[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer berührsensitiven Bedieneinrichtung
eines Hausgeräts, bei welchem zumindest ein Betriebszustand des Hausgeräts durch Berühren
einer Bedienfläche der Bedieneinrichtung mit einem Einstellelement und durch Bewegen
des Einstellelements auf der Bedienfläche eingestellt wird.
[0002] Aus der
DE 20 2006 019 447 U1 ist ein berührungsempfindlicher Schieberegler bekannt, welcher beispielsweise als
Tastschalter Piezo-Sensoren aufweisen kann. Der berührungsempfindliche Schieberegler
umfasst einen berührungsempfindlichen Stellstreifen zum absoluten und/oder relativen
Eingeben eines Stellwerts, wobei in diesem Zusammenhang über den Stellstreifen, beispielsweise
mittels eines Fingers gestreift werden kann, um so die Betätigung der Sensoren und
die damit verbundene Einstellung erreichen zu können.
[0003] Darüber hinaus ist aus der
DE 10 2004 020 824 A1 eine Stellvorrichtung bei einem zumindest zweidimensionalen Sensorbereich für ein
Hausgerät bekannt. Auch hier kann die Stellvorrichtung Piezo-Sensoren aufweisen, wobei
durch ein Überstreifen über die Oberfläche der Bedieneinrichtung mittels eines Fingers
eine Betätigung der Sensoren und somit ein Einstellen eines Betriebszustands des Hausgeräts
erreicht werden kann.
[0004] Bei den bekannten Bedieneinrichtungen ist es erforderlich, dass über den gesamten
Betätigungsweg beim Überstreifen der Oberfläche der Bedieneinrichtung permanent ein
entsprechend großer Druck aufgebaut werden muss, um die Aktivierung gewährleisten
zu können. Gerade bei relativ langen Betätigungswegen kann dies nicht immer gewährleistet
sein, so dass es diesbezüglich zu Fehleinstellungen oder Abbrüchen der Einstellung
kommen kann. Dies ist relativ benutzerunfreundlich.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, bei dem eine
berührsensitive Bedieneinrichtung eines Hausgeräts benutzerfreundlicher betätigt werden
kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren, welches die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist,
gelöst.
[0007] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben einer berührsensitiven Bedieneinrichtung
eines Hausgeräts wird zumindest ein Betriebszustand des Hausgeräts durch Berühren
einer Bedienfläche der Bedieneinrichtung mit eine Einstellelement und durch Bewegen
des Einstellelements auf der Bedienfläche ermöglicht, wobei in diesem Zusammenhang
Sensoren der Bedieneinrichtung betätigt werden. Abhängig von einem Überschreiten eines
vorgebbaren Basis-Schwellwerts einer auf die Bedienfläche ausgeübten Kraft durch eine
mit dem Einstellelement bei einem Einstellvorgang bewirkten Kraft wird ein gewolltes
Einstellen eines Betriebszustands erkannt. Abhängig von diesem Erkennen eines gewollten
Betriebszustands wird der Schwellwert der durch das Einstellelement für das Erkennen
des weiteren gewollten Einstellens bei diesem initiierten Einstellvorgang auf die
Bedienfläche zu erzeugenden Kraft für einen auf dem weiteren Betätigungsweg des Einstellelements
nachfolgenden Sensor der Bedieneinrichtung im Vergleich zum Basis-Schwellwert reduziert.
Durch diese Vorgehensweise kann eine wesentlich benutzerfreundlichere Bedienung der
Bedieneinrichtung ermöglicht werden. Bei einer Einstellung, bei der über einen Betätigungsweg
über die Bedienfläche der Bedieneinrichtung gestreift und ein entsprechender Druck
ausgeübt werden muss, ist es somit nicht erforderlich, dass über den gesamten Betätigungsweg
ein relativ großer Druck ausgeübt werden muss, um die gewünschte Einstellung erreichen
zu können. Durch die Erfindung wird somit eine intelligente Vorgehensweise dahingehend
geschaffen, dass bei einem gewünschten Einstellen nach einer Einstellinitiierung ein
geringerer Druck auf die Bedienfläche auf dem weiteren Betätigungsweg ausgeübt werden
muss, um dennoch eine weitere Einstellung zu erkennen und diese durchzuführen.
[0008] Vorzugsweise wird der Schwellwert der durch das Einstellelement für das Erkennen
des weiteren gewollten Einstellens bei diesem initiierten Einstellvorgang auf die
Bedienfläche zu erzeugenden Kraft auf kleiner 80 %, insbesondere kleiner 60 %, insbesondere
50 %, des Basis-Schwellwerts reduziert. Durch diese Vorgehensweise kann die Betätigung
wesentlich erleichtert werden und für einen Nutzer der Bedieneinrichtung kann gerade
bei Einstellungen, bei denen über die Bedienoberfläche zur Einstellung gestreift wird,
eine zuverlässigere Einstellung ermöglicht werden. Fehleinstellungen oder Abbrüche
aufgrund eines zu niedrigen ausgeübten Drucks auf die Bedienfläche können dadurch
wesentlich reduziert werden.
[0009] Bevorzugter Weise kann vorgesehen sein, dass die Reduzierung des Schwellwerts auf
einen Wert kleiner des Basis-Schwellwerts diskret erfolgt. Dies bedeutet, dass nach
einer Initiierung eines Einstellvorgangs und einem Erkennen einer gewollten Einstellung
für alle weiteren nachfolgenden Sensoren der Bedieneinrichtung ein fester und für
diesen Einstellvorgang dauerhaft vorgegebener gleichbleibender Schwellwert eingestellt
wird.
[0010] Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass dieser im Vergleich zum Basis-Schwellwert
reduzierte Schwellwert während des Einstellvorgangs dynamisch verkleinert wird. In
diesem Zusammenhang kann beim Fortgang des Einstellvorgangs und somit beim Fortgang
des Betätigungswegs des Einstellelements für die jeweils nachfolgenden Sensoren auf
dem noch möglicherweise bevorstehenden Betätigungsweg eine stufenweise Reduzierung
des Schwellwerts für die ausübende Kraft erzeugt werden. So kann in diesem Zusammenhang
vorgesehen sein, dass der Schwellwert für den unmittelbar auf den zuerst betätigten
Sensor folgende Sensor auf einen ersten Schwellwert kleiner dem Basis-Schwellwert
reduziert wird. Wird die Einstellung fortgesetzt, indem das Einstellelement auf der
Bedienoberfläche weiterbewegt wird und somit der Betätigungsweg fortgeführt wird,
so kann vorgesehen sein, dass für den auf den zweiten Sensor folgenden dritten Sensor
ein zweiter Schwellwert eingestellt wird, welcher wiederum kleiner ist als der erste
Schwellwert.
[0011] Ebenso kann jedoch vorgesehen sein, dass erst für einen vierten Sensor, welcher in
der Reihenfolge auf den dritten Sensor entlang des Betätigungswegs folgt, ein derartiger
zweiter Schwellwert eingestellt wird, wobei in diesem Zusammenhang dann der zweite
und der dritte Sensor mit einer Kraft gemäß dem ersten Schwellwert zu betätigen sind.
[0012] Eine derartige dynamische Ausgestaltung der Schwellwertzuordnung während eines Einstellvorgangs
kann auch vielfältig auf andere Weise durchgeführt werden.
[0013] Vorzugsweise wird der Basis-Schwellwert auf eine Kraft kleiner 4 N, insbesondere
auf eine Kraft zwischen 2 N und 3 N, vorgegeben. Eine derartige Kraft ist einerseits
hoch genug, um unerwünschte Betätigungen oder leichte Berührungen bereits als Initiierungen
für einen gewünschten Einstellvorgang zu deuten, andererseits jedoch nicht so hoch,
dass unangenehm große Drücke von einem Nutzer der Bedieneinrichtung auf die Bedienoberfläche
ausgeübt werden müssen.
[0014] Vorzugsweise weist die Bedieneinrichtung zumindest zwei separate Sensoren auf, welche
zur Betriebszustandseinstellung des Hausgeräts über die Berührung der Bedienfläche
betätigbar sind, und abhängig von der Reihenfolge, in welcher die Sensoren durch den
Betätigungsweg des Einstellelements auf der Bedienfläche betätigt werden, wird die
Art der Betriebseinstellung erkannt. In diesem Zusammenhang kann eine Art der Betriebseinstellung
eine Auswahl einer spezifischen Funktion sein. Es kann jedoch auch vorgesehen sein,
dass unter einer Art der Betriebseinstellung ein Erhöhen oder ein Erniedrigen des
Betriebsparameters einer Funktion verstanden wird.
[0015] Vorzugsweise wird vor einem Erkennen eines Einstellvorgangs oder nach dem Abschließen
eines Einstellvorgangs der Schwellwert der auf die Bedienfläche auszuübenden Kraft,
mit der ein gewolltes Einstellen eines Betriebszustands erkannt wird, wieder auf den
Basis-Schwellwert gesetzt. Vorzugsweise wird somit durch einen automatischen Vorgang
stets die Ausgangsbedingung wieder eingestellt, wenn ein Einstellvorgang abgebrochen
oder wie gewünscht abgeschlossen ist. Es werden somit für jeden weiteren Einstellvorgang
gleiche Anfangs- und somit Basisbedingungen erzeugt, so dass dies für einen Nutzer
definitiv leicht zu bedienen ist, da er immer weiß, welche Gegebenheit momentan vorherrscht
und wie er die Einstellung durchführen kann.
[0016] Vorzugsweise wird der Basis-Schwellwert für die Sensoren der Bedieneinrichtung situationsspezifisch
durch eine Steuerelektronik automatisch gesetzt. Durch diese Steuerelektronik wird
somit erkannt, welche Gegebenheiten vorliegen, und ob diese erfordern, dass die Einstellung
des Basis-Schwellwerts durchgeführt werden soll. In diesem Zusammenhang kann situationsspezifisch
immer wieder einfach und zuverlässig auf die Ausgangssituation zurückgesetzt werden,
wodurch auch hier Fehlbedienungen oder ein nicht mehr Nachvollziehenkönnen des momentanen
Bedienzustands durch einen Nutzer vermieden werden kann.
[0017] Vorzugsweise wird der Schwellwert für eine Erkennung eines gewollten weiteren Einstellens
eines Betriebszustands des Hausgeräts für den zweiten Sensor bei einem Einstellvorgang
automatisch auf einen Schwellwert kleiner dem Basis-Schwellwert gesetzt, wenn mit
dem Einstellelement zum Initiieren des Einstellvorgangs auf die Bedienoberfläche im
Bereich des ersten Sensors eine Kraft ausgeübt wird, welche größer oder gleich dem
Basis-Schwellwert ist. Auch dann, wenn noch nicht erkannt werden kann, in welche Richtung
der Betätigungsweg mit dem Einstellelement auf der Bedienfläche durchgeführt wird,
werden somit bereits vorbeugend und situationsabhängig alle möglichen benachbarten
Sensoren zum als ersten betätigten Sensor mit einem im Vergleich zum Basis-Schwellwert
niedrigeren Schwellwert einer Betätigungskraft verknüft. Auch dadurch kann eine benutzerfreundliche
Bedienung gewährleistet werden, da die Elektronik quasi vorbeugend und vorausschauend
für alle möglichen Betätigungswege den Kraftschwellwert für die benachbarten Sensoren
reduziert, so dass auch hier Fehlbedienungen oder Abbrüche von Einstellungen verhindert
werden können.
[0018] Vorzugsweise wird die Reduzierung des Schwellwerts solange aufrecht erhalten, solange
das Einstellelement beim weiteren Einstellvorgang permanent eine Kraft mit einem Wert
auf die Bedienoberfläche auf dem weiteren Betätigungsweg ausübt, welcher größer oder
gleich dem reduzierten Schwellwert ist.
[0019] Es kann auch vorgesehen sein, dass die Reduzierung des Schwellwerts solange aufrecht
erhalten bleibt, solange das Einstellelement beim weiteren Einstellvorgang höchstens
für eine vorgebbare Zeitdauer eine Kraft mit einem Wert auf die Bedienoberfläche ausübt,
welcher kleiner ist als der reduzierte Schwellwert.
[0020] Es kann durch diese Alternative einerseits gewährleistet werden, dass die Einstellung
nur dann fortgesetzt wird, wenn bei dem Betätigen die Betätigungskraft nie unter den
reduzierten Schwellwert fällt. Dadurch kann eine sehr hohe Sicherheit bei der Bedienung
und Einstellung ermöglicht werden und es können unerwünschte Einstellungen vermieden
werden.
[0021] Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass ein Abbruch einer Einstellung auch dann
nicht erfolgt, wenn für eine relativ kurze vorgebbare Zeitdauer die Betätigungskraft
den reduzierten Schwellwert unterschreitet, so dass eigentlich bei dieser Situation
ein Abbruch erfolgen würde. Um genau bei diesen Situationen jedoch die Einstellung
fortsetzen zu können, wird auch dann nicht abgebrochen, wenn die Betätigung mit einer
geringeren Kraft als dem reduzierten Schwellwert die vorgebbare Zeitdauer nicht überschreitet.
Auch dadurch kann die Benutzerfreundlichkeit gesteigert werden, da dann, wenn der
Benutzer ein weiteres Einstellen wünscht, aber kurzzeitig mit einer relativ geringen
Kraft auf die Bedienoberfläche drückt, kein Abbruch des initiierten Einstellvorgangs
erfolgt.
[0022] Vorzugsweise ist diese Zeitdauer kleiner 1 s, insbesondere kleiner 0,5 s.
[0023] Besonders bevorzugt erweist es sich, wenn die Bedieneinrichtung Piezo-Sensoren aufweist
und die Bedieneinrichtung auf Grundlage der Piezotechnik arbeitet.
[0024] Bei einer Ausführung gemäß der Piezotechnik kann gerade bei einem Schieberegler auf
einem festgelegten Bedienbereich eine kontinuierliche Eingabe durch Darübergleiten
eines Einstellelements, beispielsweise eines Fingers oder eines anderweitigen Elements,
realisiert werden. Dies wird bei kapazitiver Technik durch Verhältnisbildung von außen
liegenden Sensoren realisiert.
[0025] Bei der Piezo-Technik können die Sensoren gemäß der Ausgestaltung in der
DE 103 50 588 A1 angeordnet sein, wobei bei dieser Ausführung unter einer metallischen Bedienleiste
eine Mehrzahl von Piezo-Sensoren beabstandet und elektrisch isoliert voneinander in
einer Reihe angeordnet sind. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die Piezo-Sensoren
in einer relativ geringen Baugröße ausgebildet sind, wodurch der Abstand von zwei
benachbarten Piezo-Sensoren auf etwa 10 mm verringert werden kann. In diesem Zusammenhang
kann auch vorgesehen sein, dass keine Isolierstege als Zwischenstege zwischen den
Piezo-Sensoren ausgebildet sind und dadurch ein mehrstufiger Gleitbereich als Betätigungsweg
realisiert werden kann. Diesbezüglich kann beispielsweise ein Betätigungsweg von bis
zu 170 mm realisiert werden. Der Betätigungsbereich ist dann zwar diskret aufgebaut,
wobei in diesem Zusammenhang für jede Stufe ein Piezo-Sensor vorgesehen ist, kann
aber durch Bedruckung der Oberfläche der Bedienleiste als durchgängiger kontinuierlicher
Betätigungsbereich dargestellt werden. Dies hat den Vorteil, dass keine Justage oder
Abstimmung des Betätigungsbereichs erfolgen muss. Es kann jedoch in diesem Bereich
auch vorgesehen sein, dass Einzeltasten realisiert sind und dies durch die Bedruckung
auf der Oberfläche der Bedienleiste so dargestellt ist.
[0026] Gerade bei Piezo-Sensoren kann eine unerwünschte Bedienungsauslösung durch Verbiegen,
Erschütterung oder Verspannung des Elements erfolgen. In diesem Zusammenhang kann
vorgesehen sein, dass jede Taste bzw. jeder Sensor der Bedieneinrichtung nach einer
vorgebbaren Zeitdauer automatisch pauschal entladen wird und somit die sich durch
die Verbiegung oder Erschütterung oder Verspannung aufbauende Ladung abgeführt wird
und so der Sensor wieder in den Ursprungszustand versetzt wird. In diesem Zusammenhang
kann beispielsweise ein Zeitintervall von 20 Sekunden vorgesehen sein, nach dem immer
eine Entladung erfolgt. Das Auftreten häufiger Fehlermeldungen kann dadurch verhindert
werden.
[0027] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer schematischen
Zeichnung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine perspektivische Darstellung
eines Kochfelds mit einer Bedieneinrichtung.
[0028] In der schematischen perspektivischen Darstellung gemäß der Figur ist ein als Kochfeld
1 ausgebildetes Hausgerät gezeigt, welches in einer Arbeitsplatte 2 bzw. einem Ausschnitt
der Arbeitsplatte 2 angeordnet ist. Das Kochfeld 1 umfasst eine Kochplatte 3, welche
aus Glaskeramik ausgebildet ist. Auf der Kochplatte 3 sind Kochzonen 4, 5, 6 und 7
ausgebildet, welche durch nicht gezeigte und unter der Kochplatte 3 angeordnete Heizeinrichtungen
beheizbar sind. An einer Vorderseite der Kochplatte 3 umfasst das Kochfeld 1 eine
Bedieneinrichtung 8. Die Bedieneinrichtung 8 umfasst eine metallische Bedienleiste
9, unter welcher eine Mehrzahl von Piezo-Sensoren 10, 11, 12, 13 und 14 angeordnet
sind. Gemäß der Darstellung in der Figur umfasst die Bedieneinrichtung 8 darüber hinaus
weitere Piezo-Sensoren, welche analog zu den Sensoren 10 bis 14 ausgebildet sind,
jedoch nicht näher bezeichnet sind. Die Piezo-Sensoren 10 bis 14 sind in einer Reihe
parallel zur Frontseite der Kochplatte 3 angeordnet und separat zueinander positioniert.
Die Sensoren 10 bis 14 können betätigt werden, indem mittels eines Einstellelements,
beispielsweise eines Fingers eines Nutzers, eine Oberfläche 15 der Bedienleiste 9
gedrückt wird.
[0029] Die Bedieneinrichtung 8 ist dazu ausgebildet, dass einzelne Sensoren 10 bis 14 durch
ein örtliches lokales Drücken auf die Oberfläche 15 betätigt werden und abhängig davon
ein Betriebszustand des Kochfelds 1 oder eines Teilbereichs davon, beispielsweise
einer Kochzone 4 bis 7, eingestellt wird.
[0030] Insbesondere ist die Bedieneinrichtung 8 jedoch auch dazu ausgebildet, dass eine
Einstellung eines Betriebszustands dahingehend erfolgen kann, dass mit einem Finger
über die Oberfläche 15 gestreift werden kann und auf diesem Betätigungsweg eine Mehrzahl
von Sensoren 10 bis 14 betätigt werden und dadurch eine entsprechende Einstellung
eines Betriebszustands erfolgt.
[0031] In diesem Zusammenhang umfasst die Bedieneinrichtung 8 eine nicht gezeigte Steuereinheit,
welche auch zum Auswerten der Signale der Piezo-Sensoren 10 bis 14 ausgebildet ist.
[0032] Abhängig von einem Überschreiten eines vorgebbaren Basis-Schwellwerts einer auf die
Bedienfläche 15 ausgeübten Kraft durch mit dem Finger bei einem Einstellvorgang bewirkten
Kraft wird ein gewolltes Einstellen eines Betriebszustands erkannt. Abhängig von diesem
gewollten Einstellen wird dann der Schwellwert der durch den Finger für das Erkennen
des weiteren gewollten Einstellens bei diesem initiierten Einstellvorgang auf die
Bedienfläche 15 zu erzeugenden Kraft für einen auf dem weiteren Betätigungsweg nachfolgenden
Piezo-Sensor 10 bis 14 im Vergleich zum Basis-Schwellwert reduziert. In konkreter
Ausführung bedeutet dies beispielsweise, dass dann, wenn ein Nutzer mit einem Finger
im Bereich des Piezo-Sensors 10 auf die Bedienfläche 15 drückt und dies mit einer
Kraft tut, welche größer als der Basis-Schwellwert ist, welcher im Ausführungsbeispiel
zwischen 2 N und 3 N vorgegeben werden kann, durch die Elektronik erkannt wird, dass
ein gewünschtes Einstellen erfolgen soll. Durch diese Initiierung wird somit ein Einstellvorgang
gestartet. Im Weiteren kann dann der Nutzer mit dem Finger einen Betätigungsweg in
Richtung der Sensoren 11 bis 14 auf der Bedienoberfläche 15 entlangstreifen.
[0033] Wird durch die Elektronik ein gewünschtes Einstellen beim Drücken auf den Piezo-Sensor
10 erkannt, so wird automatisch durch die Elektronik ein Schwellwert für die Erkennung
einer gewünschten Betätigung eines oder mehrerer der nachfolgenden Sensoren 11 bis
14 reduziert. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der unmittelbar nachfolgende
Piezo-Sensor 11 dahingehend für eine weitere gewünschte Einstellung bei diesem initiierten
Einstellvorgang betätigbar ist, indem mittels des Fingers eine Kraft ausgeübt wird,
welche mit einem im Vergleich zum Basis-Schwellwert reduzierten Schwellwert erfolgen
kann. Insbesondere kann hier vorgesehen sein, dass dieser Schwellwert 50 % des Basis-Schwellwerts
beträgt.
[0034] Beim Entlangstreifen auf der Bedienfläche 15 in Richtung der Sensoren 11 bis 14 muss
somit der Nutzer mit seinem Finger nur noch eine geringere Kraft ausüben, um die weitere
Einstellung bei diesem initiierten Einstellvorgang vornehmen zu können.
[0035] Es kann auch vorgesehen sein, dass die Festlegung der Schwellwerte für die Betätigung
der Sensoren 11 bis 14 bei diesem über den Piezo-Sensor 10 initiierten und erkannten
gewünschten Einstellvorgang während des weiteren Einstellens dynamisch angepasst wird.
In diesem Zusammenhang kann vorgesehen sein, dass dann, wenn der Finger in Richtung
des Sensors 11 auf der Bedienfläche 15 geschoben wird, automatisch im Weiteren ein
weiterer Schwellwert für die Kraftausübung für den nachfolgenden Piezo-Sensor 12 wiederum
reduziert wird. In diesem Zusammenhang kann dann vorgesehen sein, dass beispielsweise
der Schwellwert für die Betätigung des Piezo-Sensors 11 beispielsweise kleiner 80
% des Basis-Schwellwerts ist und der Schwellwert für die Betätigungskraft des nachfolgenden
Piezo-Sensors 12 nur noch 60 % des Basis-Schwellwerts beträgt.
[0036] Die im Ausführungsbeispiel auf den den Einstellvorgang initiierenden Piezo-Sensor
10 folgenden Piezo-Sensoren 11 bis 14 werden nach dem Erkennen eines gewünschten Einstellvorgangs
solange mit einem für die Betätigungskraft reduzierten Schwellwert belegt, solange
erkannt wird, dass der initiierte Einstellvorgang noch nicht abgeschlossen ist. Wird
dieser initiierte Einstellvorgang durch das eingestellte gewünschte Ergebnis beendet
oder vorher abgebrochen, so wird der Schwellwert für die Betätigungskraft der Sensoren
11 bis 14 wieder automatisch auf den Basis-Schwellwert zurückgesetzt. Dies erfolgt
über die Steuerelektronik.
[0037] Es kann vorgesehen sein, dass ein initiierte Einstellvorgang solange als nicht abgeschlossen
betrachtet wird, solange auf der Bedienfläche 15 mit einer permanenten Kraft größer
dem reduzierten Schwellwert gedrückt wird. Es kann vorgesehen sein, dass bei einem
Unterschreiten des reduzierten Schwellwerts der initiierte Einstellvorgang abgebrochen
wird.
[0038] Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass für eine vorgebbare Zeitdauer dieser reduzierte
Schwellwert unterschritten werden kann, ohne dass der initiierte Einstellvorgang abgebrochen
wird.
1. Verfahren zum Betreiben einer berührsensitiven Bedieneinrichtung (8) eines Hausgeräts
(1), bei welchem zumindest ein Betriebszustand des Hausgeräts (1) durch Betätigen
zumindest eines Sensors (10 bis 14) der Bedieneinrichtung (8) durch Berühren einer
Bedienfläche (15) der Bedieneinrichtung (8) mit einem Einstellelement eingestellt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von einem Überschreiten eines vorgebbaren Basis-Schwellwerts einer auf die
Bedienfläche (15) ausgeübten Kraft durch eine mit dem Einstellelement bei einem Einstellvorgang
bewirkten Kraft ein gewolltes Einstellen eines Betriebszustands erkannt wird, und
abhängig davon der Schwellwert der durch das Einstellelement für das Erkennen des
sich fortsetzenden gewollten Einstellens bei diesem initiierten Einstellvorgang auf
die Bedienfläche (15) zu erzeugenden Kraft für einen auf dem weiteren Betätigungsweg
des Einstellelements nachfolgenden Sensor (10 bis 14) der Bedieneinrichtung (8) im
Vergleich zum Basis-Schwellwert reduziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellwert auf kleiner 80%, insbesondere kleiner 60%, insbesondere 50% des Basis-Schwellwerts
reduziert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Basis-Schwellwert auf eine Kraft kleiner 4 N, insbesondere zwischen 2 N und 3
N, vorgegeben wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (8) zumindest zwei separate Sensoren (10 bis 14) aufweist,
welche zur Betriebszustandseinstellung des Hausgeräts (1) über die Berührung der Bedienfläche
(15) betätigbar sind, und abhängig von der Reihenfolge, in welcher die Sensoren (10
bis 14) durch den Betätigungsweg des Einstellelements auf der Bedienfläche (15) betätigt
werden, wird die Art der Betriebseinstellung erkannt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass vor einem Erkennen eines Einstellvorgangs oder nach dem Abschließen eines Einstellvorgangs
der Schwellwert der auf die Bedienfläche (15) auszuübenden Kraft, mit der ein gewolltes
Einstellen eines Betriebszustands erkannt wird, wieder auf den Basis-Schwellwert gesetzt
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Basis-Schwellwert für die Sensoren (10 bis 14) situationsspezifisch durch eine
Steuerelektronik automatisch eingestellt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellwert für eine Erkennung eines gewollten fortfahrenden Einstellens eines
Betriebszustands des Hausgeräts (1) für den zweiten Sensor (10 bis 14) bei einem Einstellvorgang
automatisch auf einen Schwellwert kleiner dem Basis-Schwellwert gesetzt wird, wenn
mit dem Einstellelement zum Initiieren des Einstellvorgangs auf die Bedienoberfläche
(15) im Bereich des ersten Sensors (10 bis 14) eine Kraft ausgeübt wird, welche größer
oder gleich dem Basis-Schwellwert ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der reduzierte Schwellwert so lange aufrechterhalten wird, so lange das Einstellelement
beim weiteren Einstellvorgang permanent eine Kraft mit einem Wert auf die Bedienoberfläche
(15) auf dem weiteren Betätigungsweg ausübt, welcher größer oder gleich dem reduzierten
Schwellwert ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der reduzierte Schwellwert so lange aufrechterhalten bleibt, so lange das Einstellelement
beim weiteren Einstellvorgang höchstens für eine vorgebbare Zeitdauer eine Kraft mit
einem Wert auf die Bedienoberfläche (15) ausübt, welcher kleiner ist als der reduzierte
Schwellwert.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitdauer kleiner 1 s, insbesondere kleiner 0, 5 s, ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (8) Piezo-Sensoren (10 bis 14) aufweist, und auf Basis der
Piezotechnik arbeitet.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduzierung des Schwellwerts gegenüber dem Basis-Schwellwert abhängig von dem
bereits erfolgten Betätigungsweg und/oder der bereits betätigten Anzahl von Sensoren
(10 bis 14) dynamisch durchgeführt wird.