[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung für die Herstellung
abriebfester Oberflächen, die mit Harz und/oder anderen Haftvermittlern oder Lacken
beschichtet sind. Derartige Verfahren kommen bei der Herstellung von beschichteten
Holzwerkstoffen zum Einsatz, die dann beispielsweise zu Arbeitsplatten oder Laminatfußböden
verarbeitet werden. Insbesondere Laminatfußböden werden einer hohen mechanischen Belastung
ausgesetzt, so dass der Holzwerkstoff mit der aufgebrachten Dekorschicht an der Oberfläche
ohne zusätzlichen Verschleißschutz nicht verwendungsfähig ist. Dieser Verschleißschutz
besteht in der Regel aus einem Kunstharz sowie harten Partikeln, vorzugsweise Korund.
In Abhängigkeit von der Art, der Menge, der Art der Applikation und der konstruktiven
Einbindung in den gesamten Aufbau kann mittels der harten Partikel eine hohe Beständigkeit
sowohl gegen Verschleiß durch Dauerbelastungen, als auch gegen Beschädigungen durch
Kratzer erreicht werden. Dabei kommt es in unterschiedlichem Maß zu einer Beeinträchtigung
des optischen Erscheinungsbildes, beispielsweise durch helle, schlierenartige Strukturen,
welche Farbe, Kontrast, Transparenz und Schärfe des Dekors nachteilig verändern. Eine
möglichst naturgetreue Wiedergabe des Holzes bzw. der Dekores sowie eine hohe Beständigkeit
gegen Verschleiß und Kratzer sind somit maßgebliche Qualitätskriterien für Laminatfußböden
und andere beschichtete Bodenbeläge aus Holz und Holzwerkstoffen. Dem Verschleißschutze
durch harte Partikel kommt demnach eine hohe Bedeutung bei der Herstellung zu. Der
Stand der Technik in diesem Bereich unterscheidet sich jedoch weniger in der Art der
Hartstoffe, sondern vielmehr in der Art deren konstruktiver Einbindung sowie in der
Art der Applikation.
[0002] Abb. 1 zeigt beispielhaft den Aufbau eines Laminatfußbodens. Diese sind in der Regel
aufgebaut aus einem elastischen Polymer (Trittschalldämmung) (1), einem Holzwerkstoff
als Trägermaterial (3) mit Gegenzug (2), einem Dekorpapier (5) mit optionalen Underlay-Papier
(4) und des Overlay-Papiers (6) aus dünner Zellulose.
[0003] Der Kunststoff und die harten Partikel als Verschleißschutz werden in unterschiedlicher
Art und Weise, aber generell im Bereich der Dekorschicht und des Overlay, aufgebracht.
Bei der Bewertung der unterschiedlichen Fertigungsmethoden und Konstruktionen sind
neben der Verschleißarmut des Endproduktes und dessen optischer Qualität auch Aspekte
der Fertigungsökonomie zu berücksichtigen.
[0004] Der Stand der Technik offenbart unterschiedliche Verfahren zur Herstellung einer
verschleißhemmenden Beschichtung von Laminatfußböden.
[0005] So beschreibt die
US 4,940,503 ein Verfahren, bei dem abriebfeste Partikel wahlweise auf ein mit Melaminharz imprägniertes
Overlay oder auf ein mit Melaminharz imprägniertes Dekorpapier aufgebracht werden.
Das Aufbringen erfolgt durch Streuung oder mittels elektrostatischer Beschichtung,
z.B. durch triboelektrische Aufladung der Partikel. Overlay und Dekorpapier werden
anschließend so miteinander verpresst, dass ein Dekorpapier mit abriebfester Oberfläche
erhalten wird. Ersatzweise kann auch pulverisierte α-Cellulose anstelle des Overlays
aufgebracht werden. Die Abriebfestigkeit, die mit einem solchen Verfahren erreicht
werden kann, ist allerdings Im Vergleich zu anderen Verfahren relativ gering. Es muss
gesondert ein Overlay, also ein Papier hergestellt werden.
[0006] Die
WO 00/44984 A1 offenbart ein Verfahren, bei dem eine Dispersion, bestehend aus einem Bindemittel
und abriebfesten Partikeln wie Korund oder Siliziumkarbid auf ein Dekorpapier gesprüht
wird. Durch das Sprühverfahren können Partikel gröberer Körnung eingesetzt werden.
Diese Schicht bildet unmittelbar die zu beanspruchende Oberfläche, wobei auf ein Overlay
verzichtet wird. Weil hierbei die harten Partikel unmittelbar an der Oberfläche und
zugleich effizient eingebunden sind, gelingt es mit diesem Verfahren, hohe Abriebwerte
zu erzielen. Der apparative Aufwand zum Auftrag der Dispersion ist jedoch im Vergleich
zum Aufstreuen von abriebfesten Partikeln in Form eines Pulvers vergleichsweise groß
und kostspielig. Der hohe Kostenaufwand ergibt sich auch aus dem erhöhten Verschleiß
der Düsen und Fördereinrichtungen. Nachteilig ist ferner, dass sich beim Verpressen
die harten Partikel unmittelbar an der Oberfläche befinden und diese somit die Oberflächen
der Pressbleche fortwährend beschädigen, mit der Folge eines unbefriedigenden Oberflächenbildes
beim Endprodukt.
[0007] Die
WO 00/44576 A1 versucht diesen Nachteil zu überwinden, indem zunächst abriebfeste Partikel wie Korund
auf imprägniertes Dekorpapier aufgestreut werden. Auf diese Oberfläche werden anschließend
Fasern zusammen mit einem Bindemittel aufgebracht und das Schichtsystem verpresst.
Durch die Abdeckung mit Fasern wird ein direkter Kontakt zwischen den harten Partikeln
und dem Pressblech vermieden. Dieses Verfahren bietet fertigungstechnisch Vorteile,
jedoch erreicht die Oberfläche weder das dekorative Erscheinungsbild, noch die Verschleißbeständigkeit
von Produkten, die ein Overlay über der Dekorschicht aufweisen.
[0008] Die Nachteile wie hoher apparativer Aufwand und hoher Verschleiß treffen auch auf
die Luftsprühung zu (
EP 1 801 290). Mit diesem Verfahren soll eine gleichmäßige Verteilung der harten Partikel erreicht
werden.
[0009] Demgegenüber stellt der Auftrag mittels eines Siebes oder einer Walze ein einfaches
und gut zu handhabendes Verfahren dar. Begrenzt wird dieses jedoch durch fehlende
Möglichkeiten einer spezifischen Flächen- und Tiefenverteilung. Insbesondere die Flächenverteilung
unterliegt hier, wie auch bei der Luftsprühung oder der Verwendung einer Dispersion,
großen statistischen Schwankungen. Um bei der Anwendung dieser Verfahren reproduktionssicher
verschleißarme Produkte zu erhalten, müssen Schwankungen durch ein entsprechend erhöhtes
Auftragsgewicht ausgeglichen werden.
[0010] In der
WO 2005/080096 A2 werden eine elektrisch nicht leitende Streuwalze, Rakel oder Bürste verwendet, die
mit elektrischer Ladung beaufschlagt werden, um so elektrische Ladungen auf die Fasern
zu übertragen. Diese werden so auf die abriebfeste Schicht appliziert, wobei sie sich
aufgrund ihrer Aufladung aufrichten. Nachteil dieses Aufladeverfahrens ist die erhebliche
Abhängigkeit vom Fasermaterial sowie von den Klimafaktoren.
[0011] Das Fehlen einer leistungsfähigen Applikationsmethode begrenzt somit nicht nur die
Qualität des Endproduktes, sondern auch die Anwendbarkeit verbesserter Herstellungsmethoden
wie beispielsweise die Direktbeschichtung von Dekorschichten mit Harzen oder Lacken.
Hierbei wird auf die Verwendung eines Overlays verzichtet, was nicht nur fertigungstechnische
Vereinfachungen, sondern auch die Option eines verbesserten optischen Erscheinungsbildes
beinhaltet. Dabei werden allerdings sehr hohe Anforderungen an die Applikationstechnik
der harten Partikel gestellt. Diese muss zunächst eine exakt reproduzierbare Flächenverteilung
ermöglichen, damit kein Erfordernis besteht, Ungenauigkeiten mit einem generell erhöhten
Eintrag auszugleichen. Weiterhin muss das Verfahren die Vereinzelung der Partikel
gewährleisten und beispielsweise Agglomerate auflösen. Von besonderer Bedeutung ist
zusätzlich insbesondere bei einer Direktbeschichtung von Dekorschichten mit Harzen
und Lacken eine gezielte dreidimensionale Anordnung der Partikel innerhalb der Harzschicht.
Könnten diese in der Tiefe der Harz- oder Lackschicht in einem definierten Konzentrations-
oder Größenverhältnis eingebracht werden, so ist auch bei einer Direktbeschichtung
von einem effektiven Verscheißschutz bei guten optischen Eigenschaften auszugehen.
[0012] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zu Grunde, ein Auftragsverfahren zu entwickeln,
das eine präzise, gut steuerbare und zuverlässig zu reproduzierende Applikation von
harten Partikeln gewährleistet. Es soll nicht nur eine Oberflächen-, sondern auch
eine Tiefenverteilung ermöglichen und dabei produktionstechnisch einfach zu handhaben
sein.
[0013] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein elektrostatisches Auftragsverfahren mit
Hochspannungsgeneratoren gelöst. Dabei werden die harten Partikel elektrostatisch
durch Leitung und / oder Korona geladen. Die Potenzialunterschiede zwischen der Elektrode
und Maschinenelementen bzw. der Werkstückoberfläche werden genutzt, um die Richtung
und Geschwindigkeit der Partikel bei der Applikation gezielt zu steuern. Die Erfindung
ist in den Patentansprüchen definiert.
[0014] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das zum Auftrag verwendete elektrostatische
Feld eine Potentialdifferenz von wenigstens 10 kV aufweist, bevorzugte Potentialdifferenzen
sind insbesondere 10 bis 100 kV, weiter vorzugsweise 20 bis 100 kV, weiter vorzugsweise
30 bis 100 kV. Die verwendete Potentialdifferenz wird vorzugsweise so auf den vorgesehenen
Abstand der Elektroden eingestellt, dass die Durchschlagsspannung des zwischen den
Elektroden befindlichen Mediums (in der Regel Luft)mit hinreichender Sicherheit nicht
überschritten wird. Für Luft beträgt diese Durchschlagsspannung im inhomogen Feld
dieser Elektrodenanordnungen beispielsweise etwa 5 kV/cm. Die Potentialdifferenz wird
gemessen zwischen derjenigen Elektrode, die die Partikel vor dem Auftreffen auf das
Substrat letztmalig elektrostatisch lädt und oder beschleunigt einerseits sowie der
zum Substrat gehörigen Gegenelektrode (in der Regel geerdet) andererseits. Das Verfahren
bietet maßgebliche Vorteile im Vergleich zu den herkömmlichen Verfahren. So werden
die Teilchen infolge der elektrostatischen Aufladung nicht nur zuverlässig vereinzelt
im Sinne einer Auflösung von Agglomeraten. Die Teilchen bilden bei der Applikation
zusätzlich räumliche Anordnungen, wobei sich der Abstand einzelner Teilchen zueinander
beeinflussen lässt. Diese räumliche Anordnung findet eine Entsprechung in der Gleichmäßigkeit
des Flächenauftrags.
[0015] Eine räumliche Anordnung, ebenso wie eine exakte Flächenverteilung, ist bei der herkömmlichen
Streuung mittels Sieben oder Luftsprühung nur bedingt möglich. In der Folge entstehen
somit Bereiche mit einer erhöhten Partikeldichte, was sich unmittelbar auf die Qualität
des Streubildes auswirkt.
[0016] Die elektrostatische Applikation ermöglicht auch eine gezielte Beschleunigung von
Partikeln, so dass die Art der Partikel und deren Größe berücksichtigt werden können.
Diese Option verbessert nicht nur die Steuerung des flächigen Auftrages. Zusätzlich
kann über die kinetische Energie auch die Eindringtiefe in die Harz- oder Lackschicht
voreingestellt werden. So können innerhalb der Harzschicht mehrere Schichten - auch
nach Partikelgrößen differenziert - eingebracht werden. Werden nach diesem Verfahren
beispielsweise feine Partikel bevorzugt im Oberflächenbereich und gröbere Partikel
in eine darunter liegenden Schicht eingebracht, so kann ein sehr effizienter Verschleißschutz
bei geringer optischer Beeinträchtigung erreicht werden. Unabhängig von einer dreidimensionalen
Verteilung kann zusätzlich die Ausrichtung der Partikel im Raum beeinflusst werden
(Abb. 2). Während bei runden Kornformen (A, C) lediglich eine tiefere Einbindung in
die Harzschicht erzielt werden kann, ist bei nadeliger Kornform (B, D) eine einheitliche
räumliche Positionierung in der Harz- oder Lackschicht realisierbar. Erfindungsgemäß
können somit nacheinander zwei oder mehr Partikelfraktionen aufgebracht werden, wobei
jede Partikelfraktion unterschiedliche Größen und/oder Zusammensetzungen aufweisen
kann und diese Fraktionen mit unterschiedlichen Potentialdifferenzen aufgebracht werden
können und somit unterschiedlich tief in die entsprechende Oberfläche des Substrats
(in der Regel eine Harzschicht) eindringen können. Abhängig von Partikelform, -größe
und der verwendeten Potentialdifferenz können die Auftragsbedingungen beispielsweise
so eingestellt werden, dass eine Partikelfraktion im Mittel an etwa 50% ihrer Oberfläche
mit Harz benetzt wird (entsprechend weit ragt sie aus der Harzschicht heraus), ferner
können beispielsweise Auftragsbedingungen eingestellt werden, bei denen 80% oder 100%
der Oberfläche (jeweils im Mittel) mit Harz genetzt werden. Ferner können zusammengesetzte
Werkstoffe aus Fasern und harten Partikeln aufgebracht werden; solche zusammengesetzten
Partikel sind beispielsweise beschrieben in der europäischen Patentanmeldung 08 003
273, deren Priorität in Anspruch genommen wird. Wenn sequentiell aufgebrachte Partikelfraktionen
unterschiedliche Größen aufweisen, kann es vorteilhaft sein, die größeren Partikel
zuerst und in tiefere Harzschichten (mit entsprechend großen Potentialdifferenzen)
einzubringen und die kleineren Partikelfraktionen anschließend in die höheren Harzschichten
einzubringen.
[0017] Es ist somit möglich, generell auch über das Auftragsverfahren die Form der an der
Oberfläche wirksamen Partikelteile zu bestimmen. Verschleißversuche mit Partikeln
unterschiedlicher Kornform und -oberfläche haben gezeigt, dass diese erheblich das
Verschleißverhalten beeinflussen. Entsprechend kann davon ausgegangen werden, dass
auch eine gezielte räumliche Positionierung von Partikeln eine Option zur Verbesserung
des Verschleißschutzes darstellt.
[0018] Der Abstand der das elektrostatische Feld aufbauenden Elektroden beträgt bevorzugt
15 bis 300 mm. Die beabstandet vom Substrat angeordnete Elektrode kann beispielsweise
ein elektrisch leitfähiges Metalldrahtgewebe sein, die Gegenelektrode wird effektiv
gebildet durch die entsprechende Aufnahmeschicht (insbesondere eine Harz- oder Lackschicht)
des Substrats, die bevorzugt eine gewisse Leitfähigkeit aufweist. Da das Substrat
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt kontinuierlich unter der erfindungsgemäßen
Vorrichtung vorbeigefahren wird, ist bevorzugt eine in Kontakt mit der Rückseite des
Substrats befindliche Gegenelektrode vorgesehen, die bevorzugt geerdet ist.
[0019] Erfindungsgemäß ist es möglich, den spezifischen Oberflächenwiderstand der Aufnahmeschicht
des Substrats so einzustellen, dass bei den gegebenen vektoriellen Eigenschaften des
verwendeten elektrostatischen Feldes gewünschte Genauigkeiten in der Flächen und Tiefenverteilung
der aufgebrachten Partikel erreicht werden. Ergänzend zu der Einstellung der Leitfähigkeit
bzw. des Oberflächenwiderstandes der Beschichtung kann auch der Oberflächenwiderstand
der aufgebrachten Partikel gezielt modifiziert werden, beispielsweise durch entsprechende
Oberflächenbeschichtungen. Beispielhaft genannt sei hier die Silanisierung. Ein bevorzugter
Oberflächenwiderstand ist beispielsweise 10
12 Ω/cm
2 oder kleiner.
[0020] Die entsprechenden Parameter können erfindungsgemäß so eingestellt werden, dass verschleißhemmende
Partikel, insbesondere verschleißhemmende Partikel ab einer Größe von etwa 10 µm,
agglomeratfrei und gleichmäßig verteilt in die entsprechende Schicht des Substrats
einzubringen, so dass eine hohe Transparenz und Kratzbeständigkeit der Oberfläche
erreicht wird. Auch können Partikelverteilungen (insbesondere Struktur- und Konzentrationsprofile
der Partikel) definiert eingestellt werden mit dem Ziel, das Fließverhalten beim Pressvorgang
zu optimieren, so dass ein Pressblechverschleiß minimiert, statische Aufladung der
gebrauchsfertigen Trägerschichten, z.B. bei der späteren Begehung, verringert und
gute Transparenz innerhalb der gewünschten Abriebklasse bzw. Verschleißfestigkeitsklasse
erreicht wird.
[0021] Beim sequenziellen Auftragen Körnerpartikelfraktionen kann das Substrat bereits mit
Harz oder Lack beschichtet dieselbe Auftragsvorrichtung mehrfach durchlaufen, alternativ
kann es sequenziell zwei oder mehr hintereinander angeordnete Auftragsvorrichtungen
durchlaufen, die die entsprechende Partikelfraktion aufbringen. Beispielsweise kann
als erste Partikelfraktion grober Korund zur Verbesserung der Abriebfestigkeit, als
zweite Partikelfraktion mittlerer Korund zur Verbesserung der Beständigkeit gegen
Kratzer, und als dritte Partikelfraktion Feinkorund zur Verbesserung der Mikrokratzbeständigkeit
und Verringerung der elektrostatischen Aufladung der Bodenbeläge(Laminat oder anderer
beschichteter Bodenbeläge aus Holz- und Holzwerkstoffen)aufgebracht werden.
[0022] Eine vorteilhafte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens nach Abb. 4 nutzt das
direkt elektrostatisch aufladende Prinzip durch Leitung und /oder Korona unter Verwendung
eines Dosieraggregates (4) und von zwei Verteilungsaggregaten (II). Diese sind innerhalb
eines entsprechend isolierten Tragrahmens übereinander installiert, wobei das Dosieraggregat
(4) gegenüber dem oberen Verteilungsaggregat etwas versetzt angebracht ist. Somit
befinden sich über dem zu beschichtenden Trägermaterial (1) die Verteilungsaggregate
(II) und über diesem das Dosieraggregat (4).
[0023] Das Dosieraggregat (4) besteht aus einem Behältnis, dessen unterer Bereich als Elektrode
(9) ausgebildet ist und der eine Hochspannung - wahlweise Gleichspannung oder gepulste
Wechselspannung mit gepulster Halbwelle - aufweist. Das elektrische Feld zwischen
dieser und der auf Erdpotenzial liegenden Harz- oder Haftschicht des Werkstücks (2)
beträgt mehrere 10 kV. Die Raumform des derart erhaltenen elektrischen Feldes entspricht
der eines planparallelen Plattenpaares, ist relativ homogen und seine Feldstärke kann
problemlos in einem überschlags- bzw. durchschlagsfreien Bereich gehalten werden.
Der obere Teil des Dosieraggregates ist potenzialfrei. Das Prinzip der Aufladung ist
in Abb. 3 dargestellt.
[0024] Die Verteilungsaggregate (II) bestehen aus einem Rahmen und einem Boden aus leitfähigem
Siebgewebe bzw. aus parallel gespannten Koronadrähten. Die Böden sind austauschbar,
um sie hinsichtlich der Maschenweite bzw. des Drahtabstandes variieren zu können.
Das obere Verteilungsaggregat wird potenzialfrei gehalten, während das untere eine
Spannung von vorzugsweise mindestens 30 kV (oder einigen 10 kV) aufweist.
[0025] Beim Anlegen der Hochspannung an die Elektrode im Dosieraggregat (4) erfolgt eine
Aufladung der harten Partikel, eine Ausrichtung im elektrischen Feld und schließlich
eine beschleunigte Bewegung in Richtung der Erdpotenzial führenden Harz- oder Lackschicht
(2). Im Unterschied zu einer mechanisch oder durch Luftwirbel induzierten Teilchenbewegung
bewirkt eine Beschleunigung durch elektrische Feldkräfte eine Bewegungsbahn mit verbesserter
Richtungsbestimmtheit und Abstandgenauigkeit beim Auftreffen auf die Harz- oder Lackschicht.
[0026] Diese Richtungsbestimmtheit und Abstandsgenauigkeit wird durch die Verteilungsaggregate
(II) nochmals erheblich verbessert. Nach dem Austritt aus dem Dosieraggregat (4) beschreiben
die Partikel (3) zunächst eine bogenförmige Bewegungsbahn mit sich unterscheidenden
Richtungen und Geschwindigkeiten. Mit dem Durchgang durch das erste, potenzialfreie
Verteilungsaggregat wird diese angeglichen. Die Strecke bis zur Oberfläche der Harz-
oder Haftschicht wird geradlinig und beschleunigt durch das Potenzialgefälle zwischen
erstem und zweitem Verteilungsaggregat bzw. zwischen zweitem Verteilungsaggregat und
der Erdpotenzial aufweisenden Harz- oder Haftschicht zurückgelegt.
[0027] Anstelle des beschriebenen Dosieraggregates mit einer Fluidisierung der Partikel
im elektrostatischen Feld können auch andere Vorrichtungen verwendet werden. So können
die Partikel über einen Banddosierer, eine Vibrationsrinne oder einen spaltförmigen
Dosiertrichter mit hochempfindlicher Schichtdickenbegrenzung (beide mittels gravimetrischer
Steuerung) zugeführt werden. Alternativ kann die Materialzuführung auch über ein beispielsweise
schwingendes oder vibrierendes Sieb vorgenommen werden. Wird ein Dosieraggregat eingesetzt,
das nicht am Hochspannungspotenzial angeschlossen ist, so erfolgt der Aufbau unterschiedlicher
elektrostatischer Potenziale mittels des stufenweisen Aufbaus der Verteilungsaggregate
bzw. der Harz- oder Lackschicht.
[0028] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Auftragsverfahrens besteht in der Option,
apparative Anordnung und Verfahrensparmeter den jeweiligen, aufzutragenden Materialien
anzupassen. Ausgehend von den Materialien ist es aber auch möglich, diese derart auszuwählen
oder zu modifizieren, dass die spezifischen Vorteile des elektrostatischen Auftragsverfahrens
in vollem Umfang genutzt werden können.
[0029] Die aufzutragenden Materialien bestehen beispielsweise aus harten Partikeln, harten
Partikeln mit verbundenen zusätzlichen Komponenten oder auch zusätzlichen Materialien,
deren Auftrag die Wirkung der harten Partikel verbessert.
[0030] Die Eignung der aufzutragenden Materialien für das elektrostatische Verfahren wird
maßgeblich durch den Grad der Aufladung in elektrischen Feldern bestimmt.
[0031] Dieser ist abhängig von der äußeren elektrischen Feldstärke und den elektrischen
Eigenschaften - spezifischer Oberflächenwiderstand und Permittivität - sowie der geometrischen
Form der aufzutragenden Materialien. Die elektrischen Eigenschaften tragen die Streumaterialien
in sich oder können durch Modifizierungen an der Oberfläche, z.B. durch Wasseranlagerung,
geändert werden.
[0032] Die dielektrischen Eigenschaften der Streustoffe, der Konstruktionsmaterialien und
der Umgebungsatmosphäre vermögen also das elektrische Feld im Inneren der jeweiligen
Stoffe zu verstärken oder abzuschwächen, gemäß
- E=
- Elektrisches Feld
- D=
- Äußere elektrische Erregung
- ε0=
- Permittivität des Vakuums
- εr =
- Materialspezifischer Faktor zur Feldkonstante ε0
[0033] Diese Feldverstärkung bzw. -abschwächung erlangt Bedeutung im erfindungsgemäßen Verfahren
durch
- 1. die Ausrichtung länglicher Partikel parallel zu den elektrischen Feldlinien,
- 2. Verstärkung der elektrischen Felder im Inneren der einzelnen Partikel, verbunden
mit der Ausbildung von Feldstärkespitzen an den Austrittsstellen der Feldlinien, die
bei scharfkantigen Oberflächenprofilen die Stärke des äußeren Feldes um das Vielfache
übertreffen,
- 3. die Abhängigkeit des Streuverhaltens der Materialien von der Permittivität des
Luftvolumens im Streuraum, besonders durch Schwankungen der Luftfeuchte (εr Luft = 1; εr Wasser= 80)
[0034] Der spezifische Oberflächenwiderstand hat einen eben so starken Einfluss auf die
Kraft, die die Partikel bewegen :
- F =
- Kraft auf ein Partikel
- E =
- Äußere elektrische Feldstärke
- m =
- Partikelmasse
- g =
- Erdbeschleunigung
- q =
- Überschussladung
[0035] Beim klassischen Dipol ist die Größe der entgegengesetzten Ladungen gleich und damit
findet keine Linearbewegung statt.
Kräfte, die einen solchen Dipol in eine translatorische Bewegung versetzen können,
resultieren demzufolge lediglich aus Feldinhomogenitäten oder aus der Wechselwirkung
der O-berflächendipolschicht mit dem elektrischen Feld. Abschätzungen ergeben, dass
diese beiden Kräfte bei normalem Feld nicht ausreichen, um die Teilchen in ihrer Bewegung
zu steuern.
[0036] Als entscheidende Bedingung für die gerichtete Bewegung der Partikel muss es auf
der Kornoberfläche zu einem absoluten Ladungsüberschuss kommen, negativ, falls die
untere Elektrode als Katode gepolt und positiv, falls sie als Anode gepolt ist.
[0037] Je geringer der Oberflächenwiderstand ist, desto mehr freie Ladungsträger kann diese
Oberfläche während der Kontaktdauer aufnehmen.
[0038] Die elektrische Kraft ist dann proportional zur Feldstärke (E) und umso stärker,
je größer die Überschussladung q ist. Die Kraft wirkt in Richtung des Spannungsgefälles.
Aus diesem Grund sind die Flugbahnen vom Feldverlauf abhängig.
[0039] Gegeben sind beim elektrostatischen Auftragsverfahren Bedingungen in Form der spezifischen
Stoffeigenschaften der aufzutragenden Partikel und der maximalen elektrischen Feldstärke
von 5kV/ cm. Diese wird bestimmt durch die Durchschlagsfestigkeit der Luft. Besonders
gebräuchliche verschleißhemmende Stoffe wie Aluminiumoxid weisen auf Grund ihrer spezifischen
Stoffeigenschaften kein vorteilhaftes Verhalten beim elektrostatischen Streuen auf.
[0040] Damit aber auch derartige Materialien verwendet werden können, wird auf oberflächenmodifizierte
Produkte zurückgegriffen. Die Modifikation verbessert generell die Permittivität der
gesamten Partikel. Diese kann auch graduell an die spezifischen Bedingungen des Anwendungsfalls
angepasst werden. Durch die Wahl einer geeigneten Oberflächenmodifikation besteht
somit eine weitere Option für eine gezielte Optimierung des elektrostatischen Auftragsverfahrens.
[0041] Erprobt ist die Oberflächenmodifikation in Form einer Beschichtung. Dabei kommt beispielsweise
eine kolloidale Lösung oder Dispersion auf Wasser und / oder Harzbasis zum Einsatz,
welche synthetische, amporphe nanoskalige Partikel enthält. Neben Metalloxiden hat
sich insbesondere SiO
2 bewährt, weil die optische Erscheinung der zu schützenden Oberfläche im Hinblick
auf Transparenz und Farbtreue kaum beeinträchtigt wird.
[0042] Eine weitere, besondere Art der Oberflächenmodifikation besteht in Form einer Beschichtung
mittels einer kolloidalen Lösung oder Dispersion sowie einem zusätzlichen Fasermaterial,
vorzugsweise Zellulose. Dieses kann durch die Art, die Fasergröße, den Mengenanteil
und die Art der Einbindung innerhalb eines weiten Spektrums variiert werden. Das Fasermaterial
eignet sich zum einen zur Steuerung der Permittivität und des Oberflächenwiderstandes
des aufzutragenden Materials bzw. ermöglicht für Partikeln unter 80 µm überhaupt erst
deren elektrostatische Streubarkeit. Unabhängig davon bewirkt der Faseranteil eine
deutlich verbesserte Einbindung der harten Partikel in die Harz- oder Lackschicht
des zu beschichtenden Materials. Die Faserkomponente besteht aus einem Zellulosematerial,
beispielsweise aus Cellulose-Mikrofasern und / oder mikrokristalliner Zellulose mit
einer maximalen Erstreckung zwischen 5µm und 100 µm, bevorzugt zwischen 20 µm und
70 µm. Die harten Partikel bestehen vorzugsweise aus Korund einer durchschnittlichen
Partikelgröße zwischen 0.7 µm und 70 µm, vorzugsweise zwischen 5 µm und 30 µm. Entsprechend
kann ein zusammengesetzter Werkstoff aus harten Partikeln und Fasermaterial erhalten
werden, der 2-90 Gew.-% Zellulosematerial, 1-50 Gew.-% nanoskalige Partikel (15 -
100 nm Durchmesser, amorphes SiO
2) und 1-97 Gew.-% harte Partikel enthält.
Beispiel 1
[0043] Gemäß Abb.4 weist eine erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung als zu beschichtende
Komponente ein mit Melaminharzen oder Lacken versehenes Trägermaterial (1) aus einem
Holzwerkstoff mit Dekorschicht auf. Das Dosieraggregat (4) besteht aus einem becherförmigen
Behältnis aus Polypropylen und einem geerdeten Sieb als Gegenelektrode (8) in Form
eines rechteckigen Siebgewebes einer Maschenweite von 225 µm. Der Streubecher ist
aus einem elektrischen Isolierstoff (Polyethylen) gefertigt und weist im Boden eine
Elektrode (9) aus massivem Edelstahlblech und mit in den Innenraum des Behältnisses
hineinragenden Spitzen auf. An dieser liegt eine Spannung von 30 kV an, während das
übrige Behältnis potenzialfrei gehalten wird. Aufgrund der elektrostatischen Aufladung
erfolgt eine Vereinzelung und Abstoßung der Partikel. Der Streubecher ist derart ausgerichtet,
dass die Partikel eine geneigte Bewegungsbahn in Form einer Wurfparabel beschreiben
und so in das als geerdete Gegenelektrode (8) dienende Sieb fallen. In unmittelbarer
Siebnähe wird die Ladung der vereinzelten Partikel überwiegend abgegeben und sie gelangen
durch Schwerkraft auf das Verteilungsaggregat (5).
[0044] Als abriebhemmender Werkstoff kommt ein Verbund aus Korund (50 Gew.-%, durchschnittliche
Partikelgröße 20 µm), Zellulose-Mikrofasern (30 Gew.-%, maximale Erstreckung 40 µm)
und nanoskaligen Partikeln (20 Gew.-%, ca. 15 nm, Durchmesser, amorphes SiO
2) zum Einsatz. Das Verteilungsaggregat (5) besteht ebenfalls aus einem Sieb mit leitfähigem
Siebgewebe aus Edelstahldraht mit der Maschenweite 106 µm. Es fungiert als Hochspannungselektrode
und wurde mit einer Hochspannung von -60 kV gegenüber Erde beaufschlagt. Beim Durchgang
durch dieses Sieb werden die Partikel erneut geladen. Unterhalb diese Verteilungssiebes
befindet sich das Trägermaterial (1), das in Verbindung mit der geerdeten maschinenbauseitigen
Auflage (6) die Funktion der Gegenelektrode übernimmt. Das elektrische Feld wird zwischen
dem Verteilungssieb und dem Trägermaterial aufgebaut. Der Abstand Verteilungssieb
zu Trägermaterial wurde vorzugsweise mit 15 cm und der zwischen Verteilungssieb und
dem darüber liegenden Dosiersieb mit maximal 50 cm eingestellt. Der Funktion der Komponenten
entsprechend kann zwischen einem Dosiersystem (I) und einem Verteilungssystem (II)
unterschieden werden. Bei einer Vorschubgeschwindigkeit des Trägerwerkstoffs von 15
m/min beträgt die aufgetragene Menge an verschleißhemmendem Werkstoff beispielsweise
22 g/m
2. Die Abweichung des flächenbezogenen Auftrags beträgt +/- 4 mg/dm
2, gemessen an Materialausschnitten 10 cm x 10 cm. Der verschleißhemmende Werkstoff
(3) wird mit dem Durchgang durch das Verteilungsaggregat (5) sowohl nochmals vereinzelt
als auch beschleunigt und trifft geradlinig auf das Trägermaterial (1) auf. Er weist
einen intensiven Kontakt zur Harzschicht auf und ist teilweise in diese eingebettet.
Er unterscheidet sich dadurch deutlich von gleichartigen zusammengesetzten Partikeln,
die nach dem Stand der Technik, beispielsweise mittels eines Siebes aufgestreut oder
mittels eines Luftstroms aufgebracht sind. Wird verschleißhemmender Werkstoff (3)
im Überschuss und damit derart auf das Trägermaterial (1) aufgebracht, dass er keinen
unmittelbaren Kontakt zur Harzschicht (2) hat, dann ist er überschüssig und wird mittels
einer Absaugvorrichtung (7) zurückgewonnen.
Beispiel 2
[0045] Abweichend von Abb. 4 ist entsprechend Abb.5 das Dosieraggregat als Vibrationsrinne
ausgeführt. Die verschleißhemmenden Partikel werden aus einem Vorratsbehälter (9)
auf die Vibrationsrinne (8) gestreut. Der Vorratsbehälter wird gravimetrisch gesteuert,
so dass eine definierte Menge verschleißhemmender Partikel pro Zeiteinheit freigegeben
wird. Die Vibrationsrinne (8) weist einen Neigungswinkel von 15 Grad auf, schwingt
mit einer Frequenz von 40-60 Hz und einer Amplitude von 0,1-5 mm. Infolge der Schwingung
werden die Partikel der vorderen Kante der Vibrationsrinne zugeführt und zugleich
über deren Breite verteilt. Gleichwohl besteht eine ungleiche Verteilung der Partikel
über die Breite der Vibrationsrinne. Eine über die gesamte Breite gleichmäßige Zuführung
der Partikel zum Verteilungsaggregat wird erreicht, indem die vordere Kante der Rinne
als Spalt ausgebildet ist. Dabei begrenzt und vereinheitlicht ein senkrecht zur Ebene
der Förderrinne angebrachtes Leitblech die Dicke der geförderten Partikelschicht.
Im Gegensatz zu Abb. 4 setzt das als Vibrationsrinne ausgebildete Dosieraggregat die
Partikel in einem linienförmigen Bereich frei, wobei eine exakte, gleichmäßige Dosierung
über die gesamte Breite erreicht wird. Diese exakte Dosierung bleibt auch nach Durchgang
der Partikel durch das Verteilungsaggregat(5) erhalten, so dass ein besonders gleichmäßiger
Auftrag der Partikel auf den Trägerwerkstoff erzielt werden kann. Insbesondere beim
Einsatz von feinen Partikeln kann der Partikelstrom zwischen Dosieraggreat und Verteilunsaggreat
über eine Hochspannungselektrode bestehend aus 200 µm dicken Koronadrähten gespeist
mit - 30 kV (4) geleitet werden. Dadurch wird mittels elektrostatischer Aufladung,
eine zusätzliche Vereinzelung und eine gegenseitige Abstandshaltung der Teilchen erreicht.
[0046] Als verschleißhemmender Werkstoff kommt ein mit nanoskaligem, amorphem SiO
2 (Durchmesser ca. 15 nm) beschichteter Korund zum Einsatz. Der mittlere Durchmesser
der beschichteten Partikel beträgt 50µm. Abweichend von Beispiel 1 wird das Verteilungsaggregat
(5) mit einer Spannung von -60kV beaufschlagt. Bei einer Vorschubgeschwindkeit des
Trägerwerkstoffs von 10 m/min beträgt die aufgetragene Menge an verschleißhemmendem
Werkstoff 24 g/m
2. Die Abweichung des flächenbezogenen Auftrags wurde mit +/- 5 mg/dm
2, gemessen an Materialausschnitten 10 cm x 10 cm, bestimmt. Der verschleißhemmende
Werkstoff (3) ist in der Mehrzahl zu mindestens 50% seiner Oberfläche mit Harz benetzt.
Wird die Hochspannung am Verteilungsaggregat auf -100 kV erhöht, so ist die Oberfläche
der Mehrzahl der verschleißhemmenden Partikel zu mindestens 80 % mit Harz benetzt.
Mit der Steuerung der Hochspannung am Verteilungsaggregat kann somit bei mehreren,
aufeinanderfolgenden Auftragsvorgängen eine dreidimensionale Verteilung der verschleißhemmenden
Partikel in der Harzmatrix erzielt werden. Überschüssige Partikel werden mittels einer
Absaugvorrichtung (7) entfernt.
1. Verfahren zum Auftragen verschleißhemmender Partikel auf ein flächiges Substrat, dadurch gekennzeichnet, dass der Auftrag mittels eines elektrostatischen Feldes mit einer Potentialdifferenz von
wenigstens 10 kV erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Potentialdifferenz 10 bis 100 kV, vorzugsweise 20 bis 100 kV, weiter vorzugsweise
30 bis 100 kV beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sequentiell wenigstens zwei Partikelfraktionen aufgebracht werden, wobei vorzugsweise
jede Partikelfraktion unterschiedliche Größen und/oder Zusammensetzungen aufweist
und/oder wobei die Partikelfraktionen mit unterschiedlichen Potentialdifferenzen aufgebracht
werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der das elektrostatische Feld aufbauenden Elektroden 15 bis 300 mm beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat ein Cellulose- oder Holzwerkstoff, vorzugsweise ein Laminat, eine Holzwerkstoffplatte,
oder ein Overlaypapier ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die verschleißhemmenden Partikel mittlere Partikelgrößen von 1 µm bis 700 µm vorzugsweise
5 bis 100 µm, weiter vorzugsweise 20 bis 70 µm, aufweisen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat eine haftvermittelnde Schicht aufweist, die vorzugsweise leitfähig ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die haftvermittelnde Schicht eine Harz- oder Lackschicht ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mittlere Auftragsmenge der verschleißhemmenden Partikel 5 bis 100 g/m2, vorzugsweise 10 bis 50 g/m2, weiter vorzugsweise 20 bis 30 g/m2 beträgt; wobei vorzugsweise die Verteilungsgenauigkeit 10% oder besser, vorzugsweise
5% oder besser, weiter vorzugsweise 3% oder besser, weiter vorzugsweise 2% oder besser
ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die verschleißhemmenden Partikel einen Oberflächenwiderstand von 1012 Ω/cm2 oder weniger aufweisen.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Dosiereinrichtung und eine Verteilungseinrichtung für verschleißhemmende
Partikel aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosiereinrichtung eine Hochspannungselektrode oder eine Vibrationsrinne aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilungseinrichtung ein Sieb aufweist, das vorzugsweise zusätzlich als Hochspannungselektrode
ausgebildet ist.