[0001] Die Erfindung betrifft ein brettartiges Gleitgerät, insbesondere einen Langlaufschi,
Alpinschi oder ein Snowboard, dessen Biegesteifigkeit und somit auch dessen Nutzungsverhalten
mittels einer Einstellvorrichtung individuell veränderbar ist, wie dies im Anspruch
1 angegeben ist.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind brettartige Gleitgeräte bekannt, welche im Untergurt,
insbesondere unterhalb der neutralen Faser des Gleitbrettkörpers wenigstens ein Zugelement,
insbesondere Seile oder Bänder aufweisen, welche mittels einer Einstellvorrichtung
in ihrer mechanischen Vorspannung innerhalb gewisser Grenzen variabel vorgespannt
werden können. Dadurch soll die Härte, insbesondere die Steifigkeit bzw. Flexibilität
des Gleitbrettkörpers verändert werden. Derartige Gleitbrettkörper sind aus der
US 4,577,886 A, der
US 2,918,293 A, der
FR 927 897 A, der
FR 1 109 560 A, der
DE 14 28 941 A, der
AT 247 763 B oder der
EP 0 086 983 B1 bekannt. Die jeweils vorgeschlagenen Einstellvorrichtungen ermöglichen eine variierbare
Einstellung der Zugspannung in den jeweiligen Zugelementen. Nach erfolgter Einstellung,
welche zum Teil mit Hilfswerkzeugen oder auch werkzeuglos durchgeführt werden kann,
wird diese Einstellung im Regelfall beibehalten, nachdem der Aufwand für Umstellungen
jeweils beträchtlich ist. Sofern mehrere Einstellvorrichtungen ausgebildet sind, so
wirken diese voneinander unabhängig auf unterschiedliche Teilabschnitte, insbesondere
auf den vorderen und hinteren Endabschnitt des Gleitbrettkörpers ein.
[0003] Aus der
DE 33 15 638 A1 ist ein Schi mit einer Vorrichtung zur Erhöhung der Biegesteifigkeit bekannt. Dabei
ist ein zugsteifes aber biegeelastisches, sich in Längsrichtung zumindest über einen
Teilabschnitt der Schilänge erstreckendes Band vorgesehen. Dieses an der Oberseite
des Schis geführte Band ist dabei gegenüber der Schioberseite mittels zumindest einer
sich vertikal zur Schioberseite erstreckenden Stütze abgestützt. Zur Veränderung der
Steifigkeit des Schis ist diese Stütze hinsichtlich ihrer Höhe zwischen dem elastischen
Band und der Schioberseite verstellbar ausgeführt. Nachteilig ist dabei, dass dieses
elastische Band auf den Obergurt des Gleitbrettkörpers einwirkt, insbesondere den
Obergurt staucht, wodurch die Schispitze bzw. das Schiende in Art einer Zugbrücke
angehoben bzw. ausgehoben wird, wenn das an der Schioberseite verlaufende Band mittels
den Stützen stärker vorgespannt wird.
[0004] Neben den aus dem Stand der Technik bekannten Ausgestaltungen mit Zugelementen sind
auch Ausführungen bekannt, welche Druckstäbe, d.h. auf Schub belastete Elemente aufweisen,
um die Biegesteifigkeit bzw. die Flexibilität eines brettartigen Gleitgerätes einstellbar
beeinflussen zu können. Derartige Ausführungen sind beispielsweise in der
US 2005/0206128 A1, der
DE 10 2005 040 088 A1 oder der
EP 0 730 890 A2 beschrieben. Die zuletzt angegebene Druckschrift beschreibt eine Ausführung mit bidirektionaler
wirkender Einstellvorrichtung. Insbesondere wird darin eine Einstellvorrichtung vorgeschlagen,
die wahlweise entweder Zugkräfte oder Druckkräfte auf zueinander distanzierte Teilabschnitte
eines Gleitbrettkörpers ausüben kann. Diese bekannten Einstellvorrichtungen ermöglichen
zwar eine Veränderung der Härte bzw. Flexibilität des Gleitbrettkörpers, jedoch ist
der mit diesen Einstellvorrichtungen erzielbare Nutzen für den Endbenutzer, insbesondere
für den Sportausübenden, nur bedingt zufrieden stellend.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein brettartiges Gleitgerät,
insbesondere einen Langlaufschi, Alpinschi oder ein Snowboard zu schaffen, welches
nicht nur an die körperlichen Fähigkeiten oder an biometrische Eigenschaften, insbesondere
an die Körpermasse eines Benutzers bestmöglich angepasst werden kann, sondern welches
auch eine möglichst optimale Anpassung an verschiedene bzw. wechselnde Einsatz- bzw.
Verwendungszustände ermöglicht. Eine weitere Aufgabe der Erfindung liegt darin, ein
brettartiges Gleitgerät, insbesondere einen Langlaufschi zu schaffen, der auch relativ
ungeübten Benutzern eine möglichst optimale Sportausübung ermöglicht und welcher technische
Hilfsmittel aufweist, um die mit dem Gleitgerät erzielbare Performance steigern zu
können.
[0006] Diese Aufgabe der Erfindung wird durch ein brettartiges Gleitgerät entsprechend den
Merkmalen im Anspruch 1 gelöst. Vorteilhaft ist dabei, dass ein derartiges Gleitgerät
durch Schaffung einer Voreinstellvorrichtung und einer Zusatzeinstellvorrichtung einerseits
einem relativ großen Kreis von verschiedenen Benutzern mit unterschiedlichen Fähigkeiten
bzw. voneinander abweichenden physiologischen Eigenschaften gut angepasst werden kann
und darüber hinaus eine zumindest temporäre Veränderung der Eigenschaften des brettartigen
Gleitgerätes vom jeweiligen Benutzer in einfacher Art und Weise relativ kurzfristig
vorgenommen werden kann. Die Voreinstellvorrichtung erlaubt dabei eine Voreinstellung
bzw. eine vorbereitende Grundeinstellung, welche vor allem auf die biometrischen Eigenschaften,
insbesondere auf die Köpermasse des jeweiligen Benutzers abgestellt ist. Diese Vor-
bzw. Grundeinstellung wird primär durch den Händler bzw. bevorzugt durch den Verleiher
eines erfindungsgemäßen Gleitgerätes vorgenommen und im Regelfall nicht mehr verändert.
Gegebenenfalls kann die Vor- bzw. Grundeinstellung auch vom Benutzer selbst durchgeführt
werden bzw. im Bedarfsfall adaptiert werden, bevor er das entsprechende Sportgerät
benutzt. Darüber hinaus gehend kann vor allem der Endbenutzer des Gleitgerätes, d.h.
der Sportausübende, bei Bedarf die Steifigkeit bzw. Flexibilität des Gleitgerätes
mittels der zusätzlich vorgesehenen Zusatzeinstellvorrichtung besonders rasch verändern.
D.h. der Benutzer bzw. Sportler kann mittels der Zusatzeinstellvorrichtung relativ
prompt und mühelos auf eine andere Charakteristik des Gleitgerätes quasi umschalten.
[0007] Insbesondere besteht für den Benutzer des Gleitgerätes in manchen Situationen der
Bedarf, die Steifigkeit des Gleitgerätes zumindest vorübergehend zu verändern. Beispielsweise
bei der Bewältigung von abschüssigen Teilstrecken mit Langlaufschiern kann es zur
Erzielung optimaler Gleitperformance gewünscht sein, die Steifigkeit des Langlaufschis
kurzfristig bzw. spontan zu verändern, insbesondere zu erhöhen. Bei primärem Interesse
an der Nutzung der Bremseigenschaften des Langlaufschis kann es gewünscht sein, die
Steifigkeit des Langlaufschis im Bindungsmontageabschnitt zu reduzieren. Nachfolgend
besteht unter Umständen wieder das Bedürfnis, die ursprünglichen Grund- bzw. Voreinstellungen
des Gleitgerätes möglichst rasch und fehlersicher wieder herzustellen. Diesen Anforderungen
kann mit der Zusatzeinstellvorrichtung relativ problemlos und besonders rasch Rechnung
getragen werden. Vor allem bei Langlaufschiem bzw. so genannten Backcountry-Schiern
ist es vorteilhaft, die Biegesteifigkeit bzw. die Biegesteifigkeitsverteilung des
Gleitgerätes vorübergehend zu verändern. Speziell bei längeren Talfahrten, welche
unter Umständen kurvige Abschnitte aufweisen, kann es von besonderem Vorteil sein,
die Steifigkeit des Gleitgerätes spontan zu erhöhen, um unerwünschte Bremsungen des
Gleitgerätes aufgrund des zentralen Steighilfeabschnittes zu vermeiden. Hierfür erhöht
der Benutzer kurzfristig und in einfacher Art und Weise durch Betätigung der Zusatzeinstellvorrichtung
die Steifigkeit bzw. Biegehärte des Gleitgerätes um einen vorbestimmten Wert. Demzufolge
kann der Benutzer die Gleiteigenschaften des Gleitgerätes auch dann noch ausnutzen,
wenn er die beiden Schier des Gleitgerätepaares ungleichmäßig bzw. stark einseitig
belastet, wie dies z.B. bei Kurvenfahrten tendenziell auftritt. Der Benutzer des Gleitgerätes
kann also die Charakteristik des Gleitgerätes einerseits in relativ hohem Umfang und
andererseits relativ spontan verändern bzw. anpassen, indem er die Zusatzeinstellvorrichtung
aktiviert und somit die Biegesteifigkeit zumindest temporär, d.h. zum Beispiel während
einer längeren Talfahrt, erhöht. Nachfolgend kann der Benutzer die Zusatzeinstellvorrichtung
in einfacher Art und Weise wieder deaktivieren und somit das vor allem für die klassische
Langlauftechnik erforderliche, optimierte Wechselverhalten zwischen Gleitphase und
Abstoßphase wieder herstellen. Das heißt, dass mit der erfindungsgemäßen Ausbildung
ein besonders einfaches und kurzfristiges Erhöhen und Absenken der Biegesteifigkeit
des Gleitgerätes um einen vorbestimmten Wert ermöglicht ist. Dieses "Off-Setting"
und "Re-Setting" der Biegesteifigkeit kann dabei auch unter relativ widrigen Umgebungsbedingungen,
insbesondere im freien Feld und auch beim Tragen von Handschuhen durchgeführt werden.
Die Zusatzeinstellvorrichtung ist bevorzugt auch dann aktivierbar bzw. umschaltbar,
wenn das Gleitgerät mit dem Gewicht des Benutzers bzw. Sportlers belastet wird. D.h.,
dass die Bedienung bzw. Umschaltung der Zusatzeinstellvorrichtung bevorzugt auch dann
ermöglicht ist, wenn der Benutzer via die Bindungseinrichtung mit dem Gleitgerät verbunden
ist, also das Sportgerät aktuell in Benutzung hat. Die Bedienung der Zusatzeinstellvorrichtung
kann dabei durch Hand- und/oder Fußbetätigung relativ rasch und komfortabel und bevorzugt
ohne dem Erfordernis von zusätzlichen Hilfswerkzeugen erfolgen. Bei einem zeitlichen
Vergleich betreffend eine bestimmte Veränderung der Steifigkeit des Gleitgerätes um
einen gewissen Wert bzw. um ein bestimmtes Ausmaß, ist die gewünschte Steifigkeitsveränderung
des Gleitgerätes ausgehend vom voreingestellten Wert an der Voreinstellvorrichtung
durch einfache Betätigung bzw. Umschaltung der extra ausgebildeten Zusatzeinstellvorrichtung
jedenfalls deutlich rascher erziel- bzw. umsetzbar. Auch die Rückstellung des Gleitgerätes
auf den durch die Voreinstellvorrichtung definierten Steifigkeitswert kann durch Deaktivierung
der Zusatzeinstellvorrichtung einerseits besonders rasch und mühelos und andererseits
überaus fehlersicher erfolgen.
[0008] Durch die Maßnahme gemäß Anspruch 2 kann die Wahrscheinlichkeit von Fehlbedienungen
bzw. unerwünschten Veränderungen an der Einstellvorrichtung deutlich reduziert werden.
Insbesondere wird dadurch nach einer entsprechend vorgenommenen Justierung der Voreinstellvorrichtung
diese vom bestimmungsgemäßen Benutzer üblicherweise nicht mehr verändert. Für kurzfristige
Veränderungen der Charakteristik des Gleitgerätes betätigt der Benutzer je nach Bedarf
ausschließlich die Zusatzeinstellvorrichtung und kann er dadurch die Charakteristik
des Gleitgerätes schlagartig verändern, insbesondere dessen Biegesteifigkeit sprungartig
erhöhen und nachfolgend sprungartig wieder absenken. Zumindest die Handhabe zur Betätigung
bzw. Umschaltung der Zusatzeinstellvorrichtung ist dabei für den Endbenutzer des Gleitgerätes
jederzeit zugänglich, insbesondere an der Oberfläche bzw. Oberseite des Gleitgerätes
ausgebildet und somit bei Bedarf spontan betätigbar.
[0009] Durch die Ausgestaltung gemäß Anspruch 3 sind die von der Oberseite des Gleitgerätes
vorragenden Elemente auf ein Minimum reduziert, wodurch die Anzahl der Durchbrüche
bzw. Öffnungen im Gleitgerät minimal gehalten wird. Durch die geringe Anzahl der von
der Oberseite des Gleitgerätes abstehenden Elemente wird außerdem die Übersichtlichkeit
betreffend die Bedienung der Einstellvorrichtung erhöht bzw. die Wahrscheinlichkeit
einer Verwechslung der jeweiligen Funktionen minimiert.
[0010] Die Ausgestaltung gemäß Anspruch 4 kennzeichnet eine Handhabe, welche zwei unterschiedliche
Betätigungsmodi aufweist, um einerseits die Voreinstellvorrichtung und andererseits
die Zusatzeinstellvorrichtung zu bedienen bzw. zu betätigen. Diese voneinander unterschiedlichen
Betätigungsarten ermöglichen eine ausreichend unterscheidungsfähige Selektion zwischen
der Voreinstellvorrichtung und der Zusatzeinstellvorrichtung, sodass Fehlbedienungen
weitestgehend ausgeschlossen werden können. Die Dreh- bzw. Rotierbarkeit der Handhabe
um die erste Achse erlaubt dabei die Aufbringung hoher Stellkräfte und die Erzielung
weiter Stellbereiche sowie eine feinfühlige Voreinstellung der Biegesteifigkeit des
Gleitgerätes. Dem gegenüber wird mit der Schwenkbeweglichkeit bzw. Kippbarkeit der
Handhabe eine kraftvolle bzw. schlagartige Veränderung dieser Voreinstellungswerte
ermöglicht, sodass den Anforderungen an eine temporäre, kurzfristige Veränderbarkeit
der Biegesteifigkeit des Gleitgerätes mittels einer einzigen Handhabe Rechnung getragen
wird. Insbesondere werden zwei unterschiedliche, wahlweise anwendbare Betätigungsarten
für diese multifunktionale Handhabe bereitgestellt.
[0011] Durch die Maßnahmen gemäß Anspruch 5 ist quasi ein "Overdrive-Schalter" geschaffen,
mit welchem die Biegesteifigkeit des Gleitgerätes kurzfristig um einen bestimmten
Wert erhöht und nachfolgend wieder abgesenkt werden kann. Dies ist insbesondere für
außergewöhnliche bzw. vom Durchschnitt abweichende Streckenabschnitte, wie z.B. für
längere Talabfahrten bzw. starke Steigungsabschnitte, von besonderem Vorteil. Vor
allem kann mittels der Zusatzeinstellvorrichtung die Charakteristik des Gleitgerätes
den jeweils vorliegenden Umgebungs- bzw. Einsatzbedingungen rasch und unkompliziert
angepasst werden. Diese Umstellbarkeit ist beispielsweise bei so genannten Backcountry-Schiem,
welche ein Mittelmaß zwischen Langlaufschi und Alpinschi darstellen und vorwiegend
im ungespurten bzw. unpräparierten Gelände verwendet werden, von besonderem Vorteil.
[0012] Die Maßnahmen gemäß Anspruch 6 ermöglichen den Aufbau einer besonders robusten Voreinstellvorrichtung,
welche außerdem eine relativ fein abgestufte und bereichsmäßig relativ weitreichende
Voreinstellung der Steifigkeit des Gleitgerätes ermöglicht. Außerdem kann durch Einsatz
einer Spindelanordnung mit geringer Gewindesteigung bei relativ niedriger Betätigungskraft
eine hohe Zugkraft generiert werden. Darüber hinaus ist eine derartige Voreinstellvorrichtung
auch längerfristig besonders zuverlässig und äußerst wartungs- bzw. verschleißfrei.
Vorteilhaft ist es außerdem, dass keinerlei zusätzliche Arretiermechanismen erforderlich
sind, um die jeweils gewünschte Voreinstellung gesichert beizubehalten. Eine selbsthemmende
Voreinstellvorrichtung kann einzig und allein durch entsprechende Wahl der Gewindesteigungen
der Spindelanordnung erreicht werden.
[0013] Durch die Maßnahmen gemäß Anspruch 7 können weitreichende Einstellbereiche geschaffen
werden, nachdem über die Trommelanordnung auch längere Abschnitte des Zugelementes
problemlos auf- und abgewickelt werden können.
[0014] Bei der Ausgestaltung nach Anspruch 8 ist von Vorteil, dass in einfacher Art und
Weise eine selbsthemmende Voreinstellvorrichtung geschaffen ist, die eine einfache
Bedienung und einen zuverlässigen mechanischen Aufbau gewährleistet. Außerdem wird
dadurch die auf das Zugelement einwirkende Belastung möglichst gering gehalten und
ist dennoch eine markante Veränderung der Zug- bzw. Vorspannungswerte im Untergurt
des Gleitgerätes erzielbar.
[0015] Durch die Maßnahmen gemäß Anspruch 9 kann auch bei räumlich beengten Platzverhältnissen
für die Handhabe ein relativ weiter Einstellbereich für die Voreinstellvorrichtung
erzielt werden. Insbesondere kann durch pumpenartige Betätigung der Handhabe eine
kontinuierliche Anhebung bzw. Absenkung der Vorspannungswerte der Voreinstellvorrichtung
erzielt werden.
[0016] Entsprechend der Ausführung nach Anspruch 10 kann durch Veränderung der Verankerungspunkte
zwischen dem Zugelement und der Handhabe eine feinstufige, individuell variierbare
Veränderung der Vorspannungswerte der Voreinstellvorrichtung erzielt werden. Die jeweils
erforderlichen Bedienhandlungen sind dabei vom Benutzer intuitiv erkennbar, sodass
keinerlei Einschulungs- bzw. Erklärungsbedarf vorliegt.
[0017] Die Maßnahmen gemäß Anspruch 11 ergeben eine Zusatzeinstellvorrichtung, die besonders
rasch bedient werden kann und deren Zusatzwirkung auf die Vorspannung der Voreinstellvorrichtung
bei Bedarf sprunghaft aktiviert und auch wieder deaktiviert werden kann. Nachdem die
Zusatzeinstellvorrichtung nur relativ wenige Einstellpositionen besitzt, ist quasi
ein Umschaltvorgang verfügbar, der dem Benutzer ein mühseliges Hantieren erspart.
Außerdem ist für den Benutzer rasch und augenblicklich erkennbar, in welchem Betriebszustand
die Zusatzeinstellvorrichtung jeweils vorliegt.
[0018] Durch die Maßnahme nach Anspruch 12 kann eine spontane Veränderung der Vorspannungswerte,
insbesondere der Zugspannungswerte, an dem wenigstens einen Zugelement erzielt werden.
Diese Bedienhandlung ist dabei besonders rasch und in einfacher Art und Weise ausführbar.
Zudem wird durch die Auslenkung des wenigstens einen Zugelementes gewährleistet, dass
die jeweilige Voreinstellung der Voreinstellvorrichtung nicht verändert wird bzw.
nicht negativ beeinflusst ist.
[0019] Durch die Maßnahme nach Anspruch 13 kann die Zusatzeinstellvorrichtung in einfacher
Art und Weise hohe Kräfte auf wenigstens ein Zugelement ausüben, wodurch die Wirksamkeit
der Zusatzeinstellvorrichtung, insbesondere der so genannte "Offset" der Vorspannungsver-änderung
relativ groß ist und somit die Charakteristik der Zusatzeinstellvorrichtung ausreichend
markant ist.
[0020] Eine Ausführung nach Anspruch 14 kann mechanisch relativ einfach aufgebaut werden
und ist diese auch längerfristig besonders funktionszuverlässig. Eine Distanzvariation
zwischen parallel zueinander verlaufenden Zugelementen ist dabei besonders effektiv
hinsichtlich der erzielbaren Zugspannungsveränderung. Ferner ist diese Ausgestaltung
für die Zugelemente relativ schonend, sodass eine langfristige Funktionszuverlässigkeit
der Zusatzeinstellvorrichtung erreicht wird.
[0021] Durch die Maßnahme gemäß Anspruch 15 ist eine vorteilhafte bauliche Kombination zwischen
Elementen der Voreinstellvorrichtung der Zusatzeinstellvorrichtung geschaffen. Insbesondere
wird durch eine axiale Verstellbarkeit der Wandermutteranordnung bzw. der Stellspindel
zugleich die Zusatzeinstellvorrichtung geschaffen, mit welcher eine abrupte Anhebung
oder Absenkung der jeweiligen, voreingestellten Einstellungswerte der Voreinstellvorrichtung
erreicht wird.
[0022] Die vorteilhafte Zusatzeinstellvorrichtung gemäß Anspruch 16 erlaubt eine zügige
Anhebung und Absenkung der Vorspannungswerte im jeweiligen Zugelement. Die Kraftentfaltung
bzw. der Bewegungsablauf einer Stellnockenanordnung und die Bedienungsergonomie einer
derartigen Zusatzeinstellvorrichtung wirken sich dabei für den Bediener der Zusatzeinstellvorrichtung
positiv aus. Insbesondere ist bei Verwendung einer Stellnockenanordnung ein günstiges
Weg- zu Kraftverhältnis erzielbar.
[0023] Bei der Ausgestaltung nach Anspruch 17 ist von Vorteil, dass die Stellnockenanordnung
auf Druck beansprucht wird und somit separate Arretiermechanismen erübrigt werden
können, wenn die Stellnockenanordnung bei Aktivierung der langen Stellnocke etwas
über ihre Übertotpunktstellung hinaus verschwenkt wird.
[0024] Durch die Maßnahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 18 bis 22 wird der Einfluss
des Zugelementes auf den erzielbaren Einstellbereich der Biegesteifigkeit markant
erhöht. Insbesondere kann durch ein derart geführtes Zugelement dessen Auswirkung
auf die Biegesteifigkeit bzw. Flexibilität des Gleitgerätes wesentlich gesteigert
werden. Jedenfalls kann mit einer relativ moderaten Veränderung der Zugspannung im
Zugelement eine relativ starke Veränderung der Biegesteifigkeit erzielt werden. Das
heißt, dass mit relativ geringen Zugkräften am Zugelement deutlich intensivere bzw.
markantere Biegesteifigkeitsbeeinflussungen erzielt werden können.
[0025] Die Merkmale gemäß Anspruch 23 kennzeichnen eine robuste und langfristig funktionszuverlässige
Voreinstellvorrichtung, die außerdem eine unkomplizierte Bedienbarkeit bietet.
[0026] Von besonderem Vorteil ist auch eine Ausgestaltung nach Anspruch 24, da dadurch die
Robustheit der Zugelemente bzw. des zugspannungsrelevanten Organs erhöht werden kann.
Insbesondere werden durch den zwei- oder mehrsträngigen Verlauf des Zugelementes die
auf das Zugelement einwirkenden Belastungen aufgeteilt, sodass deren Beschädigungs-
bzw. Bruchgefahr minimiert wird.
[0027] Durch die Ausgestaltung gemäß Anspruch 25 können vor allem seil- oder bandförmige
Zugelemente besonders funktionszuverlässig und langfristig wartungsfrei in den Aufbau
des Gleitgerätes integriert werden.
[0028] Durch die Maßnahmen gemäß Anspruch 26 ist eine komfortable Bedienung der Einstellvorrichtung
ermöglicht und liegt die Einstellvorrichtung außerdem in der Nähe des üblichen Blickfeldes
des Benutzers, sodass dieser die jeweiligen Einstellungen stets relativ komfortabel
kontrollieren und bei Bedarf verändern kann.
[0029] Durch die Maßnahmen gemäß Anspruch 27 kann in vorteilhafter Art und Weise ein relativ
biegeflexibles Zugelement in den Gleitbrettkörper integriert werden, wobei die mit
diesem Zugelement aufbringbaren Zugspannungskräfte besonders hoch sind. Von Vorteil
ist weiters, dass durch die seilzugartige Führung des Zugelementes auch bei Aufbringung
von relativ geringen Zugkräften auf das Zugende des Zugelementes im Untergurt des
Gleitbrettkörpers hohe Vorspannungskräfte erzielt werden können.
[0030] Die besonders vorteilhafte Ausgestaltung nach Anspruch 28 und/oder 29 ermöglicht
die Aufbringung hoher Stellkräfte bei relativ geringen Betätigungskräften. Außerdem
ist eine derartige Einstellvorrichtung baulich einfach und überaus robust. Ferner
kann eine derartige Ausgestaltung relativ kompakt und langfristig wartungsfrei aufgebaut
werden.
[0031] Durch die Maßnahmen gemäß Anspruch 30 wird die Keil- bzw. Spreizwirkung des wenigstens
einen Keilelements derart auf die Zugelemente übertragen, dass deren Zugspannung innerhalb
eines ausreichenden Einstellbereiches veränderlich ist. Aufwendige Umlenkelemente
bzw. Rückführungsmaßnahmen für die Zugelemente können dadurch erübrigt werden und
können diese für eine Zugkraftübertragung vorgesehenen Zugelemente in Verbindung mit
Keilanordnungen in relativ optimaler Weise auf Zug beansprucht werden.
[0032] Durch die Maßnahmen gemäß Anspruch 31 ist sichergestellt, dass die Keilwirkung der
jeweiligen Keilanordnung zuverlässig und baulich robust auf seilförmige Zugelemente
übertragen werden kann.
[0033] Vorteilhaft ist auch eine Ausgestaltung nach Anspruch 32, da dadurch ein Stellantrieb
geschaffen ist, welcher trotz verschiedener Einstellungszustände stets gleichmäßig
über die Oberseite des Gleitgerätes bzw. über die Oberseite des Gehäuses für die Einstellvorrichtung
emporragt. Dadurch wird das Verletzungsrisiko minimiert und ein optisch ansprechendes
Erscheinungsbild gewährleistet.
[0034] Von Vorteil ist auch eine Ausgestaltung nach Anspruch 33, da dadurch produktions-
bzw. bauteilbedingte Toleranzen im Aufbau des Gleitgerätes bzw. hinsichtlich seiner
Biegekennlinie besser ausgeglichen, d.h. in einfacher Art und Weise zumindest teilweise
eliminiert werden können. Dadurch wird eine einfachere Erreichung der vom Produzenten
geplanten Soll- bzw. Optimalwerte erzielt. Außerdem kann dadurch die durch eine Mehrzahl
von Faktoren bestimmte Streuung der Eigenschaften innerhalb einer Serie von Gleitgeräten
verkleinert werden.
[0035] Die Merkmale gemäß Anspruch 34 kennzeichnen eine Zusatzeinstellvorrichtung, die entsprechend
den individuellen Bedürfnissen eine sofortige Veränderung der Charakteristik des Gleitgerätes
ermöglicht und beispielsweise rasch wechselnden Einsatzverhältnissen bzw. Umgebungsbedingungen
optimal gerecht wird. Insbesondere kann der Benutzer während der aktiven Sportausübung
die Charakteristik des Gleitgerätes bei Bedarf augenblicklich verändern, wobei diese
Veränderung der Steifigkeit bzw. Charakteristik des Gleitgerätes besonders kurzfristig
und ohne einem Erfordernis von Werkzeugen bzw. Hilfsmitteln erfolgen kann.
[0036] Die Umschaltfunktion gemäß Anspruch 35 stellt eine rasche Verfügbarkeit und Deaktivierbarkeit
von Betriebszuständen mit erhöhter und vergleichsweise niedrigerer Biegesteifigkeit
des Gleitgerätes sicher. Dadurch kann das Nutzungsverhalten des Gleitgerätes kurzfristig
an wechselnde Bedingungen bzw. an wechselnde Bedürfnisse in einfacher Art und Weise
angepasst werden.
[0037] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0038] Es zeigen jeweils in vereinfachter, stark schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Ausführungsform eines brettartigen Gleitgerätes mit einer multifunktionalen bzw.
funktional verbesserten Einstellvorrichtung zur Veränderung der Steifigkeit des Gleitgerätes
in schematischer Schrägansicht;
- Fig. 2
- eine aus Voreinstellvorrichtung und Zusatzeinstellvorrichtung bestehende Einstellvorrichtung
im Zusammenwirken mit distalen Teilabschnitten eines Gleitbrettkörpers;
- Fig. 3-12
- verschiedene Ausführungsvarianten von Einstellvorrichtungen umfassend Voreinstellvorrichtungen
sowie Zusatzeinstellvorrichtungen;
- Fig. 13
- eine weitere Ausführungsform eines brettartigen Gleitgerätes mit einer funktional
verbesserten Einstellvorrichtung zur Veränderung der Steifigkeit des Gleitgerätes;
- Fig. 14-19
- weitere Ausführungsvarianten von Einstellvorrichtungen umfassend Voreinstellvorrichtungen
sowie Zusatzeinstellvorrichtungen;
- Fig. 20
- ein als Langlaufschi ausgebildetes, brettartiges Gleitgerät in Seitenansicht in Kombination
mit einer Einstellvorrichtung zur Steifigkeitsbeeinflussung;
- Fig. 21
- eine weitere Ausführungsvariante einer Einstellvorrichtung zur bedarfsweisen Veränderung
der Biegsteifigkeit eines brettartigen Gleitgerätes;
- Fig. 22-24
- eine andere Ausführungsform einer Einstellvorrichtung umfassend wenigstens eine Keilanordnung;
- Fig. 25
- eine Prinzipdarstellung der Einstellvorrichtung in Verbindung mit schleifenartig geführten
Zugelementen in Draufsicht;
- Fig. 26
- ein beispielhaftes Diagramm zur Veranschaulichung der Wirkungsweise der Einstellvorrichtung.
Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen. Weiters
können auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen
unterschiedlichen Ausführungsbeispielen für sich eigenständige, erfinderische oder
erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
[0039] In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform eines brettartigen Gleitgerätes 1 mit einer
Einstellvorrichtung 2 zur individuellen Veränderung bzw. Beeinflussung von dessen
Biegesteifigkeit bzw. von dessen Flexibilität hinsichtlich elastischer Biegungen um
eine quer zu dessen Längsrichtung verlaufende Achse veranschaulicht. Bevorzugt ist
dieses Gleitgerät 1 durch einen Langlaufschi 3 gebildet, da dessen Biegesteifigkeit
bzw. Flexibilität im Zusammenwirken mit verschiedenen Benutzern wesentlich für die
jeweils erzielbare Performance, d.h. besonders bedeutsam für das jeweilige Nutzungsverhalten
bzw. Einsatzverhalten ist. Insbesondere ist es von erhöhter Bedeutung, dass das Gewicht
und/oder die sportlichen Fähigkeiten und/oder der Laufstil des jeweiligen Benutzers
an die Biegesteifigkeit des Langlaufschis 3 möglichst optimal abgestimmt sind, um
eine gute Performance erzielen zu können, wie dies allgemein bekannt ist. Vor allem
zur Erzielung eines optimalen Überganges zwischen der Steig- bzw. Abstoßphase und
der Gleitphase des Langlaufschis 3 ist es erforderlich, dass dessen Biegesteifigkeit
bzw. dessen Flexibilität auf die Technik bzw. auf das Gewicht des Benutzers des Langlaufschis
3 optimal abgestimmt ist.
[0040] Eine individuelle Einstellbarkeit bzw. Anpassungsfähigkeit der Biegesteifigkeit bzw.
der Flexibilität ist aber auch bei Alpinschiern oder Snowboards besonders zweckmäßig
und kann die beanspruchte Einstellvorrichtung 2 auch bei dieser Gattung von brettartigen
Gleitgeräten 1 zum Gleiten auf Schnee oder Eis eingesetzt bzw. angewandt werden.
[0041] Das jeweilige Gleitgerät 1 weist in allgemein üblicher Weise eine aufbau- bzw. konstruktionsbedingt
vorbestimmte Vorspannhöhe 4 und Biegesteifigkeit auf. Unter der Vorspannhöhe 4 ist
dabei jene Bogenhöhe zu verstehen, welche zwischen der Unterseite eines unbelasteten
Gleitgerätes 1 und einer horizontalen Auflageebene des Gleitgerätes 1 vorliegt. Die
Vorspannhöhe 4 und die Biegesteifigkeit des Gleitgerätes 1 sind dabei maßgeblich für
das Steigund Gleitverhalten bzw. für das Kurven- oder Fahrverhalten des Gleitgerätes
1. Die aufbau- bzw. konstruktionsbedingte Biegesteifigkeit und Vorspannhöhe 4 wird
dabei vor allem durch die Wahl entsprechender Obergurt- und Untergurtmaterialien für
den Gleitbrettkörper, durch deren Formgebung, durch deren Querschnittsgeometrie, durch
deren Längen und auch durch die Art der Verbindung zwischen den einzelnen Bauelementen
des Gleitbrettkörpers bestimmt.
[0042] Abgesehen von dieser aufbau- bzw. konstruktionsbedingten Steifigkeit bzw. Flexibilität
des Gleitgerätes 1 ist auch eine Einstellvorrichtung 2 vorgesehen, anhand welcher
der Benutzer bzw. Verleiher eines derartigen Gleitgerätes 1 die Biegesteifigkeit und
somit die Performance des Gleitgerätes 1 in bestimmten Ausmaß, d.h. innerhalb eines
bestimmten Wertebereiches, individuell verändern bzw. anpassen kann. Diese Anpassung
erfolgt dabei unter Berücksichtigung des Gewichts bzw. des Könnens und anhand sonstiger
Parameter, welche zur Erzielung eines adäquaten Nutzungsverhaltens sinnvoll sind.
[0043] Die Einstellvorrichtung 2 umfasst dabei zumindest ein Zugelement 5, 6 über welches
zwischen vorbestimmten Teilabschnitten 7, 8 des Gleitgerätes 1 eine einstellbare,
d.h. eine innerhalb bestimmter Wertegrenzen variierbare Zugspannung aufgebracht werden
kann. Die vorbestimmten bzw. in Längsrichtung des Gleitgerätes 1 zueinander distanzierten
Teilabschnitte 7, 8 liegen bevorzugt in den Endabschnitten bzw. nahe zu den Enden
des Gleitgerätes 1, d.h. einerseits im Schaufel- bzw. Spitzenbereich und andererseits
in dem auf die Fahrtrichtung bezogenen hinteren Endbereich des Gleitgerätes 1. Vorteilhaft
ist es dabei, den ersten und zweiten Teilabschnitt 7, 8 des Gleitbrettkörpers bzw.
die Krafteinleitungspunkte oder Enden des wenigstens einen Zugelementes 5, 6 im Nahbereich
der Auflagepunkte eines unbelasteten Gleitgerätes 1 auf einer ebenen Auflagefläche
zu vorzusehen. Die Teilabschnitte 7, 8 bzw. die Krafteinleitungszonen für die Zugelemente
5, 6 können jedoch auch etwas näher in Richtung zu einer Bindungseinrichtung 9 im
mittleren Abschnitt des Gleitgerätes 1 verlagert sein.
[0044] Die jeweils gewählte Längsposition der Teilabschnitte 7, 8 bestimmt maßgeblich die
Wirkung der Einstellvorrichtung 2 bzw. der Zugelemente 5, 6 hinsichtlich der Veränderbarkeit
der Biegesteifigkeit des Gleitgerätes 1. Insbesondere ist bei relativ nahe beieinander
liegenden Teilabschnitten 7, 8 die Wirkung der Einstellvorrichtung 2 auf die statischen
und dynamischen Eigenschaften des Gleitgerätes 1 relativ gering, während bei relativ
weit zueinander distanzierten Teilabschnitten 7, 8 die Wirkung der Einstellvorrichtung
2 auf die Biegesteifigkeit des Gleitgerätes 1 vergleichsweise höher ist.
[0045] Das wenigstens eine zur Übertragung von Zugkräften ausgebildete Zugelement 5, 6 ist
zum überwiegenden Teil im Untergurt, d.h. in dem normalerweise auf Zug beanspruchten
Abschnitt unterhalb der neutralen Faser des Gleitgerätes 1 angeordnet. Insbesondere
verläut das zumindest eine Zugelement 5,6 entweder im Laufflächenbelag oder auf der
dem Kern des Gleitgerätes 1 zugewandten Seite des Laufflächenbelages. Gegebenenfalls
kann das Zugelement 5, 6 zum Teil auch auf der vom Kern abgewandten Seite des Laufflächenbelages
verlaufen. Dies ist insbesondere in den Teilabschnitten 7, 8 besonders wirkungsvoll.
Je näher das Zugelement 5, 6 dem Laufflächenbelag zugeordnet ist bzw. je weiter das
wenigstens eine Zugelement 5, 6 von der neutralen Faser bzw. Zone distanziert ist,
desto größer ist dessen Auswirkung auf die Biegesteifigkeit bzw. auf die Biegesteifigkeits-Kennlinie
des Gleitgerätes 1.
[0046] Das zumindest eine Zugelement 5, 6 ist derart zugfest ausgeführt, dass die mittels
der Einstellvorrichtung 2 aufbringbaren Kräfte und die durch elastische Verformungsbewegungen
des Gleitgerätes 1 einwirkenden Kräfte bruch- bzw. reißsicher aufgenommen werden.
Die Zugfestigkeit bzw. Reißgrenze liegt somit bei mehreren 100 N. Das zumindest eine
Zugelement 5, 6 ist bevorzugt als Seil ausgeführt, kann jedoch auch als Band bzw.
als dünnes, biegeflexibles Flachprofil ausgeführt sein. Wesentlich ist, dass das wenigstens
eine Zugelement 5, 6 die mittels der Einstellvorrichtung 2 generierten Zugkräfte aufnehmen
und in die zueinander distalen Teilabschnitte 7, 8 des Gleitgerätes 1 übertragen kann.
Quer zur Längsrichtung des wenigstens einen Zugelementes 5, 6 sind diese relativ flexibel
bzw. biegeweich ausgeführt, sodass deren Biegesteifigkeit auf die Biegesteifigkeit
des Gleitgerätes 1 eine vernachlässigbar kleine Auswirkung hat. Der Einfluss auf die
Biegesteifigkeit des Gleitgerätes 1 resultiert primär anhand der individuell einstellbaren
Zugspannung im wenigstens singulär ausgeführten Zugelement 5, 6.
[0047] Gemäß der dargestellten Ausführungsform in Fig. 1 ist die manuell betätigbare Einstellvorrichtung
2 zur Veränderung der Biegesteifigkeit bzw. zur Veränderung des sogenannten Flexverhaltens
des Gleitgerätes 1 unmittelbar vor der Bindungseinrichtung 9 positioniert. Dadurch
ist die Einstellvorrichtung 2 in etwa im Längsmittelabschnitt des Gleitgerätes 1 angeordnet
und kann somit komfortabel bedient und relativ einfach in den Gleitbrettkörper integriert
werden. Bevorzugt sind die Einstellvorrichtung 2 und deren Betätigungsorgane also
im vorderen Teilabschnitt des Gleitgerätes 1, d.h. im Teilabschnitt zwischen der Bindungseinrichtung
9 und der Spitze des Gleitgerätes 1 angeordnet. Wie nachfolgend noch näher erläutert
werden wird, ist es alternativ auch möglich, die Einstellvorrichtung 2 im rückwärtigen
Bereich hinter der Bindungseinrichtung 9 oder aber innerhalb der Bindungsmontagezone
zu positionieren.
[0048] Bevorzugt verläuft also ausgehend von der zentral positionierten Einstellvorrichtung
2 jeweils zumindest ein Zugelement 5, 6 in Richtung zu den distalen Endabschnitten
des Gleitgerätes 1. Alternativ ist es aber auch möglich, die Einstellvorrichtung 2
in einem ersten Endabschnitt bzw. Teilabschnitt 7 oder 8 des Gleitgerätes 1 zu positionieren
und zumindest ein Zugelement 5, 6 in den davon abgewandten, zweiten Endabschnitt bzw.
Teilabschnitt 8 bzw. 7 des Gleitgerätes 1 zu führen, wie dies nachfolgend noch beschrieben
wird.
[0049] Wesentlich ist, dass die Einstellvorrichtung 2 einerseits eine Feineinstellvorrichtung
bzw. wenigstens eine Voreinstellvorrichtung 10 zur feinstufigen oder stufenlosen,
insbesondere kontinuierlichen Veränderung der Zugspannung bzw. zur Voreinstellung
der Zugspannung des zumindest einen Zugelementes 5, 6 aufweist und weiters eine Grobeinstellvorrichtung
bzw. eine Zusatzeinstellvorrichtung 11 bzw. eine demgemäße Umschalteinrichtung zur
sprunghaften bzw. abrupten Veränderung bzw. Beeinflussung der Zugspannung zwischen
den zueinander distanzierten Teilabschnitten 7, 8 des Gleitgerätes 1 umfasst. Das
heißt, dass die Einstellvorrichtung 2 mittels der Voreinstellvorrichtung 10 einerseits
eine individuelle Feinjustierung bzw. eine Vorauswahl einer bestimmten, gewünschten
Zugspannung ermöglicht und andererseits mittels der Zusatzeinstellvorrichtung 11 eine
sprunghafte Veränderung, insbesondere eine abrupte Erhöhung und Reduzierung der Zugspannung
oder alternativ eine sprunghafte Aktivierung und Deaktivierung der Zugspannung des
wenigstens einen Zugelementes 5, 6 ermöglicht.
[0050] Vergleiche zwischen den benötigten Einstellzeiten an der Voreinstellvorrichtung 10
und an der Zusatzeinstellvorrichtung 11 ergeben, dass bei gleichwertiger bzw. analoger
Steifigkeitsbeeinflussung des Gleitgerätes 1 - und zwar einerseits mittels der Voreinstellvorrichtung
10 und andererseits mittels der Zusatzeinstellvorrichtung 11 - die benötigten Ein-
bzw. Umstellzeiten an der Zusatzeinstellvorrichtung 11 merklich niedriger sind. Dies
wird beispielsweise durch voneinander unterschiedliche Übersetzungs- bzw. Hebelverhältnisse
erreicht, wobei der insgesamt mögliche Einstellbereich an der Voreinstellvorrichtung
10 bevorzugt größer ist als an der Zusatzeinstellvorrichtung 11. Um dies zu erzielen
kann die Voreinstellvorrichtung 10 beispielsweise Spindelantriebe bzw. Gewindeverstellvorrichtungen
umfassen, wohingegen die Zusatzeinstellvorrichtung 11 vergleichsweise rascher umstellbare
Hebel- bzw. Exzentervorrichtungen aufweist. Bevorzugt sind die Voreinstellvorrichtung
10 und die Zusatzeinstellvorrichtung 11 wirkungsmäßig in Serie geschaltet, sodass
mittels der Zusatzeinstellvorrichtung 11 die über die Voreinstellvorrichtung 10 voreingestellte
Zugkraft bei Bedarf um zumindest einen vorbestimmten Wertebereich sprunghaft angehoben
und wieder abgesenkt werden kann.
[0051] Gemäß der Darstellung in Fig. 1 umfasst die Voreinstellvorrichtung 10 eine erste
Handhabe 12, mit welcher die grundlegend bzw. primär wirkende Zugkraft der Einstellvorrichtung
2 wunschgemäß verändert bzw. bedarfsgerecht voreingestellt werden kann. Die Zusatzeinstellvorrichtung
11 umfasst bei der Ausführung gemäß den Fig. 1 und 2 eine weitere, baulich eigenständige
Handhabe 13, mit welcher die Einstellung bzw. Wirkung der Zusatzeinstellvorrichtung
11 verändert werden kann. Alternativ ist es aber auch möglich, mit nur einer einzigen
Handhabe sowohl die Voreinstellvorrichtung 10 als auch die Zusatzeinstellvorrichtung
11 zu bedienen bzw. zu beeinflussen, wie dies im Nachfolgenden noch erläutert wird.
Insbesondere ist es möglich, mit einer einzigen bzw. einer zentralen Handhabe die
Voreinstellvorrichtung 10 und auch Zusatzeinstellvorrichtung 11 zu bedienen bzw. zu
betätigen.
[0052] Entsprechend der Ausführung in den Fig. 1 bis 5 sind die beiden Handhaben 12, 13
für einen Benutzer bevorzugt direkt zugreifbar, insbesondere an der Oberseite des
brettartigen Gleitgerätes 1 angeordnet. Die für die Kraft- bzw. Drehmomentübertragung
erforderlichen mechanischen Komponenten der Voreinstellvorrichtung 10 und der Zusatzeinstellvorrichtung
11 sind bevorzugt überwiegend im brettartigen Körper, d.h. im Aufbau des Gleitgerätes
1 integriert. Vorzugsweise ist ein Gehäuse 14 oder ein adäquates Tragelement vorgesehen,
welches die mechanischen Komponenten der Einstellvorrichtung 2 haltert bzw. führt
und in eine entsprechende Ausnehmung im Gleitgeräteaufbau zumindest teilweise eingebettet
werden kann.
[0053] In Fig. 2 ist eine erste Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 zur individuellen
Veränderung der Zugspannung wenigstens eines Zugelementes 5, 6, insbesondere zur Beeinflussung
der Biegesteifigkeit eines brettartigen Gleitgerätes 1 schematisch veranschaulicht.
Diese Einstellvorrichtung 2 umfasst zwei gesondert ausgeführte Handhaben 12, 13, wobei
die erste Handhabe 12 zur Veränderung der Einstellung der Voreinstellvorrichtung 10
vorgesehen ist und die zweite Handhabe 13 zur Veränderung der Einstellung der Zusatzeinstellvorrichtung
11 vorgesehen ist. Die erste Handhabe 12 ist dabei als drehbeweglich gelagertes Stellrad
15 ausgeführt, das um eine senkrecht zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 verlaufende
Achse 17 drehbeweglich, insbesondere bidirektional verdrehbar ist. Je nach Drehwinkelstellung
bzw. je nach der Anzahl der ausgeführten Umdrehungen des bevorzugt manuell bzw. werkzeuglos
verdrehbaren Stellrades 15 wird die Zugspannung in den Zugelementen 5, 6 erhöht bzw.
abgesenkt. Bevorzugt ist auch die Anzahl der ausgeführten, vollen Umdrehungen des
Stellrades 15 ein Maß für die Zugspannung am wenigstens einfach bzw. einsträngig verlaufenden
Zugelement 5, 6.
[0054] Wesentlich ist, dass die Vorspannvorrichtung 10 die an ihr individuell voreingestellte,
mechanische Vorspannung im Regelfall aufrecht hält bzw. dass die Grundeinstellung
der Voreinstellvorrichtung 10 vom Benutzer üblicherweise, insbesondere am freien Feld,
nicht verändert wird. Vielmehr kann eine allfällig benötigte Zusatzwirkung der Zusatzeinstellvorrichtung
11 bei Bedarf gegenüber der Wirkung der Voreinstellvorrichtung 10 relativ prompt zu-
und weggeschaltet, d.h. zur Grund- bzw. Voreinstellung addiert und subtrahiert werden.
Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 ist hierfür in Bezug zur Voreinstellvorrichtung 10
wirkungsmäßig bevorzugt in Serie geschaltet. Alternativ kann die Zusatzeinstellvorrichtung
11 aber auch parallel zur Voreinstellvorrichtung 10 wirken, wobei bei Überschreitung
der Zugwirkung der Zusatzeinstellvorrichtung 11 im Vergleich zur Zugwirkung der Voreinstellvorrichtung
10 die zuvor vorherrschende Zugwirkung der Voreinstellvorrichtung 10 inaktiv wird.
[0055] Eine vorteilhafte Ausführungsvariante der Voreinstellvorrichtung 10 umfasst dabei
zumindest eine Spindelanordnung 18, 19 zur kontinuierlichen bzw. stufenlosen Veränderung
der Zugspannung des zumindest einen Zugelementes 5, 6. Die in Fig. 2 schematisch dargestellte
Ausführungsform umfasst zwei Spindelanordnungen 18, 19, wobei die erste Spindelanordnung
18 ein Rechtsgewinde und die zweite Spindelanordnung 19 ein Linksgewinde aufweist.
Die beiden Spindelanordnungen 18, 19 sind mittels einer Kegelradanordnung 20, insbesondere
über wenigstens zwei Kegelzahnräder, mit dem Stellrad 15, insbesondere mit dessen
Kegelzahnrad, bewegungsgekoppelt. Die Kegelradanordnung 20 bewirkt dabei eine zumindest
annähernd rechtwinkelige Umsetzung zwischen den Drehachsen der Spindelanordnung 18,
19 und der Achse 17 des Stellrades 15 und gegebenenfalls eine Drehmomentanpassung
bzw. eine Drehzahlübersetzung.
[0056] Insbesondere ist ein so genanntes Spannschloss ausgeführt, bei welchem über eine
Kegelradanordnung 20 die Distanz zwischen einander gegenüberliegenden Zugösen 21,
22 bzw. ähnlichen Zugorganen verändert werden kann. An diesen synchron verstellbaren
Zugösen 21, 22 der Voreinstellvorrichtung 10 ist jeweils ein Ende des Zugelementes
5 bzw. des Zugelementes 6 befestigt. Gegebenenfalls ist zwischen diesen Zugösen 21,
22 und dem daran montierten Zugelement 5, 6 ein federelastisch nachgiebiges Element,
beispielsweise eine Zugfeder oder eine Druckfeder in Schraubenform oder ein sonstiger
elastomerer Kunststoffkörper angeordnet. Alternativ oder in Kombination dazu kann
auch das Zugelement 5, 6 in gewissem Ausmaß längselastisch, d.h. elastisch dehn- und
rückstellbar ausgeführt sein.
[0057] Die Kegelradanordnung 20 stellt bevorzugt ein Untersetzungsgetriebe dar, wodurch
der Benutzer beim Aufbringen einer moderaten Betätigungskraft auf das Stellrad 15
vergleichsweise hohe Zugkräfte von mehr als 100 N am Zugelement 5, 6 erzielen kann.
Die Steigung der Gewinde an den Spindelanordnungen 18, 19 ist bevorzugt einheitlich
gewählt und ausreichend gering, sodass die Voreinstellvorrichtung 10 als selbsthemmende
Einstellvorrichtung ausgebildet ist. Die Voreinstellvorrichtung 10 ist in wenigstens
einen Zugstrang der Zugelemente 5, 6 eingebaut bzw. eingegliedert, d.h. dass das wenigstens
eine Zugelement 5, 6 an Zumindest einer Stelle unterbrochen ist und die Voreinstellvorrichtung
10 mit den einander nächstliegenden Enden des Zugelementes 5, 6 verbunden ist. Insbesondere
sind an den diametral zum Stellrad 15 verlaufenden Zugösen 21, 22 die einander nächstliegenden
Enden des Zugelementes 5 oder 6 bzw. der Zugelemente 5, 6 befestigt.
[0058] Jedenfalls werden die Zugorgane bzw. Zugösen 21, 22 durch Verdrehung des Stellrades
15 in eine der beiden Drehrichtungen entweder einander angenähert oder voneinander
distanziert, sodass die Zugspannung in wenigstens einem Zugelement 5, 6 individuell
variiert, d.h. vergrößert und verkleinert werden kann.
[0059] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist die Zusatzeinstellvorrichtung
11 durch eine Stellnockenanordnung 23 gebildet, welche in zumindest zwei unterschiedliche
Einstellpositionen 24, 25 mit sprunghaft veränderter bzw. abrupt veränderlicher Zugwirkung
überführt werden kann. Bei der in Fig. 2 veranschaulichten Stellnockenanordnung 23
ist bei Einnahme der ersten Einstellposition 24 quasi eine Inaktivstellung der Grob-
bzw. Zusatzeinstellvorrichtung 11 vorliegend, während bei Einnahme der zweiten Einstellposition
25 eine sprunghafte Aktivierung der Grob- bzw. Zusatzeinstellvorrichtung 11 stattfindet.
Bei entsprechender Aktivierung der Zusatzeinstellvorrichtung 11 erfolgt dabei eine
Zuschaltung bzw. Addition der durch die Zusatzeinstellvorrichtung 11 aufbringbaren
Zugspannungs- bzw. Zugkraftwerte zu den voreingestellten Werten der Voreinstellvorrichtung
10. Dies wird durch eine auf die jeweiligen Zugwirkungen bezogene Serienschaltung
zwischen der Voreinstellvorrichtung 10 und der Zusatzeinstellvorrichtung 11 erzielt.
[0060] Die Handhabe 13 der Stellnockenanordnung 23 ist dabei durch einen Hebel gebildet,
welcher um eine senkrecht zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 verlaufende Achse 26
verschwenkbar ist. Um diese Achse 26 oder aber um eine damit bewegungsgekoppelte,
weitere Achse wird zumindest eine Nocke 27 der Stellnockenanordnung 23 verdreht. Diese
Nocke 27 bzw. Exenterscheibe weist in Bezug zur Achse 26 bzw. in Bezug zu ihrer Drehachse
zumindest zwei vordefinierte Radien bzw. einen Minimum- und einen Maximum-Durchmesser
auf. Das heißt, dass bei Einnahme jener Drehwinkelstellung, bei der der Minimum-Durchmesser
der Nocke 27 aktiv ist, die Zusatzeinstellvorrichtung 11 mit minimaler Zugspannung
wirkt oder auch keine Zugspannung aufbringt, während bei Aktivierung des Maximal-Durchmessers
der Nocke 27 die Zusatzeinstellvorrichtung 11 mit maximaler Zugwirkung auf wenigstens
ein Zugelement 5, 6 einwirkt.
[0061] Die Stellnockenanordnung 23, insbesondere deren Nocke 27, wird bevorzugt auf Druck
beansprucht, während die Zugelemente 5, 6 auf Zug beansprucht werden. Insbesondere
wird via diese Stellnockenanordnung 23 eine gegenseitige Überlappung bzw. eine Überlappungsweite
28 zwischen einander überlappenden Endabschnitten des wenigstens einen Zugelementes
5, 6, insbesondere der Endabschnitte der Zugelemente 5, 6, einstellbar verändert.
Bevorzugt steht die Stellnockenanordnung 23, insbesondere deren Nocke 27, mit C- oder
L-förmigen Lastübertragungselementen 29, 30 in einer sich gegenseitig abstützenden
Verbindung, wobei jeweils eines dieser Lastübertragungselemente 29, 30 auf ein jeweils
zugewandtes Ende des seil- oder bandförmigen Zugelementes 5, 6 einwirkt. Die innerhalb
der Überlappungsweite 28 bzw. die zwischen den sich überlappenden Lastübertragungselementen
29, 30 positionierte Nocke 27 bewirkt dabei je nach gewählter Einstellposition 24
oder 25 eine maximale Annäherung oder eine maximale Distanzierung zwischen den einander
zugewandten Endabschnitten des wenigstens einen Zugelementes 5, 6.
[0062] Alternativ zu einer Stellnockenanordnung 23 für die Zusatzeinstellvorrichtung 11
ist es auch möglich, ein Schubkurbelgetriebe vorzusehen, wobei mittels einer Drehscheibe
oder einer Kurbelzapfenanordnung und zumindest einem daran angelenkten Pleueltrieb
eine rotatorische Bewegung in eine translatorische Bewegung und umgekehrt umgesetzt
wird, um so die Zugspannung an dem wenigstens einen Zugelement 5, 6 variieren bzw.
verändern zu können. Aber auch Winden- bzw. Wickelvorrichtungen für das wenigstens
eine Zugelement 5, 6 sind möglich, wie dies im Nachfolgenden noch erläutert wird.
[0063] Bei der vorteilhaften Ausgestaltung gemäß Fig. 2 ist das wenigstens eine Zugelement
5, 6 zwei- bzw. doppelsträngig geführt. Selbstverständlich ist es auch möglich, nur
einen Zugstrang oder auch mehr als zwei parallel verlaufende Zugstränge vorzusehen,
um die auf das Zugelement 5, 6 einwirkenden Belastungen gering zu halten und dadurch
dessen Bruch- bzw. Reißgefahr zu senken. Zur Erzielung dieser zwei- oder mehrsträngigen
Führung des wenigstens eines Zugelementes 5, 6 ist in zumindest einem der Teilabschnitte
7, 8 des Gleitbrettkörpers zumindest eine Umlenkschleife 31, 32 ausgebildet. Die jeweilige
Umlenkschleife 31, 32 kann dabei durch zumindest ein Umlenkelement 33, 34 bewerkstelligt
werden, welches eine möglichst reibungsarme Führung und Richtungsumkehr bzw. -umlenkung
des wenigstens einen Zugelementes 5, 6 ermöglicht. Diese Umlenkschleifen 31, 32 bzw.
diese Umlenkelemente 33, 34 sind dabei in den zueinander distanzierten Teilabschnitten
7, 8 des Gleitgerätes 1 positioniert. Die Umlenkelemente 33, 34 können dabei durch
einfache Widerlager bzw. Seilführungen gebildet sein oder aber durch zumindest eine
drehbar gelagerte Umlenkrolle umgesetzt sein.
[0064] Das heißt, dass im vorderen Endabschnitt und/oder im hinteren Endabschnitt des Gleitgerätes
1 zumindest zwei Zugstränge ausgeführt sind, welche auf die zentral bzw. mittig positionierte
Einstellvorrichtung 2 zulaufen und mittels der Einstellvorrichtung 2 variabel vorgespannt
werden können und dabei bevorzugt gemeinsam bzw. synchron und gleichmäßig belastet
werden.
[0065] Gemäß der Darstellung in Fig. 2 ist dem ersten Zugstrang des vorderen und hinteren
Zugelementes 5, 6 die Zusatzeinstellvorrichtung 11 zugeordnet, während dem zweiten,
zumindest annähernd parallel verlaufenden Zugstrang des vorderen und hinteren Zugelementes
5, 6 die Voreinstellvorrichtung 10 zugeordnet ist. Das heißt, dass auf einen der Zugstränge
der Zugelemente 5, 6 die Zusatzeinstellvorrichtung 11 einwirkt, während auf den dazu
parallel oder annähernd parallel verlaufenden Zugstrang der Zugelemente 5, 6 die Voreinstellvorrichtung
10 einwirkt. Die jeweiligen Zugelemente 5, 6 sind dabei in den jeweiligen Teilabschnitten
7, 8 reibungsarm umgelenkt, insbesondere gleitbeweglich rückgeführt oder aber bewegungsfest
fixiert. Das heißt, dass die Voreinstellvorrichtung 10 und die Zusatzeinstellvorrichtung
11 hinsichtlich ihrer Zugwirkung zusammenwirken können, insbesondere parallel aber
auch seriell geschaltet sein können, wobei sie unabhängig voneinander bedienbar bzw.
aktivier- und deaktivierbar sind.
[0066] Die ein- oder mehrteilig ausgeführten Zugelemente 5, 6 sind bei dieser Ausführungsform
in den zueinander distanzierten Teilabschnitten 7, 8 des Gleitgerätes 1 jeweils schleifenartig
bzw. bogenförmig umgelenkt und bilden dadurch insgesamt betrachtet eine in sich geschlossene
Zugschleife aus, welche sich über mehr als 50%, insbesondere über 60% bis 90%, bevorzugt
in etwa über 75% der Längserstreckung des Gleitbrettkörpers 1 erstreckt.
[0067] In den Fig. 3 bis 5 ist eine weitere Ausführungsform einer Einstellvorrichtung 2
zur Beeinflussung der Zugspannung im Gleitgerät 1 und somit zur Veränderung der statischen
und dynamischen Eigenschaften des Gleitgerätes 1 veranschaulicht. Auch diese Einstellvorrichtung
2 umfasst eine Voreinstellvorrichtung 10 und eine Zusatzeinstellvorrichtung 11, wobei
für vorhergehend bereits beschriebene Teile gleiche Bezugszeichen verwendet werden
und die vorhergehenden Beschreibungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen
übertragbar sind.
[0068] Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 ist hierbei wiederum durch eine Stellnockenanordnung
23 gebildet, welche zumindest eine auf Druck beanspruchte Nocke 27 zur Veränderung
der Überlappungsweite 28 zwischen einander zugewandten Endabschnitten des Zugelementes
5, 6, insbesondere zur Veränderung der Überlappungsweite 28 zwischen C-, U- oder L-förmigen
Lastübertragungselementen 29, 30 an einander zugewandten Enden des Zugelementes 5
bzw. 6 umfasst.
[0069] Die Voreinstellvorrichtung 10 umfasst hierbei wiederum eine Spindelanordnung 18,
19 mit zwei gegenläufigen Gewindeabschnitten, welche in Art eines Spannschlosses wirken.
Diese Spindelanordnung 18, 19 kann dabei mittels einer Kegelradanordnung 20, die zwei
miteinander in Eingriff stehende Kegelzahnräder mit rechtwinkelig zueinander verlaufenden
Drehachsen umfasst, in Drehbewegung versetzt werden. Je nach Drehrichtung an der Kegelradanordnung
20 werden die Zugösen 21, 22 bzw. adäquate Zugorgane und die daran jeweils befestigten
Enden des wenigstens einen Zugelementes 5, 6 einander angenähert oder zueinander distanziert,
wodurch die mechanische Vorspannung im wenigstens singulär ausgeführten Zugelement
5 bzw. 6 erhöht bzw. abgesenkt wird. Die Zugösen 21, 22 bzw. adäquate Zugorgane können
dabei zugleich als Führungselemente 35, 36 für die Enden des Zugelementes 5 bzw. 6
ausgeführt sein, um eine Verwindung der Zugelemente 5 bzw. 6 um deren Längsachse,
insbesondere um die Drehachse der Spindelanordnung 18, 19 zu unterbinden. Im Zusammenwirken
mit weiteren, im oder am Gleitgerät 1 bzw. im Gehäuse der Einstellvorrichtung 2 festgelegten,
d.h. bewegungsstarr ausgebildeten Führungselementen 37 ist eine Verwindung des Zugelementes
5 bzw. 6 um dessen Längsachse jedenfalls auch dann ausgeschlossen, wenn die Spindelanordnung
18, 19 bereits unter hoher mechanischer Vorspannung steht und in Drehbewegung versetzt
wird.
[0070] Diese Führungselemente 37 oder aber zusätzliche Führungsorgane können weiters dazu
vorgesehen sein, um einen seitlichen Versatz bzw. ein seitliches Ablenken des Zugelementes
5 bzw. 6 zu bewirken. Insbesondere kann mit zumindest einem Führungselement 37 eine
Abstandsreduzierung zwischen der Voreinstellvorrichtung 10 und dem dazu parallel verlaufenden
Zugstrang des Zugelementes 5 bzw. 6 bewirkt werden, wie dies aus den Fig. 3, 4 ersichtlich
ist. Die Führungselemente 37 können dabei durch stegartige Führungsorgane gebildet
sein und/oder durch Schlauchführungen umgesetzt sein, in welchen ein seilartiges Zugelement
5 bzw. 6 verläuft.
[0071] Vorteilhaft ist es, wenn das wenigstens eine Zugelement 5 bzw. 6 als so genannter
Bowdenzug 38 ausgeführt sind, wobei das eigentliche Zugelement 5, 6 durch zumindest
einen Seildraht gebildet ist, welcher in einer ursprünglich flexiblen, schlauchartigen
Umhüllung geführt ist, wie dies vor allem in der Darstellung gemäß Fig. 3 schematisch
angedeutet wurde. Die schlauchartige Umhüllung für das seilartige Zugelement 5, 6
und gegebenenfalls das darin zu führende seilartige Zugelement 5, 7 werden dabei während
der Herstellung des Gleitgerätes 1 in letzteres integriert. D.h. die schlauchartige
Umhüllung wird in der gewünschten Form bzw. hinsichtlich des benötigten Verlaufes
fix eingebettet und stellt diese Umhüllung sodann eine möglichst reibungsarme Führung
für das wenigstens eine, darin aufgenommene bzw. aufzunehmende Zugelement 5 bzw. 6
dar. Die starr eingebettete Umhüllung des wenigstens einen Bowdenzuges 38 stellt somit
einen Führungskanal für ein seilartiges Zugelement 5 bzw. 6 im Inneren des Gleitbrettkörpers,
insbesondere im Untergurt des Gleitgerätes 1 dar.
[0072] Wie am besten aus Fig. 4 ersichtlich ist, sind die mechanischen Komponenten der Voreinstellvorrichtung
10 sowie der Zusatzeinstellvorrichtung 11 an einem gemeinsamen Tragelement, insbesondere
innerhalb eines weitgehendst geschlossenen Gehäuses 14 angeordnet. Dieses Gehäuse
14 ist zum überwiegenden Teil in das Gleitgerät 1 integriert. In einander gegenüberliegenden
Wänden des Gehäuses 14, insbesondere in dessen Stirnwänden sind Durchbrüche vorgesehen,
über welche die Zugelemente 5 bzw. 6, insbesondere entsprechende Bowdenzüge 38 in
das Innere des Gehäuses 14 eingeführt werden können. Das Gehäuse 14 weist dabei eine
Breite auf, welche etwas geringer ist als die Breite des Gleitgerätes 1, sodass das
Gehäuse 14 nicht über die Seitenwangen des Gleitgerätes 1 vorragt. Die Voreinstellvorrichtung
10 und die Zusatzeinstellvorrichtung 11 sind bevorzugt in Längsrichtung des Gleitgerätes
1 zueinander versetzt angeordnet. Insbesondere ist ein Längsversatz vorgesehen, wodurch
ein seitlicher Platz- bzw. Raumgewinn erzielt wird und die Komponenten der Voreinstellvorrichtung
10 und der Zusatzeinstellvorrichtung 11 baulich ausreichend massiv bzw. möglichst
ergonomisch ausgeführt werden können.
[0073] Von Vorteil ist es weiters, wenn die Zusatzeinstellvorrichtung 11, insbesondere deren
Stellnockenanordnung 23 mit ihrer senkrecht verlaufenden Achse 26 im seitlichen Randbereich
des Gehäuses 14 positioniert ist, da dadurch eine relativ lange Handhabe 13 in Form
eines Hebels ausgeführt werden kann, welcher innerhalb einer parallel zur Oberseite
16 des Gleitgerätes 1 verlaufenden Ebene verschwenkbar ist. Zweckmäßigerweise beträgt
eine Länge 39 des Hebels bzw. der Handhabe 13 in etwa 70 % bis 110 %, insbesondere
in etwa 80 % der Breite des Gleitgerätes 1 in jenem Abschnitt, in welchem die Einstellvorrichtung
2 positioniert ist. Dadurch können optimale Hebelwirkungen erzielt werden. Insbesondere
wird eine relativ leichtgängige Betätigung der Zusatzeinstellvorrichtung 11 ermöglicht
und kann trotzdem ein ausreichend großer Verstellweg für das Zugelement 5 bzw. 6 erzielt
werden.
[0074] Wie am besten aus Fig. 5 ersichtlich ist, kann via das Stellrad 15 eine individuelle
Voreinstellung bezüglich der Steifigkeit bzw. Flexibilität des Gleitgerätes 1 vorgenommen
werden. Diese Einstellbarkeit zieht dabei als Parameter das Gewicht des jeweiligen
Benutzers heran. Hierfür ist am bzw. um das Stellrad 15 eine Skala 40, insbesondere
eine Gewichtsskala, ausgebildet. Mittels einem Anzeigeelement, beispielsweise einer
Einkerbung, einem Sichtfenster oder einem Zeiger, kann die jeweilige Einstellung an
der Voreinstellvorrichtung 10 überprüft bzw. abgelesen werden. Bei dem in Fig. 5 dargestellten
Ausführungsbeispiel kann das Gleitgerät 1 auf Gewichtswerte des Benutzers zwischen
55 kg bis 85 kg abgestimmt werden. Selbstverständlich können auch andere, insbesondere
enger oder weiter gesteckte Wertebereiche vorgesehen sein. Die beispielhaft vorgenommene
Gewichtseinstellung beträgt gemäß dem Anzeigewert 70 kg.
[0075] Das Gehäuse 14 mit den darin gelagerten, mechanischen Komponenten der Einstellvorrichtung
2 ist nach oben hin mit einem Deckelement 40' verschlossen, um das Eindringen von
Schnee oder Eis zu verhindern. Auf diesem und teilweise innerhalb dieses Deckelementes
40' sind die Handhaben 12, 13 gelagert. Bevorzugt sind auch die Skala 40 oder das
Anzeigeelement an diesem Deckelelement 40' ausgeführt.
[0076] Mit der Voreinstellvorrichtung 10 kann bei üblichen bzw. durchschnittlichen Bedingungen
für einen Grossteil von unterschiedlich schweren Benutzern des Gleitgerätes 1 ein
günstiges Einsatzverhalten, insbesondere ein idealer bzw. möglichst harmonischer Übergang
zwischen Gleit- und Abstoßphase eingestellt werden. Das vorgeschlagene brettartige
Gleitgerät 1, insbesondere ein entsprechender Langlaufschi 3, eignet sich daher auch
besonders für das Verleihwesen bzw. für das so genannte Rental-Business, da mit nur
einer Type eines Gleitgerätes eine Mehrzahl von unterschiedlichen Benutzern möglichst
optimal bedient werden kann. Außerdem wird es dem Benutzer durch die Einstellbarkeit
an der Voreinstellvorrichtung 10 erlaubt, eine Unter- bzw. Überschreitung des vom
Hersteller bzw. Verleiher des Gleitgerätes 1 im Regelfall als optimal vorgesehenen
Einstellungswertes vorzunehmen. Dieser so genannte "Offset" kann insbesondere in Abhängigkeit
der jeweiligen Umgebungs- bzw. Schneebedingungen, der sportlichen Leistungsfähigkeit
und sonstiger Parameter variiert bzw. individuell angepasst werden.
[0077] Wesentlich ist, dass mittels der zusätzlich vorgesehenen Zusatzeinstellvorrichtung
11 der via die Voreinstellvorrichtung 10 voreingestellte Wert sprunghaft verändert,
insbesondere abrupt und temporär vergrößert bzw. verkleinert werden kann. Dies ist
insbesondere dann von besonderem Vorteil, wenn die Einstellvorrichtung 2 an einem
Langlaufski 3 ausgeführt ist und der Benutzer beispielsweise für eine längere Abfahrtsstrecke
primär die Gleiteigenschaften des Langlaufskis 3 nutzen bzw. sicherstellen möchte.
Insbesondere kann er dabei durch Aktivierung der Zusatzeinstellvorrichtung 11 die
Vorspannung bzw. die Biegesteifigkeit im Langlaufski 3 erhöhen und damit ein allzu
starkes Durchbiegen und ein ungewolltes Bremsen der zentralen bzw. unterhalb des Bindungsmontagebereichs
liegenden Steighilfezone besser bzw. zuverlässiger unterbinden. Diese Umstellung auf
einen vergleichsweise harten bzw. biegesteifen Langlaufski 3 erfolgt durch eine einfache
und besonderes rasch erledigbare Betätigung der Zusatzeinstellvorrichtung 11, insbesondere
durch Umlegen bzw. Umschwenken der Handhabe 13 in die entsprechende Einstellposition
25, wie diese mit strichlierten Linien angedeutet wurde. Nachfolgend kann der Benutzer
des Langlaufskis 3 die Flexibilität des Gleitgerätes 1 wieder erhöhen, um beispielsweise
einen möglichst optimalen Wechsel zwischen Steigphase und Gleitphase zu erzielen,
wenn im Anschluss wieder die klassische Langlauftechnik ausgeführt wird. Hierfür ist
es lediglich erforderlich, die Handhabe 13 bzw. den Hebel quasi umzulegen und beispielsgemäß
in die Einstellposition 24 zu überführen, wie dies mit vollen Linien dargestellt wurde.
[0078] Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 ermöglicht also dem Benutzer, die Steifigkeit des
Gleitgerätes 1 in einfacher Art und Weise besonders kurzfristig und werkzeuglos zu
verändern, um so beispielsweise bei längeren Abfahrten ein optimales Gleitverhalten
auch dann zu erzielen, wenn die paarweise zu verwendenden Gleitgeräte 1 beispielsweise
bei Kurvenfahrten eher ungleichmäßig belastet werden. Die mit einem solchen Gleitgerät
1, insbesondere mit einem solchen Langlaufschi 3 erzielbare Performance kann dadurch
sowohl für relativ ungeübte Freizeitsportler als auch für geübte Benutzer gesteigert
werden.
[0079] In den Fig. 6 bis 9 ist eine weitere Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 gezeigt,
wobei für vorgehend bereits beschriebene Teile wiederum gleiche Bezugszeichen verwendet
werden und die vorhergehenden Beschreibungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen übertragen werden können.
[0080] Hierbei ist die Voreinstellvorrichtung 10 durch eine so genannte Wandermutteranordnung
41 gebildet. Diese Wandermutteranordnung 41 ist zur bevorzugt vertikalen oder seitlichen
Auslenkung bzw. Umlenkung des wenigstens einen Zugelementes 5 bzw. 6 vorgesehen. Die
Wandermutteranordnung 41 umfasst wie an sich bekannt eine Stellspindel 42 für eine
auf dieser Stellspindel 42 aufgeschraubte Wandermutter 43. Durch Verdrehen der Stellspindel
42 wird dabei eine Relativbewegung, insbesondere eine translatorische Bewegung der
Wandermutter 43 längs der Stellspindel 42 erzielt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
verläuft eine Achse 44 der Stellspindel 42 im wesentlichen senkrecht zur Oberseite
16 des Gleitgerätes 1. Je nach Drehrichtung dieser Stellspindel 42 erfolgt via deren
Gewindegänge entweder eine Anhebung oder eine Absenkung der Wandermutter 43 relativ
zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 bzw. relativ zur Längserstreckung der Achse 44
und somit eine vertikale Auslenkung bzw. Ablenkung des zumindest einen Zugelementes
5, 6. Durch diese steuerbare bogen- oder dreiecksförmige Ab- bzw. Umlenkung des Zugelementes
5 bzw. 6 in zumindest einem Punkt wird dessen Zugspannung bzw. Vorspannung erhöht,
wogegen bei einem möglichst geradlinigen Verlauf des Zugelementes 5 bzw. 6 im Bereich
der Wandermutter 43 die Zugspannung im Zugelement 5 bzw. 6 am geringsten ist.
[0081] Die Wandermutter 43 ist dabei als Trag- und Führungselement 45 für das wenigstens
eine Zugelement 5 bzw. 6 ausgeführt. Insbesondere kann das Zugelement 5 bzw. 6 bezugnehmend
auf die Längsrichtung des Zugelementes 5 bzw. 6 relativ zum Trag- und Führungselement
45 verstellt werden, wodurch eine möglichst symmetrische Vorspannung in den Zugelementen
5 bzw. 6 vor und hinter der Wandermutter 43 bewirkt wird. Vor allem können dadurch
stark asymmetrische Zugspannungsverhältnisse im vorderen bzw. hinteren Abschnitt der
Einstellvorrichtung 2 vermieden bzw. weitgehendst unterbunden werden.
[0082] Die Skala 40 zur Anzeige der über die Voreinstellvorrichtung 10 eingestellten bzw.
voreingestellten Zugspannungswerte, welche sodann auf die Biegesteifigkeit bzw. auf
die Flexibilität des Gleitgerätes 1 entsprechend Einfluss haben, ist hierbei durch
eine linear verstellbare Skala 40 gebildet, welche mit der drehbeweglichen Stellspindel
42 bewegungsgekoppelt ist. Dabei ist eine Getriebeübersetzung 46 zwischen der Stellspindel
42 und der linear verstellbaren Skala 40 zur Anzeige der jeweiligen Einstellungswerte
ausgebildet. Die Zahn- oder Reibräder dieser Getriebeübersetzung 46 und die linear
verschiebliche Skala 40 sind unterhalb des Deckelelementes 40, insbesondere zwischen
dem Deckelelement 40 und der obersten Deckschicht des Gleitgerätes 1 positioniert.
Dadurch wird ein möglichst einfacher Aufbau und eine unkomplizierte Montage der Einstellvorrichtung
2 erreicht. Außerdem wird dadurch die Produktion des Gleitbrettkörpers 1 vereinfacht.
[0083] Auch bei dieser Ausführungsform sind die Voreinstellvorrichtung 10 und die Zusatzeinstellvorrichtung
11 unabhängig voneinander beeinflussbar bzw. veränderbar. Dennoch ist nur eine einzige
bzw. eine funktional kombinierte Handhabe 12 zur selektiven Betätigung bzw. Veränderung
der Voreinstellvorrichtung 10 und der Zusatzeinstellvorrichtung 11 ausgebildet. Hierfür
ist die Handhabe 12 mit der Stellspindel 42 verbunden, wobei die Handhabe 12 gemeinsam
mit der Stellspindel 42 um deren Achse 44 verdreh- bzw. rotierbar ist und um eine
zweite, dazu quer verlaufende Achse 47 relativ zur Stellspindel 42 verschwenkbar bzw.
kippbar ist. Wenn dabei die Handhabe 12 um die erste Achse 44 gedreht bzw. rotiert
wird, liegt eine Beeinflussung der Voreinstellvorrichtung 10 vor. Demgegenüber wird
beim Umlegen bzw. Kippen dieser Handhabe 12 um die weitere, quer zur Drehachse der
Stellspindel 42 verlaufende Achse 47 eine Beeinflussung der Zusatzeinstellvorrichtung
11, insbesondere eine Aktivierung und Deaktivierung der Zusatzeinstellvorrichtung
11 bewerkstelligt.
[0084] Diese Zusatzeinstellvorrichtung 11 umfasst dabei eine Exzenterhebelanordnung 48,
über welche eine sprunghafte bzw. grobstufige Veränderung der Zugspannungswerte der
Einstellvorrichtung 2 vorgenommen werden kann. Mittels dieser Exzenterhebelanordnung
48 wird eine axiale Anhebung bzw. Absenkung der Stellspindel 42 erzielt. Das heißt,
dass bei Einnahme der ersten Einstellposition 24 die Stellspindel 42 in der in Fig.
8 dargestellten Ruhe- bzw. Ausgangslage vorliegt, während bei Einnahme der zweiten
Einstellposition 25 die Stellspindel 42 in axialer Richtung, das heißt in Richtung
der Achse 44, relativ zur Oberseite 16 nach oben angehoben wird und dadurch die Wandermutter
43 bzw. das Trag- und Führungselement 45 für das wenigstens eine Zugelement 5 bzw.
6 sprunghaft bzw. impulsartig angehoben werden kann, wodurch die Zugspannung in den
Zugelementen 5, 6 relativ abrupt ansteigt. Die Stellspindel 42 ist folglich in axialer
Richtung nicht fixiert, sondern verbleibt die Stellspindel 42 in einer Lageranordnung
49 für das untere Stirnende der Stellspindel 42 in axialer Richtung in gewissem Ausmaß
relativverstellbar. Die Lageranordnung 49 ist dabei bevorzugt als Gleit- bzw. Führungsbuchse
für die Stellspindel 42 ausgeführt. Das heißt, dass die Stellspindel 42 in axialer
Richtung nicht festgelegt ist und mittels der Exzenterhebelanordnung 48 in bestimmtem
Ausmaß, d.h. innerhalb vordefinierter Endanschläge angehoben und abgesenkt werden
kann. Diese Bewegung erfolgt dabei bevorzugt senkrecht zur Oberseite 16 des Gleitgerätes
1. Die Exzenterhebelanordnung 48 umfasst wie an sich bekannt, zumindest eine Nocke
27 bzw. ist das der Achse 47 zugewandte Ende der Handhabe 12 elliptisch bzw. nockenartig
ausgeführt, sodass in der in Fig. 8 dargestellten ersten Einstellposition 24 die Stellspindel
42 in den Gleitgeräteaufbau maximal abgesenkt ist, während die Stellspindel 42 bei
Einnahme der zweiten Einstellposition 25 aus dem Gleitgerät 1 quasi herausgezogen
wird und somit das wenigstens eine Zugelement 5 bzw. 6 zusätzlich aus- bzw. ablenkt.
Bei Einnahme der zweiten Einstellposition 25 bzw. beim Wechsel von der ersten Einstellposition
24 zur zweiten Einstellposition 25 verläuft die Achse 47 der Handhabe 12 bevorzugt
quer zur Längsrichtung des Gleitgerätes 1 und im wesentlichen parallel zur Oberseite
16 des Gleitgerätes 1.
[0085] In Fig. 10 ist eine weitere Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 veranschaulicht,
wobei für vorhergehend bereits beschriebene Teile gleiche Bezugszeichen verwendet
werden und die vorhergehenden Beschreibungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen übertragen werden können.
[0086] Hierbei sind zwei diametral zur Einstellvorrichtung 2 verlaufende Zugelemente 5,
6 ausgebildet, welche sich ausgehend von der Einstellvorrichtung 2 einerseits in den
vorderen Teilabschnitt 7 des Gleitgeräts 1 und andererseits in den hinteren Teilabschnitt
8 des Gleitgerätes 1 erstrecken. Beispielsweise im hinteren Teilabschnitt 8 bildet
dabei das Zugelement 5 eine Umlenkschleife 31 aus. Das heißt, dass das erste Zugelement
5 ausgehend von der Einstellvorrichtung 2 in den hinteren Teilabschnitt 8 und/oder
in den vorderen Teilabschnitt 7 geführt ist und dort ohne einer Unterbrechung eine
Umlenkschleife 31 ausbildet, über welche das Zugelement 5 ausgehend vom hinteren bzw.
vorderen Teilabschnitt 7, 8 wieder in Richtung zur Einstellvorrichtung 2 zurückgeführt
wird. Das heißt, dass das seilförmige Zugelement 5 bevorzugt durchlängig bzw. einteilig
ausgebildet ist und im dargestellten Ausführungsbeispiel zwei im wesentlichen parallel
wirkende Zugstränge ausbildet. Ein erster Zugstrang verläuft dabei ausgehend von der
Einstellvorrichtung 2 in Richtung zum hinteren Teilabschnitt 8 und/oder in Richtung
zum vorderen Teilabschnitt 7 und der durch die Umlenkschleife 31 gebildete, im wesentlichen
parallel zum ersten Zugstrang verlaufende zweite Zugstrang ist wieder retour zur Einstellvorrichtung
2 geführt.
[0087] Das bevorzugt seilförmige Zugelement 5 bildet demnach eine Zugschleife aus, deren
Umlenkschleife 31 in zumindest einem Endabschnitt des Gleitgerätes 1 ausgebildet ist.
Die Umlenkschleife 31 wird dabei mittels zweier im Querschnitt kreis- oder bogenförmiger
Umlenkelemente 33, 34 definiert, wobei diese mehrfach ausgebildeten Umlenkelemente
33, 34 auch zu einem einzigen Umlenkorgan kombiniert werden können. Auch innerhalb
dieser Umlenkschleife 31 ist das Zugelement 5 vorzugsweise gleitbeweglich bzw. relativverstellbar
umgelenkt. Die Umlenkelemente 33, 34 können somit auch durch drehbar gelagerte Führungsrollen
für das Zugelement 5 gebildet sein.
[0088] Der vordere Teilabschnitt 7 kann hinsichtlich der Führung bzw. Verankerung des nach
vorne verlaufenden Zugelementes 6 gleichartig zum hinteren Teilabschnitt 8 ausgeführt
sein. Entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel kann die Verankerung bzw.
Festlegung des Zugelementes 6 im vorderen Teilabschnitt 7 aber auch durch eine starre
Fixierung des zumindest einen Endes des Zugelementes 6 erfolgen. Insbesondere ist
wenigstens ein Verankerungselement 50, beispielsweise eine Halteplatte oder ein sonstiges
Lastverteilungsmittel im Inneren des Gleitgerätes 1 integriert bzw. eingebettet. An
diesem starr im Gleitbrettkörper integrierten Verankerungselement 50 sind die Enden
des zweisträngig geführten Zugelementes 6 befestigt bzw. ist eine Rückführungsschleife
des Zugelementes 6 an diesem Verankerungselement 50 bewegungsstarr festgemacht. Diese
Befestigung bzw. Verankerung kann dabei entweder starr oder unter Zwischenschaltung
eines elastischen nachgiebigen Federelementes, beispielsweise unter Verwendung eines
elastomeren Puffers oder einer Spiralfederanordnung erfolgen.
[0089] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 10 ist also einerseits eine ununterbrochene Rückführung
des ersten Zugelementes 5 zurück zur Einstellvorrichtung 2 umgesetzt. Andererseits
ist eine Anordnung gewählt, bei der das weitere Zugelement 6 zwar ebenso doppel- bzw.
zweisträngig geführt ist, jedoch die von der Einstellvorrichtung 2 abgewandten Enden
dieser beiden Zugstränge im vorderen Teilabschnitt 7 jeweils fix verankert sind. Entsprechend
dieser Ausführungsvariante verlaufen also beide Zugelemente 5, 6 jeweils zweisträngig,
wobei auch eine mehrsträngige Führung der Zugelemente 5, 6 möglich ist, um die je
Zugstrang aufzunehmende Kräfte entsprechend zu reduzieren. D.h., dass die Zugelemente
5, 6 auch in Art eines so genannten Flaschenzuges geführt sein können bzw. mehrfach
umgelenkt sein können.
[0090] Die Voreinstellvorrichtung 10 ist bei diesem Ausführungsbeispiel durch eine Trommelanordnung
51 zum feinstufigen bzw. stufenlosen Auf- und Abwickeln des zumindest einen Zugelementes
5, 6 gebildet. Insbesondere ist eine Wickeltrommel 52 ausgebildet, welche um eine
senkrecht zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 verlaufende Achse 53 drehbar gelagert
ist. An dieser bevorzugt als Doppelspule ausgeführten Wickeltrommel 52 sind die der
Wickeltrommel 52 zugewandten Enden des Zugelementes 5 bzw. 6 befestigt bzw. aufgelegt.
Wie aus Fig. 10 ersichtlich ist, können die Enden der diametral auseinander laufenden
Zugelemente 5, 6 an diametral gegenüberliegenden Abschnitten auf die Wickeltrommel
52 bzw. auf ihre jeweiligen Wickelspulenhälften aufgelegt sein. Die zumindest zwei
Wickespulenhälften sind dabei um die gemeinsame Achse 53 bevorzugt synchron verdrehbar.
Dadurch wird erreicht, dass beim Drehen der Wickeltrommel 52 in eine erste Drehrichtung
beide Zugelemente 5, 6 gespannt bzw. aufgewickelt werden, während bei Drehbewegung
in die entgegen gesetzte Richtung beide Zugelemente 5, 6 von der zumindest einen Wickeltrommel
52 abgewickelt werden, sodass die Zugspannung in den Zugelementen 5, 6 reduziert wird.
Für den Fall mehrfach ausgebildeter Wickeltrommeln 52 weisen diese grundsätzlich einheitliche
Durchmesser auf. Zur Erzielung eines Übersetzungsverhältnisses und zur Erzielung unterschiedlicher
Vorspannungen im vorderen bzw. hinteren Teilabschnitt 7, 8 können die Spulen- bzw.
Wickeltrommeldurchmesser aber auch unterschiedlich sein.
[0091] Die Trommelanordnung 51 mit der zumindest einen Wickeltrommel 52 kann dabei durch
eine beliebige, aus dem Stand der Technik bekannte Ratschenwickelvorrichtung 54 gebildet
sein, die eine feinstufige Veränderung der Zugspannung in dem wenigstens einen Zugelement
5, 6 ermöglicht. Von Vorteil ist dabei eine Trommelanordnung 51 bzw. eine Ratschenwickelvorrichtung
54, welche eine möglichst feinstufige Veränderung der Zugspannung ermöglicht, insbesondere
ein individuelles Erhöhen und ein kontrolliertes Nachlassen der Zugspannung in den
Zugelementen 5, 6 erlaubt. Derartige Trommelanordnungen 51 bzw. Ratschenwickelvorrichtungen
54 für band- oder seilförmige Zugelemente 5, 6 sind aus dem Stand der Technik in vielfältigen
Ausführungen bekannt.
[0092] Die entsprechende Trommelanordnung 51 bzw. Ratschenwickelvorrichtung 54 kann dabei
über ein an sich bekanntes Stellrad 15 betätigt werden. Je nach der vom Bediener gewählten
Drehrichtung am Stellrad 15 wird die Zugspannung dieser Voreinstellvorrichtung 10
entweder erhöht oder abgesenkt. Die Ratschenwickelvorrichtung 54 kann aber auch derart
ausgeführt sein, dass nur eine unidirektionale Verdrehung des Stellrades 15 ermöglicht
ist, wodurch eine Erhöhung der Zugspannung im wenigstens einen Zugelement 5, 6 erfolgt.
Durch axiale Verstellung des Stellrades 15 kann sodann die zuvor aufgebaute Zugspannung
abgebaut werden bzw. kann dadurch das zumindest eine Zugelement 5, 6 gegenüber der
Wickeltrommel 52 rasch gelockert bzw. freigegeben werden.
[0093] Das Stellrad 15 weist an sich bekannte Vertiefungen bzw. Noppen zur komfortablen
und gleichzeitig kraftvollen Bedienung der Voreinstellvorrichtung 10 auf. Zur Erhöhung
des über die Voreinstellvorrichtung 10 aufbringbaren Drehmoments bzw. zur Erhöhung
der Zug- bzw. Wickelkraft der Trommelanordnung 51, insbesondere der Ratschenwickelvorrichtung
54, kann am Stellrad 15 eine hebelartige Handhabe 12 ausgeführt sein. Diese hebelartige
Handhabe 12 ist am Stellrad 15 kipp- bzw. umlegbar gelagert. Insbesondere ist die
Handhabe 12 um eine quer zur Achse 53 des Stellrades verlaufende Schwenkachse 55 verschwenkbar.
Diese Schwenkachse 55 für die hebelartige Handhabe 12 ist dabei im äußeren Randabschnitt
des Stellrades 15 angeordnet, wie dies in Fig. 10 schematisch veranschaulicht wurde.
Insbesondere ist eine größtmögliche Distanz zwischen der Achse 53 und der dazu quer
verlaufenden Schwenkachse 55 gewählt. In dem in Fig. 10 in vollen Linien dargestellten
Inaktivzustand der Handhabe 12 erstreckt sich die Handhabe 12 quer über das Stellrad
15, wobei die Handhabe 12 bevorzugt durch den Zentrumspunkt des Stellrades 15 verläuft.
Eine Länge der Handhabe 12 entspricht in etwa dem Durchmesser des Stellrades 15.
[0094] Durch Hochschwenken und Umklappen dieser hebelartigen Handhabe 12 in die in strichlierten
Linien dargestellte Aktivposition kann dann die Hebelwirkung an der Wickeltrommel
52 bzw. an der Ratschenwickelvorrichtung 54 deutlich erhöht werden. Insbesondere wird
durch Umlegen der Handhabe 12 in die in strichlierten Linien dargestellte Aktivstellung
der Hebelarm zwischen der Achse 53 und dem davon abgewandten Ende der Handhabe 12
deutlich vergrößert. Das mittels der Trommelanordnung 51 bzw. der Ratschenwickelvorrichtung
54 bereitstellbare Drehmoment bzw. die auf das wenigstens eine Zugelement 5, 6 aufbringbare
Wickelkraft kann dadurch bei Bedarf deutlich erhöht werden. Trotzdem ist eine kompakte
Ausbildung der Bedien- bzw. Betätigungsorgane der Voreinstellvorrichtung 10 ermöglicht,
nachdem deren Handhabe 12 bedarfsweise zwischen einer kompakten Inaktivstellung und
einer vergleichsweise ausladenden Aktivstellung überführt werden kann. Für eine möglichst
rasche Bedienung der Voreinstellvorrichtung 10 wird das Stellrad 15 bevorzugt direkt
ergriffen und entsprechend verdreht. Sobald höhere Drehmomente erforderlich sind bzw.
um auch beim Tragen von Handschuhen eine möglichst ergonomische Bedienung zu erzielen,
kann dann die Handhabe 12 in die in strichlierten Linien veranschaulichte Aktivstellung
geschwenkt werden.
[0095] Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 bzw. ein so genannter "Overdrive" zur sprunghaften
Veränderung der Zugspannung in dem wenigstens einen Zugelement 5, 6 ist hierbei durch
ein Hebelspannelement 56 gebildet. Dieses Hebelspannelement 56 ist zur möglichst schnellen
Annäherung oder Distanzvergrößerung zwischen parallel zueinander verlaufenden Zugelementen
5, 6 bzw. Zugelementsträngen vorgesehen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst
das Hebelspannelement 56 einen Stellbalken 57, welcher um eine zentrale Achse 58 bedarfsweise
verschwenkbar gelagert ist. Diese Achse 58 verläuft bei der Ausführungsform gemäß
Fig. 10 im Wesentlichen senkrecht zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1. In den einander
gegenüberliegenden Endabschnitten dieses Stellbalkens 57 sind Aufnahmemittel 59, 60
für die entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel zweisträngig geführten
Zugelemente 5, 6 ausgebildet. Diese Aufnahmemittel 59, 60 für die Zugelemente 5, 6
können beispielsweise durch Einschnitte, Ösen oder durch finger- bzw. bolzenartige
Führungselemente in den distalen Endabschnitten des Stellbalkens 57 gebildet sein.
Diese Aufnahmemittel 59, 60 bewirken eine Zwangsführung bzw. Zwangskopplung zwischen
dem Stellbalken 57 und den Zugelementen 5, 6. Durch Verschwenken dieses Stellbalkens
57 wird eine Annäherung bzw. Distanzierung zwischen den parallel verlaufenden Zugsträngen
der Zugelemente 5 bzw. 6 erreicht, um damit entweder eine Erhöhung der Spann- bzw.
Zugkraft bzw. eine Absenkung des Spann- bzw. Zugkraft in den Zugsträngen der Zugelemente
5 bzw. 6 zu erzielen. Die Verschwenkung des Stellbalkens 57 erfolgt mittels der Handhabe
13, welche bevorzugt eine Hebelverlängerung zum Stellbalken 57 darstellt. Ein derartiges
Hebelspannelement 56 umfassend den Stellbalken 57 und die Handhabe 13 ermöglicht eine
besonders rasche bzw. sprunghafte Veränderung der mittels dem wenigstens einen Zugelement
5, 6 in das Gleitgerät 1 eingeleiteten Zugspannungswerte.
[0096] Die als Hebel ausgeführte Handhabe 13 stellt bevorzugt eine Verlängerung des Stellbalkens
57 dar, um eine kraftvolle Verschwenkung des Stellbalkens 57 und somit eine ausreichend
intensive Annäherung bzw. Distanzierung der unter Zugspannung stehenden Zugstränge
des wenigstens einen Zugelementes 5, 6 erwirken zu können.
[0097] In der in Fig. 10 dargestellten ersten Einstellposition 24 nimmt das Hebelspannelement
56 eine Inaktivstellung ein, in welcher kein oder nur ein marginaler Einfluss auf
die beiden Zugstränge des wenigstens einen Zugelementes 5, 6 besteht. Bei Verschwenkung
der Handhabe 13 in die zweite Einstellposition 25 werden die beiden im wesentlichen
parallel verlaufenden Zugstränge des Zugelementes 5 bzw. 6 einander angenähert, wodurch
die Zugspannung im Zugelement 5 bzw. 6 deutlich ansteigt. Zumindest in der aktiven
Einstellposition 25 ist eine Arretierung bzw. Festlegung der Handhabe 13 ermöglicht.
Zwischen der ersten Einstellposition 24 und der zweiten Einstellposition 25 können
auch eine Mehrzahl von Zwischenpositionen vorgesehen sein, mit welchen die Wirkung
des Hebelspannelementes 56 bzw. der Zusatzeinstellvorrichtung 11 in gewissem Ausmaß
abgestuft bzw. variabel gestaltet werden kann. Auch diese Grob- bzw. Zusatzeinstellvorrichtung
11 bewirkt, dass die mittels der Voreinstellvorrichtung 10 voreingestellte Zugspannung
abrupt bzw. schlagartig erhöht bzw. abgesenkt werden kann, indem die Zusatzeinstellvorrichtung
11 betätigt bzw. aktiviert oder deaktiviert wird. Diese Zusatzeinstellvorrichtung
11 kann somit auch als so genanntes "Overdrive-Element" bezeichnet werden.
[0098] Das Hebelspannelement 56 kann weiters zumindest ein Stütz- bzw. Führungselement 61,
62 umfassen, durch welches eine dreiecks- bzw. bogenförmige Auslenkung des wenigstens
einen Zugelementes 5, 6 im Gegensatz zu einer geradlinigen Erstreckung sichergestellt
wird. Diese Stütz- bzw. Führungselemente können durch rohrförmige Hülsen, durch stegartige
Wände oder durch sonstige Elemente zur gleitbeweglichen Abstützung der Zugelemente
5, 6 gebildet sein. Zwischen zwei solchen Stütz- bzw. Führungselementen 61, 62 kann
das wenigstens eine Zugelement 5, 6 seitlich abgelenkt werden und somit dessen Zugspannung
in entsprechendem Ausmaß verändert werden.
[0099] In Fig. 11 ist eine weitere Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 veranschaulicht,
wobei für vorhergehend bereits beschriebene Teile gleiche Bezugszeichen verwendet
werden und die vorhergehenden Beschreibungsteile sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen übertragbar sind.
[0100] Hierbei ist die Voreinstellvorrichtung 10 durch eine weitere Ausführungsform einer
Ratschenwickelvorrichtung 54 gebildet, wobei bei dieser Variante eine Drehachse 63
der Wickeltrommel 52 zumindest annähernd parallel zur Oberseite 16 des Gleitgerätes
1 und im wesentlichen quer zu Längsmittelachse des Gleitgerätes 1 verläuft. Insbesondere
ist hierbei eine quasi liegende Wickeltrommel 52 vorgesehen, auf welcher zumindest
ein bevorzugt bandförmiges oder seilförmiges Zugelement 5, 6 auf- und abgewickelt
werden kann. Bevorzugt wird ein in den vorderen Teilabschnitt 7 führendes Zugelement
6 und ein in den hinteren Teilabschnitt 8 führendes Zugelement 5 auf einer gemeinsamen
Wickeltrommel 52 doppellagig auf- bzw. abgewickelt, wie dies aus Fig. 11 ersichtlich
ist. Alternativ ist es selbstverständlich auch möglich, nur ein Zugelement 6 vorzusehen,
welches entweder in den vorderen oder hinteren Teilabschnitt 7, 8 des brettartigen
Gleitgerätes 1 geführt ist.
[0101] Diese Ratschenwickelvorrichtung 54 umfasst - wie an sich bekannt - eine Rückdrehsperre
64, beispielsweise bestehend aus einer verzahnten Scheibe in Kombination mit einer
federbelasteten Sperrklinke, um ein unbeabsichtigtes Rückdrehen der Wickeltrommel
52 zu verhindern bzw. ein Beibehalten der eingestellten Zugspannung zu erzielen. Die
Handhabe 12 der Ratschenwickelvorrichtung 54 ist durch einen Hebel gebildet, der um
die Drehachse 63 der Wickeltrommel 52 drehbar gelagert ist und in Verbindung mit einer
gezahnten Scheibe bzw. der Rückdrehsperre 64 ein kontrolliertes Mitdrehen der Wickeltrommel
52 und somit ein bedarfsgerechtes Erhöhen der Zugspannung in wenigstens einem Zugelement
5, 6 ermöglicht.
[0102] Das Ratschenmittel zur unidirektionalen Drehbewegungskopplung zwischen der Handhabe
12 und der Wickeltrommel 52 umfasst in an sich bekannter Weise eine federbelastete
Sperrklinke 65, welche mit der gezahnten Scheibe in und außer Eingriff versetzt werden
kann. Entsprechend dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 11 wird zur Erhöhung der Zugspannung
die hebelartige Handhabe 12 im Uhrzeigersinn gedreht, wobei die Wickeltrommel 52 in
Drehbewegung versetzt wird ein ungewolltes Rückdrehen durch die Rückdrehsperre 64
verhindert wird. Via das Ratschenmittel kann die Handhabe 12 wieder in die dargestellte
Ausgangslage überführt werden, ohne dass dabei die Zugspannung im wenigstens einen
Zugelement 5 bzw. 6 abgesenkt wird. Zum kontrollierten Nachlassen wird die Rückdrehsperre
64, insbesondere deren Sperrklinke in eine inaktive Stellung überführt und die Zugspannung
durch Drehen der Handhabe 12 und der Wickeltrommel 52 entgegen dem Uhrzeigersinn abgesenkt.
Eine derartige Ratschenwickelvorrichtung 54 ist aus dem Stand der Technik in vielfältigsten
Formen bekannt und ist z.B. die Anordnung der Sperrklinke 65 an der hebelartigen Handhabe
12 eine übliche Maßnahme, um mittels der Handhabe 12 eine ratschenartige Bewegung
ausführen zu können.
[0103] Entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel kann zumindest der untere Teilabschnitt
der Ratschenwickelvorrichtung 54 in einer Vertiefung 66 in der Oberseite 16 des Gleitgerätes
1 angeordnet sein. Dadurch wird eine möglichst kompakte Bauweise der Einstellvorrichtung
2 erzielt.
[0104] Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 ist hierbei wiederum durch eine Exzenterhebelanordnung
48 gebildet, welche wenigstens eine Stellnockenanordnung 23 umfasst. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel sind drei Einstellpositionen 24, 25, 25' vorgesehen, wobei in
einer ersten Einstellposition 24 die Zusatzeinstellvorrichtung 11 inaktiv oder nahezu
inaktiv ist, während bei Einnahme einer zweiten bzw. dritten Einstellposition 25,
25' das Zugelement 6 seitlich, insbesondere vertikal abgelenkt wird und damit die
Zugspannung desselben schlagartig, d.h. spontan erhöht wird. Die Exzenterhebelanordnung
48 ist dabei um eine quer zur Längsmittelachse des Gleitgerätes 1 und im Wesentlichen
parallel zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 verlaufende Achse 67 verschwenkbar. Die
einzelnen Einstellpositionen 24, insbesondere die aktiven Einstellpositionen 25, 25'
werden durch Verschwenken der Stellnockenanordnung 23 in entsprechende Übertotpunktstellungen
beibehalten, sodass gesonderte Arretiermechanismen zur Beibehaltung der jeweils gewünschten
Einstellposition 25, 25' erübrigt sind und ein besonders rasches Überwechseln in eine
andere Einstellposition 24 oder 25 bzw. 25' ermöglicht ist.
[0105] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel wird das Zugelement 6 durch die Exzenterhebelanordnung
48 in eine Vertiefung 68 in der Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 ausgelenkt. Zumindest
ein Teilbereich der Exzenterhebelanordnung 48 ist innerhalb dieser Vertiefung 68 angeordnet.
Die verschiedenen Stellnocken bzw. Stellflächen der Exzenterhebelanordnung 48 drängen
dabei das Zugelement 6 mehr oder weniger weit in die Vertiefung 68 in der Oberseite
16 des Gleitgerätes 1. Die Relativverstellung der hebelartigen Handhabe 13 entlang
der Längsachse des Gleitgerätes 1 ermöglicht dabei eine kraftvolle, ergonomische und
rasche Betätigung der Zusatzeinstellvorrichtung 11. Insbesondere kann innerhalb weniger
Sekunden, bevorzugt innerhalb von weniger als 5 Sekunden, die Zusatzeinstellvorrichtung
11 zwischen einer ersten Einstellposition 24, insbesondere zwischen der Inaktivstellung,
und zumindest einer zweiten Einstellposition 25 bzw. 25', d.h. einer Aktivstellung,
wechselweise überführt werden.
[0106] In Fig. 12 ist eine weitere Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 zur Beeinflussung
der Flexibilität bzw. Steifigkeit eines brettartigen Gleitgerätes 1 veranschaulicht,
wobei für vorhergehend bereits beschriebene Teile gleiche Bezugszeichen verwendet
werden und die vorhergehenden Beschreibungsteile sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen übertragbar sind.
[0107] Die Voreinstellvorrichtung 10 ist hierbei durch eine Ratschenschnalle 69 gebildet,
mit welcher eine feinstufige bzw. nahezu kontinuierliche Veränderung und Voreinstellung
der gewünschten Zugspannung in wenigstens einem Zugelement 5 erzielbar ist. Die Ratschenschnalle
69 umfasst - wie an sich bekannt - einen Ratschenhebel 70, welcher die Handhabe 12
darstellt. Dieser Ratschenhebel 70 ist an einem Ende mit einer im wesentlichen bogenförmig
verlaufenden Verzahnung 71 versehen und um eine quer zur Längsrichtung und im Wesentlichen
parallel zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 verlaufende Achse 72 verschwenkbar. Die
Verzahnung 71 des Ratschenhebels 70 steht mit einem Zahnband 73 in kämmender Verbindung.
Durch pumpenartiges Verschwenken der Handhabe 12 bzw. durch eine abwechselnde Vor-
und Rückbewegung am Ratschenhebel 70 wird das Zahnband 73 linear verstellt, insbesondere
relativ zum Tragkörper 74 der Ratschenschnalle 69 und somit auch relativ zum Gleitgerät
1 bewegt. Eine federbelastete Sperrklinke 75 unterbindet ein unbeabsichtigtes Rückgleiten
des somit einstellbar vorgespannten Zahnbandes 73 bzw. ein ungewolltes Nachlassen
der Zugspannung im Zahnband 73, welches mit dem Zugelement 5 verbunden ist. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel wird durch Drehen des Ratschenhebels 70 entgegen dem Uhrzeigersinn
die Zugspannung im Zugelement 5 erhöht. Durch pumpenartiges Vor- und Zurückschwenken
des Ratschenhebels 70 kann dabei die Zugspannung im Zugelement 5 individuell gesteigert
bzw. verändert werden.
[0108] Die Ratschenschnalle 69 umfasst zumindest einem Lösehebel 76 bei dessen Betätigung
- beispielsgemäß bei einer Betätigung im Uhrzeigersinn - die Sperrklinke 75 deaktiviert
wird und eine ruckartige Reduzierung der Zugspannung im Zugelement 5 eintritt. Gegebenenfalls
kann die Ratschenschnalle 69 auch einen Rückstellhebel 77 umfassen, wie dies mit strichlierten
Linien schematisch angedeutet wurde. Mit einem derartigen Rückstellhebel 77 ist sodann
ein dosiertes Nachlassen der Zugspannung im Zugelement 5, insbesondere eine kontrollierbare,
stufenweise Rückstellung um einen Zahn oder um mehrere Zähne am Zahnband 73 ermöglicht.
[0109] Die Ratschenschnalle 69 kann gemäß allen aus dem Stand der Technik bekannten Ausführungsformen
umgesetzt sein. Insbesondere können beliebige, aus dem Stand der Technik bekannte
Pump- bzw. Ratschenschnallen 69 eingesetzt werden, um zumindest ein dosiertes Erhöhen
der Zugspannung im Zugelement 5 in Kombination mit wenigstens einem Zahnband 73 zu
erreichen. Entsprechend einer Weiterbildung dieser Ratschenschnalle 69 kann auch ein
dosiertes bzw. kontrollierbares Nachlassen dieser Zugspannung via die Ratschenschnalle
69 vorgenommen werden. Derartige Ausführungen sind aus dem Stand der Technik in zahlreichen
Ausführungsformen bekannt und braucht somit nicht näher auf die entsprechenden Ausgestaltungen
eingegangen werden.
[0110] Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 ist hierbei wiederum durch eine Exzenterhebelanordnung
48 gebildet, welche die Einnahme zumindest zweier unterschiedlicher Einstellpositionen
24, 25 bzw. 25' ermöglicht. Deren Stellnockenanordnung 23 besitzt zumindest eine Stellnocke
mit zumindest zwei gegenüber ihrer Schwenkachse 67 unterschiedlich beabstandeten Stellnocken.
[0111] Zur abrupten Veränderung der Zugspannung an wenigstens einem Zugelement 5, 6 - beispielsgemäß
am Zugelement 5 - wird die Handhabe 13 der Exzenterhebelanordnung 48 entweder in Längsrichtung
des Gleitgerätes 1 nach vorne oder nach hinten verschwenkt. Je nach Schwenklage der
Handhabe 13 ist dann entweder die erste, inaktive Einstellposition 24 oder zumindest
eine weitere, aktive Einstellposition 25 bzw. 25' aktiviert. Bei dieser Ausführungsform
wird das Zugelement 5 bei Einnahme einer aktiven Einstellposition 25 oder 25' in Vertikalrichtung
zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 nach oben ausgelenkt, insbesondere von der Oberseite
16 des Gleitgerätes 1 weiter distanziert und damit die Zugspannung im Zugelement 5
sprungartig erhöht. Mittels zumindest einem fest mit dem Gleitgerät 1 verbundenen
Umlenk- bzw. Führungselement 33; 37 für das Zugelement 5 bzw. das Zahnband 73 kann
eine relativ markante Aus- bzw. Ablenkung der unter Zugspannung stehenden Elemente
erzielt werden, sodass die Wirkung der Zusatzeinstellvorrichtung 11 bei Einnahme ihrer
Aktivstellung ausreichend intensiv ist.
[0112] Eine Beibehaltung der vom Benutzer jeweils gewählten Einstellungen, insbesondere
der Aktivstellungen 25 bzw. 25', erfolgt bevorzugt wiederum durch Verschwenken der
Stellnockenanordnung 23 in entsprechende Übertotpunktstellungen, sodass zusätzliche
Arretiervorrichtungen erübrigt sind. Gegebenenfalls ist es auch möglich, der Handhabe
13 bzw. der Stellnockenanordnung 23 manuell zu aktivierende und zu deaktivierende
Arretiervorrichtungen zuzuordnen, um eine unter allen Betriebsbedingungen gesicherte
Beibehaltung der jeweils gewünschten Einstellposition 24, 25 bzw. 25' zu gewährleisten.
[0113] Die Stellnockenanordnung 23 und deren Achse 67 sind hierbei zumindest partiell in
einer Vertiefung 68 in der Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 angeordnet, sodass ein
möglichst kompakter Aufbau der Zusatzeinstellvorrichtung 11 erzielt ist.
[0114] In den Fig. 13 bis 15 ist eine weitere Ausführungsform der aus einer Voreinstellvorrichtung
10 und einer Zusatzeinstellvorrichtung 11 bestehenden Einstellvorrichtung 2 zur Veränderung
der statischen und dynamischen Biegeeigenschaften eines brettartigen Gleitgerätes
1 schematisch veranschaulicht. Für vorhergehend bereits beschriebene Teile werden
dabei gleiche Bezugszeichen verwendet und sind die vorhergehenden Beschreibungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen übertragbar.
[0115] Entsprechend der schematischen Darstellung in Fig. 13 ist ein bandförmiges Zugelement
5 vorgesehen, welches überwiegend im Untergurt des Gleitgerätes 1 angeordnet ist,
insbesondere unterhalb der neutralen Faser desselben verläuft. Das Zugelement 5 erstreckt
sich dabei ausgehend vom Spitzen- bzw. Schaufelabschnitt des Gleitgerätes 1 in Richtung
zum hinteren Endabschnitt 8 des Gleitgerätes 1. Im mittleren Abschnitt des Gleitgerätes
1 bzw. in dessen Montagebereich für die Bindungseinrichtung 9 ist das Zugelement 5
ununterbrochen, d.h. durchlaufend ausgeführt. Im Schaufelbereich bzw. im vorderen
Teilabschnitt 7 des Gleitgerätes 1 ist das bandförmige Zugelement 5 fixiert. Im hinteren
Teilabschnitt 8 ist das bandförmige Zugelement 5 mit der Einstellvorrichtung 2 bewegungsgekoppelt.
Im Abschnitt zwischen dem vorderen Teilabschnitt 7 und dem hinteren Teilabschnitt
8 verläuft das bandförmige Zugelement 5 gleitbeweglich. Insbesondere verläuft das
Zugelement 5 zwischen dem vorderen und hinteren Teilabschnitt 7, 8 innerhalb des Aufbaus
des Gleitgerätes 1 und ist dabei das Zugelement 5 in diesem Zwischenabschnitt frei
gleitend geführt.
[0116] Die Einstellvorrichtung 2 umfassend die Zusatzeinstellvorrichtung 11 und die Voreinstellvorrichtung
10 ist entsprechend diesem Ausführungsbeispiel im hinteren Teilabschnitt 8 des Gleitgerätes
1 positioniert. Durch bedarfsweise Aktivierung der Voreinstellvorrichtung 10 bzw.
der Zusatzeinstellvorrichtung 11 wird die mechanische Vorspannung im Untergurt des
Gleitgerätes 1 innerhalb gewisser Grenzen bedarfsgerecht verändert und damit die Steifigkeit
und das Nutzungsverhalten des Gleitgerätes 1 entsprechend beeinflusst.
[0117] Selbstverständlich ist es auch möglich, die Einstellvorrichtung 10 im vorderen Teilabschnitt
7 zu positionieren bzw. unmittelbar vor der Bindungseinrichtung 9 anzuordnen.
[0118] Bei der Ausgestaltung gemäß den Fig. 14, 15 ist die Zusatzeinstellvorrichtung 11
wiederum durch ein Hebelspannelement 56 gebildet, welches eine hebelartige Handhabe
13 zur Bedienung bzw. Betätigung der Zusatzeinstellvorrichtung 11 umfasst. Dieses
Hebelspannelement 56 ist um eine im Wesentlichen parallel zur Oberseite 16 und quer
zur Längserstreckung des Gleitgerätes 1 verlaufende Achse 78 verschwenkbar, insbesondere
kippbar gelagert. Dieses Hebelspannelement 56 ist somit als Kipphebel 79 ausgeführt,
welcher um die Achse 78 schwenkbar gelagert ist. Zur Beibehaltung der Aktivstellung
des Hebelspannelementes 56 wird der Kipphebel 79 umgelegt, d.h. in eine Übertotpunktstellung
verschwenkt, wie dies aus Fig. 15 beispielhaft entnehmbar ist. Der Kipphebel 79 ist
vorzugsweise gabelförmig ausgeführt, wobei die Handhabe 13 durch den so genannten
Stiel des gabelförmigen Kipphebels 79 gebildet ist. Die beiden Gabelzinken des Kipphebels
79 nehmen bevorzugt dazwischen das bandförmige Zugelement 5 auf. Das Zugelement 5
wird an variablen Längspositionen der Gabelzinken fest mit dem Kipphebel 79 verbunden.
Durch Umlegen des Kipphebels 79 in die in Fig. 14 und 15 dargestellte Aktivposition
25 wird die Zugspannung im Zugelement 5 zumindest für eine bestimmte bzw. vom Benutzer
gewünschte Zeitdauer markant, insbesondere schlagartig, erhöht.
[0119] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 14 ist die Voreinstellvorrichtung 10 zur feinstufigen
Veränderung der Zugspannung im Zugelement 5 durch eine Stellspindel 79' gebildet.
Diese Stellspindel 79' wird durch Drehung der Handhabe 13 um deren Längsachse längs
zur Handhabe 13 bzw. längs zum Kipphebel 79 verstellt. Das von der Handhabe 13 abgewandte
Ende der Stellspindel 79' ist mit dem Zugelement 5 verbunden. Dadurch werden unterschiedliche
Voreinstellungen für die Zugspannung des Zugelementes 5 erzielt. Insbesondere wird
die Stellspindel 79' mehr oder weniger weit in die Handhabe 13 hineingeschraubt, wenn
die Handhabe 13 um deren Längsachse verdreht wird. Gleichzeitig ist die Handhabe 13
ein Bestandteil des Kipphebels 79, über welchen die Zusatzeinstellvorrichtung 11 kurzfristig
in unterschiedliche Betriebspositionen, insbesondere in zumindest eine aktive Einstellposition
25 überführt werden kann, wie dies in den Fig. 14, 15 beispielhaft dargestellt wurde.
Für eine Einnahme der inaktiven Einstellposition 24 wird dieser Kipphebel 79 über
seine Totpunktstellung hinweg geschwenkt, beispielsweise um in etwa 180° verschwenkt,
wodurch die Zugspannung im Zugelement 5 schlagartig abnimmt bzw. das Zugelement 5
ohne Zugspannung vorliegt und völlig entspannt wird.
[0120] Wie am besten aus Fig. 15 ersichtlich ist, wird das Zugelement 5 in einem Führungskanal
80 im Inneren des Gleitbrettkörpers geführt. Der Führungskanal 80 ist bevorzugt zumindest
zum Großteil unterhalb der neutralen Zone des Gleitgerätes 1 ausgebildet. Dadurch
hat das Zugelement 5 eine möglichst starke Auswirkung auf die Spannungsverhältnisse
im Untergurt des Gleitgerätes 1. Eine Aus- bzw. Eintrittsöffnung 81 für das Zugelement
5 ist bevorzugt im Nahbereich um die Einstellvorrichtung 2 ausgebildet. Diese Aus-
bzw. Eintrittsöffnung 81 für das Zugelement 5 weist bevorzugt gerundete Übergangsbereiche
auf, um eine möglichst abnutzungsfreie Überführung des Zugelementes 5 ausgehend vom
Führungskanal 80 in Richtung zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1 zu erzielen.
[0121] Entsprechend der Ausgestaltung nach Fig. 15 umfasst die Voreinstellvorrichtung 10
eine Mehrzahl von individuell auswählbaren Koppelstellen 82 bis 84, welche in Längsrichtung
des Kipphebels 79 zueinander distanziert sind. Durch individuelle Auswahl einer Koppelstelle
82, 83 oder 84 kann die Zugspannung im Zugelement 5 bedarfsweise voreingestellt werden.
Bevorzugt ist das Zugelement 5 via diese Koppelstellen 82 bis 84 werkzeuglos am Kipphebel
79 befestigbar, insbesondere darauf einrastbar und somit hinsichtlich der Zugspannung
kurzfristig beeinflussbar. Die Koppelstellen 82 bis 84 können dabei in Art einer Zahnleiste
ausgeführt sein, welche das problemlose Einhängen des zugeordneten Endes des Zugelementes
5 erlaubt. Insbesondere kann diese Voreinstellvorrichtung 10 in Art einer Zahnleiste
ausgebildet sein und der Kipphebel 79 in Art einer Spannschnalle ausgeführt sein,
wie dies von Spannvorrichtungen für Schuhe, insbesondere bei Schischuhschnallen, bekannt
ist.
[0122] In Fig. 16 ist eine weitere Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 gezeigt, wobei
für vorhergehend bereits beschriebene Teile gleiche Bezugszeichen verwendet werden
und die vorhergehenden Beschreibungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen
übertragbar sind.
[0123] Die Voreinstellvorrichtung 10 umfasst hierbei wiederum eine Ratschenwickelvorrichtung
54 für das erste Ende des Zugelementes 5. Diese Ratschenwickelvorrichtung 54 weist
als Betätigungsorgan ein Stellrad 15 auf. Die Achse 17 des Stellrades 15 verläuft
senkrecht zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1. Je nach Drehwinkelstellung bzw. je
nach Anzahl der durchgeführten Umdrehungen des Stellrades 15 werden unterschiedliche
Zugspannungswerte eingestellt. Die jeweiligen Zugspannungs- bzw. Vorspannungswerte
der Voreinstellvorrichtung 10 werden durch Anzeige geeigneter Werte an der Skala 40
bzw. an einem entsprechenden Kontrollfenster visualisiert. Bevorzugt sind die angezeigten
Werte für die jeweilige Vorspannung bzw. Steifigkeit des Gleitgerätes 1 durch Gewichtswerte
repräsentiert, welche die üblicherweise optimalen bzw. die vom Produzenten als am
zweckmäßigsten erachteten Verhältnisse zwischen Benutzergewicht und der jeweiligen
Steifigkeit des Gleitgerätes 1 wiedergeben.
[0124] Mittels einem zum Beispiel konzentrisch zum Stellrad 15 angeordnetem Löseknopf 85
kann der voreingestellte Wert der Voreinstellvorrichtung 10 rückgestellt, d.h. zurückgesetzt
bzw. auf Null gestellt werden. Das heißt, dass durch Betätigung des Löseknopfes 85
die Vorspannung im Zugelement 5 entweder stark reduziert oder völlig aufgehoben wird,
indem die Ratschenwickelvorrichtung 54, insbesondere deren Wickeltrommel 52 auf freie
Drehbeweglichkeit umgeschaltet wird.
[0125] Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 ist bei diesem Ausführungsbeispiel koaxial zur Achse
17 der Voreinstellvorrichtung 10 gelagert. Insbesondere deckt sich die Drehachse der
Voreinstellvorrichtung 10 mit der Drehachse der Zusatzeinstellvorrichtung 11.
[0126] Das zweite freie Ende des im Gleitgerät 1 schleifenförmig geführten Zugelementes
5 ist mit der Zusatzeinstellvorrichtung 11 verbunden. Die Handhabe 13 der Zusatzeinstellvorrichtung
11 ist als Drehscheibe 86 ausgeführt. Mittels dieser Drehscheibe 86 wird entweder
eine separate oder die vorhergehend beschriebene Wickeltrommel 52, eine Stellnockenanordnung,
eine Exzenterhebelanordnung oder ein Hebelspannelement betätigt, um eine impulsartige
Anhebung und Absenkung der Zugspannungswerte der Einstellvorrichtung 2 zu erzielen,
wie dies im vorhergehenden beschrieben wurde. Ein Durchmesser bzw. ein effektiver
Kraftarm der Drehscheibe 86 der Zusatzeinstellvorrichtung 11 ist dabei bevorzugt größer
als ein Durchmesser bzw. ein effektiver Kraftarm des Stellrades 15 der Voreinstellvorrichtung
10. Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 ist dabei unabhängig von den voreingestellten
Werten an der Voreinstellvorrichtung 10 bei Bedarf spontan aktivier- und deaktivierbar.
[0127] In Fig. 17 ist eine weitere Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 veranschaulicht,
wobei für vorhergehend bereits beschriebene Teile gleiche Bezugszeichen verwendet
werden und die vorhergehenden Beschreibungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen übertragbar sind.
[0128] Die Voreinstellvorrichtung 10 umfasst hierbei eine weitere Ausführungsform einer
Ratschenwickelvorrichtung 54. Diese Ratschenwickelvorrichtung 54 ist in Art einer
Umschaltknarre 87 ausgeführt. Am Abtrieb dieser Umschaltknarre 87, insbesondere an
deren Wickelelement bzw. Wickeltrommel 52 ist ein Endabschnitt des Zugelementes 5
aufgelegt bzw. festgemacht. Durch Betätigen der Umschaltknarre 87, insbesondere via
deren Handhabe 12, wird das Zugelement 5 entweder auf die Wickeltrommel 52 auf- oder
abgewickelt, um damit die Zugspannung im Zugelement 5 bedarfsgemäß zu verändern. Mittels
einem Umschaltelement 88 kann die Freilauf- bzw. Zugrichtung der Umschaltknarre 87
verändert werden und somit die Vorspannung im Zugelement 5 entweder erhöht oder bei
Bedarf abgesenkt werden. Diese Voreinstellvorrichtung 10 ermöglicht die Einstellung
einer bestimmten Vorspannung im Zugelement 5, um damit ein den jeweiligen Bedingungen
und/oder dem jeweiligen Gewicht des Benutzers möglichst gut angepasstes Gleitgerät
1 zu erzielen.
[0129] Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 umfasst hierbei wiederum ein rasch betätigbares
Hebelspannelement 56, an welchem das zweite, freie Ende des Zugelementes 5 befestigt
ist. In der in Fig. 17 in vollen Linien dargestellten, inaktiven Einstellposition
24 hat die Zusatzeinstellvorrichtung 11 keine zugkrafterhöhende Wirkung auf das Zugelement
5. Dem gegenüber wird das Zugelement 5 bei Verschwenkung des Hebelspannelementes 56
in die in strichlierten Linien dargestellte, aktive Einstellposition 25 zusätzlich
um ein bestimmtes Ausmaß stärker vorgespannt bzw. die Zugwirkung im Zugelement 5 um
einen vorbestimmten Wert erhöht.
[0130] In dieser zweiten, aktiven Einstellposition 25 kann das Hebelspannelement 56 durch
Ausnutzung einer so genannten Übertotpunkt-Arretierung automatisch gehaltert werden,
wie dies mit strichlierten Linien angedeutet wurde. Gegebenenfalls können auch zusätzliche,
manuell zu aktivierende und zu deaktivierende Arretiermechanismen vorgesehen sein.
Das Hebelspannelement 56 ist um eine vertikal zur Oberseite 16 verlaufende Achse 78
verschwenkbar. Endanschläge 89, 90 definieren bzw. begrenzen die erste, inaktive Einstellposition
24 bzw. die zweite, aktive Einstellposition 25 des Hebelspannelementes 56. Mittels
einer Skala 40 wird dem Benutzer der Einstellvorrichtung 2 die jeweilige Betriebsart
bzw. der jeweilige Spannungszustand an der Zusatzeinstellvorrichtung 11 veranschaulicht.
[0131] In den Fig. 18, 19 ist eine weitere Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 veranschaulicht,
wobei für vorhergehend bereits beschriebene Teile gleiche Bezugszeichen verwendet
werden und die vorhergehenden Beschreibungsteile sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen übertragen werden können.
[0132] Hierbei umfasst die Voreinstellvorrichtung 10 wiederum eine Spindelanordnung 18,
welche mittels einem Ratschenantrieb 91 in selektiver Weise bidirektional in Drehbewegung
versetzt werden kann. Insbesondere ist der Ratschenantrieb 91 mit der Spindelanordnung
18, welche gegenläufige Spindeltriebe aufweist, bewegungsgekoppelt. Das heißt, dass
über den Ratschenantrieb 91 entweder eine Annäherung oder eine Distanzierung der beispielsweise
als Gewindestifte 92, 93 ausgeführten Enden des Zugelementes 5 bewirkt wird. Zumindest
ein Axiallager 94, 95 für die Spindelanordnung 18 ermöglicht eine Drehbewegung von
zwei mit dem Ratschenantrieb 91 bewegungsgekoppelten Gewindebuchsen 96, 97, welche
mit den Gewindestiften 92, 93 über Links- bzw. Rechtsgewinde gekoppelt sind. In axialer
Richtung ist die Spindelanordnung 18 via das Axiallager 94, 95 unverschieblich festgelegt.
Der Ratschenantrieb 91 ist bevorzugt im Inneren des Gleitgerätes 1, insbesondere in
einem Gehäuse 14 der Einstellvorrichtung 2 integriert und wird von außen über die
Handhabe 12 betätigt. Diese Handhabe 12 ragt bevorzugt von der Oberseite 16 des Gleitgerätes
1 empor. Die Schwenkachse des Ratschenantriebes 91 bzw. der Handhabe 12 verläuft im
Wesentlichen parallel zur Längsrichtung und im Wesentlichen parallel zur Oberseite
16 des Gleitgerätes 1. Bevorzugt verlaufen die Drehachse des umschaltbaren Ratschenantriebes
91 und die Drehachse der Spindelanordung 18 konzentrisch bzw. sind diese Achsen identisch.
[0133] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Wirk- bzw. Zugrichtung des Ratschenantriebes
91 durch Verdrehen der Handhabe 12 um deren Längsachse umschaltbar. Das heißt, dass
durch Verdrehen der Handhabe 12 um deren Längsachse die Drehrichtung des Spindeltriebes
18 umgekehrt werden kann, sodass durch Pumpbewegung in der ersten Betriebsstellung
eine Erhöhung der Zugwirkung der Voreinstellvorrichtung 10 ermöglicht ist, während
durch Überführen der Handhabe 12 in die zweite Betriebsstellung und durch pumpenartiges
Betätigen der Handhabe 12 eine kontrollierte bzw. feinfühlige Reduzierung der Zugspannung
im Zugelement 5 ermöglicht wird. Entsprechende Ratschenantriebe 91 sind aus dem Stand
der Technik bekannt und wird somit nicht näher auf die entsprechenden technischen
Umsetzungsdetails, wie z.B. auf Sperrklinken, Verzahnungen, Umschaltelemente und dergleichen
eingegangen.
[0134] Mittels der Zusatzeinstellvorrichtung 11 wird wiederum eine abrupte bzw. schlagartige
Aus- bzw. Ablenkung des Zugelementes 5 bewerkstelligt, um dadurch eine spontane Veränderung
der Steifigkeit des Gleitgerätes 1 zu erzielen. Die Handhabe 13 der Zusatzeinstellvorrichtung
11 ist dabei als so genannter Druckknopf bzw. "Push-Button" ausgeführt. Zur Beibehaltung
der aktiven Einstellposition 25 ist der Handhabe 13 bzw. einem über die Handhabe 13
betätigten Stößel 98 eine Arretiermechanik 99 zugeordnet. Diese Arretiermechanik 99
stellt sicher, dass der Stößel 98 bzw. die Handhabe 13 bei benutzerinitiierter Auswahl
der aktiven Einstellposition 25 in dieser Aktivposition - gemäß der Darstellung in
strichlierten Linien - verharrt, bis die Arretiermechanik 99 erneut betätigt bzw.
deaktiviert wird. Die Arretiermechanik 99 weist somit zwei selektiv wählbare, stabile
Betriebszustände auf, wobei bei Einnahme des aktiven Betriebzustandes eine seitliche
Umlenkung bzw. Auslenkung des wenigstens einen Zugelementes 5 erfolgt. Die Arretiermechanik
99 ist dabei bevorzugt in Art einer Kugelschreibermechanik zur Überführung einer Kugelschreibermine
in Schreibstellung bzw. Bereitschaftsstellung ausgeführt. Derartige Arretiermechaniken
99 bzw. Kugelschreibermechaniken sind aus dem Stand der Technik bekannt und wird somit
nicht näher auf deren technische Ausführungsdetails eingegangen.
[0135] Eine Betätigungsrichtung der Handhabe 13 verläuft bevorzugt im Wesentlichen senkrecht
zur Oberseite 16 des Gleitgerätes 1. Bevorzugt ist die Handhabe 13 derart ausgeführt,
dass diese per Fuß betätigt werden kann oder durch Drücken mit der Hand bzw. den Fingern
des Benutzers des Gleitgerätes 1 bedient bzw. umgeschaltet werden kann. Dadurch ist
eine kraftvolle bzw. intensive und maximal spontane Aktivierung und Deaktivierung
der Zusatzeinstellvorrichtung 11 ermöglicht. Durch aufeinander folgendes Betätigen
der bevorzugt linear verstellbaren Handhabe 13 wird dabei eine alternierende Überführung
des Stößels 98 in die inaktive Einstellposition 24 und die aktive Einstellposition
25 erzielt.
[0136] Leit- bzw. Führungselemente 37 können zu einer markanten Aus- bzw. Ablenkung des
Zugelementes 5 beitragen und somit eine ausreichend wirksame Zusatzeinstellvorrichtung
11 sicherstellen.
[0137] Das bevorzugt als Seil ausgebildete Zugelement 5, insbesondere dessen Seele, ist
bevorzugt als kunststoffummanteltes Drahtseil ausgeführt, welches somit möglichst
reibungsarm und reißsicher ausgeführt werden kann.
[0138] Bevorzugt ist eine Skala 40 ausgebildet, über welche die jeweilige Einstellung der
Voreinstellvorrichtung 10 kontrolliert bzw. überwacht werden kann. Der jeweilige Zustand
der Zusatzeinstellvorrichtung 11 kann in einfacher Art und Weise über die Stellung
der Handhabe 13, beispielsweise anhand der Höhe des Stößels 98 ausgehend von der Oberseite
16 des Gleitgerätes 1 augenblicklich erkannt bzw. erfasst werden.
[0139] In Fig. 20 ist als besonders zweckmäßige Ausführungsform des brettartigen Gleitgerätes
1 ein Langlaufschi 3 in stark vereinfachter, schematischer Seitenansicht dargestellt.
Die vorhergehenden Beschreibungen sind dabei sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen übertragbar. Derartige Langlaufschier 3 weisen, wie an sich bekannt,
in einem von der Körpermasse des Benutzers unbelasteten Ruhezustand eine Vorspannhöhe
4 im Ausmaß von einigen Zentimetern auf. An der Oberseite 16 des Langlaufschis 3 ist
eine zur Ausübung des Langlaufsports geeignete Bindungseinrichtung 9 montiert. Diese
Bindungseinrichtung 9 erstreckt sich in etwa innerhalb einer Schuhaufstandszone 100
an der Oberseite 16 des Gleitgerätes 1. Eine hintere Abstützvorrichtung 101 der Bindungseinrichtung
9 soll unerwünschte Abweichbewegungen des jeweiligen Sportschuhs möglichst vermeiden.
[0140] Die Unterseite des Langlaufschis 3 gliedert sich üblicherweise in drei Zonen. Im
vorderen und hinteren Teilabschnitt 7, 8 des Gleitgerätes sind an dessen Unterseite
die Gleitzonen 102, 103 ausgebildet, welche gegenüber dem jeweiligen Untergrund, insbesondere
gegenüber Schnee und Eis, ein möglichst gutes Gleitverhalten gewährleisten sollen.
[0141] Zwischen der vorderen und hinteren Gleitzone 102, 103 ist eine Steighilfezone 104
vorgesehen, über welche eine Rückgleithemmung des Langlaufschis 3 erzielt werden soll.
Sobald dieses Steighilfezone 104 mit dem Untergrund, insbesondere mit Schnee oder
Eis in Kontakt steht, wird ein Zurückgleiten des Langlaufschis 3 möglichst unterbunden.
Die Steighilfezone 104 kann dabei als Schuppen- oder Steigwachszone ausgeführt sein.
Sobald der Benutzer bzw. Sportler die Vorspannhöhe 4 des Langlaufschis 3 durch entsprechende
Gewichtsbelastung ausreichend reduziert hat und folglich die Steighilfezone 104 mit
dem Untergrund verstärkt in Kontakt kommt, kann eine Abstoßwirkung bzw. eine damit
einhergehende Vorwärtsbewegung erzielt werden. Ein optimaler Wechsel bzw. Umschaltprozess
zwischen wirksamen Gleitzonen 102, 103 und wirksamer Steighilfezone 104 ist somit
für eine optimale Fortbewegung bzw. für die Ausübung der klassischen Langlauftechnik
anzustreben.
[0142] Die Einstellvorrichtung 2 umfassend die Voreinstellvorrichtung 10 und die zusätzlich
ausgebildete Zusatzeinstellvorrichtung 11 trägt nunmehr diesen Anforderungen verbessert
Rechnung. Insbesondere wird über die Voreinstellvorrichtung 10 eine Grundeinstellung
der Flexibilität bzw. des Biegeverhaltens des Langlaufschis 3 vorgenommen. Die mittels
der Voreinstellvorrichtung 10 voreingestellte Biegesteifigkeitskennlinie kann dann
durch die Zusatzeinstellvorrichtung 11 bei Bedarf abrupt verändert, insbesondere um
einen bestimmten Wert bzw. um einen gewissen Prozentsatz, beispielsweise um 30 %,
relativ prompt erhöht und abgesenkt werden kann.
[0143] Entsprechend einer vorteilhaften Ausführung kann dem zumindest einen Zugelement 5,
6 zur Verbesserung von dessen Wirksamkeit bzw. Einfluss auf die Biegecharakteristik
ein Umlenkelement 105, 106 zugeordnet sein. Dieses Umlenkelement 105, 106 bewirkt,
dass das Zugelement 5, 6 gegenüber einer Geraden ausgelenkt ist, d.h. nicht geradlinig
verläuft, sondern zumindest einen definierten Knick- bzw. Krümmungspunkt aufweist.
Insbesondere wird das Zugelement 5, 6 mittels dem Umlenkelement 105, 106 umgelenkt
bzw. im Vergleich zu einer Geraden ausgeknickt, sodass es entweder bogenförmig oder
quasi geknickt verläuft. Jedenfalls erfährt das wenigstens eine Zugelement 5, 6 mittels
wenigstens einem Umlenkelement 105, 106 eine Richtungsänderung bzw. eine Umlenkung
der jeweils wirkenden Zugkräfte. In Verbindung mit der durch die Einstellvorrichtung
2 auf das wenigstens eine Zugelement 5, 6 ausgeübten Zugspannung ist das wenigstens
eine Zugelement 5, 6 bestrebt, in eine möglichst geradlinige Stellung überführt zu
werden, also den Knick bzw. die Ablenkung auszugleichen. Somit wird die Steifigkeit
bzw. die Biegecharakteristik durch das in seiner Zugrichtung zumindest einmal umgelenkte
Zugelement 5, 6 besonders markant beeinflusst. Insbesondere kann dadurch erreicht
werden, dass der vordere und/oder hintere Teilabschnitt 7, 8 des Langlaufschis 3,
insbesondere dessen Gleitzonen 102, 103 vergleichsweise stärker oder schwächer gegen
den Untergrund gedrückt werden.
[0144] Günstig ist es, wenn das wenigstens eine Zugelement 5, 6 an zumindest einem Umlenkelement
105, 106 eine Richtungsänderung derart erfährt, dass das Zugelement 5, 6 zwischen
dem unterhalb einer neutralen Zone 107 des Gleitbrettkörpers liegenden Untergurt und
dem oberhalb der neutralen Zone 107 des Gleitbrettkörpers liegenden Obergurt überwechselt.
Das heißt, dass das wenigstens eines Umlenkelement 105, 106 zumindest eine Kraft-Umlenkstelle
108, 109 für das wenigstens eine variabel vorspannbare Zugelement 5, 6 bildet. Die
neutrale Schicht bzw. Zone 107 des Gleitgerätes 1 wurde in Fig. 20 mit strichpunktierten
Linien prinzipartig angedeutet.
[0145] Günstig ist es, wenn das wenigstens eine Zugelement 5, 6 innerhalb des vorderen und/oder
hinteren Teilabschnittes 7, 8 bzw. innerhalb der Gleitzonen 102, 103 des Gleitbrettkörpers
im Untergurt des Gleitbrettkörpers verläuft und nahe dem wenigstens einen Umlenkelement
105, 106 bzw. ab dem wenigstens einen Umlenkelement 105, 106 die neutrale Zone 107
des Gleitbrettkörpers durchquert und in die druckbelastete Zone, d.h. in den Obergurt
des Gleitbrettkörpers übergeht, wie dies in Fig. 20 schemenhaft dargestellt wurde.
Somit kann es sein, dass bis zu 70% der Länge des Zugelementes 5, 6 im Untergurt verlaufen,
während der Rest im Obergurt bzw. innerhalb der Einstellvorrichtung 2 verläuft.
[0146] Die Voreinstellvorrichtung 10 und Zusatzeinstellvorrichtung 11 tendieren dazu, das
Zugelement 5, 6 in eine langgestreckte bzw. möglichst geradlinige Form zu überführen.
Dadurch werden vor allem die vorderen und hinteren Teilabschnitte 7, 8 des Langlaufschi
3 nach unten gedrängt. Die Umlenkelemente 105, 106 für das wenigstens eine Zugelement
5, 6 sind bezugnehmend auf die Längsrichtung des Langlaufschi 3 bevorzugt außerhalb,
insbesondere vor und hinter der Schuhaufstandszone 100 positioniert. Günstig ist es,
das zumindest eine Umlenkelement 105, 106 im Übergangsabschnitt zwischen der Steighilfezone
104 und der Gleitzone 102, 103 zu positionieren. Durch Ausbildung der Umlenkelemente
105, 106 in diesen Zwischen- bzw. Übergangszonen wird in der Biegekennlinie des Gleitgerätes
1 quasi ein Biegesteifigkeitsknick bzw. ein inhärentes Gelenk geschaffen, über welches
in Verbindung mit der Einstellvorrichtung 2 eine besonders effektive Umschaltung zwischen
verstärkter bzw. hervorgehobener Steighilfecharakteristik und verstärkter bzw. hervorgehobener
Gleitcharakteristik erreicht wird.
[0147] In Fig. 21 ist eine weitere Ausführungsvariante einer Einstellvorrichtung 2 zur individuellen
Beeinflussung der Biegesteifigkeit eines Gleitbrettkörpers stark schematisch dargestellt.
Die Zusatzeinstellvorrichtung 11 ist dabei beispielsweise durch eine rasch und unkompliziert
betätigbare Stellnockenanordnung 23 gebildet, an welcher zumindest ein Ende eines
nicht dargestellten ein- oder mehrteiligen Zugelementes befestigt ist. Diese Zusatzeinstellvorrichtung
11 ist dabei direkt auf der Voreinstellvorrichtung 10 gelagert bzw. mit der Voreinstellvorrichtung
10 bewegungsgekoppelt.
[0148] Die Voreinstellvorrichtung 10 umfasst zumindest eine Keilanordnung 110 mit schiefwinkelig
zueinander verlaufenden Keilflächen 111, 112. Mittels einem Stellantrieb 113, beispielsweise
einer Schraubenanordnung, welche auf wenigstens ein Keilelement der Keilanordnung
110 einwirkt, werden die Keilelemente relativ zueinander bewegt, wodurch gleichzeitig
eine vertikale Anhebung bzw. Absenkung der Zusatzeinstellvorrichtung 11 bewirkt wird.
Auch diese Einstellvorrichtung 2 umfasst somit voneinander unabhängig bedienbare Einstellmittel,
insbesondere eine wenigstens ein Keilelement umfassende Voreinstellvorrichtung 10
und eine damit bewegungsgekoppelte, jedoch unabhängig von der Voreinstellvorrichtung
10 bedien- bzw. betätigbare Zusatzeinstellvorrichtung 11, welche beispielsgemäß als
vergleichsweise rasch umstellbare Stellnockenanordnung 23 ausgeführt ist.
[0149] In den Fig. 22 bis 25 ist eine weitere Ausführungsform einer Einstellvorrichtung
2 zur individuellen Veränderung der Biegesteifigkeit bzw. des Nutzungsverhaltens eines
brettartigen Gleitgerätes, insbesondere eines brettartigen Wintersportgerätes veranschaulicht.
[0150] Diese Einstellvorrichtung 2 umfasst wenigstens eine Voreinstellvorrichtung, insbesondere
eine erste Voreinstellvorrichtung 10 und eine zweite Vorsteinstellvorrichtung 10'
zur fein abgestuften oder stufenlosen Veränderung und Voreinstellung der gewünschten
Zugspannung im Untergurt eines brettartigen Gleitgerätes. Diese schematisch dargestellte
Einstellvorrichtung 2 ist dabei wenigstens teilweise in den Aufbau eines Gleitgerätes
integriert. Insbesondere ist ein Gehäuse 14 dieser Einstellvorrichtung 2 in den Gleitgeräteaufbau
partiell eingelassen, wohingegen die erste Handhabe 12 für die Voreinstellvorrichtung
10 und eine weitere Handhabe 13 für die Zusatzeinstellvorrichtung 11 bevorzugt ausgehend
von der Oberseite des Gleitgerätes bedienbar sind. Das Gehäuse 14 ist derart dicht
ausgeführt, dass ursprünglich fließfähige Klebe- bzw. Schaumschichten, wie sie bei
der Herstellung des brettartigen Gleitgerätes verwendet werden, nicht bzw. nur marginal
in das Innere des Gehäuses 14 eindringen können.
[0151] Bevorzugt ist der Innenraum des Gehäuses 14 zumindest teilweise mit einem Schmiermittel
versehen, insbesondere mit Schmierfett ausgefüllt bzw. sind zumindest die Gleitflächen
innerhalb des Gehäuses mit einer wartungsfreien Schmierschicht versehen, sodass die
Einstellvorrichtung 2 während der gesamten, erwarteten Einsatzdauer eines Gleitgerätes
wartungsfrei ist.
[0152] Gegebenenfalls kann ein schematisiert dargestelltes Deckelelement 114 ausgebildet
sein, mit welchem zumindest eine der Handhaben 12, 12', 13 verdeckt bzw. verkleidet
werden kann, um eine Vereisung oder Beschädigung derselben hintan zuhalten. Das Deckelement
114 ist bevorzugt in Art einer verschwenkbaren Klappe bzw. Haube ausgeführt, um dadurch
eine verlustgesicherte Halterung des Deckelelementes 114 am brettartigen Gleitgerät
zu erzielen. In der dargestellten Stellung des Deckelelementes 114, in welcher die
Bedienelemente bzw. Handhaben 12, 12', 13 vor äußeren Umwelteinflüssen geschützt sind,
ist das Deckelement 114 bevorzugt mittels Schnapp- oder Rastverbindungen, gegebenenfalls
auch mittels einer Schraubverbindung, vor unerwünschter selbsttätiger Verschwenkung
gesichert.
[0153] Die erste Voreinstellvorrichtung 10 ist entsprechend den vorhergehenden Beschreibungen
dazu vorgesehen, um die Biegesteifigkeit bzw. das Biegeverhalten des Gleitgerätes
an den jeweils gewünschten Sollwert, beispielsweise an das entsprechende Gewicht des
Benutzers und/oder an die jeweilige sportliche Leistungsfähigkeit und/oder an die
jeweils geplante Sportdisziplin bestmöglich anzupassen.
[0154] Die zweite Voreinstellvorrichtung 10' ist dazu vorgesehen, eine Art Kalibrierung
bzw. Eichung des brettartigen Gleitgerätes zu ermöglichen. Insbesondere können mittels
dieser zweiten Voreinstellvorrichtung 10' produktionsbedingte Toleranzen besser ausgeglichen
werden. Via diese zweite Voreinstellvorrichtung 10' können also vor allem herstellungs-
bzw. bauteilbedingte Toleranzen zumindest reduziert werden bzw. kann eine relativ
einfache Anpassung an einen vom Produzenten vorgesehen Sollwert erreicht werden. Nach
einer entsprechenden Kalibrierung des brettartigen Gleitgerätes, insbesondere eines
Langlaufschis, mittels dieser zweiten Voreinstellvorrichtung 10' ist quasi ein Ausgangszustand
geschaffen, von welchem dann die jeweiligen benutzerseitigen Veränderungen mittels
der ersten Voreinstellvorrichtung 10 und/oder mittels der Zusatzeinstellvorrichtung
11 vorgenommen werden können. Die zweite Voreinstellvorrichtung 10' zum Abgleichen
der Ist- und Sollwerte betreffend das Biegeverhalten bzw. die Biegesteifigkeitskennlinie
des brettartigen Gleitgerätes ist bevorzugt ausschließlich werksseitig bedienbar.
Insbesondere können Vorkehrungen vorgesehen sein, um die zweite Voreinstellvorrichtung
10' nach einer werksseitig durchgeführten Kalibrierung bzw. nach einem händlerseitigen
"Fine-Tuning" für die Allgemeinheit grundsätzlich unzugreifbar auszuführen. Die Handhabe
12' der zweiten Voreinstellvorrichtung 10' kann hierfür beispielsweise durch eine
so genannte Wurmschraube mit Inbus-, Schlitz-, Kreuzschlitz- oder Vielzahn-Kopf ausgeführt
sein, sodass eine Veränderung an der zweiten Voreinstellvorrichtung 10' durch den
Endbenutzer eher hintan gehalten wird. Bevorzugt ist ein Abdeckelement 115, beispielsweise
ein Verschlussstopfen oder eine Verschlusskappe vorgesehen, mit welcher der Zugriff
auf die Handhabe 12' nach Durchführung einer werksseitigen Kalibrierung bzw. nach
Erledigung eines werksseitigen "Null-Abgleiches" des Gleitgerätes 1 unterbunden oder
grundsätzlich erschwert wird. Gegebenenfalls kann auch eine Versiegelung vorgesehen
sein, welche nach der werksseitigen Grundeinstellung bzw. Kalibrierung an der zweiten
Voreinstellvorrichtung 10' angebracht wird. Dadurch können nachträgliche, grundsätzlich
unerwünschte Veränderungen an der zweiten Voreinstellvorrichtung 10', welche ja primär
zum Ausgleich von Produktionstoleranzen vorgesehen ist, einfach nachvollzogen werden.
Ein eventuell ausgebildetes Abdeckelement 115 bzw. ein dem entsprechender Verschlussstopfen
kann auch derart ausgeführt sein, dass die zweite Voreinstellvorrichtung 10', insbesondere
deren Handhabe 12' nach erfolgter Kalibrierung ohne Gewalteinwirkung oder ohne mechanische
Bearbeitungen, beispielsweise durch Fräs-, Bohr- oder Schleifvorgänge, nicht mehr
zugreifbar ist. Unerwünschte Manipulationen an der zweiten Voreinstellvorrichtung
10' können somit in einfacher Art und Weise nachvollzogen werden.
[0155] Zur Aufbringung individuell einstellbarer bzw. variabler Zugkraftwirkungen der Einstellvorrichtung
2 umfasst die dargestellte Ausführungsform zumindest eine Keilanordnung 110. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel sind drei unabhängig voneinander einstellbare Keilanordnungen
110, 110', 110" ausgebildet, wobei die erste Keilanordnung 110 der Voreinstellvorrichtung
10, die zweite Keilanordnung 110' der zweiten Voreinstellvorrichtung 10' und die dritte
Keilanordnung 110" der Zusatzeinstellvorrichtung 11 zugeordnet ist. Diese Keilanordnungen
110, 110', 110" können dabei unterschiedliche Keilwinkel aufweisen, um unterschiedliche
Einstellgeschwindigkeiten bzw. unterschiedliche Veränderungsintensitäten zu erzielen.
Vor allem die Zusatzeinstellvorrichtung 11 kann auch andersartige Verstellmechaniken
aufweisen, um die mittels der Zusatzeinstellvorrichtung 11 gewünschte, impulsartige
Zugkraftveränderung zu erzielen. Insbesondere kann als Stellantrieb für diese Keilanordnung
110" eine Kipphebelanordnung bzw. ein schwenkbar gelagerter Winkelhebel ausgeführt
sein, mit welchem eine abrupte Relativerstellung der Keilanordnung 110", insbesondere
dessen Keilelementes 116" gegenüber dem Gehäuse 14 vorgenommen werden kann.
[0156] Die erste Voreinstellvorrichtung 10 und die zweite Voreinstellvorrichtung 10' weisen
im dargestellten Ausführungsbeispiel jeweils Keilelemente 116, 116' auf. Die jeweils
ausgebildeten Keilelemente 116-116" innerhalb des Gehäuses 14 werden je nach individueller
Einstellung an der Voreinstellvorrichtung 10, 10' bzw. an der Zusatzeinstellvorrichtung
12 unterschiedlich weit bzw. intensiv zwischen zumindest zwei Schieberelemente 117,
118 im Gehäuse 14 hinein gedrängt. Insbesondere wird über die Keilflächen der Keilelemente
116-116" eine variable Distanzierung und Annäherung zwischen den Schieberelementen
117, 118 bewirkt. Die wenigstens zweifach ausgebildeten, der Keilanordnung 116 bzw.
den Keilanordnungen 116-116" gegenüberliegend angeordneten Schieberelemente 117, 118
sind bevorzugt in einer Führungsanordnung 119 verschieblich geführt. Bevorzugt verläuft
eine Führungsbahn der Führungsanordnung 119 in Längsrichtung des Gleitgerätes bzw.
parallel zur Zugrichtung des wenigsten einen Zugelementes 5, 6. Beispielsgemäß ist
die Führungsanordnung 119 in den gegenüberliegenden Seitenwänden des Gehäuses 14 ausgebildet.
Mittels dieser Führungsanordnung 119 werden die wenigstens zweifach ausgeführten Schieberelemente
117, 118 linear beweglich geführt, wobei deren Führungsebene im Wesentlichen parallel
zur Oberseite bzw. Lauffläche des Gleitgerätes ausgerichtet ist. Entsprechend der
dargestellten Ausbildung mit mehreren Keilanordnungen 110-110" sind zwischen den einzelnen
Keilanordnungen 110-110", insbesondere zwischen den jeweiligen Keilelementen 116-116"
jeweils zusätzliche Schieberelemente 117', 118' ausgebildet. Die Schieberelemente
117, 117' und 118, 118' sind entlang der Führungsanordnung 119 verschieblich gelagert
bzw. ebenso wie die Keilelemente 116-116" innerhalb des Gehäuses 14 quasi schwimmend
gehaltert.
[0157] Entsprechend dem gezeigten Ausführungsbeispiel wird mittels dem Schieberelement 118
auf das in Draufsicht auf das Gleitgerät im Wesentlichen U-förmig geführte, doppelsträngig
verlaufende Zugelement 5 eine individuell veränderliche Zugspannung ausgeübt. Analog
dazu wirkt das Schieberelement 117 auf das Zugelement 6 ein, welches bevorzugt ebenso
schleifen- bzw. bogenförmig verläuft und somit bevorzugt doppelsträngig ausgeführt
ist. Die vom vorderen Teilabschnitt 7 und vom hinteren Teilabschnitt 8 eines brettartigen
Gleitgerätes abgewandten Endabschnitte der bevorzugt U-förmig verlaufenden Zugelemente
5, 6 überlappen sich bevorzugt innerhalb des Gehäuses 2 der Einstellvorrichtung 2.
Durch eine benutzerseitige Veränderung der Überlappungsweise 28, insbesondere durch
Vergrößerung der Überlappungsweite 28 mittels der Einstellvorrichtung 2 wird die Zugkraft
bzw. die Vorspannung in den Zugelementen 5, 6 erhöht, wie dies am Besten durch die
Pfeildarstellungen in Fig. 25 erkennbar ist. Durch Verkleinerung der Überlappungsweite
28 zwischen den Zugelementen 5, 6 wird hingegen die Vorspannung in den Zugelementen
5, 6 abgesenkt und die Steifigkeit des entsprechenden Gleitgerätes dadurch reduziert.
Entsprechend der Ausführungsform gemäß den Fig. 22 bis 25 erfolgt die einstellbare
Zugkraftvariation zwischen den Schieberelementen 117, 118 also durch wenigstens eine
Keilanordnung 110.
[0158] Auch die Keilelemente 116, 116', 116" sind innerhalb des Gehäuses 14 schwimmend gelagert.
Das heißt, dass jedes der jeweils ausgebildeten Keilelemente 116, 116', 116" in Längsrichtung
der Zugelemente 5, 6 verschieblich ist. Insbesondere sind die Keilelemente 116, 116',
116" in Längsrichtung der Zugelemente 5, 6 nicht fixiert sondern gleitbeweglich geführt.
Dadurch können Ausgleichsbewegungen zwischen den Zugelementen 5, 6 erfolgen und kann
eine zumindest annähernd symmetrische Zugspannungsverteilung zwischen dem hinteren
und vorderen Zugelement 5, 6 erzielt werden.
[0159] Entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel verlaufen die Zugelemente 5, 6
durch Bohrungen 120, 121 in den Schieberelementen 117, 117', 118, 118'. Die bevorzugt
seilartigen Zugelemente 5, 6 sind dabei jeweils mit den äußeren Schieberelementen
118 bzw. 117 fest verbunden bzw. an diesen Schieberelementen 117, 118 starr verankert.
[0160] Der manuell zu betätigende Stellantrieb für die Keilanordnung 110, 100', 110" ist
beispielsgemäß durch wenigstens eine Stellspindel 42, 42', 42" gebildet. Dabei wird
die Stellspindel 42, 42', 42" durch Betätigung der Handhabe 12, 12', 13 entlang ihrer
Schraubachse relativ zum Gehäuse 14 verstellt. Diese Verstellbewegung der Stellspindel
42, 42', 42" wird auf das Keilelement 116, 116', 116" übertragen, um eine mehr oder
weniger intensive bzw. ausgeprägte Distanzierung zwischen den Schieberelementen 117,
118 zu bewirken. Die Stellspindel 42, 42" ist dabei durch wenigstens eine Führungsnut
122, 122" verdrehfest gehaltert. Diese Führungsnut 122, 122" stellt eine schwimmende
Lagerung der Keilelemente 116, 116" in Längsrichtung des Gleitgerätes bzw. der Zugelemente
5, 6 sicher. Zudem wird via diese Führungsnut 122, 122" eine verdrehsichere Halterung,
insbesondere eine Blockierung jeglicher Drehbewegungen der Stellspindel 42, 42" um
die Spindelachse erzielt. Dem gegenüber wird eine axiale Beweglichkeit der Stellspindel
42, 42" gewährleistet, wenn die jeweilige Handhabe 12, 13 betätigt, insbesondere verdreht
wird. Diese Handhabe 12, 13 steht mit einer verdrehbar gelagerten Gewindehülse 123,
123" in Verbindung, deren Gewinde mit der Stellspindel 42, 42" korrespondiert. Die
Gewindehülse 123, 123" ist beispielsweise mittels einem umlaufenden Bund bzw. Vorsprung
in axialer Richtung gesichert. Durch Verdrehen der Gewindehülse 123, 123" bzw. der
damit gekoppelten Handhabe 12, 13 wird die Stellspindel 42, 42" in axialer Richtung,
insbesondere senkrecht zur Oberseite des Gleitgerätes verlagert und damit das wenigstens
eine Keilelement 116, 116" in seiner Keil- bzw. Spreizwirkung gegenüber den Schiebelementen
117, 117', 118, 118' beeinflusst. Ein Vorteil dieser Ausbildung einer axial fixierten
Gewindehülse 123, 123" in Verbindung mit einer axial verstellbaren Stellspindel 42,
42" liegt darin, dass sich ein Überstand der Handhabe 12, 13 gegenüber der Oberseite
des Gleitgerätes bzw. gegenüber dem Deckelement 114 des Gehäuses 14 trotz unterschiedlicher
Einstellungen nicht verändert. Dadurch kann ein harmonisches, optisches Erscheinungsbild
gewährleistet werden. Außerdem werden dadurch pfahlartig abstehende Elemente bzw.
Spindeln oder Handhaben vermieden, welche einerseits optisch störend sind und auch
ein erhöhtes Verletzungspotential darstellen können.
[0161] Der Stellantrieb der Voreinstellvorrichtung 10' ist beispielsgemäß durch eine Stellspindel
42' gebildet, welche innerhalb einer fest mit dem Gehäuse 14 verbundenen Gewindehülse
123' axial verstellbar ist, wenn die Stellspindel 42' via die Handhabe 12', insbesondere
mittels einem Hilfswerkzeug in Form eines Schraubendrehers, in Drehbewegung versetzt
wird. Anstelle einer Gewindehülse 123' kann ein entsprechender Gewindeabschnitt für
die Stellspindel 42' auch direkt in den Wandteilen des Gehäuses 14 ausgebildet sein.
Die axial verstellbare Stellspindel 42' bestimmt jedenfalls die jeweilige Spreiz-
bzw. Keilwirkung des Keilelementes 116'.
[0162] Ein besonderer Vorteil dieser Einstellvorrichtung 2 liegt darin, dass sie baulich
relativ massiv und dennoch kostengünstig ausgeführt werden kann. Ein weiterer Vorteil
liegt darin, dass diese Einstellvorrichtung 2 relativ kompakt ausgebildet werden kann
und dennoch die jeweils erforderlichen Stellweiten bzw. Zugkraftveränderungen gegenüber
den Zugelementen 5, 6 erzeugt werden können.
[0163] Anstelle der Ausbildung von Stellspindeln 42-42" in Verbindung mit Gewindehülsen
123-123" ist es auch möglich, als Stellantrieb bzw. Stellmittel für die Schieberelemente
117, 118 wenigstens eine Kniehebelanordnung vorzusehen. Beispielsweise können die
Schieberelemente 117, 118 mit den distalen Enden des Kniehebels gelenkig verbunden
sein, wohingegen das mittlere Gelenk bzw. das Kniegelenk mit einem Stellantrieb, beispielsweise
mit einer Stellspindel oder einer Exzenterhebelanordnung zusammenwirkt, um den Spreizungswinkel
zwischen den Hebelelementen des Kniehebels zu verändern und damit die Zugwirkung der
Zugelemente 5, 6 zu beeinflussen. In ähnlicher Art und Weise sind auch Scherenanordnung
bzw. zangenartige Kinematiken möglich, um eine kontrollierbare Distanzierung bzw.
Annäherung der einander überlappenden Enden der Zugelemente 5, 6 zu erzielen.
[0164] In Fig. 26 ist die Wirkungsweise der Einstellvorrichtung 2 umfassend zumindest eine
Voreinstellvorrichtung 10, 10' und weiters eine Zusatzeinstellvorrichtung 11 schematisch
veranschaulicht.
[0165] Entsprechend dieser Ausführungsform der Einstellvorrichtung 2 ist eine Voreinstellvorrichtung
10' ausgebildet, mit welcher produktionsbedingte Toleranzen ausgeglichen bzw. reduziert
werden können. Insbesondere kann damit die Biegesteifigkeit bzw. das so genannte "Flex-Verhalten"
des jeweiligen Gleitgerätes auf einem bestimmten Ausgangswert kalibriert bzw. abgeglichen
werden. Ein Einstellbereich dieser Voreinstellvorrichtung 10' kann dabei in Abhängigkeit
der jeweiligen Produktionstoleranzen beispielsweise in etwa +/- 30 N betragen. Ein
hierfür erforderlicher Stellweg an der Voreinstellvorrichtung 10' beträgt üblicherweise
in etwa 3 mm. Mittels dieser Voreinstellvorrichtung 10' können produzierte Gleitgeräte
relativ exakt auf einen Basis-Einstellungswert von beispielsgemäß 50 kg kalibriert
bzw. angepasst werden. Diese Kalibrierung bzw. Anpassung erfolgt bevorzugt werksseitig
bzw. von Seiten des Händlers entsprechender Gleitgeräte.
[0166] Ausgehend von einem derart kalibrierten oder auch unkalibrierten Ausgangswert ist
jedenfalls eine Voreinstellvorrichtung 10 ausgebildet, mit welcher das jeweilige Biegeverhalten
den jeweils gewünschten Einstellwerten angepasst werden kann. Beispielsgemäß ist als
Einstellparameter das jeweilige Gewicht des entsprechenden Benutzers angeführt. Beispielsgemäß
kann mittels der Voreinstellvorrichtung 10 eine Einstellung innerhalb eines Wertebereiches
von 20 kg, insbesondere von 50 kg bis zu 70 kg vorgenommen werden. Selbstverständlich
sind auch andere Einstellbereiche bzw. Bandbreiten wählbar. Der für die Voreinstellvorrichtung
10 benötigte Stellweg beträgt dabei in etwa 10 mm in Bezug auf die Zugelemente 5,
6 (siehe Fig. 25).
[0167] Zusätzlich umfasst die Einstellvorrichtung 2 die Zusatzeinstellvorrichtung 11, mit
welcher die über die Voreinstellvorrichtung 10 voreingestellten Werte, insbesondere
die Biegesteifigkeitswerte des brettartigen Gleitgerätes abrupt und bevorzugt werkzeuglos
auf einen höheren Wert angehoben und nachfolgend in einfacher Art und Weise wieder
abgesenkt werden können. Diese Zusatzeinstellvorrichtung 11, welche auch als "Overdrive-Mittel"
bezeichnet werden kann, ermöglicht beispielsweise eine Werteveränderung um +/- 10
kg. Das heißt, dass bei einem Einstellwert von 55 kg eine Inkrementierung auf in etwa
65 kg mittels der Zusatzeinstellvorrichtung 11 in rascher und einfacher Art und Weise
ermöglicht ist. Ebenso ist eine Rückstellung auf den an der Voreinstellvorrichtung
10 eingestellten Wert von beispielsgemäß 55 kg in einfacher und rascher Art und Weise
ermöglicht. Ein für die Zusatzeinstellvorrichtung 11 benötigter Stellweg für die Zugelemente
5, 6 beträgt dabei lediglich in etwa 5 mm. Ein von der Voreinstellvorrichtung 10 aufzubringender
Stellweg beträgt beispielsgemäß nur in etwa 10 mm, um dadurch einen Einstellbereich
von 20 kg bezogen auf das Köpergewicht eines Benutzers zu erreichen. Diese Stellwege
können mit den angegebenen Einstellvorrichtungen 2 einwandfrei erzielt werden.
[0168] Aus dem dargestellten Diagramm ist in einfacher Art und Weise erkennbar, dass durch
Betätigung der Zusatzeinstellvorrichtung 11 die mittels der Voreinstellvorrichtung
10 voreingestellten Werte rasch und mühelos um einen bestimmten Wert angehoben und
in ähnlich rascher und abrupter Weise wieder abgesenkt werden können. Ein mit einer
derartigen Einstellvorrichtung 2 ausgestattetes, brettartiges Gleitgerät kann somit
einer Mehrzahl von Benutzern und auch einer Mehrzahl von unterschiedlichen Umgebungsbedingungen,
Einsatzarten, individuellen Wunschvorstellungen und dgl. besser gerecht werden. Darüber
hinaus kann ein relativ hohes und relativ exakt reproduzierbares Qualitätsniveau bei
den damit ausgestatteten brettartigen Gleitgeräten gewährleistet werden.
[0169] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten des Gleitgerätes 1
bzw. deren Einstellvorrichtung 2, wobei an dieser Stelle bemerkt sei, dass die Erfindung
nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten derselben eingeschränkt
ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen Ausführungsvarianten
untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund der Lehre zum
technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf diesem technischen
Gebiet tätigen Fachmannes liegt. Es sind also auch sämtliche denkbaren Ausführungsvarianten,
die durch beliebige Kombinationen einzelner Details der dargestellten und beschriebenen
Ausführungsvarianten möglich sind, vom Schutzumfang mit umfasst.
[0170] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis
des Aufbaus des Gleitgerätes 1 bzw. der Einstellvorrichtung 2 diese bzw. deren Bestandteile
teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert dargestellt wurden.
[0171] Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der
Beschreibung entnommen werden.
[0172] Vor allem können die einzelnen in den Fig. 1; 2; 3; 4, 5; 6-8; 9; 10; 11; 12; 13;
14; 15; 16; 17; 18, 19; 20; 21; 22-25; 26 gezeigten Ausführungen den Gegenstand von
eigenständigen, erfindungsgemäßen Lösungen bilden. Die diesbezüglichen, erfindungsgemäßen
Aufgaben und Lösungen sind den Detailbeschreibungen dieser Figuren zu entnehmen.
Bezugszeichenaufstellung
[0173]
- 1
- Gleitgerät
- 2
- Einstellvorrichtung
- 3
- Langlaufschi
- 4
- Vorspannhöhe
- 5
- Zugelement
- 6
- Zugelement
- 7
- Teilabschnitt (vordere)
- 8
- Teilabschnitt (hintere)
- 9
- Bindungseinrichtung
- 10
- Voreinstellvorrichtung
- 11
- Zusatzeinstellvorrichtung
- 12
- Handhabe (erste)
- 13
- Handhabe (weitere)
- 14
- Gehäuse oder Tragelement
- 15
- Stellrad
- 16
- Oberseite
- 17
- Achse
- 18
- Spindelanordnung
- 19
- Spindelanordnung
- 20
- Kegelradanordnung
- 21
- Zugöse
- 22
- Zugöse
- 23
- Stellnockenanordnung
- 24
- Einstellposition (erste)
- 25
- Einstellposition (weitere)
- 26
- Achse
- 27
- Nocke
- 28
- Überlappungsweite
- 29
- Lastübertragungselement
- 30
- Lastübertragungselement
- 31
- Umlenkschleife
- 32
- Umlenkschleife
- 33
- Umlenkelement
- 34
- Umlenkelement
- 35
- Führungselement
- 36
- Führungselement
- 37
- Führungselement
- 38
- Bowdenzug
- 39
- Länge
- 40
- Skala
- 40'
- Deckelelement
- 41
- Wandermutteranordnung
- 42
- Stellspindel
- 43
- Wandermutter
- 44
- Achse
- 45
- Trag- und Führungselement
- 46
- Getriebeübersetzung
- 47
- Achse
- 48
- Exzenterhebelanordnung
- 49
- Lageranordnung
- 50
- Verankerungselement
- 51
- Trommelanordnung
- 52
- Wickeltrommel
- 53
- Achse
- 54
- Ratschenwickelvorrichtung
- 55
- Schwenkachse
- 56
- Hebelspannelement
- 57
- Stellbalken
- 58
- Achse
- 59
- Aufnahmemittel
- 60
- Aufnahmemittel
- 61
- Stütz- bzw. Führungselement
- 62
- Stütz- bzw. Führungselement
- 63
- Drehachse
- 64
- Rückdrehsperre
- 65
- Sperrklinke
- 66
- Vertiefung
- 67
- Achse
- 68
- Vertiefung
- 69
- Ratschenschnalle
- 70
- Ratschenhebel
- 71
- Verzahnung
- 72
- Achse
- 73
- Zahnband
- 74
- Tragkörper
- 75
- Sperrklinke
- 76
- Lösehebel
- 77
- Rückstellhebel
- 78
- Achse
- 79
- Kipphebel
- 79'
- Stellspindel
- 80
- Führungskanal
- 81
- Aus- bzw. Eintrittsöfffnung
- 82
- Koppelstelle
- 83
- Koppelstelle
- 84
- Koppelstelle
- 85
- Löseknopf
- 86
- Drehscheibe
- 87
- Umschaltknarre
- 88
- Umschaltelement
- 89
- Endanschlag
- 90
- Endanschlag
- 91
- Ratschenantrieb
- 92
- Gewindestift
- 93
- Gewindestift
- 94
- Axiallager
- 95
- Axiallager
- 96
- Gewindebuchse
- 97
- Gewindebuchse
- 98
- Stößel
- 99
- Arretiermechanik
- 100
- Schuhaufstandszone
- 101
- Abstützvorrichtung
- 102
- Gleitzone
- 103
- Gleitzone
- 104
- Steighilfezone
- 105
- Umlenkelement
- 106
- Umlenkelement
- 107
- neutrale Zone
- 108
- Kraft-Umlenkstelle
- 109
- Kraft-Umlenkstelle
- 110
- Keilanordnung
- 111
- Keilfläche
- 112
- Keilfläche
- 113
- Stellantrieb
- 114
- Deckelelement
- 115
- Abdeckelement
- 116
- Keilelement
- 117
- Schieberelement
- 118
- Schieberelement
- 119
- Führungsanordnung
- 120
- Bohrung
- 121
- Bohrung
- 122
- Führungsnut
- 123
- Gewindehülse
1. Brettartiges Gleitgerät (1), insbesondere Langlaufschi (3), Alpinschi oder Snowboard,
welches Gleitgerät (1) bedingt durch den Aufbau des Gleitbrettkörpers eine vorbestimmte
Vorspannhöhe (4) und Biegesteifigkeit aufweist und welches Gleitgerät (1) eine Einstellvorrichtung
(2) zur individuellen Veränderung der Biegesteifigkeit und somit des Nutzungsverhaltens
des Gleitgerätes (1) aufweist, wobei die Einstellvorrichtung (2) zumindest ein Zugelement
(5, 6) zur Aufbringung einer einstellbaren Zugspannung zwischen zueinander distanzierten
Teilabschnitten (7, 8) des Gleitgerätes (1) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellvorrichtung (2) zumindest eine Voreinstellvorrichtung (10, 10') zur feinstufigen
oder stufenlosen Veränderung oder Voreinstellung einer gewünschten Zugspannung und
weiters eine Zusatzeinstellvorrichtung (11) zur sprunghaften und vergleichsweise raschen
Veränderung der zwischen den zueinander distanzierten Teilabschnitten (7, 8) des Gleitgerätes
(1) wirkenden Zugspannung umfasst.
2. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10) und die Zusatzeinstellvorrichtung (11) baulich separat
ausgeführt und unabhängig voneinander bedienbar sind, sodass sie in ihrer Zugwirkung
gesondert einstellbar sind.
3. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10) und die Zusatzeinstellvorrichtung (11) unabhängig
voneinander bedienbar sind, wobei eine gemeinsame Handhabe (12) zur selektiven Betätigung
oder Veränderung der Voreinstellvorrichtung (10) und der Zusatzeinstellvorrichtung
(11) ausgebildet ist.
4. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabe (12) um eine erste Achse (44) der Voreinstellvorrichtung (10) dreh-
oder rotierbar und um eine zweite, dazu quer verlaufende Achse (47) der Zusatzeinstellvorrichtung
(11) schwenk- oder kippbar ist, wobei die Drehbeweglichkeit der Handhabe (12) zur
Beeinflussung der Voreinstellvorrichtung (10) vorgesehen ist und die Schwenk- bzw.
Kippbarkeit dieser Handhabe (12) um die zweite Achse (47) zur Beeinflussung der Zusatzeinstellvorrichtung
(11) vorgesehen ist.
5. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) zur sprunghaften Veränderung, insbesondere zur
umgehenden Erhöhung und Absenkung der mittels der Voreinstellvorrichtung (10, 10')
voreingestellten Zugspannung des zumindest einen Zugelementes (5, 6) ausgebildet ist.
6. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10) zumindest eine Spindelanordnung (18, 19) zur kontinuierlichen,
stufenlosen Veränderung der Zugspannung umfasst.
7. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10) zumindest eine Trommelanordnung (51) zum feinstufigen
oder stufenlosen Auf- und Abwickeln des zumindest einen Zugelementes (5, 6) umfasst.
8. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10) zumindest eine Wandermutteranordnung (41) zur vertikalen
oder seitlichen Auslenkung oder Umlenkung des zumindest einen Zugelementes (5, 6)
umfasst.
9. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10) zumindest einen Ratschenantrieb (91), insbesondere
eine Ratschenschnalle (69) oder eine Ratschenwickelvorrichtung (54) zur feinstufigen
Veränderung der Zugspannung umfasst.
10. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10) durch fein abgestufte, individuell selektierbare
Koppelstellen (82 bis 84) des zumindest einen Zugelementes (5, 6) gegenüber einer
Handhabe (13) der Einstellvorrichtung (2) gebildet ist.
11. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) eine Exzenterhebelanordnung (48) oder wenigstens
eine Stellnockenanordung (23) umfasst, welche in bevorzugt zwei, maximal drei Einstellpositionen
(24, 25, 25') mit sprunghaft veränderter Zugwirkung überführbar ist.
12. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) zur Veränderung einer seitlichen oder vertikalen
Auslenkung des zumindest einen Zugelementes (5, 6) ausgebildet ist.
13. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) durch ein auf wenigstens ein Zugelement (5, 6)
einwirkendes Hebelspannelement (56) gebildet ist.
14. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) ein Hebelspannelement (56) zur sprunghaften Annäherung
oder Distanzvergrößerung zwischen parallel zueinander verlaufenden Zugelementen (5,
6) umfasst.
15. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) durch eine Exzenterhebelanordnung (48) gebildet
ist, die zur axialen Verstellung einer Wandermutteranordnung (41) oder einer Stellspindel
(42) der Voreinstellvorrichtung (10) ausgebildet ist.
16. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) eine auf Druck beanspruchte Stellnockenanordnung
(23) zur Veränderung einer Überlappungsweite (28) zwischen zwei einander nächstliegenden
Enden des wenigstens einen Zugelementes (5, 6) umfasst.
17. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellnockenanordnung (23) zumindest zwei C- oder L-förmige Lastübertragungselemente
(29, 30) zugeordnet sind, welche auf zwei einander nächstliegende Enden des wenigstens
einen Zugelementes (5, 6) einwirken.
18. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem in seiner Zugspannung veränderlichen Zugelement (5, 6) zumindest ein Umlenkelement
(105, 106) zugeordnet ist, sodass das Zugelement (5, 6) gegenüber einer Geraden ausgelenkt
ist, insbesondere bogenförmig geführt ist oder im Vergleich zu einer Geraden ausgeknickt
verläuft.
19. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (5, 6) am zumindest einen Umlenkorgan (105, 106) eine Richtungsänderung
derart erfährt, dass das Zugelement (5, 6) zwischen dem Untergurt des Gleitbrettkörpers
und dem Obergurt oberhalb einer neutralen Zone (107) des Gleitbrettkörpers überwechselt.
20. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkelement (105, 106) eine Kraft-Umlenkstelle (108, 109) für das einstellbar
vorgespannte Zugelement (5, 6) bildet.
21. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (5, 6) nahe dem wenigstens einen Umlenkelement (105, 106) oder ab
dem wenigstens einen Umlenkelement (105, 106) die neutrale Zone (107) des Gleitbrettkörpers
durchquert und in den Obergurt des Gleitbrettkörpers übergeht.
22. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10, 10') und die Zusatzeinstellvorrichtung (11) dazu
tendieren, das Zugelement (5, 6) in eine lang gestreckte oder möglichst geradlinige
Form zu überführen.
23. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10, 10') zumindest ein Spannschloss umfasst, welches
zwei Spindelanordnungen (18, 19) mit gegenläufigen Gewinden aufweist.
24. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Zugelement (5, 6) zwei- oder mehrsträngig verläuft und im Bereich
zumindest eines Endes des Gleitbrettkörpers zumindest eine Umlenkschleife (31, 32)
ausbildet.
25. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem der Endabschnitte des Gleitbrettkörpers zumindest ein Umlenkelement
(33, 34) zur Umlenkung eines band- oder seilförmig ausgeführten Zugelementes (5, 6)
ausgebildet ist.
26. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10) und die Zusatzeinstellvorrichtung (11) eng benachbart
positioniert sind und bezugnehmend auf die Längserstreckung des Gleitbrettkörpers
im Mittelabschnitt des Gleitbrettkörpers, insbesondere unmittelbar vor einer Bindungseinrichtung
(9) zur lösbaren Befestigung eines Sportschuhs ausgebildet sind.
27. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Zugelement (5, 6) im Gleitbrettkörper mehrsträngig geführt ist,
sodass eine Flaschenzugwirkung und eine Zugkraftaufteilung auf die einzelnen Zugstränge
erzielt ist.
28. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10, 10') zumindest eine Keilanordnung (110) mit schiefwinkelig
zueinander verlaufenden Keilflächen (111, 112) umfasst.
29. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellvorrichtung (10, 10') und/oder die Zusatzeinstellvorrichtung (11)
wenigstens ein Keilelement (116, 116', 116") umfasst, welches zur individuell einstellbaren
Veränderung der Zugspannung in dem wenigstens einen Zugelement (5, 6) vorgesehen ist.
30. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass eine Keilwirkung des Keilelementes (116, 116', 116") zur Veränderung einer Überlappungsweite
(28) zwischen einander überlappenden Enden der Zugelemente (5, 6) vorgesehen ist.
31. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass das Keilelement (116, 116', 116") unter Ausnutzung seiner Keilwirkung zwischen wenigstens
zwei translatorisch verstellbare Schieberelemente (117, 117', 118, 118') variabel
einschiebbar ist und die derart auseinander- und zueinander-beweglichen Schieberelemente
(117, 118) mit dem Zugelement (5) respektive mit dem Zugelement (6) bewegungsverbunden
sind.
32. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein manuell zu aktivierender Stellantrieb für die Voreinstellvorrichtung (10) und/oder
die Zusatzeinstellvorrichtung (11) wenigstens eine verdrehungsgesicherte, axial verstellbare
Stellspindel (42, 42") umfasst, welche mit wenigstens einer verdrehbar gelagerten,
in axialer Richtung bewegungsfesten Gewindehülse (123, 123") zusammenwirkt.
33. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine primär werksseitig zu justierende Voreinstellvorrichtung (10') ausgebildet ist,
welche zum Ausgleich von produktionsbedingten Toleranzen im Aufbau des Gleitgerätes
(1) bzw. von Dehnungen im wenigstens einen Zugelement (5, 6) oder von Toleranzen in
der Mechanik der Einstellvorrichtung (2) vorgesehen ist.
34. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) zur wertemäßig relativ stark abgestuften Beeinflussung
der Zugkraft an dem wenigstens einen Zugelement (5, 6) ausgebildet ist und eine Ein-,
Ausund/oder Zwischenstellung aufweist, wobei die Zusatzeinstellvorrichtung (11) zur
raschen und werkzeugloses Ein-, Aus- oder Umschaltung zwischen diesen Betriebszuständen
ausgebildet ist.
35. Brettartiges Gleitgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinstellvorrichtung (11) eine Schalt- bzw. Umschaltfunktion bezüglich der
Steifigkeitseinstellung des Gleitbrettkörpers darstellt und zumindest zwischen einer
Inaktivstellung mit keiner oder relativ niedriger Spannkraft gegenüber dem wenigstens
einen Zugelement (5, 6) und einer Aktivstellung mit abrupt erhöhter Spannkraft gegenüber
dem wenigstens einen Zugelement (5, 6) wechselweise umschaltbar ist.