[0001] Die Erfindung betrifft eine Garnverarbeitungsanlage, enthaltend eine Garnverarbeitungsmaschine,
insbesondere eine Spinnmaschine, mit einer Mehrzahl von Arbeitsstellen und mit einem
entlang der Garnverarbeitungsmaschine verfahrbaren Wartungsgerät, wobei die Garnverarbeitungsanlage
mit Sensoren zum Überwachen von Betriebs- und/oder Maschinenzuständen an der Garnverarbeitungsmaschine
sowie mit einer Datenverarbeitungseinrichtung mit einer Auswerteeinheit zur Auswertung
von Sensorsignalen ausgerüstet ist, und das Wartungsgerät eine an der Garnverarbeitungsmaschine
in Maschinenlängsrichtung verfahrbar angeordnete Grundeinheit und wenigstens eine
an die Grundeinheit angeschlossene und mit der Grundeinheit ebenfalls in Maschinenlängsrichtung
entlang der Arbeitsstellen verfahrbar geführte Wartungseinheit umfasst.
[0002] Es ist bekannt Betriebs- oder Maschinenzustände an Garnverarbeitungsmaschinen mittels
Sensoren zu überwachen, wobei die Sensorsignale in einer Auswerte- oder Steuereinheit
ausgewertet und entsprechend der Signalauswertung eine Aktorik gesteuert oder über
eine Ausgabeeinheit entsprechende Meldungen ausgegeben werden.
[0003] Im Rahmen dieser Erfindung können die Garnverarbeitungsmaschinen Vorgarn- (Flyer),
Spinn-, Zwirn- oder Spulmaschinen sein. Die Spinnmaschinen können Ring-, Topf-, Trichter-,
Rotor- oder Luftdüsenspinnmaschinen sein. Die Arbeitsstellen sind dann entsprechend
Spinnstellen, Spulstellen oder Zwirnstellen.
[0004] Betriebszustände können beispielsweise bei einer Ringspinnmaschine Spindeldrehzahl,
Fadenbrüche, Walzendrehzahlen im Streckwerk etc. sein. Maschinenzustände können beispielsweise
der Zustand von Lagern (Schmierung) oder von Antriebsriemen (Antriebsriemen der Spindel)
sein. Grundsätzlich ist es wünschenswert eine Garnverarbeitungsmaschine mit Sensoren
auszurüsten, welche dem Betreiber der Maschine, sprich Operateur, Auskunft über den
Zustand von kritischen Maschinenteilen, wie Lager oder Antriebsriemen oder über den
Betriebszustand der Maschine bzw. der einzelnen Arbeitsstellen geben. Sensoren können
unmittelbar unzulässige bzw. ungewöhnliche Abweichungen von Betriebs- oder Maschinenzuständen
von einem Normalzustand feststellen und diese dem Operateur in Echtzeit mitteilen.
Dies erlaubt dem Operateur eine möglich Störung oder Maschinenschaden schnellst möglich
zu beheben. Dies ist vor allem bei der Erfassung von Maschinenzuständen ein grosser
Vorteil, werden doch häufig Schäden an Verschleissteilen bzw. stark beanspruchten
Teilen der Maschine nur zufällig oder bei periodischen Inspektionen entdeckt. Solche
Schäden können jedoch, wenn sie über längere Zeit unentdeckt bleiben, Folgeschäden
an der Maschine oder zu Qualitätseinbussen in der Produktion führen.
[0005] Den vielen Vorteilen, welche eine solche Sensorüberwachung zweifelsohne mit sich
bringt, steht jedoch der Kostenfaktor entgegen. Die Ausrüstung einer Garnverarbeitungsmaschine
mit Arbeitsstellensensorik ist sehr aufwändig und ihr Unterhalt kostenintensiv. Ferner
sind auch der grosse Verkabelungsaufwand mit einer entsprechenden Datenverarbeitungseinrichtung,
welcher eine solche Sensorik mit sich bringt, zu erwähnen.
[0006] Eine Maschinensensorik erhöht unbestritten sowohl die Maschinen- als auch die Betriebskosten.
Nur wenn diese Kosten im Verhältnis zum Nutzen, welchen die Sensorik mit sich bringt,
in einem vernünftigen Rahmen gehalten werden können, rechtfertigt sich der Einsatz
dieser Mittel.
[0007] Es wurden im Rahmen der Fadenbruchüberwachung auch schon Zusatzeinrichtungen mit
einer entlang den Spinnstellen verfahrbaren Sensorik vorgeschlagen. Solche Zusatzeinrichtungen
beanspruchen jedoch zusätzlichen Platz und konstruktive Anpassungen an der Garnverarbeitungsmaschine,
so dass ein Nachrüsten bestehender Garnverarbeitungsmaschinen häufig gar nicht mehr
möglich ist. Ferner müssen diese Zusatzeinrichtungen mit einer entsprechenden Steuerung
und einem separaten Antrieb ausgerüstet werden, so dass auch hier beachtliche Kosten
verursacht werden.
[0008] Vorliegender Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Garnverarbeitungsanlage
mit einer Sensorik zur Erfassung von Betriebs- und/oder Maschinenzuständen an der
Garnverarbeitungsmaschine vorzuschlagen, wobei die Sensorik sowohl in der Installation
als auch im Betrieb kostengünstig sein soll und mit möglichst wenig Zusatzinstallationen
auskommen soll. Ferner soll ein Nachrüsten bestehender Garnverarbeitungsmaschinen
möglich sein.
[0009] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass an der Wartungseinheit oder an einer mit der
Grundeinheit oder der Wartungseinheit verbundenen Halterung ein oder mehrere Sensoren
zur Erfassung von Betriebs- und/oder Maschinenzuständen an der Garnverarbeitungsmaschine
angeordnet sind.
[0010] Das Wartungsgerät ist bevorzugt ein Wanderreiniger und die Wartungseinheit umfasst
bevorzugt eine oder mehrere Reinigungsleitungen zum Zuführen von Blasluft und/oder
zum Absaugen von Umgebungsluft. Die Wartungsfunktion des Wanderreiniger entspricht
in diesem Fall einer Reinigungsfunktion.
[0011] Handelt es sich bei der Garnverarbeitungsmaschine um eine Ringspinnmaschine, so können
deren Spindeln einen Bandantrieb mit zentralem Hauptantrieb oder Einzelantriebe aufweisen.
Wenn im Nachfolgenden von Spinnmaschine oder Spinnstelle die Rede ist, so soll dies
auch Zwirnmaschinen bzw. Zwirnstelle und Spulmaschinen und Spulmaschinen mit umfassen,
es sei denn, die Merkmale lassen sich nur auf Spinnmaschinen bzw. Spinnstellen lesen.
[0012] Die Sensoren arbeiten bevorzugt berührungslos. Die Sensoren detektieren Betriebs-
und Maschinenzustände an der Garnverarbeitungsmaschine bevorzugt über elektromagnetische
Wellen, wie Mikrowellen oder Infrarotstrahlung, oder über Schallwellen, wie Hörschall
oder Ultraschall. Der Sensor kann entweder eine Sender- und Empfängereinheit beinhalten
oder nur eine Empfängereinheit. Im ersten Fall sendet der Sensor ein Signal aus, welches
vom Zielobjekt, z. B. von dem zu überwachenden Maschinenbauteil, reflektiert und vom
Sensor erfasst wird. In Abhängigkeit vom Zustandes des Zielobjektes fällt das reflektierte
Signal unterschiedlich aus, was vom Sensor entsprechend registriert wird. Im zweiten
Fall empfängt der Sensor ein vom Zielobjekt ausgestrahltes Signal, z. B. ein Temperatursignal
oder ein akustisches Signal, welches in Abhängigkeit vom Zustand des Zielobjektes
jeweils verschieden ist und vom Sensor entsprechend registriert wird. In einer besonders
bevorzugten Ausführung der Erfindung ist der Sensor ein Strahlungs- bzw. Infrarotsensor,
welcher auf Infrarotstrahlung, also Temperatursignale, anspricht.
[0013] Infrarotsensoren werden insbesondere zur Erfassung von Maschinenzuständen im Bereich
von bewegten Maschinenteilen eingesetzt, wo eine Fehlfunktion, ein Defekt oder übermässiger
Verschleiss des Bauteils zu erhöhter Reibung zwischen den Maschinenteilen und entsprechend
zu einer Erhitzung der Bauteile über den normalen Betriebszustand hinaus führt. Solche
Zustände werden mittels Infrarot-Sensoren erfasst. Übersteigt ein überwachtes Maschinenbauteil
eine kritische Betriebstemperatur, so wird dies durch den Infrarot-Sensor registriert.
Über eine nachgeschaltete Auswerteeinheit kann eine Fehler- bzw. Störungsmeldung ausgegeben
werden und/oder das betreffende Bauteil kann über eine entsprechende Steuerung stillgelegt
werden.
[0014] Besonders kritische Maschinenteile an Garnverarbeitungsmaschinen, welche besonders
bevorzugt mittels Infrarot-Sensoren überwacht werden, sind Lager, wie z. B. Spindellager,
Walzenlager, insbesondere von Streckwerksunterwalzen, und bei Ringspinnmaschinen mit
zentralem Spindelantrieb die Lager der Tambour-Welle an den Maschinen-Traversen bzw.
Zwischenschild. Mittels Infrarotsensoren sollen Lagerschäden, welche ein Heisslaufen
der Lager bewirken, erfasst werden. Bevorzugt werden bei Ringspinnmaschinen auch der
Riemenantrieb der Spindeln, also die Antriebsriemen und der Spindelwirtel mit Infrarotsensoren
überwacht. Defekte oder falsch laufende Antriebsriemen werden damit ebenfalls sensorisch
erfasst. Im gleichen Vorgang wird auch die Spindelbremse mittels eines Infrarotsensors
überwacht, um ungewollt aktivierte und daher heisslaufende Spindelbremsen sensorisch
zu erfassen.
[0015] Der Sensor ist bevorzugt jeweils auf der Höhe des zu überwachenden Maschinenbauteils
auf der Reinigungsleitung angeordnet. Auf diese Weise soll die Messdistanz so klein
wie möglich gehalten werden. So können z. B. Sensoren auf Höhe der Spindellager, auf
der Höhe der Tambourwellen-Lager und/oder auf der Höhe der Streckwerks-Unterwalzenlager
angeordnet sein. Die Sensoren sollten auf alle Fälle derart auf der Reinigungsleitung
angeordnet sein, dass zwischen diesen und dem zu überwachenden Zielobjekt während
der Messphase keine abschirmenden Hindernisse liegen. Dies kann durchaus bedeuten,
dass ein Sensor nicht zwingend in kürzester Messdistanz zum Zielobjekt, d.h. heisst
nicht auf der gleichen Höhe wie das Zielobjekt angeordnet sein muss.
[0016] Die Sensoren können drahtlos, z. B. über Funk, oder drahtgebunden mit einer Datenverarbeitungseinrichtung
verbunden sein. Die Sensoren können über entlang der Reinigungsleitung angeordnete
und zur Grundeinheit geführten Leitungsverbindungen mit der Datenverarbeitungsleitungen
verbunden sein.
[0017] Der Wanderreiniger enthält bevorzugt Mittel zur Identifikation der vom Wanderreiniger
passierten Arbeitsstelle der Garnverarbeitungsmaschine, wobei die Mittel dazu ausgelegt
ist, in den jeweiligen Positionen des Wanderreinigers entlang der Garnverarbeitungsmaschine
Informationen zur Arbeitsstellenidentifikation zu erfassen und an eine Datenverarbeitungseinrichtung
weiterzuleiten.
[0018] Der Wanderreiniger enthält also vorzugsweise eine Einrichtung zur Erfassung von Informationen,
welche die Identifikation der Arbeitsstelle ermöglichen, welche vom Wanderreiniger
jeweils gerade passiert und von den Sensoren erfasst wird. Die Einrichtung umfasst
einen Arbeitsstellen-Identifikations-Sensor. Die Einrichtung ist also dazu ausgelegt,
die bei der aktuellen Wegposition des Wanderreinigers liegende Arbeitstelle zu identifizieren.
Dazu erfasst der Arbeitsstellen-Identifikations-Sensor gemäss einer bevorzugten Ausführungsform
einen an der betreffenden Wegposition an der Garnverarbeitungsmaschine angebrachten
Datenspeicher und liest von diesem eine Arbeitsstelleninformation aus, welche über
die Datenverarbeitungseinrichtung zur Identifikation der Arbeitsstelle führt. Die
Garnverarbeitungsmaschine enthält für jede Arbeitsstelle an entsprechender Wegposition
entlang der Maschine einen solchen Datenspeicher.
[0019] Die Spinnstellenidentifikation kann mittels eines optischen, magnetischen, elektrischen
oder eines anderen geeigneten Lesesystems erfolgen. Der Datenspeicher kann z. B. eine
Markierung, wie z. B. eine magnetische Markierung, eine Kerbe, oder eine Farbmarkierung
sein. Ferner kann der Datenspeicher auch ein Strichcode oder ein elektronisch auslesbarer
Datenspeicher sein.
[0020] Die Arbeitsstellen-Identifikation kann jedoch auch auf andere Art erfolgen. Der Wanderreiniger
kann z. B. als Arbeitsstellen-Identifikations-Sensor einen Wegaufnehmer enthalten,
mittels welchem aufgrund des gemessenen Weges ausgehend von einer Ausgangsposition
jeweils die Spinnstelle ermittelt werden kann, welche vom Wanderreiniger gerade passiert
wird.
[0021] Der Arbeitsstellen-Identifikations-Sensor muss nicht zwingend an der Grundeinheit
angebracht sein. Er kann z. B. bei einem Bandantrieb mittels Treibriemen des Wanderreinigers
auch beim Bandantrieb selbst angeordnet sein. Der Sensor kann hier z. B. ein Inkrementalsensor
sein, welcher die Verschiebung des Wanderreinigers anhand der Bandförderung misst.
[0022] Nachfolgend wird näher auf den Aufbau des Wanderreinigers gemäss einer bevorzugten
Ausführungsform eingegangen. Für den Wanderreiniger wird im Rahmen dieser Erfindung
sowohl Schutz im Rahmen einer Garnverarbeitungsanlage als auch unabhängiger Schutz
begehrt. Sämtliche in der Anmeldung offenbarten Merkmale zum Wanderreiniger beziehen
sich auf einen Wanderreiniger, für welchen sowohl ein unabhängiger Schutz als auch
Schutz im Rahmen einer Garnverarbeitungsanlage begehrt wird.
[0023] Der Wanderreiniger für eine Garnverarbeitungsmaschine umfasst eine Grundeinheit mit
einem formgebenden Gehäuse, welche oberhalb der Arbeitsstellen angeordnet ist und
entlang einer in Maschinenlängsrichtung angeordneten Führung über den Arbeitstellen
entlang der Maschine verschiebbar ist. Die Führung kann z. B. eine Schienenführung
sein. Der Wanderreiniger kann z. B. über Räder bzw. Rollen auf der Schienenführung
geführt sein. Die Grundeinheit bzw. seine Führung ist bevorzugt oberhalb der über
den Arbeitsstellen angeordneten Spulenhalteeinrichtung, wie z. B. Vorlagenspulenhalterung,
welche z. B. eine Aufhängung (Gatter) sein kann, angeordnet. Bei Spinnmaschinen enthalten
diese Vorlagenspulen das Vorgarn.
[0024] Von der Grundeinheit führt wenigstens eine Reinigungsleitung quer zur Maschinenlängsrichtung
und seitlich an den Arbeitsstellen vorbei nach unten. Sind die Sensoren an eine separate
Halterung angebracht, so führt diese vorzugsweise parallel zu den Reinigungsleitungen
quer zur Maschinenlängsrichtung an den Arbeitsstellen vorbei gegen unten.
[0025] Die Garnverarbeitungsmaschine ist bevorzugt eine zweiseitige Maschine mit beidseits
der Maschine spiegelverkehrt jeweils in Maschinenlängsrichtung nebeneinander angeordneten
Arbeitsstellen. Die Grundeinheit ist hier vorzugsweise oberhalb der Arbeitsstellen
bzw. der Vorlagenspulenhalterung mittig zwischen den beiden Maschinenseiten angeordnet.
In diesem Falle führt von der Grundeinheit vorzugsweise zu beiden Seiten wenigstens
je eine Reinigungsleitung entlang der Maschinenseiten an den Arbeitsstellen vorbei
und quer zur Maschinenlängsrichtung nach unten. Sind die Sensoren an eine separate
Halterung angebracht, so führt diese zu beiden Maschinenseite vorzugsweise parallel
zu den Reinigungsleitungen quer zur Maschinenlängsrichtung an den Arbeitsstellen vorbei
gegen unten. Die Halterung kann z. B. ein Gestänge sein.
[0026] Die Art des Antriebes des Wanderreinigers ist nicht Gegenstand der Erfindung und
wird daher bewusst offen gelassen. Selbstverständlich soll der Antrieb über eine Steuerungseinheit
gesteuert sein. Der Wanderreiniger selbst kann z. B. einen Antrieb enthalten. Ferner
kann der Antrieb auch über Treibriemen erfolgen, wie dies z. B. in der
DE-C-100 15 136 beschrieben ist erfolgen. In diesem Falle ist der Antrieb nicht am Wanderreiniger
selbst sondern beispielsweise an der Garnverarbeitungsmaschine angeordnet. Der Antrieb
ist in allen Fällen bevorzugt ein elektromotorischer Antrieb.
[0027] Die Reinigungsleitungen sind bevorzugt starre, halbstarre oder flexible Rohrleitungen
oder Schlauchleitungen, z. B. aus Kunststoff oder einem textilen Gewebe oder einer
Kombination davon. Die Rohrleitungen können auch kombiniert starre, halbstarre und
flexible Abschnitte aufweisen. Durch die Reinigungsleitung wird Blasluft oder Saugluft
geführt. Blasluftleitungen enthalten Luftauslassdüsen, durch welche Blasluft an die
Umgebung ausgestossen wird. Solche Blasdüsen sind vorzugsweise auf der Höhe der Arbeitsstelle,
z.B. bei Spinnmaschinen auf Höhe der Spindel oder dem Streckwerk, angeordnet um Schmutz
und Faserablagerungen von den Arbeitsstellen wegzublasen. Ferner können Blasluftdüsen
auch im Bodenbereich angeordnet sein, um am Boden angesammelter Schmutz und Fasermaterial
einer Saugöffnung zuzublasen oder genannter Schmutz unter der Garnverarbeitungsmaschine
hervor und einer Saugöffnung zuzublasen. Eine Saugleitung enthält eine oder mehrere
Saugöffnungen, durch welche Schmutz und Faserflug angesaugt und durch diese abgeführt
werden. In der Regel befindet sich am bodenseitigen Ende der Reinigungsleitung eine
Saugluftöffnung, um den am Boden abgelagerten Schmutz und Faserflug abzusaugen. Die
Saugluftöffnung kann z. B. trichterförmig sein.
[0028] Gemäss einer ersten Ausführung ist die Reinigungsleitung bzw. die Rohrleitung zweiteilig
und enthält sowohl einen Blasluft- als auch einen Saugluftkanal. Entsprechend sind
an einer solchen Reinigungsleitung sowohl Auslassdüsen für Blasluft als auch Saugöffnungen
angeordnet.
[0029] Gebräuchlicher ist es jedoch, ausgehend von der Grundeinheit jeweils zwei in Maschinenlängsrichtung
nebeneinander angeordnete Reinigungsleitungen bzw. Rohrleitungen anzuordnen. Bei zweiseitigen
Textilmaschinen sind es auf jeder Maschinenseite zwei Reinigungsleitungen bzw. Rohrleitungen.
Die eine Leitung ist eine Blasluftleitung und die andere Leitung eine Saugluftleitung.
[0030] Der Überdruck zur Erzeugung der Blasluft in der Blasluftleitung und der Unterdruck
zur Erzeugung eines Saugzuges in der Saugleitung wird zweckmässig über einen in der
Grundeinheit angeordneten Ventilator erzeugt. Der Unter- bzw. Überdruck kann jedoch
auch anderweitig erzeugt werden. Die mit Schmutz und Faserflug belastete Saugluft
wird bevorzugt einer Filtereinrichtung zugeführt, welche die Saugluft reinigt. Diese
Filtereinrichtung ist ebenfalls bevorzugt in der Grundeinheit angeordnet. In der
EP-A-1 693 493 sind die Funktionsweise der genannten Filtereinrichtung und des Ventilators anhand
einer speziellen Ausführung beschrieben.
[0031] Die Sensoren sind auf den Rohrleitungen bzw. der Halterung in entsprechender Höhe
über geeignete Befestigungsmittel angebracht, z. B. aufgeklebt. Ist pro Maschinenseite
je eine separate Blasluft- und Saugluftleitung vorgesehen, so können auf nur einer
der beiden Leitungen oder auf beiden Leitungen Sensoren vorgesehen sein. Sind die
Sensoren drahtgebunden, so führen Sensorleitungen entlang der Rohrleitung hoch zur
Grundeinheit. Von hier aus können die Messwerte über eine an der Grundeinheit angebrachte
Einrichtung drahtlos einer Datenverarbeitungseinrichtung übermittelt werden. Die Grundeinheit
kann jedoch auch über eine feste Leitung mit der Garnverarbeitungsmaschine verbunden
sein, wobei die Leitung über eine entsprechende Einrichtung, wie Kabelführung, bei
der Verschiebung der Grundeinheit entlang seiner Führung mitführbar ist.
[0032] Die Garnverarbeitungsanlage umfasst auch einen Datenverarbeitungseinrichtung, welche
die weitergeleiteten Sensorsignale zur Erfassung von Betriebs- und Maschinenzustände
in einer Auswerteeinheit auswertet. Die Datenverarbeitungseinrichtung umfasst im weiteren
bevorzugt eine Ausgabeeinheit, z. B. einen Bildschirm, ein Panel, eine optische Anzeige
oder einen akustischen Signalgeber.
[0033] In der Datenverarbeitungseinrichtung findet auch die Zuordnung der vom Arbeitsstellen-Identifikations-Sensor
übermittelten Arbeitsstelleninformation zu den an der entsprechenden Position erfassten
Sensordaten statt.
[0034] Die Datenverarbeitungseinrichtung kann auch als Steuerung ausgelegt sein und mit
einer Aktorik zusammenarbeiten, wobei eine Steuerungseinheit auf Basis der ausgewerteten
Sensordaten Steuersignale zum Ansteuern der Aktorik generiert. Unter die Aktorik können
zum Beispiel Antriebe fallen, insbesondere Walzenantriebe oder Antriebe von Wellen
oder Einzelspindelantriebe. Bei einem durch die Sensoren erfassten Lagerschaden kann
der dazugehörige Antrieb über die besagte Steuerungseinheit gestoppt werden, bevor
weiterer Schaden an der Anlage entsteht.
[0035] Die Datenverarbeitungseinrichtung mit oder ohne Steuerungseinheit kann Teil der Maschinensteuerung
sein. Sie kann auch eine von der Maschinensteuerung unabhängige Einrichtung sein,
wobei die Maschinensteuerung und die Datenverarbeitungseinrichtung über eine Datenverbindung
verbunden sein können, dies um Daten, insbesondere Steuerdaten, zum (indirekten) Ansteuern
einer Aktorik, welche über die Maschinensteuerung kontrolliert wird, auszutauschen.
[0036] Die Steuerung des Wanderbläsers kann ebenfalls in die besagte Datenverarbeitungseinrichtung
integriert sein. Ferner kann die Steuerung des Wanderreinigers auch in der Maschinensteuerung
integriert sein, wie dies z. B. in der
WO-A-2007 082699 beschrieben ist.
[0037] Ferner kann die Datenverarbeitungseinrichtung auch einer der Maschinensteuerung übergeordneten
zentralen Steuerung angegliedert bzw. in diese integriert sein.
[0038] Nachfolgend wird nun das erfindungsgemässe Verfahren zum Betreiben einer Garnverarbeitungsanlage
näher beschrieben.
[0039] Während des Betriebs der Garnverarbeitungsmaschine fährt der durch eine Steuerung
gesteuerte Wanderreiniger permanent oder periodisch entlang den Arbeitsstellen und
säubert diese mit den entsprechenden Reinigungseinrichtungen, wie Reinigungsleitung,
von Schmutz und Faserflug. Gleichzeit mit dem Reinigungsvorgang oder abwechselnd zum
Reinigungsvorgang messen Sensoren beim Passieren einer Arbeitsstelle bestimmte Betriebs-
und Maschinenzustände dieser Arbeitsstelle und senden die erhaltenen Messdaten an
die Auswerteeinheit der Datenverarbeitungseinrichtung. Die Sensoren können die Messung
während der Bewegung des Wanderreinigers entlang der Arbeitsstellen vornehmen. Es
ist auch möglich, dass der Wanderreiniger zur Vornahme der Messung jeweils vor der
entsprechenden Arbeitsstelle einen Stopp einlegt, bevor sich dieser nach Abschluss
der Messungen zur nächsten Arbeitsstelle fortbewegt.
[0040] Auf diese Weise erfassen die Sensoren der Reihe nach die nebeneinander liegenden
Arbeitsstellen und messen die entsprechenden Parameter an den Arbeitsstellen. Überdies
wird mittels Arbeitsstellen-Identifikations-Sensors die Arbeitsstelle ermittelt, an
welcher sich der Wandereiniger während der Reinigungs- und Messphase gerade befindet.
Der Wandereiniger kann während des Durchlaufs einer Maschinenlänge sämtliche oder
nur einzelne Spinnstellen sensorisch erfassen bzw. überprüfen. Vorzugsweise werden
jedoch bei einem Durchgang, in welchem der Wanderreiniger die Garnverarbeitungsmaschine
von der Kopf- bis zur Fussseite durchfährt, sämtliche Arbeitsstellen durch die besagte
Sensorik erfasst und überprüft.
[0041] Es kann auch vorgesehen sein, dass die Sensor-Überwachung nicht bei allen Durchläufen
des Wanderreinigers, sondern nur bei einzelnen Durchläufen aktiviert ist, so dass
die Maschine z. B. nur zwei mal am Tag auf allfällige Schäden oder Fehlfunktionen
überprüft wird.
[0042] Die Messdaten werden hinsichtlich einer Abweichung von einem vorgegebenen Sollwert
oder Sollwertebereich ausgewertet. Bei Feststellung einer Abweichung vom Sollzustand
wird, z. B. in Abhängigkeit von der Art bzw. dem Ausmass der Abweichung, über die
Ausgabeeinheit eine Meldung, im Besonderen eine Fehlermeldung, ausgegeben, welche
den Operateur der Maschine auf die Abweichung eines Betriebsparameters oder Maschinenparameters
von einem Sollzustand anzeigt.
[0043] Der Operateur kann dann auf Basis dieser Mitteilung entsprechende Massnahmen, wie
z. B. Stilllegung der Maschine oder einzelner Arbeitsstellen oder Reduktion der Drehzahlen
bestimmter Arbeitselemente, ergreifen.
[0044] Zusätzlich oder als Alternative zur Meldungserstattung kann eine mit einer Steuerungseinheit
ausgerüstete Datenverarbeitungseinrichtung selbst Einfluss auf den Betrieb der Garnverarbeitungsmaschine
nehmen und beispielsweise auf Basis der ausgewerteten Sensordaten über entsprechende
Steuerbefehle Antriebe herunterfahren, Spinnstellen stilllegen oder Drehzahlen reduzieren.
[0045] In bevorzugter Ausführung handelt es sich bei den Sensoren wie schon erwähnt um Infrarotsensoren.
Diese erfassen die Temperatur gewisser Maschinenkomponenten, wie z. B. Lager. Stellt
nun der Sensor eine zu hohe Temperatur an einem Lager fest, so ist auf eine Überhitzung
und somit auf ein Trockenlaufen des Lagers zu schliessen. Die
[0046] Datenverarbeitungseinrichtung stellt demzufolge an der betreffenden Arbeitsstelle
eine zu hohe Temperatur des durch den Sensor überwachten Maschinenbauteils fest und
erlässt über eine Ausgabeeinheit (Bildschirm, Lautsprecher, optische Anzeige) eine
optische und/oder akustische Fehler- bzw. Alarmmeldung an den Operateur. Gleichzeitig
oder als Alternative zu diesem Vorgang kann eine Steuereinheit in der Datenverarbeitungseinrichtung
über entsprechende Steuersignale ein Abschalten der Maschine, ein Abschalten nur der
betroffenen Spinnstelle oder ein Abschalten einzelner Antriebe oder andere geeignete,
über eine Aktorik ausführbare Massnahmen veranlassen.
[0047] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Fig. 1 und Fig. 2 näher erläutert.
[0048] Fig. 1 zeigt eine schematischen Querschnitt durch eine Garnverarbeitungsanlage. Die
Garnverarbeitungsanlage 1 umfasst eine Ringspinnmaschine 2 und einen Wanderreiniger
3. Der Wanderreiniger 3 umfasst eine Grundeinheit 4 mit einem Gehäuse, in welchem
ein Ventilator zur Erzeugung eines Unter- und/oder Überdruckes für die Blasluft- bzw.
Saugleitungen sowie eine Filtereinrichtung zum Filtern der durch die Saugleitung zurückgeführten
verunreinigten Luft angeordnet ist (nicht gezeigt). Die Grundeinheit 4 ist auf einer
Führung 6 oberhalb der Arbeitsstellen und einer Vorlagenspulen-Aufhängung 8 angeordnet.
Die Grundeinheit 4 ist über in der Führung 6 geführten Spurrollen längs der Spinnmaschine
2 verfahrbar angeordnet. Die Spinnmaschine ist zweiseitig ausgebildet. Entsprechend
führen zu beiden Seiten Saugrohre 5a, 5b seitlich aus der Grundeinheit 4. Verdeckt
von den Saugrohren 5a, 5b, und daher in der Darstellung nicht ersichtlich, führen
Blasrohre ebenfalls zu beiden Seiten seitlich aus der Grundeinheit 4. Die Saugrohre
5a, 5b führen seitlich von den Arbeitsstellen und senkrecht zur Maschinenlängsrichtung
35 nach unten zum Boden. Der Abschluss bildet ein zum Boden gerichteter Saugtrichter
7a, 7b, welcher Schmutz und Faserflug vom Boden absaugt. Jede Spinnstelle weist ein
Streckwerk auf, welche von Streckwerkswalzen 11a, 11 b (Einlaufwalze); 12a, 12b (Mittelwalze);
13a, 13b (Auslaufwalze) angetrieben werden. Jede Spinnstelle enthält ferner eine Spindel
14a, 14b, welche durch einen gemeinsamen Antrieb über Riemen angetrieben wird. Das
Drehmoment für die Spindeln 14a, 14b wird von einer zentralen Antriebswelle 16 abgenommen,
welche in der Mitte der Spinnmaschine durchläuft und an Querbauteilen, wie Traversen
oder Zwischenschilden gelagert ist.
[0049] Auf den Saugluftrohren 5a, 5b sind Infrarot-Sensoren 17a, 17b zur Erfassung der Temperaturverhältnisse
am oder an den Streckwerkswalzenlager vorgesehen. Ferner sind Infrarot-Sensoren18a,
18b zur Erfassung der Temperaturverhältnisse am Spindellager 15a, 15b, an der Spindelbremse
und/oder am Wirtel vorgesehen. Im weiteren sind ein oder mehrere Sensoren 19a, 19b
zur Erfassung der Temperaturverhältnisse an den Lagern der zentralen Antriebswelle
vorgesehen.
[0050] An der Grundeinheit 4 ist ein Spinnstellen-Identifikations-Sensor 20 vorgesehen,
mittels welchem anhand von entlang der Führungsschiene 6 angebrachten auslesbaren
Datenspeichern 21 die Spinnstellen identifiziert werden. Dank dem Spinnstellen-Identifikations-Sensor
20 ist jederzeit feststellbar, an welcher Spinnstelle sich der Wanderreiniger 3 aktuell
gerade befindet.
[0051] Die vom Spinnstellen-Identifikations-Sensor 20, wie auch von den anderen Sensoren
17, 18, 19 ermittelten Messdaten, werden drahtlos oder drahtgebunden einer Datenverarbeitungseinrichtung
34 übermittelt und in einer Auswerteeinheit 23 ausgewertet. In der Datenverarbeitungseinrichtung
34 findet auch die Zuordnung der Betriebs- und Maschinenzustands-Messdaten zu den
Spinnstellen-Identifikations-Daten, so dass die Zustands-Messdaten der Infrarotsensoren
den entsprechenden Spinnstellen zugeordnet werden können. An die Datenverarbeitungseinrichtung
34 ist eine Ausgabeeinheit 24 in der Form eines Panels zugeordnet, über welches Meldungen
der Auswerteeinheit, z. B. Fehlermeldermeldungen, an den Operateur ausgegeben werden.
[0052] Die Streckwerksantriebe 25, 26, 27 der Einlaufunterwalze 28, mittleren Unterwalze
29 und Auslauf-Unterwalze 30 können zusätzlich mit Viskositätssensoren 31, 32, 33
ausgerüstet sein. Die Viskositätssensoren 31, 32, 33 sind ebenfalls mit der Datenverarbeitungseinrichtung
34 verbunden und geben zusätzliche Messdaten zum Zustand der Streckwerksantriebslager.
[0053] Die Datenverarbeitungseinrichtung 34 ist ferner mit einer übergeordneten zentralen
Datenverarbeitungseinrichtung 22 verbunden, an welche z. B. mehrere Spinnmaschinen
angeschlossen sind. Die Datenverarbeitungseinrichtung 34 kann überdies mit der Maschinensteuerung
verbunden oder sogar in diese integriert sein.
[0054] Vorliegende Erfindung dient der Überwachung und Diagnose von Maschinenschäden, welche
in der Regel zur Überhitzung von Maschinenbauteilen führt. Ferner erlaubt die Erfindung
das automatisierte Sammeln von Daten über Maschinen- und/oder Betriebszustände, welche
sich statistisch auswerten lassen.
[0055] Fig. 2 zeigt eine Garnverarbeitungsanlage 51 mit einer zweiseitige Garnverarbeitungsmaschine
52, in diesem Falle eine Spulmaschine, und einem Wanderreiniger 53, welcher in den
Grundzügen gleich aufgebaut ist wie jener gemäss Fig. 1. Die Garnverarbeitungsmaschine
52 enthält in Maschinenlängsrichtung 59 eine Mehrzahl nebeneinander angeordnete Arbeitsstellen
57a, 57b, 57c, 57d, 57e, welche hier Spulstellen und gemäss Fig. 1 Spinnstellen entsprechen.
Der Wanderreiniger 53 umfasst einen Grundkörper 54, welcher gemäss Doppelpfeil in
Maschinenlängsrichtung oberhalb der Arbeitsstellen auf einer Rollen-Schienenführung
verfahrbar angeordnet ist. Am Grundkörper ist für jede Maschinenseite je ein Saugschlauch
55a und ein Blasschlauch 55b angeschlossen. Diese sind neben den Arbeitsstellen quer
zur Maschinenlängsrichtung zum Boden geführt. Am Saug- und/oder Blasschlauch 55a,
55b sind Infrarotsensoren angebracht (nicht gezeigt). Ferner ist eine Filterreinigungseinrichtung
58 am Fuss- oder Kopfende der Garnbearbeitungsmaschine 52 vorgesehen, über welche
der im Grundkörper 54 installierte Filter (nicht gezeigt) gereinigt werden kann. Position
63 zeigt den Wanderreiniger 53 in der Andockposition zur Filterreinigungseinrichtung
58, in welcher der Filter über entsprechende Leitungen entleert wird. Die Filterreinigungseinrichtung
58 ist nicht Gegenstand vorliegender Erfindung und wird daher nicht näher beschrieben.
Fig. 2 soll schematisch die Anordnung des Wanderreinigers in einem Längsschnitt durch
die Garnverarbeitungsmaschine zeigen. Die Details zur erfindungsgemässen Sensorüberwachung
gemäss Fig. 1 lassen sich auch auf Fig. 2 lesen und sind daher nicht mehr näher dargestellt.
1. Garnverarbeitungsanlage (1), enthaltend eine Garnverarbeitungsmaschine (2), insbesondere
eine Spinnmaschine, mit einer Mehrzahl von Arbeitsstellen und mit einem entlang der
Garnverarbeitungsmaschine (2) verfahrbaren Wartungsgerät (3), wobei die Garnverarbeitungsanlage
(1) mit Sensoren (17, 18, 19, 20) zum Überwachen von Betriebs- und/oder Maschinenzuständen
an der Garnverarbeitungsmaschine (2) sowie mit einer Datenverarbeitungseinrichtung
(34) mit einer Auswerteeinheit (23) zur Auswertung von Sensorsignalen ausgerüstet
ist, und das Wartungsgerät (3) eine an der Garnverarbeitungsmaschine (2) in Maschinenlängsrichtung
verfahrbar angeordnete Grundeinheit (4) und wenigstens eine an die Grundeinheit (4)
angeschlossene und mit der Grundeinheit (4) ebenfalls in Maschinenlängsrichtung entlang
der Arbeitsstellen verfahrbar geführte Wartungseinheit (5) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
an der Wartungseinheit (5) oder an einer mit der Grundeinheit (4) oder der Wartungseinheit
(5) verbundenen Halterung ein oder mehrere Sensoren (17, 18, 19) zur Erfassung von
Betriebs- und/oder Maschinenzuständen an der Garnverarbeitungsmaschine (2) angeordnet
sind.
2. Garnverarbeitungsanlage nach Anspruch 1, wobei die Sensoren (17, 18, 19) Infrarotsensoren
sind, welche dazu ausgelegt sind, Temperaturzustände von Maschinenbauteilen zu erfassen.
3. Garnverarbeitungsanlage nach Anspruch 2, wobei die Infrarotsensoren (17, 18, 19) dazu
ausgelegt sind, heiss laufender Lager und daraus allfällige Lagerschäden anhand zu
erfassen.
4. Garnverarbeitungsanlage nach Anspruch 3, wobei die mittels Infrarotsensoren (17, 18,
19) überwachten Lager Spindellager, Lager der Tambourwelle im Zwischenschild und/oder
Unterwalzenlager im Streckwerk sind.
5. Garnverarbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Sensoren (17,
18, 19) jeweils auf der Höhe des zu überwachenden Maschinenbauteils auf der Wartungseinheit
(5) oder der Halterung angeordnet ist.
6. Garnverarbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Garnverarbeitungsanlage
(1) eine Einrichtung zur Identifikation der vom Wartungsgerät (3) gerade befahrenen
und von den Sensoren erfassten Arbeitsstelle aufweist, und Mittel vorgesehen sind,
mittels welchen die ermittelten Sensordaten der entsprechenden Arbeitsstelle zuordenbar
sind.
7. Garnverarbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Grundeinheit (4)
oberhalb der Arbeitsstellen entlang einer an der Garnverarbeitungsmaschine (2) angebrachten
Führung in Maschinenlängsrichtung (35) verschiebbar angeordnet ist und die Wartungseinheit
(5) und/oder die Halterung sich ausgehend von der Grundeinheit (4) quer zur Maschinenlängsrichtung
(35) seitlich von der Garnverarbeitungsmaschine (2) an den Arbeitsstellen vorbei nach
unten zum Boden hin erstreckt.
8. Garnverarbeitungsanlage nach Anspruch 1 bis 7, wobei das Wartungsgerät (3) eine entlang
einer Führung (6) verschiebbare Grundeinheit (4) enthält, an welche die Wartungseinheit
(5) angeschlossen ist, und die Grundeinheit (4) einen Arbeitsstellen-Identifikationssensor
(20) enthält, welcher dazu geeignet ist von auf der Garnverarbeitungsmaschine (2)
in Maschinenlängsrichtung angeordneten Datenspeichern (21) Arbeitsstellenidentifikationsdaten
auszulesen.
9. Garnverarbeitungsanlage nach Anspruch 1 bis 8, wobei das Wartungsgerät (3) ein Wanderreiniger
und die Wartungseinheit (5) eine oder mehrere Reinigungsleitungen zum Zuführen von
Blasluft und/oder zum Absaugen von Umgebungsluft sind.
10. Verfahren zum Betreiben einer Garnverarbeitungsanlage (1) nach einem der vorangehenden
Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
mittels eines oder mehrerer an der Wartungseinheit (5) oder an einer mit der Grundeinheit
(4) oder der Wartungseinheit (5) verbundenen Halterung platzierten Sensoren (17, 18,
19) Betriebs- und/oder Maschinenzustände an einzelnen Arbeitsstellen der Garnverarbeitungsmaschine
(2) erfasst und an eine Datenverarbeitungseinrichtung weitergeleitet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Wartungsgerät (3) mit der Wartungseinheit (5)
bzw. der Halterung und dem oder den auf dieser angeordneten Sensoren (17, 18, 19)
entlang der Arbeitsstellen der Garnverarbeitungsmaschine (2) fährt, und über den oder
die Sensoren (17, 18, 19) Betriebs- und/oder Maschinenzustände an der vom Wartungsgerät
(3) gerade passierten Arbeitsstelle erfasst werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei das Wartungsgerät in Ausübung seiner Wartungsfunktion
mit der Wartungseinheit (5) bzw. der Halterung und dem oder den auf dieser angeordneten
Sensoren (17, 18, 19) entlang der Arbeitsstellen der Garnverarbeitungsmaschine (2)
fährt, und gleichzeitig während der Wartung einer Arbeitsstelle über den oder die
Sensoren (17, 18, 19) Betriebs- und/oder Maschinenzuständen an der vom Wartungsgerät
(3) gerade passierten Arbeitsstelle erfasst werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 12, wobei das Wartungsgerät (3) über eine
Einrichtung zur Arbeitsstellenidentifikation die gerade vom Wartungsgerät (3) passierte
Arbeitsstelle, identifiziert und die Arbeitsstellenidentifikationsdaten einer Datenverarbeitungseinrichtung
(34) weitergeleitet werden, welche die an der betreffenden Arbeitsstelle ermittelten
Sensordaten der indentifizierten Arbeitsstelle zuordnen.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 12, wobei die Sensordaten in der Auswerteeinheit
(23) mit Sollgrössen verglichen werden und bei Feststellung einer Abweichung von den
Sollgrössen über eine Ausgabeeinheit eine Fehlermeldung ausgegeben wird.
15. Wanderreiniger (3) für eine Garnverarbeitungsanlage (1) nach einem der Ansprüche 1
bis 9, mit einer auf einer Führung (6) entlang der Garnverarbeitungsmaschine (2) verschiebbaren
Grundeinheit (4) und wenigstens einer an die Grundeinheit (4) angeschlossenen und
zu den Arbeitsstellen führende Reinigungsleitung (5),
dadurch gekennzeichnet, dass
an der Reinigungsleitung (5) oder an einer mit der Grundeinheit (4) oder Reinigungsleitung
(5) verbundenen Halterung ein oder mehrere Sensoren (17, 18, 19) zur Erfassung von
Betriebs- und/oder Maschinenzuständen an der Garnverarbeitungsmaschine (2) angeordnet
sind.