[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Individualisierung metallischer
Materialien gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Die Individualisierung oder Personalisierung von Symbolgegenständen wie Schmuckstücken,
Schmuckgegenständen und Erinnerungsgegenständen entspricht einem menschlichen Grundbedürfnis.
Viele Menschen wollen sich durch den Besitz eines individuellen, einzigartigen, persönlichen
Schmuckstücks von der Masse abheben oder die Bedeutung einer Beziehung oder Bindung
zu einem anderen Menschen oder Lebewesen zum Ausdruck bringen. Einen ersten Schritt
auf dem Weg zu einem personalisierten Schmuckstück stellt das seit Langem gebräuchliche
mechanische Bearbeiten, zum Beispiel mittels Gravur, eines Standard» Schmückstücks
dar. Dabei werden zum Beispiel die Namen der Ehepartner und das Hochzeitsdatum in
Eheringe eingraviert. Der Bezug zur verewigten Person bleibt jedoch ein rein ideeller,
de facto ein immaterieller. Den derart hergestellten Schmuckstücken fehlt daher der
direkte materielle oder stoffliche Bezug zur gewünschten Person.
[0003] Dieses Bedürfnis hat schon vor Jahrtausenden in manchen Kulturkreisen zur Entwicklung
von Schmuckstücken geführt, bei denen zum Beispiel eine Haarlocke einer bestimmten
Person in einem geeigneten Aufnahmeraum des Schmuckstücks aufbewahrt wurden. Eine
Vielzahl von solchen Schmuckstücken ist aus dem Sakralbereich zur Aufbewahrung von
Reliquien bekannt. Das Aufbewahren von menschlichen Körperbestandteilen wie Knochen
oder Zähnen ist heutzutage in westlichen Kulturen jedoch in gewisser Weise tabuisiert
und mit einem morbiden Beigeschmack behaftet. Es sind daher Alternativen erwünscht.
[0004] Die japanische Patentanmeldung
JP2002085116 offenbart Schmuckstücke, bei denen menschliche Haare in eine dafür vorgesehenen Öffnung
mittels Harzen eingebetet sind. Bei der Herstellung solcher Schmuckstücke wird zwar
der materielle Bezug zur gewünschten Person erreicht, aber die Gestaltungsfreiheit
des Künstlers oder Goldschmieds ist stark eingeschränkt, da er zwingend einen genügend
grossen Aufnahmeraum für das Harz-Haargemisch vorsehen muss. Zudem ist die Verbindung
zwischen dem eigentlichen Schmuckstück und dem eingebrachten Harz-Haargemisch mit
einfachen Mitteln lösbar, so dass der enge Bezug mit dem Schmuckstück fehlt.
[0005] Die Patentanmeldung
US2002/0025392 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Erinnerungsgegenständen aus Glas mit
kremierten menschlichen oder tierischen Überresten. Die Asche wird mit einem Additiv
vermengt, das die Herstellung von Glas unterstütz, und zu einem Pulver verarbeitet.
Anschliessend wird der Erinnerungsgegenstand aus Glas hergestellt. Herstellungstechnisch
stellt die Asche eine unerwünschte Verunreinigung im Glas dar. Vom Konsumenten wird
dies so empfunden, dass das Glas und damit der Erinnerungsgegenstand nicht veredelt,
sondern in gewisser Weise durch die Asche verschmutzt wird, worunter wiederum die
Akzeptanz dieser Erinnerungsgegenstände auf dem Markt leidet.
[0006] Die Patentanmeldung
WO03/008084 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von künstlichen Edelsteinen, bei welchem
Kohlenstoff menschlichen oder tierischen Ursprungs verwendet wird. Der Kohlenstoff
wird durch die Kremierung menschlicher oder tierischer Überreste erzeugt. Die Asche
wird gefiltert, mittels einer Halogen-Reinigungsstufe gereinigt und anschliessend
grafitisiert. Aus dem derart gewonnenen Graphit werden anschliessend die Edelsteine
mittels bekannter Sublimationstechniken hergestellt.
[0007] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung von personalisierten künstlichen Edelsteinen
bzw. Diamanten ist in der
WO2006/082259 offenbart. Ein Teil des benötigten Kohlenstoffs wird durch Verkohlung von Keratin
menschlichen oder tierischen Ursprungs, beispielsweise einer Haarlocke, gewonnen.
Ein Nachteil dieser Edelsteine liegt in ihrem hohen Preis, der primär durch den äusserst
aufwendigen Herstellungsprozess verursacht wird. Die Herstellung von künstlichen,
personalisierten Edelsteinen ist aufwendig, sie benötigt viel Ausgangsmaterial, aufwendige
Reinigungsprozesse und komplexe Herstellungsvorrichtungen. Zudem sind diese Edelsteine
aus gestalterischen Gründen nicht universell in Schmuckstücken einsetzbar.
[0008] Aus der deutschen Auslegungsschrift
DE1255629 ist ein Verfahren zur Herstellung von kohlenstoffangereichertem Material mittels
Verkokung eines Ausgangsmaterials bekannt, das zumindest teilweise menschliche oder
tierische Haare enthält.
[0009] Das Patent
US6382111B1 beschreibt ein weiteres Verfahren zur Herstellung von Erinnerungsgegenständen aus
Verbrennungsrückständen einer Kremierung (z.B. Knochen oder Asche von kremierten Körperbestandteilen
menschlichen oder tierischen Ursprungs). Aus der Beschreibung und dem Patentanspruch
1 geht klar hervor, dass die Verbrennungsrückstände in einem wesentlichen Verfahrensschritt
kalziniert werden, das heisst es werden die organischen Bestandteile und der Kohlenstoff
weitgehend entfernt. In einem Ausführungsbeispiel wird vorgeschlagen eine derart kalzinierte
Asche einer Metallschmelze beizufügen. Da sich die Asche und das Metall nicht mischen,
schwimmt die Asche in Folge ihrer geringeren Dichte auf dem Metall auf und lagert
sich beim anschliessenden Abkühlen des Metalls auf der Oberfläche des Endprodukts
ab. Das Endprodukt wird nach dem Erkalten mechanisch zu einem Blech weiterverarbeitet,
die mit Asche versehenen Seiten werden zusammengelegt und mittels Pressen wird die
Asche zumindest teilweise im Metallmaterial eingeschlossen. In einem weiteren Ausführungsbeispiel
beschreibt die
US6382111B1 das Herstellen eines Gemisches aus Kupferpulver und fein gemahlener, kalzinierter
Knochenasche unter PVA-Zugabe. Das Gemisch wird kalt verpresst und anschliessend geschmolzen.
Nach dem Erkalten kann das Kupfer mit der eingeschmolzenen Asche poliert werden. Solche
personalisierten Schmuckstücke aus Metall, bei welchen die Asche mechanisch in das
Metall eingebunden wird, weisen eine Vielzahl von Nachteilen auf: Die Dauerhaftigkeit
bzw. Beständigkeit der Materialeigenschaften ist beschränkt, da die Asche nur durch
mechanische Kräfte an der Oberfläche oder im Inneren des Schmuckstücks gebunden ist.
Die individuelle Formgebung bei Verarbeitung im kalten Zustand ist beschränkt und
eine Verarbeitung im erwärmten Zustand oder mittels geschmolzenem Metall ist nicht
möglich, da sich die Asche sonst wieder aus dem Metall abscheidet und aufschwimmt.
[0010] EP1717340 beschreibt die Individualisierung einer Armbanduhr aus Edelstahl mit einer DLC-Schicht,
wobei der Kohlenstoff zur Herstellung dieser Schicht von einer bestimmten, verstorbenen
Person stammt.
[0011] Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren für die Individualisierung
eines metallischen Materials zur Verfügung zu stellen, welches die oben aufgeführten
Nachteile nicht aufweist.
[0012] Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein individualisiertes
metallisches Material zur Verfügung zu stellen, das sich durch verbesserte Materialeigenschaften
zur Herstellung von Symbolgegenständen eignet, wobei dieses neue Material einfach
verarbeitet, sowie kostengünstig und in kleinen Mengen hergestellt werden kann und
dem Kunsthandwerker keine weiteren Einschränkungen hinsichtlich Gestaltungsfreiheit
und Design auferlegt.
[0013] Die der Erfindung zugrunde liegenden Aufgaben werden durch die technischen Merkmalen
des Verfahrens gemäss des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Den Erfindungsgedanken
weiterführende Merkmale sind jeweils Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 17.
[0014] Es ist ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung, dass Kohlenstoff organischen
Ursprungs in ein metallisches Material, welches zur Herstellung eines Symbolgegenstands
dient oder aus welchem ein Symbolgegenstand zumindest teilweise besteht chemischphysikalisch
eingebunden wird. Erfindungsgemäss werden aus metallischen Materialien individualisierte
Schmucklegierungen zur Weiterverarbeitung zu individualisierten Schmuckstücken oder
Erinnerungsgegenständen hergestellt, oder es werden vorgängig gefertigte Schmuckstücke
oder Erinnerungsgegenstände individualisiert. In der vorliegenden Anmeldung wird der
Einfachheit halber nur noch von Schmucklegierungen gesprochen, wobei dieser Begriff,
soweit nicht anders erwähnt, auch vorgängig gefertigte Symbolgegenstände wie Schmuckstücke,
Schmuckgegenstände oder Erinnerungsgegenstände umfasst.
[0015] Ein Ausgangsmaterial zur Herstellung einer personalisierten Schmucklegierung stammt
dabei aus einem Kohlenstoff enthaltenden organischen Grundmaterial von ausgewählten,
eindeutig identifizierbaren Individuen oder eindeutig identifizierbaren Gruppen von
Individuen. Ein solches Grundmaterial wird beim erfindungsgemässen Herstellungsverfahren
in ein kohlenstoffangereichertes Ausgangsmaterial überführt. Das Grundmaterial stammt
von eindeutig identifizierbaren Individuen oder Gruppen von Individuen, vorzugsweise
von eindeutig identifizierbaren Menschen oder ebensolchen Gruppen von Menschen. Im
Folgenden wird der Einfachheit halber nur noch von einer Person gesprochen, wobei,
sofern nicht ausdrücklich anders erwähnt, dieser Begriff auch eine Gruppe von Personen,
zum Beispiel ein Ehepaar, und Tiere, zum Beispiel ein Haustier, oder eine Gruppe von
Tieren, mit umfasst. Durch die Verwendung des eindeutig identifizierbaren und eindeutig
einer Person zugeordneten Grundmaterials wird sichergestellt, dass die herzustellende
metallische Schmucklegierung oder die herzustellenden Symbolgegenstände einen individuellen,
direkten materiellen Bezug zur jeweiligen Person besitzen.
[0016] Das Verfahren zur Individualisierung oder Personalisierung des metallischen Materials
umfasst zwei wesentliche Verfahrensschritte: einerseits ein Überführen des eindeutig
identifizierbaren und eindeutig einer Person zugeordneten Grundmaterials organischen
Ursprungs in ein kohlenstoffangereichertes, vorzugsweise karbonisiertes Ausgangmaterial
und andererseits den physikalisch-chemischen Einbau des kohlenstoffangereicherten
bzw. karbonisierten Ausgangsmaterials, insbesondere des Kohlenstoffs des Ausgangsmaterials,
in ein geeignetes metallisches Material. Das Ausgangsmaterial dient dabei im Wesentlichen
als Kohlenstoffspender.
[0017] Der Begriff metallisches Material umfasst hierbei mindestens das Folgende: reine
Metalle, metallische Legierungen, Pseudolegierungen, Gemische von Metallen oder Karbide,
welche bei Raumtemperatur zumindest teilweise in einer kristallinen Form vorliegt,
d.h. einen Festkörper mit einer Kristall- bzw. Metallgitterstruktur oder mit verschiedenen
Gitterstrukturen bildet. Vorzugsweise sind solche metallische Materialien gewählt,
die der Fachmann aus der Schmuckherstellung, insbesondere aus der Goldschmiede kennt.
[0018] Zur Herstellung der erfindungsgemässen Schmucklegierung wird zumindest ein Teil des
Ausgangsmaterials gemäss der vorliegenden Erfindung physikalisch-chemisch im metallischen
Material eingelagert, vorzugsweise in die kristalline Struktur des metallischen Materials
eingebaut oder interstitiell gelöst. Der Einbau erfolgt hierbei entweder direkt in
die Gitterstruktur des metallischen Materials, oder eines Teil davon, und/oder in
eine Grenzschicht zwischen verschiedenen Gitterstrukturen, oder Teilen davon. Der
Einbau umfasst, dass zumindest ein Teil des Ausgangsmaterials, vorzugsweise der Kohlenstoff,
mit dem metallischen Material kohlenstoffreiche Mischkristalle, intermediäre Phasen
oder Karbide bildet oder direkt im metallischen Material gelöst wird. Nach dem Einbau
liegt zwischen dem Ausgangsmaterial und dem metallischen Material eine dauerhafte
physikalisch-chemische Wechselwirkung vor.
[0019] Die erfolgreiche Anreichung oder Einlagerung des Ausgangsmaterials bzw. Kohlenstoffs
lässt sich durch eine Gewichtsmessung überprüfen. Hierbei wird der Gewichtsanteil
des in dem metallischen Material eingebundenen Ausgangsmaterials bzw. Kohlenstoffs
durch eine präzise Gewichtsmessung des metallischen Materials, der Schmucklegierung
oder des Symbolgegenstands vor und nach der Anreichung bzw. dem Einbau bestimmt. Eine
weitere Möglichkeit zur präzisen Bestimmung der durch das erfindungsgemässe Verfahren
erfolgten Kohlenstoffanreicherung besteht mittels einer in der Metallurgie und Materialprüfung
üblichen und verbreiteten optischen Emissionspektrometriemessung (Inductively Coupled
Plasma Optical Emission Spectrometry).
[0020] Als metallisches Material werden vorzugsweise Metalle wie Aluminium Al, Silizium
Si, Titan Ti, Vanadium V, Chrom Cr, Mangan Mn, Eisen Fe, Niobium Nb, Molybdän Mo,
Tantal Ta, Wolfram W, Palladium Pd oder Platin Pt verwendet. Metallische Materialien
aus dieser Gruppe zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus: einerseits binden sie
Kohlenstoff in signifikanten Mengen, vorzugsweise in einem Umfang von mindestens 0.5
Gewichtsprozent; andererseits lassen sie sich mit anderen Metallen wie Gold Au, Silber
Ag oder Kupfer Cu legieren. Letztere werden für die Herstellung von Schmuck typischerweise
verwendet, können aber ihrerseits Kohlenstoff nicht oder nur in geringsten Mengen,
beispielsweise bis 2 Promille Gewichtsanteil, einbauen.
[0021] Als Symbolgegenstand sind unabhängig von ihrer Form und Gestalt (Design) sowie Grösse
Gegenstände oder Bestandteile von Gegenständen zu verstehen, welche für eine Person,
insbesondere Menschen, eine besondere symbolische Bedeutung haben, wie beispielsweise
ein Schmuckstück oder ein Schmuckgegenstand (Ring, Uhr, Spieldose), ein Gegenstand
mit welchem Erinnerungen verbunden sind (geschmolzenes Metallstück, Schlüsselanhänger,
Schlüssel, Messer, Bilderrahmen, Medaille, Pokal), ein Glücksbringer (Münze) oder
ein Talisman.
[0022] Der Einbau des Ausgangsmaterials erfolgt in das metallische Material, aus welchem
anschliessend ein oder mehrere Symbolgegenstände ganz oder teilweise hergestellt werden.
[0023] Gemäss der vorliegenden Erfindung wird das Kohlenstoff enthaltende, organische Grundmaterial,
das eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet werden kann, in ein kohlenstoffangereichertes,
vorzugsweise karbonisiertes Ausgangmaterial übergeführt. Der Kohlenstoffgehalt des
Grundmaterials wird, falls nötig, bei der Überführung in das Ausgangsmaterial, das
heisst gleichzeitig oder anschliessend in einem weiteren Verfahrensschritt, erhöht.
Die Karbonisierung oder Kohlenstoffanreicherung des Grundmaterials erfolgt vorzugsweise
durch Verkokung, Verkohlung oder Grafitisierung des Grundmaterials. Gemäss einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung können auch Überreste aus einer Verbrennung oder Kremierung
als Grundmaterial derart gereinigt und aufbereitet werden, dass das aufbereitetet
Material als Ausgangsmaterial Verwendung finden kann.
[0024] Generell gilt, dass das Ausgangsmaterial vorzugsweise zwischen 45 und 100 Gewichtsprozent,
vorzugsweise zwischen 70 und 100 Gewichtsprozent, und besonders bevorzugt mehr als
75 bis 95 Gewichtsprozent Kohlenstoff umfasst. Gemäss bevorzugter Ausführungsformen
liegt das Ausgangsmaterial in pulverisierter oder feinkörniger Form mit einer Korngrösse
kleiner 50 mesh vor.
[0025] Als Grundmaterial zur Herstellung des erfindungsgemässen Ausgangsmaterials dient
vorzugsweise menschliches, tierisches oder allenfalls auch pflanzliches Material,
welches eindeutig einer bestimmten Person, beispielsweise einem Ehepartner oder einem
Haustier, oder einer Gruppe von Personen, beispielsweise den Angehörigen einer Familie
oder einem Ehepaar oder mehreren Tieren zugeordnet werden kann. Gemäss bevorzugter
Ausführungsformen wird als Grundmaterial keratinhaltiges, menschliches oder tierisches
Material verwendet, wie beispielsweise Haare, Fellhaare, Fingernägel oder Gemische
davon.
[0026] Die Auswahl des organischen Grundmaterials, das von mindestens einer bestimmten,
eindeutig identifizierbaren Person stammt, kann von folgenden Fragen beeinflusst werden:
- Wer, das heisst welches Individuum (Mensch) oder welche Gruppe von Individuen, wählt
das Grundmaterial aus? (zum Beispiel ein Angehöriger eines Verstorbenen oder ein Ehepaar)
- Von welcher Person stammt das Grundmaterial? (zum Beispiel Haare oder karbonisierte
Verbrennungsrückstände eines Verstorbenen oder Haare beider Ehepartners)
[0027] Entscheidend ist, dass das Ausgangsmaterial gemäss der vorliegenden Erfindung eindeutig
dem Grundmaterial, und damit einer bestimmten, eindeutig identifizierbaren Person
zugeordnet ist, so dass nach dem Einbau des Ausgangsmaterials in das metallische Material
gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren eine Schmucklegierung und/oder ein Symbolgegenstand
entsteht, der eine materielle Verbindung mit der bestimmten, eindeutig identifizierbaren
Person darstellt.
[0028] Weitere Auswahlmöglichkeiten bestehen hinsichtlich des metallischen Materials, aus
welchem die Schmucklegierung oder der Symbolgegenstand ganz oder teilweise hergestellt
werden soll, und hinsichtlich des Symbolgegenstands, dessen metallisches Material
individualisiert werden soll.
[0029] Umfasst das metallische Material, gemäss weiterer bevorzugter Ausführungsform, Legierungen
einer ersten Materialgruppe und einer zweiten Materialgruppe, so ist das Ausgangsmaterial
vorzugsweise überwiegend in die erste Materialgruppe eingebaut. Die erste Materialgruppe
zeichnet sich hierbei gegenüber der zweiten Materialgruppe dadurch aus, dass sie zur
Anreicherung des Ausgangsmaterial, respektive des Kohlenstoffs des Ausgangsmaterials,
bevorzugt geeignet ist bzw. dass das Ausgangsmaterial bevorzugt oder überwiegend nur
in der ersten Materialgruppe eingebunden wird.
[0030] Der Anteil des, in das metallische Material oder in die erste Materialgruppe des
metallischen Materials, eingebauten Ausgangsmaterials lässt sich für Materialien,
welche Karbide bilden, stöchiometrisch berechnen und kann von 0.5 oder weniger Gewichtprozent
bis 45 oder mehr Gewichtsprozent, beispielsweise 42.8 Gewichtsprozent für SiC, betragen.
Bei metallischem Material oder der ersten Materialgruppe eines metallischen Materials,
die keine stöchiometrisch berechenbaren Karbide mit dem Ausgangsmaterial bilden, sondern
auf interstitiellem Einbau bzw. interstitieller Lösung des Kohlenstoffes basieren,
beträgt der Anteil des eingebauten Ausgangsmaterial ebenfalls bis mehrere Gewichtsprozent,
vorzugsweise zwischen 1 und 10 Gewichtsprozent, besonders bevorzugt zwischen 1.2 und
5 Gewichtsprozent.
[0031] Gemäss der vorliegenden Erfindung stammt das Grundmaterial und damit das kohlenstoffangereicherte
Ausgangsmaterial und insbesondere dessen Kohlenstoffanteil, der bevorzugterweise zur
Herstellung der individualisierten Schmucklegierung oder der individualisierten Symbolgegenstände
verwendet wird, vorzugsweise aus einer Karbonisierung oder Verkokung von menschlichem
oder tierischem Keratin.
[0032] Das Verfahren zur Individualisierung oder Personalisierung von metallischem Material
ist auch mit einem anderen Ausgangsmaterial möglich, welches in analoger Weise in
das metallische Material eingebaut werden kann, beispielsweise einem stickstoffangereicherten
Ausgangsmaterial. Stickstoff lässt sich wie Kohlenstoff in die Gitterstruktur eines
metallischen Materials einlagern bzw. interstitiell lösen.
[0033] Wie bereits ausgeführt, erfolgt der Einbau des Ausgangsmaterials bzw. des Kohlenstoffs
in das metallische Material durch einen physikalisch-chemischen Wirkmechanismus oder
eine physikalisch-chemische Wechselwirkung zwischen dem Ausgangsmaterial und dem metallischen
Material. Dies kann, durch Auskristallisieren oder durch Lösen erreicht werden. Pulverförmiges
oder feinkörniges Ausgangsmaterial mit einer Korngrösse kleiner 50 mesh erleichtert
sowohl die Diffusion des Ausgangsmaterials in das metallische Material wie auch die
Durchmischung des Ausgangsmaterials und des metallischen Materials vor dem Auskristallisieren
oder Lösen.
[0034] Beim Auskristallisieren wird das Ausgangsmaterial in einem ersten Temperaturbereich
T1 oberhalb der Schmelztemperatur des metallischen Materials, beispielsweise 300°C
bis 400°C oberhalb des Schmelzpunkts, mit dem metallischen Material vermischt. Anschliessend
wird dieses erste Gemisch auf einen zweiten Temperaturbereich T2 abgekühlt. Der zweite
Temperaturbereich T2 liegt beispielsweise 100°C bis 150°C oberhalb der Temperatur,
bei welchem die gesamte Schmelze des metallischen Materials auskristallisiert, d.h.
vollständig in einen metallischen Festkörper mit kristalliner Struktur übergeht (erstarrt).
Im zweiten Temperaturbereich T2 kristallisiert jedoch bereits ein Teil des Ausgangsmaterials
mit einem Teil des geschmolzenen metallischen Materials aus und bildet ein kohlenstoffreiches
zweites Gemisch, bestehend aus Mischkristallen, intermediären Phasen oder Karbiden.
Je länger und je präziser der zweite Temperaturbereich T2 aufrecht erhalten bzw. beibehalten
wird, desto mehr Ausgangsmaterial kann im metallischen Material gebunden werden. Bei
einer weiteren Abkühlung unter den zweiten Temperaturbereich T2 kristallisiert dann
das noch vorhandene geschmolzene metallische Material mit dem zweiten Gemisch vollständig
aus. Nicht eingebundenes Ausgangsmaterial verbleibt aufgrund seiner geringeren Dichte
an der Oberfläche des auskristallisierten Materials zurück, beispielsweise als Schlacke,
und lässt sich einfach entfernen.
[0035] Das Auskristallisieren eignet sich für metallisches Material, welches beim Kristallisieren
Kohlenstoff in seine Gitterstruktur oder in Grenzbereiche zweier Gitterstrukturen
einbindet. Das Auskristallisieren ist auch ein bevorzugtes Verfahren für die Herstellung
von metallischen Materialien oder Schmucklegierungen, welche eine erste und eine zweite
Materialgruppe umfassen, bei welchen das Ausgangsmaterial vorzugsweise oder überwiegend
nur in eine der beiden Materialgruppen eingebunden wird und bei welchen die beiden
Materialgruppe zusammen, das heisst durchmischt und damit legiert, auskristallisieren.
Die erste Materialgruppe umfasst insbesondere Karbid bildende Metalle wie Silizium,
Titan, Vanadium, Chrom, Eisen, Niobium, Molybdän, Tantal und Wolfram, oder Gemische
(Legierungen) davon" die sich mit Metallen der zweite Materialgruppe wie Gold, Silber
und Kupfer, oder Gemischen davon, legieren lassen.
[0036] Der Fachmann kann die Temperaturhaltepunkte, das heisst die ersten und zweiten Temperaturbereiche
T1 und T2 aller bevorzugten metallischen Materialien anhand von gemessenen oder berechneten
Phasendiagrammen auswählen.
[0037] Beim Lösen wird Kohlenstoff des Ausgangsmaterials direkt im geschmolzenen metallischen
Material auf atomarer Ebene eingebunden bzw. interstitiell gelöst und anschliessend
rasch abgekühlt. Bei der Kristallisation während der Abkühlung der Schmelze verbleibt
insbesondere dem Kohlenstoff des Ausgangsmaterials keine Zeit sich wieder zu aggregieren
und der Kohlenstoff verbleibt auf atomarer Ebene in Zwischenräumen des regulären Kristallgitter
des metallischen Materiales verteilt und eingebunden. Das Lösen eignet sich für metallisches
Material, welches mit dem Ausgangsmaterial bzw. Kohlenstoff keine oder nur in unzureichendem
Umfang Mischkristalle, intermediäre Phasen oder Karbide bildet. Vertreter von metallischem
Material dieser Gruppe sind Mangan, Palladium und Platin. Platin ist in der Lage auf
dieser Weise dauerhaft 1.2 Gewichtsprozent Kohlenstoff in sein Kristallgitter aufzunehmen.
[0038] Sowohl beim Auskristallisieren wie beim Lösen erfolgt das Einbinden des Ausgangsmaterials
in ganz oder teilweise geschmolzenem Zustand des metallischen Materials. Entsprechend
eignen sich diese Verfahren für die Herstellung von Schmucklegierungen, beispielsweise
Drähte oder Schmuckrohlinge wie auch zum Formgiessen von Schmucklegierungen oder fertiger
Symbolgegenstände.
[0039] Das Schmelzen und Formgiessen erfolgt gemäss bevorzugter Ausführungsbeispiele in
einem Induktionsofen mit Vakuumkammer, d.h. weitgehend unter Luftabschluss zur Unterbindung
oder Minimierung von Oxidationsprozessen. Die mit der Aufheizung durch Induktion verbundenen
Konvektionsbewegungen und Strömungen in der Schmelze unterstützen die mechanische
Durchmischung von Ausgangsmaterial und metallischem Material und verhindern die Entmischung
aufgrund der unterschiedlichen Dichte der Materialien. Damit überwiegend Kohlenstoff
des Ausgangsmaterials in das metallische Material eingebunden wird, sind Schmelztiegel
oder Gussformen zu verwenden, welche vorzugsweise keinen Fremdkohlenstoff enthalten,
das heisst beispielsweise keine grafithaltigen Tiegel oder Formen.
[0040] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert, ohne
den Erfindungsgedanken auf die beschriebenen Ausführungsformen einzuschränken.
[0041] Gemäss einem ersten nicht erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel wird ein bereits
vorgängig gefertigter Erinnerungsgegenstand aus Eisen mittels Aufkohlung personalisiert
oder individualisiert. Der Erinnerungsgegenstand wird zusammen mit einem Ausgangsmaterial
in Form von pulverförmigem Kohlenstoff in einem Behälter luftdicht abgeschlossen.
Das Ausgangsmaterial stammt aus einer Verkokung von Haaren einer bestimmten, eindeutig
identifizierbaren Person. Anschliessend wird der Behälter während mehrerer Stunden
bis einiger Tage, beispielsweise 8 bis 10 Stunden, auf eine Temperatur zwischen 600°C
und dem Schmelzpunkt des Eisens, üblicherweise auf 950°C, erwärmt. Hierbei diffundiert
der Kohlenstoff des Ausgangsmaterial bis einige Millimeter, üblicherweise 0.8 bis
1.2 mm, in das Eisen. Mit diesem Verfahren kann das Eisen mit bis zu stöchiometrisch
maximalen möglichen 6,67 Gewichtsprozenten Kohlenstoff angereichert werden.
[0042] In einem zweiten Ausführungsbeispiel wird mittels Auskristallisation ein Paar individualisierter
Gold-Titan-Eheringe hergestellt, wobei Ausgangsmaterial von beiden Ehepartner verwendet
wird. Gold und Titan sind vollständig mischbar und bilden in jedem Gewichtsverhältnis
stabile Mischkristalle. Die Herstellung eines Paars Gold-Titan-Ringe mit 18 Karat
Gold erfolgt aus einem initialen, pulverförmigen Gemisch, bestehend aus folgenden
Gewichtsprozenten: 75 % Gold, 22% Titan und Ausgangsmaterial, dessen Kohlenstoffmenge
mindestens den restlichen 3% entspricht. Das Gemisch wird in einem Induktionsofen
bei 2000°C (im ersten Temperaturbereich T1) geschmolzen und während zwei Stunden durch
die Induktionskonvektion vermischt und homogenisiert. Anschliessend wird die Schmelze
auf 1800°C (im zweiten Temperaturbereich T2) abgekühlt und während zwei weiterer Stunden
auf dieser Temperatur gehalten, um die Karbidkristallisation zu ermöglichen. Beim
anschliessenden Formguss der beiden Ringe entsteht eine homogene und feinkristalline
18 Karat Gold-Titan-Legierung mit 2 bis 3 Gewichtsprozent Kohlenstoffanteil.
[0043] In einem dritten Ausführungsbeispiel wird ein individualisiertes Uhrengehäuses aus
Platin mittels Lösen hergestellt. Pulverförmiges kohlenstoffreiches Ausgangsmaterial
wird oberhalb der eutektischen Temperatur des Platin-Kohlenstoff-Gemisches von ca.
1730 °C in einem Induktionsofen in Platin in Lösung gebracht. Bei anschliessender
schneller Abkühlung der Schmelze unter die eutektische Temperatur durch den Formguss
verbleiben ca. 1.2 Gewichtsprozent Kohlenstoff in den Zwischenräumen des Platinkristallgitters
eingebunden. Das Platin mit eingebunden Kohlenstoff wird dann normal weiter verarbeitet.
Durch die Legierung mit Gold oder Silber kann die eutektische Temperatur des Platin-Kohlenstoff-Gemisches
gesenkt, durch die Legierung mit Wolfram erhöht werden.
1. Verfahren zur Individualisierung eines metallischen Materials mittels eines Kohlenstoff
enthaltenden Grundmaterials organischen Ursprungs, umfassend die folgenden Schritte:
a. Überführen eines Kohlenstoff enthaltenden organischen Grundmaterials, welches von
mindestens einer bestimmten, eindeutig identifizierbaren Person oder einer eindeutig
identifizierbaren Gruppe von Personen stammt, in ein kohlenstoffangereichertes, vorzugsweise
karbonisiertes Ausgangmaterial, und
b. physikalisch-chemischer Einbau zumindest eines Anteils des Ausgangmaterials in
das metallische Material, wobei das karbonisierte Ausgangsmaterial in einem ersten
Temperaturbereich T1 mit dem geschmolzenen metallischen Material vermischt wird, und
dass anschliessend bei Abkühlung auf einen zweiten Temperaturbereich T2 zumindest
ein Teil des Ausgangsmaterials in einen Teil des geschmolzenen metallischen Materials
eingebunden wird und als ein zweites Gemisch, vorzugsweise als Mischkristalle, intermediäre
Phasen oder Karbide, im restlichen geschmolzenen metallischen Material auskristallisiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Einbau zumindest in einen Teil der kristallinen Struktur und/oder zumindest teilweise
zwischen verschiedenen kristallinen Strukturen des metallischen Materials erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des Ausgangsmaterials mit dem metallischen Material Mischkristalle,
intermediäre Phasen oder Karbide bildet.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundmaterial Keratin menschlichen oder tierischen Ursprungs umfasst, wobei das
Grundmaterial vorzugsweise aus folgender Gruppe ausgewählt ist: Haare, Fellhaare,
Fingernägel oder Gemische davon.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundmaterial von mindestens einer bestimmten, eindeutig identifizierbaren Person
oder einer eindeutig identifizierbaren Gruppe von Personen gewonnen wird und dieser
eindeutig zuordnungsbar ist.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das karbonisierte Ausgangsmaterial durch eine Verkohlung, eine Verkokung oder eine
Grafitisierung des Grundmaterials gewonnen wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgangsmaterial zwischen 45 und 100 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 70
und 100 Gewichtsprozent" besonders bevorzugt mehr als 75 bis 95 Gewichtsprozent Kohlenstoff
enthält.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgangsmaterial pulverförmig oder feinkörnig ist, vorzugsweise mit einer Korngrösse
kleiner 50 mesh.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das metallische Material eine Legierung einer ersten Materialgruppe, vorzugsweise
Silizium, Titan, Vanadium, Chrom, Eisen, Niobium, Molybdän, Tantal und Wolfram und
Legierungen davon, und einer zweiten Materialgruppe, vorzugsweise Gold, Silber und
Kupfer und Legierungen davon, ist, wobei das Ausgangsmaterial überwiegend in die erste
Materialgruppe eingebaut wird.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das individualisierte metallische Material oder die erste Materialgruppe des individualisierten
metallischen Materials mindestens 0.5 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 1 und
10 Gewichtsprozent, besonders bevorzugt zwischen 1.2 und 5 Gewichtsprozent, Kohlenstoff
aus dem Ausgangsmaterial enthält.
11. Verfahren nach Anspruch1, dadurch gekennzeichnet, dass bei weiterer Abkühlung unter den zweiten Temperaturbereich T2 das restliche geschmolzene
metallische Material und das zweite Gemisch zu einer Schmucklegierung erstarren.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze vor Abkühlung unter den zweiten Temperaturbereich T2 in einem gestaltgebenden
Verfahren, vor-zugsweise einem Giessverfahren, zu einem Symbolgegenstand weiterverarbeitet
wird.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgangsmaterial im geschmolzenen metallischen Material gelöst oder dispergiert
wird und bei Kristallisation der Schmelze bei rascher Abkühlung das Ausgangsmaterials
in oder zwischen das metallische Material eingebaut wird.
14. Verfahren nach Anspruch einem der Ansprüche 1, 11, 12, 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Schmelzen und oder Giessen unter Luftabschluss in einem Induktionsofen mit Vakuumkammer
erfolgt.
1. Process for individualizing a metallic material by means of a carbon-containing base
material of organic origin, which comprises the following steps:
a. conversion of a carbon-containing organic base material which originates from at
least one particular, uniquely identifiable person or a uniquely identifiable group
of persons into a carbon-enriched, preferably carbonized starting material and
b. physicochemical incorporation of at least a proportion of the starting material
into the metallic material, wherein the carbonized starting material is mixed with
the molten metallic material in a first temperature range T1 and at least part of
the starting material is incorporated into part of the molten metallic material during
subsequent cooling to a second temperature range T2 and crystallizes out as a second
mixture, preferably as mixed crystals, intermediate phases or carbides, in the remaining
molten metallic material.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the incorporation occurs in at least part of the crystalline structure and/or at
least partially between various crystalline structures of the metallic material.
3. Process according to Claim 1 or 2, characterized in that at least part of the starting material forms mixed crystals, intermediate phases
or carbides with the metallic material.
4. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the base material comprises keratin of human or animal origin, where the base material
is preferably selected from the group consisting of: hair, fur hairs, fingernails
or mixtures thereof.
5. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the base material is obtained from at least one particular, uniquely identifiable
person or a uniquely identifiable group of persons and can be uniquely assigned to
this person or group of persons.
6. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the carbonized starting material is obtained by carbonization, coking or graphitization
of the base material.
7. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the starting material contains from 45 to 100 per cent by weight, preferably from
70 to 100 per cent by weight, particularly preferably from > 75 to 95 per cent by
weight, of carbon.
8. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the starting material is pulverulent or finely particulate, preferably having a particle
size of less than 50 mesh.
9. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the metallic material is an alloy of a first group of materials, preferably silicon,
titanium, vanadium, chromium, iron, niobium, molybdenum, tantalum and tungsten and
alloys thereof, and of a second group of materials, preferably gold, silver and copper
and alloys thereof, where the starting material is incorporated predominantly into
the first group of materials.
10. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the individualized metallic material or the first group of materials of the individualized
metallic material contains at least 0.5 per cent by weight, preferably from 1 to 10
per cent by weight, particularly preferably from 1.2 to 5 per cent by weight, of carbon
from the starting material.
11. Process according to Claim 1, characterized in that the remaining molten metallic material and the second mixture solidify to form a
jewellery alloy during further cooling below the second temperature range T2.
12. Process according to Claim 1, characterized in that the melt is processed further in a shaping process, preferably a casting process,
to a symbolic object before cooling below the second temperature range T2.
13. Process according to any of Claims 1 to 10, characterized in that the starting material is dissolved or dispersed in the molten metallic material and
the starting material is incorporated into or between the metallic material during
crystallization of the melt on rapid cooling.
14. Process according to any of Claims 1, 11, 12 and 13, characterized in that the melting and/or casting is carried out with exclusion of air in an induction furnace
having a vacuum chamber.
1. Procédé d'individualisation d'un matériau métallique au moyen d'un matériau de base
d'origine organique contenant du carbone, comprenant les étapes suivantes :
a. transformation d'un matériau de base organique contenant du carbone, qui provient
d'au moins une personne déterminée clairement identifiable ou d'un groupe de personnes
clairement identifiable, en une matière première enrichie en carbone, de préférence
carbonisée, et
b. insertion physico-chimique d'au moins une part de la matière première dans le matériau
métallique, dans lequel on mélange la matière première carbonisée dans une première
plage de température T1 avec le matériau métallique fondu, et en ce qu'ensuite, lors
du refroidissement à une autre plage de température T2, on intègre au moins une partie
de la matière première dans une partie du matériau métallique fondu et on la cristallise
sous forme d'un deuxième mélange, de préférence sous forme de cristaux mixtes, de
phases intermédiaires ou de carbures, dans le reste du matériau métallique fondu.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'insertion est effectuée au moins dans une partie de la structure cristalline et/ou
au moins partiellement entre différentes structures cristallines du matériau métallique.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au moins une partie de la matière première forme avec le matériau métallique des cristaux
mixtes, des phases intermédiaires ou des carbures.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau métallique comprend de la kératine d'origine humaine ou animale, dans
lequel le matériau de base est de préférence choisi dans le groupe suivant : cheveux,
poils, ongles ou des mélanges de ceux-ci.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de base est obtenu à partir d'au moins une personne déterminée clairement
identifiable ou d'un groupe de personnes clairement identifiable et peut lui être
clairement associé.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on obtient la matière première carbonisée par une carbonisation, une cokéfaction
ou une graphitisation du matériau de base.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la matière première contient entre 45 et 100 pour cent en poids, de préférence entre
70 et 100 pour cent en poids, de préférence encore plus de 75 à 95 pour cent en poids
de carbone.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la matière première est pulvérulente ou à grains fins, de préférence avec une taille
de grain inférieure à 50 mesh.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau métallique est un alliage d'un premier groupe de matériaux, de préférence
silicium, titane, vanadium, chrome, fer, niobium, molybdène, tantale et tungstène
et d'alliages de ceux-ci, et d'un deuxième groupe de matériaux, de préférence or,
argent et cuivre et des alliages de ceux-ci, dans lequel la matière première est principalement
insérée dans le premier groupe de matériaux.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau métallique individualisé ou le premier groupe de matériaux du matériau
métallique individualisé contient au moins 0,5 pour cent en poids, de préférence entre
1 et 10 pour cent en poids, et de préférence encore entre 1,2 et 5 pour cent en poids
de carbone provenant de la matière première.
11. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, lors du refroidissement ultérieur en dessous de la deuxième plage de température
T2, le reste du matériau métallique fondu et le deuxième mélange se solidifient en
un alliage pour bijouterie.
12. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, avant le refroidissement en dessous de la deuxième plage de température T2, la masse
fondue est transformée par un procédé de mise à forme, de préférence un procédé de
coulée, en un objet symbolique.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que la matière première est dissoute ou dispersée dans le matériau métallique fondu et,
lors de la cristallisation de la masse fondue lors du refroidissement rapide, la matière
première est insérée dans ou entre le matériau métallique.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1, 11, 12, 13, caractérisé en ce que l'on effectue la fusion et/ou la coulée à l'abri de l'air dans un four à induction
avec une chambre sous vide.