[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vermeiden eines Einwebens von Schussfäden
mit Knoten oder dergleichen während eines Webvorgangs nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und eine Webmaschine mit einer Einrichtung zum Vermeiden eines Einwebens von Knoten
oder dergleichen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 7.
[0002] Es ist bekannt (
EP 0 562.230 A1), die Schussfäden, die während eines Webens von einem Vorrat bereitgehalten und pneumatisch
in aus Kettfäden gebildete Webfächer eingetragen werden, auf das Vorhandensein eines
Knoten oder dergleichen zu überprüfen. Bei Erkennen einer derartigen Unregelmäßigkeit
wird der Webvorgang unterbrochen, nachdem der zuletzt eingetragene Schussfaden an
den Warenrand angeschlagen und von dem Vorrat abgetrennt worden ist. Es wird dann
mittels mehrerer Schüsse der Abschnitt des Schussfadens, der die Unregelmäßigkeit
enthält, durch das nach dem zuletzt eingetragenen Schussfaden gebildete Webfach hindurch
transportiert und nicht in das Gewebe eingewoben. Anschliessend wird der durch das
Webfach hindurch transportierte Abschnitt von dem Vorrat abgetrennt, wonach der Webvorgang
wieder aufgenommen wird. Dieses bekannte Verfahren arbeitet in den meisten Fällen
erfolgreich, so dass verhindert wird, dass Schussfäden mit Knoten in das Gewebe eingewoben
werden. In einigen Fällen können jedoch Probleme auftreten, insbesondere wenn Schussfäden
mit einer besonders glatten Aussenseite verwoben werden. Es kann dann der Fall auftreten,
dass der zuletzt eingetragene Schussfaden nicht fest genug eingebunden ist, so dass
dieser sich lockert, wenn das Webfach zum Hindurchtransportieren des Abschnitts mit
dem Knoten oder dergleichen offen ist. Der zuletzt eingetragene Schussfaden kann sich
dann lockern und zusammenziehen, so dass bei dem anschließenden Wiederaufnehmen des
Webvorgangs in dem Gewebe eine Fehlstelle entsteht, die beispielsweise nicht mehr
gleichmäßig eingefärbt werden kann. Dieses Problem tritt auch auf, wenn ein relativ
großes "Vortuch" vorhanden ist, d.h. ein relativ großer Abstand zwischen einer Anschlaglinie
und einer Gewebestütze vorhanden ist. Auch in diesem Fall ist eventuell ein einmaliges
Anschlagen nicht ausreichend, um den zuletzt eingetragenen Schussfaden ausreichend
zu sichern.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
zu schaffen, das sicher das Einweben von Schussfäden mit Knoten oder dergleichen verhindert,
jedoch auch bei schwierigen Schussfäden eine Fehlstelle in dem Gewebe vermeidet.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 dadurch
gelöst, dass kein Abtrennen des zuletzt vor dem Unterbrechen des Webvorgangs eingetragenen
und angeschlagenen Schussfadens ausgeführt oder vorgenommen wird, das zuvor für diesen
Schussfaden gebildete Webfach offen gehalten wird und dass der anschließend pneumatisch
durch das Webfach hindurch transportierte Abschnitt des Schussfadens den zuletzt eingetragenen
Schussfaden von dem Warenrand entfernt und mit durch das Webfach transportiert.
[0005] Auf diese Weise wird der zuletzt vor dem Unterbrechen des Webvorgangs eingetragene
und angeschlagene Schussfaden mitgenommen und aus dem Gewebe entfernt. Es bleibt nur
der davor eingetragene Schussfaden in dem Gewebe, der zweimal angeschlagen wurde,
d.h. nachdem dieser Schussfaden eingetragen wurde und nachdem der zuletzt eingetragene
Schussfaden angeschlagen wurde. Aufgrund des zweimaligen Anschlagens dieses Schussfadens
ist eine verbesserte Einbindung erreicht worden, so dass die Gefahr deutlich verringert
ist, dass sich dieser Schussfaden beispielsweise beim Öffnen eines nachfolgenden Webfaches
lockert und zusammenzieht. Die Gefahr einer Fehlstelle in dem Gewebe wird auf diese
Weise wesentlich verringert.
[0006] Es ist bekannt mehrere Schüsse durch ein Webfach hindurch zu transportieren, um einen
vorher eingetragenen Schussfaden von dem Warenrand zu entfernen, nachdem der Webvorgang
unterbrochen und das zum Eintragen des letzten Schussfaden vorhandene Webfach wieder
hergestellt worden ist (
EP 310.804 B1). Dieses Verfahren wird benutzt, um einen fehlerhaft (zu kurz) eingetragenen Schussfaden
aus dem Gewebe automatisch zu entfernen. Bei diesem Verfahren wird die Ankunft des
Schussfadens auf der der Eintragsseite gegenüberliegenden Seite überprüft. Wird keine
Ankunft eines Schussfadens festgestellt, so wird der Webvorgang unterbrochen, das
Abtrennen des zuletzt eingetragenen (fehlerhaften) Schussfadens von dem Vorrat an
Schussfäden verhindert, das Webfach in die während des Eintragens des letzten Schussfadens
eingenommene Position zurückgebracht und anschließend der Schussfaden mittels mehrerer
Schüsse durch das Webfach hindurch transportiert. Der dabei eingetragene Schussfaden
zieht oder entfernt den fehlerhaft eingetragenen Schussfaden von dem Warenrand ab.
Anschließend wird der bei der Fehlerbehebung eingetragene Abschnitt des Schussfadens
von dem Vorrat abgetrennt und mit dem fehlerhaft eingetragenen Schussfaden abtransportiert,
wonach der Webvorgang wieder aufgenommen wird.
[0007] Bei einer Webmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 7 wird die Aufgabe dadurch
gelöst, dass ein Programm eine Schussfadenschere beeinflusst, so dass der zuletzt
eingetragene Schussfaden nicht von dem bereitgehaltenen Vorrat abgetrennt wird, und
mittels der Fachbildungseinrichtung das Webfach offen gehalten wird, das den zuletzt
eingetragenen Schussfaden aufgenommen hat, und die Hauptblasdüsen und der Stafettendüsen
betätigt werden, um den Abschnitt mit dem Knoten oder dergleichen durch das Webfach
zu transportieren.
[0008] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgend in der Beschreibung dargestellten Ausführungsform.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Teilansicht einer Webmaschine, genauer einer Luftdüsenwebmaschine
und
Fig. 2 bis 7 Draufsichten auf eine schematische Darstellung dieser Webmaschine während
der einzelnen Phasen der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0009] Auf der dargestellten Luftdüsenwebmaschine wird aus Kettfäden 10 und Schussfäden
11 ein Gewebe 12 gebildet. Die Kettfäden 10 werden mittels nicht dargestellter Fachbildungsmittel
angehoben und abgesenkt, so dass die Kettfäden ein Webfach bilden, in das einzelne
Schussfäden 11 eingetragen werden. Die Schussfäden 11 werden von einem Vorrat, beispielsweise
einer Vorratsspule 13 abgezogen und mittels eines Wickelarms 14 auf eine Trommel eines
Vorspulgeräts 15 in mehreren Windungen 16 gespeichert. Der Wickelarm 14 und das Vorspulgerät
15 sind Teil einer Speichereinheit. Die Windungen 16 werden beispielsweise mittels
eines magnetisch betätigbaren Stoppers 17 freigegeben, wenn jeweils eine bestimmte
Länge an Schussfaden in ein Webfach eingetragen wird. Der Stopper 17 ist beispielsweise
ein Magnetstift oder Stift. Die Windungen 16 sind Teil des freigegebenen Vorrats.
[0010] Das Eintragen der einzelnen Schussfäden erfolgt pneumatisch mittels zwei hintereinander
angeordneten Hauptblasdüsen 18, 19 und innerhalb des Webfachs anordenbaren Stafettendüsen
20. Die Hauptblasdüse 19 sowie die Stafettendüsen 20 sind auf einer in hin und her
schwenkender Bewegung angetriebenen Weblade 21 angeordnet. Die Weblade 21 trägt außer
der Hauptblasdüse 19 und den Stafettendüsen 20 noch ein Webblatt 22, das eine Vielzahl
von Lamellen aufweist, die einen Schusseintragskanal 23 bilden.
[0011] Auf der der Eintragsseite gegenüberliegenden Seite des Webfachs ist eine Streckdüse
24 angeordnet, die einen ankommenden Schussfaden ansaugt und gestreckt hält. Die Ankunft
eines Schussfadens auf der der Eintragsseite gegenüberliegenden Seite wird mittels
eines Schussfadenwächters 25 überprüft.
[0012] Das Fadenende der im Einsatz befindlichen Vorratsspule 13 ist mit dem Anfang einer
weiteren Vorratsspule 26 verbunden, so dass dann, wenn die im Einsatz befindliche
Vorratsspule 13 aufgebraucht ist, der Schussfaden 11 von der nächsten Vorratsspule
26 abgezogen wird, ohne dass dies Anlass zu einer Unterbrechung gibt. Das Fadenende
der im Einsatz befindlichen Vorratsspule 13 ist mit dem Anfang des Schussfadens der
weiteren Vorratsspule 26 üblicherweise mittels eines Knotens 31 verbunden. Die Verbindungsstelle,
in der Regel ein Knoten, ist in einem Spulenwechseldetektor 27 gehalten.
[0013] Wenn die erste Vorratsspule 13 aufgebraucht ist, wird die Verbindungsstelle der Schussfäden
der ersten Vorratsspule 13 und der zweiten Vorratsspule 26 aus dem Spulenwechseldetektor
27 herausgezogen. Das Signal des Spulenwechseldetektors 27 wird ausgewertet, um anzuzeigen,
dass ein Knoten oder dergleichen, beispielsweise eine sonstige Fehlstelle, in dem
Schussfaden 11 vorhanden ist. Dieses Signal löst dann ein Programm aus, insbesondere
ein Steuersystem, durch welches automatisch ohne Eingriff einer Bedienungsperson verhindert
wird, dass dieser Knoten oder sonstige Fehlstelle des Schussfadens 11 in das Gewebe
12 eingewoben wird. Bei einer abgewandelten Ausführungsform wird anstelle eines Spulenwechseldetektors
27 ein Fadenwächter zwischen den Vorratsspulen 13 oder 26 und dem Wickelarm 14 angeordnet,
der den Schussfaden auf Knoten oder ähnliche Fehlstellen überwacht und dann entsprechend
das Programm und/oder das Steuersystem aufruft. Das Programm oder Steuersystem ist
Teil einer Steuer- und Regeleinrichtung der Webmaschine.
[0014] Auf der Eintragsseite sind neben dem Webfach noch eine Fadenklemme 28 und eine Schussfadenschere
29 stationär angeordnet, d.h. sie bewegen sich nicht zusammen mit der Weblade 21.
Die Fadenklemme 28 und die Schussfadenschere 29 befinden sich im Bereich einer Anschlaglinie
30, an der die eingetragenen Schussfäden mittels des Webblattes 22 an den Warenrand
angeschlagen werden. Während des Webvorgangs wird die Schussfadenschere 29 unmittelbar
nach dem Anschlagen eines Schussfadens betätigt, so dass sich dann die Hauptblasdüse
19 mit dem vom Vorrat kommenden Schussfadenende wieder in die Eintragsposition zurückbewegen
kann. Die Schussfadenschere 29 wird betätigt, wenn der Schussfadenwächter 25 einen
eingetragenen Schussfaden festgestellt hatte.
[0015] Mittels des Signals, das einen Knoten oder dergleichen im Schussfaden 11 meldet,
insbesondere mittels des Signals des Spulenwechseldetektors 27, wird ein Programm
gestartet, das verhindert, dass der Knoten des Schussfadens in das Gewebe 12 eingewoben
wird. Da in der Regel auf der Trommel des Vorspulgerätes 15 eine größere Zahl von
Windungen 16 an Schussfaden 11 aufgewickelt ist, die für mehrere Schüsse ausreicht,
kann das Programm gestartet werden, nachdem noch eine vorbestimmte Anzahl von Schüssen
ausgeführt worden ist. Da häufig das Fadenende einer Vorratsspule 13 oder 26 eine
verringerte Qualität aufgrund von Verformungen oder dergleichen aufweist, kann jedoch
vorgesehen werden, dass sofort mit dem vorgenannten Signal das Programm gestartet
wird, so dass auch der Abschnitt des Schussfadens, der vor dem eigentlichen Knoten
liegt, nicht in das Gewebe 12 eingewoben wird.
[0016] Wenn ein Knoten detektiert wird, beispielsweise mittels des Spulenwechseldetektors
27, und der Schussfaden 11 von der nächsten Vorratsspule 26 abgezogen wird, so wird
sofort oder nach einer vorbestimmten Anzahl von Schüssen das nachfolgend geschilderte
Programm ausgelöst. Es wird zunächst noch ein Schuss durchgeführt, d.h. eine Länge
an Schussfaden in das Webfach eingetragen und an die Anschlaglinie 30 des Warenrandes
des Gewebes 12 angeschlagen. Jedoch wird die Schussfadenschere 29 nicht betätigt,
so dass der eingetragene und angeschlagene Schussfaden nicht abgetrennt wird, sondern
mit dem Vorrat verbunden bleibt. Zu diesem Zweck kann vorgesehen werden, dass das
Signal zum Betätigen oder Bewegen der Schussfadenschere 29 unterdrückt wird, oder
dass mittels eines mechanischen Klemmens die Betätigung oder die Bewegung der Schussfadenschere
29 verhindert wird. Dies kann auch in einer Weise durchgeführt werden, wie sie beispielsweise
aus
EP 284.766 A1 bekannt ist. Auch die Fadenklemme 28, sofern eine Fadenklemme überhaupt vorhanden
ist, wird nicht betätigt (Fig. 2), so dass der angeschlagene Schussfaden nicht geklemmt
wird. Dies kann auch in einer Weise durchgeführt werden, wie beispielsweise aus
EP 284.766 A1 bekannt. Der Webvorgang wird unterbrochen und die Weblade 21 mit dem Webblatt 22,
der Hauptblasdüse 19 und den Stafettendüsen 20 wird in eine von der Anschlaglinie
30 entfernte Position zurück bewegt (Fig. 3), in der die Stafettendüsen 20 in das
Webfach hineinragen. Dazu braucht das Webblatt 22 sich nicht in der von der Anschlaglinie
30 am weitesten entfernten Position zu befinden. Dieses kann auch in einer aus
EP 310.804 A1 bekannten Weise durchgeführt werden. Der nicht abgetrennte Schussfaden erstreckt
sich somit von dem Warenrand an der Anschlaglinie 30 bis zu dem Austritt aus der Hauptblasdüse
19. Um dabei eine Überlastung des Schussfadens zu vermeiden, wird gegebenenfalls eine
Windung 16 an dem Vorspulgerät 15 durch Lösen des Stoppers 17 freigegeben. Die Fachbildungseinrichtungen,
beispielsweise Antriebseinrichtungen mit Webschäften oder Jacquardeinrichtungen oder
dergleichen, werden in die Position gebracht, in der sie sich beim Eintragen des letzten
Schussfadens befunden haben, so dass das Webfach für den zuletzt eingetragenen Schussfaden
offen gehalten wird. Dies kann in diesem Zusammenhang bedeuten, dass das Webfach offen
ist, offen bleibt oder wieder geöffnet wird. Das Webfach sollte hierbei ausreichend
offen gehalten werden, um das erfindungsgemäße Verfahren zu ermöglichen. Es ist jedoch
nicht erforderlich, dass das Webfach vollständig oder so weit wie während des Webvorgangs
offen gehalten wird. Wenn das Signal, das von einem Knoten oder dergleichen in einem
Schussfaden ausgelöst wird, so ausgewertet oder benutzt wird, dass noch anschließend
mehrere Schüsse eingetragen werden, kann der Webvorgang so unterbrochen werden, dass
der zuletzt eingetragene Schussfaden zwar angeschlagen wird, jedoch das Webfach nicht
gewechselt wird. Der zuletzt eingetragene Schussfaden ist dann nicht eingebunden worden.
In diesem Fall müssen die Kettfäden durch die Fachbildungseinrichtungen nicht zurückbewegt
werden, um das Webfach wieder zu öffnen und offen zu halten. Ein Unterbrechen ohne
das Webfach für den zuletzt eingetragenen Schussfaden zu schließen, ist vor allem
dann möglich, wenn für die Fachbildungseinrichtung, beispielsweise eine Schaftmaschine
oder eine Jacquardeinrichtung, ein eigener Antrieb oder eine zu diesem Zweck programmierbare
Steuereinrichtung vorgesehen ist.
[0017] Anschließend veranlasst das Programm, dass von den Hauptblasdüsen 18, 19 und den
Stafettendüsen mehrere Schüsse transportiert oder eingetragen werden, wobei entsprechend
an dem Vorspulgerät 15 durch Öffnen des Stoppers 17 Fadenlänge freigegeben wird (Fig.
4). Der dabei neu eingetragene Schussfaden ist mit dem zuletzt eingetragenen Schussfaden,
der an der Anschlaglinie 30 anliegt, verbunden. Dieser neu eingetragene Schussfaden
nimmt deshalb bei seinem Transport durch das Webfach hindurch den zuletzt eingetragenen
Schussfaden mit und transportiert diesen ebenfalls zu der der Eintragsseite gegenüberliegenden
Seite (Fig. 4). Dieser Fadenabschnitt wird von der Streckdüse 24 aufgenommen um als
Abfall entfernt zu werden (Fig. 5).
[0018] Nach einer ausreichenden Anzahl von Schüssen, mittels der der Fadenabschnitt mit
dem Knoten sicher durch das Webfach hindurch transportiert worden ist, wird dieser
Abschnitt von dem Vorrat abgetrennt. Hierzu wird die Weblade mit dem Webblatt 22 in
die Nähe der Anschlagposition bewegt, d.h. in die Position, in der der Schussfaden
der Schussfadenschere 29 zugestellt worden ist (Fig. 6). Der Schussfaden wird dann
abgeschnitten und mittels der Streckdüse 24 als Abfall abtransportiert. Anschließend
oder beim Abtransportieren wird die Weblade 21 wieder in eine von der Anschlaglinie
30 entfernte Position gebracht, so dass der normale Webvorgang wieder aufgenommen
werden kann (Fig. 7).
[0019] Wenn ein Hauptantriebsmotor verwendet wird, der einen Langsamlauf ermöglicht, beispielsweise
nur zehn Prozent der Drehzahl während des Webvorgangs, so kann das Entfernen des Abschnitts
mit dem Knoten oder dergleichen durchgeführt werden, ohne dass der Webladenantrieb
angehalten wird. Hierbei wird zwar der Webvorgang unterbrochen, jedoch ohne dass die
Webmaschine angehalten wird.
[0020] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der zuletzt vor dem Unterbrechen des Webvorgangs
noch eingetragene und angeschlagene Schussfaden entfernt, da dieser möglicherweise
nicht ausreichend sicher eingebunden werden konnte, um während der Zeit seine Position
zu behalten, in der das nachfolgende Webfach geöffnet ist. Diese Gefahr ist bei dem
als vorletzten eingebundenen Schussfaden deutlich geringer, da dieser zweifach angeschlagen
worden ist, d.h. einmal für sich alleine und dann noch einmal mit dem zuletzt eingetragenen
Schussfaden.
[0021] Um zu verhindern, dass Schussfäden mit einem Knoten oder dergleichen in ein Gewebe
eingewoben werden, wird in einer Ausgestaltung der bereitgehaltene Schussfaden auf
Vorhandensein eines Knotens oder dergleichen überprüft, wobei bei Erkennen eines Knotens
oder dergleichen der Webvorgang unterbrochen wird, das Abtrennen des zuletzt eingetragenen
und angeschlagenen Schussfadens verhindert oder vermieden wird, das zuvor für diesen
Schussfaden gebildete Webfach geöffnet wird und anschließend pneumatisch ein Abschnitt
von Schussfaden mit dem Knoten oder dergleichen durch das Webfach hindurch transportiert
wird, der den zuletzt eingetragenen Schussfaden mitnimmt und ebenfalls aus dem Webfach
abtransportiert.
[0022] In den dargestellten Ausführungsbeispielen ist ein Schusseintragsatz mit Hauptblasdüsen
18, 19 und entsprechendem Vorrat dargestellt. Dessen ungeachtet kann in anderen Ausgestaltungen
vorgesehen sein, dass Schussfäden von mehreren Schusseintragsätzen gewebt werden,
beispielsweise beim sogenannten Mehrfarben-Weben, wobei in diesem Fall vorzugsweise
mehrere entsprechende Sätze an Hauptblasdüsen 18, 19 mit entsprechenden Vorräten vorgesehen
werden. Hierbei kann das erfindungsgemäße Verfahren für jeden Schusseintragsatz für
sich durchgeführt werden.
[0023] Ein Verfahren und eine Webmaschine gemäß der durch die Patentansprüche dargestellten
Erfindung sind nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern können auch Abwandlungen und Kombinationen dieser enthalten, welche
unter die Patentansprüche fallen.
1. Verfahren zum Vermeiden eines Einwebens von Schussfäden (11) mit einem Knoten oder
dergleichen während eines Webvorgangs, bei welchem die Schussfäden von einem Vorrat
bereitgehalten und pneumatisch in aus Kettfäden (10) gebildete Webfächer eingetragen,
an den Warenrand angeschlagen und von dem Vorrat abgetrennt werden, wobei der von
dem Vorrat kommende bereitgehaltene Schussfaden auf Vorhandensein eines Knotens oder
dergleichen überprüft wird und bei Erkennen eines Knoten oder dergleichen der Webvorgang
unterbrochen wird und ein von dem Vorrat kommender, den Knoten enthaltender Abschnitt
von Schussfaden pneumatisch durch ein offenes Webfach hindurch transportiert wird,
wonach der Webvorgang mit dem Anschlagen und Abtrennen der Schussfäden fortgesetzt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass nach Erkennen eines Knotens oder dergleichen kein Abtrennen des zuletzt vor dem Unterbrechen
des Webvorgangs eingetragenen und angeschlagenen Schussfadens vorgenommen wird, das
für diesen Schussfaden gebildete Webfach offen gehalten wird und dass der anschliessend
pneumatisch durch das Webfach hindurch transportierte Abschnitt vom Schussfaden den
zuletzt eingetragenen Schussfaden von dem Warenrand entfernt und durch das Webfach
transportiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der beim Entfernen des zuletzt eingetragenen Schussfadens vom Warenrand neu eingetragene
Schussfaden von dem bereitgehaltenen Vorrat (13, 26) abgetrennt und durch das Webfach
hindurch transportiert wird, bevor dem Webvorgang fortgesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Überprüfen des Schussfadens (11) auf Knoten oder dergleichen durchgeführt wird,
bevor der Schussfaden mit einem Speicher (14, 15) gespeichert wird, von dem der Schussfaden
für einen Schusseintrag abgezogen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicher (14, 15, 17) Schussfaden freigibt, wenn die Weblade (21) in ein von
dem Warenrand entfernte Position gebracht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass nach Erkennen eines Knotens oder dergleichen eine vorbestimmte Anzahl von Schusseintragen
ausgeführt wird, bevor der Webvorgang unterbrochen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bewegen der Fadenverbindung zwischen einer im Einsatz befindlichen Vorratsspule
(13) an Schussfaden und einer weiteren Vorratsspule (26) als Information über das
Vorhandensein eines Knotens oder dergleichen im Schussfaden ausgewertet wird.
7. Webmaschine mit wenigstens einer Hauptblasdüse (18, 19) und Stafettendüsen (20) zum
pneumatischen Eintragen von von einem Vorrat bereitgehaltenen Schussfaden (11) in
mittels einer Fachbildungseinrichtung aus Kettfaden (10) gebildete Webfächer, mit
einem Webblatt (22) zum Anschlagen der eingetragenen Schussfäden an einem Warenrand
und mit einer auf der Eintragsseite angeordneten Schussfadenschere (29) zum Abtrennen
der eingetragenen Schussfaden zwischen der Hauptblasdüse (19) und dem Warenrand, sowie
mit einer Einrichtung (27) zum Überprüfen des bereitgehaltenen Schussfadens (11) auf
Knoten oder dergleichen, die an eine Steuer- und Regeleinrichtung der Webmaschine
angeschlossen ist, die ein Programm enthält, das aufgrund eines Signals der Einrichtung
(27) zum Überprüfen auf Knoten oder dergleichen aktivierbar ist und dessen Ablauf
ein Unterbrechen des Webvorgangs, ein offen Halten des Webfachs mittels der Fachbildungseinrichtung
und ein pneumatisches Transportieren eines den Knoten oder dergleichen enthaltenden
Abschnittes der Schussfaden durch das Webfach hindurch veranlasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Programm ein Abtrennen durch die Schussfadenschere (29) verhindert, so dass der
zuletzt eingetragene Schussfaden nicht von dem bereitgehaltenen Vorrat abgetrennt
wird, das mittels der Fachbildungseinrichtung das Webfach offen gehalten wird, das
den zuletzt eingetragenen Schussfaden aufgenommen hat, und dass das Tätigwerden der
Hauptblasdüse (18, 19) und der Stafettendüsen (20) veranlasst, um den Abschnitt mit
dem Knoten oder dergleichen durch dieses Webfach zu transportieren.
8. Webmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Programm nach dem Abtransportieren des den Knoten oder dergleichen enthaltenden
Abschnittes und des zuletzt eingetragenen Schussfadens ein Abtrennen des Abschnittes
von dem bereitgehaltenen Schussfaden veranlasst.
9. Webmaschine nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass vor den Hauptblasdüsen (18, 19) ein Vorspulgerät (14, 15, 17) angeordnet ist, und
dass die Einrichtung zum Überprüfen des Schussfadens auf Knoten oder dergleichen stromauf
von diesem Vorspulgerät angeordnet ist.
10. Webmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Programm während des Offenhaltens des Webfachs für den zuletzt eingetragenen
Schussfaden ein Signal an das Vorspulgerät (14, 15, 17) abgibt, das veranlasst, dass
eine definierte Länge an Schussfaden freigegeben wird.
11. Webmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spulenwechseldetektor (27) vorgesehen ist, dessen Signal als Erkennen eines Knotens
oder dergleichen ausgewertet wird.