[0001] Die Erfindung betrifft eine dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach dem
Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Im Zuge der Verknappung der Rohölreserven und des damit verbundenen Anstiegs der
Kraftstoffpreise wird zunehmend versucht, alternative Kraftstoffe einzusetzen. Hierzu
gehören Ethanol, das so genannte Biodiesel, aber auch reines Pflanzenöl. Insbesondere
bei dem Betrieb mit reinem Pflanzenöl oder mit Biodiesel müssen an einer dieselmotorisch
betriebenen Brennkraftmaschine, die für den Betrieb mit normalem Dieselkraftstoff
konstruiert ist, Änderungen vorgenommen werden. Diese Änderungen werden nötig, da
sich aus Pflanzenöl erzeugter Kraftstoff anders als Dieselkraftstoff verhält. Weist
Dieselkraftstoff beispielsweise über einen relativ weiten Temperaturbereich eine fast
gleich bleibende Viskosität auf, so ändert sich bei Pflanzenöl die Viskosität mit
der Temperatur verhältnismäßig stark. Im Extremfall kann Pflanzenöl - abhängig von
der Sorte - sogar bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bereits in einen festen Zustand
übergehen.
[0003] Um einen üblicherweise mit Dieselkraftstoff zu betreibenden Motor so anzupassen,
dass er für den Betrieb mit Pflanzenöl geeignet ist, werden insbesondere Änderungen
vorgenommen, die gewährleisten sollen, dass sich das Pflanzenöl immer in einem dünnflüssigen
Zustand befindet und so über das Kraftstoffzuführsystem gut den Einspritzdüsen zugeleitet
werden kann. So werden beispielsweise Wärmetauscher eingesetzt, die den Kraftstoff
in den Leitungen erwärmen sollen. Auch wurden neue Kraftstoffzuführsysteme konstruiert,
die während der Startphase Leckagekraftstoff aus der Hochdruckpumpe und dem Einspritzsystem
in kleinem Kreislauf sofort wieder der Kraftstoffförderpumpe zuführen. Auf diese Weise
wird kaum kalter Kraftstoff aus dem Kraftstofftank benötigt, sondern es kann jeweils
bereits vorgewärmter Kraftstoff verwendet werden. Diese Maßnahmen verhindern jedoch
nicht, dass sich während des Startvorgangs kaltes Pflanzenöl in den Einspritzdüsen
befindet. Sie greifen erst kurz nach der Startphase.
[0004] Die größten Probleme ergeben sich durch den Betrieb mit Pflanzenöl bei den neuen,
mit Hochdruck einspritzenden Motoren. Insbesondere bei Motoren, die nach dem Common-Rail-Prinzip
arbeiten, können bereits bei Außentemperaturen um 10°C derartige Schwierigkeiten entstehen,
dass ein Starten des Motors mit Pflanzenöl praktisch unmöglich wird. Um diese Probleme
zu vermeiden, sind so genannte Zwei-Tank-Systeme im Einsatz, bei denen der Motor mit
normalem Dieselkraftstoff gestartet wird und erst dann, wenn der Motor seine Betriebstemperatur
erreicht hat, auf Pflanzenöl umgeschaltet wird. Nachteil dieser Zwei-Tank-Systeme
ist jedoch, dass die Kraftstoffleitungen vor dem Abstellen des Motors wiederum mit
Dieselkraftstoff gespült werden müssen. Wird dieser Spülvorgang vergessen und es befindet
sich noch Pflanzenöl in der Kraftstoffzuführung und in den Einspritzdüsen, so ist
ein Neustart des Motors nach dessen Abkühlung nicht mehr gewährleistet.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine,
die mit Pflanzenöl betrieben wird, so auszugestalten, dass die Kaltstartproblematik
stark verringert oder sogar eliminiert werden kann.
[0006] Gelöst wird die Aufgabe gemäß der Erfindung durch eine dieselmotorisch betriebene
Brennkraftmaschine mit den Merkmalen von Anspruch 1. Bei solchen Brennkraftmaschinen
mit einer Hochdruckeinspritzeinlage, beispielsweise nach Common-Rail-Technik, können
nicht mehr die bisher üblichen Einspritzdüsen verwendet werden, da diese nicht dazu
im Stande sind, den unter einem Druck von mehr als 1.000 bar stehenden Kraftstoffstrom
zu unterbrechen.
[0007] Es werden hier deshalb neue Injektoren eingesetzt, die eine Servo-Steuerung aufweisen,
bei der der hohe Druck des anstehenden Kraftstoffs auch für das Verschließen des Ventils
genutzt wird. Diese neuen Injektoren weisen eine Düsennadel mit Steuerkolben, ein
mit Kraftstoff gefülltes Kammervolumen, in das die Düsennadel eintaucht, einen mit
Steuerkraftstoff gefüllten Ventilsteuerraum, in den der Steuerkolben eintaucht, eine
Kraftstoffzuführung, die mit dem Kammervolumen und über eine Zulaufdrossel mit dem
Ventilsteuerraum verbunden ist, und einen Kraftstoffrücklauf auf, der über eine Ablaufdrossel
und ein Ablaufventil mit dem Ventilsteuerraum in Verbindung steht.
[0008] Es hat sich nun überraschenderweise herausgestellt, dass für die Kaltstartproblematik
nicht etwa der zur Einspritzung anstehende Kraftstoff in dem Kammervolumen, sondern
hauptsächlich der Steuerkraftstoff in dem Ventilraum verantwortlich ist. Wenn die
Kaltstartproblematik gelöst werden soll, spielt es folglich keine Rolle, ob der zur
Einspritzung anstehende Kraftstoff im Kammervolumen erwärmt wird.
[0009] Da bei modernen Hochdruck-Einspritzdüsen die Düsennadel ausschließlich hydraulisch
über den Ventilraum gesteuert wird, muss sichergestellt sein, dass sich der Steuerkraftstoff
auch bei niedrigen Temperaturen in einem Zustand befindet, der dem von Dieselkraftstoff
entspricht. Ist der Steuerkraftstoff dagegen zu zähflüssig, kann die Ventilnadel nicht
öffnen und es kann keine Einspritzung stattfinden. Gelingt es jedoch die Ventilnadel
zu heben und die Einspritzdüse zu öffnen, liegt an der Öffnung der Kraftstoff nahezu
mit dem Druck der Hochdruckpumpe an und kann auch in zähflüssigem Zustand mühelos
in der Brennraum eingespritzt werden.
[0010] Bei diesen Einspritzdüsen teilt sich die unter Hochdruck stehende Kraftstoffzuführung
üblicherweise innerhalb der Einspritzdüse in einen Strang zu dem Kammervolumen und
in einen Strang zu dem Ventilraum auf. Der dem Ventilraum zugeführte Steuerkraftstoff
wird praktisch vollständig über den Kraftstoffrücklauf wieder abgeleitet und nicht
über das Kammervolumen dem Brennraum zugeführt. Um die Kaltstartproblematik zu lösen
muss folglich nur dieser wieder abzuführende Steuerkraftstoff, nicht aber der für
die Einspritzung vorgesehene Kraftstoff erwärmt werden. Bisherige weniger erfolgreiche
Versuche zur Lösung dieses Problems hatten sich dagegen immer darauf konzentriert,
den für die Einspritzung vorgesehenen Kraftstoff zu erwärmen.
[0011] Es wurde herausgefunden, dass für die Anspring-Probleme bei niedrigen Temperaturen
hauptsächlich die Ablaufdrossel verantwortlich ist. Diese Engstelle gewährleistet
normalerweise, dass der an der offenen Einspritzdüse anliegende Druck nicht über die
Ablaufdrossel in den Leckageraum und damit in die Kraftstoffrückführung abfließt.
Befindet sich in den Hohlräumen des Injektors jedoch kaltes, zähes Pflanzenöl, wird
durch die Ablaufdrossel verhindert, dass zum Öffnen des Injektors der Druck in dem
Ventilsteuerraum abgebaut werden kann, der den Steuerkolben und die Ventilnadel in
der unteren Schließstellung hält. Das Öffnen des Ventils und das Einspritzen von Kraftstoff
wird damit unmöglich. Durch das Beheizen dieses Bereichs kann gezielt das Pflanzenöl,
das hier nur als Steuerkraftstoff dient, auf eine Temperatur gebracht werden, in der
die Funktion der Ablaufdrossel gewährleistet ist. Die Beheizung dieses relativ kleinen
Bereichs kann sehr schnell und mit geringem Energieaufwand erfolgen. Die Beheizung
könnte beispielsweise über ein Bauteil innerhalb der Einspritzdüse erfolgen. Es wäre
sogar denkbar, ein Bauteil, welches eigentlich eine ganz andere Funktion erfüllt,
als Heizelement zweckzuentfremden.
[0012] Die Heizung ist aber besonders vorteilhaft als Außenheizung ausgebildet. Es müssen
hierdurch keine besonders kritischen Eingriffe an der Einspritzdüse selbst vorgenommen
werden. Auch lässt sich die Einspritzdüse so in sehr einfacher Weise derart nachrüsten,
dass sie nicht nur mit Dieselkraftstoff, sondern auch mit Pflanzenöl betrieben werden
kann.
[0013] Vorteilhaft werden Einspritzdüsen eingesetzt, deren Zulaufdrossel in dem gleichen
Bereich angeordnet ist, in dem sich auch die Ablaufdrossel befindet. Auch die Zulaufdrossel
kann zu Kaltstartproblemen führen, diese ist bei weitem jedoch nicht so kritisch anzusehen
wie die Ablaufdrossel. Liegt die Zulaufdrossel jedoch in dem beheizten Bereich, in
dem sich auch die Ablaufdrossel befindet, können mit einer kleinen Heizeinrichtung
die eventuell durch beide Drosseln hervorgerufenen Probleme beseitigt werden.
[0014] Es ist angestrebt, die Außenheizung aus preiswerten Standardbauteilen aufzubauen.
In einem ersten Ausführungsbeispiel weist die Außenheizung daher einen Glühstift auf.
[0015] In vorteilhafter Weise ist der Glühstift über eine Muffe an der Einspritzdüse befestigt.
Diese Muffe kann aus einem massiven Teil gefertigt, aber auch als Schraubmuffe in
Form eines offenen Rings ausgebildet sein. In jedem Fall ist zu gewährleisten, dass
die Muffe in innigem und großflächigem Kontakt mit der Außenwand der Einspritzdüse
steht.
[0016] Durch die starken Belastungen, die beispielsweise durch Vibrationen auf die Muffe
wirken, sollte die Muffe aus einem Material mit hoher Festigkeit gefertigt sein. Gleichzeitig
ist jedoch zu beachten, dass das Material eine gute Wärmeleitfähigkeit aufweist, um
die Wärmeenergie aus dem Glühstift möglichst effizient in die Einspritzdüse einbringen
zu können.
[0017] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist ein elektrischer Heizring vorgesehen. Auch
diese Heizringe sind als Standardbauteile erhältlich. Sie werden direkt elektrisch
beheizt. Über den Heizring kann die Wärmeenergie noch effektiver exakt in den Bereich
der Einspritzdüse eingebracht werden, in dem sich die Ablaufdrossel befindet.
[0018] In einem anderen Ausführungsbeispiel wird die Einspritzdüse in dem Bereich der Ablaufdrossel
durch einen induzierten Wirbelstrom beheizt. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass
keine Wärme auf die Einspritzdüse übertragen werden muss, sondern direkt in der Einspritzdüse
erzeugt werden kann. Erfindungsgemäß ist zu diesem Zweck eine ringförmig um die Einspritzdüse
gelegte Spule vorgesehen. An die Spule wird ein Wechselstrom angelegt. Die Eindringtiefe
des induzierten Wirbelstroms ist von der Frequenz des angelegten Wechselstroms abhängig.
[0019] Vorteilhaft ist die Heizung vor dem Start der Brennkraftmaschine betreibbar. Das
bedeutet, dass beispielsweise über eine Steuervorrichtung, die den Startvorgang kontrolliert,
die Heizung aktiviert wird, noch bevor der eigentliche Startvorgang mit dem Aktivieren
des Anlassers eingeleitet wird. Auf diese Weise steht während des Startvorgangs bereits
dünnflüssiges Pflanzenöl an der Ablaufdrossel bereit, so dass eine problemlose Einspritzung
des Kraftstoffs in den Brennraum erfolgen kann.
[0020] Die Erfindung ist anwendbar auf die so genannten elektro-magnetischen Einspritzdüsen,
bei denen der Kraftstoffrücklauf über ein elektro-magnetisches Ventil gesteuert ist.
In ihrer Funktion sehr ähnlich sind die neuen piezo-elektrisch betriebenen Einspritzdüsen
aufgebaut. Diese wesentlich schneller schaltbaren Einspritzdüsen besitzen ebenso einen
Steuerkolben, einen Ventilsteuerraum und eine Ablaufdrossel. Auch hier ergibt sich
das gleiche Kaltstartproblem wie bei den elektro-magnetischen Einspritzdüsen. Die
Erfindung ist daher auch sehr vorteilhaft auf die neuen piezo-elektrischen Einspritzdüsen
anwendbar, bei denen der Kraftstoffrücklauf über ein piezo-elektrisches Ventil gesteuert
ist.
[0021] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
im Zusammenhang mit der Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die anhand der Zeichnungen
eingehend erläutert werden.
[0022] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Hochdruck-Einspritzdüse der erfindungs- gemäßen
dieselmotorischen Brennkraftmaschine und
- Fig. 2
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer beheizten Hochdruck-Einspritzdüse.
[0023] Die dargestellte Einspritzdüse ist als elektro-magnetischer Injektor 1 ausgebildet.
In dem Injektor 1 ist eine Anzahl von Hohlräumen vorgesehen, die alle miteinander
in Verbindung stehen. Der Leckageraum 4 ist direkt an den Rücklauf 7 in den Kraftstofftank
angeschlossen. Unterhalb des Leckageraums 4 befindet sich der Ventilsteuerraum 5 (siehe
Fig. 2). Dieser ist über die Ablaufdrossel 2 mit dem Leckageraum 4 verbunden. Über
die Zulaufdrossel 3 ist der Ventilsteuerraum 5 an den Hochdruckzulauf 8 angeschlossen.
Ebenfalls steht mit dem Hochdruckzulauf 8 das Kammervolumen 6 in Verbindung.
[0024] Bei geöffnetem Injektor 1 wird der Inhalt des Kammervolumens 6 über die Spritzlöcher
9 in den hier nicht dargestellten Brennraum eingespritzt. Der Hohlraum um die Düsenfeder
10, der sich mit Leckagekraftstoff aus dem Kammervolumen 6 und dem Ventilsteuerraum
5 füllt, ist über eine Bohrung ebenfalls an den Leckageraum 4 angeschlossen.
[0025] In dem Leckageraum 4 befindet sich ein elektro-magnetisches Ventil zum Verschließen
der Ablaufdrossel 2. Dieses elektro-magnetische Ventil weist eine Magnetspule 13,
eine Ventilfeder 12, eine Ankerfeder 11 und den Anker 15 auf. An der unteren Platte
des Ankers 15 ist die Ventilkugel 16 zum Verschließen der Ablaufdrossel 2 angebracht.
Die Ablaufdrossel 2 bildet zusammen mit dem magnetischen Ventil ein Ablaufventil.
Die Magnetspule 13 ist mit der Anschlussbuchse 14 verbunden. Über die Anschlussbuchse
14 wird ein elektrisches Steuergerät angeschlossen, mit dem die zum ordnungsgemäßen
Betrieb des Injektors 1 notwendigen elektrischen Impulse erzeugt werden.
[0026] Im unteren Bereich des Injektors 1 befindet sich die Düsennadel 19, mit der das Kammervolumen
6 gegen die Spritzlöcher 9 verschlossen wird. Nach oben setzt sich die Düsennadel
19 über die Druckschulter 18 in den Steuerkolben 17 fort. Die obere Stirnfläche des
Steuerkolbens 17 bildet die untere Begrenzungswand des Ventilsteuerraumes 5.
[0027] In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist ein Heizring 20 vorgesehen, der den Bereich
beheizt, in dem sich die Ablaufdrossel 2 und die Zulaufdrossel 3 befinden. In dem
Heizring 20 verläuft ein in aufrechte Schlaufen gebogener Heizdraht 21. Der elektrische
Anschluss für diesen Heizdraht 21 ist in der Darstellung nicht sichtbar.
[0028] Nach einer längeren Betriebspause bei geringer Umgebungstemperatur kühlt auch das
Pflanzenöl in den miteinander in Verbindung stehenden Hohlräumen des Injektors 1 ab.
Abhängig von der verwendeten Sorte wird das Pflanzenöl dabei relativ zähflüssig. Diese
zähe Flüssigkeit würde die beiden Drosseln 2 und 3 blockieren, die den Ventilsteuerraum
5 mit dem Rücklauf 7 bzw. mit dem Hochdruckzulauf 8 verbinden. Probleme würden sich
hier insbesondere beim Durchtritt des kalten Pflanzenöls durch die Ablaufdrossel 2
ergeben. Diese Drossel hat einen geringeren Durchmesser als die Zulaufdrossel 3. Auch
liegt an der Zulaufdrossel 3 immer der volle Druck des Hochdruckzulaufs 8 an, während
die Ablaufdrossel 2 auch bei geringerem anliegenden Druck durchgängig sein muss. Es
wird daher noch vor dem Startvorgang der Heizdraht 21 in dem Heizring 20 mit einer
Spannung beaufschlagt. Hierdurch stellt sich in sehr kurzer Zeit in dem von dem Heizring
20 umschlossenen Bereich des Injektors 1 eine Temperatur ein, bei der das Pflanzenöl
dünnflüssig wird und die beiden Drosseln 2 und 3 nicht mehr blockiert sind. Ist dieser
Zustand erreicht, kann der Startvorgang in Gang gesetzt werden.
[0029] In der gezeigten Darstellung befindet sich der Injektor 1 in geschlossenem Zustand.
Dabei ist die Magnetspule 13 nicht bestromt und die Ventilfeder 12 drückt den Anker
15 in seine unterste Stellung. Die Ventilkugel 16 verschließt dabei die Ablaufdrossel
2. Über den Hochdruckzulauf 8 und die Zulaufdrossel 3 herrscht in dem Ventilsteuerraum
5 der auch am Hochdruckzulauf 8 anliegende Druck. Dieser Druck wirkt folglich auch
auf die obere Stirnfläche des Steuerkolbens 17. Der gleiche Druck herrscht in dem
Kammervolumen 6. Hier wirkt der Druck des Pflanzenöls auf die Druckschulter 18. Da
hier jedoch der Druck in einem Winkel von etwa 45 Grad zu der Bewegungsrichtung der
Düsennadel 19 wirkt, ist die auf die Düsennadel 19 wirkende Kraft geringer als die
Kraft, die durch den Druck in dem Ventilsteuerraum 5 auf die Düsennadel 19 ausgeübt
wird. Hierzu addiert sich noch die Kraft der Düsenfeder 10. Diese beiden Kräfte halten
die Düsennadel 19 - entgegen der aus dem Druck in dem Kammervolumen 6 resultierenden
Kraft - in ihrer geschlossenen Stellung.
[0030] Soll nun Pflanzenöl in den hier nicht dargestellten Brennraum über die Spritzlöcher
9 eingespritzt werden, wird die Magnetspule 13 entsprechend bestromt. Dabei wird die
obere Platte des Ankers 15 angezogen, wobei sich dieser gegen die Kraft der Ventilfeder
12 hebt. Die Ventilkugel 16 hebt von der Ablaufdrossel 2 ab und gibt die Verbindung
zwischen dem Ventilsteuerraum 5 und dem Leckageraum 4 frei. Es kann nun Pflanzenöl
aus dem Ventilsteuerraum 5 austreten, wodurch der hohe Druck in diesem Raum nachlässt.
Dadurch verändert sich das Verhältnis der auf den Steuerkolben 17 wirkenden Kräfte.
Da der Druck auf die Druckschulter 18 unverändert bleibt, sich aber der Druck auf
die obere Stirnfläche des Steuerkolbens 17 verringert, bewegt sich die Düsennadel
19 nach oben und gibt die Spritzlöcher 9 frei.
[0031] Zum Schließen des Injektors 1 wird die Magnetspule 13 wieder stromlos geschaltet.
Die Ventilfeder 12 drückt nun den Anker 15 wieder in seine untere Stellung, in der
die Ventilkugel 16 die Ablaufdrossel 2 verschließt. Über die Zulaufdrossel 3 baut
sich im Ventilsteuerraum 5 sehr schnell wieder der an dem Hochdruckzulauf 8 anliegende
Druck auf. Der Steuerkolben 17 und die damit verbundene Düsennadel 19 werden wieder
nach unten gedrückt und verschließen die Spritzlöcher 9. Damit kann kein Pflanzenöl
aus dem Kammervolumen 6 mehr in den Brennraum austreten.
[0032] Sobald der Injektor 1 insbesondere durch die Abwärme des Motors seine normale Betriebstemperatur
erreicht hat, kann die Stromversorgung des Heizrings 20 abgeschaltet werden. In diesem
Zustand befindet sich der Injektor 1 auf einem Temperaturniveau, bei dem auch nachströmendes
Pflanzenöl sofort beim Eintritt in den Hochdruckzulauf 8 die Temperatur annimmt, die
für einen problemlosen Betrieb notwendig ist.
[0033] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel wird für die Beheizung des Injektors
1 vor dem Start ein Glühstift 25 verwendet. Diese Glühstifte werden üblicherweise
zum Starten von Dieselmotoren verwendet, sind hoch wärmefest und erreichen eine hohe
Lebensdauer. Um die Hitze des Glühstifts 25 auf den Injektor 1 zu übertragen, ist
eine Gewindebuchse 23 vorgesehen, in die der Glühstift 25 eingeschraubt ist. Die Innenfläche
der Gewindebuchse 23 entspricht möglichst genau der Außenfläche des Glühstifts 25,
so dass zwischen beiden Bauteilen ein möglichst großflächiger intensiver Kontakt zustande
kommt. Die Wärme aus dem Glühstift 25 wird auf diese Weise sehr effizient auf die
Gewindebuchse 23 übertragen.
[0034] Direkt mit der Gewindebuchse 23 ist die Heizmuffe 22 verbunden. Die Verbindung der
beiden Bauteile erfolgt vorteilhaft über eine Schweißung oder eine Hartlötung. So
ist auch ein guter Wärmeübergang zwischen der Gewindebuchse 23 und der Heizmuffe 22
gewährleistet. Die Heizmuffe 22 kann entweder ebenfalls über einen Lötvorgang mit
dem Injektor 1 verbunden werden oder sie ist als offene Muffe ausgebildet und wird
mit Hilfe von Schrauben auf den Injektor aufgeklemmt. Auch hier ist es wiederum wichtig,
einen innigen Kontakt zwischen Heizmuffe 22 und der Mantelfläche des Injektors 1 zu
erreichen, damit ein guter Wärmeübergang stattfinden kann.
[0035] Da sich das Oberteil des Injektors 1 üblicherweise zwischen den Ventilhebeln befindet
und der Abstand zwischen den Ventilhebeln relativ gering ist, muss insbesondere bei
einer geschraubten Heizmuffe sichergestellt werden, dass sich die Heizmuffe 22 durch
die auf sie wirkenden Vibrationen nicht dreht. Dadurch könnte die Gewindebuchse 23
mit dem Glühstift 25 in den Bereich der sich bewegenden Ventilhebel kommen. Durch
dieses Verdrehen würde folglich ein hoher Schaden entstehen. An der Unterseite der
Gewindebuchse 23 ist deshalb der Sicherungsstift 24 angebracht, der in eine ortsfeste
Öffnung, z. B in einer Schraube im Kopf der Brennkraftmaschine, eintaucht. Ein Verdrehen
der Heizmuffe 22 ist dadurch nicht mehr möglich.
[0036] In den Figuren wurde die Erfindung anhand eines elektro-magnetischen Injektors beschrieben.
Um kürzere Schaltzeiten und eine längere Lebensdauer der Injektoren erreichen zu können,
sind seit kurzem auch piezo-elektrische Injektoren auf dem Markt. Anstatt der Magnetspule
13 und des Ankers 15 wird hier ein Piezo-Stellmodul verwendet, welches aus einer Vielzahl
von übereinander gestapelten Piezo-Plättchen aufgebaut ist. Auch wenn die Hohlräume
in diesem Injektor etwas anders aufgebaut sind, ist auch hier eine Ventilsteuerkammer
vorhanden. Der Druck in dieser Ventilsteuerkammer, der wiederum für die Bewegung der
Düsennadel verantwortlich ist, wird auch hier über eine Ablaufdrossel und eine Zulaufdrossel
gesteuert. Da bei diesen piezo-elektrischen Injektoren die selbe Kaltstartproblematik
auftritt, kann auch hier mit der Beheizung des kritischen Bereichs Abhilfe geschaffen
werden. Die erfinderische dieselmotorische Brennkraftmaschine kann daher auch mit
piezo-elektrischen Injektoren betrieben werden.
Bezugszeichenliste:
[0037]
- 1
- Injektor
- 2
- Ablaufdrossel
- 3
- Zulaufdrossel
- 4
- Leckageraum
- 5
- Ventilsteuerraum
- 6
- Kammervolumen
- 7
- Rücklauf
- 8
- Hochdruckzulauf
- 9
- Spritzloch
- 10
- Düsenfeder
- 11
- Ankerfeder
- 12
- Ventilfeder
- 13
- Magnetspule
- 14
- Anschlussbuchse
- 15
- Anker
- 16
- Ventilkugel
- 17
- Steuerkolben
- 18
- Druckschulter
- 19
- Düsennadel
- 20
- Heizring
- 21
- Heizdraht
- 22
- Heizmuffe
- 23
- Gewindebuchse
- 24
- Sicherungsstift
- 25
- Glühstift
1. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine mit wenigstens einer Einspritzdüse (1)
zum Einspritzen von aus Pflanzenöl gewonnenem Kraftstoff mit einer Düsennadel (19)
mit Steuerkolben (17), einem mit Kraftstoff gefüllten Kammervolumen (6), in das die
Düsennadel (19) eintaucht, einem mit Steuerkraftstoff gefüllten Ventilsteuerraum (5),
in den der Steuerkolben (17) eintaucht, einer Kraftstoffzuführung (8), die mit dem
Kammervolumen (6) und über eine Zulaufdrossel (3) mit dem Ventilsteuerraum (5) verbunden
ist und einem Kraftstoffrücklauf (7), der über eine Ablaufdrossel (2) und ein Ablaufventil
(2, 16) mit dem Ventilsteuerraum (5) in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens für den mit dem Kraftstoffrücklauf (7) in Verbindung stehenden Steuerkraftstoff
in dem Ventilsteuerraum (5) eine Heizung (20, 21; 22-25) vorgesehen ist, wobei der
zur Einspritzung anstehende Kraftstoff in dem Kammervolumen (6) nicht beheizt wird.
2. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ausschließlich für den Bereich, in dem die Ablaufdrossel (2) angeordnet ist, eine
Heizung (20, 21; 22-25) vorgesehen ist.
3. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizung (20, 21; 22-25) als Außenheizung ausgebildet ist.
4. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem beheizten Bereich die Zulaufdrossel (3) angeordnet ist.
5. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenheizung (22-25) einen Glühstift (25) aufweist.
6. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Glühstift (25) über eine Muffe (22) an der Einspritzdüse (1) befestigt ist.
7. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Muffe (22) aus einem Material hoher Festigkeit und mit guter Wärmeleitfähigkeit
gefertigt ist.
8. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenheizung (20, 21) einen elektrischen Heizring (20) aufweist.
9. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine ringförmige Spule in der Einspritzdüse (1) Wirbelströme erzeugt werden.
10. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizung (20, 21; 22-25) vor dem Start der Brennkraftmaschine betreibbar ist.
11. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftstoffrücklauf über ein elektro-magnetisches Ventil (2, 13, 15, 16) gesteuert
ist.
12. Dieselmotorisch betriebene Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftstoffrücklauf über ein piezo-elektrisches Ventil gesteuert ist.