn 07 zusammenwirkenden Modulen der
Druckanlage koordinierend steuert. Die Antriebssteuereinheit 39 oder mehrere dieser
Antriebssteuereinheiten 39 sind ihrerseits jeweils in ein weiteres, drittes Netzwerk
32 eingebunden, wobei dieses weitere, dritte Netzwerk 32 z. B. als ein SERCOS-Netzwerk
32 ausgebildet ist. Die die jeweilige Antriebssteuerung in einer Gruppe von Modulen
der Druckanlage koordinierende Antriebssteuereinheit 39 ist mit mindestens einer weiteren
Steuereinheit oder einem weiteren Regler verbunden, welcher die eigentliche Steuerung
oder Regelung von mindestens einem in dem jeweiligen Modul angeordneten Antrieb 18
übernimmt. Mindestens eine der im SERCOS-Netzwerk 32 angeschlossenen Antriebssteuereinheiten
39 ist datentechnisch auch mit dem Sektionsnetzwerk 21 verbunden, so dass ein Datenfluss
im SERCOS-Netzwerk 32 durch die die jeweilige Sektion 01; 02 betreffende Sektionssteuereinheit
22 beeinflussbar ist. Am SERCOS-Netzwerk 32 können auch die jeweiligen Steuereinheiten
und/oder Regler von dem jeweiligen Antrieb einer Vielzahl von weiteren in der Druckmaschine
angeordneten, aber nicht unmittelbar zu einem der vorgenannten Module gehörenden,
angetriebenen Rotationsköper, insbesondere Walzen 58, z. B. Zugwalzen 58, und/oder
Zylindern z. B. in einem Einzugswerk 59 oder im Oberbau der Druckmaschine angeschlossen
sein (Fig. 7).
[0018] Ein bestimmter im SERCOS-Netzwerk 32 vermittelter Datenfluss bildet eine Leitachse
in der Druckmaschine aus, deren Vorgaben verschiedene in der Druckmaschine angeordnete
Antriebe, insbesondere Antriebe 18 von Druckwerkszylindern 13; 14; 16; 17, folgen.
Diese Leitachse wird auch als virtuelle Maschinenleitachse bezeichnet. Die digitalen
Signale der Leitachse geben z. B. vor, welcher Rotationskörper 13; 14; 16; 17, insbesondere
Druckwerkszylinder 13; 14; 16; 17, entlang eines Transportweges einer bestimmten Materialbahn
07 sich mit welcher Drehzahl drehen soll sowie in welcher Winkellage sich die am aktuellen
Druckprozess beteiligten Rotationskörper 13; 14; 16; 17 in ihrer jeweiligen Rotation
zueinander verhalten sollen. Das SERCOS-Netzwerk 32 ist z. B. als ein Leitungssystem
aus Lichtwellenleitern und z. B. in einer Ringtopologie ausgebildet.
[0019] Überdies kann in der Druckmaschine ein viertes Netzwerk 33, ein Service- und/oder
Diagnose-Netzwerk 33 vorgesehen sein, welches insbesondere mit den Steuereinheiten
und/oder Reglern zur Steuerung von in den jeweiligen Modulen angeordneten Antrieben
verbunden ist. Mittels eines stationären oder mobilen Service-PC's 36 kann eine Verbindung
zu dem Service- und/oder Diagnose-Netzwerk 33, dem Sektionsnetzwerk 21 oder dem zweiten
Netzwerk 23 hergestellt oder zumindest herstellbar sein. Es kann auch vorzugsweise
in jeder Sektion 01; 02 z. B. ein sowohl mit dem Sektionsnetzwerk 21 als auch mit
dem zweiten Netzwerk 23 verbundener Rechner bzw. PC 37 als ein Informationen der Sektionssteuereinheit
22 zugänglich machendes Informationssystem vorgesehen sein. Bei Bedarf kann in der
Druckanlage auch noch ein fünftes Netzwerk 38, z. B. ein CAN-Bus 38 vorgesehen sein,
auf welchem Daten z. B. zwischen optional vorhandenen Zusatzaggregaten 66 austauschbar
sind, wie z. B. einer Bahnkanten- oder Bahnmittelregeleinrichtung 66.
[0020] In einer solchen wie der beispielhaft dargestellten Druckanlage kann mindestens eine
Materialbahn 07 mit einer Transportgeschwindigkeit von mehr als 10 m/s, z. B. mit
12 m/s oder auch schneller in mindestens einer Druckeinheit 11; 12 von einem der Drucktürme
03 durch einen Druckspalt zwischen zwei aufeinander abrollenden Rotationskörpern 13;
14, insbesondere zwischen zwei gegeneinander angestellte und dadurch aufeinander abrollenden
Übertragungszylindern 13; 14 geführt sein. Wenn diese Rotationskörper 13; 14, insbesondere
die Übertragungszylinder 13; 14, einen Durchmesser von weniger als z. B. 250 mm, insbesondere
weniger als 180 mm aufweisen, dann rotieren diese Rotationskörper 13; 14 beim Transport
der Materialbahn 07 durch die betreffende Druckeinheit 11; 12 während einer laufenden
Produktion der Druckmaschine mit einer sehr hohen Umfangsgeschwindigkeit. Eine Drehzahl
dieser Rotationskörper 13; 14 kann dann z. B. zwischen 35.000 und 50.000 Umdrehungen
pro Stunde oder auch darüber liegen, z. B. bei 70.000 Umdrehungen pro Stunde. Druckwerkszylinder
13; 14, insbesondere Übertragungszylinder 13; 14, die den genannten geringen Durchmesser
und folglich eine kleine Umfangslänge im Bereich zwischen 500 mm und 750 mm aufweisen,
werden auch als Einfachumfangszylinder bezeichnet, weil sie in ihrer Umfangsrichtung
jeweils nur ein einziges Druckbild, z. B. eine Zeitungsseite, auf den Bedruckstoff,
d. h. die Materialbahn 07 übertragen.
[0021] Wenn in einer laufenden Produktion der Druckmaschine eine durch einen der Drucktürme
03 mit hoher Transportgeschwindigkeit geführte Materialbahn 07 reißt und damit eine
Laufstörung aufweist, besteht die Gefahr, dass sich insbesondere der vom Rollenwechsler
06 nachgeführte Teil der Materialbahn 07, der bei der beschriebenen vertikalen Bahnführung
nach dem Bahnriss aufgrund der Schwerkraft in den betreffenden Druckturm 03 zurückfällt,
um einen der gegeneinander angestellten Übertragungszylinder 13; 14 wickelt. Dies
kann zu einer Beschädigung an dem betroffenen Übertragungszylinder 13; 14 sowie an
weiteren Bauelementen des betroffenen Druckwerks in der betroffenen Druckeinheit 11;
12 führen. Deshalb ist es notwendig, einen Bahnriss unverzüglich zu erkennen und daraufhin
Maßnahmen zu ergreifen, die die betroffene Druckeinheit 11; 12 und ihre Bauelemente
vor einer Beschädigung schützen. Das unerwünschte Umschlingen eines Übertragungszylinders
13; 14 mit einem Teil einer gerissenen Materialbahn 07 bezeichnet man als einen Wickler.
Wenn der noch mit der Rolle 08 im Rollenwechsler 06 verbundene Teil der gerissenen
Materialbahn 07 den Übertragungszylinder 13; 14 umschlingt, spricht man von einem
Rückzugswickler. Um eine Beschädigung insbesondere der Übertragungszylinder 13; 14
zu vermeiden, ist es notwendig, die Länge der Materialbahn 07, die sich nach einem
Bahnriss um einen der Übertragungszylinder 13; 14 wickeln kann, zu minimieren. Dazu
ist ein unverzügliches Erkennen des Bahnrisses von großer Wichtigkeit.
[0022] Wie in den Fig. 4 bis 6 dargestellt, wobei diese Figuren jeweils einen vereinfachten
Ausschnitt aus einer der Druckeinheiten 11; 12 der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten
Druckmaschine darstellen, wird daher eine Vorrichtung zur Erkennung einer in ihrem
Lauf gestörten Materialbahn 07 vorgeschlagen, die vorzugsweise in der Druckmaschine
unmittelbar, d. h. in einem möglichst geringen Abstand a; b (Fig. 5) in Transportrichtung
der Materialbahn 07 hinter dem Druckspalt zwischen zwei aufeinander abrollenden Rotationskörpern
13; 14 dieser Druckmaschine angeordnet ist, wobei die Rotationskörper 13; 14 insbesondere
als Druckwerkszylinder 13; 14, vorzugsweise als Übertragungszylinder 13; 14 ausgebildet
sind. In einer laufenden Produktion der Druckmaschine ist die Materialbahn 07 demnach
auf ihrem Transportweg durch einen Druckspalt zwischen zwei aufeinander abrollenden
Rotationskörpern 13; 14 dieser Druckmaschine geführt, wobei der Transportweg der in
ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 an dem auf eine Transportrichtung der Materialbahn
07 bezogenen Ausgang des Druckspalts der beiden aufeinander abrollenden Rotationskörper
13; 14 gegenüber ihrem ungestörten Transportweg um einen zu einem der Rotationskörper
13; 14 gerichteten Winkel α; β verschwenkbar ist (Fig. 5). Die Transportrichtung der
in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 ist nach dem Bahnriss in Drehrichtung desjenigen
Rotationskörpers 13; 14 gerichtet, zu dem ihr Transportweg verschwenkt ist. Die jeweilige
Drehrichtung der Rotationskörper 13; 14 ist in den Fig. 4 und 5 jeweils durch einen
Richtungspfeil angedeutet. Die gefundene Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass ein
vorzugsweise elektronisches Schaltgerät 53 vorgesehen ist, mit welchem der Transportweg
der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 und damit indirekt die Laufstörung als
solche detektierbar ist. Das Schaltgerät 53 ist von der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn
07 durch deren Berührungskontakt mit einem Betätigungselement 41 betätigt, wobei das
Betätigungselement 41 z. B. als ein Schwenkhebel 41 ausgebildet ist oder zumindest
einen Schwenkhebel 41 aufweist.
[0023] Der Schwenkhebel 41 ist an einer parallel zur Rotationsachse 42; 43 der Rotationskörper
13; 14 gerichteten Drehachse 44, z. B. einer sich über eine Länge 113 (Fig. 6) der
Rotationskörper 13; 14 erstreckenden Spindel 44, z. B. in Wälzlagern 49 drehbar gelagert.
Der Schwenkhebel 41 weist einen mit der Materialbahn 07 in den Berührungskontakt bringbaren
ersten Hebelarm 46 und einen seinen Abstand c; d von einer Wirkfläche 56 eines Sensors
48 erfassbaren zweiten Hebelarm 47 auf (Fig. 5), wobei dieser zweite Hebelarm 47 in
Form eines drehbaren, im Vergleich zu dem ersten Hebelarm 46 in seinen Abmessungen
kleineren, insbesondere kürzeren Flügels ausgebildet ist. Zumindest der erste Hebelarm
46 des Schwenkhebels 41 ist in einem Bereich nahe an dem Ausgang des Druckspalts der
beiden aufeinander abrollenden Rotationskörper 13; 14 angeordnet, wobei dieser Bereich
derart gewählt ist, dass eine in ihrem Lauf gestörte Materialbahn 07 diesen Bereich
zwangsweise durchläuft. Beide Hebelarme 46; 47 desselben Schwenkhebels 41 sind in
einer starren Zuordnung zueinander um dieselbe Drehachse 44 drehbar gelagert. Wie
die Fig. 6 in ihrer Draufsicht auf die Vorrichtung zur Erkennung einer in ihrem Lauf
gestörten Materialbahn 07 zeigt, ist der zweite Hebelarm 47 des Schwenkhebels 41 in
Axialrichtung der Rotationskörper 13; 14 seitlich versetzt zum ungestörten Transportweg
der Materialbahn 07 angeordnet, wobei die Drehachse 44 zumindest an einem ihrer Enden
gegenüber der Länge I13 der Rotationskörper 13; 14 verlängert ist. In der bevorzugten
Ausführung sind der zweite Hebelarm 47 des Schwenkhebels 41 und der ungestörte Transportweg
der Materialbahn 07 durch eine Gestellwand 51 der Druckmaschine voneinander getrennt
angeordnet, sodass die Drehachse 44 des Schwenkhebels 41 die Gestellwand 51 der Druckmaschine
durch eine Öffnung hindurch durchdringt. Ein Paar von voneinander beabstandet angeordneten
Gestellwänden 51, zwischen denen die Rotationskörper 13; 14 angeordnet sind, können
eine lichte Weite b51 z. B. im Bereich zwischen 1.200 mm und 1.500 mm aufweisen (Fig.
6). Die Breite b07 der von den Rotationskörpern 13; 14 geführten Materialbahn 07 liegt
z. B. im Bereich zwischen 600 mm und 1.000 mm, vorzugsweise bei 700 mm.
[0024] Der erste Hebelarm 46 des Schwenkhebels 41 weist an seinem dem Rotationskörper 13;
14 zugewandten Ende z. B. eine von dem ungestörten Transportweg der Materialbahn 07
abgewandte Abrundung auf, wobei die in ihrem Lauf gestörte Materialbahn 07 nach einer
Laufstörung, insbesondere nach einem Bahnriss, an dieser Abrundung zwangsläufig aufgrund
der Anordnung dieses ersten Hebelarms 46 am Ausgang des Druckspalts der beiden aufeinander
abrollenden Rotationskörper 13; 14 geführt ist. Durch den zwischen dem ersten Hebelarm
46 des Schwenkhebels 41 und der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 wird der Schwenkhebel
41 vorzugsweise gegen den Widerstand eines z. B. mittels mindestens eines Federelementes
realisierten Rückstellmomentes in eine Drehbewegung versetzt, wobei der Schwenkhebel
41 aus seiner Ruheposition in eine detektierbare Arbeitsposition geschwenkt wird.
Der erste Hebelarm 46 des Schwenkhebels 41 ist z. B. als ein sich über die Länge I13
(Fig. 6) der Rotationskörper 13; 14 erstreckendes Formteil, z. B. als ein Blechteil
ausgebildet, wobei die vorgenannte Abrundung ein von der Drehachse 44 abgewandtes
Ende des ersten Hebelarms 46 gegenüber dessen der Drehachse 44 zugewandtem Ende z.
B. um 60° bis 120°, vorzugsweise um etwa 90° abwinkelt. Vorzugsweise ist ein die Drehbewegung
des Schwenkhebels 41 begrenzender Anschlag 52 vorgesehen, wobei dieser Anschlag 52
z. B. als ein sich über die Länge I13 (Fig. 6) der Rotationskörper 13; 14 erstreckendes
Rundteil ausgebildet sein kann. Es ist von Vorteil, wenn beidseitig des ungestörten
Transportweges der Materialbahn 07 jeweils ein das Schaltgerät 53 betätigendes Betätigungselement
41 z. B. jeweils in Form eines Schwenkhebels 41 angeordnet ist. Die Drehachse 44 des
Schwenkhebels 41 ist nahe am von den gegeneinander angestellten Rotationskörpern 13;
14 ausgebildeten Druckspalt in Transportrichtung der in ihrem Lauf ungestörten Materialbahn
07 in einem Abstand a; b von der Rotationsachse 42; 43 der Rotationskörper 13; 14
angeordnet, wobei dieser die Nähe zumindest des ersten Hebelarms 46 des Schwenkhebels
41 zum Druckspalt der beiden aufeinander abrollenden Rotationskörper 13; 14 bestimmende
Abstand a; b z. B. im Bereich zwischen 100 mm und 300 mm liegt (Fig. 5).
[0025] Durch den detektierten Berührungskontakt der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn
07 mit dem Betätigungselement 41 ist vom Schaltgerät 53 eine elektrisch leitende Verbindung
herstellbar und damit ein z. B. elektrisches, vorzugsweise digitales Steuersignal
54 auslösbar. Das Steuersignal 54 kann z. B. als ein Spannungssignal mit einem Pegel
von 24 VDC ausgebildet sein. Der Betriebszustand der Detektion einer in ihrem Lauf
gestörten Materialbahn 07 ist in der Fig. 5 durch die jeweils um die zugehörige Drehachse
44 verschwenkten, jeweils an den zugehörigen Anschlag 52 anschlagenden Schwenkhebel
41 dargestellt, wobei die jeweilige Drehrichtung bzw. Schwenkrichtung jeweils durch
einen Richtungspfeil angedeutet ist. Auch wenn in der Fig. 5 das Verschwenken der
Schwenkhebel 41 zu beiden Seiten der in ihrem Lauf ungestörten Materialbahn 07 dargestellt
ist, versteht es sich, dass durch eine in ihrem Lauf gestörte Materialbahn 07 zu demselben
Zeitpunkt jeweils nur einer der beiden Schwenkhebel 41 betätigt ist, sodass die in
ihrem Lauf gestörte Materialbahn 07 in ihrer Transportrichtung in die Drehrichtung
desjenigen Rotationskörpers 13; 14 gerichtet ist, zu dem ihr Transportweg um den gegenüber
ihrem ungestörten Transportweg ausgelenkten Winkel α; β verschwenkt ist. Der Winkel
α; β liegt z. B. im Bereich zwischen 5° und 45°, vorzugsweise zwischen 15° und 30°.
[0026] Der z. B. in oder an einer Gestellwand 51 der Druckmaschine angeordnete Sensor 48
des Betätigungselementes 41 weist eine mit einer zum Schwenkhebel 41 gerichtete Wirkfläche
56 auf, z. B. eine induktive, kapazitive oder optische Wirkfläche 56, wobei mit dem
Sensor 48 ein Abstand c; d des Schwenkhebels 41, d. h. insbesondere von dessen zweitem
Hebelarm 47, von der Wirkfläche 56 des Sensors 48 erfassbar ist, wobei z. B. am Schaltgerät
53 ein vom Abstand c; d des Schwenkhebels 41 von der Wirkfläche 56 des Sensors 48
abhängiger Schaltzeitpunkt dieses Schaltgerätes 53 einstellbar ist. Der Sensor 48
weist vorzugsweise einen Entfernungsbereich oder Abstandsbereich auf, in welchem er
schaltet, wodurch dann der Schaltzeitpunkt festgelegt ist. Im Schaltzeitpunkt löst
das Schaltgerät 53 das Steuersignal 54 aus. Das Schaltgerät 53 löst das Steuersignal
54 vorzugsweise dann aus, wenn der Abstand c; d des Schwenkhebels 41 von der Wirkfläche
56 des Sensors 48 größer als null ist, d. h. wenn sich der zuvor während des ungestörten
Laufs der Materialbahn 07 auf der Wirkfläche 56 des Sensors 48 aufliegende oder dort
anliegende zweite Hebelarm 47 des Schwenkhebels 41 von eben dieser Wirkfläche 56 des
Sensors 48 entfernt oder zumindest ein zuvor festgelegtes maximales Abstandsmaß überschreitet.
Der Sensor 48 ist z. B. als ein induktiver oder kapazitiver Näherungsschalter ausgebildet.
Der Sensor 48 könnte z. B. auch ein Ultraschall verwendender Näherungsschalter sein.
Der Entfernungsbereich, in welchem der Sensor 48 in Verbindung mit dem Schaltgerät
53 das Steuersignal 54 auslöst, ist vorzugsweise parametrierbar. Dieser Entfernungsbereich
liegt im Bereich weniger Millimeter, z. B. bei weniger als 10 mm, vorzugsweise weniger
als 5 mm.
[0027] Das vom Schaltgerät 53 abgesetzte Steuersignal 54 betätigt z. B. einen die beiden
aufeinander abrollenden Rotationskörper 13; 14 voneinander abstellenden Antrieb (nicht
dargestellt), der z. B. als ein hydraulischer Aktor, insbesondere in Verbindung mit
einer Kolbensteuerung eines Arbeitszylinders, ausgebildet ist. Das Steuersignal 54
kann auch eine Schneideinrichtung 67 aktivieren, mit welcher derjenige Teil der in
ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07, der den Druckspalt durchlaufen hat, von dem
ihm nachfolgenden Teil dieser Materialbahn 07 trennbar ist. Die Schneideinrichtung
67 ist vorzugsweise in Transportrichtung der ungestörten Materialbahn 07 räumlich
vor ihrem Einlauf in den Druckspalt angeordnet. Entlang des Transportweges der Materialbahn
07 können weitere Schneideinrichtungen 67 vorgesehen sein, so auch nach dem Auslauf
der Materialbahn 07 aus dem Druckspalt in einer der Druckeinheiten 11; 12.
[0028] Ebenso kann vorgesehen sein, dass das Steuersignal 54 eine Bremseinrichtung 57 (Fig.
7) betätigt, mit welcher zumindest derjenige der beiden aufeinander abrollenden Rotationskörper
13; 14 abbremsbar ist, in dessen Drehrichtung die Transportrichtung der in ihrem Lauf
gestörten Materialbahn 07 gerichtet ist. Mit der Bremseinrichtung 57 ist derjenige
Rotationskörper 13; 14 bis zu seinem Stillstand abbremsbar, in dessen Drehrichtung
die Transportrichtung der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 gerichtet ist. Die
vorzugsweise von einem Regler geregelte Bremseinrichtung 57 bringt einen von einem
Wickler bedrohten Rotationskörper 13; 14 ausgehend von dessen maximaler Drehzahl z.
B. binnen 3 bis 4 Sekunden oder sogar innerhalb von 2 Sekunden zum Stillstand, wohingegen
ein konventioneller Halt einer in ihrem Lauf ungestörten Materialbahn 07 eine Dauer
von z. B. 10 bis 12 Sekunden in Anspruch nimmt. Eine tatsächliche erforderliche Bremszeit
ist natürlich von derjenigen Drehzahl abhängig, die der betreffende Rotationskörper
13; 14 zum Zeitpunkt der Einleitung seiner Abbremsung aufweist. Die Bremseinrichtung
57 ist vorzugsweise in Verbindung mit dem den von einem Wickler bedrohten Rotationskörper
13; 14 antreibenden Antrieb 18 sowie dessen Regler realisiert. In einer besonders
bevorzugten Ausführungsform ist die Bremseinrichtung 57 in Verbindung mit dem zugehörigen
Regler des betreffenden Antriebs 18 durch eine der motorischen Betriebsart entgegen
gesetzte, generatorische Betriebsart dieses Antriebs 18 realisiert, wobei das Steuersignal
54 den Regler veranlasst, den Antrieb 18 von dessen motorischer Betriebsart in dessen
generatorische Betriebsart umzuschalten.
[0029] Wie in den Fig. 1 bis 3 dargestellt, sind z. B. in jedem Druckturm 03 in Transportrichtung
der ungestörten Materialbahn 07 aufeinander folgend mehrere Paare von aufeinander
abrollenden Rotationskörpern 13; 14 angeordnet. Es ist vorzugsweise vorgesehen, dass
die Bremseinrichtung 57 nur an demjenigen Paar von aufeinander abrollenden Rotationskörpern
13; 14, an dem der Transportweg der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 zu einem
dieser Rotationskörper 13; 14 verschwenkt ist, zumindest denjenigen Rotationskörper
13; 14 abbremst, in dessen Drehrichtung die Transportrichtung der in ihrem Lauf gestörten
Materialbahn 07 gerichtet ist.
[0030] Das Schaltgerät 53 der zuvor beschriebenen Vorrichtung zur Erkennung einer in ihrem
Lauf gestörten Materialbahn 07 ist mittelbar oder unmittelbar vorzugsweise mit mindestens
einem der vorgenannten Netzwerke 21; 23; 32; 33; 38 verbunden, d. h. mit dem Sektionsnetzwerk
21 und/oder mit dem zweiten Netzwerk 23 und/oder mit dem SERCOS-Netzwerk 32 und/oder
mit dem Service- und/oder Diagnose-Netzwerk 33 und/oder dem CAN-Bus 38, sodass das
vom Schaltgerät 53 abgesetzte Steuersignal 54 über mindestens eines dieser Netzwerke
21; 23; 32; 33; 38, insbesondere über das Sektionsnetzwerk 21 und das SERCOS-Netzwerk
32, zu mindestens einem der in einer der Druckeinheiten 11; 12 angeordneten Antriebe
18 und/oder zu einer anderen Steuereinheit leitbar ist, um dort weitere Aktionen,
z. B. Steuervorgänge oder Regelvorgänge, auszulösen. In der bevorzugten Ausführung
leitet das Schaltgerät 53 sein Steuersignal 54 nach der Detektion einer Laufstörung
an eine von den die Antriebe 18 der jeweiligen Druckeinheit 11; 12 steuernden Steuereinheiten
27, wobei zumindest diese betreffende Steuereinheit 27 mit dem Sektionsnetzwerk 21
verbunden ist. Nachdem die betreffende, die Antriebe 18 der jeweiligen Druckeinheit
11; 12 steuernde Steuereinheit 27 das Steuersignal 54 des Schaltgerätes 53 empfangen
hat, setzt diese Steuereinheit 27 ihrerseits ein Signal über das Sektionsnetzwerk
21 an die zur betreffenden Sektion 01; 02 zugehörige Sektionssteuereinheit 22 ab.
Daraufhin schaltet die Sektionssteuereinheit 22 mittels eines gleichfalls über das
Sektionsnetzwerk 21 vermittelten Steuerbefehls eine Antriebssteuereinheit 39, welche
die Antriebe 18 in demjenigen der zu der betreffenden Sektion 01; 02 zugehörigen Drucktürme
03, in welchem die Laufstörung detektiert worden ist, auf der Grundlage des die Maschinenleitachse
bildenden Datenflusses im SERCOS-Netzwerk 32 koordinierend steuert, in eine die detektierte
Laufstörung berücksichtigende, als Schnellstopp bezeichnete Betriebsart um, wobei
diese Antriebssteuereinheit 39 in ihrer die detektierte Laufstörung berücksichtigenden
Betriebsart über ein zu der jeweiligen Druckeinheit 11; 12 gehörenden Steuereinheit
27 geleitetes Signal veranlasst, dass die entlang des Transportweges der in ihrem
Lauf gestörten Materialbahn 07 angeordneten Antriebe 18 gestoppt werden. Die die detektierte
Laufstörung berücksichtigende Betriebsart unterscheidet sich demnach von derjenigen
Betriebsart, die diese Antriebssteuereinheit 39 vor der Detektion der Laufstörung
ausgeführt hat. Die der Detektion der Laufstörung vorangegangene Betriebsart ist insbesondere
eine in einer laufenden Produktion der Druckmaschine verwendete Betriebsart. Darüber
hinaus sind noch zumindest die Betriebsart eines Hochlaufs auf eine während der Produktion
verwendeten Drehzahl, eines normalen Halts z. B. nach beendeter Produktion und die
Betriebsart eines Not-Stopps der Druckmaschine vorgesehen. Bei einem Not-Stopp wird
die Druckmaschine oder zumindest einzelne ihrer Module nach Eintritt eines Notfalls
zum Stillstand gebracht. Die die detektierte Laufstörung berücksichtigende Betriebsart
der Antriebssteuereinheit 39 unterscheidet sich von den Betriebsarten des normalen
Halts und des Not-Stopps in dem Zeitverhalten, mit welchem die Druckmaschine ihre
an der aktuellen Produktion beteiligten Antriebe 18 zum Stillstand bringt. Das einer
bestimmten Betriebsart zugrunde liegende Zeitverhalten ist vorzugsweise parametrierbar,
z. B. in der Antriebssteuereinheit 39. Das Zeitverhalten einer die Antriebe 18 der
Druckmaschine zum Stillstand bringenden Betriebsart folgt z. B. einer Rampenfunktion.
[0031] In der bevorzugten Ausführung ist zumindest für jeden der Drucktürme 03 der Druckmaschine,
aber auch z. B. für jeden Falzapparat 04 sowie für jede jeweils zumindest einen Falztrichter
64 motorisch einstellbare Positioniereinrichtung und/oder für die zu einem der Einzugswerke
59 gehörenden Antriebe (Fig. 7) jeweils eine eigene mit dem SERCOS-Netzwerk 32 verbundene
Antriebssteuereinheit 39 vorgesehen, wobei zumindest eine dieser im SERCOS-Netzwerk
32 angeordneten Antriebssteuereinheiten 39 eine Verbindung zum Sektionsnetzwerk 21
aufweist. Die jeweils die Antriebe von einem der Module der Druckmaschine steuernden
Antriebssteuereinheiten 39 sind vorzugsweise jeweils mit dem Service- und/oder Diagnose-Netzwerk
33 verbunden.
[0032] In der Druckmaschine sind mithin verschiedene Steuerungsebenen ausgebildet. Das Sektionsnetzwerk
21 steuert auf der Grundlage von der Sektionssteuereinheit 22 vorliegenden Produktionsdaten
koordinierend die zur Herstellung des jeweiligen Druckproduktes erforderlichen Bewegungsabläufe
in einer der Sektionen 01; 02 der Druckmaschine. Die mit dem Sektionsnetzwerk 21 der
jeweiligen Sektion 01; 02 im Datenaustausch stehenden Antriebssteuereinheiten 39 steuern
auf der Grundlage von Daten der Maschinenleitachse Bewegungsabläufe entweder in einem
einzelnen der an der Produktion beteiligten Module der Druckmaschine, wobei diese
Module z. B. die Rollenwechsler 06, der Falzapparat 04 oder die Einzugswerke 59 sind,
oder sie steuern Bewegungsabläufe in einer Gruppe von entlang des Transportweges einer
Materialbahn 07 zusammenwirkenden Modulen wie die gemeinsam einen Druckturm 03 bildenden
Druckeinheiten 11; 12. In Verbindung mit den Antrieben der jeweiligen einzelnen Module
oder der jeweiligen zusammengehörenden Gruppen von Modulen der Druckmaschine sind
vorzugsweise jeweils Regler vorgesehen, welche ihrerseits jeweils mindestens einen
dieser Antriebe in seinem jeweiligen Bewegungsverhalten einstellen.
[0033] In der Fig. 7 ist nochmals in einer schematischen, stark vereinfachten Zeichnung
einer der Drucktürme 03 der Druckmaschine dargestellt, wobei eine von einer von einem
Rollenwechsler 06 gehaltenen Rolle 08 abgewickelte Materialbahn 07 diesen zwei vertikal
übereinander angeordnete Druckeinheiten 11; 12 aufweisenden Druckturm 03 in einer
laufenden Produktion der Druckmaschine mit einer hohen Transportgeschwindigkeit von
z. B. mehr als 10 m/s vertikal von unten nach oben durchläuft, was durch einen Richtungspfeil
angedeutet ist. In Transportrichtung der Materialbahn 07 befindet sich zwischen dem
Rollenwechsler 06 und der ersten, unteren Druckeinheit 12 des Druckturms 03 z. B.
ein Einzugswerk 59. Zwischen den beiden übereinander angeordneten Druckeinheiten 11;
12 kann ein Bildbahnregler 61 zur Kompensation einer an der Materialbahn 07 aufgetretenen
unerwünschten Querdehnung, z. B. eines Fan-out-Effektes, angeordnet sein. Im Oberbau
der Druckmaschine befindet sich nach der zweiten, oberen Druckeinheit 12 des Druckturms
03 z. B. ein Paar von Zugwalzen 58, welche die Materialbahn 07 durch den Druckturm
03 ziehen, wobei zwischen dem letzten Druckspalt der zweiten, oberen Druckeinheit
12 des Druckturms 03 und den in Transportrichtung der Materialbahn 07 nachgeordneten
Zugwalzen 58 für die Materialbahn 07 eine Strecke mit einer Länge von z. B. 40 m liegen
kann.
[0034] Am auf die Transportrichtung der Materialbahn 07 bezogenen Ausgang des Druckspalts
von zwei aufeinander abrollenden Übertragungszylindern 13; 14 der oberen Druckeinheit
12 des Druckturms 03 ist die anhand der Fig. 4 bis 6 beschriebene Vorrichtung zur
Erkennung einer in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 angeordnet, was in der Fig.
7 durch eine Darstellung von der zu dieser Vorrichtung gehörenden, vorzugsweise beidseitig
der Materialbahn 07 angeordneten Betätigungselemente 41 angedeutet ist. Auf dem Transportweg
der Materialbahn 07 ist zwischen dem zu diesem Druckturm 03 gehörenden Einzugswerk
59 und der ersten, unteren Druckeinheit 12 dieses Druckturms 03 eine Schneideinrichtung
67, z. B. ein Abschlagmesser 67 angeordnet, welches von einer ihm zugeordneten und
mit mindestens einem der Netzwerke 21; 23; 32; 33; 38 verbundenen Steuereinheit, z.
B. einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS), ausgelöst durch das vom Schaltgerät
53 der Vorrichtung zur Erkennung einer in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 abgesetzte
Steuersignal 54, betätigbar ist.
[0035] Am Ausgang der zweiten, oberen Druckeinheit 12 des Druckturms 03 ist vorzugsweise
beidseitig der Materialbahn 07 z. B. mindestens je ein Registerkopf 62 zur Durchführung
einer vorzugsweise automatischen Farbregisterregelung für auf die Materialbahn 07
aufgedruckte Druckbilder angeordnet. Im Oberbau der Druckmaschine kann auf dem weiteren
Transportweg der durch den Druckturm 03 geführten Materialbahn 07 sowohl eine Einrichtung
zur Schnittregisterregelung als auch mindestens eine weitere Schneideinrichtung, z.
B. ein Abschlagmesser vorgesehen sein (jeweils nicht dargestellt). Überdies sind an
einer oder an mehreren Stellen entlang des Transportweges der Materialbahn 07 vorzugsweise
mehrere quer zur Transportrichtung nebeneinander angeordnete Fotozellen 63 vorgesehen,
welche ein Vorhandensein der Materialbahn 07 prüfen und bei einem Fehlen der Materialbahn
07 während einer laufenden Produktion ein Signal z. B. direkt oder indirekt an die
Sektionssteuereinheit 22 absetzen. Eine dieser Fotozellen 63 ist insbesondere am Auslauf
der Materialbahn 07 aus der betreffenden Druckeinheit 11; 12 und/oder aus dem betreffenden
Druckturm 03 angeordnet.
[0036] Mit einer Detektion einer Störung im Lauf der durch den Druckturm 03 geführten Materialbahn
07 wird gleichzeitig auch ein Antrieb (nicht dargestellt) aktiviert, der die beiden
aufeinander abrollenden Übertragungszylinder 13; 14 voneinander abstellt. Mit dieser
Druck-Abstellung der Übertragungszylinder 13; 14 kann einhergehen, dass an die mit
diesen Übertragungszylindern 13; 14 zusammenwirkenden Formzylinder 16; 17 angestellte
Auftragswalzen z. B. eines Farbwerks und/oder eines Feuchtwerks von diesen Formzylindern
16; 17 abgestellt werden. Sodann setzt das Steuersignal 54 des Schaltgerätes 53 eine
auf die Antriebe 18 der Übertragungszylinder 13; 14 wirkende Bremseinrichtung 57 in
Betrieb, welche zumindest den vom Wickler betroffenen Übertragungszylinder 13; 14
oder die beiden aufeinander abrollenden
[0037] Übertragungszylinder 13; 14 durch einen Schnellstopp bis zu ihrem Stillstand abbremst.
Vorzugsweise werden alle in diesem von der Laufstörung der Materialbahn 07 betroffenen
Druckturm 03 angeordneten Rotationskörper 13; 14, insbesondere Übertragungszylinder
13; 14, d. h. also in beiden übereinander angeordneten Druckeinheiten 11; 12, in dem
Schnellstopp bis zu ihrem jeweiligen Stillstand abgebremst. In einer als Schnellstopp
bezeichneten Abbremsung werden die rotierenden Rotationskörper 13; 14 in einer sehr
viel kürzeren Zeit abgebremst, als es in dieser Druckmaschine für einen normalen Halt
vorgesehen ist. Im Schnellstopp kommen die Rotationskörper 13; 14 z. B. in weniger
als der Hälfte derjenigen Zeit zum Stillstand, welche sonst für einen z. B. an einem
Produktionsende ausgeführten Halt benötigt wird.
[0038] In einer laufenden Produktion der Druckmaschine werden gleichzeitig vorzugsweise
mehrere, d. h. mindestens zwei von verschiedenen Rollenwechslern 06 abgewickelte Materialbahnen
07 in verschiedenen unabhängig voneinander betreibbaren Drucktürmen 03 bedruckt, anschließend
zu einem gemeinsamen Strang zusammengeführt und in demselben Falzapparat 04 der betreffenden
Sektion 01; 02 verarbeitet. Vorzugsweise ist in mehreren, z. B. in jedem der an diesem
Druckprozess beteiligten Drucktürme 03 jeweils mindestens eine anhand der Fig. 4 bis
6 beschriebene Vorrichtung zur Erkennung einer in ihrem Lauf gestörten Materialbahn
07 entsprechend dem in der Fig. 7 dargestellten Beispiel angeordnet. Wenn nun das
jeweilige Schaltgerät 53 von einer dieser Vorrichtungen zur Erkennung einer in ihrem
Lauf gestörten Materialbahn 07 ihr eine Laufstörung anzeigendes Steuersignal 54 an
mindestens eines der in dieser Druckmaschine bestehenden Netzwerke 21; 23; 32; 33;
38, vorzugsweise direkt oder indirekt an die Sektionssteuereinheit 22 absetzt, werden
die entlang des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 angeordneten
Rotationskörper 13; 14 mittels mindestens einer vorzugsweise durch einen Regler geregelten
Bremseinrichtung 57 durch eine Aktivierung von dessen maximal möglicher Reglerleistung
in einem Schnellstopp bis zu ihrem jeweiligen Stillstand abgebremst, wobei die Aktivierung
der Bremseinrichtung 57 direkt oder indirekt durch einen von der Sektionssteuereinheit
22 kommenden Steuerbefehl erfolgt. Die Rotationskörper 13; 14 entlang des jeweiligen
Transportweges anderer, durch andere Druckeinheiten 11; 12 oder Drucktürme 03 geführter
Materialbahnen 07 werden hingegen in einem gewöhnlichen, kontrollierten Halt, der
einer z. B. hinsichtlich der Drehzahl vorgegebenen Rampe folgt, bis zu ihrem jeweiligen
Stillstand abgebremst. Durch das selektive Vorgehen beim Abbremsen der am aktuellen
Druckprozess beteiligten Rotationskörper 13; 14 der Druckmaschine kann vermieden werden,
dass auch die übrigen, in ihrem jeweiligen Lauf ungestörten Materialbahnen 07 reißen.
Die Bremseinrichtung 57, die in einem ihr zugeordneten Antrieb 18 z. B. zu dem treibenden
elektromagnetischen Feld ein Gegenfeld erzeugt, kann in einem zu dem jeweiligen Antrieb
18 gehörenden Regler integriert ausgebildet sein.
[0039] Mit dem Schnellstopp geht vorzugsweise einher, dass die entlang des Transportweges
der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 angeordneten Rotationskörper 13; 14 aus
der für die an der laufenden Produktion der Druckmaschine beteiligten Druckeinheiten
11; 12 geltenden, im SERCOS-Netzwerk 32 bereitgestellten elektronischen Maschinenleitachse
ausgekuppelt werden. Für die entlang des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten
Materialbahn 07 angeordneten Rotationskörper 13; 14 gilt mit dem Erkennen einer Laufstörung
in diesem Transportweg und dem damit einhergehenden Absetzen des Steuersignals 54
des Schaltgerätes 53 der Vorrichtung zur Erkennung der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn
07 ein Sonderbetrieb, in welchem der jeweilige mit mindestens einem der Netzwerke
21; 23; 32; 33; 38 verbundene Regler der betreffenden Bremseinrichtung 57 den von
einem Wickler, insbesondere Rückzugswickler betroffenen oder zumindest bedrohten Rotationskörper
13; 14 mit seiner maximal möglichen Reglerleistung bis zu dessen Stillstand abbremst.
[0040] Damit ergibt sich ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine mit mehreren, insbesondere
in verschiedenen Drucktürmen 03 angeordneten Druckeinheiten 11; 12, wobei in mindestens
zwei dieser Druckeinheiten 11; 12 verschiedene Materialbahnen 07 gleichzeitig und
getrennt voneinander bedruckt und anschließend in einem gemeinsamen Strang in einem
selben Falzapparat 04 durch Vereinzeln der als Strang geführten Materialbahnen 07
in einzelne Signaturen verarbeitet werden, wobei in einem während einer laufenden
Produktion eintretenden Betriebszustand der Druckmaschine in Abhängigkeit von einer
mindestens an einer der Materialbahnen 07 vor ihrem Erreichen des Falzapparates 04
detektierten Laufstörung mindestens ein entlang eines Transportweges der in ihrem
Lauf gestörten Materialbahn 07 angeordneter, in der laufenden Produktion rotierender
Rotationskörper 13; 14 schneller bis zu seinem Stillstand abgebremst wird als diejenigen
Rotationskörper 13; 14, die entlang des jeweiligen Transportweges der mindestens einen
anderen in ihrem Lauf ungestörten Materialbahn 07 angeordnet sind. Die in mindestens
zwei verschiedenen Druckeinheiten 11; 12 gleichzeitig und vorzugsweise auch unabhängig
voneinander bedruckten Materialbahnen 07 werden jeweils von einer in verschiedenen
Rollenwechslern 06 gehaltenen Rolle 08 abgewickelt.
[0041] Mit der detektierten Laufstörung entlang des Transportweges von mindestens einer
der Materialbahnen 07 wird zumindest ein Antrieb 18, der zumindest einen der entlang
des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 angeordneten, als Übertragungszylinder
13; 14 ausgebildeten Rotationskörper 13; 14 rotativ antreibt, aus der für alle an
der laufenden Produktion beteiligten Übertragungszylinder 13; 14 geltenden Maschinenleitachse
ausgekuppelt, d. h. von einem die Antriebe 18 steuernden Datenfluss dieser Maschinenleitachse
getrennt, wobei die Maschinenleitachse durch einen vorzugsweise digitalen, z. B. über
das SERCOS-Netzwerk 32 vermittelten Datenfluss gebildet ist, wobei dieser Datenfluss
eine Information darüber enthält, in welcher Winkellage bzw. Winkelposition sich die
an der laufenden Produktion beteiligten Rotationskörper 13; 14 relativ zueinander
verhalten sollen. Die entlang des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn
07 angeordneten Rotationskörper 13; 14 werden durch eine von einem Regler geregelte
Bremseinrichtung 57 abgebremst, wobei die entlang des Transportweges der in ihrem
Lauf gestörten Materialbahn 07 angeordneten Rotationskörper 13; 14 von der Bremseinrichtung
57 vorzugsweise mit einer maximal möglichen Reglerleistung abgebremst werden.
[0042] Die Laufstörung von einer der Materialbahnen 07 wird jeweils mit einem ein Betätigungselement
41 aufweisenden Schaltgerät 53 detektiert, wobei von dem Schaltgerät 53 durch einen
Berührungskontakt der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 mit dem Betätigungselement
41 ein Steuersignal 54 ausgelöst wird. Das Steuersignal 54 des Schaltgerätes 53 wird
auf mindestens ein in der Druckmaschine bestehendes, vorzugsweise elektrische Daten
vermittelndes Netzwerk 21; 23; 32; 33; 38, vorzugsweise auf das Sektionsnetzwerk 21
gegeben. Die jeweiligen Antriebe 18 der an der laufenden Produktion beteiligten Übertragungszylinder
13; 14 und die Regler ihrer jeweiligen Bremseinrichtung 57 werden durch auf einem
der in der Druckmaschine bestehenden Netzwerke 21; 23; 32; 33; 38 transportierten
Daten gesteuert, insbesondere durch Daten auf dem SERCOS-Netzwerk 32. Die den mindestens
einen entlang des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn 07 angeordneten
Rotationskörper 13; 14 abbremsende Bremseinrichtung 57 wird unter Zwischenschaltung
der Sektionssteuereinheit 22 und einer Antriebssteuereinheit 39 von dem auf eines
der in der Druckmaschine bestehenden Netzwerke 21; 23; 32; 33; 38 gegebenen Steuersignal
54 des die betreffende Laufstörung detektierenden Schaltgerätes 53 aktiviert.
[0043] Das zuvor beispielhaft an einer selektiven Abbremsung von an einer laufenden Produktion
beteiligten Übertragungszylinder 13; 14 beschriebene Verfahren kann dahingehend erweitert
werden, dass bei einer erkannten Betriebsstörung, insbesondere bei einem Bahnriss,
alternativ oder zusätzlich auch mindestens ein anderer oder weiterer am Transport
und/oder an der Verarbeitung der jeweiligen Materialbahn 07 beteiligter Rotationskörper
selektiv und in von übrigen, in derselben Druckmaschine angeordneten Rotationskörpern
verschiedener Weise abgebremst wird. So können insbesondere an der betreffenden Produktion
beteiligte Formzylinder 16; 17 sowie Walzen z. B. eines Farbwerks und/oder eines Feuchtwerks,
insbesondere auch eine Rasterwalze 68 des jeweiligen Farbwerks, einzeln oder zusammen
mit weiteren Rotationskörpern individuell und damit im Vergleich zu entsprechenden
Aggregaten in einer anderen Druckeinheit 11; 12 der Druckanlage unterschiedlich verzögert
werden. Insbesondere können in der Druckanlage diverse Gruppen von Aggregaten gebildet
werden, die im Vergleich zu entsprechenden Gruppen von Aggregaten in einer anderen
Druckeinheit 11; 12 unterschiedlich verzögert werden. In jeder der gebildeten Gruppen
von Aggregaten kann die jeweilige Abbremsung bei einer erkannten Betriebsstörung,
insbesondere bei einem Bahnriss, z. B. mit der für die betreffende Gruppe maximal
zulässigen Verzögerung abgebremst werden. Damit folgen sämtliche Antriebe in der betreffenden
Druckeinheit 11; 12 oder dem betreffenden Druckturm 03 jeweils ihrer eigenen, individuellen,
vorzugsweise maximalen, durch die jeweilige Rampenfunktion festgelegten Verzögerungsrampe,
wobei die durch die selektive Abbremsung für den jeweiligen Rotationskörper realisierbare
Verzögerung größer ist als eine auf die jeweilige Druckeinheit 11; 12 oder den jeweiligen
Druckturm 03 bezogene Gesamtverzögerung.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 01
- Sektion
- 02
- Sektion
- 03
- Druckturm
- 04
- Falzapparat
- 05
- -
- 06
- Rollenwechsler
- 07
- Materialbahn, Papierbahn
- 08
- Rolle
- 09
- Trockner
- 10
- -
- 11
- Druckeinheit, H-Druckeinheit
- 12
- Druckeinheit, H-Druckeinheit
- 13
- Rotationskörper, Druckwerkszylinder; Übertragungszylinder
- 14
- Rotationskörper, Druckwerkszylinder; Übertragungszylinder
- 15
- -
- 16
- Formzylinder
- 17
- Formzylinder
- 18
- Antrieb, Elektromotor
- 19
- Kühlwalzenständer
- 20
- -
- 21
- erstes Netzwerk, Sektionsnetzwerk
- 22
- Sektionssteuereinheit
- 23
- zweites Netzwerk, Ethernet-Netzwerk
- 24
- Maschinenleitstand
- 25
- -
- 26
- Steuereinheit
- 27
- Steuereinheit
- 28
- Steuereinheit
- 29
- Steuereinheit
- 30
- -
- 31
- Steuereinheit
- 32
- drittes Netzwerk, SERCOS-Netzwerk
- 33
- viertes Netzwerk, Service- und/oder Diagnose-Netzwerk
- 34
- Drucker, Netzwerkdrucker
- 35
- -
- 36
- Service-PC
- 37
- Rechner, PC (Informationssystem)
- 38
- fünftes Netzwerk, CAN-Bus
- 39
- Antriebssteuereinheit
- 40
- -
- 41
- Betätigungselement, Schwenkhebel
- 42
- Rotationsachse
- 43
- Rotationsachse
- 44
- Drehachse
- 45
- -
- 46
- Hebelarm
- 47
- Hebelarm
- 48
- Sensor
- 49
- Wälzlager
- 50
- -
- 51
- Gestellwand
- 52
- Anschlag
- 53
- Schaltgerät
- 54
- Steuersignal
- 55
- -
- 56
- Wirkfläche
- 57
- Bremseinrichtung
- 58
- Walze, Zugwalze
- 59
- Einzugswerk
- 60
- -
- 61
- Bildbahnregler
- 62
- Registerkopf
- 63
- Fotozelle
- 64
- Falztrichter
- 65
- -
- 66
- Zusatzaggregat, Bahnkanten- oder Bahnmittelregeleinrichtung
- 67
- Schneideinrichtung, Abschlagmesser
- 68
- Rasterwalze
- 69
- Umlenkwalze
- 70
- -
- 71
- Plattenzuführung
- a
- Abstand
- b
- Abstand
- c
- Abstand
- d
- Abstand
- b07
- Breite
- b51
- Weite
- 113
- Länge
- α
- Winkel
- β
- Winkel
1. Verfahren zum Betreiben einer mehrere Druckeinheiten (11; 12) aufweisenden Druckmaschine,
wobei in mindestens zwei dieser Druckeinheiten (11; 12) gleichzeitig jeweils eine
Materialbahn (07) bedruckt wird, wobei diese Materialbahnen (07) voneinander verschieden
sind, wobei entlang des jeweiligen Transportweges dieser Materialbahnen (07) in einer
laufenden Produktion der Druckmaschine jeweils mindestens ein Rotationskörper (13;
14) rotiert, dadurch gekennzeichnet, dass diese Rotationskörper (13; 14) bis zu ihrem Stillstand abgebremst werden, wobei in
Abhängigkeit von einer an mindestens einer der Materialbahnen (07) während ihres Durchlaufs
durch ihre jeweilige Druckeinheit (11; 12) detektierten Laufstörung der mindestens
eine entlang des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn (07) angeordnete
Rotationskörper (13; 14) schneller bis zu seinem Stillstand abgebremst wird als der
mindestens eine entlang des Transportweges der mindestens einen anderen in ihrem Lauf
ungestörten Materialbahn (07) angeordnete Rotationskörper (13; 14), wobei mindestens
einer der entlang des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn (07)
angeordneten Rotationskörper (13; 14) durch eine von einem Regler geregelte Bremseinrichtung
(57) abgebremst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahnen (07) nach ihrem Durchlauf durch ihre jeweilige Druckeinheit (11;
12) in einem gemeinsamen Strang in einem selben Falzapparat (04) verarbeitet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufstörung entlang des Transportweges von mindestens einer der Materialbahnen
(07) vor ihrem jeweiligen Erreichen des Falzapparates (04) detektiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Antrieb (18), der zumindest einen entlang des Transportweges der in
ihrem Lauf gestörten Materialbahn (07) angeordneten Rotationskörper (13; 14) rotativ
antreibt, in seiner Drehzahl und in seiner zu mindestens einem anderen entlang des
Transportweges derselben Materialbahn (07) angeordneten Rotationskörper (13; 14) relativen
Winkellage von über mindestens ein Netzwerk (21; 23; 32; 33; 38) vermittelten Daten
gesteuert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass diese Daten einem über das betreffende Netzwerk (21; 23; 32; 33; 38) übertragenen,
eine Maschinenleitachse bildenden Datenfluss entnommen werden, wobei der die Maschinenleitachse
bildende Datenfluss mehrere an einer laufenden Produktion beteiligte Rotationskörper
(13; 14) in ihrem Bewegungsverhalten relativ zueinander steuert.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die jeweiligen Antriebe (18) der an der laufenden Produktion beteiligten
jeweils als ein Übertragungszylinder (13; 14) ausgebildeten Rotationskörper (13; 14)
durch Daten der Maschinenleitachse gesteuert werden.
7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Antrieb (18), der zumindest einen entlang des Transportweges
der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn (07) angeordneten Rotationskörper (13; 14)
rotativ antreibt, aus der Maschinenleitachse ausgekuppelt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine entlang des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn
(07) angeordnete Rotationskörper (13; 14) von der Bremseinrichtung (57) mit einer
maximal möglichen Leistung des Reglers abgebremst wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufstörung entlang des Transportweges von einer der Materialbahnen (07) jeweils
mit einem Schaltgerät (53) detektiert wird, wobei das Schaltgerät (53) mit der Detektion
der Laufstörung ein Steuersignal (54) auslöst.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersignal (54) den Regler veranlasst, den Antrieb (18) von dessen motorischer
Betriebsart in dessen generatorische Betriebsart umzuschalten.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersignal (54) des Schaltgerätes (53) auf mindestens eines der in der Druckmaschine
bestehenden, Daten vermittelnden Netzwerke (21; 23; 32; 33; 38) gegeben wird.
12. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersignal (54) des Schaltgerätes (53) eine Schneideinrichtung (67) aktiviert,
mit welcher derjenige Teil der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn (07), der den
Druckspalt durchlaufen hat, von dem ihm nachfolgenden Teil dieser Materialbahn (07)
getrennt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die den mindestens einen entlang des Transportweges der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn
(07) angeordneten Rotationskörper (13; 14) abbremsende Bremseinrichtung (57) von dem
Steuersignal (54) des die betreffende Laufstörung detektierenden Schaltgerätes (53)
aktiviert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler der den mindestens einen entlang des Transportweges der in ihrem Lauf
gestörten Materialbahn (07) angeordneten Rotationskörper (13; 14) abbremsenden Bremseinrichtung
(57) mit mindestens einem der Netzwerke (21; 23; 32; 33; 38) verbunden ist.
15. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es in einer mehrere Sektionen (01; 02) aufweisenden Druckmaschine ausgeführt wird,
wobei das Steuersignal (54) des Schaltgerätes (53) direkt oder indirekt an eine zu
einer der Sektionen (01; 02) gehörenden Sektionssteuereinheit (22) geleitet wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine mit einem den die Maschinenleitachse bildenden Datenfluss vermittelnden
Netzwerk (32) verbundene Antriebssteuereinheit (39) von der Sektionssteuereinheit
(22) gesteuert wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine mit dem den die Maschinenleitachse bildenden Datenfluss vermittelnden
Netzwerk (32) verbundene Antriebssteuereinheit (39) durch einen von der Sektionssteuereinheit
(22) auf Grund des Steuersignals (54) des Schaltgerätes (53) ausgelösten Steuerbefehl
in eine die detektierte Laufstörung berücksichtigende Betriebsart umgeschaltet wird.
18. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass in der Sektion (01; 02) selektiv nur diejenige mit dem den die Maschinenleitachse
bildenden Datenfluss vermittelnden Netzwerk (32) verbundene Antriebssteuereinheit
(39) durch einen von der Sektionssteuereinheit (22) auf Grund des Steuersignals (54)
des Schaltgerätes (53) ausgelösten Steuerbefehl in die die detektierte Laufstörung
berücksichtigende Betriebsart umgeschaltet wird, welche das Bewegungsverhalten eines
Antriebs (18) steuert, welcher seinerseits mindestens einen entlang des Transportweges
der in ihrem Lauf gestörten Materialbahn (07) angeordneten Rotationskörper (13; 14)
antreibt.
19. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebssteuereinheit (39) in ihrer die detektierte Laufstörung berücksichtigenden
Betriebsart mindestens eine mit dieser Antriebssteuereinheit (39) verbundene, einen
Antrieb (18) steuernde Steuereinheit oder mindestens einen mit dieser Antriebssteuereinheit
(39) verbundenen, einen Antrieb (18) regelnden Regler von dem den die Maschinenleitachse
bildenden Datenfluss trennt.
20. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebssteuereinheit (39) in ihrer die detektierte Laufstörung berücksichtigenden
Betriebsart mindestens eine Bremseinrichtung (57) aktiviert, wobei die Bremseinrichtung
(57) nach ihrer Aktivierung mindestens einen entlang des Transportweges der in ihrem
Lauf gestörten Materialbahn (07) angeordneten rotierenden Rotationskörper (13; 14)
bis zu seinem Stillstand abbremst.
21. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alternativ oder zusätzlich zu an der laufenden Produktion beteiligten Rotationskörpern
(13; 14) mindestens ein anderer oder weiterer am Transport und/oder an der Verarbeitung
der jeweiligen Materialbahn (07) beteiligter Rotationskörper selektiv und in von anderen
Rotationskörpern (13; 14) verschiedener Weise abgebremst wird, wobei dieser andere
oder weitere Rotationskörper als ein an der betreffenden Produktion beteiligter Formzylinder
(16; 17) und/oder als eine Walze eines Farbwerks und/oder eines Feuchtwerks, insbesondere
als eine Rasterwalze (68) des jeweiligen Farbwerks, ausgebildet ist.
22. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Antriebe in der von der detektierten Laufstörung betroffenen Druckeinheit
(11; 12) oder dem betroffenen Druckturm (03) jeweils ihrer eigenen Verzögerungsrampe
folgen.