[0001] Die vorliegende Erfindung richtet sich auf ein Schloss für eine Tür, ein Fenster
oder dergleichen, mit einem Schlossgehäuse, in dem eine Schließmechanik mit einem
Riegelelement und einem Mitnehmerelement aufgenommen ist, der mit einem Schließzylinder
zusammenwirkt. Die Schließmechanik umfasst ferner ein Selektorelement, welches zwischen
wenigstens zwei Selektorpositionen zur Umstellung der Funktionseigenschaften des Schlosses
beweglich ist.
[0002] Schlösser dieser Art weisen ein Schlossgehäuse auf, um eine Schließmechanik aufzunehmen,
wobei gemäß der vorliegenden Erfindung jedes mechanische Element als Teil der Schließmechanik
verstanden wird. Folglich umfasst die Schließmechanik wenigstens ein Riegelelement,
das als Türfalle, als Türriegel oder als Türbolzen verstanden werden kann. Das Riegelelement
ist mit einer mechanischen Verbindung zum Mitnehmerelement ausgebildet, das innerhalb
des Schlossgehäuses drehbar aufgenommen ist und das für eine Wirkverbindung mit dem
Schließzylinder ausgebildet ist. Folglich kann das Mitnehmerelement durch die Drehung
eines Schlüssels, der im Schließzylinder eingesteckt ist, gedreht werden. Die Drehbewegung
des Mitnehmerelementes ermöglicht ein Zurückziehen des Riegelelementes von einer hervorspringenden
Position in eine zurückgezogene Position des Riegelelementes in das Schlossgehäuse,
um die Tür oder das Fenster zu öffnen, das mit dem Schloss ausgeführt ist.
[0003] Darüber hinaus sind Schlösser bekannt, in denen ein Selektorelement integriert ist.
Das Selektorelement ist dazu gedacht, die Funktionseigenschaften des Schlosses umzustellen,
wobei die Bedienung der Bewegung des Selektorelementes manuell ausgeführt wird. Die
Schlossgehäuse sind gewöhnlich mit einem Stulp ausgebildet, und das Selektorelement
weist ein Bedienelement auf, das sich durch den Stulp hindurch erstreckt und von Hand
bewegbar ist. Die Funktionseigenschaften des Schlosses können eine Feststellung der
Türfalle oder der Türhandhabe betreffen oder es ist möglich, das Verhalten der Schließmechanik
zu beeinflussen. Das Selektorelement ist zwischen verschiedenen Selektorpositionen
schaltbar, wobei wenigstens zwei Positionen vorgesehen sind, in die das Selektorelement
einrasten kann.
[0004] Die Patentschrift
FI 876 82 offenbart ein Türschloss mit einem Schlossgehäuse, das mit einem Stulp und einem
Riegelelement ausgeführt ist. Darüber hinaus ist ein Mitnehmerelement für die Bedienung
mit einem Schlüssel als Teil der Schließmechanik vorgesehen, wobei Kraftübertragungsmittel
für eine manuelle Bewegung des Riegelelementes von einer hervorspringenden Schließposition
in eine zurückgezogene Position bekannt sind. Ferner weist das Schlossgehäuse ein
Selektorelement für die Umstellung der Funktionseigenschaften des Schlosses auf. Nachteilhafterweise
ist das Schloss mit einem Schließelement ausgebildet, das nur durch die Kraftübertragungsmittel
in Verbindung mit der Bedienung durch einen Schlüssel von einer blockierenden Position,
in der die Bewegung des Selektorelementes verhindert ist, und einer Freigabeposition,
in der die Bewegung des Selektorelementes ermöglicht ist, beweglich ist. Das bedeutet,
dass ein Schlüssel notwendig ist, um die Selektorposition des Selektorelementes umzustellen.
Ferner ist ein Schlüssel zur Drehung des Mitnehmerelementes erforderlich, der mit
einer ersten Hand gehalten werden muss, wobei das Selektorelement manuell mit einer
zweiten Hand bewegt werden muss. Folglich sind zwei Hände zur Umstellung der Selektorposition
notwendig.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Schloss mit einer Schließmechanik
bereitzustellen, das ein Selektorelement aufweist, das einfach bedient werden kann
und eine Sicherheitsfreigabeanordnung aufweist, um eine selbsttätige Umstellung der
Selektorposition zu verhindern.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Schloss mit einem Selektorelement gemäß der Lehre des
Anspruches 1 der vorliegenden Erfindung gelöst. Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung ist durch die Unteransprüche angegeben.
[0007] Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass die Bewegung des Selektorelementes
unabhängig vom Mitnehmerelement ausführbar ist, wobei Freigabemittel zur Wechselwirkung
mit dem Selektorelement vorgesehen sind, derart, dass die Freigabemittel aktiviert
werden müssen, bevor das Selektorelement zwischen den Selektorpositionen verschiebbar
ist.
[0008] Gemäß der Erfindung wird ein mechanisches Blockiersystem zur Blockierung des Selektorelementes
über das Mitnehmerelement vermieden. Das Selektorelement kann ohne eine Bedienung
des Mitnehmerelementes umgestellt werden, dass bedeutet, dass ein Schlüssel zur Drehung
des Schließzylinders nicht notwendig ist. Die Person, die zur Bedienung des Selektorelementes
vorgesehen ist, benötigt keinen Schlüssel für das Schloss, diese muss jedoch das Freigabemittel
aktivieren. Das Freigabemittel muss vorher aktiviert werden, bevor das Selektorelement
zwischen den Selektorpositionen verschiebbar ist.
[0009] Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung weist das Freigabemittel ein Stiftelement
als Teil der Schließmechanik auf, das in einem Stulp angeordnet ist, der die Vorderseite
des Schlossgehäuses bildet. Das Stiftelement ragt aus dem Stulp heraus und ist manuell
zwischen einer Eingriffsposition und einer Freigabeposition beweglich. Das Stiftelement
ist zum senkrechten Eindrücken in den Stulp ausgebildet. Die hervorstehende Position
des Stiftelementes bildet die Eingriffsposition, und das Selektorelement ist nicht
zwischen den Selektorpositionen schaltbar. Wenn das Stiftelement senkrecht in den
Stulp gedrückt wird, wird die Freigabeposition erreicht und das Selektorelement kann
zwischen den Selektorpositionen umgestellt werden.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erstreckt sich der Stulp im montierten Zustand
entlang der vertikalen Richtung des Schlossgehäuses auf der Vorderseite, wobei das
Selektorelement parallel zur Erstreckungsrichtung des Stulpes beweglich ist. Folglich
kann die Position des Selektorelementes nur dann umgestellt werden, wenn die Tür oder
das Fenster geöffnet ist. Anderenfalls wäre das Stiftelement nicht erreichbar. Gewöhnlich
ist die Erstreckung des Stulpes in vertikaler Richtung bezogen auf die vertikale Erstreckung
des Türblattes angeordnet, und das Selektorelement ist zwischen einer oberen, einer
mittleren und beispielsweise einer weiteren unteren Position umstellbar.
[0011] Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht ein Stiftelement vor,
das im Selektorelement beweglich aufgenommen ist, wobei die Bewegungsrichtung des
Stiftelementes senkrecht zur Bewegungsrichtung des Selektorelementes ausgerichtet
ist. Das Selektorelement ist mit einem Loch ausgeführt, in das das Stiftelement eingebracht
ist. Die Verschiebung des Stiftelementes ist durch das Loch im Selektorelement geführt,
so dass das Stiftelement geführt ist, wenn dieses in den Stulp eingedrückt wird. Folglich
sind der Stulp und das Selektorelement nahe und parallel zueinander angeordnet. Wenn
die Selektorposition umgestellt werden soll, muss eine Person das Stiftelement manuell
in das Selektorelement eindrücken, und muss das Selektorelement zwischen den Positionen
umstellen, während das Stiftelement in der eingedrückten Position festgehalten wird.
[0012] Die vorliegende Erfindung ist ebenfalls mit einer Schließmechanik ausgeführt, welche
ein Stoppelement zum Blockieren der Bewegung des Selektorelementes über eine Formschlussgeometrie
aufweist. Die Formschlussgeometrie umfasst Stopprasten und eine Hakenform, die zwischen
dem Selektorelement und dem Stoppelement angeordnet sind, wobei die Hakenform zum
Eingriff in die Stopprasten ausgeführt ist.
[0013] Der Formschluss zwischen dem Stoppelement und dem Selektorelement unterbindet die
Verschiebung des Selektorelementes, wenn die Hakenform in die Stopprasten einrastet.
Jede Stoppraste bildet eine bestimmte Selektorposition, und die Anzahl der Selektorpositionen
entspricht der Anzahl der Stopprasten, in die die Hakenform des Selektorelementes
eingebracht werden kann.
[0014] Gemäß einer ersten Anordnung ist die Hakenform als Teil des Selektorelementes ausgeführt,
während die Stopprasten jeweils als Teil des Stoppelementes ausgebildet sind. Gemäß
einer zweiten Anordnung ist die Hakenform als Teil des Stoppelementes ausgeführt,
während die Stopprasten als Teil des Selektorelementes ausgebildet sind. Die Stopprasten
und die Hakenform können als Einzelteile ausgeführt sein, wobei die Hakenform sowie
die Stopprasten mit dem Selektorelement bzw. mit dem Stoppelement einteilig ausgeführt
sind.
[0015] Das Stoppelement ist durch eine Schwenkachse innerhalb des Schlossgehäuses schwenkbar
aufgenommen, wobei das Stiftelement eine Druckseite aufweist, die angrenzend an das
Stoppelement angeordnet ist. Die Druckseite des Stiftelementes ist gegenüberliegend
von der Seite des Stiftelementes angeordnet, die sich durch den Stulp hindurch erstreckt,
und auf das manuell gedrückt werden kann. Wenn das Stiftelement durch das Loch im
Selektorelement gedrückt wird, drückt die Druckseite das Stoppelement in die Freigabeposition,
während das Stoppelement um die Schwenkachse schwenkt. Nur wenn das Stiftelement in
den Stulp eingedrückt ist, wird der Formschluss zwischen der Hakenform und der zugeordneten
Stoppraste gelöst und das Selektorelement kann zwischen den Selektorpositionen umgestellt
werden.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Selektorelement mit wenigstens einer
Rastkerbe ausgeführt, um mit einem Rastelement zusammenzuwirken. Das Rastelement ist
in einer stationären Position innerhalb des Schlossgehäuses angeordnet und weist eine
Rastnase zum Eingriff in die Rastkerben des Selektorelementes auf. Das Selektorelement
kann nur in Umstellrichtung zwischen verschiedenen Selektorpositionen bewegt werden.
Folglich bildet das Selektorelement einen unbeweglichen Teil in Bezug auf die Bewegungsrichtung
des Rastelementes, wobei das Rastelement und insbesondere die Rastnase einen beweglichen
Teil bildet. Die Rastkerben innerhalb des Selektorelementes sind in einer Wellenstruktur
ausgebildet und die Rastnase kann entlang der Wellenstruktur abgleiten. Der Rasteffekt
basiert auf einem Rückfedereffekt des Rastelementes, wobei ein bevorzugtes Material
des Rastelementes ein synthetisches Material wie einen Kunststoff aufweist. Die Wellenstruktur
umfasst Wellenberge und Wellentäler, wobei die Wellentäler den zugeordneten Selektorpositionen
entsprechen, in die das Selektorelement einrasten muss. Aufgrund des Rückfedereffektes
der Rastnase kann die Rastnase entlang der Wellenstruktur abgleiten und rastet das
Selektorelement in den zugeordneten Selektorpositionen fest.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist der Stulp eine Vertiefung auf, in die
das Stiftelement eingebracht ist, wobei die Vertiefung eine längliche Form in der
Erstreckungsrichtung des Stulpes aufweist.
[0018] Innerhalb der Vertiefung kann das Stiftelement entlang der länglichen Richtung verschoben
werden. Auch wenn sich das Stiftelement durch den Stulp hindurch erstreckt und nicht
in den Stulp hineingedrückt ist, ist dieses innerhalb der Vertiefung aufgenommen,
um ein Schließen der Tür oder des Fensters zu ermöglichen, in das das Schloss aufgenommen
ist, da das Stiftelement nicht aus dem gesamten Schloss herausragt.
[0019] Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht ein Selektorelement
vor, das mit einer mechanischen Anordnung oder mit einer elektrischen Anordnung zusammenwirkt.
Das Selektorelement kann zur Sperrung der Türfalle, der Türhandhabe oder des Schließzylinders
ausgeführt sein. Ferner kann das Schloss eine elektrische Anordnung umfassen, die
als elektrisches Schaltelement, als elektrischer Aktuator oder als Sensorelement zur
Erkennung der Funktionseigenschaften des Schlosses betreffend den Schaltzustand ausgeführt
sein. Folglich kann das Selektorelement mechanisch-elektrische Wechselwirkungsmittel
umfassen.
[0020] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst Freigabemittel
zur Wechselwirkung mit dem Selektorelement, die als wenigstens ein elektrischer Aktuator
ausgeführt sind, der mit dem Stoppelement zusammenwirkt, um die Eingriffsituation
zwischen der Hakenform und den Stopprasten umzustellen. Der elektrische Aktuator kann
durch eine externe Steuereinheit bedienbar sein, um eine manuelle Bedienung des Selektorelementes
zu ermöglichen oder zu unterbinden. Folglich kann der elektrische Aktuator als Alternative
zum Stiftelement wirken, und die Umschaltung des Selektorelementes zwischen den veschiedenen
Selektorpositionen kann über eine entfernt gelegene Steuereinheit ausgeführt werden.
In Gebäuden mit einer großen Anzahl verschiedener Türen mit zugeordneten Türschlössern
kann eine zentrale Steuereinheit dazu ausgeführt sein, die Freigabe der Umstellung
des Selektorelementes zwischen seinen Positionen zu steuern.
[0021] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung sind in
den abhängigen Ansprüchen und der folgenden Beschreibung der zugehörigen Figuren offenbart,
welche bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung in einer beispielhaften Weise
zeigen, die in Verbindung mit den anhängigen Figuren beschrieben werden, in denen
:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung mit einem Selektorelement und einem
Freigabemittel zeigt, das zur Wechselwirkung mit dem Selektorelement angeordnet ist,
wobei das Selektorelement durch das Freigabmittel blockiert ist;
- Fig. 2
- ein Schloss gemäß Figur 1 zeigt, wobei die Freigabemittel aktiviert sind, um die Positionen
des Selektorelementes umzustellen, das in der Selektorposition A gezeigt ist;
- Fig. 3
- ein Schloss gemäß des Ausführungsbeispiels aus Figur 1 und 2 zeigt, wobei die Freigabemittel
aktiviert sind und das Selektorelement in der Position B gezeigt ist;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht des Schlosses gemäß der Erfindung zeigt, wobei die Wechselwirkung
zwischen dem Selektorelement und dem Stoppelement gezeigt ist und
- Fig. 5
- eine weitere perspektivische Ansicht des Schlosses mit einer Schließmechanik zeigt,
die ein Rastelement aufweist, das mit dem Selektorelement in Wechselwirkung steht.
[0022] Figur 1 zeigt eine Draufsicht des Schlosses 1 gemäß der vorliegenden Erfindung. Das
Schloss 1 umfasst ein Schlossgehäuse 2, wobei die obere Abdeckung entnommen ist, um
die Schließmechanik zu zeigen, die innerhalb des Schlossgehäuses 2 aufgenommen ist.
Die Schließmechanik weist ein Riegelelement und ein Mitnehmerelement 4 auf, wobei
das Riegelelement (nicht gezeigt) in das Schlossgehäuse 2 durch ein Drehen des Mitnehmerelementes
4 zurückziehbar ist. Die Schließmechanik weist ein Selektorelement 5 auf, das zwischen
verschiedenen Selektorpositionen A, B und C verschiebbar ist, wobei das Selektorelement
5 in seiner Position A gezeigt ist. Abhängig von der Selektorposition A, B oder C
kann das Schloss 1 verschiedene Funktionseigenschaften aufweisen, die eine Sperrung
der mechanischen Verbindung zwischen dem Mitnehmerelement 4 und dem Riegelelement,
einer Sperrung der Türfalle usw. betreffen können.
[0023] Die Verschiebung des Selektorelementes 5 kann durch eine Aktivierung des Freigabemittels
erfolgen, das ein Stiftelement 6 umfasst, welches als Teil der Schließmechanik verstanden
werden kann und das in einem Stulp 7 angeordnet ist, der die Vorderseite des Schlossgehäuses
2 bildet. Das Stiftelement 6 ragt aus dem Stulp 7 heraus und ist manuell zwischen
einer Eingriffsposition und einer Freigabeposition bewegbar, wobei das Stiftelement
6 von Hand senkrecht in den Stulp 7 eindrückbar ist. Folglich ist das Stiftelement
6 innerhalb des Selektorelementes 5 über ein Loch beweglich aufgenommen, und die Bewegungsrichtung
des Stiftelementes 6 ist senkrecht zur Bewegungsrichtung des Selektorelementes 5 ausgerichtet,
die der Erstreckungsrichtung des Stulpes 7 entspricht. In der Abbildung ist das Stiftelement
6 nicht in den Stulp 7 hineingedrückt und das Selektorelement 5 ist zwischen den Selektorpositionen
A, B und C nicht verschiebbar. Das Stiftelement 6 umfasst eine Druckseite 6a, um an
ein Stoppelement 8 anzustoßen, das über eine Schwenkachse 10 schwenkbar innerhalb
des Schlossgehäuses 2 aufgenommen ist und das durch einen manuellen Druck auf das
Stiftelement 6 in die Freigabeposition schwenkt. Ein Federelement 13 spannt das Stoppelement
8 in eine Eingriffsposition mit dem Selektorelement 5 vor. Die Eingriffsanordnung
blockiert die Bewegung des Selektorelementes 5 über eine Formschlussgeometrie. Die
Formschlussgeometrie umfasst mehrere Stopprasten 8a und 8b, wobei mehr als zwei Stopprasten
8a, 8b vorgesehen sein können. Das Selektorelement weist eine Hakenform 5a auf, die
zum Eingriff in die Stopprasten 8a oder alternativ 8b ausgebildet ist. In der Abbildung
ist die Hakenform 5a in die Stoppraste 8a eingerastet, und das Selektorelement 5 ist
in der Selektorposition A festgesetzt. Folglich kann die Selektorposition A nicht
in die Selektorposition B oder C umgeschaltet werden.
[0024] In Figur 2 ist eine Draufsicht des Schlosses 1 gemäß der Figur 1 gezeigt, wobei die
Freigabemittel zu Freigabe des Selektorelementes 5 aktiviert sind. Das Stiftelement
6 ist in den Stulp 7 hineingedrückt, und über die Druckseite 6a wird das Stoppelement
8 um die Schwenkachse 10 gegen die Federspannung des Federelementes 13 verschwenkt.
In dieser Anordnung ist das Selektorelement 5 zwischen den Selektorpositionen A, B
und C verschiebbar, da der Formschluss zwischen dem Selektorelement 5 und dem Stoppelement
8 nicht im Eingriff ist. Wie gezeigt, greift die Hakenform 5a des Selektorelementes
5 nicht in eine der Stopprasten 8a oder 8b des Stoppelementes 8 ein. Die Freigabe
des Selektorelementes 5 ist ohne eine Drehung des Mitnehmerelementes 4 ermöglicht,
da nur das Stiftelement 6 in den Stulp 7 eingedrückt werden muss. Wie weiterhin gezeigt
ist, ist das Stiftelement 6 als Teil des Freigabemittels sowie als Aktuator zur Umstellung
der Selektorposition ausgeführt. Im Ergebnis ist nur eine Hand notwendig, um die Selektorposition
ohne den Gebrauch eines Schlüssels zur Drehung des Mitnehmerelementes 4 umzustellen.
[0025] Figur 3 zeigt das Schloss 1 mit einem Selektorelement 5, das in der Selektorposition
B angeordnet ist. Das Stiftelement 6 ist in den Stulp 7 eingedrückt und innerhalb
einer Vertiefung 9 aufgenommen, die eine längliche Form innerhalb des Stulpes 7 bildet.
Die Hakenform 5a ist nicht mit der Stoppraste 8a oder der Stoppraste 8b im Eingriff,
und das Selektorelement 5 ist parallel der Erstreckungsrichtung des Stulpes 7 beweglich.
[0026] Gemäß der Figur 3 ist ein elektrischer Aktuator 12 in einer beispielhaften Weise
gezeigt, der ein weiteres Freigabemittel bildet und der dazu gedacht ist, mit dem
Stoppelement 8 zusammenzuwirken. Der elektrische Aktuator 12 kann als Hubmagnet ausgeführt
sein, der einen Verbindungsanker aufweist, um eine Verbindung zwischen dem Stoppelement
8 und dem elektrischen Aktuator 12 zu bilden. Wenn der elektrische Aktuator 12 aktiviert
ist, kann das Stoppelement 8 um die Schwenkachse 10 verschwenkt werden, und das Selektorelement
5 ist zur Umstellung der Selektorposition A, B oder C ohne ein Drücken des Stiftelementes
6 freigegeben. Die Position des elektrischen Aktuator 12 innerhalb des Schlossgehäuses
2 ist nur beispielhaft gezeigt und kann in jeder weiteren Weise innerhalb der Schließmechanik
positioniert werden.
[0027] Figur 4 zeigt eine perspektivische Ansicht des Schlosses 1, umfassend eine Schließmechanik
mit einem Riegelelement 3, das in einer hervorspringenden Position gezeigt ist. Ferner
ist die Hakenform 5a am Selektorelement 5 gezeigt, die in die Stoppraste 8b des Stoppelementes
8 eingreift. Weiterhin ist die Schwenkachse 10 zur verschwenkbaren Aufnahme des Stoppelementes
8 innerhalb des Schlossgehäuses 2 gezeigt. Darüber hinaus ist die parallele Anordnung
des Selektorelementes 5 zum Stulp 7 gezeigt, wobei die Verschieberichtung des Selektorelementes
5 durch einen Doppelpfeil angedeutet ist. Ferner ist das Mitnehmerelement 4 gezeigt,
das drehbar innerhalb des Schlossgehäuses 2 aufgenommen ist. Neben einer - nicht gezeigten
- Türhandhabe kann das Riegelelement 3 durch ein Drehen des Mitnehmerelementes 4 zurückgezogen
werden, das lediglich ein optionales Merkmal des Schlosses 1 darstellt. Weiterhin
ist die Druckseite 6a des Stiftelementes 6 gezeigt, wobei das Stiftelement 6 innerhalb
des Stulpes 7 angeordnet ist. Wenn das Stiftelement 6 eingedrückt wird, kann das Riegelelement
3 in eine zurückgezogene Position verschoben werden, die durch einen Wechsel der Selektorposition
festsetzbar ist.
[0028] Figur 5 zeigt eine weitere perspektivische Ansicht des Schlosses 1 mit dem Schlossgehäuse
2, dem Stulp 7 und dem Riegelelement 3 sowie der Anordnung des Selektorelementes 5.
Das Selektorelement 5 ist mit wenigstens einer Rastkerbe 5b ausgeführt, wobei das
Selektorelement 5 aus einem Blechmaterial hergestellt ist und die Rastkerben 5b innerhalb
des Selektorelementes 5 sind durch eine Wellenstruktur mit Wellenbergen und Wellentälern
ausgebildet. Die Rastkerben 5b sind derart angeordnet, dass diese mit einem Rastelement
11 zusammenwirken, das eine Rastnase 11a zum Eingriff in die Rastkerben 5b des Selektorelementes
5 aufweist. Das Rastelement 11 ist innerhalb der Schließmechanik im Schlossgehäuse
2 aufgenommen und stationär befestigt. Die Rastnase 11a ist am Ende eines Federvorsprunges
angeordnet, und zur Rückfederung ausgebildet, wenn das Selektorelement 5 seine Position
umstellt und die Rastnase 11a entlang der Wellenstruktur des Selektorelementes 5 abgleitet.
Durch die Anordnung der Rastkerben 5b zur Wechselwirkung mit der Rastnase 11a des
Rastelementes 11 ist das Selektorelement 5 mit Selektorpositionen A, B und C ausgeführt,
die einen Rasteffekt in ihren bestimmten Positionen aufweisen.
[0029] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf das obenstehend beschriebene Ausführungsbeispiel
begrenzt, dass lediglich beispielhaft wiedergegeben ist und innerhalb des Schutzumpfanges
der vorliegenden Erfindung, der durch die anhängigen Patentansprüche bestimmt ist,
verändert werden kann. Folglich ist die Erfindung ebenfalls auf verschiedene Ausführungsbeispiele
des Schlosses 1 anwendbar, insbesondere betreffend die Ausführung des Riegelelementes
3, des Mitnehmerelementes 4 und der Wechselwirkung zwischen dem Freigabemittel und
dem Selektorelement 5.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Schloss
- 2
- Schlossgehäuse
- 3
- Riegelelement
- 4
- Mitnehmerelement
- 5
- Selektorelement
- 5a
- Hakenform
- 5b
- Rastkerbe
- 6
- Stiftelement
- 6a
- Druckseite
- 7
- Stulp
- 8
- Stoppelement
- 8a
- Stoppraste
- 8b
- Stoppraste
- 9
- Vertiefung
- 10
- Schwenkachse
- 11
- Rastelement
- 11a
- Rastnase
- 12
- elektrischer Aktuator
- 13
- Federelement
- A
- erste Selektorpostion
- B
- zweite Selektorposition
- C
- dritte Selektorposition
1. Schloss (1) für eine Tür, ein Fenster oder dergleichen, mit einem Schlossgehäuse (2),
in dem eine Schließmechanik mit einem Riegelelement (3) und einem Mitnehmerelement
(4) zur Wechselwirkung mit einem Schließzylinder aufgenommen ist, weiter umfassend
ein Selektorelement (5), das zwischen zumindest zwei Selektorpositionen (A, B, C)
zur Umstellung der Funktionseigenschaften des Schlosses (1) beweglich ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verschiebung des Selektorelementes (5) unabhängig von dem Mitnehmerelement (4)
ausführbar ist, wobei Freigabemittel zur Wechselwirkung mit dem Selektorelement (5)
vorgesehen sind, derart, dass die Freigabemittel aktiviert werden müssen, bevor das
Selektorelement (5) zwischen den Selektorpositionen (A, B, C) verschiebbar ist.
2. Schloss (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Freigabemittel ein Stiftelement (6) als Teil der Schließmechanik aufweisen, das
in einem Stulp (7) angeordnet ist, der die Vorderseite des Schlossgehäuses (2) bildet,
wobei das Stiftelement (6) aus dem Stulp (7) herausragt und zwischen einer Eingriffsposition
und einer Freigabeposition manuell bewegbar ist, wobei das Stiftelement (6) senkrecht
in den Stulp (7) eindrückbar ist.
3. Schloss (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Stulp (7) entlang einer vertikalen Richtung des Schlossgehäuses (2) auf
seiner Vorderseite erstreckt, wobei das Selektorelement (5) parallel zur Erstreckung
des Stulpes (7) beweglich ist.
4. Schloss (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekannzeichnet, dass das Stiftelement (6) innerhalb des Selektorelementes (5) beweglich aufgenommen ist,
wobei die Bewegungsrichtung des Stiftelementes (6) senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Selektorelementes (5) ausgerichtet ist.
5. Schloss (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließmechanik ein Stoppelement (8) zum Blockieren der Bewegung des Selektorelementes
(5) über eine Formschlussgeometrie aufweist.
6. Schloss (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Formschlussgeometrie Stopprasten (8a, 8b) und eine Hakenform (5a) aufweist, die
zwischen dem Selektorelement (5) und dem Stoppelement (8) angeordnet sind, wobei die
Hakenform (5a) zum Eingriff in die Stopprasten (8a, 8b) ausgeführt ist.
7. Schloss (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in einer ersten Anordnung die Hakenform (5a) als Teil des Selektorelementes (5) ausgebildet
ist und die Stopprasten (8a, 8b) als Teil des Stoppelementes (8) ausgebildet sind
oder dass in einer zweiten Anordnung die Hakenform (5a) als Teil des Stoppelementes
(8) ausgeführt ist und die Stopprasten (8a, 8b) als Teil des Selektorelementes (5)
ausgeführt sind.
8. Schloss (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Stoppelement (8) durch eine Schwenkachse (10) innerhalb des Schlossgehäuses (2)
schwenkbar aufgenommen ist, wobei das Stiftelement (6) eine Druckseite (6a) aufweist,
die angrenzend an das Stoppelement (8) angeordnet ist, um das Stoppelement (8) um
die Schwenkachse (10) durch ein manuelles Drücken des Stiftelementes (6) in den Stulp
(7) zu verschwenken.
9. Schloss (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Selektorelement (5) mit zumindest einer Rastkerbe (5b) zur Wechselwirkung mit
einem Rastelement (11) ausgebildet ist.
10. Schloss (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Rastelement (11) in einer unbeweglichen Position innerhalb des Schlossgehäuses
(2) angeordnet ist und eine Rastnase (11a) zum Eingriff in die Rastkerbe (5b) des
Selektorelementes (5) aufweist.
11. Schloss (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Stulp (7) eine Vertiefung (9) aufweist, in der das Stiftelement (6) angeordnet
ist, wobei die Vertiefung (9) eine längliche Form entsprechend der Erstreckung des
Stulpes (7) aufweist.
12. Schloss (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Selektorelement (5) mit einer mechanischen Anordnung oder mit einer elektrischen
Anordnung und bevorzugt mit einem elektrischen Schaltelement zusammenwirkt.
13. Schloss (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Freigabemittel als elektrischer Aktuator (12) ausgebildet ist, welcher mit dem
Stoppelement (8) zusammenwirkt, um die Eingriffssituation zwischen der Hakenform (5a)
und den Stopprasten (8a, 8b) umzustellen.
14. Schloss (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Aktuator (12) durch eine externe Steuereinheit bedienbar ist, um
eine manuelle Bedienung des Selektorelementes (5) zu ermöglichen oder zu unterdrücken.