[0001] Die Erfindung betrifft eine dielektrische Hornantenne mit einem dielektrischen Speiseabschnitt
und mit einem dielektrischen Abstrahlabschnitt, wobei der Speiseabschnitt mit elektromagnetischer
Strahlung beaufschlagbar ist, mit dem Abstrahlabschnitt elektromagnetische Strahlung
führbar und abstrahlbar ist und der Abstrahlabschnitt als sich in Abstrahlrichtung
öffnendes, einen Hohlraum zumindest teilweise umgebendes Horn ausgestaltet ist. Ferner
betrifft die Erfindung auch ein Modulsystem zur Herstellung einer solchen dielektrischen
Hornantenne.
[0002] Hornantennen wie auch dielektrische Antennen an sich, sind seit langem bekannt und
werden in unterschiedlichen Ausgestaltungen und Größen für ganz unterschiedliche Zwecke
verwendet, so beispielsweise auch in der industriellen Prozeßüberwachung zur Bestimmung
von Abständen - beispielsweise von Medienoberflächen in Tanks - über die Laufzeitermittlung
von reflektierten elektromagnetischen Wellen (Radaranwendungen). Die hier beschriebene
Erfindung ist vollkommen unabhängig von dem Gebiet, in dem die nachfolgend behandelten
Antennen zur Anwendung kommen; exemplarisch wird im folgenden auf die Verwendung der
in Rede stehenden Antennen in dem Gebiet der Füllstandsmeßtechnik bezug genommen.
[0003] Hornantennen - im Sendefall auch als Hornstrahler bezeichnet - zeichnen sich durch
einen Hohlleiter aus, der eine trichterförmige Erweiterung aufweist. Über den Hohlleiter
wird der Hornstrahler mit einer TE-Welle oder einer TM-Welle gespeist, wie zum Beispiel
mit einer TE
11-Welle, deren elektrische Feldstärke also keinen Anteil in der Fortpflanzungsrichtung
der elektromagnetischen Welle aufweist. Die von dem Hohlleiter geführte elektromagnetische
Welle pflanzt sich letztlich in die trichterförmige Erweiterung - das Horn - fort
und wird bis zur Aperturöffnung des Horns weitergeführt und über die Aperturöffnung
des Horns in den Raum als Freiraumwelle abgestrahlt. Die meist elektrisch leitfähige
Wandung des Horns begrenzt dabei die Ausbreitung der elektromagnetischen Strahlung,
das Horn selbst stellt demnach eine Grenzfläche für die sich ausbreitende elektromagnetische
Strahlung dar, an der elektromagnetische Wellen weitestgehend reflektiert werden.
[0004] Bei dielektrischen Antennen hingegen besteht die Antenne im wesentlichen aus einem
Körper aus dielektrischem Material, wobei elektromagnetische Wellen auch in dem Material
geführt werden und über das Material abgestrahlt werden können. Die von diesem dielektrischen
Material geführten und abgestrahlten elektromagnetischen Wellen Werden über einen
Speiseabschnitt der dielektrischen Antenne in die Antenne eingespeist und über einen
Abstrahlabschnitt in den Raum abgestrahlt. Die dielektrische Antenne mag noch andere
Abschnitte aufweisen, funktionsnotwenig weist sie jedenfalls die beiden beschriebenen
Abschnitte auf. Der dielektrische Speiseabschnitt besteht oft aus einem Stab mit einem
letztlich konisch zulaufenden Dorn, der in einen Hohlleiter einführbar ist, wobei
dieser Dorn dann von in dem Hohlleiter geführten elektromagnetischen Wellen beaufschlagt
wird. Der Abstrahlabschnitt einer dielektrischen Antenne kann sehr unterschiedlich
ausgestaltet sein, beispielsweise als Stiel oder birnenförmig als Feldlinse.
[0005] Der Anmelderin ist aus der Praxis bekannt, daß der dielektrische Abstrahlabschnitt
als sich in Abstrahlrichtung öffnendes, einen Hohlraum zumindest teilweise umgebendes
Horn ausgestaltet ist. Eine solche Antenne wird im folgenden als "dielektrische Hornantenne"
bezeichnet.
[0006] Wenn davon die Rede ist, daß der Abstrahlabschnitt als sich in Abstrahlrichtung öffnendes,
einen Hohlraum zumindest teilweise umgebendes Horn ausgestaltet ist, dann ist mit
der Abstrahlrichtung im wesentlichen die Hauptabstrahlrichtung der dielektrischen
Hornantenne gemeint, also die Richtung, in der die Richtwirkung der Hornantenne besonders
ausgeprägt ist. Der von dem Horn umgebene Hohlraum muß nicht tatsächlich konstruktiv
in Abstrahlrichtung der Hornantenne geöffnet sein, er kann beispielsweise auch in
Abstrahlrichtung mit einem Material abgeschlossen sein, das jedoch der Abstrahlung
der elektromagnetischen Wellen in Abstrahlrichtung im wesentlichen keinen Widerstand
entgegensetzt, so daß das sich in Abstrahlrichtung öffnende Horn in Abstrahlrichtung
elektromagnetisch funktional geöffnet ist, jedoch nicht zwingend im konstruktiv-geometrischen
Sinne offen sein muß.
[0007] Hornantennen als auch dielektrische Antennen werden in der industriellen Prozeßmeßtechnik
- wie eingangs erwähnt - häufig zur Füllstandsmessung verwendet. Bei solchen Anwendungen
ist es von besonderem Vorteil, wenn die verwendeten Antennen eine möglichst schmale
Hauptabstrahlrichtung und gleichzeitig eine möglichst kompakte Bauform ausweisen.
Diese Anforderungen widersprechen sich jedoch hinsichtlich der konstruktiven Maßnahmen,
die üblicherweise zu ihrer technischen Umsetzung ergriffen werden müssen.
[0008] Eine schmale Richtcharakteristik in Hauptabstrahlrichtung kann bekanntlich erst durch
eine große Apertur - also Öffnungsfläche - des Abstrahlabschnitts sowohl bei einer
Hornantenne als auch bei einer dielektrischen Antenne und auch bei einer dielektrischen
Hornantenne erzielt werden, was eine große Ausdehnung der Antenne senkrecht zur Hauptabstrahlrichtung
erforderlich macht. Damit die Apertur auch im Sinne einer schmalen Hauptabstrahlrichtung
genutzt wird, muß die von dem Abstrahlabschnitt abgestrahlte elektromagnetische Strahlung
eine möglichst ebene Phasenfront aufweisen, wobei eine solch ebene Phasenfront bei
den genannten Antennentypen nur mit zunehmender Länge der Antenne realisierbar ist,
was der gewünschten kompakten Bauform ebenfalls entgegensteht. Im Bereich der Füllstandsmeßtechnik
besteht ein zusätzliches Problem häufig darin, daß die geometrische Apertur des Hornes
nur in engen Grenzen vergrößert werden kann, da die Antenne andernfalls nicht mehr
in das zu überwachende Volumen - zum Beispiel über bereits vorhandene Tanköffnungen
und Stutzen - eingebracht und dort nicht mehr montiert werden kann.
[0009] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine dielektrische Hornantenne anzugeben,
mit der eine verbesserte Richtwirkung bei kompakter Bauform erzielt werden kann.
[0010] Die zuvor hergeleitete und beschriebene Aufgabe ist erfindungsgemäß bei einer dielektrischen
Hornantenne der oben angegebenen Art dadurch gelöst, daß in dem Horn ein dielektrischer
Einsatz angeordnet ist, über den Einsatz wenigstens ein Teil der über den Speiseabschnitt
beaufschlagbaren elektromagnetischen Strahlung führbar und abstrahlbar ist und sich
der Einsatz in Abstrahlrichtung der Antenne im wesentlichen über den Hohlraum des
Horns erstreckt.
[0011] Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, daß die Anordnung eines dielektrischen
Einsatzes in dem Horn der dielektrischen Hornantenne hervorragend dazu geeignet ist,
die Phasenfronten der von der Hornantenne insgesamt geführten und abgestrahlten elektromagnetischen
Strahlung außerhalb des dielektrischen Materials zu formen und zu glätten, so daß
sich ebene Wellenfronten in Abstrahlrichtung der Hornantenne realisieren lassen, ohne
daß die Außenabmessungen der Hornantenne vergrößert werden müssen. Ferner wird die
elektromagnetische Strahlung durch den dielektrischen Einsatz derart geformt, daß
sich eine große virtuelle Apertur der dielektrischen Hornantenne ergibt, die erheblich
größer als die ohne dielektrischen Einsatz nutzbare geometrische Apertur der dielektrischen
Hornantenne ist. Sowohl das dielektrische Horn als auch der dielektrische Einsatz
[0012] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung nimmt die Querschnittsfläche
des Horns in Abstrahlrichtung der Antenne ab. Durch die abnehmende Querschnittsfläche
des Horns nimmt dessen effektive Permittivität in Abstrahlrichtung der Antenne ab,
wodurch ein zunehmender Anteil des insgesamt geführten elektromagnetischen Feldes
von dem dielektrischen Horn in den Außenraum tritt; damit reduziert sich die Kopplung
des Feldes an das Horn immer weiter. Gleichzeitig bewirkt dies jedoch, daß die virtuelle
Antennenapertur weitaus größer ist als die geometrische Antennenapertur. Auch dieser
Effekt wird verstärkt durch den erfindungsgemäß vorgesehenen dielektrischen Einsatz
innerhalb des dielektrischen Horns.
[0013] Es hat sich weiterhin als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn die Außenkontur
des Horns in Abstrahlrichtung der Antenne im wesentlichen konstant ist, wobei das
Horn senkrecht zur Abstrahlrichtung insbesondere einen kreisförmigen, ellipsoidalen
oder rechteckigen Querschnitt aufweisen kann. Eine unveränderliche Außenkontur des
Horns bedeutet u. a., daß ein maximales dielektrisches feldführendes Volumen bei größtmöglicher
geometrischer Apertur erzielbar ist, da das dielektrische Horn über seine gesamte
Erstreckung in Abstrahlrichtung der Antenne einen maximalen Durchmesser aufweisen
kann.
[0014] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der dielektrische
Einsatz in dem Horn so ausgestaltet, daß seine Querschnittsfläche in Abstrahlrichtung
der Antenne im wesentlichen konstant bleibt oder sogar abnimmt. Eine abnehmende Querschnittsfläche
des Einsatzes bringt es mit sich, wie zuvor schon am Horn erläutert, daß ein zunehmender
Anteil des Anfangs in dem dielektrischen Einsatz geführten elektromagnetischen Feldes
in den Außenraum - also den Zwischenraum zwischen Horn und Einsatz - tritt und aus
dem Einsatz ausgekoppelt wird.
[0015] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der dielektrischen Hornantenne ist
vorgesehen, daß sich der Abstrahlabschnitt der Hornantenne in Abstrahlrichtung im
wesentlichen bis zu einem Ort einer Feldüberhöhung der geführten elektromagnetischen
Wellen erstreckt, wobei damit vor allem die im Außenraum des Horns mitlaufenden elektromagnetischen
Wellen gemeint sind.
[0016] Im allgemeinen Fall werden über dielektrische Antennen - im Gegensatz zu elektromagnetischen
Wellen in Hohlleitern - hybride elektromagnetische Wellen geführt, wie z.B. eine HE
11-Grundwelle und ggf. elektromagnetische Wellen in unterschiedlichen Moden. Über die
Erstreckung der Hornantenne in Abstrahlrichtung ist eine Veränderung der Amplitude
des geführten Außenfeldes beobachtbar, wobei sich Orte geringer Amplitude des Außenfeldes
mit Orten mit erhöhten Amplituden des Außenfeldes abwechseln. Diese Amplitudenänderung
ist u. a. durch die Modenkonversion der elektromagnetischen Wellen entlang der Hornantenne
in Abstrahlrichtung erklärbar. Wenn der Abstrahlabschnitt im wesentlichen an einem
Ort einer Feldüberhöhung der geführten elektromagnetischen Wellen endet, wird die
zuvor geführte elektromagnetische Welle an dieser Stelle und mit dieser Amplitude
zu einer Freiraumwelle, wodurch automatisch eine große virtuelle Apertur der dielektrischen
Hornantenne erreicht wird.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der dielektrische Einsatz stabförmig
ausgestaltet, insbesondere nämlich als ein massiver Stab mit einem im wesentlichen
runden, ellipsoidalen oder rechteckigen Querschnitt. Die Wahl des Querschnitts ist
vorzugsweise an die Innenkontur des Horns angepaßt. Bei einer solchen Geometrie des
Einsatzes ist es von besonderem Vorteil, wenn sich der Abstrahlabschnitt der Hornantenne
in Abstrahlrichtung lediglich bis zur ersten Feldüberhöhung der geführten elektromagnetischen
Strahlung erstreckt, da die Feldüberhöhung bei dielektrischen Hornantennen mit stabförmigem
Einsatz bereits an dem Ort der ersten Feldüberhöhung maximal ist, jedenfalls die Feldüberhöhung
an späteren Orten eines Amplitudenmaximums nicht in dem Maße größer ist, als daß es
lohnenswert wäre, eine dadurch erzwungene wesentlich größere Abmessung der Hornantenne
in Abstrahlrichtung in Kauf zu nehmen.
[0018] Bei einer dielektrischen Hornantenne mit einem stabförmigen dielektrischen Einsatz
hat es sich ferner als vorteilhaft herausgestellt, wenn das Verhältnis von der Länge
des Abstrahlabschnitts zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten elektromagnetischen
Strahlung im Bereich von etwa 1,5 bis 2,5 liegt, bevorzugt im wesentlichen bei 2.
Bei dieser auf die Freiraumwellenlänge normierten Länge des Abstrahlabschnittes liegt
ein Maximum der Feldüberhöhung am Ende des Abstrahlabschnitts vor. Es ist ferner besonders
vorteilhaft, wenn das Verhältnis des Durchmessers senkrecht zur Abstrahlrichtung des
Horns zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung im Bereich
von etwa 1,4 bis 1,9 liegt, vorzugsweise im wesentlichen zwischen 1,6 und 1,7, bevorzugt
bei 1,65, da hier ein Optimum der virtuellen Apertur zur tatsächlichen geometrischen
Apertur der dielektrischen Antenne erzielt wird.
[0019] Bei einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der Hornantenne ist der dielektrische
Einsatz als sich in Abstrahlrichtung öffnender, einen Hohlraum zumindest teilweise
umgebender Horneinsatz ausgestaltet, der insbesondere eine im wesentlichen runde,
ellipsoidale oder rechteckige Umfangskontur aufweist, wobei die Umfangskontur insbesondere
an die Innenwandung des - äußeren - Horns der dielektrischen Hornantenne angepaßt
ist.
[0020] Bei derartigen dielektrischen Hornantennen mit einem dielektrischen Horneinsatz hat
es sich - anders als bei den dielektrischen Hornantennen mit stabförmigem dielektrischen
Einsatz - als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn sich der Abstrahlabschnitt
in Abstrahlrichtung bis zur zweiten Feldüberhöhung der geführten elektromagnetischen
Strahlung erstreckt, da die zweite Feldüberhöhung größer ist als die erste Feldüberhöhung
und daher auch eine größere virtuelle Apertur der Hornantenne an dieser Stelle erzielbar
ist. Die zusätzliche - unerwünschte - Länge der Hornantenne ist hier eine akzeptable
Einschränkung gegenüber dem erheblichen Gewinn an der virtuellen Apertur und der damit
insgesamt verbesserten Richtungswirkung der Homantenne.
[0021] Bei den erfindungsgemäßen dielektrischen Hornantennen mit einem dielektrischen Horneinsatz
ist es vorteilhaft, wenn das Verhältnis von der Länge des Abstrahlabschnitts zur Freiraumwellenlänge
der abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung im Bereich von etwa 6 bis 9 liegt,
bevorzugt im Bereich von etwa 7 bis 8, besonders bevorzugt im wesentlichen bei etwa
7,5, da bei einer derartigen Dimensionierung das Ende der Hornantenne im Bereich der
zweiten Feldüberhöhung der mitgeführten elektromagnetischen Strahlung liegt. Besonders
vorteilhaft ist weiterhin, wenn das Verhältnis des Durchmessers senkrecht zur Abstrahlrichtung
des Horns zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung
im Bereich von etwa 1,4 bis 1,9 liegt, vorzugsweise im Bereich zwischen 1,6 und 1,7,
im wesentlichen bei 1,65, da bei dieser Dimensionierung - genau wie im Fall der dielektrischen
Hornantenne mit stabförmigem dielektrischen Einsatz - ein gutes Verhältnis von virtueller
Apertur zu geometrischer Apertur der Hornantenne erzielt wird.
[0022] Bei einer ganz besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem
dielektrischen Speiseabschnitt und dem dielektrischen Abstrahlabschnitt einer dielektrischen
Hornantenne ein dielektrischer Übergangsabschnitt vorgesehen, der einen Übergang von
dem abstrahlabschnittseitigen Querschnitt des Speiseabschnitts auf den speiseabschnittseitigen
Querschnitt des Abstrahlabschnitts realisiert. Durch den Übergangsabschnitt wird erreicht,
daß beispielsweise ein Speiseabschnitt mit nur sehr geringem Querschnitt auch einen
Abstrahlabschnitt mit einem erheblich größeren Querschnitt speisen kann.
[0023] Es ist bekannt, daß bei einer dielektrischen Antenne eine Durchmesseränderung nur
behutsam durchgeführt werden darf, wenn keine zusätzlichen Moden der geführten elektromagnetischen
Strahlung hervorgerufen werden sollen. Bei der erfindungsgemäßen dielektrischen Hornantenne
ist ein elektromagnetischer Monomodus nicht von Bedeutung, ist vielmehr eine Modenkonversion
der geführten elektromagnetischen Wellen entlang der dielektrischen Hornantenne gewünscht,
um die resultierenden Feldüberhöhungen nutzen zu können. Insofern ist es bei einer
besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung auch ohne weiteres möglich, daß
der Übergangsabschnitt in Abstrahlrichtung der Antenne nur in etwa die Dicke einer
für die Montage zur Verfügung stehenden Gehäusewand aufweist. So kann der Übergangsabschnitt
kurz und die dielektrische Hornantenne damit insgesamt kompakt gehalten werden, ohne
daß wesentliche negative Effekte hinsichtlich der elektromagnetischen Eigenschaften
der Hornantenne zu befürchten sind. Die insgesamt konusartige Außenkontur des Übergangsabschnitts
ist darüber hinaus vorteilhaft für die Montage der erfindungsgemäßen dielektrischen
Antenne in einer Gehäusewand, da die Antenne beispielsweise nur noch von außen über
ein geeignetes Gewinde am Speiseabschnitt der dielektrischen Antenne gekontert werden
muß.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung der zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen dielektrischen
Hornantenne sind die dielektrischen Hornantennen einstückig aus dielektrischem Material
ausgebildet, was insbesondere der mechanischen Stabilität und der Leitfähigkeit der
Hornantennen für elektromagnetische Wellen zuträglich ist.
[0025] Bei einer alternativen Ausgestaltung der dielektrischen Hornantenne sind der Speiseabschnitt,
der Abstrahlabschnitt und ggf. der Übergangsabschnitt oder eine Unterkombination von
Speiseabschnitt, Abstrahlabschnitt und Übergangsabschnitt durch separate verbindbare
Module gebildet, was insbesondere für die Montage der Hornantennen vorteilhaft ist.
Auch für den Hersteller derartiger Hornantennen ist der modulartige Aufbau der erfindungsgemäßen
Hornantenne vorteilhaft, da mit wenigen Modulvarianten für den Speiseabschnitt, den
Abstrahlabschnitt und den Übergangsabschnitt eine große Vielzahl an dielektrischen
Hornantennen fertigbar ist.
[0026] Insofern ist die eingangs beschriebene Aufgabe bei einem Modulsystem zur Herstellung
einer zuvor beschriebenen dielektrischen Hornantenne mit einem Speiseabschnitt, mit
einem Abstrahlabschnitt und mit einem Übergangsabschnitt zwischen dem Speiseabschnitt
und dem Abstrahlabschnitt dadurch gelöst, daß das Modulsystem Speiseabschnittmodule
unterschiedlichen Querschnitts, Abstrahlmodule unterschiedlichen Querschnitts und
verschiedene Übergangsabschnittmodule aufweist und daß mit den Übergangsabschnittmodulen
ein Übergang zwischen den verschiedenen Querschnitten der Speiseabschnittmodule und
den verschiedenen Querschnitten der Abstrahlabschnittmodule herstellbar ist. Mit einem
solchen Modulsystem kann durch Bereitstellung weniger verschiedener Komponenten eine
große Anzahl verschiedener dielektrischer Hornantennen ohne weiteres hergestellt werden,
wobei die Übergangsabschnittmodule insbesondere in gebräuchlichen Wanddickenabmessungen
vorliegen, da die in Rede stehenden dielektrischen Hornantennen häufig in Wandungen
von Gefäßen montiert werden müssen.
[0027] Im einzelnen gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, die erfindungsgemäße dielektrische
Hornantenne und das erfindungsgemäße Modulsystem zur Herstellung einer dielektrischen
Hornantenne auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird verwiesen auf die dem Patentanspruch
1 nachgeordneten Patentansprüche und auf die Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße dielektrische Hornantenne mit einem
stabförmigen dielektrischen Einsatz,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße dielektrische Hornantenne mit einem
hornartigen Einsatz,
- Fig. 3
- eine dielektrische Hornantenne ohne dielektrischen Einsatz mit dem erzeugten elektrischen
Feld der abgestrahlten elektromagne- tischen Strahlung in der H-Ebene,
- Fig. 4
- den dielektrischen Hornstrahler gemäß Fig. 3, jedoch mit einem stabförmigen dielektrischen
Einsatz und dem erzeugten elektri- schen Feld der abgestrahlten elektromagnetischen
Strahlung in der H-Ebene,
- Fig. 5
- eine weitere dielektrische Hornantenne ohne dielektrischen Ein- satz mit dem erzeugten
elektrischen Feld der abgestrahlten elekt- romagnetischen Strahlung in der H-Ebene,
- Fig. 6
- die dielektrische Hornantenne gemäß Fig. 5 mit hornartigem die- lektrischen Einsatz
und dem erzeugten elektrischen Feld der ab- gestrahlten elektromagnetischen Strahlung
in der H-Ebene und
- Fig. 7
- ein Richtdiagramm der elektrischen Feldstärke der abgestrahlten elektromagnetischen
Strahlung in der H-Ebene für verschiedene Antennen.
[0028] In den Fig. 1 bis 6 sind Querschnitte dielektrischer Hornantennen 1 dargestellt.
Alle Hornantennen 1 weisen einen dielektrischen Speiseabschnitt 2 und einen dielektrischen
Abstrahlabschnitt 3 auf. Der Speiseabschnitt 2 der dielektrischen Hornantenne 1 ist
in den dargestellten Ausführungsbeispielen über einen Hohlleiter 4 mit elektromagnetischer
Strahlung 5 beaufschlagbar. Mit dem Abstrahlabschnitt 3 ist die elektromagnetische
Strahlung 5 dann weiterhin führbar und abstrahlbar, wobei der Abstrahlabschnitt 3
in den dargestellten Ausführungsbeispielen jedenfalls auch als ein sich in Abstrahlrichtung
6 öffnendes, einen Hohlraum 7 zumindest teilweise umgebendes Horn 3a ausgestaltet
ist. Bei den in den Fig. 1 bis 6 dargestellten Ausführungsbeispielen ist der Hohlraum
7 auch konstruktiv in die Abstrahlrichtung 6 der dielektrischen Antennen 1 geöffnet,
was jedoch nicht zwingend notwendig ist, solange der Hohlraum 7 in Abstrahlrichtung
6 funktional elektromagnetisch geöffnet ist.
[0029] Die in den Fig. 1, 2, 4 und 6 dargestellten dielektrischen Hornantennen 1 zeichnen
sich dadurch aus, daß in dem Horn 3a ein dielektrischer Einsatz 3b angeordnet ist.
Über den Einsatz 3b ist wenigstens ein Teil der über den Speiseabschnitt 2 beaufschlagbaren
elektromagnetischen Strahlung 5 führbar und abstrahlbar, wobei sich der Einsatz 3b
in Abstrahlrichtung 6 der dielektrischen Hornantenne 1 im wesentlichen über den Hohlraum
7 erstreckt. Wie in den Figuren zu erkennen ist, ist der dielektrische Einsatz 3b
jeweils am speiseabschnittseitigen Ende des Abstrahlabschnitts 3 mit dem Horn 3a verbunden
und über die Erstreckung des Horns 3 a von der Innenwand des Horns 3a beabstandet.
Der dielektrische Einsatz 3b ist damit funktional ein Teil des Abstrahlabschnitts
3.
[0030] Wenn davon die Rede ist, daß sich der Einsatz 3b in Abstrahlrichtung 6 der Hornantenne
im wesentlichen über den Hohlraum 7 erstreckt, dann ist damit gemeint, daß der dielektrische
Einsatz 3b sich wenigstens über den größten Teil der axialen Erstreckung des Horns
3a erstreckt, was notwendig ist, da der dielektrische Einsatz 3b ursächlich für eine
Führung und Formung der elektromagnetischen Strahlung 5 ist, die dazu führt, daß die
abgestrahlten Freiraumwellen in Hauptabstrahlrichtung 6 weitestgehend ebene Phasenfronten
aufweisen. Dies ist notwendig, um die gewünschte schmale Richtcharakteristik zu erzielen.
[0031] In den Fig. 1 bis 6 ist zu erkennen, daß die Querschnittsfläche des Horns 3a in Abstrahlrichtung
6 der Hornantenne 1 abnimmt, wobei die Außenkontur des Horns 3 a in Abstrahlrichtung
6 der Hornantenne 1 konstant ist und das Horn 3a senkrecht zur Abstrahlrichtung einen
kreisförmigen bzw. kreisringförmigen Querschnitt aufweist. Dadurch wird bewirkt, daß
in Abstrahlrichtung 6 der Hornantenne 1 gesehen ein zunehmender Teil der ursprünglich
über das Horn 3a geführten elektromagnetischen Strahlung 5 in den Außenraum der Hornantenne
1 übergeht und die Kopplung der geführten und abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung
5 an die Hornantenne 1 zunehmend abnimmt.
[0032] Die in den Fig. 1, 2, 4 und 6 dargestellten dielektrischen Hornantennen 1 erreichen
eine gegenüber der rein geometrischen Apertur erheblich größere wirksame virtuelle
Apertur, indem sich der Abstrahlabschnitt 3 in Abstrahlrichtung 6 im wesentlichen
bis zu einem Ort einer Feldüberhöhung 8 der geführten elektromagnetischen Strahlung
5 erstreckt, was in den Fig. 4 bis 6 erkennbar ist. Die Amplitude des Außenfeldes
der dargestellten dielektrischen Hornantennen 1 schwankt in Abstrahlrichtung 6 der
Hornantennen 1, was u.a. durch eine Modenkonversion der im Abstrahlabschnitt 3 geführten
elektromagnetischen Strahlung 5 begründet ist; dies ist besonders gut in den Fig.
4 und 6 zu erkennen. Indem der Abstrahlabschnitt 3 der Hornantennen 1 an einem Ort
der Feldüberhöhung 8 endet, wird eine gegenüber der geometrischen Apertur erheblich
größere virtuelle Apertur der dielektrischen Hornantenne 1 erzielt, wodurch die Richtwirkung
der dargestellten dielektrischen Hornantennen 1 erheblich besser ist als bei bekannten
dielektrischen Hornantennen 1 ohne dielektrischen Einsatz 3b, die in den Fig. 3 und
5 dargestellt sind.
[0033] In den Fig. 3 bis 6 sind die dielektrischen Hornantennen 1 jeweils nur schematisch
durch eine Umrißlinie angedeutet. Bei den dargestellten elektromagnetischen Feldern
5 handelt es sich genau genommen um die elektrische Feldkomponente, die über einem
gewissen Amplitudenwert der elektrischen Feldstärke liegt. Die dargestellte Komponente
der elektromagnetischen Strahlung 5 läßt anschaulich erkennen, welche vorteilhafte
Wirkung die Verwendung eines dielektrischen Einsatzes 3b jeweils in dem Horn 3a auf
die Entwicklung der virtuellen Apertur und auf eine ebene Phasenlage der abgestrahlten
elektromagnetischen Wellen hat.
[0034] Fig. 3 zeigt schematisch eine kurzbauende dielektrische Hornantenne 1, deren abgestrahltes
Feld eine übliche Richtcharakteristik für dielektrische Hornantennen 1 aufweist; die
abgestrahlten elektromagnetischen Wellen erzielen keine besonders gute ebene Phasenlage.
[0035] Fig. 4 zeigt die dielektrische Hornantenne 1 aus Fig. 3, die jedoch zusätzlich mit
einem dielektrischen Einsatz 3b ausgestattet ist, wobei der dielektrische Einsatz
3b hier stabförmig ausgestaltet ist und einen im wesentlichen runden Querschnitt aufweist.
Der aus dem Horn 3a und dem dielektrischen Einsatz 3b bestehende Abstrahlabschnitt
3 erstreckt sich in Abstrahlrichtung 6 bis zur ersten Feldüberhöhung 8 der geführten
elektromagnetischen Strahlung 5. Es hat sich gezeigt, daß bei der Verwendung stabförmiger
dielektrischer Einsätze 3b bereits die erste Feldüberhöhung 8 ein Maximum erreicht
und mit nachfolgenden Feldüberhöhungen praktisch keine größeren virtuellen Aperturen
erzielbar sind, weshalb sich mit dielektrischen Hornantennen 1 des in Fig. 4 dargestellten
Typs besonders kurze dielektrische Hornantennen 1 mit erheblich besserer Richtwirkung
als bei dielektrischen Hornantennen 1 ohne dielektrischen Einsatz erzielen lassen.
[0036] Bei der in Fig. 4 dargestellten dielektrischen Hornantenne 1 beträgt das Verhältnis
von der Länge des Abstrahlabschnitts 3 zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten elektromagnetischen
Strahlung 5 im wesentlichen 2 und das Verhältnis des Durchmessers senkrecht zur Abstrahlrichtung
6 des Horns 3a zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung
beträgt im wesentlichen 1,65. Bei den so gewählten Abmessungen ist gewährleistet,
daß der Abstrahlabschnitt 3 in etwa bei der ersten Feldüberhöhung 8 der geführten
und dann abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung 5 endet.
[0037] In Fig. 5 ist eine gegenüber der in Fig. 3 dargestellten dielektrischen Antenne 1
deutlich längerbauende dielektrische Antenne 1 dargestellt. Die elektromagnetische
Strahlung 5 wird - wie in Fig. 5 zu erkennen ist, ohne einen dielektrischen Einsatz
in einer vergleichsweise weit geöffneten Hauptkeule abgestrahlt. In Fig. 6 ist eine
dielektrische Hornantenne 1 gemäß Fig. 5 dargestellt, wobei jedoch ein als Horneinsatz
ausgestalteter dielektrischer Einsatz 3b zusätzlich verwendet wird, wobei der Horneinsatz
einen Hohlraum 9 zumindest teilweise umgibt und wobei sich der Hohlraum 9 in Abstrahlrichtung
6 öffnet. Genau wie das Horn 3a auch, weist der dielektrische Einsatz 3b eine runde
Umfangskontur auf, die demnach der Innenwandung des Horns 3a angepaßt ist. Insgesamt
ist der Abstrahlabschnitt 3 in Abstrahlrichtung 6 bis zur zweiten Feldüberhöhung 8
der geführten elektromagnetischen Strahlung 5 erstreckt, weil die zweite Feldüberhöhung
8 erheblich größer ausfällt als die erste Feldüberhöhung der elektromagnetischen Strahlung
5. Bei der in Fig. 6 dargestellten dielektrischen Hornantenne 1 mit einem als Horneinsatz
ausgestalteten dielektrischen Einsatz 3b ist es also vorteilhaft, einen längeren Abstrahlabschnitt
3 in Kauf zu nehmen, wobei jedoch im Gegenzug eine weitaus bessere Richtwirkung erzielt
wird als bei herkömmlichen dielektrischen Hornantennen 1.
[0038] Bei der in Fig. 6 dargestellten dielektrischen Hornantenne 1 beträgt das Verhältnis
von der Länge des Abstrahlabschnitts 3 zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten elektromagnetischen
Strahlung 5 im wesentlichen etwa 7,5 und das Verhältnis des Durchmessers senkrecht
zur Abstrahlrichtung 6 des Horns 3a zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten elektromagnetischen
Strahlung 5 liegt bei etwa 1,65. Damit ist gewährleistet, daß der Abstrahlabschnitt
3 im wesentlichen am Ort der zweiten Feldüberhöhung 8 der geführten und abgestrahlten
elektromagnetischen Strahlung 5 liegt.
[0039] Alle in den Fig. 1 bis 6 dargestellten dielektrischen Hornantennen 1 weisen zwischen
dem dielektrischen Speiseabschnitt 2 und dem dielektrischen Abstrahlabschnitt 3 einen
dielektrischen Übergangsabschnitt 10 auf, der einen Übergang von dem abstrahlabschnittseitigen
Querschnitt des Speiseabschnitts 2 auf den speiseabschnittseitigen Querschnitt des
Abstrahlabschnitts 3 realisiert. Dieser dielektrische Übergangsabschnitt 10 gestattet
es, die über einen Speiseabschnitt 2 geringen Querschnitts eingespeiste elektromagnetische
Strahlung 5 auf einen dielektrischen Abstrahlabschnitt 3 mit einem auch deutlich größeren
Querschnitt zu übertragen.
[0040] In den dargestellten Ausgestaltungen weist der Übergangsabschnitt 10 ganz bewußt
nur in etwa die Dicke der für die Montage zur Verfügung stehenden Gehäusewand 11 auf.
Bei üblichen Abmessungen von Gehäusewänden 11 wird dadurch ein erheblicher Öffnungswinkel
des Übergangsabschnitts 10 bewirkt. Dieser große Öffnungswinkel des konischen Übergangsabschnitts
10 bewirkt, daß zusätzliche Moden elektromagnetischer Strahlung 5 erzeugt werden,
die sich über den Abstrahlabschnitt 3 weiter fortpflanzen. Dies ist jedoch bei den
dargestellten dielektrischen Hornantennen 1 sogar erwünscht, da vor allem durch die
so angeregte Modenkonversion erst die gewünschten Feldüberhöhungen 8 hervorgerufen
werden, die durch den dielektrischen Einsatz 3b noch verstärkt und im Sinne eines
ebenen Phasenverlaufs geformt werden können.
[0041] Die so ausgestalteten dielektrischen Hornantennen 1 sind sehr einfach montierbar,
da sie mit der Gehäusewand 11 selbst einen dichten Abschluß bilden. In den Fig. 1
und 2 ist angedeutet, daß die dielektrischen Hornantennen 1 über ein Gewinde verfügen,
mit dessen Hilfe sie durch den Hohlleiter 4 gegen die Gehäusewand 11 gepreßt werden
können.
[0042] Die dargestellten dielektrischen Hornantennen 1 sind sämtlich einstückig aus dielektrischem
Material gefertigt, vorliegend nämlich aus Polytetrafluorethylen (PTFE), das beispielsweise
unter dem Namen Teflon bekannt ist. Wenn die Gehäusewand 11 wie in den hier dargestellten
Ausführungsbeispielen ihrerseits aus einem Metall besteht, dann bildet die Gehäusewand
11 zusammen mit dem Hohlleiter 4 eine metallische Hornantenne, die als Anregungsstruktur
für den dielektrischen Abstrahlabschnitt 3 dient.
[0043] In Fig. 7 ist ein Richtdiagramm der elektrischen Feldstärke der abgestrahlten elektromagnetischen
Strahlung dargestellt für die in den Fig. 3, 4 und 6 dargestellten Ausführungsbeispiele
dielektrische Hornantennen 1, wobei die elektrische Feldstärke für jedes Ausführungsbeispiel
auf den dort vorkommenden Maximalwert normiert ist, so daß die in Fig. 7 dargestellten
Richtdiagramme gleiche Anfangs- und Endpunkte haben. In dieser Darstellung ist jedoch
qualitativ gut zu erkennen, daß die Hornantenne ohne dielektrischen Einsatz (glatt
durchgezogene Linie) eine schlechte Richtcharakteristik aufweist. Eine dielektrische
Hornantenne mit einem stabförmigen dielektrischen Einsatz (mit Punkten versehene Linie)
hat dagegen eine deutlich bessere Richtcharakteristik mit jedoch recht ausgeprägten
Nebenkeulen. Eine dielektrische Hornantenne mit einem Horneinsatz als dielektrischem
Einsatz (mit Dreiecken versehene Linie) hat die deutlich beste Richtcharakteristik
mit kaum ausgebildeten Nebenkeulen und dem schmalsten Öffnungswinkel der Hauptkeule
in Hauptabstrahlrichtung.
1. Dielektrische Hornantenne mit einem dielektrischen Speiseabschnitt (2) und mit einem
dielektrischen Abstrahlabschnitt (3), wobei der Speiseabschnitt (2) mit elektromagnetischer
Strahlung (5) beaufschlagbar ist, mit dem Abstrahlabschnitt (3) elektromagnetische
Strahlung (5) führbar und abstrahlbar ist und der Abstrahlabschnitt (3) als sich in
Abstrahlrichtung (6) öffnendes, einen Hohlraum (7) zumindest teilweise umgebendes
Horn (3a) ausgestaltet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Horn (3 a) ein dielektrischer Einsatz (3b) angeordnet ist, über den Einsatz
(3b) wenigstens ein Teil der über den Speiseabschnitt beaufschlagbaren elektromagnetischen
Strahlung (5) führbar und abstrahlbar ist und sich der Einsatz (3b) in Abstrahlrichtung
(6) der Antenne im wesentlichen über den Hohlraum (7) erstreckt.
2. Dielektrische Hornantenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsfläche des Horns (3 a) in Abstrahlrichtung (6) der Hornantenne abnimmt,
insbesondere wobei die Außenkontur des Horns (3a) in Abstrahlrichtung (6) der Hornantenne
konstant ist, insbesondere wobei das Horn (3a) senkrecht zur Abstrahlrichtung einen
kreisförmigen, ellipsoidalen oder rechteckigen Querschnitt aufweist.
3. Dielektrische Hornantenne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsfläche des Einsatzes (3b) in Abstrahlrichtung (6) der Hornantenne
im wesentlichen konstant ist oder abnimmt.
4. Dielektrische Hornantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstrahlabschnitt (3) sich in Abstrahlrichtung (6) im wesentlichen bis zu einem
Ort einer Feldüberhöhung (8) der geführten elektromagnetischen Strahlung erstreckt.
5. Dielektrische Hornantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der dielektrische Einsatz (3b) stabförmig ist, insbesondere einen im wesentlichen
runden, ellipsoidalen oder rechteckigen Querschnitt aufweist.
6. Dielektrische Hornantenne nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Abstrahlabschnitt (3) in Abstrahlrichtung (6) bis zur ersten Feldüberhöhung
(8) der geführten elektromagnetischen Strahlung (5) erstreckt.
7. Dielektrische Hornantenne nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von der Länge des Abstrahlabschnittes (3) zur Freiraumwellenlänge
der abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung (5) im Bereich von etwa 1,5 bis 2,5
liegt, vorzugsweise im wesentlichen bei 2 und/oder daß das Verhältnis des Durchmessers
senkrecht zur Abstrahlrichtung (6) des Horns (3a) zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten
elektromagnetischen Strahlung (5) im Bereich von etwa 1,4 bis 1,9 liegt, vorzugsweise
im wesentlichen bei 1,65.
8. Dielektrische Hornantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der dielektrische Einsatz als sich in Abstrahlrichtung (6) öffnender, einen Hohlraum
(9) zumindest teilweise umgebender Horneinsatz ausgestaltet ist, insbesondere eine
im wesentlichen runden, ellipsoidalen oder rechteckigen Umfangskontur aufweist.
9. Dielektrische Hornantenne nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Abstrahlabschnitt (3) in Abstrahlrichtung (6) bis zur zweiten Feldüberhöhung
(8) der geführten elektromagnetischen Strahlung (5) erstreckt.
10. Dielektrische Hornantenne nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von der Länge des Abstrahlabschnittes (3) zur Freiraumwellenlänge
der abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung (5) im Bereich von etwa 6 bis 9 liegt,
bevorzugt im Bereich von etwas 7 bis 8, vorzugsweise im wesentlichen bei etwa 7,5
und/oder daß das Verhältnis des Durchmessers senkrecht zur Abstrahlrichtung (6) des
Horns (3a) zur Freiraumwellenlänge der abgestrahlten elektromagnetischen Strahlung
(5) im Bereich von etwa 1,4 bis 1,9 liegt, vorzugsweise im wesentlichen bei 1,65.
11. Dielektrische Hornantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem dielektrischen Speiseabschnitt (2) und dem dielektrischen Abstrahlabschnitt
(3) ein dielektrischer Übergangsabschnitt (10) vorgesehen ist, der einen Übergang
von dem abstrahlabschnittseitigen Querschnitt des Speiseabschnitts (2) auf den speiseabschnittseitigen
Querschnitt des Abstrahlabschnitts (3) realisiert.
12. Dielektrische Hornantenne nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Übergangsabschnitt (10) in Abstrahlrichtung (6) der Hornantenne in etwa die Dicke
einer für die Montage zur Verfügung stehenden Gehäusewand (11) aufweist.
13. Dielektrische Hornantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Antenne einstückig aus dielektrischem Material gefertigt ist, insbesondere aus
stark dielektrischem Material mit hoher Dielektrizitätskonstanten, insbesondere aus
Polytetrafluorethylen (PTFE).
14. Dielektrische Hornantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Speiseabschnitt (2), der Abstrahlabschnitt (3) und der Übergangsabschnitt (10)
oder eine Unterkombination von Speiseabschnitt (2), Abstrahlabschnitt (3) und Übergangsabschnitt
(10) durch separate verbindbare Module gebildet sind.
15. Modulsystem zur Herstellung einer dielektrischen Hornantenne nach Anspruch 14, mit
einem Speiseabschnitt, mit einem Abstrahlabschnitt und mit einem Übergangsabschnitt
zwischen dem Speiseabschnitt und dem Abstrahlabschnitt, mit Speiseabschnittmodulen
unterschiedlichen Querschnitts, mit Abstrahlmodulen unterschiedlichen Querschnitts
und mit verschiedenen Übergangsabschnittmodulen, mit denen ein Übergang zwischen den
verschiedenen Querschnitten der Speiseabschnittmodule und den verschiedenen Querschnitten
der Abstrahlabschnittmodule herstellbar ist, wobei die Übergangsabschnittmodule insbesondere
in gebräuchlichen Wanddickenabmessungen umfaßt sind.