(19)
(11) EP 2 103 398 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.09.2009  Patentblatt  2009/39

(21) Anmeldenummer: 09405047.3

(22) Anmeldetag:  12.03.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B26D 7/01(2006.01)
B26D 7/26(2006.01)
B65H 9/12(2006.01)
B65H 35/00(2006.01)
B26D 7/06(2006.01)
B26D 11/00(2006.01)
B65H 29/40(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(30) Priorität: 17.03.2008 CH 3902008

(71) Anmelder: Ferag AG
8340 Hinwil (CH)

(72) Erfinder:
  • Stauber, Hans Ulrich
    8624 Grüt (CH)

(74) Vertreter: Frei Patent Attorneys 
Frei Patentanwaltsbüro Postfach 1771
8032 Zürich
8032 Zürich (CH)

   


(54) Vorrichtung und Verfahren zum Beschneiden von gefalteten Druckereiprodukten


(57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Beschneiden von Druckereiprodukten (100) an der Frontkante (104) (Frontschnitt) und/oder an den Seitenkanten (106, 108) (Kopf-Fuss-Schnitt). Die Produkte (100) werden in entlang einer geschlossenen Umlaufbahn (U) bewegte Aufnahmeabteile (10) eingeführt, die an wenigstens einer, vorzugsweise drei Seiten offen sind und in diesem Bereich mitbewegte Messer (32, 42) aufweisen, die mit stationären Gegenmessern (34, 44) zusammenwirken. Erfindungsgemäss wird die Einführtiefe der Produkte (100) mittels einer Abstützung (50) so begrenzt, dass sich die Frontkanten (104) der Produkte (100) in unmittelbarer Nähe der offenen Seite der Abteile (10) befinden, vorzugsweise mit ihren Frontkanten (104) über die mitbewegten Messer (32) für den Frontschnitt überstehen. Erfindungsgemäss werden die senkrecht zur Falzkante (102) verlaufenden Kanten (106, 108) der Produkte (100) vor der Herstellung eines Schnitts mittels einer Klemm- und Verschiebeanordung (20) fixiert und erst bei der Abgabe des Druckereiprodukts wieder gelöst. Vorteile bestehen hinsichtlich der Positionierung des Produkts vor dem ersten Schnitt und der während des Verfahrens andauernden Fixierung, was zu verbesserter Qualität der Schnittkanten führt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Bearbeitung von Druckereiprodukten und betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Beschneiden von insbesondere mehrblättrigen gefalteten Druckereiprodukten, wie z.B. Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren, nach den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 9.

[0002] Gefaltete Druckereiprodukte werden in der Regel an der Kante, die der Falzkante gegenüberliegt, sowie an den beiden rechtwinklig dazu verlaufenden Kanten beschnitten. Dies wird als Frontschnitt bzw. als Kopf-/Fuss-Schnitt bezeichnet.

[0003] Eine Vorrichtung und ein Verfahren nach den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 9 sind aus der EP-A 0 753 386 bekannt. Die dort beschriebene Vorrichtung hat eine Mehrzahl von taschenförmigen Aufnahmeabteilen, die um eine gemeinsame Drehachse rotieren und dabei entlang einer kreisförmigen Umlaufbahn gefördert werden. Die Aufnahmeabteile sind jeweils durch zwei benachbarte, radial orientierte Stützflächen gebildet. Die Produkte werden mit der Falzkante voran in die Aufnahmeabteile eingeführt und kommen auf einer Abstützung, die sich im Bereich des Abteilbodens befindet, zur Anlage. Die Abstützung ist so geformt und angeordnet, dass die Produkte vollständig und tief im Abteil positioniert werden, d.h. die der Falzkante gegenüberliegenden Kante befindet sich vollständig im Abteil und ist von der radial aussen liegenden offenen Seite des Abteils deutlich beabstandet. In dieser Lage werden die Produkte seitlich, d.h. in Richtung der Drehachse bzw. parallel zum Abteilboden, ausgerichtet und anschliessend mit einer Klemmanordnung direkt oder indirekt gegen die Stützfläche festgeklemmt.

[0004] Anschliessend erfolgt erst der Kopf/-Fuss-Schnitt, dann der Frontschnitt. Für die entsprechenden Schnitte ist jeweils eine Schneidanordnung vorgesehen, die wenigstens ein stationäres Gegenmesser sowie in den Abteilen angeordnete mitbewegte Messer umfasst. Das Gegenmesser für den Kopf-Fuss-Schnitt ist in Bewegungsrichtung der Abteile vor dem Gegenmesser für den Frontschnitt angeordnet.

[0005] Die mitbewegten Messer für den Kopf-Fuss-Schnitt sind an axial offenen Seiten der Aufnahmeabteile angeordnet, das mitbewegte Messer für den Frontschnitt ist an der parallel zum Abteilboden offenen Seite der Abteile angeordnet. Die stationären Gegenmesser befinden sich an geeigneten Positionen, in denen sie mit den mitbewegten Messern scherenartig zusammenwirken können. Da die die Frontkante stützenden oder schneidenden Bauteile am Gegenmesser für den Kopf-Fuss-Schnitt vorbeigeführt werden müssen, muss sich das Produkt für den Frontschnitt und den Kopf-Fuss-Schnitt unterschiedlich tief im Abteil befinden. Bei der bekannten Vorrichtung muss das Produkt daher bereits bei der Übernahme tief in die Tasche eingeführt werden, um den Kopf-Fuss-Schnitt ausführen zu können.

[0006] Vor dem Kopf-Fuss-Schnitt werden die Produkte durch die Klemmanordnung im Abteil fixiert. Nach dem Kopf-Fuss-Schnitt wird die Klemmanordnung gelöst und das Produkt seitlich von einer Verschiebeanordnung ergriffen. Die Verschiebeanordnung schiebt das Produkt entlang der Stützfläche aus dem Abteil hinaus in die Position für den Frontschnitt. Die Klemmanordnung wird dann wieder aktiviert und das Produkt in der verschobenen Position erneut festgeklemmt. Nach dem Frontschnitt wird die Klemmanordnung wieder gelöst und das Produkt durch die Verschiebeanordnung so weit aus dem Abteil geschoben, dass es von einem Wegförderer übernommen werden kann.

[0007] Bei der bekannten Vorrichtung werden die Produkte von einem Greiferförderer herbeigefördert und in die Abteile fallengelassen bzw. tief darin eingeführt. Sie gleiten dabei frei entlang der Stützfläche, bis ihre Falzkante an der Abstützung gestoppt wird. Bei diesem Vorgang kann es vorkommen, dass sich das Produkt im Abteil und/oder Produktbestandteile gegeneinander verschieben. Für das seitliche (axiale) Ausrichten der Produkte vor dem Festklemmen ist daher eine verhältnismässig grosse Strecke bzw. Zeit vorgesehen, die einer Bewegung der Abteile entlang der Kreisbahn über einen Winkelbereich von beispielsweise etwa 60° entspricht. Dennoch kann es vorkommen, dass die Produkte beim anschliessenden Festklemmen durch die Klemmeinrichtung nicht vollständig ausgerichtet sind, was zu unsauberen Schnittkanten beim beschnittenen Produkt führen kann.

[0008] Ausserdem wird das Produkt erst nach dem Kopf-Fuss-Schnitt in die Position für den Frontschnitt gebracht und in dieser Position von der Klemmanordnung an der Frontkante festgeklemmt. Insbesondere durch den Wechsel zwischen dem Festklemmen durch die Klemmanordnung und durch die Verschiebeeinrichtung kann es zuvor zu Verschiebungen oder zu einem Aufwölben des nicht von der Verschiebeeinrichtung gehaltenen mittleren Produktbereichs gekommen sein, so dass die Frontkante nicht glatt, sondern mit Falten oder Verschiebungen fixiert wird. Dies kann ebenfalls zu unsauberen Schnittkanten führen.

[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden und eine Vorrichtung zum Beschneiden von gefalteten Druckereiprodukten sowie ein entsprechendes Verfahren zur Verfügung zu stellen, bei dem die Position der Produkte zum Erreichen einer optimalen Schnittqualität gut kontrollierbar ist.

[0010] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 9. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.

[0011] Die erfindungsgemässe Vorrichtung umfasst wie die eingangs beschriebene Vorrichtung ebenfalls Aufnahmeabteile, die durch eine Stützfläche gebildet sind und peripher an der Stützfläche an einer, bevorzugt drei Seiten offen sind, so dass hier die mitbewegten Messer angeordnet werden und mit stationären Gegenmessern zusammenwirken können. Die Vorrichtung umfasst ausserdem eine Abstützung, die als Anlage bzw. Anschlag für die Falzkante der Produkte beim bzw. nach dem Einführen in die Abteile dient. Ebenso umfasst die Vorrichtung eine Schneidanordnung für den Frontschnitt und/oder eine Schneidanordnung für den Kopf-Fuss-Schnitt, die jeweils mit den Abteilen mitbewegte, an den jeweiligen offenen Seiten angeordnete Messer sowie mindestens ein stationäres Gegenmesser aufweisen. Wie beim Stand der Technik ist eine Klemm- und Verschiebeanordnung zum Festklemmen der Druckereiprodukte und zum Verschieben entlang der Stützfläche vorhanden. Die Klemm- und Verschiebeanordnung wirkt vorzugsweise wenigstens auf die Seitenkanten des Produkts.

[0012] Erfindungsgemäss ist die Abstützung so eingestellt, dass die Produkte bei der Übernahme so in die Abteile eingeführt werden, dass sich die der Falzkante gegenüberliegenden Frontkante der Druckereiprodukte nach dem Einführen in die Abteile in unmittelbarer Nähe der offenen Seite der Abteile befindet. Insbesondere wird das Produkt nicht wie beim Stand der Technik tief in das Abteil eingeführt, sondern die Frontkante befindet sich in geringem Abstand vom mitbewegten Messer für den Frontschnitt. Bevorzugt steht die Frontkante über diese mitbewegten Messer hinaus oder wird durch Entlanggleiten an der Abstützung sanft in diese Position geschoben. In dieser Position wird das Produkt, vorzugsweise nach Ausrichtung in seitlicher (d.h. parallel zum Abteilboden verlaufender) Richtung, durch die Klemm-und Verschiebeanordnung an den senkrecht zur Falzkante verlaufenden Seitenkanten fixiert. Dies erfolgt vor der Herstellung des ersten Schnitts. Die seitliche Fixierung wird erst bei der Abgabe des Druckereiprodukts wieder gelöst, wobei das Produkt, falls notwendig, mit der Klemm- und Verschiebeanordnung in die zum Schneiden und für die Produktabgabe vorgesehenen Wirkpositionen gebracht wird.

[0013] Diese Massnahmen haben in Kombination den folgenden Effekt: Das Produkt wird weniger tief als beim Stand der Technik in die Abteile eingeführt. Hierdurch wird zum einen die Strecke, über die die Produkte frei fallen, gegenüber dem Stand der Technik deutlich verkürzt. Unkontrollierte Bewegungen werden somit vermieden. Innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit können die Produkte daher mit höherer Präzision ausgerichtet werden, da das grobe Ausrichten entfällt. Alternativ kann die Länge des Abschnitts der Bewegungsbahn, in dem das Ausrichten stattfindet, verkürzt werden. Indem die Seitenklemmung unmittelbar nach dem Ausrichten erfolgt und bis zur Abgabe nicht gelöst wird, wird eine Faltenbildung oder ein Verschieben der Produktteile durch Greifen und wieder Lösen vermieden. Zum anderen kann der Frontschnitt unmittelbar nach dem Ausrichten erfolgen, ohne dass das Produkt nochmals innerhalb des Abteils verschoben werden muss. Insgesamt ergibt sich somit eine bessere Qualität der Schnittkante. Für den Kopf-Fuss-Schnitt muss das Produkt zwar in der Regel in das Abteil hineingezogen werden, dies erfolgt jedoch aufgrund der vorzugsweise nicht gelösten Klemmung an den Seitenkanten sehr kontrolliert. Aus diesem Grund hat es auch keinen Einfluss auf die Qualität der Schnittkanten, wenn ein eventuell zum Fixieren der Frontkante vorhandenes Klemmorgan nach dem Frontschnitt wieder gelöst wird.

[0014] Vorzugsweise sind Schneidanordnungen für den Frontschnitt und den Kopf-Fuss-Schnitt vorhanden, deren stationäre Gegenmesser gegebenenfalls weggeschaltet werden können, falls der entsprechende Schnitt nicht ausgeführt werden soll. Die stationären Gegenmesser sind vorzugsweise so angeordnet, dass zuerst der Frontschnitt und dann der Kopf-Fuss-Schnitt gemacht wird.

[0015] Zur Anpassung an unterschiedliche Produktformate ist die Abstützung vorzugsweise derart verschiebbar, dass der Produktüberstand über das Frontschnitt-Messer bzw. die entsprechende offene Seite des Abteils stets im wesentlichen die gleiche Breite hat. Die Abstützung ist vorzugsweise durch ein oder mehrere stationäre Elemente gebildet, die sich in demjenigen Bereich der Vorrichtung befinden, in dem die Produkte in die Abteile eingeführt und anschliessend ausgerichtet werden. Alternativ kann die Abstützung auch durch einen mitbewegten und vorzugsweise verschiebbaren Abteilboden realisiert sein.

[0016] Die Steueranordnung zur Steuerung der Klemm- und Verschiebeanordnung kann in Form von einer stationären Steuerkulisse und damit zusammenwirkenden Steuerelementen ausgebildet sein.

[0017] Die Klemm- und Verschiebeanordnung umfasst vorzugsweise wenigstens ein Klemmorgan mit wenigstens zwei Klemmelementen, die ein Druckereiprodukt zwischen sich aufzunehmen imstande sind und die mit einer Steueranordnung, z.B. in Form von einer stationären Steuerkulisse und damit zusammenwirkenden Steuerelementen, zwischen einer Offenstellung und einer Klemmstellung relativ zueinander bewegbar sind. Im einfachsten Fall kann eines der Klemmelemente durch die Stützfläche des Abteils und das andere durch einen relativ dazu verschwenkbaren Hebel gebildet sein. Bevorzugt ist jedoch, dass die miteinander kooperierenden Klemmelemente unabhängig von der Stützfläche sind und, als Verschiebeeinrichtung dienend, relativ dazu zum Abteilboden hin bzw. davon weg verschoben werden können, um das Produkt von der Stellung für den Frontschnitt in die Stellung für den Kopf-Fuss-Schnitt zu bringen. Die Stützfläche kann dabei als Führung für das entsprechende Klemmorgan dienen.

[0018] Vorzugweise sind ein erstes Klemmorgan zum Festklemmen der Frontkante sowie wenigstens zwei weitere Klemmorgane zum Festklemmen der senkrecht dazu verlaufenden Seitenkanten vorhanden. Das erste Klemmorgan wirkt beispielsweise mit der Stützfläche zusammen, z.B. mit einem darin integrierten oder daran befestigten Querbalken. Es kann, muss aber nicht mit verschoben werden. Die weiteren Klemmelemente wirken vorzugsweise mit relativ zur Stützfläche beweglichen Gegenelementen zusammen. Die Klemmorgane für die Front- und Seitenfixierung sind vorzugsweise unabhängig voneinander steuerbar, so dass die Frontklemmung nach Durchführung des Frontschnitts gelöst und das Produkt in die Stellung für den Kopf-Fuss-Schnitt gebracht werden kann, ohne dass die Seitenklemmung gelöst werden muss.

[0019] Die Aufnahmeabteile sind vorzugsweise um eine gemeinsame, vorzugsweise horizontale Drehachse rotierend antreibbar, erstrecken sich in radialer Richtung von der Drehachse weg und sind an der radial aussen liegenden Seite sowie an beiden senkrecht dazu verlaufenden Seiten offen.

[0020] Beispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen rein schematisch:

Fig. 1 eine Übersichtsdarstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung;

Fig. 2 eine Klemm- und Verschiebeanordnung;

Fig.3a+b eine Klemm- und Verschiebeanordnung in Seitenansicht im geschlossenen bzw. offenen Zustand;

Fig. 4 eine Detailansicht des Übernahmebereichs der Vorrichtung aus Fig. 1;

Fig. 5 eine Detailansicht des Bereichs, in dem der Frontschnitt ausgeführt wird, der Vorrichtung aus Fig. 1;

Fig. 6 eine Detailansicht des Bereichs, in dem der Kopf-Fuss-Schnitt ausgeführt wird, der Vorrichtung aus Fig. 1;

Fig. 7 eine Detailansicht des Übergabebereichs der Vorrichtung aus Fig. 1.

Fig. 1 zeigt die erfindungsgemässe Vorrichtung 1 in einer Ansicht von der Seite. Der Aufbau und die Funktionsweise entsprechen im Prinzip der Vorrichtung aus der EP-A 0 753 386. Unterschiede bestehen vor allem in der Reihenfolge der Schnitte und in der Konstruktion der Klemm- und Verschiebeanordnung 20, die in den Fig. 2, 3a+b näher erläutert wird. Auf diese Unterschiede wird im Folgenden eingegangen, ergänzend wird auf die EP-A 0 753 386 verwiesen.

Fig. 4-7 zeigen Ausschnitte aus der Übersichtsdarstellung und illustrieren die einzelnen Verfahrensschritte.



[0021] Die Vorrichtung 1 weist eine in einem hier nicht gezeigten Gestell gelagerte Bearbeitungstrommel 2 auf, die um ihre Längsachse 16 drehbar ist. Die Bearbeitungstrommel 2 hat eine Mehrzahl von Aufnahmeabteilen 10, die radial orientiert sind und in radialer Richtung sowie an den beiden Stirnseiten der Bearbeitungstrommel 2 offen sind. Die Abteile 10 sind durch Stützelemente 12, 13 begrenzt, deren Oberseiten eine Stützfläche 14 für die Produkte 100 definieren. Die Abteile 10 werden durch Drehung der Bearbeitungstrommel 2 entlang einer geschlossenen, hier kreisförmigen Umlaufbahn U bewegt.

[0022] Ein oberhalb der Vorrichtung 1 angeordneter Zuförderer 70 in Form eines Greiferförderers mit einer Mehrzahl von Greifern 72 dient dazu, Druckereiprodukte 100 mit ihrer Falzkante 102 voran von oben in die Abteile 10 einzuführen. Ein im unteren Bereich seitlich neben der Vorrichtung 1 angeordneter Wegförderer 80, ebenfalls in Form eines Greiferförderers mit einer Mehrzahl von Greifern 82, dient zur Übernahme der beschnittenen Produkte 100 aus den Abteilen 10 und zu deren Wegtransport.

[0023] Die Abteile 10 enthalten jeweils eine Klemm- und Verschiebeanordnung 20, mit der die Produkte 100 in den Abteilen 10 fixiert und entlang der Stützfläche 14 im wesentlichen senkrecht zur Drehachse 16 verschoben werden können. Die entsprechenden Bewegungen der Klemm- und Verschiebeanordnung 20 werden mit einer Steueranordnung 60 gesteuert. Die Klemm- und Verschiebeanordnung 20 wird mit Bezug auf Fig. 2, 3a+b beschrieben; die hier stationären Steuerkulissen 62, 64, 66 der Steueranordnung 60 sind in den Fig. 4-7 gut erkennbar.

[0024] Eine erste Schneidanordnung 30 dient zur Herstellung des Frontschnitts, d.h. zum Beschneiden derjenigen Kante 104 des Produkts 100, die der Falzkante 102 gegenüberliegt (Frontkante). Sie umfasst in den Abteilen 10 angeordnete, parallel zur Drehachse 16 orientierte mitbewegte Messerelemente 32 sowie ein stationäres Gegenmesser 34. Eine zweite Schneidanordnung 40 dient zur Herstellung des Kopf-Fuss-Schnitts, d.h. zum Beschneiden der senkrecht zur Falzkante 102 verlaufenden Seitenkanten 106, 108. Sie umfasst in den Abteilen 10 angeordnete, senkrecht zur Drehachse 16 orientierte mitbewegte Messerelemente 42 sowie eine stationäre Messeranordnung mit zwei Gegenmessern 44.

[0025] Im oberen Bereich der Bearbeitungstrommel 2 befindet sich eine stationäre Abstützung 50, welche durch ihre Oberkante 52 den Abteilboden definiert und damit die Einstecktiefe der Produkte 100 in die Abteile 10 begrenzt. Auf dieser Abstützung 50 kommt die Falzkante 102 der Produkte 100 unmittelbar nach dem Einführen zur Anlage.

[0026] Im Folgenden wird die Klemm- und Verschiebeanordnung mit Bezug auf Fig. 2, 3a+b im Detail beschrieben.

[0027] Die Aufnahmeabteile 10 sind durch mehrere an zwei Rädern 18 gelagerte, radial ausgerichtete längliche Stützelemente 12, 13 definiert. Jeweils ein erstes Stützelement 12 und ein zweites Stützelement 13 definieren durch ihre zum Abteil 10 orientierten Oberflächen eine radial ausgerichtete Stützfläche 14. Die Stützelemente 12, 13 sind an ihrem der Drehachse 16 zugewandten Ende beispielsweise speichenartig an jeweils einem Rad 3, 4 befestigt (in Fig. 3b schematisch angedeutet). Wie in der EP-A 0 753 386 beschrieben ist, kann der Abstand d der Stützelemente 12, 13 bzw. der Räder 3, 4 in Richtung der Längsachse 16 zur Anpassung an unterschiedliche Produktformate verstellt werden. Am radial aussen liegenden Ende der Stützelemente 12, 13 und parallel zur Längsachse 16 befindet sich ein Querbalken 15. Der Querbalken 15 hat stiftartige Fortsätze 17, mit er an einem um die Achse 16 drehbaren Rad 18 (Fig. 1) befestigt ist. Die Stützelemente 12, 13 können zwecks Formatanpassung in Richtung des Querbalkens 15 relativ zum diesem verschoben werden.

[0028] Am Querbalken 15 sind die mitbewegten Messerelemente 32 der ersten Messeranordnung 30 angebracht; die Klingen weisen in radialer Richtung nach aussen. Die mitbewegten Messerelemente 42 der zweiten Schneidanordnung 40 sind an den in axialer Richtung aussen liegenden Kanten der Stützelemente 12 angebracht. Ihre Klingen weisen in axialer Richtung nach aussen. In der Aufsicht auf die Stützfläche 14 fluchten die Klingen der Messerelemente 32, 42 mit der jeweiligen Kante des Stützelements 12 bzw. des Querbalkens 15 bzw. ragen über diese hinaus.

[0029] Jedem Abteil 10 ist eine Klemm- und Verschiebeanordnung 20 zugeordnet. Diese besteht aus zwei Klemmorganen 22, 24 für die Seitenklemmung und einem Klemmorgan 26 für die Frontklemmung. Die Klemmorgane 22, 24 für die Seitenklemmung sind jeweils gleich gestaltet; im Folgenden wird nur eines der Klemmorgane beschrieben:

[0030] Das Klemmorgan 22 für die Seitenklemmung umfasst jeweils einen Hebel 202, mit dem jeweils eine Pressplatte 204, bestehend aus einem flächigen Trägerelement 240 und einer dünnen Platte 242 aus Federstahl, um eine parallel zur Drehachse 16 verlaufende Achse 206 schwenkbar verbunden ist. Eine Feder 214 drückt das Trägerelement 240 in seinem radial innen liegenden Bereich 240' vom Hebel 202 weg. Hierdurch wird beim Schliessen des Klemmorgans 22 eine Presswirkung erzeugt, die zuerst auf die nahe am Abteilboden angeordneten Produktbereiche, d.h. von der Falzkante 102 in Richtung Frontkante 104 wirkt, so dass eventuell im Produkt eingeschlossene Luft ausgestrichen wird. Die Pressplatte 204 hat eine parallel zur Seitenkante der Stützfläche 14 verlaufende Aussenkante 204a und weitet sich in ihrem radial aussen liegenden Endbereich 204b zum Inneren der Stützfläche 14 hin auf. Das Klemmorgan 22 ist mit einem Schlitten 208 wirkverbunden, der in einem Langloch 19 des Stützelements 12 in radialer Richtung verschiebbar ist.

[0031] Der Schlitten 208 weist ein Steuerelement 210 in Form einer Steuerrolle auf. Diese wirkt zur Einstellung der radialen Position mit einer ersten stationären Steuerkulisse 62 zusammen, die Teil der Steueranordnung 60 ist.

[0032] Der Hebel 202 ist relativ zum Stützelement 12 zwischen einer offenen Stellung und einer Klemmstellung beweglich, insbesondere verschwenkbar. Hierzu ist er um eine Achse 216 schwenkbar am Schlitten 208 befestigt. Er hat an seinem radial innen liegenden Ende ein weiteres Steuerelement 212, ebenfalls in Form einer Steuerrolle. Dieses wirkt zur Einstellung der Schwenkposition des Hebels 202 mit einer zweiten stationären Steuerkulisse 64 (Fig. 4) zusammen.

[0033] Das Klemmorgan 26 für die Frontklemmung umfasst einen weiteren Hebel 218, der um eine weitere Achse 220 schwenkbar und auf einer zwischen den beiden oben erwähnten, als Lagerung für die Stützelemente 12, 13 dienenden Rädern 3, 4 angeordneten mittleren Radscheibe 5 gelagert. Die mittlere Radscheibe 5 behält bei einer Formatanpassung, d.h. axialer Abstandsänderung der äusseren Räder 3, 4, ihre mittige Position und wird nicht mitverstellt. Das Klemmorgan 26 für die Frontklemmung umfasst des weiteren eine in der Aufsicht T-förmige Pressplatte 228, die über ein längliches Kopplungssstück 230 mit dem weiteren Hebel 218 schwenkbar verbunden ist. Die radial aussen liegende Kante 228a der Pressplatte 228 verläuft parallel zur Drehachse 16, zum Frontschnitt-Messer 32 und im Anwendungsfall zur zu beschneidenden Frontkante des Produkts. Die Breite der Frontschnitt-Pressplatte entspricht wenigstens der maximalen Produktbreite. Damit die Frontschnitt-Pressplatte am Gegenmesser für den Seitenschnitt vorbeibewegt werden kann, muss das Produkt im Anwendungsfall zum Abteilboden hin zurückgezogen werden.

[0034] Das Kopplungsstück 230 ist einerseits schwenkbar mit dem Hebel 218 verbunden und andererseits an seinem radial aussen liegenden Ende über eine Teleskopstange 226 mit dem Stützelement 12, 13 eines benachbarten Abteils 10 verbunden (Fig. 3a+b). Zwischen dem Hebel 218 und dem benachbarten Abteil 10 ist eine Druckfeder 232 angeordnet, die den Hebel 218 zur Stützfläche 14 drückt. Die Schwenkposition des weiteren Hebels 218 kann gegen die Federwirkung mit einer dritten Steuerkulisse 66 (Fig. 4) eingestellt werden, die mit einen am radial innen liegenden Ende des weiteren Hebels 218 angeordneten Steuerelement (Steuerrolle) zusammenwirkt. Im geschlossenen Zustand des Hebels 218 drückt die Frontschnitt-Pressplatte 228 die Seitenschnitt-Pressplatten 204 gegen die Stützelemente 12, 13 bzw. den Querbalken 15.

[0035] Im Bereich der Seitenkanten der Stützelemente 12 befindet sich vorzugsweise ein Gegenklemmelement 224, das zwecks Seitenklemmung mit der Pressplatte 204 zusammenwirkt, mit dem Schlitten 208 gekoppelt ist und bei Bewegung des Schlittens 208 in radialer Richtung verschoben wird. Seine Oberseite dient als Teil der Stützfläche 14.

[0036] Die Abstützung 50 besteht aus einem oder mehreren flächigen, vorzugsweise kreissegmentartigen, stationären Elementen, die in einer Ebene senkrecht zur Drehachse 16 verlaufen und zwischen die Stützelemente 12, 13 eingreifen. Sie sind vorzugsweise zur Formatanpassung in dieser Ebene verschiebbar. Ihre Oberkante 52 hat einen konstanten oder sich entlang der Bewegungsbahn verringernden Abstand von den Messern 32. Im letzteren Fall ist das Produkt erst vollständig im Abteil angeordnet und wird durch die Abstützung 50 während des Ausrichtens wieder bis in eine Stellung, in der die Frontkante das Messer 32 überragt, angehoben. Es handelt sich um Bewegungen, die vorzugsweise klein im Vergleich zur für den Seitenschnitt notwendigen Verschiebung sind.

[0037] Im Folgenden wird die Funktion der Klemm- und Verschiebeanordnung 20 beschrieben:

[0038] Im offenen Zustand (Fig. 3b) sind sowohl die Hebel 202 der Seitenklemmorgane 22, 24 als auch der Hebel 218 des Frontklemmorgans 26 in einer vom Stützelement 12, 13 weggeschwenkten Position. In Fig. 3b fluchten die Pressplatten 204, 228 in der Ansicht auf die Drehachse 16 miteinander. Ein Druckereiprodukt 100 kann damit zwischen die Pressplatte 204 und die Stützfläche 14 eingeführt werden. Durch Bewegen des Hebels 218 des Front-Klemmorgans 26 in die geschlossene Stellung (Klemmstellung) wird auch der Hebel 202 des Seiten-Klemmorgans 22, 24 in die Klemmstellung gebracht. Das Produkt wird durch die Pressplatten 204, 228 an seinen Seitenkanten und an der Front gegen die Stützfläche 14 gedrückt, insbesondere gegen die Gegenklemmelemente 224 (Seitenkanten) und den Querbalken 15 (Frontkante). Die äusseren Kanten der Pressplatten 204, 228 verlaufen parallel zu und vorzugsweise möglichst dicht an den zu beschneidenden Produktkanten. Durch die Verschwenkbarkeit der Pressplatte 204 relativ zum Hebel 202 und die erste Feder 214, die die Pressplatte 204 vom Hebel 202 wegdrückt, wird eine gute, über eine grosse Fläche gleichmässig wirkende Klemmung unabhängig von der Produktdicke hergestellt und Luft zur Frontkante 104 hin ausgestrichen. Ebenso wird durch die Verschwenkbarkeit der Front-Pressplatte 228 relativ zum Hebel 218 eine gute Flächenklemmwirkung erreicht. Ein lokales Verschieben von Produktteilen und damit die Bildung von Falten- oder Beulen des geklemmten Produkts wird verhindert.

[0039] Das Frontklemmorgan 26 nimmt zwar die Seitenklemmorgane 22, 24 aus der offenen Stellung in die geschlossene Stellung mit, die Frontklemmung kann jedoch unabhängig von der Seitenklemmung geöffnet werden, um die Produkte 100 nach dem Frontschnitt in die Position für den Seitenschnitt zu bringen, d.h. zur Drehachse 16 hin zu verschieben. Durch die Feder 232 zwischen dem Frontklemmungs-Hebel 218 und dem benachbarten Stützelement 12, 13 können unterschiedliche Produktdicken ausgeglichen werden. Insbesondere wird verhindert, dass zu grosse Kräfte auf die mechanischen Steuerkulissen und die Hebel wirken und diese Komponenten verklemmen. Die Hebel dienen als Schlepphebel. Die Steuerkulissen müssen jeweils nur die zum Schliessen bzw. Öffnen notwendige Gegenkraft aufbringen. Die Seitenklemmorgane 22, 24 sind wie oben erwähnt auf separaten Radscheiben gelagert und unabhängig voneinander steuerbar, werden im Betrieb jedoch synchron miteinander parallel zur Stützfläche 14 verschoben. Das Frontklemmorgan 26 ist davon unabhängig an der mittleren Radscheibe gelagert und wird weder in radiale Richtung noch zur Formatanpassung verschoben.

[0040] Die Funktion der gesamten Vorrichtung 1 wird im Folgenden mit Bezug auf Fig. 1 und ergänzend Fig. 4-7 beschrieben:

[0041] Wie in Fig. 1 und Fig. 4 gezeigt, werden die Produkte 100 in einem Übernahmebereich mit ihrer Falzkante 102 voran von den Greifern 72 des Zuförderers 70 in die Abteile 10 und zwischen die Stützfläche 14 und die offenen Klemmelemente 22, 24, 26 eingeführt. Um eine möglichst grosse Öffnung zu erreichen, befinden sich die Pressplatten 204, 218 zunächst in einer miteinander fluchtenden Lage (mittleres noch vom Greifer 72 gehaltenes Produkt 100 in Fig. 4). Anschliessend wird zuerst das Seitenklemmorgan 22, 24 und dann das Frontklemmorgan 26 an die Stützfläche 14 angenähert. Gleichzeitig wird der Greifer 72 geöffnet und das Produkt 100 freigegeben.

[0042] Im Übernahmebereich befindet sich die stationäre Abstützung 50, an deren Oberseite 52 die Falzkante 102 zur Anlage kommt. Die Abstützung 50 ist so geformt und positioniert, dass ihre Oberkante 52 einen vorbestimmten Abstand D zu den Klingen der radial aussen liegenden Frontschnitt-Messerelemente 32 hat. Dieser Abstand ist so eingestellt, dass er kleiner ist als die Produktlänge in Einschubrichtung (radialer Richtung). Damit steht das eingeführte und vom Greifer losgelassene Produkt 100 in radialer Richtung um einen vorbestimmten Betrag D' über die Klinge des Messers 32 über. Es befindet sich somit bereits in der Position, in welcher der Frontschnitt durchgeführt werden kann.

[0043] Nach dem Einführen werden die Klemmorgane 22, 24, 26 durch entsprechende Ausformung der für das Öffnen-/Schliessen zuständigen Steuerkulissen 64, 66 so weit aneinander angenähert, dass das Produkt in Umlaufrichtung gesehen weitgehend parallel zur Stützfläche 14 positioniert ist, jedoch parallel dazu noch verschoben werden kann. Im Bereich A der Umlaufbahn, der sich über einen Winkelbereich von ca. 60° erstreckt, wird das Produkt 100 durch hier nicht dargestellte Ausrichtelemente, z.B. seitlich angeordnete Ausrichtebänder, in Richtung der Drehachse 16 ausgerichtet. Am Ende des Bereichs A wird es durch vollständiges Schliessen der Klemmorgane 22, 24, 26 gegen die Stützfläche 14 bzw. im seitlichen Bereich gegen das verschiebbare Gegenklemmelement 224 festgeklemmt (Fig. 5 oberstes und zweitoberstes Abteil 10).

[0044] Es schliesst sich der Bereich B an, in dem das stationäre Gegenmesser 34 positioniert ist und in dem der Frontschnitt durchgeführt wird. Dieser Bereich B erstreckt sich über einen Winkelbereich von ca. 30° (Fig. 5).

[0045] Im nun folgenden Bereich C wird das Frontklemmorgan 26 gelöst und das Produkt 100 an der Frontkante 104 wieder freigegeben (unteres Abteil in Fig. 5). Der Schlitten 208 wird nun im geschlossenen Zustand der Klemmorgane 22, 24 um einen vorbestimmten Betrag (Hub) b, der produktunabhängig ist, nach innen bewegt. Die Verschiebemechanik ist unabhängig vom Produktformat immer gleich konfiguriert und führt den gleichen Hub b aus. Der Hebel 202 und die Pressplatte 204 sowie das Gegenklemmelement 224 werden durch den Schlitten 208 nach innen bewegt. Die Seitenklemmung wird dabei nicht gelöst. Das Produkt 100 bleibt daher über seine gesamte Fläche gut positioniert. Der Bereich C erstreckt sich über einen Winkelbereich von ca. 50°.

[0046] Im nun folgenden Bereich D (ca. 20°) sind die stationären Gegenmesser 44 für den Kopf-Fuss-Schnitt so angeordnet, dass die beiden Seitenkanten gleichzeitig und mit der gleichen Schneiderichtung beschnitten werden (Fig. 6). Aus räumlichen Gründen befindet sich das radial aussen liegende Ende des Gegenmessers 44 innerhalb der Bahn der bewegten Messer 32 für den Frontschnitt. Daher ist es notwendig, die Produkte 100 bereits vor dem Kopf-Fuss-Schnitt nach innen zu verschieben (Bereich C).

[0047] Anschliessend an den Kopf-Fuss-Schnitt wird das Produkt mit der Klemm- und Verschiebeanordnung 20 durch Verschieben des Schlittens 208 wieder nach aussen bewegt bis in eine Position, in der die Frontkante 104 über das Frontschnitt-Messer 32 hinaussteht, z.B. 30 mm, und von den Greifern 82 ergriffen werden kann. (Fig. 7). Der entsprechende Bereich E erstreckt sich über einen Winkelbereich von ca. 40°. Am Ende des Bereichs E werden die Klemmorgane 22, 24 für die Seitenklemmung geöffnet, wenn die Produkte 100 bereits von den Greifer 82 ergriffen worden sind. Die Übergabe erfolgt daher sehr kontrolliert.

[0048] Im Bereich F zwischen Weg- und Zuförderung wird der Schlitten 208 der Klemm-und Verschiebeanordnung 20 wieder geringfügig nach innen bewegt, damit diese im Bereich A wieder ihre Ausgangsstellung einnehmen kann.

[0049] Die Erfindung hat den Vorteil, dass das Produkt 100 bei der Übergabe durch den Zuförderer 70 nicht vollständig in die Abteile eingeführt werden muss. So befindet sich das Produkt 100 unmittelbar nach der Übergabe in der richtigen radialen Stellung für den Frontschnitt, der unmittelbar im Anschluss an den Ausrichtevorgang durchgeführt wird. Es bleibt daher mehr Zeit zum Ausrichten im Bereich A, so dass dieses präziser sein kann. Des Weiteren ist das Produkt 100 nach dem Ausrichten bis zur Übergabe an den Wegförderer 80 durch die seitlichen Klemmelemente 22, 26, die auch in radialer Richtung verschiebbar sind, sicher fixiert. Die Frontkante 104 des Produkts 100 wird vorzugsweise anfänglich durch die Front-Pressplatte 228 gegen das Stützelement 12 gepresst und nach Erstellen des Frontschnitts freigegeben, damit das Produkt nach innen verschoben werden kann. Sie muss nicht wieder neu festgeklemmt werden.

[0050] Die in den Figuren gezeigte Vorrichtung 1 stellt nur eine bevorzugte Umsetzung der Erfindung dar. Im Rahmen des erfindungsgemässen Konzepts sind noch weitere Varianten möglich: Beispielsweise kann das Produkt statt mit der Falzkante 102 voran auch auf andere Weise in die Abteile 10 eingeführt werden. In diesem Fall werden die drei Kanten des Produkts beschnitten, die nicht die beim Einführen vorlaufende Kante sind. Falls nur ein Front- bzw. Kopf-Fuss-schnitt gewünscht ist, können die stationären Messer 44 für den Kopf-Fuss-Schnitt bzw. den Frontschnitt auch in eine inaktive Position gebracht werden. Ausserdem ist es nicht zwingend, die Abteile durch eine Bearbeitungstrommel zu realisieren; sie können auch durch Taschen gebildet sein, die hintereinander entlang einer geschlossenen Umlaufbahn mit festem oder variablem Abstand bewegt werden. Statt einer stationären Abstützung kann auch eine mitbewegte Abstützung vorhanden sein, z.B. ein verstellbarer Abteilboden.

[0051] Die Frontklemmung durch das Frontklemmorgan 26 ist grundsätzlich nicht zwingend, führt aber zu einer verbesserten Schnittkantenqualität. Bei Front- und Seitenklemmung muss die Pressplatte 228 für die Frontklemmung nicht zwingend die Pressplatten 204 für die Seitenklemmung überlappen; die Pressplatten können auch nebeneinander angeordnet sein. Ein Überlapp hat jedoch Vorteile bei der Realisierung einer Pressfläche, die in einer gemeinsamen Ebene liegt. Es ist ausserdem möglich, dass das Frontklemmorgan 26 mit den Seitenklemmorganen 22, 24 verschiebbar ist.


Ansprüche

1. Vorrichtung (1) zum Beschneiden von gefalteten Druckereiprodukten (100), insbesondere Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren, an wenigstens einer Kante, mit Aufnahmeabteilen (10) für die zu beschneidenden Druckereiprodukte (100), die entlang einer Umlaufbahn (U) umlaufend antreibbar sind, wenigstens eine Stützfläche (14) aufweisen und an wenigstens einer Seite offen sind, mit einer Abstützung (50), auf der das in das Aufnahmeabteil (10) eingeführte Druckereiprodukt (100) mit seiner Falzkante (102) im Bereich des Abteilbodens zur Auflage kommt, und mit wenigstens einer Schneidanordnung (30, 40), die eine Mehrzahl von mit den Aufnahmeabteilen mitbewegten Messern (32, 42) sowie jeweils wenigstens ein stationäres Gegenmesser (34, 44) aufweist, wobei die Aufnahmeabteile (10) eine steuerbare Klemm- und Verschiebeanordnung (20) zum Festklemmen der Druckereiprodukte (100) und zum Verschieben entlang der Stützfläche (14) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützung (50) so ausgebildet ist, dass sich die der Falzkante (102) gegenüberliegenden Kante (104) der Druckereiprodukte (100) nach dem Einführen in die Abteile (10) in unmittelbarer Nähe der offenen Seite der Abteile (10) befindet, und dass die Klemm- und Verschiebeanordnung (20) so ausgebildet und gesteuert ist, dass die Druckereiprodukte (100) wenigstens im Bereich der senkrecht zur Falzkante (102) verlaufenden Seitenkanten (106, 108) vor der Herstellung eines Schnitts fixiert und erst bei der Abgabe des Druckereiprodukts (100) wieder gelöst werden.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Schneidanordnung zur Herstellung von Frontschnitten dient, wobei ihre mitbewegten Messer (32) an der dem Abteilboden gegenüberliegenden offenen Seite der Abteile (10) angeordnet sind, und dass die Abstützung so ausgebildet und die Klemm- und Verschiebeanordnung (20) so ausgebildet und gesteuert ist, dass die Druckereiprodukte (100) vor dem Festklemmen durch die Klemm-und Verschiebeanordnung (20) über die mitbewegten Messer (32) der ersten Schneidanordnung (30) hinausstehen.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützung (50) derart verstellbar ist, dass der Abstand (D) der Abstützung zu den mitbewegten Messern (32) der ersten Schneidanordnung (30) an das Format der zu beschneidenden Druckereiprodukte (100) anpassbar ist.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abteile (10) an drei Seiten offen sind und dass wenigstens eine erste Schneidanordnung (30) zur Herstellung von Frontschnitten und eine zweite Schneidanordnung (40) zur Herstellung von Kopf-Fuss-Schnitten vorhanden ist, wobei diese jeweils an den offenen Seiten der Abteile angeordnete mitbewegte Messer (32, 42) und stationäre Gegenmesser (34, 44) aufweisen und wobei das stationäre Gegenmesser der ersten Schneidanordnung (30) in Umlaufrichtung vor dem Gegenmesser der zweiten Schneidanordnung (40) angeordnet ist, so dass der Frontschnitt vor dem Kopf-/Fuss-Schnitt durchgeführt wird.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemm- und Verschiebeanordnung (20) so ausgebildet ist, dass die Druckereiprodukte (100) zwischen dem Frontschnitt und dem Kopf-Fuss-Schnitt zum Abteilboden hin verschoben werden.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemm- und Verschiebeanordnung (20) wenigstens ein Klemmorgan (22, 24, 26) mit wenigstens zwei Klemmelementen (204, 224, 228) umfasst, die ein Druckereiprodukt (100) zwischen sich aufzunehmen imstande sind und die mit einer Steueranordnung (60) zwischen einer Offenstellung und einer Klemmstellung relativ zueinander bewegbar sind.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemm- und Verschiebeanordnung (20) wenigstens drei Klemmorgane (22, 24, 26) zum Festklemmen der der Falzkante (102) gegenüberliegenden Frontkante (104) sowie der dazu senkrecht verlaufenden Seitenkanten (106, 108) aufweist, wobei das Klemmorgan (26) für die Frontkante (104) vorzugsweise unabhängig von den Klemmorganen (22, 24) für die Seitenkanten (104, 106) steuerbar und bewegbar ist.
 
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der axiale Abstand der Klemmorgane (22, 24) zum Festklemmen der Seitenkanten (106, 108) zur Anpassung an unterschiedliche Formate unabhängig von der Position des Klemmorgan (26) für die Frontkante (104) verstellbar ist.
 
9. Verfahren zum Beschneiden von gefalteten Druckereiprodukten (100), insbesondere Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren, an wenigstens einer Kante, bei welchem die Druckereiprodukte (100) in entlang einer Umlaufbahn (U) umlaufend angetriebene, an wenigstens einer Seite offene, eine Stützfläche (14) aufweisende Aufnahmeabteile (10) eingeführt werden, mit ihrer Falzkante (102) auf einer Abstützung (50) im Bereich des Abteilbodens zu liegen kommen, im Aufnahmeabteil (10) festgeklemmt, entlang der Stützfläche (14) verschoben werden und mit einer Schneidanordnung (30, 40), die eine Mehrzahl von mit den Aufnahmeabteilen mitbewegten Messern (32, 42) sowie jeweils wenigstens ein stationäres Gegenmesser (34, 44) aufweist, beschnitten werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckereiprodukte (100) derart in die Aufnahmeabteile (10) eingeführt und von der Abstützung (50) abgestützt werden, dass sich die der Falzkante (102) gegenüberliegenden Kante (104) der Druckereiprodukte (100) nach dem Einführen in die Abteile (10) in unmittelbarer Nähe der offenen Seite befindet, und dass die Druckereiprodukte 8100) im Bereich der senkrecht zur Falzkante (102) verlaufenden Seitenkanten (106, 108) vor der Herstellung eines Schnitts fixiert und erst bei der Abgabe des Druckereiprodukts wieder gelöst werden.
 
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckereiprodukte (100) wenigstens an ihrer der Falzkante (102) gegenüberliegenden Frontkante (104) beschnitten werden und dass sie von der Abstützung so gestützt werden, dass sie vor dem Festklemmen durch die Klemm- und Verschiebeanordnung (20) über die mitbewegten Messer (32) einer Schneidanordnung (30) für den Frontschnitt hinausstehen.
 
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckereiprodukte (100) an ihrer der Falzkante (102) gegenüberliegenden Frontkante (104) und anschliessend an den dazu senkrecht verlaufenden Seitenkanten (106, 108) beschnitten werden.
 
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckereiprodukte (100) nach dem Einführen in die Aufnahmeabteile (10) im Bereich der Frontkante (104) und an den Seitenkanten (106, 108) festgeklemmt wird.
 
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Frontkante (104) nach Herstellung des Frontschnitts wieder freigegeben wird und die Seitenkanten (106, 108) geklemmt gehalten werden.
 
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckereiprodukt (100) nach Freigabe der Frontkante (104) zum Abteilboden hin verschoben wird, ohne die beiden Seitenkanten (106, 108) freizugeben, und dass der Kopf-Fuss-Schnitt anschliessend durchgeführt wird.
 
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckereiprodukt (100) nach Herstellung des Kopf-Fuss-Schnitts vom Abteilboden weg verschoben wird, so dass es von einem Wegförderer (80) übernommen werden kann.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente