[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckwerk mit einem Gegendruckzylinder und einem Druckformzylinder,
der um eine parallel zur Rotationsachse des Gegendruckzylinders verlaufende Schwenkachse
um den Gegendruckzylinder schwenkbar ist, wobei der Abstand der Rotationsachsen des
Druckformzylinders und des Gegendruckzylinders variierbar ist und der Druckformzylinder
und der Gegendruckzylinder aneinander anstellbar sind, so dass ein Druckspalt gebildet
wird, in welchem ein Substrat bedruckbar ist, und mit einem ersten ortsfesten Antrieb
zur Erzeugung einer Drehbewegung des Druckformzylinders. Des Weiteren betrifft die
Erfindung eine Druckmaschine mit einem derartigen Druckwerk.
[0002] An für den Etikettendruck oder Verpackungsdruck konzipierte oder eingesetzte Druckmaschinen
werden in zunehmenden Maße besonders hohe Anforderungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit
und der Einfachheit der Bedienung bei gleichzeitig maximierter Variabilität für die
Produktherstellung gestellt. Beispielsweise soll die Druckmaschine möglichst wenig
Makulatur, beispielsweise beim Umrüsten zwischen verschiedenen Druckaufträgen, auch
zwischen verschiedenen Druckverfahren oder Drucklängen, verursachen. Geläufige für
den Etikettendruck, insbesondere für den Selbstklebeetikettendruck, ausgelegte Schmalbahndruckmaschinen
in Reihenbauweise weisen meist einen Maschinenaufbau auf, in dem ein Bedruckstoff
oder ein Substrat über eine Vielzahl von Zylindern und Walzen zwischen verschiedenen
Prozessebenen (beispielsweise für den Druck und für die Trocknung) geführt wird, so
dass ein nicht unerheblich langer Bahnabschnitt in der Druckmaschine gespeichert ist
und potentiell entsprechende Makulatur anfallen kann. Eine zwischen verschiedenen
Druckverfahren umrüstbare Etikettendruckmaschine ist im Dokument
WO 2005/028202 A1 beschrieben. Um zu erreichen, dass nur ein vergleichsweise kurzer Bahnabschnitt in
der Druckmaschine gespeichert ist, wird für einen anderen Maschinenaufbau vor allem
eine Druckwerkskonfiguration benötigt, welche einerseits die gewünschte Variabilität
in Bezug auf Druckverfahren und Drucklängen und anderseits einen kurzen Bahnweg ermöglicht.
[0003] Für die An- und Abstellung von einzelnen Zylindern in einem Druckwerk ist häufig
vorgesehen, dass Zylinder schwenkbar aufgenommen sind. Im Dokument
DE 44 35 986 A1 ist ein Offsetdruckwerk mit einer entsprechenden An- und Abstellvorrichtung für den
Gummituchzylinder offenbart. Mittels der Verlagerung von Schwenkarmen kann eine Einstellung
des optimalen Drucks und eine Anpassung an die Bedruckstoffdicke erreicht werden.
Beispielsweise ist ein drucklängenvariables Druckwerk für den Offsetdruck im Dokument
EP 1 101 611 A1 beschrieben. Um eine Achse werden mittels Spindelantrieben Lagerarme geschwenkt,
um die Rotationsachsen des Druckformzylinders, des Gummituchzylinders und des Gegendruckzylinders
auseinander beziehungsweise zueinander zu bewegen. Druckzylinder und Gummituchzylinder
unterschiedlichen Formats können in das Druckwerk eingesetzt werden.
[0004] Im Dokument
GB 1,147,778 ist eine Ausführungsform eines Offsetdruckwerks einer Bogendruckmaschine beschrieben,
in welcher zur An- und Abstellung der Gummituchzylinder mittels eines Lagerarms um
die Rotationsachse des Druckformzylinders schwenkbar ist, wobei gleichzeitig in einer
überlagerten Radialbewegung der Gummituchzylinder vom Druckformzylinder abgehoben
werden kann.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Druckwerk in kompakter Bauweise zu
schaffen, in welchem der Druckformzylinder von den ihn kontaktierenden Zylindern zwecks
Formatvariation abstellbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Druckwerk mit den Merkmalen gemäß Anspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
charakterisiert.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Druckwerk umfasst einen Gegendruckzylinder und einen Druckformzylinder,
der um eine parallel zur Rotationsachse des Gegendruckzylinders verlaufende Schwenkachse
um den Gegendruckzylinder schwenkbar ist. Dabei ist der Abstand der Rotationsachsen
des Druckformzylinders und des Gegendruckzylinders variierbar, und der Druckformzylinder
und der Gegendruckzylinder sind aneinander anstellbar, so dass ein Druckspalt gebildet
wird, in welchem ein Substrat bedruckbar ist. Des Weiteren umfasst das erfindungsgemäße
Druckwerk einen ersten ortsfesten Antrieb zur Erzeugung einer Drehbewegung des Druckformzylinders.
Der erste Antrieb ist mit dem Druckformzylinder über einen Antriebsstrang verbunden,
von dem wenigstens ein Bauteil eine Drehmomentachse aufweist, welche durch den Gegendruckzylinder
hindurch verläuft.
[0008] Eine Drehmomentachse hat die Orientierung des am Bauteil des Antriebsstranges wirkenden
Drehmoments und verläuft durch den Punkt des Bauteils, an welchem das Drehmoment angreift.
In vorteilhafter Weise kann ein kompakter Antriebsstrang zur Erzeugung der Drehbewegung
des Druckformzylinders realisiert werden. Das erfindungsgemäße Druckwerk benötigt
nur einen geringen Bauraum und setzt sich kostengünstig aus wenigen Bauteilen zusammen.
[0009] Die Drehmomentachse des ersten Antriebs und/oder die Schwenkachse können insbesondere
durch den Gegendruckzylinder verlaufen. Mit anderen Worten die Drehmomentachse des
ersten Antriebs und/oder die Schwenkachse können insbesondere innerhalb der Kontur
des Gegendruckzylinders liegen, insbesondere den Volumenkörper des Gegendruckzylinders
schneiden. Darüber hinaus oder alternativ dazu kann beim Schwenken des Druckformzylinders
um die Schwenkachse der Gegendruckzylinder wenigstens teilweise in einem durch eine
von der Rotationsachse des Druckformzylinders überstrichenen Linie begrenzten Kreissegment
liegen. Mit anderen Worten, der Druckformzylinder ist um den Gegendruckzylinder schwenkbar
und nicht von ihm weg schwenkbar. Die Schwenkachse kann, von der Rotationsachse des
Druckformzylinders aus betrachtet, innerhalb des Druckformzylinders oder hinter dem
Druckformzylinder liegen. Die Abstandsvariation der Rotationsachsen kann entlang eines
linearen oder geraden Weges erfolgen. Insbesondere ist ein den Druckformzylinder aufnehmendes
Element schwenkbar, wobei der Abstand der Aufnahme des Druckformzylinders zur Schwenkachse
verstellbar ist.
[0010] Insbesondere vorteilhaft für den Etikettendruck kann das erfindungsgemäße Druckwerk
für die Ausführung eines flexographischen Druckverfahrens oder für die Ausführung
eines Buchdruckverfahrens oder für die Ausführung eines Tiefdruckverfahrens ausgelegt
sein.
[0011] In einer Gruppe von vorteilhaften Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Druckwerks
ist der erste Antrieb über einen Zug von miteinander durch Arme gekoppelten Zahnrädern
mit dem Druckformzylinder verbunden ist. Der Zahnräderzug bildet in dieser Gruppe
den Antriebsstrang. Insbesondere kann der Zahnräderzug ein ersten, ein zweites und
ein drittes Zahnrad umfassen, von denen das erste Zahnrad mit dem zweiten Zahnrad
mit einem ersten Koppelarm und das zweite Zahnrad mit dem dritten Zahnrad mit einem
zweiten Koppelarm verbunden sind.
[0012] Im erfindungsgemäßen Druckwerk kann bevorzugt die Drehmomentachse des ersten Antriebs
parallel zu der Zylindermittelachse des Gegendruckzylinders verlaufen und/oder identisch
mit der Zylindermittelachse des Gegendruckzylinders sein. Des Weiteren oder alternativ
dazu kann die Schwenkachse des Druckformzylinders entlang der Zylindermittelachse
des Gegendruckzylinders verlaufen und/oder der Gegendruckzylinder im Druckwerk ortsfest
sein.
[0013] Konkret kann im erfindungsgemäßen Druckwerk zur Ausführung einer gekoppelten Schwenkbewegung
und Abstandsvariation des Druckformzylinders ein in einer um die Schwenkachse schwenkbare
Kulisse bewegbarer Schieber, der einen mit dem Druckformzylinder verbundenen Führungskurvenfolger
gegen eine ortsfeste oder (insbesondere zur Feinjustage) verstellbare Führungskurve
kontaktiert, vorgesehen sein.
[0014] In einer vorteilhaften optionalen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Druckwerks
ist der Gegendruckzylinder mit einem zweiten ortsfesten Antrieb über einen anderen
Antriebsstrang verbunden. Der zweite Antrieb ist vom ersten Antrieb verschieden. Der
andere Antriebsstrang ist nicht zum Antriebsstrang für den Druckformzylinder identisch.
Insbesondere kann der zweite Antrieb über einen Zahnräderzug mit dem Gegendruckzylinder
verbunden sein. Des Weiteren oder alternativ dazu kann die Drehmomentachse des zweiten
Antriebs bevorzugt außerhalb des Gegendruckzylinders verlaufen. Auch können der erste
Antrieb und/oder der zweite Antrieb jeweils ein Servomotor sein.
[0015] Im erfindungsgemäßen Druckwerk kann der Druckformzylinder lösbar verbunden im Druckwerk
aufgenommen sein. Das erfindungsgemäße Druckwerk kann auch formatvariabel sein: Druckformzylinder
mit unterschiedlichen Durchmessern können im Druckwerk aufnehmbar sein. Alternativ
dazu können auf dem Druckformzylinder Zwischenhülsen mit unterschiedlichen Durchmessern
aufnehmbar sein.
[0016] Im Zusammenhang des erfinderischen Gedankens steht auch eine Druckmaschine, insbesondere
eine Etikettendruckmaschine. Eine erfindungsgemäße Druckmaschine zeichnet sich durch
wenigstens ein erfindungsgemäßes Druckwerk mit Merkmalen oder Merkmalskombinationen
gemäß dieser Darstellung aus. Bevorzugt ist die Druckmaschine in Reihenbauweise und/oder
modular hinsichtlich einzelner Baugruppen, insbesondere der Druckwerke oder Druckwerksgruppen,
einschließlich deren Tragkonstruktionen, ausgeführt. Die erfindungsgemäße Druckmaschine
kann eine Mehrzahl von Druckwerken aufweisen, insbesondere vier Druckwerke für einen
Mehrfarbendruck. Die Druckmaschine kann eine Mehrzahl von erfindungsgemäßen Druckwerken
aufweisen.
[0017] Das Substrat kann bahnförmig sein. Insbesondere kann das Substrat eine mehrschichtige
Materialbahn sein, insbesondere ein Selbstklebeetikettenmaterial auf einer Trägerbahn.
Die Druckmaschine kann eine bahnverarbeitende Druckmaschine sein. Sie kann Transportmittel
zur Bewegung des bahnförmigen Substrats durch die Druckmaschine aufweisen. Die Druckmaschine
kann eine so genannte Schmalbahndruckmaschine sein. Die Breite der zu bedruckenden
Bahn kann unter 900 mm, insbesondere unter 515 mm betragen. Typische Breiten für Ausführungsformen
von erfindungsgemäßen Schmalbahndruckmaschinen sind insbesondere 330 mm und 280 mm.
[0018] Eine erfindungsgemäße Druckmaschine kann darüber hinaus auch die weiteren Merkmale
einzeln oder in Kombination aufweisen: Ein erfindungsgemäßes Druckwerk kann an einer
Gestellwand mit den zwei in die Gestellwand integrierten ortsfesten Antrieben (erster
Antrieb und zweiter Antrieb) aufgenommen sein. Die Druckmaschine kann Aufnahmeelemente
aufweisen, an denen wechselweise Module für unterschiedliche Druckverfahren oder zur
Bearbeitung/zur Veredelung des Substrats lösbar verbindbar aufnehmbar sind. Druckverfahren
können insbesondere sein: Flexodruck, Tiefdruck, Buchdruck, Offsetdruck, direkter
oder indirekter Flachdruck, Folienprägedruck, Siebdruck, Tintenstrahldruck oder xerographischer
Druck. Eine Bearbeitung kann insbesondere sein: Stanzen, Schneiden, Ausstanzen, Perforieren,
Rillen, Falzen oder Lackieren. Anders ausgedrückt, die Druckmaschine kann eine (normierte
oder neutrale) Schnittstelle aufweisen, so dass Druckwerks- oder Bearbeitungswerkskomponenten
mit der Druckmaschine verbindbar aufnehmbar sind. Insbesondere können durch alle diese
Werke nutzbare Komponenten oder alle diese Werke jeweils zur Funktionstüchtigkeit
ergänzende Komponenten direkt Teil der Druckmaschine sein. Die Druckmaschine kann
eine Mehrzahl von Druckwerken aufweisen, welche nach voneinander verschiedenen Druckverfahren
arbeiten. Die Reihenfolge der einzeln angeordneten Druckwerke und/oder Bearbeitungswerke
ist druckauftragsgemäß wählbar oder anpassbar.
[0019] In einer Gruppe von besonders bevorzugten Ausführungsformen von erfindungsgemäßen
Druckmaschinen ist das erfindungsgemäße Druckwerk in einem wenigstens teilweise aus
Stein gefertigten Tragelement mittels eines Lagerelements aufgenommen.
[0020] Das erfindungsgemäße Druckwerk kann in einem wenigstens teilweise aus Stein, insbesondere
Naturstein oder einem Naturstein aufweisenden Verbundwerkstoff, gefertigten Tragelement
mittels eines Lagerelements aufgenommen werden/sein. Eine Druckmaschine mit einem
wenigstens teilweise aus Stein gefertigten Tragelements ist in der eingereichten deutschen
Patentanmeldung
DE 10 2006 042 884.6 sowie der die Priorität dieser deutschen Patentanmeldungen beanspruchenden eingereichten
amerikanischen Patentanmeldung beschrieben, welche der durch diese Darstellung des
erfindungsgemäßen Druckwerks angesprochene Fachmann mitliest und deren kompletten
Offenbarungsgehalt der angesprochene Fachmann mit dieser Darstellung des erfindungsgemäßen
Druckwerks verbindet. Beide Dokumente werden durch explizite Bezugnahme mit ihrem
kompletten Offenbarungsgehalt hiermit in die Offenbarung dieser Darstellung einbezogen.
[0021] Im Zusammenhang der Erfindung wird unter dem verwendeten Begriff Stein eine feste,
mineralische Masse beziehungsweise ein einzelner, aus einem derartigen Material bestehender
Gegenstand verstanden. Bei Stein kann es sich um Naturstein oder Kunststein handeln.
Naturstein ist eine feste, im Laufe der Erdgeschichte entstandene mineralische Masse,
ein Teil der anorganischen Bestandteile der Erdkruste beziehungsweise ein einzelner,
aus diesem Material bestehender Gegenstand. Naturstein kann durch Erstarren geschmolzener
Mineralien entstehen (Basalt, Granit, vulkanische Gesteine) oder durch Verfestigung
lockeren Materials (Sandstein, Kalkstein). Kunststeine sind dagegen durch technische
Verfahren erhältlich.
[0022] Das Tragelement in den besagten Ausführungsformen besteht aus Stein, insbesondere
aus einem oder mehreren Steinen, bevorzugt ganz aus Stein. Insbesondere können große
Teile der Maschinentragkonstruktion oder die gesamte Maschinentragkonstruktion aus
Stein gefertigt sein. Bevorzugt ist das ganze Druckwerk in dem Tragelement aufgenommen.
In einigen der Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Druckmaschine kann eine Mehrzahl
von Druckwerken in dem einen Tragelement aufgenommen sein. Des Weiteren oder alternativ
dazu kann die Maschinentragkonstruktion eine Mehrzahl von Tragelementen aufweisen,
welche aus Stein gefertigt sind. Das oder die Tragelemente können aus einem Monoblock
oder einem Monolithen gefertigt sein. Insbesondere kann das aus Stein gefertigte Tragelement
der erfindungsgemäßen Druckmaschine ein Grundgestell, ein Maschinenrahmen, ein Maschinenfundament,
eine Grundplatte, eine Grundeinheit, ein Druckwerksrahmen, ein Druckwerksunterteil,
eine Seitenwange, eine Seitenwand, ein Seitenrahmen, eine Tragwand, ein Portalträger
oder ein Verbindungsprofil sein.
[0023] In einer ersten Gruppe von Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Druckmaschine
ist der Stein ein Naturstein. Mit anderen Worten, das Tragelement kann aus einem natürlich
vorkommenden Stein gefertigt sein. Insbesondere kann der Naturstein ein Eruptivgestein,
ein Tiefengestein, ein Ganggestein, ein Ergussgestein oder ein Umwandlungsgestein
sein. Bevorzugt ist der Naturstein ein Granit, ein granitartiges Gestein, ein Granitporphyr,
ein Gneis oder ein Marmor. In besonders vorteilhaften Ausführungsformen ist der Naturstein
ein Schwarzgranit, ein Gabbro oder ein Impala-Granit.
[0024] Das erfindungsgemäße Druckwerk kann auch ein kompaktes Druckwerk mit weiteren Merkmalen
sein, wie sie in der eingereichten deutschen Patentanmeldung
DE 10 2007 045 876.4 beschrieben sind, oder Teil einer kompakten Druckmaschine mit weiteren Merkmalen
sein, wie sie in der eingereichten deutschen Patentanmeldung
DE 10 2007 045 876.4 beschrieben sind. Diese deutsche Patentanmeldung liest der durch diese Darstellung
des erfindungsgemäßen Druckwerks angesprochene Fachmann mit. Den kompletten Offenbarungsgehalt
verbindet der angesprochene Fachmann mit dieser Darstellung. Dieses Dokument
DE 10 2007 045 876.4 wird durch explizite Bezugnahme mit ihrem kompletten Offenbarungsgehalt hiermit in
die Offenbarung dieser Darstellung einbezogen.
[0025] Im Zusammenhang der Erfindung steht des Weiteren auch ein Verfahren zum Herstellen
von Etiketten oder von Selbstklebeetiketten in einer Druckmaschine. Erfindungsgemäß
wird eine Druckmaschine mit Merkmalen oder Merkmalskombinationen gemäß dieser Beschreibung
betrieben und ein bahnförmiges Substrat, welches für die Herstellung von Etiketten
oder von Selbstklebeetiketten geeignet ist, verarbeitet.
[0026] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung
werden anhand der nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren dargestellt.
Es zeigt im Einzelnen:
- Figur 1
- eine Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Druckmaschine,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Druckwerks zur Erläuterung der Bewegungsfreiheitsgrade,
- Figur 3
- in zwei Teilbildern eine Ausführungsform eines Gestellmoduls für zwei Druckwerke,
- Figur 4
- eine bedienseitige Ansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
in einer Einstellung für ein kleines Druckformat,
- Figur 5
- eine erste Seitenansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
in einer Einstellung für ein kleines Druckformat,
- Figur 6
- eine antriebsseitige Ansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
in einer Einstellung für ein kleines Druckformat,
- Figur 7
- eine zweite Seitenansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
in einer Einstellung für ein kleines Druckformat,
- Figur 8
- eine bedienseitige Ansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
in einer Einstellung für ein großes Druckformat,
- Figur 9
- eine erste Seitenansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
in einer Einstellung für ein großes Druckformat,
- Figur 10
- eine antriebsseitige Ansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
in einer Einstellung für ein großes Druckformat, und
- Figur 11
- eine zweite Seitenansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
in einer Einstellung für ein großes Druckformat.
In der Figur 1 ist eine Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Druckmaschine 42, genauer einer erfindungsgemäßen Etikettendruckmaschine, in Reihenbauweise,
mit in horizontaler Richtung folgenden erfindungsgemäßen Druckwerken 10 gezeigt. Die
Etikettendruckmaschine dient der Bearbeitung eines Substrats 44 in Bahnform. Das Substrat
wird von einer Substratrolle 46 in einem Zuführteil 48 der Druckmaschine 42 abgerollt
und entlang eines Weges durch die Druckmaschine 42 geführt. Die Druckmaschine 42 weist
eine Mehrzahl von Gestellmodulen 26, hier beispielhaft drei Gestellmodule 26, auf.
In dieser Ausführungsform sind jeweils zwei Druckwerke 10 beziehungsweise ein Druckwerk
10 und ein Bearbeitungswerk 50, hier ein Stanzwerk zum Ausstanzen der Etiketten auf
dem bahnförmigen Substrat 44, an einem Gestellmodul 26 aufgenommen. Nach den einzelnen
Bearbeitungsstationen folgt ein Auslaufteil 52, in welchem die fertigen Produkte in
eine Etikettenrolle 54 aufgewickelt werden. Zuführteil 48, Gestellmodule 26 und Auslaufteil
52 sind lösbar oder trennbar miteinander verbunden: Die Druckmaschine 42 ist modular
aufgebaut.
[0027] In der Darstellung der einzelnen Druckwerke 10, hier Flexodruckwerke, in der Figur
1 sind neben den Druckformzylindern 12, den Gegendruckzylindern 14 und den Farbauftragswalzen
16 auch Kammerrakel 56 gezeigt. Des Weiteren weisen die Druckwerke 10 in der Druckmaschine
42 diverse Trocknungseinrichtungen auf: Den Gegendruckzylindern 14 sind an dem jeweiligen
Druckspalt des Druckwerks 10 nachgeordnet UV-Trocknungseinrichtungen 58 zugeordnet,
so dass das bedruckte Substrat 44 direkt auf dem Gegendruckzylinder 14 getrocknet
werden kann. Die Druckwerke 10 weisen auch Bahnleitwalzen 60 zur Führung des bahnförmigen
Substrats 44 auf. In der in der Figur 1 gezeigten Ausführungsform umfasst das fünfte
Druckwerk 10 eine Heißlufttrocknungseinrichtung 62 sowohl für die Oberseite als auch
für die Unterseite des Substrats 44. Die Heißlufttrocknungseinrichtung 62 ist dem
fünften Druckwerk 10 nachgeordnet, das bahnförmige Substrat wird durch die Heißlufttrocknungseinrichtung
62 geführt. In anderen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Druckmaschine 42 kann
auch an weiteren Druckwerken eine Heißlufttrocknungseinrichtung 62 in analoger Weise
vorgesehen sein. Die einzelnen Druckwerke 10 und das Bearbeitungswerk 50 sind durch
ein Aufnahmeelement 32 an den Gestellmodulen 26 der Druckmaschine 42 befestigt. Das
zweite Druckwerk 10 wird beispielhaft im Rückseitendruck betrieben.
[0028] Die Figur 2 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Druckwerks 10 für den
Flexodruck mit einem Druckformzylinder 12, einem Gegendruckzylinder 14 und einer Farbauftragswalze
16, genauer eine Rasterwalze. Die Zylinder sind jeweils um ihre Figurenachsen rotierbar,
wobei der Gegendruckzylinder 14 und die Farbauftragswalze 16 gestellfest in der Druckmaschine
aufgenommen sind. Der Gegendruckzylinder 14 ist im Zentrum des Druckwerks 10 angeordnet.
Mittels einer Schwinge 18, einem Lagerarm, insbesondere nur oder genau einer Schwinge
18, wird der Druckformzylinder 12 um die Rotationsachse des Gegendruckzylinders 14
geschwenkt (Schwenkbewegung 20). Die Schwinge 18 ist in der Rotationsachse des Gegendruckzylinders
14 gelagert. Die Schwinge 18 kann antriebsseitig an den Druckformzylinder 12 angreifen,
so dass dieser bedienseitig zwecks Formatwechsels dem Maschinenbediener zugänglich
ist. Die Schwinge 18 weist eine Linearführung 22 auf, so dass eine lineare Abstandsvariation
24 zwischen Druckformzylinder 12 und Gegendruckzylinder 14 durch Raumlageverschiebung
der Rotationsachse des Druckformzylinders 12 (ohne Verkippung der Achse) durchgeführt
wird. Diese Ausführungsform stellt eine einfache Druckwerkskonstruktion mit einer
einfachen und präzisen Druckformzylinderverstellung dar.
[0029] Die Figur 3 bezieht sich in zwei Teilbildern A bis B auf eine Ausführungsform eines
Gestellmoduls 26 für zwei erfindungsgemäße Druckwerke 10. Teilbild A der Figur 3 ist
eine Ansicht des Gestellmoduls 26: Es umfasst eine steinerne Seitenwand 28, konkret
ein einzelner Naturstein, insbesondere ein Granit, oder ein Monolith. Es sind vier
Antriebsschnittstellen 30 für die aufzunehmenden Druckwerksmodule, jeweils zwei Antriebsschnittstellen
30 für ein Druckwerk vorgesehen. Als mechanische Schnittstelle dient jeweils ein Aufnahmeelement
32. Die steinerne Seitenwand 28 ruht auf zwei Standfußprofilen 34. Das Gestellmodul
26 kann mittels Nivellierelementen 36 ausgerichtet werden. Im Teilbild B der Figur
3 ist das Gestellmodul 26 von der Seite gezeigt. Auf der Rückseite der steinernen
Seitenwand 26 sind ein erster Antrieb 38 und ein zweiter Antrieb 40, konkret Servomotoren,
befestigt, welche über die Antriebsschnittstellen 30 dem Druckwerk 10 zugänglich sind.
[0030] Die Figur 4 zeigt in einer bedienseitige Ansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Druckwerks 10 in einer Einstellung für ein kleines Druckformat (der Druckformzylinder
12 hat einen relativ kleinen Durchmesser und eine relativ kurze Umfangslänge) die
Mechanik zur Realisierung der einzelnen Bewegungen im Druckwerk 10. Der Antriebsstrang
64 für die Rotation des Druckformzylinders 12 geht von der Zylindermittelachse 66
des Gegendruckzylinders 14 aus. Konzentrisch zur Zylindermittelachse 66 befindet sich
das Antriebszahnrad 68 des ersten Antriebs 38. Die Drehmomentachse dieses Antriebszahnrads
68 verläuft durch den Gegendruckzylinder 14. Das Antriebszahnrad 68 bildet das erste
Zahnrad in einem Zug miteinander gekoppelter Zahnräder. Es kämmt mit einem ersten
Zwischenzahnrad 70 (zweies Zahnrad), welches wiederum mit einem Abtriebszahnrad 72
(drittes Zahnrad) des Druckformzylinders 12 kämmt. Das Antriebszahnrad 68 ist mittels
eines ersten Koppelarms 74 mit den ersten Zwischenzahnrad 70, und das erste Zwischenzahnrad
70 ist mittels eines zweiten Koppelarms 76 mit dem Abtriebszahnrad 76 verbunden.
[0031] Für die Rotationsbewegung des Gegendruckzylinders 14 ist in dieser Ausführungsform
ein anderer Antriebsstrang 78 vorgesehen. Auf der Antriebsachse 80 des zweiten Antriebs
40 befindet sich ein Antriebszahnrad 82 des zweiten Antriebs 40. Die Drehmomentachse
des zweiten Antriebs 40 verläuft parallel zur Rotationsachse des Gegendruckzylinders
14 und außerhalb des Gegendruckzylinders 14. Dieses Antriebszahnrad 82 kämmt mit einem
zweiten Zwischenzahnrad 84, welches wiederum mit einem Abtriebszahnrad 86 für den
Gegendruckzylinder 14 kämmt. Der erste und der zweite Antrieb 38, 40 sind aufeinander
synchronisiert. Zur Realisierung einer kombinierten oder korrelierten Schwenkbewegung
mit Abstandsvariation weist die Schwinge 18 des Druckwerks 10 eine Kulisse 88 auf,
in welcher ein Schieber 90 linear bewegbar aufgenommen ist. Der Schieber 90 drückt
einen mit dem Druckformzylinder 12 verbundenen Führungskurvenfolger 92 gegen eine
Führungskurve 94, die im Druckwerk 10 aufgenommen ist und deren Lage zur Feinjustierung
verstellbar ist. Der Schieber 90 ist mittels eines Stellelementes 96 bewegbar.
[0032] Die lineare Bewegung des Schiebers 90 führt zum einen zu einer Abstandsvariation
der Rotationsachsen des Gegendruckzylinders 14 und des Druckformzylinders 12 und zum
anderen aufgrund der Wirkung der Führungskurve auch zu einer Schwenkbewegung des Druckformzylinders
12 um den Gegendruckzylinder 14 (siehe dazu auch die Figur 2).
[0033] Die Figur 5 ist eine erste Seitenansicht der Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Druckwerks 10 der Figur 4 in einer Einstellung für ein kleines Druckformat. Zu sehen
sind zunächst der im Druckwerk 10 ortsfeste Gegendruckzylinder 14 und der Druckformzylinder
12, der teilweise von der Farbauftragswalze 16 in dieser Seitenansicht verdeckt ist.
Das Stellelement 96 für die Formatverstellung liegt auf der Antriebsseite des Druckwerks
10. Es bewirkt die mit der Abstandsvariation korrelierte Schwenkbewegung der den Druckformzylinder
12 in zwei Punkten aufnehmenden Schwinge 18 um den Gegendruckzylinder 14. Auf der
Antriebsseite befindet sich der erste Antriebsdorn 98 zur Verbindung mit dem ersten
Antrieb 38, der an der das Druckwerk 10 aufnehmenden Seitenwand 28 aufgenommen ist
(siehe Figur 3). Des Weiteren dient der zweite Antriebsdorn 100 der Verbindung mit
dem ebenfalls an der steinernen Seitenwand 28 befestigten zweiten Antrieb 40. Nächstliegend
zur steinernen Seitenwand 28 weist diese Ausführungsform den Antriebsstrang 64 für
die Bewegung des Druckformzylinders 12 auf. Zwischen den Ebenen des Antriebsstrangs
64 und der Schwinge 18 liegt der weitere Antriebsstrang 78 für die Bewegung des Gegendruckzylinders
14.
[0034] In der Figur 6 ist eine antriebsseitige Ansicht der Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Druckwerks 10 der Figur 4 in einer Einstellung für ein kleines Druckformat gezeigt.
In dieser Ansicht ist der sich antriebsseitig befindende Antriebsstrang 64 für den
Druckformzylinder 12 zu sehen, welcher das erste Antriebszahnrad 68 für den ersten
Antrieb 38, das dazu mit dem ersten Koppelarm 74 verbundene erste Zwischenzahnrad
70 und das mit dem zweiten Koppelarm 76 mit dem Zwischenzahnrad 70 verbundene Abtriebszahnrad
72 für den Druckformzylinder 12 umfasst. Der andere Antriebsstrang 78 für den Gegendruckzylinder
14 umfasst das Antriebszahnrad 82, das zweite Zwischenzahnrad 84 und das Abtriebszahnrad
86.
[0035] Die Figur 7 bezieht sich auf eine zweite Seitenansicht der Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Druckwerks 10 der Figur 4 in einer Einstellung für ein kleines Druckformat.
Zu sehen sind der im Druckwerk 10 ortsfeste Gegendruckzylinder 14 und der Druckformzylinder
12, der teilweise die Farbauftragswalze 16 in dieser Seitenansicht verdeckt. Das Stellelement
96 für die Formatverstellung mittels Schwenkbewegung der Schwinge 18 und korrelierter
Variation des Abstands von Druckformzylinder 12 und Gegendruckzylinder 14 liegt auf
der Antriebsseite des Druckwerks 10. Auf der Antriebsseite befindet sich der erste
Antriebsdorn 98 zur Verbindung mit dem ersten Antrieb 38, der an der das Druckwerk
10 aufnehmenden Seitenwand 28 aufgenommen ist (siehe Figur 3). Des Weiteren dient
der zweite Antriebsdorn 100 der Verbindung mit dem ebenfalls an der steinernen Seitenwand
28 befestigten zweiten Antrieb 40. Der Antriebsstrang 64 für die Bewegung des Druckformzylinders
12 befindet sich nächstliegend zur steinernen Seitenwand 28. Zwischen den Ebenen des
Antriebsstrangs 64 und der Schwinge 18 liegt der weitere Antriebsstrang 78 für die
Bewegung des Gegendruckzylinders 14.
[0036] Die Figur 8 zeigt in einer bedienseitige Ansicht der bereits unter Bezugnahme auf
die Figuren 4 bis 7 beschrieben Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks
10 in einer Einstellung für ein großes Druckformat (der Druckformzylinder 12 hat einen
relativ kleinen Durchmesser und eine relativ kurze Umfangslänge) die Mechanik zur
Realisierung der einzelnen Bewegungen im Druckwerk 10. Auch in dieser Figur 8 ist
der Antriebsstrang 64 für die Rotationsbewegung des Druckformzylinders zu sehen. Der
Antriebsstrang 64 umfasst das erste Antriebszahnrad 68 für den ersten Antrieb 38,
das dazu mit dem ersten Koppelarm 74 verbundene erste Zwischenzahnrad 70 und das mit
dem zweiten Koppelarm 76 mit dem Zwischenzahnrad 70 verbundene Abtriebszahnrad 72
für den Druckformzylinder 12. Der andere Antriebsstrang 78 für den Gegendruckzylinder
14 umfasst den aus dem Antriebszahnrad 82, dem zweiten Zwischenzahnrad 84 und dem
Abtriebszahnrad 86 bestehenden Zahnräderzug. Bei einer Einstellung für ein großes
Druckformat weisen die Rotationsachsen des Druckformzylinders 12 und des Gegendruckzylinders
14 einen relativ großen Abstand auf, gleichzeitig sind die Rotationsachsen des Druckformzylinders
12 und der Farbauftragswalze 16 ebenfalls relativ groß beabstandet. Die Kulisse 88
mit dem linear bewegbaren Schieber 90, der mit dem Stellelement 96 betätigt werden
kann, ist verglichen zu ihrer Lage bei einem kleinen Druckformat (siehe auch Figur
4) um den Gegendruckzylinder 14 in von der Farbauftragswalze abgekehrter Richtung
geschwenkt.
[0037] In der Figur 9 ist eine erste Seitenansicht der Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Druckwerks 10 der Figur 8 in einer Einstellung für ein großes Druckformat zu sehen.
Der ortsfeste Gegendruckzylinder 14 bildet mit dem Druckformzylinder 12 einen in dieser
Darstellung verdeckt liegenden Druckspalt. Die Farbauftragswalze 16 wirkt mit dem
Druckformzylinder 12 zusammen. Wie in der Figur 5 sind auch hier das Stellelement
96 für die Formatverstellung (mittels Schwinge 18), der erste Antriebsdorn 98 zur
Verbindung des Antriebsstrangs 64 mit dem ersten Antrieb 38 und der zweite Antriebsdorn
100 der Verbindung des anderen Antriebsstrangs 78 mit dem zweiten Antrieb 40 auf der
Antriebsseite zu sehen. Der erste und der zweite Antrieb 38,40 sind an der das Druckwerk
10 aufnehmenden steinernen Seitenwand 28 angebracht (siehe Figur 3).
[0038] Die Figur 10 ist eine antriebsseitige Ansicht der Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Druckwerks 10 der Figur 8 in einer Einstellung für ein großes Druckformat. Während
die Lage des anderen Antriebsstranges 78 für die Rotationsbewegung des Gegendruckzylinders
14 im Vergleich zur Einstellung für ein kleines Druckformat unverändert ist, ist der
gekoppelte Zahnräderzug des Antriebsstranges 64 für die Rotationsbewegung des Druckformzylinders
12 (Antriebszahnrad 68, erstes Zwischenzahnrad 70, Abtriebszahnrad 72, erster Koppelarm
74 und zweiter Koppelarm 76) leicht gestreckt und um den Gegendruckzylinder 14 in
von der Farbauftragswalze 16 abgewandter Richtung geschwenkt.
[0039] Die Figur 11 zeigt eine zweite Seitenansicht der Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Druckwerks 10 der Figur 8 in einer Einstellung für ein großes Druckformat. Der ortsfeste
Gegendruckzylinder 14 bildet mit dem Druckformzylinder 12 einen in dieser Darstellung
verdeckt liegenden Druckspalt. Die hinter dem Druckformzylinder 12 liegende Farbauftragswalze
16 wirkt mit dem Druckformzylinder 12 zusammen. Wie in der Figur 5 sind auch hier
das Stellelement 96 für die Formatverstellung (mittels Schwinge 18), der erste Antriebsdorn
98 zur Verbindung des Antriebsstanges 64 mit dem ersten Antrieb 38 und der zweite
Antriebsdorn 100 zur Verbindung des anderen Antriebsstranges 78 mit dem zweiten Antrieb
40 auf der Antriebsseite zu erkennen. Der erste und der zweite Antrieb 38,40 sind
an der das Druckwerk 10 aufnehmenden steinernen Seitenwand 28 angebracht (siehe Figur
3).
BEZUGSZEICHENLISTE
[0040]
- 10
- Druckwerk
- 12
- Druckformzylinder
- 14
- Gegendruckzylinder
- 16
- Farbauftragswalze
- 18
- Schwinge
- 20
- Schwenkbewegung
- 22
- Linearführung
- 24
- Abstandsvariation
- 26
- Gestellmodul
- 28
- steinerne Seitenwand
- 30
- Antriebsschnittstelle
- 32
- Aufnahmeelement
- 34
- Standfußprofil
- 36
- Nivellierelement
- 38
- erster Antrieb
- 40
- zweiter Antrieb
- 42
- Druckmaschine
- 44
- Substrat
- 46
- Substratrolle
- 48
- Zuführteil
- 50
- Bearbeitungswerk
- 52
- Auslaufteil
- 54
- Etikettenrolle
- 56
- Kammerrakel
- 58
- UV-Trocknungseinrichtung
- 60
- Bahnleitwalze
- 62
- Heißlufttrocknungseinrichtung
- 64
- Antriebsstrang
- 66
- Zylindermittelachse
- 68
- Antriebszahnrad des ersten Antriebs
- 70
- erstes Zwischenzahnrad
- 72
- Abtriebszahnrad des Druckformzylinders
- 74
- erster Koppelarm
- 76
- zweiter Koppelarm
- 78
- anderer Antriebsstrang
- 80
- Antriebsachse des zweiten Antriebs
- 82
- Antriebszahnrad des zweiten Antriebs
- 84
- zweites Zwischenzahnrad
- 86
- Abtriebszahnrad des Gegendruckzylinders
- 88
- Kulisse
- 90
- Schieber
- 92
- Führungskurvenfolger
- 94
- Führungskurve
- 96
- Stellelement
- 98
- erster Antriebsdorn für ersten Antrieb
- 100
- zweiter Antriebsdorn für zweiten Antrieb
1. Druckwerk (10) mit einem Gegendruckzylinder (14) und einem Druckformzylinder (12),
der um eine parallel zur Rotationsachse des Gegendruckzylinders (14) verlaufende Schwenkachse
um den Gegendruckzylinder (14) schwenkbar ist, wobei der Abstand der Rotationsachsen
des Druckformzylinders (12) und des Gegendruckzylinders (14) variierbar ist und der
Druckformzylinder (12) und der Gegendruckzylinder (14) aneinander anstellbar sind,
so dass ein Druckspalt gebildet wird, in welchem ein Substrat (44) bedruckbar ist,
und mit einem ersten ortsfesten Antrieb (38) zur Erzeugung einer Drehbewegung des
Druckformzylinders (12),
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Antrieb (38) mit dem Druckformzylinder (12) über einen Antriebsstrang (64)
verbunden ist, von dem wenigstens ein Bauteil eine Drehmomentachse aufweist, welche
durch den Gegendruckzylinder (14) hindurch verläuft.
2. Druckwerk (10) gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehmomentachse des ersten Antriebs (38) und/oder die Schwenkachse durch den
Gegendruckzylinder (14) verlaufen.
3. Druckwerk (10) gemäß Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Druckwerk (10) für die Ausführung eines flexographischen Druckverfahrens oder
für die Ausführung eines Buchdruckverfahrens oder für die Ausführung eines Tiefdruckverfahrens
ausgelegt ist.
4. Druckwerk (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Antrieb (38) über einen Zug von miteinander durch Arme gekoppelten Zahnrädern
mit dem Druckformzylinder (12) verbunden ist.
5. Druckwerk (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Ausführung einer gekoppelten Schwenkbewegung (20) und Abstandsvariation (24)
des Druckformzylinders (12) ein in einer um die Schwenkachse schwenkbare Kulisse (88)
bewegbarer Schieber (90), der einen mit dem Druckformzylinder (12) verbundenen Führungskurvenfolger
(92) gegen eine ortsfeste oder verstellbare Führungskurve (94) kontaktiert, vorgesehen
ist.
6. Druckwerk (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkachse des Druckformzylinders (12) entlang der Zylindermittelachse (66)
des Gegendruckzylinders (14) verläuft und/oder dass der Gegendruckzylinder (14) ortsfest
im Druckwerk (10) ist.
7. Druckwerk (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gegendruckzylinder (14) mit einem zweiten ortsfesten Antrieb (40) über einen
anderen Antriebsstrang (78) verbunden ist.
8. Druckwerk (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass entweder der Druckformzylinder (12) lösbar verbunden im Druckwerk (10) aufgenommen
ist und dass Druckformzylinder (12) mit unterschiedlichen Durchmessern im Druckwerk
(10) aufnehmbar sind, oder dass auf dem Druckformzylinder (10) Zwischenhülsen mit
unterschiedlichen Durchmessern aufnehmbar sind.
9. Druckmaschine (42),
gekennzeichnet durch
wenigstens ein Druckwerk (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche.
10. Druckmaschine (42) gemäß Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Substrat (44) bahnförmig ist und die Druckmaschine (42) Transportmittel zur Bewegung
des bahnförmigen Substrats (44) durch die Druckmaschine (42) aufweist.
11. Druckmaschine (42) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckmaschine (42) eine Mehrzahl von Druckwerken (10) aufweist, welche nach voneinander
verschiedenen Druckverfahren arbeiten, wobei die verschiedenen Druckverfahren ein
oder mehrere der folgenden Druckverfahren umfassen: Flexodruck, Tiefdruck, Buchdruck,
Hochdruck, direkter oder indirekter Flachdruck, lithographischer Druck, Offsetdruck,
wasserloser Offsetdruck, Kaltfolienprägedruck, Heißfolienprägedruck, Tintenstrahldruck,
Flüssigtonerdruck, Siebdruck, xerographischer Druck.
12. Druckmaschine (42) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Druckwerk (10) in einem wenigstens teilweise aus Stein gefertigten Tragelement
mittels eines Lagerelements aufgenommen ist.
13. Druckmaschine (42) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckmaschine (42) in Reihenbauweise und/oder modular ausgeführt ist.
14. Druckmaschine (42) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckmaschine (42) Aufnahmeelemente (32) aufweist, an denen wechselweise Module
für unterschiedliche Druckverfahren oder zur Bearbeitung des Substrats (44) lösbar
verbindbar aufnehmbar sind.
15. Verfahren zum Herstellen von Etiketten oder von Selbstklebeetiketten in einer Druckmaschine
(42),
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Druckmaschine (42) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 9 bis 14 betrieben
wird und dass das ein bahnförmiges Substrat (44), welches für die Herstellung von
Etiketten oder von Selbstklebeetiketten geeignet ist, verarbeitet wird.