[0001] Die Erfindung betrifft eine Dachentwässerungsvorrichtung zum Abführen von Wasser
von einem Dach, mit (a) einer Haupt-Einlaufvorrichtung für einen Hauptablauf in ein
eine Mündungsöffnung aufweisendes Haupt-Ablaufrohr und (b) einer Einlaufvorrichtung
zum Ableiten von über eine vorbestimmte Notablaufhöhe über der Mündungsöffnung angestautem
Wasser mittels Druckströmung in ein Not-Ablaufrohr, dessen freier Querschnitt kleiner
als der des Haupt-Ablaufrohrs ist und der wenigstens über ein Teil seiner Länge innerhalb
des Querschnitts des Haupt-Ablaufrohrs verläuft.
[0002] Eine derartige Dachentwässerungsvorrichtung ist aus der
DE 10 2005 012 439 und der
DE 10 2005 012 438 bekannt. Nachteilig an derartigen Dachentwässerungsvorrichtungen ist, dass das Haupt-Ablaufrohr
leicht verschmutzt und oft gereinigt werden muss, wenn die volle Ablaufleistung erhalten
bleiben soll.
[0003] Aus der
DE 102 01 347 Al ist eine Einlaufvorrichtung für die Abführung von Regenwasser von einem Dach bekannt,
bei der das Haupt-Abflussrohr von einer Krempe überdacht ist, um eine Druckströmung
zu erzielen. Der Not-Ablauf ist hingegen als Freispiegel-Ablauf ausgebildet. Nachteilig
an dieser Ausführungsform ist, dass sie einen beträchtlichen Innendurchmesser für
das Not-Ablaufrohr bereitstellen muss, um im Notfall die Wassermassen sicher ableiten
zu können. Nachteilig ist zudem, dass der Notablauf und der Freispiegelablauf leicht
verschmutzen und dann im Notfall verstopfen können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dachentwässerungsvorrichtung anzugeben,
die ein geringeres Risiko des Verstopfens aufweist.
[0005] Die Erfindung löst das Problem durch eine gattungsgemäße Dachentwässerungsvorrichtung
gemäß Anspruch 1.
[0006] Vorteilhaft an dieser Dachentwässerungsvorrichtung ist es, dass das Wasser dann,
wenn es ungefähr auf Höhe der Notablaufhöhe auf dem Dach ansteht, eine Druckströmung
in dem Haupt-Ablaufrohr ausbildet. Dabei entsteht eine hohe Strömungsgeschwindigkeit,
die etwaige Verschmutzungen mitreißt. Bei Verschmutzung des Haupt-Ablaufrohrs steht
das Wasser zudem im Mittel höher auf dem Dach an, so dass die Wahrscheinlichkeit wächst,
dass sich eine Druckströmung ausbildet. In anderen Worten kommt es zu einer negativen
Rückkopplung, bei der bei Verschmutzung des Haupt-Ablaufrohrs eher eine Reinigung
eintritt. Man erhält so eine im Wesentlichen wartungsfreie Dachentwässerungsvorrichtung.
[0007] Vorteilhaft ist zudem, dass das Wasser auch dann geräuscharm abfließt, wenn der Wasserspiegel
ungefähr die Höhe der Notablaufhöhe hat, weil es aufgrund der Krempe zu keinem geräuschbehafteten
Abreißen der Wasserströmung kommt.
[0008] Es ist ein weiterer Vorteil, dass sich bei großen Wasserhöhen auch im Haupt-Ablaufrohr
eine Druckströmung ausbildet, so dass dann, wenn viel Wasser auf dem Dach ansteht,
die Abflussleistung der Dachentwässerungsvorrichtung besonders hoch ist. Vorteilhaft
ist zudem, dass die erfindungsgemäße Dachentwässerungsvorrichtung einfach aufgebaut
ist und somit kostengünstig hergestellt werden kann.
[0009] Durch die Krempe wird erreicht, dass sich bei einer Wasserhöhe, die in etwa der Notablaufhöhe
entspricht, auch im Haupt-Ablaufrohr eine Druckströmung ausbildet, was die Ableitkapazität
des Haupt-Ablaufrohrs deutlich erhöht. Dadurch steigt insgesamt die Ableitleistung
der Dachentwässerungsvorrichtung. Die Krempe ist also so angeordnet, dass sich dann,
wenn Wasser oberhalb der Notablaufhöhe ansteht, in dem Haupt-Ablaufrohr eine Druckströmung
ausbildet. Das heißt, dass sich im Haupt-Ablaufrohr eine im Wesentlichen von großen
Luftblasen freie Wassersäule ausbildet, so dass unterhalb der Krempe ein Unterdruck
anliegt.
[0010] Unter dem Merkmal, dass der Querschnitt der Krempe mindestens so groß ist wie die
Mündungsöffnung, ist insbesondere zu verstehen, dass die Krempe die Mündungsöffnung
vollständig überdacht. Wenn also die Krempe und die Mündungsöffnung beispielsweise
beide kreisförmig berandet und konzentrisch übereinander angeordnet sind, so ist der
Krempendurchmesser mindestens so groß wie der Mündungsdurchmesser.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform besitzt die Haupt-Einlaufvorrichtung eine Haupt-Einlauffläche,
die durch eine Einlauföffnungsberandung in die Mündungsöffnung des Haupt-Ablaufrohrs
übergeht, wobei die Krempe in vertikaler Projektion die Einlauföffnungsberandung vollständig
überspannt. Vorteilhaft hieran ist, dass sich die Druckströmung dann, wenn der Wasserspiegel
ungefähr der Notablaufhöhe entspricht, besonders gut ausbilden kann. Dadurch erreicht
die Dachentwässerungsvorrichtung bei derartigen Wasserständen eine besonders hohe
Ableitwirkung,
[0012] Unter der Einlauföffnungsberandung wird insbesondere der Übergang von der horizontal
verlaufenden Haupt-Einlauffläche zu dem gegen die Horizontale geneigten Haupt-Ablaufrohr
verstanden. In anderen Worten umschließt die vertikale Projektion der Krempe die Mündungsöffnung,
genauer die Mündungsöffnungsberandung.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Haupt-Ablaufrohr nach
oben von einem zylindermantelförmigen Rohrabschnitt in einen kegelstumpfartig erweiterten
Rohrabschnitt übergeht, dessen oberes Ende die Mündungsöffnung bildet.
[0014] Bevorzugt ist eine Haupt-Ablaufrohrquerschnittsfläche des Haupt-Ablaufrohrs größer
als eine Not-Ablaufromquerschnittsfläche des Not-Ablaufrohrs. Beispielsweise ist die
Haupt-Ablaufrohrquerschnittsfläche mindestens doppelt so groß wie die Not-Ablaufrohrquerschnittsfläche.
Dadurch wird eine besonders kompakte Dachentwässerungsvorrichtung erhalten, die trotzdem
auch oberhalb der Notablaufhöhe anstehendes Wasser sicher abführt, da sich im Not-Ablaufrohr
eine Druckströmung ausbilden kann.
[0015] Bevorzugt bildet die Krempe eine Not-Einlauffläche der Not-Einlaufvorrichtung, die
bündig mit dem Not-Ablaufrohr abschließt. In diesem Fall hat die Krempe zwei Funktionen,
die einander ergänzen.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Not-Einlaufvorrichtung einen
luftdichten Deckel, der einen nach unten offenen und ansonsten luftdicht abgeschlossenen
Hohlraum bildet und oberhalb der Krempe angeordnet ist, wobei der Deckel einen Deckeldurchmesser
hat, der kleiner ist als ein Krempen-Durchmesser der Krempe. Besonders bevorzugt ist
der Durchmesser der Mündungsöffnung kleiner als der Deckeldurchmesser und dieser wiederum
kleiner als der Krempendurchmesser. Es ergibt so eine besonders kompakte Dachentwässerungsvorrichtung,
die bei allen möglichen Wasserhöhen eine besonders geringe Geräuschentwicklung aufweist.
[0017] Es ist bevorzugt, dass die Krempe in Einbaulage der Dachentwässerungsvorrichtung
im Wesentlichen horizontal verläuft. Hierunter ist zu verstehen, dass die Krempe nicht
im strengen mathematischen Sinn horizontal verlaufen muss, sondern kleine Abweichungen
von zum Beispiel weniger als 5° tolerabel sind. Die Krempe kann die Form einer ebenen
Scheibe haben. Auf diese Weise werden Geräusche besonders effektiv unterdrückt. Die
Krempe kann aber auch konvex geformt sein und so einen nach unten offenen, luftdichten
Hohlraum bilden.
[0018] Bevorzugt ist die Krempe im Wesentlichen kreisförmig berandet und weist einen Durchmesser
auf, der mindestens das Doppelte des Durchmessers des Haupt-Ablaufrohrs beträgt. Hierdurch
wird eine Ausbildung einer Druckströmung effektiv gefördert.
[0019] Eine besonders einfach zu fertigende Dachentwässerungsvorrichtung ergibt sich, wenn
das Not-Ablaufrohr zylinderförmig ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein zylinderförmiges
Not-Ablaufrohr besonders effektiv eine Druckströmung aufbaut, so dass eine Entwässerung
des Dachs stets effizient möglich ist.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform besitzt die Dachentwässerungsvorrichtung
zumindest ein außen verlaufendes Leitelemente zum Vermindern oder Unterdrücken einer
Radialströmung in Wasser, das in die Haupt-Einlaufvorrichtung und/oder die Not-Einlaufvorrichtung
einläuft. Dabei können zwei, drei oder eine Mehrzahl an Leitelementen vorgesehen sein,
die vorzugsweise in gleichen Winkelschritten angeordnet sind. So werden Wirbel insbesondere
in dem Wasser vermieden, das in die Haupt-Einlaufvorrichtung einläuft, und es bildet
sich besonders schnell eine Druckströmung in dem Haupt-Ablaufrohr aus. Die Leitelemente
können beispielsweise Leitbleche sein.
[0021] Bevorzugt weist die Krempe einen radial äußeren, in Einbaulage im Wesentlichen horizontal
verlaufenden Außenabschnitt und einen radial innen am Außenabschnitt ansetzenden,
zum Außenabschnitt winklig verlaufenden Innenabschnitt auf. So bildet sich besonders
schnell eine Druckströmung im Haupt-Ablaufrohr aus.
[0022] Diese Krempe ist besonders einfach zu fertigen, wenn Innenabschnitt einen am Not-Ablaufrohr
ansetzenden, in Einbaulage im Wesentlichen horizontal verlaufenden Aufweitungsabschnitt
und einen sich an den Aufweitungsabschnitt anschließenden, in Einbaulage im Wesentlichen
vertikal verlaufenden Vertikalabschnitt aufweist.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Not-Einlaufvorrichtung einen luftdichten
Deckel auf, der unterhalb der Krempe angeordnet ist und einen Deckeldurchmesser hat,
der größer ist als der Krempendurchmesser der Krempe. Auf diese Weise kann eine besonders
flach bauende Dachentwässerungsvorrichtung erhalten werden, die bei Übersteigen der
Notablaufhöhe dennoch sicher das überschüssige Wasser in den Notablauf befördert.
[0024] Besonders bevorzugt weist die Dachentwässerungsvorrichtung eine Schmutzrückhaltevorrichtung
auf, die so ausgebildet ist, dass sowohl solcher Grobschmutz zurückgehalten wird,
der im Wasser enthalten ist, das in das Haupt-Ablaufrohr läuft, als auch solcher Grobschmutz
zurückgehalten wird, der in Wasser enthalten ist, das in das Not-Ablauflaufrohr läuft.
In anderen Worten ist die Schmutzrückhaltevorrichtung ausgebildet, um Grobschmutz
aus allem Wasser zurückzuhalten, was in einen der beiden Abläufe einläuft. Es kann
sich dabei beispielsweise um ein Gitter oder um einen Rechen handeln. Vorteilhaft
hieran ist, dass dann, wenn sich in dem Haupt-Ablaufrohr eine Druckströmung ausbildet,
die Schmutzrückhaltevorrichtung gereinigt wird. Ein gesondertes Reinigen der Schmutzrückhaltevorrichtung
ist daher weitgehend entbehrlich. Unter Grobschmutz werden beispielsweise Blätter
und andere Blattteile verstanden.
[0025] Bevorzugt weist die Dachentwässerungsvorrichtung in dem Deckel längliche Schlitze
auf, deren Höhe kleiner ist als deren Breite. In anderen Worten liegen die Schlitze.
Das hat den Vorteil, dass einerseits dem einströmenden Wasser nur ein geringer Widerstand
entgegengesetzt wird, andererseits bildet sich besonders schnell eine Druckströmung
aus. Steigt nämlich das Wasser auf eine Höhe oberhalb einer Oberkante der Schlitze,
so strömt nur noch Wasser in den Bereich unter dem Deckel, Noch dort vorhandene Luft
wird vom Wasserstrom mitgerissen und es bildet sich unter dem Deckel ein Unterdruck,
der den Wasserstrom in den Deckel erhöht.
[0026] Im Folgenden werden beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt
- Figur 1
- einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Dachentwässerungsvorrichtung,
- Figur 2
- einen Kopfabschnitt der Dachentwässerungsvorrichtung nach Figur 1,
- Figur 3
- einen Querschnitt durch eine bevorzugte erfindungsgemäße Dachentwässerungsvorrichtung
auf einem erfindungsgemäßen Dach,
- Figur 4
- einen Kopfabschnitt der Dachentwässerungsvorrichtung nach Figur 3,
- Figur 5
- ein Detail der Dachentwässerungsvorrichtung nach den Figuren 3 und 4,
- Figur 6
- einen Querschnitt durch das Detail nach Figur 5 und
- Figur 7
- einen Querschnitt durch eine weitere erfindungsgemäße Dachentwässerungsvorrichtung.
[0027] Figur 1 zeigt eine Dachentwässerungsvorrichtung 10 zum Abführen von Wasser von einem
Dach 12, die eine Haupt-Einlaufvorrichtung 14 und eine Not-Einlaufvorrichtung 16 besitzt.
[0028] Die Haupt-Einlaufvorrichtung 14 umfasst ein Haupt-Ablaufrohr 18, das einen zylindermantelförmigen
Rohrabschnitt 20 besitzt. Der zylindermantelförmige Rohrabschnitt 20 geht in einem
Mündungsabschnitt 22 in eine Mündungsöffnung 24 über, die einen Mündungsöffnungsdurchmesser
D
M hat (Figur 2). Der Mündungsabschnitt 22 geht in einer kreisförmigen Mündungsöffnungsberandung
in eine horizontal verlaufende Haupt-Einlauffläche 30 über.
[0029] Die Not-Einlaufvorrichtung 16 ist ausgebildet zum Ableiten von über eine Notablaufhöhe
H
N anstehendem Wasser und umfasst ein Not-Ablaufrohr 26, das einen Durchmesser D
N hat. Der Not-Ablaufrohrdurchmesser D
N ist kleiner als ein Haupt-Ablaufrohrdurchmesser D
F (vgl. Figur 2). Die Not-Ablaufrohrquerschnittsfläche berechnet sich zu A
N = πD
N und die Haupt-Ablaufrohrquerschnittsfläche zu A
P = πD
P - πD
N, wobei A
F mehr als das Doppelte von AN beträgt, im vorliegenden Fall ungefähr das Dreifache.
[0030] Die Haupt-Einlaufvorrichtung 14 umfasst eine horizontal verlaufende Krempe 28 mit
einem Krempendurchmesser D
K, der größer ist als der Mündungsöffnungsdurchmesser D
M. Die Krempe 28 ist so zu der Haupt-Einlauffläche 30 angeordnet, dass dann, wenn die
Haupt-Einlauffläche 30 in Höhe einer Dachversiegelung 32 angeordnet ist, die Krempe
38 genau auf der Notablaufhöhe H
N liegt. Die Krempe 28 verläuft eben und in einem rechten Winkel zum Not-Ablaufrohr
26 und bildet so eine Not-Einlauffläche der Not-Einlaufvorrichtung 16. Die Krempe
28 bewirkt, dass sich in der Haupt-Einlaufvorrichtung 14 eine Druckströmung ausbildet,
wenn Wasser oberhalb einer Druckströmungshöhe H
D ansteht. Die Krempe 28 ist beispielsweise so ausgebildet, dass die Druckströmungshöhe
H
D unterhalb der Notablaufhöhe H
N liegt.
[0031] Figur 2 zeigt, dass die Not-Einlaufvorrichtung 16 zudem einen Deckel 34 umfasst,
der eine im Wesentlichen zylinderförmige Gestalt hat, einen Deckeldurchmesser D
D besitzt und konzentrisch zum Haupt-Ablaufrohr 18 und zum Not-Ablaufrohr 26 angeordnet
ist. Der Deckel 34 hat eine Deckelkrempe 36, die horizontal verläuft und in einer
Höhe H
D endet, die größer ist als die Notablaufhöhe H
N. Wasser, das höher ansteht als die Notablaufhöhe H
N, aber unterhalb der Deckelkrempenhöhe H
D, läuft im Haupt-Ablauf über die Not-Einlauffläche in das Not-Ablaufrohr 26. Durch
die Krempe 28 wird die Druckströmung im Haupt-Ablaufrohr 18 stabilisiert.
[0032] Wasser, das oberhalb der Deckelkrempenhöhe H
D ansteht, wird von in einem Deckeldom 38 des luftdichten Deckels 34 anstehendem Unterdruck
angesogen, so dass sich im Not-Ablaufrohr 26 eine Druckströmung ausbildet. Der Unterdruck
im Deckeldom 38 entsteht dadurch, dass im Deckeldom 38 vorhandene Luft von dem durch
das Not-Ablaufrohr 26 abströmenden Wasser mitgerissen wird. Das entspricht dem Prinzip
der Wasserstrahlpumpe.
[0033] Wenn das Wasser nur knapp unterhalb der Deckelkrempenhöhe H
D ansteht, so kann sich im Deckeldom 38 kein stabiler Unterdruck aufbauen. Es kommt
zu Druckschwankungen. Dadurch, dass der Deckeldurchmesser D
D kleiner ist als der Krempendurchmesser D
K oder so groß wie dieser, wird verhindert, dass diese Druckschwankungen einen negativen
Einfluss auf die Druckströmung im Haupt-Ablaufrohr 18 haben. Geräusche werden so wirksam
vermindert.
[0034] Wenn Wasser oberhalb der Notablaufhöhe H
N ansteht, so wird auch im Haupt-Ablaufrohr 18 anstehendes Wasser mit nach unten gerissen,
so dass sich durch die Krempe 28 auch dort eine Druckströmung einstellt. Die Ausbildung
der Druckströmung wird dabei durch die Krempe 28 unterstützt.
[0035] In vertikaler Richtung zwischen der Haupt-Einlauffläche 30 und der Notablaufhöhe
H
N sind äquidistant Schmutzrückhaltescheiben 40a, 40b und 40c angeordnet, deren Außendurchmesser
dem Krempendurchmesser D
K entsprechen, die jedoch einen Innendurchmesser D
i besitzen, der größer ist als der Mündungsöffnungsdurchmesser D
N. Die Schmutzrückhaltescheiben 40 verhindern, dass Laub in das Haupt-Ablaufrohr 18
gelangen.
[0036] Die Dachentwässerungsvorrichtung 10 ist durch Befestigungsmittel 42a, 42b, 42c am
Dach 12 befestigt. Der Deckel 34 ist über drei Stege 44 befestigt, von denen in Figur
2 nur ein Steg sichtbar ist.
[0037] Günstig ist es, wenn sowohl das Haupt-Ablaufrohr 18 als auch das Not-Ablaufrohr 26
nach einer Verzweigungsstelle in jeweils ein Rohr münden, wobei die beiden so entstehenden
Rohre den gleichen Durchmesser haben.
[0038] Figur 3 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Dachentwässerungsvorrichtung,
bei der der Deckel 34 als flache Scheibe ausgebildet ist.
[0039] Figur 4 zeigt einen Kopfabschnitt der bevorzugten Ausführungsform der Dachentwässerungsvorrichtung
gemäß Figur 3. Es ist zu erkennen, dass der Deckel 34 durch eine beispielsweise 2
mm dicke Scheibe gebildet ist, die einen Deckeldurchmesser D
D aufweist und alle anderen Komponenten der Dachentwässerungsvorrichtung 10 überspannt.
Im Unterschied zu der Ausführungsform gemäß den Figuren 1 und 2 weist die Krempe 28
einen radial äußeren, in Einbaulage im Wesentlichen horizontal verlaufenden Außenabschnitt
46 und einen radial innen am Außenabschnitt 46 ansetzenden, zum Außenabschnitt winklig
verlaufenden Innenabschnitt 48 auf.
[0040] Der Innenabschnitt 48 wiederum hat einen am Not-Ablaufrohr 26 ansetzenden, in Einbaulage
im Wesentlichen horizontal verlaufenden Aufweitungsabschnitt 50 und einen sich an
diesen Aufweitungsabschnitt 50 anschließenden und in der Endfigur 2 gezeigten Einbaulage
im Wesentlichen vertikal verlaufenden Vertikalabschnitt 52. In anderen Worten ist
die Krempe 28 radial innen trogförmig ausgestaltet, wobei das Not-Ablaufrohr 26 an
einem Trogboden ansetzt. Darunter, dass der Außenabschnitt 46 im Wesentlichen horizontal
verläuft, ist zu verstehen, dass es möglich, nicht aber notwendig ist, dass der Außenabschnitt
im strengen Sinne horizontal verläuft. Es ist vielmehr möglich, dass der Außenabschnitt
46 einen kleinen Winkel mit der Horizontalen von beispielsweise weniger als 5° bildet.
[0041] Der Innenabschnitt 48 muss nicht zwangsläufig vertikal verlaufen. Unter dem Merkmal,
dass der Innenabschnitt 48 winklig zum Außenabschnitt 46 verläuft, ist insbesondere
zu verstehen, dass beide einen Winkel von beispielsweise mehr als 30° miteinander
aufweisen. Es ist zudem möglich, dass sich die Krempe trompetentrichterförmig kontinuierlich
im Durchmesser ändert. An der Krempe 28 sind Leitelemente 54.1, ... angeordnet, von
denen in Figur 4 lediglich das Leitelement 54.1 zu sehen ist.
[0042] Figur 5 zeigt eine perspektivische Ansicht der Krempe 28 mit den Leitelementen 54.1,
..., 54.6, die in äquidistanten Winkelschritten an der Krempe 28 befestigt sind und
radial auswärts verlaufen. Die Leitelemente 54 besitzen eine Höhe, die um einen kleinen
Betrag kleiner ist als ein Abstand zwischen einer Oberseite des Außenabschnitts 46
und der Haupt-Einlauffläche 30 (vgl. Figur 4). Die Leitelemente 54 verhindern eine
Strömung des Wassers in einer Umfangsrichtung um das Not-Ablaufrohr 26.
[0043] Figur 6 zeigt einen Querschnitt durch die Krempe 28. Figur 7 zeigt eine Ausführungsform,
bei der der Deckeldurchmesser D
D des Deckels 34 dem Krempendurchmesser D
K entspricht. Auf diese Weise wird eine kompakte Dachentwässerungsvorrichtung erhalten,
bei der die Druckströmung sowohl in der Haupt-Einlaufvorrichtung 14 als auch in der
Not-Einlaufvorrichtung 16 schnell anspringen.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 10
- Dachentwässerungsvorrichtung
- 12
- Dach
- 14
- Haupt-Einlaufvorrichtung
- 16
- Not-Einlaufvorrichtung
- 18
- Haupt-Ablaufrohr
- 20
- zylindermantelförmiger Rohrabschnitt
- 22
- Mündungsabschnitt
- 24
- Mündungsöffnung
- 26
- Not-Ablaufrohr
- 28
- Krempe
- 30
- Haupt-Einlauffläche
- 32
- Dachversiegelung
- 34
- Deckel
- 36
- Deckelkrempe
- 38
- Deckeldom
- 40
- Schmutzrückhaltescheiben
- 42
- Befestigungsmittel
- 44
- Steg
- 46
- Außenabschnitt
- 48
- Innenabschnitt
- 50
- Aufweitungsabschnitt
- 52
- Vertikalabschnitt
- 54
- Leitelement
- Di
- Innendurchmesser
- DM
- Mündungsöffnungsdurchmesser
- DN
- Not-Ablaufrohrdurchmesser
- DF
- Haupt-Ablaufrohrdurchmesser
- DD
- Deckeldurchmesser
- DK
- Krempendurchmesser
- HN
- Notablaufhöhe
- HD'
- Deckelkrempenhöhe
1. Dachentwässerungsvorrichtung (10) zum Abführen von Wasser von einem Dach (12), mit
(a) einer Haupt-Einlaufvorrichtung (14) für einen Hauptablauf in ein eine Mündungsöffnung
(24) aufweisendes Haupt-Ablaufrohr (18) und
(b) einer Not-Einlaufvorrichtung (16) zum Ableiten von über eine vorbestimmte Notablaufhöhe
(HN) über der Mündungsöffnung (24) angestautem Wasser mittels Druckströmung in ein Not-Ablaufrohr
(26),
(i) dessen freier Querschnitt kleiner als der des Haupt-Ablaufrohrs (18) ist
und
(ii) wenigstens über einen Teil seiner Länge innerhalb des Querschnitts des Haupt-Ablaufrohrs
(18) verläuft,
dadurch gekennzeichnet, dass
(c) die Haupt-Einlaufvorrichtung (14) eine Krempe (28) umfasst, deren Querschnitt
mindestens so groß ist wie die Mündungsöffnung (24).
2. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haupt-Einlaufvorrichtung (14) eine Haupt-Einlauffläche (30) umfasst, die durch
eine Mündungsöffnungsberandung in die Mündungsöffnung (24) des Haupt-Ablaufrohrs (18)
übergeht und die Krempe (28) in vertikaler Projektion die Mündungsöffnungsberandung
vollständig überspannt.
3. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Haupt-Ablaufrohrquerschnittsfläche des Haupt-Ablaufrohrs (18) größer als eine
Not-Ablaufrohrquerschnittsfläche des Not-Ablaufrohrs (26) ist.
4. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Krempe (28) eine Not-Einlauffläche der Not-Einlaufvorrichtung (16) bildet und
bündig mit dem Not-Ablaufrohr (26) abschließt.
5. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Not-Einlaufvorrichtung (16) einen luftdichten Deckel (34) umfasst, der
- einen nach unten offenen und ansonsten luftdicht abgeschlossenen Hohlraum (38) bildet
und
- oberhalb der Krempe (28) angeordnet ist,
- wobei der Deckel einen Deckeldurchmesser (DD) hat, der höchstens so groß ist wie ein Krempendurchmesser (DK) der Krempe (28).
6. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Krempe (28) im Wesentlichen kreisförmig berandet ist und einen Krempendurchmesser
(DK) aufweist, der mindestens das Doppelte eines Haupt-Ablaufrohrsdurchmessers (DF) beträgt.
7. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Not-Ablaufrohr (26) zylinderförmig ist.
8. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch zumindest ein radial nach außen verlaufendes Leitelement (54) zum Vermindern einer
Radialströmung in in die Haupt-Einlaufvorrichtung (14) und/oder die Not-Einlaufvorrichtung
(16) einlaufendem Wasser.
9. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Krempe (28)
- einen radial äußeren, in Einbaulage im Wesentlichen horizontal verlaufenden Außenabschnitt
(46) und
- einen radial innen am Außenabschnitt (46) ansetzenden, zum Außenabschnitt (46) winklig
verlaufenden Innenabschnitt (48) aufweist.
10. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Innenabschnitt (48)
- einen am Not-Ablaufrohr (26) ansetzenden, in Einbaulage im Wesentlichen horizontal
verlaufenden Aufweitungsabschnitt (50) und
- einen sich an den Aufweitungsabschnitt (50) anschließenden, in Einbaulage im Wesentlichen
vertikal verlaufenden Vertikalabschnitt (52) aufweist.
11. Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Not-Einlaufvorrichtung (16) einen luftdichten Deckel (34) umfasst, der
- oberhalb der Krempe (28) angeordnet ist,
- einen Deckeldurchmesser (DD) hat, der größer ist als der Krempendurchmesser (DK) der Krempe (28).
12. Dachentwässerungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine Schmutzrückhaltevorrichtung, die so ausgebildet ist, dass
- sowohl solcher Grobschmutz zurückgehalten wird, der in Wasser enthalten ist, das
in das Haupt-Ablaufrohr (18) läuft,
- als auch solcher Grobschmutz zurückgehalten wird, der in Wasser enthalten ist, das
in das Not-Ablaufrohr (26) läuft.
13. Dachentwässerungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Deckel (34) längliche Schlitze ausgebildet sind, deren Höhe kleiner ist als
deren Breite.
14. Dach (12), das ausgebildet ist
- für einen Hauptablauf für auf dem Dach (12) unterhalb einer Notablaufhöhe (HN) angestautem Wasser und
- für einen Notablauf für auf dem Dach (12) oberhalb der Notablaufhöhe (HN) angestautem Wasser,
gekennzeichnet durch eine Dachentwässerungsvorrichtung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche.
15. Dach (12) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Haupt-Einlauffläche (30) höhengleich zu einer dichtenden Dachfläche (32) angeordnet
ist.