[0001] Die Erfindung betrifft einen Rollladenkasten, insbesondere Rollladen-Aufsetzkasten,
mit einem Längsspalt, durch den ein im Innern aufwickelbarer Rollladenpanzer bei seiner
Auf- und Abwärtsbewegung hindurchgeführt wird, und mit wenigstens einem im Längsspalt
angeordneten Dichtungsprofil mit zumindest einer Wulst.
[0002] Der im Innern des Rollladenkastens aufwickelbare Rollladenpanzer wird in der Regel
auf einer Rollladenwelle aufgewickelt und von dieser abgewickelt. Die Rollladenwelle
kann manuell oder auch motorisch angetrieben werden. Bei einem Rollladen-Aufsetzkasten
handelt es sich um einen Rollladenkasten, welcher auf den oberen Blendrahmenschenkel
eines Fensters oder einer Tür aufgesetzt wird und zusammen mit dem Fenster oder der
Tür eine zugehörige Mauerlaibung in einem Gebäude ausfüllt. Demgegenüber ist ein Rollladen-Vorsetzkasten
regelmäßig außen vor den oberen Blendrahmenschenkel vorgesetzt und an diesem angebracht.
[0003] Rollladen-Vorsetzkästen werden oftmals bei der Nachrüstung von Rollläden eingesetzt.
Heutzutage kommen solche Vorsetzkästen vermehrt zum Einsatz, wenn besondere Lärmschutz-
oder auch Wärmedämmmaßnahmen verfolgt werden. Denn der obligatorische Längsspalt,
durch welchen der Rollladenpanzer hindurchgeführt wird, stellt ein Einfallstor für
von außen ins Gebäudeinnere eindringenden Lärm oder auch Kälte dar. Ebenso kann über
den Längsspalt Ungeziefer ins Innere des Rollladenkastens gelangen.
[0004] Aus diesem Grund hat man im Stand der Technik bereits verschiedenartige Dichtungsprofile
propagiert, welche beispielsweise im Rahmen der gattungsbildenden
DE 197 06 558 C2 das Eindringen von Schallwellen verhindern oder doch zumindest weitgehend dämpfen
sollen. Dazu greift die bekannte Lehre auf ein respektive zwei separate Dichtleisten
zurück, die üblicherweise einerseits an der einen Wand des Rollladenkastens und andererseits
am oberen Blendrahmenschenkel des Fensterrahmens angebracht werden.
[0006] Der Stand der Technik, insbesondere nach der
DE 197 06 558 C2, mag zwar für einen wirksamen Schallschutz sorgen, greift hierzu allerdings auf eine
speziell und separat angefertigte Dichtleiste zurück, die letztlich einen Weichgummischlauch
trägt. Ähnlich geht die
DE 196 15 884 A1 vor. Das ist herstellungstechnisch aufwendig, weil die Dichtleiste separat produziert
und an den Rollladenkasten angepasst werden muss. Auch die Montage gestaltet sich
schwierig, weil die bekannte Profilleiste mit einer selbstklebenden Beschichtung ausgerüstet
ist. Hieraus resultieren auch Probleme bei der Dauerfunktionsfähigkeit und bei großen
mechanischen Belastungen.
[0007] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, einen Rollladenkasten der eingangs
beschriebenen Ausgestaltung so weiterzuentwickeln, dass der Längsspalt dauerhaft abgedichtet
ist und sich die Montage des Dichtungsprofils einfach bei zugleich verringerten Herstellungskosten
darstellt.
[0008] Zur Lösung dieser technischen Problemstellung schlägt die Erfindung bei einem gattungsgemäßen
Rollladenkasten vor, dass das Dichtungsprofil mittels der in einer Nut des Rollladenkastens
und/oder einer Nut einer separaten Profilleiste aufgenommenen Wulst in Anlage an den
Rollladenpanzer gehalten wird.
[0009] Im Rahmen der Erfindung verfügt das Dichtungsprofil also über wenigstens eine Wulst,
die zur Halterung des Dichtungsprofils in einer Nut aufgenommen wird.
[0010] Dabei kann sich die Nut in einer separaten Profilleiste befinden, die ihrerseits
in einer Nut im Rollladenkasten aufgenommen wird respektive mit einer solchen Nut
verbunden werden kann.
[0011] Nach besonders bevorzugter Ausführungsform findet sich die Nut für die Wulst des
Dichtungsprofils jedoch unmittelbar im oder am Rollladenkasten und mag in diesen integriert
sein. Dann ist die zuvor angesprochene separate Profilleiste nicht erforderlich. In
jedem Fall lässt sich die Funktionssicherheit steigern, weil entweder die Profilleiste
fehlt oder bei Vorhandensein in einer Nut des Rollladenkastens aufgenommen wird. Ein
unbeabsichtigtes Abreißen oder Lösen dieser Profilleiste wie dies beim Stand der Technik
aufgrund der klebenden Befestigung möglich ist, wird ausdrücklich verhindert.
[0012] Außerdem ist die Herstellung regelmäßig vereinfacht, weil meistens lediglich eine
zusätzliche Hohlkammer im oder am Rollladenkasten definiert werden muss, welche die
Wulst des Dichtungsprofils respektive die Dichtleiste oder beispielsweise ein oder
mehrere Klipse der Dichtleiste aufnimmt. Das gelingt besonders einfach und elegant
für den Fall, dass der Rollladenkasten insgesamt aus Hohlkammerprofilstücken zusammengesetzt
ist. Bei diesen Hohlkammerprofilstücken handelt es sich bevorzugt um längserstreckte
Profilstücke mit Hohlkammern, die im Zuge des Herstellungsprozesses ummittelbar eingebracht
werden, um das Gewicht des Rollladenkastens insgesamt zu reduzieren. Dabei meint Hohlkammer
im Rahmen der Erfindung üblicherweise einen geschlossenen Raum, während eine Nut meistens
oberseitig offen gestaltet ist. So oder so lassen sich Hohlkammern und auch Nuten
problemlos in Hohlkammerprofilstücken aus Kunststoff beim Herstellungsvorgang definieren.
[0013] D. h., in diesen Herstellungsprozess kann unschwer zumindest eine weitere Hohlkammer
respektive eine Nut integriert werden, die zur vorzugsweise formschlüssigen Aufnahme
der Wulst an dem Dichtungsprofil eingerichtet ist. Denn die Produktion der Hohlkammerprofilstücke
geschieht üblicherweise im Zuge eines Kunststoffspritzgussvorganges oder durch Strangpressen,
wobei an dieser Stelle auch Hohlkammerprofilstücke aus Metall, bspw. Aluminium, hergestellt
werden können. - Zur Herstellung und zum grundsätzlichen Aufbau derartiger Rollladenkästen
wird beispielhaft und nicht einschränkend auf die
DE 199 31 928 A1 Bezug genommen.
[0014] In der Regel handelt es sich bei dem Dichtungsprofil um einen längsgeschlitzten Dichtungsschlauch,
der sich über die gesamte Länge des Längsspaltes erstreckt. Grundsätzlich können aber
auch mehrere in Längsrichtung aneinander angesetzte Dichtungsschläuche realisiert
werden. Aus Gründen einer einfachen Fertigung und eines dichten Abschlusses arbeitet
man jedoch im Allgemeinen mit einem über den gesamten Längsspalt durchgängigen längsgeschlitzten
Dichtungsschlauch. Dieser ist vorteilhaft mit zwei endseitigen Wülsten entlang seines
Längsschlitzes ausgebildet. Die Wülste greifen in zugehörige und voneinander beabstandete
Nuten im Rollladenkasten ein, und zwar wiederum und vorteilhaft formschlüssig. Der
Dichtungsschlauch bzw. das Dichtungsprofil mag jeweils stirnseitig offen oder geschlossen
ausgeführt sein.
[0015] Tatsächlich handelt es sich bei der Wulst bzw. den Wülsten um jeweils kederartige
und längserstreckte Begrenzungswülste. Die Begrenzungswulst formt also einen Keder,
das heißt eine Randverstärkung des Dichtungsprofils bzw. des längsgeschlitzten Dichtungsschlauches.
Dabei greift der Keder bzw. die Begrenzungswulst in die zugehörige Nut im oder am
Rollladenkasten ein.
[0016] Wie üblich bei einem Keder wird das Dichtungsprofil mit dem Rollladenkasten dergestalt
verbunden, dass die kederförmige bzw. kederartige Begrenzungswulst in die zugehörige
Nut in Längsrichtung reibungsfrei eingebracht und verschoben wird. Auf diese Weise
erfährt das Dichtungsprofil eine flächige Spannung, und zwar quer zu seiner bzw. zur
Längserstreckung der jeweiligen Nut. Als Folge hiervon beschreibt das Dichtungsprofil
im Querschnitt vorteilhaft einen Rundbogen, dessen oberster Bereich bzw. Kopfbereich
zugleich eine Anlagefläche an dem Rollladenpanzer definiert. In Folge der flächigen
Spannung des Hohlprofils quer zur Längserstreckung der Nut ist das Dichtungsprofil
insgesamt elastisch nachgebend bzw. federnd ausgelegt, und zwar in Bezug auf Bewegungen
des Rollladenpanzers im Wesentlichen quer zu seiner Auf- und Abwärtsbewegung. Dadurch
wird in praktisch allen Betriebszuständen und infolge der Anlage des Dichtungsprofils
am Rollladenpanzer eine zuverlässige Abdichtung mit Hilfe des erfindungsgemäßen Dichtungsprofiles
erreicht.
[0017] Das gilt besonders für den Fall, dass der Rollladenpanzer im Längsspalt zwischen
zwei sich gegenüberliegenden Dichtungsprofilen geführt wird. Dabei liegen die fraglichen
Dichtungsprofile respektive die vorteilhaft längsgeschlitzten Dichtungsschläuche jeweils
an seiner Innenseite und Außenseite an. Das kann in der Weise geschehen, dass die
Dichtungsprofile in einer Ebene angeordnet oder in versetzten Ebenen zueinander angeordnet
sind.
[0018] In jedem Fall erfährt der Rollladenpanzer eine Abdichtung mit Hilfe der beiden beidseitigen
Dichtungsprofile, und zwar im Längsspalt sowohl an seiner Innenseite als auch an seiner
Außenseite. In diesem Zusammenhang hat es sich weiter als günstig erwiesen, wenn der
Längsspalt in einem Ansatzbereich des Rollladenkastens ausgebildet ist, an welchen
sich unterseitig Rollladenführungsschienen anschließen. Im Gegensatz zum Stand der
Technik werden also die beiden sich gegenüberliegenden Dichtungsprofile jeweils beide
in dem Rollladenkasten, nämlich dem beschriebenen Ansatzbereich, aufgenommen. Eine
Anbringung einerseits am Rollladenkasten und andererseits am oberen Blendrahmenschenkel
einer zugehörigen Tür oder eines Fensters ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Dies
deshalb nicht, weil ansonsten der fragliche Blendrahmenschenkel mit einer oder zwei
Nuten zur Halterung des zugehörigen Dichtungsprofiles ausgerüstet werden müsste.
[0019] Das sieht die Erfindung ausdrücklich nicht vor, weil hier die erforderlichen Nuten
für das eine respektive die beiden sich gegenüberliegenden Dichtungsprofile vollständig
im bzw. am Rollladenkasten realisiert sind. Dadurch können das bzw. die Dichtungsprofile
unschwer und bereits werksseitig eingebracht werden, sind also zusätzliche Manipulationen
an einem Fenster oder einer Tür nach oder beim Einbau nicht (mehr) erforderlich.
[0020] Dabei empfiehlt es sich, die Hohlkammer in einem Seitendeckel und/oder einem Bodendeckel
des Rollladenkastens zu realisieren. Meistens wird ein Dichtungsprofil in einer Hohlkammer
bzw. in zwei Hohlkammern im Seitendeckel und das andere Dichtungsprofil in einer bzw.
zwei Hohlkammern im Bodendeckel des Rollladenkastens verankert.
[0021] Schlussendlich hat es sich aus Gründen einer einwandfreien Funktionalität als günstig
erwiesen, wenn das Dichtungsprofil eine Rutschkante für den Rollladenpanzer überdeckt.
Das gilt insbesondere für das der Innenseite des Rollladenpanzers zugeordnete Dichtungsprofil,
weil der Rollladenpanzer - wenn überhaupt - an dieser Innenseite in Kontakt mit dem
Bodendeckel des Rollladenkastens kommt oder kommen kann. Das gilt beispielsweise für
den Fall, dass sich der Rollladenpanzer in Folge Winddrucks durchbiegt. In einem solchen
Beispielfall sorgt die von dem Dichtungsprofil überdeckte Rutschkante dafür, dass
das Dichtungsprofil nur soweit verformt wird, bis der Rollladenpanzer (mit seiner
Innenseite im Beispielfall) an der Rutschkante anliegt und hieran entlanggleitet.
Das Dichtungsprofil wird also nicht übermäßig verformt und möglicherweise gequetscht
sowie zerstört. Dadurch resultiert eine lange Lebensdauer und unverändert gegebene
Funktionalität.
[0022] Im Ergebnis wird ein Rollladenkasten zur Verfügung gestellt, der durch einen besonders
effektiv abgedichteten Längsspalt überzeugt. Diese Abdichtung gelingt mit Hilfe eines
oder zweier den Längsspalt ausfüllender Dichtungsprofile, die sich einerseits an die
Innenseite und andererseits die Außenseite des im Längsspalt geführten Rollladenpanzers
anlegen.
[0023] Die fraglichen Dichtungsprofile werden mit Hilfe von kederartigen und längserstreckten
Begrenzungswülsten in zugehörigen und im Rollladenkasten definierten Hohlkammern aufgenommen.
Dadurch lassen sie sich unschwer und bereits werksseitig anbringen und verfügen über
eine dauerhafte Halterung. Zugleich sorgt die kederartige Ausgestaltung der Begrenzungswülste
dafür, dass das jeweilige Dichtungsprofil im Querschnitt halbkreisförmig gestaltet
ist und mit dem höchsten des Halbkreises an dem demgegenüber tangential entlanggleitenden
Rollladenpanzer anliegt. Dadurch werden zugleich optimierte Reibungsverhältnisse zur
Verfügung gestellt.
[0024] Das gilt erst recht für den Fall, dass das jeweilige Dichtungsprofil aus einem Silikonband
oder einem Weichgummischlauch aus Silikongummi hergestellt ist. Bei einem solchen
Silikongummi handelt es sich um spezielle synthetische Polymere, deren Moleküle netzartig
verknüpft sind und die insgesamt wärmebeständig, hydrophob und dielektrisch gestaltet
sind. Als Ergebnis dieser speziellen Dichtungsmaßnahmen erreicht der erfindungsgemäße
Rollladenkasten eine besonders große Schallschutzdämmung und eignet sich für derartige
Schallschutzmaßnahmen hervorragend.
[0025] Außerdem ist der Wärmeverlust deutlich verringert, so dass sich der beschriebene
Rollladenkasten besonders für den Einbau in so genannten Passivenergiehäuser eignet.
Denn im Gegensatz zu bisherigen Ausführungsformen findet kein Luftaustausch mehr über
den Längsschlitz im Rollladenkasten mit dem Inneren des Gebäudes statt. Das alles
gelingt, ohne dass auf von der Optik her nicht unbedingt vorteilhafte Vorsetzkästen
zurückgegriffen werden muss, obwohl die Erfindung selbstverständlich auch entsprechend
gestaltete Rollladen-Vorsetzkästen umfasst. Hierin sind die wesentlichen Vorteile
zu sehen.
[0026] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1 den erfindungsgemäßen Rollladenkasten schematisch,
Fig. 2 einen Querschnitt durch Fig. 1,
Fig. 3 ein Detail aus Fig. 2 im Bereich des Längsspaltes,
Fig. 4 eine abgewandelte Ausführungsform nach Fig. 3. und
Fig. 5 eine nochmals abgewandelte Variante.
[0027] In den Figuren ist ein Rollladenkasten dargestellt, der im Ausführungsbeispiel und
nicht einschränkend als Rollladen-Aufsetzkasten ausgestaltet ist. Dieser Rollladen-Aufsetzkasten
ist auf einen oberen und üblicherweise waagerecht angeordneten Rahmenschenkel 1 eines
Fensters oder einer Tür aufgesetzt. Das Fenster oder die Tür wird inklusive des Rollladenkastens
in einer Öffnung einer Mauerlaibung aufgenommen. Im Innern des Rollladenkastens findet
sich ein Rollladenpanzer 2, der auf einer Rollladenwickelwelle 3 aufgewickelt und
von dieser abgewickelt werden kann. Das mag motorisch oder manuell über einen Rollladengurt
in bekannter Art und Weise geschehen.
[0028] Der Rollladenpanzer 2 wird bei seiner Auf- und Abwärtsbewegung B durch einen Längsspalt
4 des Rollladenkastens hindurchgeführt. Im Längsspalt 4 sind jeweils endseitig - an
den Kopfstücken des Rollladenkastens - Einlaufstutzen 5 vorgesehen, die die Führung
des Rollladenpanzers 2 in den jeweiligen Endbereichen des Rollladenkastens unterstützen.
[0029] Zusätzlich sind im Längsspalt 4 im Rahmen des Ausführungsbeispieles zwei Dichtungsprofile
6, 7 angeordnet, die man am besten in dem Detailausschnitt gemäß den Fig. 3, 4 und
5 erkennt. Tatsächlich liegt das Dichtungsprofil 6 an einer Außenseite des Rollladenpanzers
2 dichtend an, wohingegen eine Innenseite des Rollladenpanzers 2 am Dichtungsprofil
7 entlanggleitet. Das der Außenseite des Rollladenpanzers 2 zugeordnete Dichtungsprofil
6 ist im Ausführungsbeispiel in einem Seitendeckel 8 des Rollladenkastens verankert,
wohingegen das der Innenseite des Rollladenpanzers 2 zugeordnete Dichtungsprofil 7
eine Festlegung im Bodendeckel 9 des Rollladenkastens erfährt.
[0030] Zu diesem Zweck verfügt das jeweilige Dichtungsprofil 6, 7 über einen jeweiligen
Wulst 10, der in einer zugehörigen Nut 11 aufgenommen wird. Im Rahmen der Variante
nach Fig. 3 findet sich die vorerwähnte Nut 11 unmittelbar im Rollladenkasten und
ist in diesen integriert. Dabei ist die Nut 11 einerseits im Seitendeckel 8 und andererseits
im Bodendeckel 9 vorgesehen. Bei der Variante nach Fig. 4 sind die beiden Nuten 11
für die jeweiligen Wülste 10 des Dichtungsprofiles 6, 7 in einer separaten Profilleiste
16 angeordnet. Die Variante nach Fig. 5 zeigt schließlich jeweilige Dichtungsprofile
6, 7, die mit lediglich einem T-Wulst 10 ausgerüstet sind. Der Wulst 10 wird mit seinem
T-Schenkel in zwei sich gegenüberliegenden Nuten 11 aufgenommen. An den T-Steg der
Wulst 10 ist das eigentliche Dichtungsprofil 6 respektive 7 angeschlossen. Dabei kann
die Variante nach Fig. 5 sowohl unmittelbar im Rollladenkasten als auch in der separaten
Profilleiste 16 aufgenommen werden.
[0031] Die Profilleiste 16 wird bei der Variante nach Fig. 4 in einer eigenen Hohlkammer
17 des Rollladenkastens aufgenommen, die sich einerseits im Seitendeckel 8 und andererseits
im Bodendeckel 9 findet. Alternativ zur Festlegung der Profilleiste 16 unmittelbar
in der Hohlkammer 17 entsprechend der Fig. 4 kann aber auch so vorgegangen werden,
dass die Profilleiste 16 in Längserstreckung mit ein oder mehreren Befestigungselementen
ausgerüstet wird und mit diesen in die fragliche Hohlkammer 17 eingreift.
[0032] Bei dem Wulst 10 handelt es sich im Ausführungsbeispiel um einen kederartigen und
längserstreckten Begrenzungswulst des insgesamt als längsgeschlitzter Dichtungsschlauch
ausgeführten Dichtungsprofils 6 bzw. 7. Das heißt, das Dichtungsprofil 6, 7 ist als
längsgeschlitzter Dichtungsschlauch aus beispielsweise einem Silikongummi oder einem
ähnlichen elastischen Material gefertigt, welches zudem über einen geringen Reibkoeffizienten
verfügt, so dass der Rollladenpanzer 2 hieran problemlos entlanggleiten kann. Dieser
längsgeschlitzte Dichtungsschlauch verfügt nun an seinen beiden den Längsschlitz begrenzenden
Kanten über die fraglichen ebenfalls längs erstreckten (Begrenzungs-)Wülste 10 bzw.
die T-förmige Wulst 10, die jeweils kederartig bzw. kederförmig ausgestaltet sind
und in die zugehörigen Nut 11 eingreifen.
[0033] Für die Befestigung des Dichtungsprofils 6, 7 werden die Wülste respektive Begrenzungswülste
10 in Längsrichtung in die zugehörigen Hohlkammern 11 eingeschoben. Die kederartige
Gestaltung der Begrenzungswülste 10 stellt dabei sicher, dass die Dichtungsprofile
6, 7 insgesamt einen Halbkreis im Querschnitt beschreiben und über eine Flächenspannung
quer zur Längserstreckung der jeweiligen Hohlkammer 11 verfügen. Dadurch wirkt das
jeweilige Dichtungsprofil 6, 7 federnd, und zwar insbesondere in Bezug auf Bewegungen
des Rollladenpanzers 2 quer zu seiner Bewegungsrichtung B beim Auf- und Abwickeln
auf die Rollladenpanzerwelle 3.
[0034] Man erkennt, dass die Hohlkammern 11 zur Aufnahme der Wülste bzw. Begrenzungswülste
10 des jeweiligen Dichtungsprofils 6, 7 in Bewegungsrichtung B des Rollladenpanzers
2 übereinander angeordnet sind, wie dies beim Dichtungsprofil 7 der Fall ist oder
einen gewissen Versatz zueinander aufweisen, wie dies für das Dichtungsprofil 6 gilt
(vgl. Fig. 3). Außerdem liegen sich die beiden Dichtungsprofil 6, 7 im Längsspalt
4 gegenüber, und zwar sind sie in einer übereinstimmenden Ebene angeordnet. Dadurch
wird der Rollladenpanzer 2 gleichsam zwischen den beiden Dichtungsprofilen 6, 7 in
Anlage und zugleich federnd eingeklemmt (vgl. Fig. 3 und 4). Infolge der geringen
Reibung zwischen den üblicherweise aus Kunststoff hergestellten und zusammengesetzten
Stäben des Rollladenpanzers 2 im Vergleich zu den Dichtungsprofilen 6, 7 wird der
Längsspalt 4 zuverlässig abgedichtet, und zwar auch bei einer Auf- und Abwärtsbewegung
B des Rollladenpanzers 2.
[0035] Man erkennt, dass der Längsspalt 4 und die beiden Dichtungsprofile 6, 7 in einem
Ansatzbereich 12 des Rollladenkastens ausgebildet sind. Dieser Ansatzbereich 12 des
Rollladenkastens wird einerseits von dem frontseitigen Seitendeckel 8 und andererseits
einer Abkantung des Bodendeckels 4 gebildet. Dadurch ist gewährleistet, dass die beiden
Dichtungsprofile 6, 7 vollständig in dem Rollladenkasten aufgenommen werden bzw. mit
ihren Wülsten 10 in Hohlkammern 11 im Rollladenkasten eingreifen und nicht beispielsweise
alternativ oder zusätzlich am oberen Blendrahmenschenkel 1 des Fensters oder der Tür
festgelegt werden müssen, wie dies der Stand der Technik beschreibt.
[0036] Bei Windbelastung kann sich der Rollladenpanzer 2 in Richtung auf den Bodendeckel
9 bzw. die beiden kopfseitigen Einlaufsstutzen 5 durchbiegen. Damit bei diesem Vorgang
das an der Innenseite des Rollladenpanzers 2 anliegende Dichtungsprofil 7 nicht beschädigt
oder eingequetscht wird, sorgt eine von dem fraglichen Dichtungsprofil 7 überdeckte
Rutschkante 13 dafür, dass solche Durchbiegungen des Rollladenpanzers 2 begrenzt werden,
indem dieser gegen die betreffende Rutschkante 13 zur Anlage kommt.
[0037] Der Rollladenkasten setzt sich aus insgesamt dem Bodendeckel 9, einem frontseitigen
Seitendeckel 8 sowie rückseitigen Seitendeckeln 8 und schließlich einem kopfseitigen
Deckel 14 zusammen. Sämtliche Deckel 8, 9, 14 sind jeweils als Hohlkammerprofilstücke
bzw. Hohlkammerprofildeckel ausgeführt und werden durch einen Kunststoffspritzgussvorgang
im Beispielfall hergestellt. Bei diesem Vorgang werden zugleich die Hohlkammern 11
bzw. Nuten 11 zur Aufnahme der Begrenzungswülste 10 für die Dichtungsprofile 6, 7
definiert. Außerdem werden alternativ Hohlkammern 15 realisiert, die zur Aufnahme
von Bürstendichtungen geeignet sind, die anstelle der Dichtungsprofile 6, 7 zum Einsatz
kommen mögen. Bei der Variante nach Fig. 5 werden die Dichtungsprofile 6, 7 in den
Hohlkammern 15 aufgenommen, die hier die Funktion der Nuten bzw. Hohlkammern 11 übernehmen.
- Schließlich erkennt man noch Rollladenführungsschienen 18, die sich unterseitig
an den Längsspalt 4 bzw. den Ansatzbereich 12 des Rollladenkastens anschließen. Dabei
können die Rollladenführungsschienen 18 mit dem fraglichen Ansatzbereich 12 verbunden
werden, was jedoch nicht zwingend ist.
1. Rollladenkasten, insbesondere Rollladen-Aufsetzkasten, mit einem Längsspalt (4), durch
den ein im Innern aufwickelbarer Rollladenpanzer (2) bei seiner Auf- und Abwärtsbewegung
(B) hindurchgeführt wird, und mit wenigstens einem im Längsspalt (4) angeordneten
Dichtungsprofil (6, 7) mit zumindest einer Wulst (10), dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungsprofil (6, 7) mittels der in einer Hohlkammer (11) des Rollladenkastens
und/oder einer Hohlkammer (11) einer separaten Profilleiste (16) aufgenommenen Wulst
(10) in Anlage an dem Rollladenpanzer (2) gehalten wird.
2. Rollladenkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungsprofil (6, 7) als längsgeschlitzter Dichtungsschlauch (6, 7) mit zwei
endseitigen Wülsten (10) ausgebildet ist, die in zugehörige und voneinander beabstandete
Hohlkammern (11) eingreifen.
3. Rollladenkasten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkammern (11) zur Aufnahme der Wülste (10) in Bewegungsrichtung (B) des Rollladenpanzers
(2) übereinander mit oder ohne Versatz zueinander angeordnet sind.
4. Rollladenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wulst (10) als kederatige sowie längserstreckte Begrenzungswulst (10) ausgebildet
ist.
5. Rollladenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungsprofil (6, 7) eine Rutschkante (13) für den Rollladenpanzer (2) überdeckt.
6. Rollladenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollladenpanzer (2) im Längsspalt (4) zwischen zwei sich gegenüberliegenden Dichtungsprofilen
(6, 7) geführt wird, die jeweils an seiner Innenseite und Außenseite anliegen.
7. Rollladenkasten nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsprofile (6, 7) in einer Ebene angeordnet sind.
8. Rollladenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkammer (11) in einem Seitendeckel (8) und/oder Bodendeckel (9) des Rollladenkastens
vorgesehen ist.
9. Rollladenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Längsspalt (4) in einem Ansatzbereich (12) des Rollladenkastens ausgebildet ist,
an welchen sich unterseitige Rollladenführungsschienen (18) anschließen.
10. Rollladenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass er aus einwandigen Profilstücken und/oder aus Hohlkammerprofilstücken zusammengesetzt
ist.